Karwoche und Ostern

Jesus Christus hat unsern Leib und unsere Seele von der ewigen Verdammnis erlöst (Heidelberger Katechismus, 1563). Foto: pixelquelle.de
Doch neben aller Klage und Trauer steht die Hoffnung auf die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Das Osterfest ist daher Symbol für den Sieg des Lebens über den Tod. Mit «Karwoche und Ostern» haben wir Ihnen ein weiteres Thema auf ekkw.de zusammengestellt und wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen.
Ihr medio-Team aus Kassel
- In der Karwoche gedenken Christen des Leidens und Sterbens Jesu
- Karfreitag - Tag der Klage und Trauer
- Jesu Auferstehung nach dem Evangelisten Markus
- Ostern - Symbol für den Sieg des Lebens über den Tod
- Gottesdienste und Veranstaltungen zu den Osterfesttagen
- Das Osterlamm - Bild der Duldsamkeit
- Symbole machen das Göttliche zur lebendigen Erfahrung
Übersicht:
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Vorbereitung auf das Osterfest:
In der Karwoche gedenken Christen des Leidens und Sterbens Jesu

Kriegsknechte, die Jesus schlagen (Ausschnitt aus dem Bild «Auf dem Weg nach Golgatha»); Netzer Altar. (Foto: blickkontakt/Jost)
Am Gründonnerstag, am Vorabend des Karfreitags, gedenken die Christen in Abendmahlsgottesdiensten des letzten Mahls Jesu mit seinen Jüngern vor seinem Tod am Kreuz. Dem Neuen Testament zufolge verbrachte Jesus anschließend die Nacht in Todesangst, während seine Jünger schliefen. Daran erinnert der Name Gründonnerstag, der sich nicht von der Farbe Grün ableitet, sondern vermutlich vom althochdeutschen «Grunen», dem «Greinen» oder Weinen.
Auch die Bezeichnung der Karwoche stammt wohl aus dem Althochdeutschen. «Kara» bedeutet Klage, Trauer, die am Todestag Jesu (Karfreitag) im Mittelpunkt des Gottesdienstes steht.
Heute besteht in allen christlichen Konfessionen weitgehend Einigkeit darüber, dass Tod und Auferstehung Christi an Ostern unlösbar zusammengehören und als Ganzes gefeiert werden. In vielen Kirchen werden am Karfreitag um 15.00 Uhr Gottesdienste gefeiert, der Tradition zufolge die Sterbestunde Jesu. Der anschließende Karsamstag erinnert an die Grablegung Jesu. Am ersten Tag nach Jesu Tod finden keine Gottesdienste statt. Nach altem Brauchtum werden Kerzen und Blumen von den Altären entfernt, bevor in der Osternacht der Sieg des Lebens über den Tod gefeiert wird. (28.03.2010)
Karfreitag - Tag der Klage und Trauer
Um diese Zeit wird in vielen Kirchengemeinden eine Andacht zur Sterbestunde Jesu gehalten: häufig ohne Glockengeläut, Orgel und Altarschmuck. Mit Jesu Tod ist nach christlichem Verständnis die Vorstellung verbunden, dass Gott das Leiden und Sterben der Menschen teilt. Darum kann Gott die Menschen in ihren Tiefen verstehen und glaubwürdig trösten. Dieser Gedanke steht im Mittelpunkt der Karfreitagsgottesdienste.
Die Bezeichnung Karfreitag leitet sich ab vom althochdeutschen «Kara» für Klage und Trauer. (30.03.2010)
Lesetipp:
Die Leidensgeschichte Jesu in den Evangelien: Markusevangelium Kapitel 14 und 15, Matthäusevangelium Kapitel 26 und 27, Lukasevangelium Kapitel 22 und 23 sowie Johannesevangelium Kapitel 18 und 19.
Hintergrund:
Jesu Auferstehung nach dem Evangelisten Markus
«Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging. Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür? Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß.
Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten. Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingehen wird nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemandem etwas; denn sie fürchteten sich.»
(Quelle: Lutherbibel, Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart)
Ostern - Symbol für den Sieg des Lebens über den Tod

Jesus mit der Kreuzesfahne, dem Symbol des Sieges über den Tod. Evangelische Kirche Rauschenberg, spätgotischer Flügelaltar (Ausschnitt), entstanden nach 1520. (Foto: blickkontakt/Jost)
Im Jahr 325 bestimmte das Konzil von Nicäa den Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling als Ostertermin. Seither wird das Auferstehungsfest in den westlichen Kirchen frühestens am 22. März und spätestens am 25. April begangen. Die orthodoxen Kirchen verwenden für die Berechnung des Osterdatums noch den alten julianischen Kalender. Daher feiern orthodoxe und westliche Christen meist an unterschiedlichen Tagen im Jahr.
Die Herkunft des Namens Ostern ist nicht völlig geklärt. Volkstümlich wurde er von der Frühlingsgöttin «Ostara» abgeleitet. Möglicherweise ist er auch Resultat eines Übersetzungsfehlers. Die lateinische Bezeichnung für die Osterwoche («Weiße Woche» / »hebdomada in albis») wurde Religionshistorikern zufolge mit dem Wort für die Morgenröte «alba» - auf althochdeutsch «eostarun» - in Verbindung gebracht.
Das Osterfest geht aus einer urchristlichen Passah-Feier hervor, die sich aus dem jüdischen Passah-Fest entwickelte. Trotz der Loslösung vom Judentum blieben wichtige Parallelen bestehen: Passah, die Erinnerung an den Auszug der Juden aus Ägypten, liegt in zeitlicher Nähe zu Ostern. Viele Inhalte des Passah-Festes haben ein Gegenstück in der christlichen Symbolik. So erinnert das Osterlamm, das aus dem an Passah geschlachteten Lamm hervorgeht, an das Sühneopfer Jesu. (04.04.2006)
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Gottesdienste und Veranstaltungen zu den Osterfesttagen
Allerdings muss zuvor der Gottesdienst im Internet eingetragen werden. Zum Eintragen einer Veranstaltung nutzen Sie bitte das Terminformular auf ekkw.de und ordnen Sie Ihren Eintrag am Ende des Formulars der entsprechenden Feiertagsrubrik zu. (23.03.2010)
Feiertagsservice:
Gottesdienste und Veranstaltungen finden Sie hier:
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Das Osterlamm - Bild der Duldsamkeit

Das «Lamm Gottes» als Schluss-Stein in der Marienkirche in Gelnhausen, 1170-1250. (Foto: blickkontakt/Jost)
Doch das naive Bild des Osterlämmchens hat einen tiefernsten Hintergrund: Jesus starb der Überlieferung zufolge in derselben Stunde, in der im Tempel die Lämmer für das jüdische Passahfest - aus dem sich das christliche Osterfest entwickelte - geschlachtet wurden. Der Täufer Johannes hatte ihn als leidenden Gottesknecht und wahres Passahlamm bezeichnet: «Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt!» Im Neuen Testament wird der Tod Jesu als endgültiges Sühnopfer bezeichnet, bei dem Christus Priester und - im Sinne des Lamms - zugleich Opfer ist. Der Apostel Paulus schreibt im Brief an die Korinther: «Es wurde ja unser Osterlamm geschlachtet: Christus.» Unmittelbar vor seinem Tod am Kreuz feierte Jesus wahrscheinlich ein Passahmahl mit seinen Jüngern. Darauf führen die christlichen Kirchen auch die Tradition des Abendmahls zurück.
Jesus wird seit den Anfängen der kirchlichen Kunst allerdings auch als der Gute Hirte dargestellt. In vielen Wohnzimmern besonders des 19. Jahrhunderts waren Kunstdrucke weit verbreitet, auf denen ein blonder Jesus mit Hirtenstab und mildem Blick sich um seine Schafe sorgte - ein Sinnbild für Christus und die Gemeinde. In der evangelischen Kirche werden noch heute die Seelsorger mit dem lateinischen Wort «Pastor» als Hirten bezeichnet. (07.04.2006, Quelle: blick in die kirche-Magazin, «Osterzeit», April 2006)
Christlicher Jahreskreis:
Symbole machen das Göttliche zur lebendigen Erfahrung
Taufen in der Osternacht
Im Osterbrauchtum haben sich vorgeschichtliche Frühjahrs- und Fruchtbarkeitsriten mit der christlichen Liturgie der alten, noch weitgehend ungetrennten Kirche vermischt. Viele dieser Traditionen erfahren heute eine Renaissance. So werden in Kirchengemeinden immer häufiger feierliche Taufen in der Osternacht angeboten. Das Holen des Taufwassers aus einem Bach, Brunnen oder einer Quelle in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag findet auch zunehmend bei Protestanten Anhänger. Der Brauch verweist auf vorchristliche Zeiten, in denen das in der Frühjahrsnacht geschöpfte Wasser Augenleiden, Ausschlag und andere Krankheiten heilen sollte. Das heilige Nass bewahrt der Überlieferung zufolge ein ganzes Jahr lang Mensch und Vieh vor Krankheiten oder Unglücken.
Wasser als «Gnadenmittel Christi»
In einigen Regionen Deutschlands wird aus Dankbarkeit für die heilenden Kräfte des Wassers der Brunnen im Dorf mit Osterschmuck verziert. Der in Trier geborene Bischof und Kirchenvater Ambrosius von Mailand (339-397) bezeichnete Wasser als «Gnadenmittel Christi», das alles abwäscht und selbst nicht gewaschen werden muss. Moderne Seelsorger ziehen hier eine tiefenpsychologische Verbindung zwischen der Leidenszeit von Karfreitag und Ostern als dem Ende der Trauer. Nach den vielen Wochen des Gedenkens von Leiden und Passion ist mit Ostern ein «Übergewicht der Freude und des Lebensjubels nötig», betont der evangelische Theologe, Psychologe und Lebensberater Hans Gerhard Behringer (Nürnberg): «Vielleicht müssen wir erst wieder lernen, das Leben zu feiern.» Denn davon spricht Ostern, dass eine Art von Lebensfreude aufbricht, die nach dem Tod Jesu keiner für möglich gehalten hatte. Mit seiner in der Bibel bezeugten Auferstehung wurde deutlich, dass es auch mitten aus dem Tod einen neuen Aufbruch geben kann: Davon künden ganz plastisch auch Osterhase, Osterei und Osterfeuer.
Der Hase
Der Hase gilt seit alter Zeit als Symbol für Lebendigkeit, Freude und Fruchtbarkeit. Er war das heilige Tier der germanischen Frühlingsgöttin Ostara. Im chinesischen Mondkalender beginnt mit dem Monatstier Hase der Frühling. Im alten Ägypten begleitete ein Hase die Göttin Unut. Dem antiken Schriftsteller Plutarch zufolge waren Hasen wegen ihrer Schnelligkeit und ihrer vorzüglichen Sinnesorgane eine Allegorie des Göttlichen. Der Osterhasenbrauch wurde in Deutschland erstmals Ende des 17. Jahrhunderts erwähnt, fand die Religionskundlerin Gertrud Wagemann heraus. Vor noch rund hundert Jahren waren Legenden lebendig, nach denen in der Region Hannover der Fuchs die Eier gebracht hat. In anderen Gegenden war es der Storch oder der Kuckuck.
Das Ei
Das Ei hatte in der Geschichte der Menschheit viele verschiedene Bedeutungen. In alten Kulturen war es nicht nur Nahrung, sondern Zeichen für neues Leben und Reinheit. Über Umwege wurde es zu einem der wichtigsten Sinnbilder für die Osterzeit. Christen sehen im Ei auch ein Gleichnis für das verschlossene Grab, in welchem neues Leben keimt - ein Hinweis auf die Auferstehung Christi. Im Mittelalter wurden unter anderem mit Eiern auch Pacht und Zinsen bezahlt. Einer der Zahltermine im Jahr war Religionswissenschaftlern zufolge das Osterfest.
Eier findet man als Beigabe in antiken Gräbern. Auf die lange Tradition des Bemalens von Eiern schließt ein entsprechender Grabfund aus dem vierten Jahrhundert nach Christus. Als Vorlage für das Ausschmücken könnten auch die natürlichen Farbmuster von Wildvogeleiern gedient haben. Ursprünglich färbten Christen die Ostereier wohl nur rot, denn die Farbe Rot steht für Leben, Geburt, Freude, Feier und Sieg.
Die Osterkerze

Mit der Osterkerze wird an das Kommen Christi als das Licht der Welt erinnert. (Foto: pixelquelle.de)
Zu Ostern spielt auch das Licht eine zentrale Rolle: In vielen Gemeinden wird am Ostermorgen mit dem Ruf «Christ ist erstanden» die brennende Osterkerze in das dunkle Kirchenschiff getragen. Oftmals entzünden im Anschluss Gottesdienstbesucher eine kleine Kerze an dieser Flamme und reichen das Feuer von Bank zu Bank, bis die Kirche vom Kerzenschein erstrahlt. Besonders in den südlichen deutschsprachigen Gebieten wird mit großen Osterfeuern aus Holz- und Reisigbündeln auch der Sieg der Sonne über den Winter und das Erwachen der Natur nach der langen, kalten Jahreszeit zum Ausdruck gebracht. Damit wird zugleich auch an das Kommen Christi als das Licht der Welt erinnert. In Günsterode bei Melsungen gibt es die Tradition der feurigen Osterräder, die von einem Hügel ins Tal hinabgerollt werden.
Das Osterlachen
Eine in unseren Regionen kaum bekannte Ostertradition ist das Osterlachen, dessen Herkunft im Dunkeln liegt. Christen versammelten sich dazu am Ostermorgen vor dem Gottesdienst in der Kirche und lachten gemeinsam den Tod aus. Mit diesem Ritus wurde zugleich der besiegte Satan verspottet. Den Sieg des Lebens über den Tod feiern auch Christen der aus der evangelischen Erweckungsbewegung stammenden weltweiten Herrnhuter Brüdergemeine, indem sie den Ostermorgen an den Gräbern ihrer Ahnen auf dem «Gottesacker» erwarten. (07.04.2006, Quelle: blick in die kirche-Magazin, «Osterzeit», April 2006)











