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Das kurfürstliche Badezimmer im Schlösschen Schönburg
Ein hessenweit einmaliges Ensemble kurfürstlicher Badekultur ist entdeckt worden



 








 


Auf dem Gelände des Gesundbrunnens, dort wo heute die Evangelische Akademie Hofgeismar angesiedelt ist, befanden sich zunächst nur Badeanstalten. Sie wurden rund um jene Heilquelle gebaut, deren Wasser angeblich einen im Dreißigjährigen Krieg verwundeten Soldaten geheilt hatte.

Abgeschirmtes Refugium in der Idylle
1787 entstand im Auftrag des Landgrafen Wilhelm IX. eine Sommerresidenz. Eine "sehr prächtige Burg" sollte es werden, ein abgeschirmtes Refugium in der Idylle eines großen englischen Parks. 1787-90 wurde das Schlösschen Schönburg (damals noch Schlösschen Mont Chérie) nach einem Entwurf von Simon du Ry gebaut. 1823 ließ Kurfürst Wilhelm II. durch seinen Hofbaumeister Johann Conrad Bromeis das Badezimmer vom Keller ins Erdgeschoss verlegen.
Der Kurfürst befahl, die Wände des Badezimmers mit Weinlaub, Trauben und blühendem Geißblatt zu bemalen. Die Ausführung übernahm Karl Gregor Adolf Greineisen. Es entstand ein Bad mit einer eingelassenen Marmorwanne (mit Sitzbank) inmitten einer "Weinlaube". Die Malerei wurde auf eine Holzvertäfelung aufgetragen. An der Decke setzen sich die Ausläufer der Zweige fort, zwischen ihnen flatterten Schmetterlinge und das zarte Blau des "Himmels" schimmerte durch.

Rückzug in die Natur
Von der Wanne aus konnte der Kurfürst mit seiner Mätresse so in den Himmel blicken. Ganz entgegen dem Zeitgeist suchte der Kurfürst nicht ein Prunkbad, sondern den Rückzug in die Natur. Das macht die Einmaligkeit dieses Badezimmers aus. Vom Badezimmer aus führte übrigens eine Treppe hoch in die Gemächer. Diese war versteckt hinter der Holzvertäfelung und ist derzeit nicht zugänglich. Die Decke ist leider übertüncht, ansonsten ist aber alles noch erhalten und zu besichtigen.
Allerdings wurde später das Badezimmer zweckentfremdet: Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten hier Flüchtlinge beherbergt werden, 1952 zog die Evangelische Akademie ein, die bis heute das Schlösschen als Tagungsstätte nutzt, und aus dem Badezimmer wurde zunächst ein Sekretariat. Waschbecken, Heizungs- und Telefonanlagen erzählen von dieser wechselvollen Geschichte.

Nun soll alles wieder restauriert werden. Das wird aber nur mithilfe von Spenden möglich sein, und dafür braucht die Akademie dringend Ihre Unterstützung.

Kontakt
Ev. Akademie Hofgeismar
Telefon: 05671 / 881-0
E-Mail: lang.akademie.hofgeismar@ekkw.de

Download Flyer (pdf)

Spenden bitte auf folgendes Konto

Ev. Akademie Hofgeismar
Ev. Kreditgenossenschaft
Kontonummer 3034
BLZ 520 60 410
Verwendungszweck: Altes Bad


HNA-Video:
So badete der Fürst


Im Schlösschen Schönburg wird ein lang vernachlässigtes Kunstwerk restauriert: Das ehemalige Badezimmer des Kurfürsten.

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