100. Geburtstag
Dietrich Bonhoeffer - Evangelischer Theologe und NS-Widerstandskämpfer
Bonhoeffer wurde 39 Jahre alt. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben sein Schicksal und seine Schriften die Kirche des 20. Jahrhunderts tief beeinflusst.
Anlässlich des 100. Geburtstages Bonhoeffers haben wir Ihnen ein Themenpaket zu Dietrich Bonhoeffer zusammengestellt und wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen.
Ihr medio-Team aus Kassel
- Das Leben Dietrich Bonhoeffers
- Dietrich Bonhoeffer - Theologe und NS-Widerstandskämpfer
- Das Konzentrationslager Flossenbürg
- Arbeitshilfe der EKKW zum Gedenken an Bonhoeffer
- Bonhoeffer-Gedenken in Berlin, Breslau und London
- Auch Kasseler Christen erinnern an 100. Geburtstag Dietrich Bonhoeffers
- Professor Christian Gremmels über: «Was Bonhoeffer heute noch zu sagen hat»
- Vikarinnen und Vikare über Bonhoeffer: «Er hat eben nicht gekniffen»
- «Von guten Mächten wunderbar geborgen»
- Themenheft: «Dann musst du dazwischenspringen...» - Dietrich Bonhoeffer 1906-2006
- Filmtipp: «Dietrich Bonhoeffer - Die letzte Stufe»
- Bonhoeffers Leben auch als Hörbuch
- Literatur über Bonhoeffer
- Linktipps zum Thema Bonhoeffer
Übersicht
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Das Leben Dietrich Bonhoeffers

Dietrich Bonhoeffer im August 1935. (Foto: Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh, in der Verlagsgruppe Random House GmbH, München)
Hier ein Überblick über die Lebensstationen Bonhoeffers:
4. Februar 1906: Dietrich Bonhoeffer und seine Zwillingsschwester Sabine werden in Breslau (heute: Wroclaw/Polen) geboren. Ihre Eltern sind der Professor für Psychiatrie und Neurologie, Karl Bonhoeffer, und seine Ehefrau Paula, geborene von Hase.
1912: Umzug der Familie nach Berlin.
1923-1927: Dietrich Bonhoeffer studiert evangelische Theologie in Tübingen, Rom und Berlin.
1927: Promotion in Berlin mit der Arbeit «Sanctorum communio. Eine Untersuchung zur Soziologie der Kirche».
1928: Bonhoeffer legt das Erste theologische Examen ab. Es folgt ein Vikariat in Barcelona.
1929/30: Arbeit als Assistent an der Berliner Theologischen Fakultät.
1930: Zweites theologisches Examen und Habilitation. Daran schließt sich ein Studienaufenthalt am Union Theological Seminary in New York an.
1931-1933: Bonhoeffer ist Privatdozent an der Universität Berlin und Studentenpfarrer an der Berliner Technischen Hochschule, er unterrichtet eine Konfirmandenklasse. In Bonn lernt er den Schweizer Theologen Karl Barth (1886-1968) kennen.
1933: Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten äußert sich Bonhoeffer in einer Rundfunkrede im Februar kritisch zum «Führer»-Begriff. In einem Vortrag im April kritisiert er die NS-Judenpolitik.
1933-1935: Nach Adolf Hitlers Ernennung zum Reichskanzler übernimmt Bonhoeffer ein Pfarramt in der deutschen evangelischen Gemeinde in London.
1934: Als Leiter der deutschen Jugenddelegation nimmt er an der ökumenischen Tagung auf Fanö (Dänemark) teil. In seiner «Friedensrede» warnt er vor der drohenden Kriegsgefahr.
1935-1937: Vertreter der Bekennenden Kirche bitten Bonhoeffer, nach Deutschland zurückzukehren. Bonhoeffer, der sich des Risikos christlichen Bekennens im Nationalsozialismus bewusst ist, wird Leiter des Predigerseminars der Bekennenden Kirche in Zingst und Finkenwalde bei Stettin. Die Bekennende Kirche wehrt sich gegen die Gleichschaltung der evangelische Kirche durch die Nazis.
August 1936: Bonhoeffer wird die Lehrerlaubnis für Hochschulen entzogen.
1937: Heinrich Himmlers verfügt per Erlass die Schließung des Finkenwalder Predigerseminars. Bonhoeffer arbeitet jedoch im Untergrund weiter.
1939: Bonhoeffer lehnt eine Berufung in die USA ab und kehrt kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs von einer Vortragsreise aus Nordamerika nach Deutschland zurück.
1940: Das von Bonhoeffer illegal geleitete Predigerseminar wird geschlossen. Bonhoeffer erhält Rede- und Schreibverbot.
Seine Geschwister, Klaus Bonhoeffer und Christine von Dohnanyi, engagieren sich ebenfalls im Widerstand.
1940-1943: Über seinen Schwager Hans von Dohnanyi bekommt Bonhoeffer Kontakt zum politisch-militärischen Widerstandskreis um Admiral Wilhelm Canaris. Dieser beschäftigt Bonhoeffer im Amt Ausland/Abwehr im Oberkommando der Wehrmacht. Als Vertrauensmann knüpft Bonhoeffer Verbindungen zwischen westlichen Regierungen und dem deutschen Widerstand.
1942: In Schweden trifft er als Vertreter der deutschen Opposition George Bell (1883-1949), den Bischof von Chichester. Beide erörtern Friedenspläne nach einer Ausschaltung Hitlers. Das britische Außenministerium weigert sich, mit einer neuen deutschen Regierung Frieden zu schließen, ohne dass diese bedingungslos kapituliert.
7. Januar 1943: Verlobung mit Maria von Wedemeyer.
5. April 1943: Bonhoeffer wird von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) unter der Beschuldigung der Wehrkraftzersetzung verhaftet.
1943-1945: Inhaftierung im Militärgefängnis Berlin-Tegel, im Berliner Gestapogefängnis in der Prinz-Albrecht-Straße und im KZ Buchenwald.
1944: Erst nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 gelingt es der Gestapo, Bonhoeffer eine Widerstandstätigkeit nachzuweisen.
8. April 1945: Die «Schutzstaffel» (SS) bringt Bonhoeffer in das KZ Flossenbürg.
9. April 1945: Kurz vor der Befreiung des Konzentrationslagers durch die US-Amerikaner werden Dietrich Bonhoeffer, Wilhelm Canaris und General Hans Oster von einem SS-Standgericht zum Tode verurteilt. Das Urteil wird noch am gleichen Tag durch den Strang vollstreckt. (22.3.2005)
«Dem Rad in die Speichen fallen»
Dietrich Bonhoeffer - Theologe und NS-Widerstandskämpfer

Dietrich Bonhoeffer im Hof des Wehrmachts-Untersuchungs-gefängnisses Berlin-Tegel, Sommer 1944. (Foto: Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh, in der Verlagsgruppe Random House GmbH, München)
Frankfurt a.M. (epd). Am frühen Morgen des 9. April 1945 ist der Gefängnishof des Konzentrationslagers Flossenbürg bei Regensburg schon hell erleuchtet. Sieben Nazi-Gegner werden aus ihren Zellen geführt. Unter ihnen ist auch ein Pastor: Dietrich Bonhoeffer. Die Gefangenen hören, was ein NS-Standgericht in der Nacht beschlossen hat: Todesurteil wegen Hochverrats. Bonhoeffer kann noch kurz beten. Dann muss er seine Kleider ablegen und die Treppe zum Galgen besteigen. «Ich habe kaum je einen Mann so gottergeben sterben sehen», notiert der Lagerarzt später.
Bonhoeffer wurde nur 39 Jahre alt. Und doch hat kaum ein evangelischer Theologe des 20. Jahrhunderts so tief in Kirche und Gesellschaft hinein gewirkt wie er. Straßen und Schulen, Kirchen und Gemeindehäuser tragen heute seinen Namen. Ein Kino-Film erzählt seine Geschichte.
Sein leidenschaftlicher Protest gegen die Nationalsozialisten, seine aktive Rolle im Widerstand gegen Hitler, seine Bücher und sein Märtyrertod vor 60 Jahren finden weit über die deutschen Grenzen hinaus Beachtung. US-Präsident George W. Bush nannte ihn «einen der größten Deutschen». Bonhoeffer wurde 1906 als Sohn eines Psychiatrie-Professors in Breslau geboren und wuchs mit sieben Geschwistern im Berliner Villen-Stadtteil Grunewald auf. Ungewöhnlich schnell kommt er an der Berliner Universität voran. Mit 21 Jahren ist er promoviert, mit 24 habilitiert, mit 25 Privatdozent.
Sein Schüler Wolf-Dieter Zimmermann, heute 93 Jahre alt, schildert ihn als intellektuellen Charakter: «Er hatte eine klare und präzise Art, sich auszudrücken.» Seine großbürgerliche Herkunft prägte ihn tief: «Er hat sich nur mit wenigen geduzt.» Bonhoeffer wirkte kräftig und energiegeladen: «Jeden von uns hat er im Tischtennis geschlagen.» Bei starker Anspannung rauchte er viele Zigaretten.
Während eines Studienjahres in New York erlebt er hautnah die Rassentrennung, als ein schwarzer Freund und er in getrennten Straßenbahnwagen fahren müssen. 1932 macht er eine Entdeckung mit Folgen: Er beschäftigt sich mit der biblischen Bergpredigt, die ihn stark anspricht. «Er wagt den Sprung vom intellektuellen Glauben zur praktischen Anwendung», sagt Zimmermann. Bonhoeffer will nun ein Leben in der Nachfolge Jesu Christi führen und macht sich pazifistische Ideen zu eigen.
Schon früh warnt er vor den Gefahren des Nazi-Regimes. In einer Berliner Rundfunk-Rede spricht er bereits zwei Tage nach der Machtübernahme 1933 davon, dass der «Führer» zum «Verführer» werden könne. Im April 1933 erwägt er unter dem Eindruck der Judenverfolgung die Möglichkeit, «nicht nur die Opfer unter dem Rad zu verbinden, sondern dem Rad selbst in die Speichen zu fallen». Doch nur wenige Kirchenleute folgen dem jungen und kompromisslosen Nazi-Gegner in dieser Einschätzung.
Nach anderthalb Jahren als Auslandspfarrer in London tritt Bonhoeffer 1935 in den Dienst der «Bekennenden Kirche», die sich als Opposition gegen das Vordringen der Nazis in der Kirche gebildet hatte. Er wird Leiter eines Predigerseminars für angehende Pastoren in Pommern. Seit 1938 weiß er durch seinen Schwager Hans von Dohnanyi, den Vater des späteren Hamburger Bürgermeisters Klaus von Dohnanyi, von Hitlers Kriegsplänen und zugleich von Plänen für einen Staatsstreich, die am 20. Juli 1944 schließlich in die Tat umgesetzt wurden. 1939 wollen ihm Freunde eine Lehrtätigkeit in den USA vermitteln, damit er dem Krieg entgehen kann. Doch schon nach wenigen Wochen bricht Bonhoeffer das Vorhaben ab und kehrt nach Deutschland zurück: «Ich muss diese schwierige Periode unserer Geschichte mit den Christen in Deutschland durchleben.»
1940 schließt er sich einer Widerstandsgruppe um Generalmajor Hans Oster im deutschen militärischen Geheimdienst an. Der Theologe führt nun ein riskantes Doppelleben. Offiziell ist er Reiseagent der «Abwehr». Tatsächlich aber weiht er im Ausland kirchliche Mittelsmänner in die Putschpläne gegen Hitler ein.
Mitten in den Kriegswirren verlobt sich Bonhoeffer 1943 mit der 18-jährigen Maria von Wedemeyer, ein Kontrapunkt zum Leben im Widerstand. Doch das Paar hat nur wenig Zeit füreinander. Am 5. April 1943 wird Bonhoeffer verhaftet. Seine Braut kann ihn nur in großen Abständen im Gefängnis besuchen.
In seiner Zelle in Berlin-Tegel erfährt er vom misslungenen Staatsstreich seiner Mitverschwörer am 20. Juli 1944. Hier schreibt er jene Briefe an seine Familie und an einen Freund, die später unter dem Titel «Widerstand und Ergebung» berühmt wurden. Hier entwickelt er auch seine Gedanken über ein Christentum in einer religionslosen Zeit, die nach dem Krieg in der DDR und in Osteuropa starken Widerhall fanden.
Heute ist Bonhoeffer über alle kirchlichen Lager hinweg eine Integrationsfigur. Sein Gedicht «Von guten Mächten wunderbar geborgen» von Silvester 1944 ist kirchliches Allgemeingut geworden. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, hat oft darüber nachgedacht, was wohl aus Bonhoeffer geworden wäre, wenn er den Krieg überlebt hätte - vielleicht Bischof, Professor oder Politiker. Sicher sei eines, sagt Huber: «Er hätte weitergedacht.» (22.03.2005)
Das Konzentrationslager Flossenbürg

Konzentrationslager Flossenbürg, Verwaltungs- und Häftlings-bereich. (Foto: Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh, in der Verlagsgruppe Random House GmbH, München)
Ursprünglich für 1.600 Personen geplant, wurde die Lagerkapazität bereits im Juli 1939 auf 3.000 Häftlinge erhöht. 1943 waren in dem KZ über 4.000 Häftlinge untergebracht, darunter zahlreiche politische Gefangene aus Polen, Belgien, der Sowjetunion, Frankreich, Holland oder der Tschechoslowakei. In der Endphase 1945 lebten bis zu 15.000 Personen in den Holzbaracken
des Lagers.
Insgesamt waren im Konzentrationslager Flossenbürg und den Außenlagern von 1938 bis 1945 über 100.000 Häftlinge interniert. Nachweislich kamen durch gezielte Ermordung oder die katastrophalen Lebensbedingungen rund 30.000 Menschen ums Leben, die tatsächliche Zahl konnte allerdings nie ermittelt werden.
Anfang 1945 wurden so genannte Sonderhäftlinge in den Arrestbau von Flossenbürg gebracht, darunter Oppositionelle, Angehörige der Bekennenden Kirche und des militärischen Widerstands. Viele von ihnen wurden nur zur Exekution hierher transportiert. Darunter waren auch Bonhoeffer, Admiral Wilhelm Canaris und Generalmajor Hans Oster, die am 9. April 1945, vor kurz Befreiung des Lagers durch die Amerikaner, hingerichtet wurden. (22.03.2005)
Linktipp:
Die KZ-Gedenkstätte-Flossenbürg finden Sie im Internet unter:
gedenkstaette-flossenbuerg.de
«Dietrich Bonhoeffer – Zeuge des Glaubens»
Arbeitshilfe der EKKW zum Gedenken an Bonhoeffer
Neben seinem 100. Geburtstag seien das Datum seines Todes, die Passionszeit oder auch der Buß- und Bettag geeignete Gelegenheiten, mit Gottesdiensten oder Andachten an Bonhoeffer zu erinnern. (01.02.2006)
Arbeitshilfe der EKKW zum Gedenken an Dietrich Bonhoeffer:
PDF-Dokument
Bonhoeffer-Gedenken in Berlin, Breslau und London

Bonhoeffer mit seiner Zwillingsschwester Sabine Leibholz in London auf dem Rückweg von Amerika nach Deutschland, Juli 1939. (Foto: Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh, in der Verlagsgruppe Random House GmbH, München)
Der in Breslau geborene evangelische Pfarrer war am 9. April 1945, wenige Wochen vor Kriegsende, im Konzentrationslager Flossenbürg hingerichtet worden. In Breslau ist am 4. Februar eine Kranzniederlegung am Dietrich-Bonhoeffer-Denkmal geplant. Es sprechen unter anderem der EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber, der anglikanische Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, und der Breslauer lutherische Bischof Ryszard Bogusz.
In London findet am 5. Februar ein offizieller Gedenkgottesdienst der anglikanischen Kirche in Westminster Abbey statt, an dem die Hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann teilnimmt, die auch Mitglied des Rats der EKD ist. Von 1933 bis 1935 war Bonhoeffer Pfarrer in London. Die gemeinsame Würdigung des Theologen mit der Kirche von England sei auch Ausdruck der Annäherung, erklärte die EKD.
Der EKD-Ratsvorsitzende und Berliner Bischof Huber würdigte Bonhoeffer als einen «Heiligen im evangelischen Verständnis», weil er für Andere zum Vorbild im Glauben geworden sei. In diesem Sinne sei er allerdings kein Heiliger, der der Welt geflohen sei, sondern sei «der Erde treu gewesen». Seine eigenen Schwächen wie die Angst in der Haft, die Depression und die Wut habe er nicht versteckt.
Jemand, der die unterschiedlichen Seiten des Lebens bejahe, sei ein Vorbild im Glauben, sagte Huber dem evangelischen Monatsmagazin «Chrismon» (Februar-Ausgabe). «Ein Mensch wie Bonhoeffer, der gern Klavier spielt, sich ins Gefängnis Zigaretten schicken lässt und ein gutes Glas Wein nicht verschmäht, taugt durchaus dazu, ein Heiliger zu sein», unterstrich er. (24.01.2006)
Linktipp:
Ein Themenspezial der EKD zu Dietrich Bonhoeffer finden Sie hier:
ekd.de/bonhoeffer
Auch Kasseler Christen erinnern an 100. Geburtstag Dietrich Bonhoeffers
Am Sonntag (5.2.) predigte Bischof Dr. Martin Hein um 10 Uhr in einem Gottesdienst zum Gedenken an Bonhoeffers Geburtstag in der Martinskirche, umrahmt von dem Werk «Wohl mir dass ich Jesum habe» von Johann Sebastian Bach.
Am 9. Februar referiert um 19.30 Uhr die Autorin Renate Wind im Evangelischen Forum über die Lebensgeschichte Bonhoeffers, am 14. Februar schildert Martin Heimbucher (ebenfalls 19.30 Uhr im Forum) Bonhoeffer als einen Menschen zwischen Pazifismus und Widerstand. Zum Abschluss der Gedenkveranstaltungen zeigt der Kasseler Filmladen am 15. März Eric Tills Film «Bonhoeffer - Die letzte Stufe». (13.01.2006)
Lesen Sie hier die Predigt von Bischof Martin Hein im Gottesdienst am 5. Februar zum Gedenken an Bonhoeffers Geburtstag in der Martinskirche in Kassel:
PDF-Dokument
Nicht im Möglichen schweben, das Wirkliche tapfer ergreifen
Professor Christian Gremmels über: «Was Bonhoeffer heute noch zu sagen hat»
Es gelingt ihm, einem Häftling eine Botschaft an Bischof George Bell in England anzuvertrauen: «Mit ihm glaube ich an die Grundlagen unserer weltweiten christlichen Bruderschaft, die alle nationalen Hassgefühle übersteigt, und daran, daß unser Sieg gewiß ist.» Die letzten Worte lauten: «Dies ist das Ende, für mich der Beginn des Lebens.» Am späten Abend dieses Sonntags erreicht der Transport das KZ Flossenbürg bei Weiden in der Oberpfalz; dort tritt in der Nacht ein SS-Standgericht zusammen; wegen politischen Hochverrats werden zum Tode verurteilt: Admiral Canaris, General Oster, Pfarrer Dietrich Bonhoeffer und vier weitere Mitglieder des militärischen Widerstandes. Im Morgengrauen des 9. April 1945 wird das Urteil vollstreckt. Die Leichen werden verbrannt, die Asche zerstreut.
Seither sind sechzig Jahre vergangen. Sechzig Jahre, das ist in etwa die Zeitspanne, derer es bedarf, bis eine Berühmtheit ihrer Zeit aus dem öffentlichen Bewusstsein der Nachkommenden getilgt, verschwunden und vergessen ist - und dabei war Dietrich Bonhoeffer nicht einmal das, eine Berühmtheit seiner Zeit. Wer hätte 1945 etwas von ihm gewusst? Gewiss, die Brüder und Schwes-tern der «Bekennenden Kirche», die Studenten und Studentinnen seiner Lehrveranstaltungen an der Berliner Universität, die Vikare des Predigerseminars in Finkenwalde - die, da sie ihm begegnet waren, ihn persönlich gekannt hatten, die würden ihn nicht vergessen haben, den Lehrer, den Zeugen.
Und heute? Heute ist Bonhoeffers Präsenz unübersehbar; das zeigen die Kirchengemeinden und Schulen, die seinen Namen tragen, die Todesanzeigen, die mit einem Satz oder einer Gedichtzeile von ihm versehen sind, die Straßennamen deutscher Städte, die an den evangelischen Pfarrer und Widerstandskämpfer erinnern.
Die weltweite Christenheit zählt Dietrich Bonhoeffer heute zu den Märtyrern des 20. Jahrhunderts. Das Wort «Märtyrer» - das Wort «Heilige» erst recht - klingt in protestantischen Ohren ungewöhnlich: Wir haben weithin vergessen, dass die reformatorischen Bekenntnisschriften das Gedenken der «Heiligen» und «Märtyrer» nicht nur kennen, vielmehr sie fordern dazu auf, dieses Gedenken zu vollziehen: «In unserer Confession leugnen wir nicht, daß man die Heiligen ehren soll», denn: Wir haben Anlass, Gott Dank zu sagen für diese «exempla» (Beispiele) des Glaubens, die unseren Glauben stärken, sodass wir ihnen in Liebe und Geduld nachfolgen können. (Apologie der Konfession, XXI, 1-4)
Aber, was heißt das heute? Um diese Frage zu beantworten können im Rahmen dieses Beitrags nur einige Hinweise gegeben werden. Wir können uns durch Bonhoeffer daran erinnern lassen, dass
- die Kirche «nur Kirche (ist), wenn sie für andere da ist» (DBW 8, 560), und das heißt auch, dass sie nicht Kirche Jesu Christi war, als sie für die verfolgten Juden nicht da war, die man im Vollzug der nationalsozialistischen Arier-Gesetzgebung zu anderen gemacht hatte;
- die Kirche «den Opfern jeder Gesellschaftsordnung in unbedingter Weise verpflichtet (ist)» (DBW 12, 353), ganz gleich ob diese der Kirche angehören oder nicht;
- es Grenzsituationen gibt, in denen Christinnen und Christen Verantwortung zu übernehmen haben, auch wenn sie dabei schuldig werden - und: dass Verantwortung zu übernehmen nicht heißen kann, darüber nachzudenken, «wie ich mich heroisch aus der Affaire ziehe, sondern (wie) eine kommende Generation weiterleben soll» (DBW 8, 25);
- der christliche Glaube und das Tun der Chris-ten zusammengehören, dass «unser Christsein (...) heute nur in zweierlei bestehen (wird): im Beten und im Tun des Gerechten unter den Menschen» (DBW 8, 435).
Niemand wird die Beispielhaftigkeit dieser theologischen Einsichten Bonhoeffers bestreiten wollen; eine Frage allerdings bleibt offen: In welcher Weise verpflichten sie uns, die Angehörigen einer anderen Generation, einer anderen Gesellschaftsordnung, deren Probleme nicht die sind, auf die Bonhoeffer in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur zu antworten hatte?
In einem Brief aus dem Tegeler Gefängnis, geschrieben einen Tag nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944, macht Bonhoeffer eine persönliche Bemerkung, die für die zuletzt gestellte Frage von besonderer Bedeutung ist; er zieht eine Art Lebensbilanz und sagt: Ich weiß, dass ich, was «ich (...) habe erkennen dürfen», «nur auf dem Wege habe erkennen können, den ich nun einmal gegangen bin» (DBW 8, 542). Dieser Satz kann als Absage an ein verbreitetes Verständnis von «Vorbild» verstanden werden: «Vorbild» als Muster oder «Modell» einer Verhaltensweise, die man nur zu übernehmen hätte, um seinerseits vorbildhaft zu sein.
Der Weg, «den ich nun einmal gegangen bin», kann als Bonhoeffers Weg niemals der Weg sein, den ich oder andere auch zu gehen hätten. Das angemessene Verhältnis zu einem «Vorbild» ist nicht kopistische Nachahmung, sondern schöpferische Nachbildung. Bonhoeffer schärft ein, dass es Situationen gibt, in denen eine Antwort gefunden werden muss, aber nicht in jedem Fall gibt er die Antwort vor; er sagt: «Nicht das Beliebige, sondern das Rechte tun und wagen, nicht im Möglichen schweben, das Wirkliche tapfer ergreifen, nicht in der Flucht der Gedanken, allein in der Tat ist die Freiheit» (DBW 8, 571), aber er sagt nicht, worin denn für uns heute im Unterschied zu all dem Beliebigen, das wir tun, das «Rechte» besteht, das wir tun sollten - mehr noch: Das wir auch tun können. Bonhoeffer hat diese Zuversicht so begründet: «Ich glaube, daß Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im voraus (...)» (DBW 8, 30).
Vielleicht liegt im Blick auf Dietrich Bonhoeffer darin das Besondere: Wir erkennen, dass die Funktion von Vorbildern sich nicht darin erschöpft, uns zu sagen, was wir zu tun und wie wir zu handeln haben, sondern Vorbilder in dem Sinn, dass wir durch sie in unseren Entscheidungen bekräftigt und gestärkt werden. Vorbilder der Ermutigung zum Standhalten, als Kraft zur Verweigerung, wo diese nötig ist, als Unterstützung bei der Abwehr der Ohnmacht, doch nichts tun zu können.
Gerade in diesem Sinn wird man sich auch in Zukunft auf Dietrich Bonhoeffer noch berufen können, denn für ihn vor allem gilt: «Herausfordernd für unsere Generation ist er nicht durch das Gelingen, sondern durch den unerschrockenen Versuch. Von vielen unterschied er sich durch die Klarsicht, mit der er anstehende Aufgaben wahrnahm und dem Scheitern ins Auge sah. Einsam war er, als er - schon im Jahre 1934 - die in der ökumenischen Bewegung verbundenen Kirchen zu einem ‚Konzil des Friedens' aufrief. Unerfüllt blieb seine Hoffnung darauf, dass die Bekennende Kirche sich ohne Vorbehalt auf die Seite der Entrechteten, vor allem der verfolgten Juden stellen würde.
Gescheitert ist der Plan der Verschwörer, zu denen er gehörte, dem Regime Hitlers ein Ende zu machen. Doch fremd war ihm, was anderen nur allzu vertraut ist: die entscheidenden Aufgaben um taktischer Vorteile willen zu verschweigen oder ihnen auszuweichen. Der Strahlkraft des Werkes, das er hinterlassen hat, kann man sich schon deshalb schwer entziehen, weil sein Denken und Reden durch sein Leben und Tun gedeckt sind.» (Wolfgang Huber) (06.02.2006)
Christian Gremmels ist Vorsitzender der Internationalen Bonhoeffer-Gesellschaft (ibg) e.V., Sektion Bundesrepublik Deutschland und Professor am Institut für Ev. Theologie/Religionspädagogik an der Universität Kassel. (Der Beitrag erschien in «blick in die kirche», 2/2006.)
Vikarinnen und Vikare über Bonhoeffer: «Er hat eben nicht gekniffen»
Vorbild? Verehrt? Oder vergessen? Spielt Dietrich Bonhoeffer zu Beginn des 21. Jahrhunderts für junge Theologinnen und Theologen überhaupt noch eine Rolle? Die Redaktion von «blick in die kirche» hat im Predigerseminar der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in Hofgeismar nachgefragt.
Zehn Vikarinnen und Vikare aus unterschiedlichen Kursen äußerten sich in einer kurzen Arbeitspause begeistert, nachdenklich, freimütig und kritisch. Es zeigt sich: Bonhoeffer ist ein Thema, brandaktuell, auch heute noch - egal, ob man sich im Studium intensiv mit ihm beschäftigt hat oder nur am Rande. Wir dokumentieren Ausschnitte aus dem Gespräch, an dem auch der Leiter des Predigerseminars, Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh teilnahm.
Diskussion:
Vikarinnen und Vikare, zurzeit in der Ausbildung am Predigerseminar der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in Hofgeismar, diskutieren über Dietrich Bonhoeffer.
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Seit Jahrzehnten ersten Wahl der Trost- und Segensworte:
«Von guten Mächten wunderbar geborgen»
Wohl kein anderer Liedvers ist je so weit verbreitet worden wie die Schlussstrophe von Dietrich Bonhoeffers Gedicht «Von guten Mächten». Seit Jahrzehnten gehört sie zur ersten Wahl der Trost- und Segensworte auf Postern, Kalenderblättern oder Konfirmationsurkunden - etwa gedruckt auf dem Bild eines melancholisch-schönen Sonnenuntergangs. Trauernde setzen sie über Todesanzeigen für ihre Lieben, und in vielen Häusern hängt sie wie ein Leitspruch an einer Wand in Flur, Küche oder Wohnzimmer. Vielleicht darf man den Liedvers deshalb schon fast zum «Volksgut» zählen.
Bonhoeffer, der die kulturprotestantische Religiosität seiner Zeit stark kritisiert hat, scheint mit diesem poetischen Glaubenszeugnis das religiöse Grundgefühl unzähliger Menschen zu treffen - und das über Generationen und Epochen hinweg. Mit dem Motiv der «guten Mächte» spricht er ihre Sehnsucht nach Segen und Geborgenheit auf eine Weise an, die auch individuellen Vorstellungen des Göttlichen Raum gibt und nicht gleich dogmatisch festlegt. Aber auch Bonhoeffers eigene Identifikation der «guten Mächte» mit den Engeln dürfte Zustimmung finden: «Wenn es im alten Kinderlied von den Engeln heißt: ‚zweie die mich decken, zweie, die mich wecken', so ist diese Bewahrung am Abend und am Morgen durch gute unsichtbare Mächte etwas, was wir Erwachsenen heute nicht weniger brauchen als die Kinder», schrieb er dazu an seine Verlobte Maria von Wedemeyer.
Damit ist die Entstehung des Gedichtes angesprochen, dessen Charakter der Popularität seiner Schlussstrophe im Grunde genommen entgegensteht. Denn das Gedicht entstammt der Vertrautheit einer entbehrungsreichen Liebesgeschichte eines Paares und seiner Familien. Dietrich Bonhoeffer hat es für seine Verlobte, Eltern und Geschwister im letzten erhaltenen Brief an Maria von Wedemeyer zum Weihnachtsfest 1944 aus der Haft im Kellergefängnis des Reichssicherheitshauptamtes geschrieben.
Es war genau genommen also Teil eines Liebesbriefes an seine Braut. Hinter den Verlobten lagen da schon mehr als eineinhalb Jahre räumlicher Trennung, weil Dietrich kurz nach der Verlobung im April 1943 verhaftet worden war. Und vor ihnen lag eine ungewisse Zukunft, für die sich beide natürlich ein gemeinsames Leben ersehnten, zugleich aber fast sicher mit Dietrichs Todesurteil rechnen mussten. Denn im Herbst 1944 waren die Akten gefunden worden, die seine Mitwirkung an der Verschwörung gegen Hitler belegten.
Das ganze Gedicht ist von dieser kaum auszuhaltenden Spannung bestimmt: «reichst du uns den schweren Kelch, den bittern» steht neben «führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen», und der Druck «böser Tage schwere Last» mündet in die Sehnsucht nach dem «Heil, für das du uns geschaffen hast». All das verbindet sich in der Ergebenheit eines Glaubens, der in weihnachtlichen Bildern Trost sucht und findet: «die Kerzen heute flammen», «dein Licht scheint in der Nacht» und «deiner Kinder hohen Lobgesang», womit im Sinne der «guten Mächte» wieder die Engel und das «Ehre sei Gott» der himmlischen Heerscharen in der Weihnachtsgeschichte gemeint sein dürften.
Wie es zu dem schon bald belegten Herauslösen der Schlussstrophe kam, lässt sich nicht mehr zurückverfolgen. Es widerspricht eigentlich dem inneren Duktus des Gedichtes, dessen Verse Bonhoeffer selbst wie bei einem Lied nummeriert hat. Aber diese Herauslösung ist der Grund, warum auch die Geschichte der Vertonung der «Guten Mächte» mit einer Liedfassung der letzten Strophe beginnt. 1959 wurde der der Ost-Berliner Kantor Otto Abel um eine musikalische Umsetzung gebeten, nachdem dieser Liedvers vielfach zum Schlussgebet bei Abenden der «Jungen Gemeinde» in der DDR geworden war. Abel schrieb daraufhin Melodie und Chorsatz, wie sie heute in Lied 65 des Evangelischen Gesangbuches zu finden sind.
Später kamen immer neue Kompositionen hinzu, die dann auch die übrigen Verse aufnahmen. So findet sich in den Liederbüchern der 60er und 70er Jahre eine ganze Fülle leider meist schwer singbarer Melodien. Insgesamt sollen etwa 35 Vertonungen existieren. Zur beliebtesten wurde dabei die eingängig-behagliche Weise des Liedermachers Siegfried Fietz (1970) im Genre der Popmusik. Dass darin jedoch die bekannte Schlussstrophe zum Kehrvers der übrigen Strophen geworden ist, hat leider den spannungsvollen Weg des Gedichtes zu seinem vertrauensvollen Ende vorschnell harmonisiert und ihm damit viel von seiner Tiefe genommen. Mit Abels Erstvertonung ist darum die Liedfassung ins Gesangbuch gekommen, die dem Wesen des Gedichtes am nächsten kommt. (06.02.2006)
Von Guten Mächten
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.
Noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen
das Heil, für das du uns geschaffen hast.
Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus deiner guten und geliebten Hand.
Doch willst du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann wolln wir des Vergangenen gedenken,
und dann gehört dir unser Leben ganz.
Lass warm und hell die Kerzen heute flammen,
die du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.
Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so lass uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all deiner Kinder hohen Lobgesang.
Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.
Text: Dietrich Bonhoeffer (1944) 1945/1951 (Quelle: ekd.de)
Zeitschrift «Arbeitsstelle Gottesdienst»
Themenheft: «Dann musst du dazwischenspringen...» - Dietrich Bonhoeffer 1906-2006
«Wenn ein Wahnsinniger», so Bonhoeffer, «mit dem Auto durch die Straße rast, kann ich als Pastor, der dabei ist, nicht nur die Überfahrenen trösten oder beerdigen, sondern ich muss dazwischenspringen und ihn stoppen.» Seine Zivilcourage bleibt faszinierend – und hoffentlich ansteckend. Daran zu erinnern, ohne zu idealisieren, ist Anliegen des Heftes. In einem Beitrag fragt der Vorsitzende des Rates der EKD, Bischof Wolfgang Huber, grundsätzlich nach der «Zukunftskraft des Christentums». Der Praktische Theologe Jürgen Henkys zeigt auf, wie Interessierte sich intensiv mit seinen «Haftgedichten» befassen können. In anderen Beiträgen wird nach Bonhoeffers Reformideen für das Pfarramt oder nach Impulsen seiner Spiritualität für uns heute gefragt.
Bonhoeffer kann nur dann angemessen Vorbild sein, wenn von ihm so erzählt wird, dass «Mut zur Verantwortung» entsteht, führt Christian Gremmels, Vorsitzender der Internationalen Bonhoeffergesellschaft, in seinem Beitrag vor. Zwei weitere Aufsätze nehmen diese Spur auf und zeigen an Schulbüchern und Fernsehgottesdiensten, wie so etwas konkret gelingen kann. Wie das «Fiktive» helfen kann, Bonhoeffers Biographie eindringlich zu vergegenwärtigen, verdeutlich der Theologe und Cineast Hans Werner Dannowski an Eric Tills Film «Die letzte Stufe».
Gottesdienstentwürfe mit Texten und Bildern Bonhoeffers
Drei ausgearbeitete Gottesdienstentwürfe mit Texten und Bildern Bonhoeffers geben praktische Anregungen, seinen 100. Geburtstag auch gottesdienstlich zu begehen. Einer dieser Entwürfe eignet sich als Modell für einen Vorstellungsgottesdienst mit Konfirmandinnen und Konfirmanden.
Das Heft, das Beiträge verschiedener theologischer Expertinnen und Experten enthält, kann bezogen werden bei: Gemeinsame Arbeitsstelle für gottesdienstliche Fragen der EKD, Herrenhäuser Str. 12, 30419 Hannover; Email: gottesdienst@ekd.de; Tel.: 0511 2796-208; Fax: 0511 2796-722. Es ist kostenlos, jedoch wird um einen Druckkostenbeitrag in Höhe von 2,50 Euro pro Heft gebeten. (25.01.2006)
Filmtipp: «Dietrich Bonhoeffer - Die letzte Stufe»
Das «heilige, christliche Leben», das zu führen er sich einmal vorgenommen hatte, ist das nicht. Der Bekenner wird zum Verschwörer, wäre selbst zum Attentat auf Hitler bereit. Dietrich Bonhoeffer lernt Maria von Wedemeyer kennen und lieben, doch noch vor der offiziellen Verlobung wird er von der Gestapo verhaftet. Die Chance zur Flucht schlägt er aus. Die Freiheit sollte er nicht mehr sehen.
«Dietrich Bonhoeffer - Die letzte Stufe» mit Ulrich Tukur, Johanna Klante, Robert Joy u.a. Buch: Gareth Jones und Eric Till. Regie: Eric Till, 1. Auflage 2005, 86 Minuten Spielzeit (DVD), ISBN 3-579-07111-4 (25.01.2006)
Linktipp:
Weitere Informationen zum Film finden Sie unter:
bonhoeffer-derfilm.de
Bonhoeffers Leben auch als Hörbuch

Cover des Hörbuchs «Dem Rad in die Speichen fallen - Die Lebensgeschichte des Dietrich Bonhoeffer» (Quelle: beltz.de)
Matthias Ponnier, Moderator vieler ARD-Kultursendungen, liest die Hörbuchfassung von Winds Biografie. Nacherzählt wird ein Lebensweg, der Boenhoeffer aus seinem großbürgerlichen Elternhaus und nach ersten Bewährungen in der akademischen Theologie mitten hinein in ein politisches Christentum führte, bis er sich ohne Rücksicht auf persönliche Nachteile entschieden gegen die Nazis engagierte. Die Gesamtspielzeit beträgt 167 Minuten, das Hörbuch kostet 16,90 Euro.
Renate Wind: «Dem Rad in die Speichen fallen - Die Lebensgeschichte des Dietrich Bonhoeffer» (Hörbuch) gelesen von Matthias Ponnier, 2 Audio-CDs, Laufzeit 168 Minuten, 1. Auflage 2005, Verlag Beltz und Gelberg, ISBN: 3-407-80951-4 (06.04.2005)
Literatur über Bonhoeffer
Wir dokumentieren eine Auswahl:
Dietrich Bonhoeffer - Auswahl. Herausgegeben von Christian Gremmels und Wolfgang Huber.
Gütersloher Verlagshaus 2006, 1.440 Seiten in 6 Bänden in Kassette, 49,95 Euro, ISBN 3-579-07500-4
Paul Barz: Ich bin Bonhoeffer - Roman eines glaubwürdigen Lebens
Gütersloher Verlagshaus 2006, 319 Seiten, Gebunden mit Schutzumschlag, 19,95 Euro, ISBN 3-579-07114-9
Dietrich Bonhoeffer: Von guten Mächten wunderbar geborgen. Geschenkbuch
Gütersloher Verlagshaus 2006, 44 Seiten mit 22 farbigen Fotos, 9,95 Euro, ISBN 3-579-07121-1
Renate Wind: Dem Rad in die Speichen fallen.
Gütersloher Verlagshaus 2001, Sondereinband, 233 Seiten, 7,40 Euro, ISBN: 3579004492
Bernd Vogel: Glauben lernen - Auf Spurensuche bei Dietrich Bonhoeffer.
Neukirchener Verlagshaus 2006, 224 Seiten, 16,90 Euro, ISBN: 3-7975-0123-4
Paavo Rintala: Marias Liebe - ein biographischer Bonhoeffer-Roman.
Evangelische Verlagsanstalt Leipzig 2006, 304 Seiten, 16,80 Euro, ISBN 3-374-02363-0
Christian Gremmels, Heinrich W. Grosse, Renate Bethge: Dietrich Bonhoeffer, Der Weg in den Widerstand.
Gütersloher Verlagshaus 2004, Broschiert, 93 Seiten, 9,95 Euro, ISBN: 3579004581
Wolf-Dieter Zimmermann: Wir nannten ihn Bruder Bonhoeffer.
Wichern-Verlag 2004, 111 Seiten, 9,00 Euro, ISBN: 3889811647, auch als Audio-CD
Eberhard Bethge: Dietrich Bonhoeffer.
Rowohlt-Verlag, 22. Auflage, 156 Seiten, 7,50 Euro, ISBN: 3499502364
Ferdinand Schlingensiepen: Dietrich Bonhoeffer 1906-1945.
Beck-Verlag 2005, Gebundene Ausgabe, 431 Seiten, 24,90 Euro, ISBN: 3406534252
Oliver Kohler, Andreas Felger: Das Wirkliche tapfer ergreifen - Eine Annäherung an Dietrich Bonhoeffer.
Präsenz-Verlag 2006, 120 Seiten, 12,90 Euro, ISBN: 3876300606
Siegfried Fietz, Ralf Tibusek (Herausgeber): Behütet und getröstet jeden Tag - Informationen über Dietrich Bonhoeffer. Brunnen-Verlag, 32 Seiten, mit Farbfotos, 6,95 Euro, ISBN: 3-7655-6426 (25.01.2006)
Linktipps zum Thema Bonhoeffer
Internationale Bonhoeffer Gesellschaft e.V.
Sektion Bundesrepublik Deutschland (ibg)
www.ekir.de/esz/ibg/
Gedenkstätte Flossenbürg
Gedenkstätte an das Leid und den Tod der Häftlinge
www.flossenbuerg.de
Evangelische Kirche in Deutschland
Themenspezial zum 60.Todestag Dietrich Bonhoeffers
www.ekd.de/bonhoeffer
Evang.-ref. Landeskirche des Kantons Zürich
Website der evang.-ref. Landeskirche des Kantons Zürich mit umfangreichem Text- und Fotomaterial zu Dietrich Bonhoeffer.
www.bonhoeffer.ch











