Advent - die «stille Zeit» vor Weihnachten
Während sich die Geschäftsleute für die umsatzstärksten Tage des Jahres rüsten, ist der Advent im Kirchenjahr die Zeit der Buße und Besinnung. (Foto: medio.tv/Simmen)
In der Rubrik «Thema» auf ekkw.de haben wir Ihnen einige Meldungen und Hintergrundinformationen zur Adventszeit zusammengestellt und wünschen Ihnen eine besinnliche Zeit bis zum Weihnachtsfest. Viel Spaß beim Lesen wünscht
Ihr medio-Team aus Kassel
- Stichwort: Adventszeit
- Kasseler Karlskirche zeigt Weihnachtskrippen aus aller Welt
- Nikolaustag am 6. Dezember
- Mit ekkw.de den richtigen Festtagsgottesdienst finden
- Adventszeit - Wartezeit
- Astronomen und Theologen uneins über Erscheinung des Sterns von Bethlehem
- Umfrage: Weihnachtsgeschichte kennen jung und alt
Übersicht
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Stichwort: Adventszeit
Jesus Christus wird damit zur Brücke zwischen Gott und den Menschen. Dies ist der Kern der christlichen Heilsbotschaft. In den vergangenen Jahren ist bei vielen Christen die Sehnsucht nach mehr Spiritualität und meditativer Ruhe in der Adventszeit gewachsen. Die Kirchen wehren sich gegen verfrühten Weihnachtsrummel lange vor der Adventszeit.
Die Adventszeit ist für Christen die Zeit der Vorbereitung auf die Feier der Geburt Jesu. Um die «stille Zeit» vor Weihnachten hat sich ein reiches Brauchtum entwickelt: Adventskalender und -kränze sowie besondere Speisen, Süßigkeiten und Kirchenlieder zählen dazu. Advent, abgeleitet vom lateinischen «adventus» für Ankunft, und Weihnachten entstanden als christliche Feste erst relativ spät, im 4. bis 5. Jahrhundert.
Die beiden in Deutschland heute am weitesten verbreiteten Bräuche, Adventskranz und -kalender, sind noch relativ jung. Der Hamburger Theologe Johann Hinrich Wichern ließ 1839 in dem von ihm gegründeten «Rauhen Haus», einem Heim für verwahrloste Jugendliche, einen großen hölzernen Kranz aufhängen. Dieser trug für jeden Tag bis Weihnachten eine Kerze. Adventskalender wurden erstmals um die Jahrhundertwende in München in größerer Auflage produziert. (02.12.2007)
Linktipp:
Hier finden Sie die Website zur Aktion der Evangelischen Kirche «Alles hat seine Zeit. Advent ist im Dezember»:
Advent-ist-im-Dezember.de
Bis zum 23. Dezember:
Kasseler Karlskirche zeigt Weihnachtskrippen aus aller Welt
Neben der Krippenausstellung könnten Besucherinnen und Besucher in der Karlskirche auch Olivenholzschnitzereien aus Bethlehem kaufen. Anlass für den Verkauf sei die poltischen Lage im Westjordanland, durch die der Touristenstrom stark abgenommen hätte, erklärte Karlskirchenpfarrerin Inge Böhle „Darunter leiden die Menschen vor Ort. Besonders die christlichen Olivenholzschnitzer haben erhebliche Einbußen“, so Böhle weiter. Durch den Verkauf der Schnitzereien wolle man ihnen in ihrer misslichen Lage helfen.
Die Krippenausstellung ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 16 bis 18 Uhr und am Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. (07.12.2011)
Nikolaustag am 6. Dezember

Heute finden sich in vielen Städten «Nachahmer» von Nikolaus oder Weihnachtsmann, die besonders den Kindern eine Freude machen sollen. (Foto: Kassel Marketing GmbH/Paavo Blåfield)
Seine Gebeine wurden Legenden zufolge 1087 von italienischen Seeleuten aus dem inzwischen islamisch gewordenen Myra geraubt und nach Bari in Apulien gebracht. Dort werden sie als Reliquien bis heute verehrt. Im mittelalterlichen Abendland wurde St. Nikolaus zum Nothelfer in allen möglichen Lebenslagen für Schüler, Liebende und Heiratswillige. Seefahrern galt er als Patron und Helfer bei Gefahren auf See. Die Russen betrachten ihn als ihren Schutzheiligen.
In vielen Hafenstädten gibt es Nikolauskirchen, in Norddeutschland «Nikolai»-Kirchen. In zahlreichen Überlieferungen wird sein Einsatz zum Wohle der Kinder geschildert. In so genannten Nikolausspielen mussten die Kinder Rechenschaft über ihr Verhalten im vergangenen Jahr ablegen. Wer «artig» war, wurde vom Nikolaus mit «Apfel, Nuss und Mandelkern», heute eher mit Süßigkeiten, belohnt. Für die anderen hielten die Nikolaus-Begleiter - je nach Landschaft Knecht Ruprecht, Pelznickel oder Krampus - die Rute bereit. (07.12.2005)
Feiertagsservice
Mit ekkw.de den richtigen Festtagsgottesdienst finden

In der Kasseler Karlskirche wird in diesem Jahr wieder die «Offene Tür an Heilig- abend» angeboten. (Foto: medio.tv/Archiv)
Wenn Sie selbst Gottesdienste anbieten, können Sie einfach Ihre Veranstaltung in das Terminformular auf ekkw.de eingeben und Ihren Termin am Ende des Formulars der entsprechenden Feiertagsrubrik zu ordnen. Die Veranstaltungen werden an den Festtagen auch direkt auf der Homepage der Landeskirche angezeigt. Wer bundesweit nach Veranstaltungen zwischen Weihnachten und Silvester suchen möchte, der ist bei www.weihnachtsgottesdienste.de richtig. Auch diese Plattform bietet Ihnen die Möglichkeit, eigene Gottesdiensttermine zu veröffentlichen. (30.11.2011)
Adventsgedanken von Pfarrerin Anna Razakanirina
Adventszeit - Wartezeit
Denn Adventszeit ist Wartezeit und damit für uns moderne Menschen etwas sehr ungewohntes. Wir sind daran gewöhnt, dass Dinge pünktlich und vor allem sofort erledigt werden. Wofür gibt es schließlich all den technischen Schnickschnack, der uns schnellere Wege, schnellere Kommunikation und die schnellere Erfüllung unserer Wünsche garantiert? Dass uns dadurch auch ein schnelleres Leben beschert wird, das manchmal kaum Zeit zum Atmen lässt, übersehen wir meist. Viele von uns haben das Warten-Können verlernt. Alles soll sofort geschehen, sofort erledigt, sofort gekauft und sofort erlebt werden. Die Adventszeit setzt zu dieser Lebenshaltung einen Gegenpol. Sie rechnet damit, dass wir warten. Gott lässt auf sich warten!
Um Warten zu lernen, gibt es in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert den schönen Brauch des Adventskalenders. Schon Kinder werden durch ihn in das Warten eingeübt. Und so manch einem fällt dies ganz schön schwer: Immer nur ein Türchen jeden Tag, auch wenn man so gerne wissen würde, was in den anderen steckt. Der Adventskalender der kleinen Schwester bleibt tabu!
Wer diese Regeln beachtet und Geduld hat, erfährt, dass sich das Warten lohnt. Mit jedem sich geöffneten Türchen kommen wir Weihnachten näher. Mit jedem Schokoladenstück und jeder Adventsgeschichte, wächst die Freude auf das und vor allem auf den, der bald kommen wird.
Die Adventszeit lehrt uns das Warten und wir erahnen, dass die Erfüllung des Lebens nicht mal eben nebenbei erledigt werden kann. Das wirklich Wichtige im Leben lässt sich nicht erzwingen. Alles Wesentliche braucht Zeit zum Wachsen und Reifen. Das ganze Leben ist gewissermaßen eine Wartezeit. Umgekehrt gilt aber auch: Es gibt keine Wartezeit im negativen Sinne, weil jede Zeit GottesZeit ist. Jede Zeit ist längst schon gefüllt mit seiner Gegenwart. (10.12.2010)
Astronomen und Theologen uneins über Erscheinung des Sterns von Bethlehem
Hamburg (epd). Der Stern von Bethlehem fasziniert die Menschen seit vielen Jahrhunderten. Zahlreich sind seine Darstellungen in der Kunst, im Brauchtum und bei Krippenspielen. Häufig erscheint er als Komet oder als hell strahlender Stern. Für Astronomen ist eine besondere Planeten-Konstellation am wahrscheinlichsten. Eine andere Variante dieser Interpretation hat Hans-Ulrich Keller, Direktor des Stuttgarter Planetariums, beigesteuert. Das Himmelsereignis war seiner Meinung nach überhaupt nicht spektakulär: «Niemand hat es bemerkt - nur die Sterndeuter aus Babylon.»
In der Bibel wird im zweiten Kapitel des Matthäus-Evangeliums berichtet, dass Magier aus dem Osten einen Stern «im Aufgang» gesehen hätten und ihm gefolgt seien. Neutestamentliche Theologen raten zur Vorsicht und rechnen den mythologischen Text den Legenden zu, die frühestens 80 Jahre nach Jesu Geburt entstanden sind. Astronomie-Professor Keller betrachtet den Text aber als «nützliche Quelle mit einem historischen Kern».
Schon der deutsche Astronom Johannes Kepler (1571-1630) fand heraus, dass im Jahr 7 v. Chr. die beiden Planeten Jupiter und Saturn in besonderer Weise am Himmel standen. Doch nur die Magier aus Babylon hätten dem eine spezielle Bedeutung beigemessen, schreibt Keller im neuen «Kosmos-Himmelsjahr 2006»: In Jupiter sahen sie ihre höchste Gottheit, die sie «Marduk» nannten. Saturn hieß bei ihnen «Kewan» und war der Herrscher über Israel. Und beide Planeten standen im Sternbild der Fische, was Palästina symbolisierte.
Eine dreifache Begegnung der beiden Planeten sei für die Magier das Zeichen gewesen, dass in Israel der lang erwartete neue König geboren worden sei, erklärt Keller. Darum seien sie aufgebrochen. In Israel selber habe niemand eine auffällige Himmelserscheinung bemerkt - dafür standen die Planeten zu weit auseinander. Daher habe auch König Herodes die Magier «heimlich» nach dem Stern gefragt (Matthäus 2, Vers 7). Keller: «Himmelsunkundigen Menschen ist das Ereignis völlig entgangen.»
Auch für Thomas Kraupe, Direktor des Planetariums in Hamburg, ist die Jupiter-Saturn-Konstellation «die populärste Erklärung» für den Weihnachtsstern. Dennoch gebe es «eine Menge anderer Varianten». Höchst unklar sei zudem, in welchem Jahr und in welchem Monat Jesus wirklich geboren wurde. So sei der Weihnachtstermin erst im vierten Jahrhundert festgelegt worden - wegen seiner Nähe zur Wintersonnenwende am 22. Dezember und dem damals populären römischen «Fest der unbesiegbaren Sonne» am 25. Dezember. Für Kraupe ist es zudem fraglich, ob sich Kirche und Theologie darauf einlassen sollten, sich den «Stern von Bethlehem» ausgerechnet von babylonischen Sterndeutern erklären zu lassen.
Die Berichte über den Weihnachtsstern seien in einer Gegend entstanden, die noch heute «Kreuzungs- und Brennpunkt der Weltreligionen» sei. Vermutlich würde sich seine Bedeutung daher nicht als astronomisches oder gar astrologisches Ereignis dingfest machen lassen, sagt Kraupe. Er sieht den «Stern von Bethlehem» vor allem als «ein Symbol des Lichtes und der Hoffnung auf eine bessere Welt».
Literaturhinweis: Hans-Ulrich Keller: Kosmos-Himmelsjahr 2006, Verlag Franckh-Kosmos, 14,95 Euro. (07.12.2005)
Internetradio:
Hören Sie hier einen Beitrag zum Thema von medio!-Reporter Siegfried Krückeberg:
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Umfrage: Weihnachtsgeschichte kennen jung und alt
Weiter hat die Umfrage unter mehr als 700 Frauen und Männern über 16 Jahren ergeben, dass nur noch vier Prozent «häufig» in der Bibel lesen, neun Prozent «hin und wieder», allerdings 62 Prozent «nie». Nach Ansicht der Meinungsforscher bedeutet dies, dass sich derzeit in der Bevölkerung der «Auflösungsprozess eines bedeutsamen Kulturguts» vollzieht. (07.12.2005)
Internetradio:
Kennen Jugendliche aus Nordhessen die Weihnachtsgeschichte? Hören Sie hier eine Umfrage von Torsten Scheuermann in Kassel:
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