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Konflikt im Libanon

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a2551

Weltkirchenrat fordert gerechte Lösung des Libanonkonfliktes

Genf (epd). Der Weltkirchenrat hat die internationale Gemeinschaft zu einer friedlichen und gerechten Lösung des Libanonkonfliktes ermahnt und ein Ende der Gewalt im Nahen Osten gefordert. Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) sei bestürzt und in „tiefer Trauer“ angesichts des Leidens und der Todesopfer im Libanon und in Nordisrael, erklärten die rund 150 Delegierten des in Genf tagenden ÖRK-Zentralausschusses am Dienstag in Genf.

Israel wurde aufgefordert, die See- und Luftblockade des Libanon sofort zu beenden. Der Stopp der Abriegelung sei eine Voraussetzung für Frieden in der Region, hieß es. Der Weltkirchenrat äußerte sich zudem erneut besorgt über die dramatischen humanitären Folgen und mutmaßlichen Verletzungen internationalen Rechts während des Kriegs im Libanon und Nord-Israel. Die Vereinten Nationen müssten mögliche Kriegsverbrechen in dem mehr als einmonatigen Konflikt untersuchen.

Der ÖRK-Zentralausschuss stellte zugleich Pläne für eine neue ökumenische Friedensinitiative für den Nahen Osten vor. Er beschloss die Einrichtung eines ökumenischen Palästina-Israel-Forums unter der Federführung des ÖRK, das „neue und bestehende Friedensarbeit der Kirchen koordinieren und anregen“ soll. Es solle darauf zielen, in Übereinstimmung mit der UN die Besetzung von palästinensischem Gebiet zu beenden und den interreligiösen Dialog zu forcieren. (07.09.2006)

2006-09-20
a2481

Kirchendelegation bestürzt über Ausmaß der Zerstörungen im Libanon

Brüssel/Genf (epd). Eine hochrangige Kirchendelegation hat sich nach ihrer Rückkehr aus dem Nahen Osten bestürzt über das Ausmaß der Zerstörungen nach dem militärischen Konflikt im Libanon geäußert. Nicht die Aktionen der radikal-islamischen Hisbollah-Miliz, sondern der israelisch-palästinensische Konflikt sei die Ursache der aktuellen Krise, erklärte die ökumenische Delegation nach Angaben der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) in Brüssel. Neben der KEK wurde die Abordnung getragen vom Weltkirchenrat, dem Lutherischen Weltbund (LWB) sowie dem Reformierten Weltbund.

Wie die Delegation berichtete, verurteilten alle religiösen Führer in der Krisenregion jeglichen Einsatz von Gewalt zur Lösung der Probleme, einschließlich die von der Hisbollah ausgehenden Aktionen gegen Israel. Der ÖRK-Generalsekretär Samuel Kobia unterstützte diese Forderung. Der methodistische Pfarrer erklärte, nur eine friedliche und für alle Seiten gerechte Beilegung des Konfliktes zwischen Israel und den Palästinensern könne dem Nahen Osten Frieden und Sicherheit bringen. Kobia zeigte sich zugleich zuversichtlich: «Die Situation im Nahen Osten wandelt sich.»

Die Pastoraldelegation bestand aus dem KEK-Präsidenten Jean-Arnold de Clermont, dem katholischen Erzbischof von Tours, Bernard-Nicolas Aubertin, sowie Marilia Alves-Schüller vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK). Sie besuchten vom 10. bis 15. August Beirut und Jersualem. Dabei hätten sie die christlichen Kirchen im Libanon, den palästinensischen Gebieten und Israel gebeten, ihre Hoffnungen und Erwartungen für die Zukunft der Region weiterzutragen.

Die drei Teilnehmer betonten nach Angaben von KEK und ÖRK, dass Repräsentanten zahlreicher Gemeinden im Libanon unterstrichen, die Zerstörungen in ihrem Land seien «mit Absicht und Planung» ausgeführt worden. Zugleich werde in der Region mit Sorge ein zunehmender Einfluss neo-konservativer Kräfte in der US-amerikanischen und israelischen Politik beobachtet. Kritisch aufgenommen wurde in diesem Zusammenhang eine Äußerung von US-Außenministerin Condoleezza Rice, die «Leiden im Libanon seien Geburtswehen eines neuen Nahen Osten».

In Jerusalem hätten sich hohe Vertreter aus Judentum und Islam besorgt darüber geäußert, dass die Militarisierung zunehmend das Denken im Nahen Osten bestimme. Sie forderten mehr Anstrengungen für eine Entmilitarisierung und eine Überwindung des Hasses in den Köpfen der Menschen.

Der Ökumenische Rat der Kirchen repräsentiert mehr als 560 Millionen Menschen aus nahezu allen christlichen Traditionen. Die römisch-katholische Kirche ist nicht Mitglied, arbeitet jedoch mit dem ÖRK zusammen. In der Konferenz Europäischer Kirchen sind über 100 protestantische, orthodoxe und anglikanische Kirchen verbunden. Dem Lutherischen Weltbund gehören rund 66 Millionen Menschen an, dem Reformierten Weltbund mehr als 75 Millionen. (18.08.2006)

2006-08-18
a2484

Landeskirche stellt 20.000 Euro für Kriegsopfer im Nahen Osten bereit

Kassel (epd). Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) unterstützt den Spendenaufruf der Diakonie-Katastrophenhilfe für den Nahen Osten mit 10.000 Euro, weitere 10.000 Euro Soforthilfe gehen an die Deutsche Evangelische Gemeinde in Beirut. Dies teilte Pressesprecher Karl Waldeck in Kassel mit.

Der Betrag von 20.000 Euro stamme aus den Erntedankkollekten des vergangenen Jahres. Bereits Anfang des Monats hatte die EKKW die rum-orthodoxe Kirche, mit der die Landeskirche freundschaftliche Beziehungen unterhält, mit einem Betrag in Höhe von 10.000 Euro unterstützt.

Nach Waldecks Angaben ist die Landeskirche seit Jahren mit der Evangelischen Gemeinde deutscher Sprache in der libanesischen Hauptstadt Beirut verbunden, in der früher zwei kurhessische Pfarrer Dienst taten. Weiterhin habe die Landeskirche seit 15 Jahren intensive Kontakte zur arabischsprachigen Rum-Orthodoxen Kirche im Libanon und in Syrien.

Spenden zur Unterstützung der Menschen im Nahen Osten können auf das Konto der Diakonie-Katatrophenhilfe, Nummer 502707 bei der Postbank Stuttgart (BLZ 60010070), eingezahlt werden. Spenden im Internet: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/naher-osten. (18.08.2006)

2006-08-18
a2483

Evangelische Akademie Hofgeismar:
Akademie-Tagung zum Thema «Christen im Libanon - Probleme und Perspektiven»

Hofgeismar (medio). Vom 13. bis 15. Oktober veranstaltet die Evangelische Akademie in Hofgeismar eine Tagung zum Thema «Christen im Libanon - Probleme und Perspektiven». Die Tagung will versuchen, die aktuelle Situation der libanesischen Christen zu erkunden, teilte die Direktorin der Akademie, Pfarrerin Eveline Valtink, mit.

Stellten Christen einst die Mehrheit im Land, so ginge ihr Anteil in der Bevölkerung in letzter Zeit beständig zurück. Nicht zuletzt mache die fortdauernde Emigration den Kirchen vor Ort zu schaffen, so Valtink. Wie gehen Christen im Libanon mit dieser Entwicklung um? Welche Perspektiven bestehen für ein friedliches Zusammenleben von Christen und Muslimen? Gibt es Hoffnung, dass der Libanon in dieser Hinsicht zum "fruchtbaren Land" (Jesaja 29,17) werden könnte? Unter diesen Leitfragen können sich Ökumene-, Nahost-, kirchengeschichtlich und politisch Interessierte während der Tagung mit dem Thema auseinandersetzen.

Information: Evangelische Akademie Hofgeismar, Postfach 1205, 34362 Hofgeismar, Tel.: 05671/881-108 oder 881-0, E-Mail: ev.akademie.hofgeismar@ekkw.de (17.08.2006)

2006-10-06

Linktipp:

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter:

akademie-hofgeismar.de

Download:

Laden Sie hier das Programm der Tagung herunter:

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a2482

Kirchen: Trotz Entspannung in Nahost viele Menschen traumatisiert

Frankfurt a.M/Stuttgart (epd). Kirchliche Einrichtungen im Nahen Osten berichten von einer zunehmenden Entspannung nach Beginn der Waffenruhe. Die Lage der verbliebenen 150 Flüchtlinge an der Johann-Ludwig-Schneller-Schule im Libanon habe sich leicht beruhigt. Die Versorgung der dort aufgenommenen Flüchtlinge sei aber weiter nötig, teilte der Trägerverein in Stuttgart nach einem Gespräch mit dem Rektor der Schule, Riad Kassis, mit. Viele Menschen seien traumatisiert und müssten betreut werden.

Kassis äußerte sich nach Mitteilung des ökumenischen Forums für Mission und kirchliche Zusammenarbeit erleichtert über den Waffenstillstand. Nach wie vor gelte es aber, die Flüchtlinge an der Schule mit Lebensmitteln und medizinischen Hilfsgütern zu versorgen. Ungewiss sei, wie sich die politische Situation im Libanon entwickle und wann sich die israelische Armee zurückziehe, sagte Kassis.

Der evangelische «Jerusalemverein» ist trotz der Waffenruhe im Südlibanon weiterhin besorgt über die politische Situation im Nahen Osten. Propst Matthias Blümel (Wolfsburg) wies unter anderem auf das Schicksal der Flüchtlinge und die Minderheitensituation der Christen im Heiligen Land hin. Frieden bedeute mehr als das Schweigen der Waffen, sagte Blümel dem epd. Der «Jerusalemverein» unterstützt die von Palästinensern besuchte deutsche Schule «Talitha Kumi» in Beit Jala bei Bethlehem.

Die Kinderhilfe Bethlehem will zusätzliche Mittel für lokale Projektpartner im Norden Israels und im Libanon bereitstellen. «Erweist sich der Waffenstillstand als stabil, können unsere langjährigen Partner jetzt wieder schnell wichtige soziale Hilfe leisten», erklärte der Präsident der Kinderhilfe, der katholische Pfarrer Michael Schweiger, in Freiburg. Der Verein trägt das Caritas Baby Hospital in Bethlehem. (17.08.2006)

2006-08-18
a2480

Diakonie zu Nahost:
Humanitäre Hilfe muss oberste Priorität haben

Stuttgart (epd). Die Diakonie Katastrophenhilfe hat die Bundesregierung aufgefordert, auf die Einhaltung der Waffenruhe im Nahen Osten zu drängen. «Die akute humanitäre Lage erlaubt es kein zweites Mal, den Schutz der Zivilbevölkerung hinten anzustellen und die Waffenruhe im strategischen Interesse wieder zu durchlöchern wie vor zwei Wochen», erklärte die Direktorin der Diakonie Katastrophenhilfe, Cornelia Füllkrug-Weitzel, in Stuttgart, Füllkrug-Weitzel ist Mitglied des Vorstandes des kirchlichen Netzwerkes ACT (Kirchen helfen gemeinsam), dem 128 protestantische Kirchen und kirchliche Werke weltweit angehören.

Das ACT-Hilfswerk erklärte, die Völkergemeinschaft müsse sicherstellen, dass alle Kriegsparteien endlich ihren Verpflichtungen gemäß den internationalen humanitären Konventionen gerecht werden. Die Bevölkerung in Israel und dem Libanon müsse geschützt und Hilfsmaßnahmen dürften nicht länger behindert werden. Über eine Million Menschen seien seit Beginn des Krieges vor fünf Wochen im Libanon auf der Flucht, nahezu ein Viertel der Bevölkerung des Landes, hieß es weiter. Über 1.000 libanesische Zivilisten seien in dem Konflikt gestorben, über 120 Israelis seien ums Leben gekommen.

Die Katastrophenhilfe leistet nach eigenen Angaben im libanesischen Beirut, Sidon und Tyrus, im Norden Israels und sowie im Gazastreifen und im Westjordanland humanitäre Hilfe. Gemeinsam mit Partnerorganisationen werden die Menschen mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Medikamenten versorgt. Füllkrug-Weitzel bat um weitere Spenden, um die Hilfe intensivieren zu können. Das Leben von Tausenden von Kindern, Frauen und Männern sei gefährdet. (15.08.2006)

Helfen Sie mit Ihrer Spende:

Diakonie Katastrophenhilfe - Kennwort «Naher Osten»
Spendenkonto 502 707, Postbank Stuttgart, BLZ 600 100 70 oder online unter www.diakonie-katastrophenhilfe.de/naher-osten

Antiochia-Ausschuss der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck - Kennwort «Antiochia»
Spendenkonto 3000, EKK Kassel, BLZ 520 604 10

Evangelisches Missionswerk in Südwestdeutschland e.V. (EMS) - Kennwort «Nothilfe Libanon»
Spendenkonto 124, EKK Stuttgart, BLZ 600 606 06

2006-08-15
a2469

Evangelische Gemeinden nehmen Flüchtlinge auf

Jerusalem/Bethlehem (epd). Flüchtlinge aus dem von Raketeneinschlägen bedrohten Norden Israels finden Schutz in evangelischen Gemeinden in Jerusalem und im Westjordanland. Das Gästehaus der deutschsprachigen evangelischen Gemeinde in Jerusalem beherberge jetzt eine Gruppe jugendlicher Behinderter aus der Nähe von Haifa, sagte der Propst der Gemeinde, Pfarrer Uwe Gräbe, am Mittwoch in Jerusalem dem epd. Immer mehr Kirchen und Gemeinden in der Region würden ihre Gästehäuser zu vergünstigten Preisen oder kostenlos zur Verfügung stellen.

Die evangelische Gemeinde in Beit Dschala im Westjordanland bietet seit Dienstag (8.8.) rund 20 arabischen Israelis aus Nordisrael Asyl. Um die Flüchtlingsfamilien aufzunehmen, seien die Mitarbeiter des Gästehauses «Abrahams Herberge» aus den Betriebsferien geholt worden, erklärte Pfarrer Dschadallah Schihadeh in Beit Dschala bei Bethlehem dem epd. «Die Flüchtlinge sind traumatisiert, vor allem die Kinder stehen unter Schock», berichtete der Theologe. Die Unterbringung wird vom Nordelbischen Missionszentrum finanziert.

Im Norden Israels seien die Menschen durch die anhaltenden Angriffe zermürbt, beobachtet Gräbe, der die Menschen in dieser Region regelmäßig besucht. «Unter ständigem Luftschutzalarm ist es nur schwer möglich, noch ein normales Leben zu führen», berichtet der Theologe.

In der Region um Jerusalem und Bethlehem nehme deshalb der Strom an Flüchtlingen zu, erklären die Pfarrer vor Ort. «Ich rechne damit, dass noch mehr in unsere Einrichtung kommen werden», sagte Schihadeh. Besonders die arabischstämmigen Israelis im Norden fühlten sich von der israelischen Regierung nur ungenügend versorgt. Das Nordelbische Missionswerk schätzt die Zahl der Menschen, die bislang in den Süden des Landes geflohen sind, auf mehr als 250.000.

Die evangelischen Pfarrer appellieren an Reise- und Gemeindegruppen, weiterhin Israel zu besuchen. Von den Auseinandersetzungen sei lediglich der Norden des Landes betroffen. Für viele Gemeinden sei die Vermietung der Gästehäuser eine wichtige Einnahmequelle. Durch massenhafte Stornierungen breche jetzt vieles zusammen. Gräbe rief Christen in Deutschland dazu auf, Gemeinden und Hilfsinitiativen in ihrer Flüchtlingsarbeit zu unterstützen. (11.08.2006)

2006-08-11
a2468

Kirchen rügen Unnachgiebigkeit von Israel und Hisbollah

Genf (epd). Angesichts anhaltender Kämpfe in Nahost haben der Weltkirchenrat sowie Lutherischer und Reformierter Weltbund die harte Haltung von Israel und der radikalislamischen Hisbollah gerügt. In einer Erklärung fordern die Kirchen eine sofortige Waffenruhe. Israel sollte sich aus dem Libanon zurückziehen und die Hisbollah müsse gleichzeitig ihre Raketenangriffe gegen die israelische Bevölkerung einstellen. Unterdessen startete eine Kirchen-Delegation zu einer Reise nach Beirut und Jerusalem.

Weder der «Terror» der Katjuscha-Raketen noch die Zerstörung libanesischer Häuser, Schulen und Dörfer trügen zu einem dauerhaften Frieden in der Region bei, heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme. Vielmehr werde damit der Hass zwischen den Konfliktparteien geschürt. Unterzeichnet ist der Kirchenappell von Generalsekretär Samuel Kobia vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK), Bischof Mark Hanson, Präsident des Lutherischen Weltbundes, und Clifton Kirkpatrick, Präsident des Reformierten Weltbundes.

Der Weltkirchenrat und die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) entsandten unterdessen eine Delegation in die Region. Geleitet wird die Delegation von KEK-Präsident Jean-Arnold de Clermont und dem katholischen Erzbischof von Tours, Bernard-Nicolas Aubertin. In Beirut wollen die beiden französischen Geistlichen mit Vertretern der Kirchen und islamischen Repräsentanten sowie mit dem libanesischen Regierungschef Fuad Siniora zusammentreffen. Am Samstag (12.8.) wird die Kirchen-Delegation den Angaben zufolge nach Israel und in die besetzten palästinensischen Gebiete weiterreisen. (11.08.2006)

2006-08-11
a2467

Hilfswerke beklagen fehlende Spendenbereitschaft für Libanon

Hamburg (epd). Vier große deutsche Hilfsorganisationen haben eine mangelnde Spendenbereitschaft für Flüchtlinge im Libanon beklagt. In der Wochenzeitung «Die Zeit» fordern Caritas international, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie Katastrophenhilfe und UNICEF Deutschland die Bundesbürger zur Hilfe auf.

«Es fehlt an Geld. Der Nahost-Konflikt ist uns Europäern so nahe wie kaum ein anderer Krisenherd auf der Welt», heißt es in einem gemeinsamen Appell. «Trotzdem löst das Leid der über 900.000 libanesischen Flüchtlinge, fast die Hälfte davon Kinder, keine große Hilfsbereitschaft aus wie bei anderen Katastrophen.»

Der Hilfeaufruf für die Menschen im Libanon dürfe nicht «als einseitige politische Stellungnahme» verstanden werden, erklärten die Leiter der vier Organisationen. «Auch die UN- und Hilfsorganisationen sehen die Bedrohung Israels durch terroristische Angriffe und das Leid der israelischen Zivilbevölkerung. Aber im Libanon droht eine humanitäre Katastrophe.» (11.08.2006)

2006-08-11
a2421

UNICEF fordert Feuerpause im Nahen Osten - Diakonie, Landeskirche und Evangelisches Missionswerk rufen zu Spenden auf

Frankfurt a.M./Berlin/Kassel/Stuttgart (epd/medio). Die internationale Kritik an den Kampfhandlungen im Nahen Osten nimmt weiter zu. UNICEF forderte am Dienstag eine sofortige Waffenruhe. Das Deutsche Rote Kreuz in Berlin erklärte, für die Zivilbevölkerung in der Krisenregion verschlimmere sich die Situation täglich. Die Menschen seien dringend auf Hilfe angewiesen. Hilfsorganisation beklagen Behinderungen ihrer Arbeit und riefen um weitere Spenden auf.

Wie der Leiter der weltweiten Nothilfeprogramme des UN-Kinderhilfswerkes UNICEF, Dan Toole, in Berlin erklärte, ist eine Feuerpause von mindestens 72 Stunden notwendig, um die Not leidenden Menschen im Süden des Libanon mit Hilfsgütern versorgen zu können. Ansonsten drohe eine humanitäre Katastrophe.

Zugleich wies der Nothilfe-Koordinator auf die Todesopfer durch Hisbollah-Raketen im Norden Israels hin. «Auch dort leiden Hunderttausende», sagte er. «Die Bomben auf Israel und die Angriffe auf den Libanon müssen aufhören.»

UNICEF zufolge ist die Lage besonders für Kinder dramatisch. Schätzungsweise ein Drittel der 620 Toten und 3.200 Verletzten im Libanon seien Minderjährige, betonte das Hilfswerk mit Blick auf den Angriff auf das libanesische Dorf Kana.

Diakonie, Landeskirche und Evangelisches Missionswerk rufen zu Spenden auf

Die Diakonie Katastrophenhilfe fordert dringend humanitäre Korridore zur Versorgung der Flüchtlinge im Libanon. «Israel hat die zugesagten sicheren Transportwege in den Südlibanon noch immer nicht eingerichtet», erklärt die Direktorin der Diakonie Katastrophenhilfe, Cornelia Füllkrug-Weitzel in Stuttgart. Die internationale Allianz kirchlicher Hilfswerke ACT (Kirchen helfen gemeinsam), der die Diakonie Katastrophenhilfe angehört, will ihre Hilfsprogramme ausweiten, so Füllkrug-Weitzel weiter. Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet daher dringend um Spenden.

Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) unterstützt die von den Kampfhandlungen betroffenen Gemeinden der Rum-Orthodoxen Kirche im Libanon mit 10.000 Euro Soforthilfe. Der Bischof der Landeskirche, Dr. Martin Hein, versicherte den Gemeinden der Rum-Orthodoxen Kirche in einem Brief, dass die Verbundenheit der beiden Kirchen gerade in der gegenwärtigen Situation durch Gebet und Fürbitte zum Ausdruck komme und ruft alle Gemeindeglieder in Kurhessen-Waldeck auf, für Frieden und Versöhnung im Nahen Osten zu beten und zu spenden.

Auch das Evangelische Missionswerk in Südwestdeutschland (EMS) versucht seine Partner im Libanon, die National Evangelical Church of Beirut (NECB) und der Johann-Ludiwg-Schneller Schule (JLSS) nach allen Möglichkeiten zu unterstützen, teilte Andreas Maurer vom EMS in Stuttgart mit. Es würden Spenden für die Versorgung von Flüchtlinen benötigt, die in den Schulen der Partnerkirche (NECB) und in der Johann-Ludiwg-Schneller Schule untergebracht sind, so Maurer. Außerdem gingen den Institutionen aufgrund der Kriegssituation wichtige Einnahmen verloren, die für den Schulbetrieb dringend benötigt werden. (03.08.2006)

Helfen Sie mit Ihrer Spende:

Diakonie Katastrophenhilfe - Kennwort «Naher Osten»
Spendenkonto 502 707, Postbank Stuttgart, BLZ 600 100 70 oder online unter www.diakonie-katastrophenhilfe.de/naher-osten

Antiochia-Ausschuss der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck - Kennwort «Antiochia»
Spendenkonto 3000, EKK Kassel, BLZ 520 604 10

Evangelisches Missionswerk in Südwestdeutschland e.V. (EMS) - Kennwort «Nothilfe Libanon»
Spendenkonto 124, EKK Stuttgart, BLZ 600 606 06

2006-08-11

Gebetsaufruf:

Der EKD-Ratsvor- sitzende, Bischof Wolfgang Huber, appelliert an Konflikt- parteien im Nahen Osten, die Kampfhand- lungen sofort einzustellen und das unerträgliche Leid der Zivilbevölkerung zu stoppen.

Wir dokumentieren den Aufruf im Wortlaut:

PDF-Dokument

medio-Interview:

In einem Exklusiv-Interview schildert Uwe Weltzien, Pfarrer der deutschen evangelischen Gemeinde in Beirut, die Lage aus seiner persönlichen Sicht:

Zum Interview ...

a2411

Landeskirche hilft Gemeinden im Libanon mit 10.000 Euro

Kassel (epd). Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck unterstützt die von den Kampfhandlungen betroffenen Gemeinden der Rum-Orthodoxen Kirche im Libanon mit 10.000 Euro Soforthilfe. Wie die Pressestelle der Landeskirche mitteilte, stammt das Geld aus den Erntedankkollekten des vergangenen Jahres.

Ferner habe der Patriarch der rund 800.000 Mitglieder zählenden Rum-Orthodoxen Kirche im Libanon und in Syrien, Ignatios IV., dem Bischof der Landeskirche, Dr. Martin Hein, ausdrücklich für die Anteilnahme der Christen in Kurhessen-Waldeck gedankt, so die Pressestelle weiter. Hein hatte vor einer Woche zum Gebet für den Libanon aufgerufen.

Weitere Spenden für die Christen im Libanon sind möglich auf das Konto des Antiochia-Ausschusses der Landeskirche, Konto Nr. 3000 bei der EKK Kassel, BLZ 520 604 10, Verwendungszweck: «Antiochia». (01.08.2006)

2006-08-09
a2403

Bischof Hein: Sorge und tiefe Trauer über Eskalation der Gewalt im Nahen Osten

Kassel (medio). Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Martin Hein, äußert in einem Brief an den Patriarchen der Rum-Orthodoxen Kirche im Libanon und in Syrien, Ignatios IV., seine Sorge und tiefe Trauer über die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten. Das teilte die Pressestelle der Landeskirche am Dienstag mit.

Bischof Hein versichert den Gemeinden der Rum-Orthodoxen Kirche in seinem Schreiben, dass die Verbundenheit der beiden Kirchen gerade in der gegenwärtigen Situation durch Gebet und Fürbitte zum Ausdruck komme. Gleichzeitig beabsichtige die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, die Hilfe vor Ort finanziell zu unterstützen, um die ausgebrochene Not im Libanon zu lindern, so die Pressestelle weiter.

Der Bischof ruft alle Gemeindeglieder in Kurhessen-Waldeck auf, für Frieden und Versöhnung im Nahen Osten zu beten und zu spenden. Auch persönliche Kontakte zu Menschen in der Krisenregion seien gerade jetzt zu pflegen, so Hein.

Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck pflegt seit 15 Jahren freundschaftliche Beziehungen zu der arabischsprachigen Rum-Orthodoxen Kirche im Libanon und in Syrien. Zudem bestehen besondere Beziehungen zum Libanon, da bereits zwei kurhessische Pfarrer in der Evangelischen Gemeinde deutscher Sprache in Beirut tätig waren. (25.07.2006)

2006-08-18
a2375

medio-Interview zur Lage im Libanon
Pfarrer in Beirut: «Hier passiert eine menschliche Katastrophe!»

Frankfurt am Main / Beirut (medio). Der Libanon versinkt im Chaos. Während Israel den Süden und die Hauptstadt Beirut bombardiert, versuchen viele Menschen aus dem Land zu fliehen, darunter auch Deutsche.

Uwe Weltzien, Pfarrer der deutschen evangelischen Gemeinde in Beirut, gab unserer Frankfurter medio-Redaktion am vergangenen Donnerstag (20.7.) ein Exklusiv-Interview, in dem er die Lage aus seiner persönlichen Sicht schildert:

medio: Wie haben Sie bisher die Bombardierung in Beirut erlebt?

Weltzien: Wir haben das natürlich gehört, und das hat in dem Flüchtlingskonvoi nicht zur Entspannung beigetragen, aber letztendlich hatten wir alle Hände voll zu tun, um die Menschen zu beruhigen und daher konnte ich mich mental damit gar nicht beschäftigen. Es ist aber so, dass wir als Gemeinde nicht in dem Zielgebiet liegen. Es ist zwar alles nur ca. 5 km Luftlinie von uns entfernt. Aber wir fühlen uns hier als Gemeinde nicht direkt bedroht, dass wir unter Beschuss kommen könnten.

medio: Wie geht es ihnen persönlich?
 
Weltzien: Mir geht es ganz gut, außer dass wir arbeitsmäßig kaum hinterher kommen. Wir von der evangelischen Kirchengemeinde Beirut versuchen so gut wie möglich zu helfen, die Flüchtlinge, die hierher kommen, weiter zu verteilen. Wir arbeiten sehr eng mit der britischen Botschaft zusammen und haben hier auch Telefonleitungen freigestellt um die Leute in Listen aufzunehmen, die raus müssen. Bisher konnten 2.500 Deutsche raus gefahren werden nach Syrien und in die Türkei. Ich war mit Ihnen dabei. Wir waren ungefähr 15 Stunden unterwegs und ich hab dafür gesorgt, dass keine aggressiven Stimmungen entstehen und die Mütter nicht zusammenklappen.

medio: In welcher Verfassung sind die Flüchtlinge?

Weltzien: Die Leute kommen aus dem Süden an und sind teilweise traumatisiert und völlig fertig. Es ist eine wahnsinnig psychische Belastung. Die Menschen sind psychisch am Ende. Da ist z.B. eine Mutter mit drei kleinen Kindern, die sonst niemanden hat. Die Kinder, die schreien. Die Mutter ist völlig am Ende und hat Gepäck und muss alles alleine managen. Da muss man da sein, da muss man beruhigen, da muss man helfen, da muss man die Hilfe anderer Mitfahrender organisieren und sagen: «Komm du hast eine Hand frei! Hilf uns weiter!» Aber man muss dazu sagen, es war auch eine große Meisterleistung von den Flüchtlingen, die unter schwersten psychischen Belastungen teilweise bis zu 10 Stunden warten mussten bis dann endlich die letzten Busse abgefahren sind. Sie haben unglaublich Ruhe bewahrt. Wir hatten ganz ganz wenige Fälle, wo wirklich Paniksituation entstanden ist und Aggression und die konnten wir im Griff halten.

medio: Wo erleben Sie die schlimmsten Auswirkungen dieses Krieges? Kann man das schon sagen?

Weltzien: Die schlimmsten Auswirkungen sind natürlich die Opfer, die menschlichen Opfer. Und als evangelischer Pfarrer spielt es für mich keine Rolle, ob es 50 oder 500 sind. Menschenleben in Kauf zu nehmen ist für mich indiskutabel. Und zum anderen ist es die totale Zerstörung des Südens, wirklich die totale Zerstörung. Es ist hier schon so viel an Infrastruktur zerstört worden, dass das Land um viele viele Jahre zurück geworfen wird. Es wird einen massiven Anstieg an Arbeitslosigkeit geben. Firmen und Geschäfte klappen finanziell zusammen und Menschen sind ohne Obdach, haben nichts mehr zu essen und zu trinken. Es ist eine Katastrophe. Es ist eine menschliche Katastrophe hier passiert.

medio: Wo sehen Sie die Ursachen für den Ausbruch der Gewalt im Augenblick?

Weltzien: Die Entführung von zwei Soldaten rechtfertigt dieses in keinster Weise. Das ist eine Völkerrechtsverletzung. Das ist eine Unverhältnismäßigkeit der Mittel, die sich aus meiner Sicht ein demokratischer Staat, zu denen sich Israel zählt, nicht leisten kann. Ich weiß, dass das von vielen anders gesehen wird, aber die Entführung von zwei Soldaten ist für mich kein Selbstverteidigungsfall. Auf der anderen Seite sehe ich, dass sich Israel ständig bedroht fühlt durch die Miliz, die Hisbollah, die sich in der Zwischenzeit mit sehr vielen Waffen versorgt hat und die durch den derzeitigen Dauerregen von Katuschas, den Norden Israels natürlich auch massiv unter Beschuss nimmt. Auch in Nord-Israel passiert Entsetzliches. Ich weiß, das die Gemeinde in Jerusalem sich dort ebenso um die Flüchtlinge und die Betroffenen kümmert.

medio: Was sollte nach Ihrer Meinung die Bundesregierung tun?

Weltzien: Wir fordern von der Bundeskanzlerin, dass sie sich offensiv einsetzt, dass das Bombardement eingestellt wird, weil hier wirklich eine Völkerrechtsverletzung geschieht. Man kann nicht ein Land mit Krieg überziehen wegen der Entführung zweier Soldaten. Hier stimmt die Verhältnismäßigkeit der Mittel nicht und wir in der Bundesrepublik Deutschland sind auf diese Verhältnismäßigkeit der Mittel und auf das Völkerrecht verpflichtet. Wir haben in diesem Fall auch in der kritischen Solidarität gegenüber dem Staat Israel zu stehen. Wir müssen sagen: "So geht es nicht!"

medio: Was erhoffen Sie sich von den Christen in Deutschland?

Weltzien: Die Christen in Deutschland können auf der einen Seite, sofern sie Einfluss haben, alles dafür tun, dass dieser Konflikt beendet wird und darauf drängen, dass ein Waffenstillstand kommt und man diplomatische Verhandlungen aufnimmt. Das Andere ist: Hier in der Nachsorge wird eine Flutwelle auf uns zukommen von Notleidenden. Dafür wird natürlich eine Menge gebraucht. Sowohl Geld und Medikamente als auch Kleidung und Nahrungsmittel.

medio: Ihre Frau ist schon mit einem Konvoi in Deutschland angekommen. Wie sieht es mit Ihnen persönlich aus?

Weltzien: Ich werde hier bleiben. Ich denke im Moment nicht daran das Land zu verlassen. Ich werde hier gebraucht. Ich habe hier eine Gemeinde. Ich bin hier verantwortlich für die Deutschsprachigen im Libanon und in Syrien und ich habe genug Möglichkeiten, wenn es hier wirklich eng werden würde mich zurückzuziehen. Auf der anderen Seite weiß ich: Wir sind nicht direkt das Zielgebiet. Also fühle ich mich nicht persönlich bedroht und ich weiß wie ich mich zu bewegen hab, denn ich bin seit 7 Jahren in dem Land und kenn das Land von früher auch sehr gut. Ich hab sehr gute Verbindungen und Beziehungen. Also es ist im Moment kein Evakuierungsfall. Die Botschaftsleute werden ja auch nicht abgezogen. Im Gegenteil, es werden neue Leute eingeflogen um die Situation zu meistern. Die Leute von der Botschaft und nicht nur wir als evangelische Gemeinde Beirut tun wirklich alles, um diese Krise jetzt im Moment in den Griff zu bekommen.

medio: Vielen Dank für das Interview. Wir wünschen Ihnen und Ihrer Gemeinde alles Gute, viel Kraft und Gottes Segen.

Das Telefoninterview führte Pfarrer Dr. Siegfried Krückeberg, medio-Redaktionsleiter in Frankfurt am Main. (24.07.2006)

2006-08-09
a2370

EKD ruft zum Gebet für Frieden im Nahen Osten auf

Hannover (epd). Angesichts der zunehmenden Spirale der Gewalt im Nahen Osten hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) alle Christen zum Gebet für die betroffenen Menschen aufgerufen. «Wir beten für die Verantwortlichen in Politik und Militär, dass sie die Weisheit  entwickeln, andere als militärische Lösungen für den gegenwärtigen Konflikt zu finden», erklärte die EKD  in Hannover. Die internationale Gemeinschaft dürfe nicht wegschauen, sondern müsse ihre politische Verantwortung für Frieden wahrnehmen.

Die EKD-Auslandsgemeinden setzten sich wie auch einheimische Christen in der Krisenregion für die Opfer des Konfliktes auf allen Seiten ein. «Sie bitten dabei aber auch um die Solidarität ihrer Geschwister in Deutschland und weltweit», heißt es in der Erklärung.

Israel habe sich durch die Entführung von Soldaten sowie den Beschuss von Wohngebieten durch selbstgebaute Kleinraketen aus dem Gazastreifen zu massivem militärischen Vorgehen provozieren lassen, so die EKD weiter. Die zivile Infrastruktur des Gazastreifens mit Stromversorgung, Straßennetz, Flughafen und wichtigen Regierungseinrichtungen wurde in der Folge fast völlig zerstört, eine große Zahl an Toten und Verletzten sei zu beklagen.

«Diese Aktionen geraten jedoch zunehmend aus dem Blick der Öffentlichkeit durch die noch massiveren Kriegshandlungen im Libanon und in Nordisrael», beklagt die EKD. Im Libanon seien Milliardenschäden zu verzeichnen, welche das Land auf den wirtschaftlichen Stand der achtziger Jahre zurückwerfen. Mittlerweile seien im Norden Israels Dutzende, im Libanon gar Hunderte Tote zu beklagen. (20.07.2006)

2006-08-15

Linktipp:

Weitere Informationen und Fürbitten-Beispiele für Gottesdienste finden Sie unter:

ekd.de/aktuell(...)