EKKW Aktuell 080205 Thema Passionszeit: Thema «Passionszeit» 2018-05-17 3195


Thema «Passionszeit»

 
(Foto: medio.tv/schauderna)

Mit dem Aschermittwoch beginnt die rund 40-tägige Fasten- oder Passionszeit vor Ostern. In den sieben Wochen vor dem Osterfest nehmen sich viele Christen mehr Zeit für Ruhe, Besinnung und Gebet, um sich selbst und Gott näher zu kommen.

In unserem Themenschwerpunkt auf ekkw.de haben wir Ihnen Meldungen, Hintergrundinformationen und Berichte zur Passionszeit zusammengestellt.

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EKKW Aktuell 080205 Thema Passionszeit: Aschermittwoch und Passionszeit

Frankfurt a.M. (epd). Mit dem Aschermittwoch beginnt die rund 40-tägige Fasten- oder Passionszeit vor Ostern. Der Verzicht auf Speisen und Getränke wie Fleisch oder Wein oder auch auf den Fernsehkonsum gilt als Symbol der Buße und der spirituellen Erneuerung. In den sieben Wochen vor dem Osterfest nehmen sich viele Christen zudem mehr Zeit für Ruhe, Besinnung und Gebet, um sich selbst und Gott näher zu kommen. Zugleich soll das Fasten zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit Gottes Schöpfung anregen.

In der katholischen Kirche zeichnet der Priester ein Aschenkreuz als Symbol der geistigen Reinigung und der Vergänglichkeit auf die Stirn der Gottesdienstbesucher. In der evangelischen Kirche beteiligen sich jedes Jahr mehr als zwei Millionen Teilnehmer an der Fasteninitiative «Sieben Wochen Ohne», um aus gewohnten Konsum- und Verhaltensweisen auszusteigen und neue Lebensziele zu finden. In diesem Sinne wird Buße auch als Rückkehr zu einem Leben verstanden, das sich an den Geboten Gottes orientiert.

Fastenzeiten sind in fast allen Religionen bekannt, so etwa der Fastenmonat Ramadan im Islam. Am Ende der Winterzeit fasten viele Menschen allerdings auch mit dem Ziel nach ganzheitlichem Wohlbefinden oder dem Wunsch, ein paar Pfunde zu verlieren. Viele Menschen schwärmen zugleich von einer geistigen Freiheit während des Nahrungsverzichts. (22.02.2012)

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Aschermittwoch und Passionszeit

 

Frankfurt a.M. (epd). Mit dem Aschermittwoch beginnt die rund 40-tägige Fasten- oder Passionszeit vor Ostern. Der Verzicht auf Speisen und Getränke wie Fleisch oder Wein oder auch auf den Fernsehkonsum gilt als Symbol der Buße und der spirituellen Erneuerung. In den sieben Wochen vor dem Osterfest nehmen sich viele Christen zudem mehr Zeit für Ruhe, Besinnung und Gebet, um sich selbst und Gott näher zu kommen. Zugleich soll das Fasten zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit Gottes Schöpfung anregen.

In der katholischen Kirche zeichnet der Priester ein Aschenkreuz als Symbol der geistigen Reinigung und der Vergänglichkeit auf die Stirn der Gottesdienstbesucher. In der evangelischen Kirche beteiligen sich jedes Jahr mehr als zwei Millionen Teilnehmer an der Fasteninitiative «Sieben Wochen Ohne», um aus gewohnten Konsum- und Verhaltensweisen auszusteigen und neue Lebensziele zu finden. In diesem Sinne wird Buße auch als Rückkehr zu einem Leben verstanden, das sich an den Geboten Gottes orientiert.

Fastenzeiten sind in fast allen Religionen bekannt, so etwa der Fastenmonat Ramadan im Islam. Am Ende der Winterzeit fasten viele Menschen allerdings auch mit dem Ziel nach ganzheitlichem Wohlbefinden oder dem Wunsch, ein paar Pfunde zu verlieren. Viele Menschen schwärmen zugleich von einer geistigen Freiheit während des Nahrungsverzichts. (22.02.2012)


EKKW Aktuell 080205 Thema Passionszeit: Nur nicht kneifen - Evangelische Fastenkampagne fordert auf: «Zeig dich!»

Ein Bericht von Dieter Sell (epd)

Frankfurt a. M. (epd). Mitten auf einem Feld reißen Vater und Sohn die Arme hoch und ballen ihre Fäuste. Augenmasken und rote Umhänge erinnern ein wenig an Batman und Zorro, starke Männer im Kampf gegen Ungerechtigkeit und an der Seite der Armen. Mit diesem Motiv wirbt die evangelische Fastenaktion «7 Wochen Ohne» dafür, sich einzumischen und Flagge zu zeigen. «Zeig dich! Sieben Wochen ohne Kneifen» heißt es im Untertitel der diesjährigen Kampagne von Aschermittwoch (14. Februar) bis Ostern (2. April).

«Tatort»-Darstellerin Ulrike Folkerts (56) beispielsweise gehört schon seit vielen Jahren zu denen, die sich nicht wegducken. In Bremen hat sie gerade als Schirmherrin von Verbraucherzentralen und der Organisation «Facing Finance» eine Ausstellung eröffnet, die für eine Altersvorsorge auf Grundlage ethisch-ökologischer Standards wirbt. Sie setzt sich aber auch für Kinder ein, engagiert sich für Menschen mit Down-Syndrom und für ein Verbot von Landminen. «Der Mensch existiert am besten, wenn er mit anderen etwas unternimmt, wenn er Dinge bewirkt. Das ist Leben», sagt Folkerts, die im Ludwigshafener «Tatort» die Ermittlerin Lena Odenthal spielt.

Dazu passt das Titelmotiv der Aktion mit Vater und Sohn, die nach den Worten von Arnd Brummer, Geschäftsführer von «7 Wochen Ohne», auf den Kern der Kampagne verweisen: «Hallo, hier sind wir, wir zeigen uns und wir sind auch bereit, uns öffentlich zu positionieren.» Zur Gemeinschaft gehöre der Streit: «Wir denken, dass wir zum Beispiel in Vereinen und Gemeinschaften nicht klarkommen, wenn alle nur die Klappe halten.»

Münchens Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler ist Vorsitzende im Kuratorium der Fastenaktion: «Wir möchten darauf Lust machen, sich für andere zu engagieren, dort, wo sie unsere Unterstützung brauchen», sagt sie. Wer sich einsetze, habe auch selbst etwas davon, erklärte Ulrike Folkerts bei ihrem Besuch in Bremen. «Alle Leute, die ehrenamtlich tätig sind, leben länger», verweist sie auf Studien. Allerdings sei das bei ihr selbst nicht der wichtigste Antrieb, sich einzumischen: «Meine stärkste Motivation ist: Wie super, ich bin nicht ohnmächtig, ich kann etwas bewirken.»

Das ist allerdings nicht immer leicht, wie Breit-Keßler einräumt. Wer sich engagiere oder einen eigenen Weg suche, brauche «Mumm in den Knochen»: «Den Mut, aus den bequemen Verstecken des Lebens zu kommen, die eigene Wahrheit zu entdecken - und die der anderen.»

Das habe viel mit der Fähigkeit zu tun, sich in die Situation anderer einfühlen zu können, meint der Bremer Norbert Kuntze, Initiator der Aktion «Tu was! Zeig Zivilcourage». Er beobachtet grundsätzlich eine Entsolidarisierung in der Gesellschaft: «Die Konflikte nehmen zu, die Auseinandersetzungen verschärfen sich auf allen gesellschaftlichen Ebenen.» «Das, was unserer Gesellschaft fehlt, ist, dass sozialer Mut belohnt wird», sagt Kuntze. «Dass es sich lohnt, sich für den Mitschüler einzusetzen, sich gegen Mobbing am Arbeitsplatz zu stellen, sich auf die Seite von Bedürftigen zu schlagen.»

Eine Sensibilisierung beginne am besten von klein auf: «Rücksichtnahme in der Schule, Fair Play beim Fußball, Respekt gegenüber einem Ausländer - die Vermittlung von Nächstenliebe, Empathie und Hilfsbereitschaft sind Grundsäulen der Zivilcourage und Grundsäulen einer demokratischen und solidarischen Gesellschaft.»

Daran arbeitet auch der niedersächsische Diakon und Friedenspädagoge Michael Freitag-Parey, der auf dem Gelände der NS-Gedenkstätte Sandbostel, einem ehemaligen Kriegsgefangenenlager, Workcamps organisiert. «Wir wollen den Jugendlichen Mut machen, sich zu zeigen, sich zu Wort zu melden, anzupacken, mit zu entscheiden», sagt Freitag-Parey. «Die Gesellschaft braucht ein mutiges und klares Engagement in allen Altersstufen und Milieus.»

Kampagnen-Chef Brummer ermutigt: «Sieben Wochen ohne Kneifen meint, dass wir nur dann eine Gemeinschaft sind, wenn wir im Guten wie in der Auseinandersetzung uns als Person und als Persönlichkeit zeigen.» Also nicht in anonymen Blogs verstecken, sondern im Zweifel mit offenem Visier streiten. Ob man damit immer ankommt? «Darauf ist nun wirklich gepfiffen», winkt Breit-Keßler ab und ergänzt aus der Sicht der Theologin: «Wir sollen nicht farblose Verschiebemasse sein, sondern Salz der Erde und Licht der Welt.»

Eröffnungsgottesdienst aus der Thomaskirche in Hofheim am Taunus

Der Eröffnungsgottesdienst der Fastenaktion «Zeig dich! Sieben Wochen ohne Kneifen» ist am 18. Februar in der Thomaskirche in Hofheim am Taunus geplant. Der Gottesdienst wird live im ZDF übertragen. Beginn ist 9.30 Uhr. 7 Wochen Ohne 2018: «Zeig dich!» Sieben Wochen ohne Kneifen«, Tageswandkalender, edition chrismon in der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig GmbH. Dazu Begleiter durch die Fastenzeit im Taschenbuchformat. Bezug und weitere Materialien über www.chrismonshop.de Die Aktion wird koordiniert von einem Projektbüro im Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) in Frankfurt am Main. (14.02.2018)

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Nur nicht kneifen - Evangelische Fastenkampagne fordert auf: «Zeig dich!»

 

Ein Bericht von Dieter Sell (epd)

Frankfurt a. M. (epd). Mitten auf einem Feld reißen Vater und Sohn die Arme hoch und ballen ihre Fäuste. Augenmasken und rote Umhänge erinnern ein wenig an Batman und Zorro, starke Männer im Kampf gegen Ungerechtigkeit und an der Seite der Armen. Mit diesem Motiv wirbt die evangelische Fastenaktion «7 Wochen Ohne» dafür, sich einzumischen und Flagge zu zeigen. «Zeig dich! Sieben Wochen ohne Kneifen» heißt es im Untertitel der diesjährigen Kampagne von Aschermittwoch (14. Februar) bis Ostern (2. April).

«Tatort»-Darstellerin Ulrike Folkerts (56) beispielsweise gehört schon seit vielen Jahren zu denen, die sich nicht wegducken. In Bremen hat sie gerade als Schirmherrin von Verbraucherzentralen und der Organisation «Facing Finance» eine Ausstellung eröffnet, die für eine Altersvorsorge auf Grundlage ethisch-ökologischer Standards wirbt. Sie setzt sich aber auch für Kinder ein, engagiert sich für Menschen mit Down-Syndrom und für ein Verbot von Landminen. «Der Mensch existiert am besten, wenn er mit anderen etwas unternimmt, wenn er Dinge bewirkt. Das ist Leben», sagt Folkerts, die im Ludwigshafener «Tatort» die Ermittlerin Lena Odenthal spielt.

Dazu passt das Titelmotiv der Aktion mit Vater und Sohn, die nach den Worten von Arnd Brummer, Geschäftsführer von «7 Wochen Ohne», auf den Kern der Kampagne verweisen: «Hallo, hier sind wir, wir zeigen uns und wir sind auch bereit, uns öffentlich zu positionieren.» Zur Gemeinschaft gehöre der Streit: «Wir denken, dass wir zum Beispiel in Vereinen und Gemeinschaften nicht klarkommen, wenn alle nur die Klappe halten.»

Münchens Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler ist Vorsitzende im Kuratorium der Fastenaktion: «Wir möchten darauf Lust machen, sich für andere zu engagieren, dort, wo sie unsere Unterstützung brauchen», sagt sie. Wer sich einsetze, habe auch selbst etwas davon, erklärte Ulrike Folkerts bei ihrem Besuch in Bremen. «Alle Leute, die ehrenamtlich tätig sind, leben länger», verweist sie auf Studien. Allerdings sei das bei ihr selbst nicht der wichtigste Antrieb, sich einzumischen: «Meine stärkste Motivation ist: Wie super, ich bin nicht ohnmächtig, ich kann etwas bewirken.»

Das ist allerdings nicht immer leicht, wie Breit-Keßler einräumt. Wer sich engagiere oder einen eigenen Weg suche, brauche «Mumm in den Knochen»: «Den Mut, aus den bequemen Verstecken des Lebens zu kommen, die eigene Wahrheit zu entdecken - und die der anderen.»

Das habe viel mit der Fähigkeit zu tun, sich in die Situation anderer einfühlen zu können, meint der Bremer Norbert Kuntze, Initiator der Aktion «Tu was! Zeig Zivilcourage». Er beobachtet grundsätzlich eine Entsolidarisierung in der Gesellschaft: «Die Konflikte nehmen zu, die Auseinandersetzungen verschärfen sich auf allen gesellschaftlichen Ebenen.» «Das, was unserer Gesellschaft fehlt, ist, dass sozialer Mut belohnt wird», sagt Kuntze. «Dass es sich lohnt, sich für den Mitschüler einzusetzen, sich gegen Mobbing am Arbeitsplatz zu stellen, sich auf die Seite von Bedürftigen zu schlagen.»

Eine Sensibilisierung beginne am besten von klein auf: «Rücksichtnahme in der Schule, Fair Play beim Fußball, Respekt gegenüber einem Ausländer - die Vermittlung von Nächstenliebe, Empathie und Hilfsbereitschaft sind Grundsäulen der Zivilcourage und Grundsäulen einer demokratischen und solidarischen Gesellschaft.»

Daran arbeitet auch der niedersächsische Diakon und Friedenspädagoge Michael Freitag-Parey, der auf dem Gelände der NS-Gedenkstätte Sandbostel, einem ehemaligen Kriegsgefangenenlager, Workcamps organisiert. «Wir wollen den Jugendlichen Mut machen, sich zu zeigen, sich zu Wort zu melden, anzupacken, mit zu entscheiden», sagt Freitag-Parey. «Die Gesellschaft braucht ein mutiges und klares Engagement in allen Altersstufen und Milieus.»

Kampagnen-Chef Brummer ermutigt: «Sieben Wochen ohne Kneifen meint, dass wir nur dann eine Gemeinschaft sind, wenn wir im Guten wie in der Auseinandersetzung uns als Person und als Persönlichkeit zeigen.» Also nicht in anonymen Blogs verstecken, sondern im Zweifel mit offenem Visier streiten. Ob man damit immer ankommt? «Darauf ist nun wirklich gepfiffen», winkt Breit-Keßler ab und ergänzt aus der Sicht der Theologin: «Wir sollen nicht farblose Verschiebemasse sein, sondern Salz der Erde und Licht der Welt.»

Eröffnungsgottesdienst aus der Thomaskirche in Hofheim am Taunus

Der Eröffnungsgottesdienst der Fastenaktion «Zeig dich! Sieben Wochen ohne Kneifen» ist am 18. Februar in der Thomaskirche in Hofheim am Taunus geplant. Der Gottesdienst wird live im ZDF übertragen. Beginn ist 9.30 Uhr. 7 Wochen Ohne 2018: «Zeig dich!» Sieben Wochen ohne Kneifen«, Tageswandkalender, edition chrismon in der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig GmbH. Dazu Begleiter durch die Fastenzeit im Taschenbuchformat. Bezug und weitere Materialien über www.chrismonshop.de Die Aktion wird koordiniert von einem Projektbüro im Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) in Frankfurt am Main. (14.02.2018)


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Sich nicht verstecken, die eigene Meinung vertreten, auch zu Fehlern stehen - dazu will die evangelische Kirche mit ihrer diesjährigen Fastenaktion bis Ostern ermutigen - auch im Internet unter:

EKKW Aktuell 080205 Thema Passionszeit: Fencheltee, Suppe und Erschöpfung - Fasten nach Hildegard von Bingen

Ein Bericht von Angelika Hensolt (epd)

Stuttgart (epd). «Körperlich und geistig rein» zu werden, das verspricht die Fastenmethode der mittelalterlichen Mystikerin Hildegard von Bingen. Dies und die Aussicht, ein paar Kilo abzunehmen, verlockten Stephanie Eichler im vergangenen Jahr, einen solchen Fastenkurs zu besuchen und die Technik der Ordensschwester auszuprobieren. Ihre Erfahrungen mit der Behandlungsweise aus dem 12. Jahrhundert waren positiv. In dem von der Tübinger Ärztin Lydia Reutter geleiteten insgesamt zwei Wochen dauernden Kurs erfuhr Stephanie zunächst, dass Fasten nicht bedeutet, vollständig aufs Essen zu verzichten: «Gott sei Dank», sagt sie und lacht.

An den ersten und an den letzten drei Tagen stand zum Frühstück, zum Mittagessen und zum Abendessen jeweils gekochter Dinkel auf dem Speiseplan. «Die Tage vier bis neun waren die eigentlichen harten Fastentage», erinnert sich die 34-Jährige. Zum Frühstück und Abendessen habe es lediglich Fencheltee gegeben, mittags eine Gemüsesuppe.

Zum Fastenkurs gehörten außerdem morgendliche Einläufe, mehrere Ruhephasen pro Tag und häufiges Meditieren. Beim Fasten ging es Hildegard von Bingen (um 1098 bis 1179) nicht ausschließlich um das Entgiften des Körpers und den Abbau überflüssiger Pfunde. Sie hielt das Fasten für besonders wertvoll, weil es dem Menschen den Kontakt zu seiner Seele erleichtere.

Durch das Fasten richte sich die Konzentration automatisch nach innen und erleichtere dem Menschen die innere Einkehr und Besinnung und biete ihm somit auch eine Chance zur Wandlung und Neuorientierung, heißt es in ihren Büchern. «Meine Wohnung verließ ich nur, um zum Kurs zu gehen», sagt Stephanie Eichler und erklärt, sie habe die Tage «im Dämmerzustand» sehr genossen. Vor allem das Meditieren habe ihr gefallen. Und auch das Ergebnis des 14-tägigen Kurses: Wie die meisten anderen Teilnehmer habe sie eine pickelfreie Haut bekommen, «samtweich und rosig». Die meisten hätten sich auch körperlich fit gefühlt. «Bei mir aber bedeutet die körperliche und geistige Reinigung in erster Linie Erschöpfung.»

Auch in diesem Jahr wird Stephanie Eichler in der Fastenzeit wieder jede Menge Fencheltee trinken. Dieses Jahr aber ist nicht der Fastenkurs nach Hildegard von Bingen der Grund, sondern Mikael, ihr Sohn: Fencheltee wirke nämlich milchbildend, erklärt die junge Mutter. (21.02.2007)

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Fencheltee, Suppe und Erschöpfung - Fasten nach Hildegard von Bingen

 

Ein Bericht von Angelika Hensolt (epd)

Stuttgart (epd). «Körperlich und geistig rein» zu werden, das verspricht die Fastenmethode der mittelalterlichen Mystikerin Hildegard von Bingen. Dies und die Aussicht, ein paar Kilo abzunehmen, verlockten Stephanie Eichler im vergangenen Jahr, einen solchen Fastenkurs zu besuchen und die Technik der Ordensschwester auszuprobieren. Ihre Erfahrungen mit der Behandlungsweise aus dem 12. Jahrhundert waren positiv. In dem von der Tübinger Ärztin Lydia Reutter geleiteten insgesamt zwei Wochen dauernden Kurs erfuhr Stephanie zunächst, dass Fasten nicht bedeutet, vollständig aufs Essen zu verzichten: «Gott sei Dank», sagt sie und lacht.

An den ersten und an den letzten drei Tagen stand zum Frühstück, zum Mittagessen und zum Abendessen jeweils gekochter Dinkel auf dem Speiseplan. «Die Tage vier bis neun waren die eigentlichen harten Fastentage», erinnert sich die 34-Jährige. Zum Frühstück und Abendessen habe es lediglich Fencheltee gegeben, mittags eine Gemüsesuppe.

Zum Fastenkurs gehörten außerdem morgendliche Einläufe, mehrere Ruhephasen pro Tag und häufiges Meditieren. Beim Fasten ging es Hildegard von Bingen (um 1098 bis 1179) nicht ausschließlich um das Entgiften des Körpers und den Abbau überflüssiger Pfunde. Sie hielt das Fasten für besonders wertvoll, weil es dem Menschen den Kontakt zu seiner Seele erleichtere.

Durch das Fasten richte sich die Konzentration automatisch nach innen und erleichtere dem Menschen die innere Einkehr und Besinnung und biete ihm somit auch eine Chance zur Wandlung und Neuorientierung, heißt es in ihren Büchern. «Meine Wohnung verließ ich nur, um zum Kurs zu gehen», sagt Stephanie Eichler und erklärt, sie habe die Tage «im Dämmerzustand» sehr genossen. Vor allem das Meditieren habe ihr gefallen. Und auch das Ergebnis des 14-tägigen Kurses: Wie die meisten anderen Teilnehmer habe sie eine pickelfreie Haut bekommen, «samtweich und rosig». Die meisten hätten sich auch körperlich fit gefühlt. «Bei mir aber bedeutet die körperliche und geistige Reinigung in erster Linie Erschöpfung.»

Auch in diesem Jahr wird Stephanie Eichler in der Fastenzeit wieder jede Menge Fencheltee trinken. Dieses Jahr aber ist nicht der Fastenkurs nach Hildegard von Bingen der Grund, sondern Mikael, ihr Sohn: Fencheltee wirke nämlich milchbildend, erklärt die junge Mutter. (21.02.2007)


EKKW Aktuell 080205 Thema Passionszeit: Fasten - Zwischen Askese und Wellness

Frankfurt a.M. (epd). Am Aschermittwoch beginnt für Christen mit der Fastenzeit die Vorbereitung auf das Osterfest. Der Verzicht auf Speisen und Getränke wie Fleisch oder Wein gilt als Zeichen der Buße und Symbol für spirituelle Erneuerung. Die religiösen Gründe für das Fasten sind heute jedoch manchmal in den Hintergrund getreten. Viele fasten auch mit dem Ziel nach ganzheitlichem Wohlbefinden oder dem Wunsch, ein paar Pfunde zu verlieren - und das nicht nur vor Ostern. 

Mit der Renaissance verschiedener Naturheilverfahren kam auch das Fasten als Therapieform wieder zur Geltung. Als Pionier gilt der amerikanische Arzt Edward Dewey, der Ende des 19. Jahrhunderts das Heilfasten wieder neu entdeckte. In Deutschland schrieb der ehemalige Marinearzt Otto Buchinger 1935 sein Grundlagenwerk «Das Heilfasten».

Fasten ist nicht hungern, und wer hungert fastet nicht. Mit einer automatischen Umstellung des Stoffwechsels kann sich der Mensch auf eine Zeit ohne Nahrung einstellen, beschreiben Ärzte und Heilpraktiker die Abläufe im Körper. Gar nichts essen fällt sogar leichter, als wenig zu essen. Wenn sich der Körper von seinen eigenen Energiequellen versorgt, spürt er auch keinen Hunger mehr.

Einige Fastenärzte sehen es als erwiesen an, dass der Körper während des Fastens krankhaftes Material im Körper abbaut und ausscheidet. Als Unterstützung muss während der Fastenkur daher reichlich Mineralwasser, Kräutertee sowie Gemüsebrühe zum «Ausschwemmen» getrunken werden. Die Vorstellung der «Entschlackung» beim Fasten ist bei Medizinern allerdings umstritten.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät grundsätzlich, Fastenkuren nur nach Rücksprache mit dem Arzt zu beginnen. Heilfasten kann eine medizinisch notwendige Therapie nicht ersetzen, warnen die Experten. Das Fasten könne jedoch ein Impuls für eine Änderung des Lebensstils sein, denn die positiven Erfahrungen einer Kur führen oftmals zu einer gesundheitsbewussteren Lebensführung.

Dafür existieren verschiedene Formen des Fastens, zum Beispiel die Nulldiät, das Saftfasten, die Molke-Trinkkur oder das Heilfasten nach F.X. Mayr (1875-1965). Entgegen der klassischen Fasten-Kur, bei der nur Obstsaft und Gemüsebrühe verabreicht wird, gibt es nach Mayr zusätzlich trockene Semmeln mit Milch. Als Belohnung für die Entsagung werben Ärzte mit der Verbesserung des körperlichen Gesamtbefindens und mehr Leistungsfähigkeit. Viele Menschen schwärmen auch von einer geistigen Freiheit während des Nahrungsverzichts. (25.02.2009)

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Fasten - Zwischen Askese und Wellness

 

Frankfurt a.M. (epd). Am Aschermittwoch beginnt für Christen mit der Fastenzeit die Vorbereitung auf das Osterfest. Der Verzicht auf Speisen und Getränke wie Fleisch oder Wein gilt als Zeichen der Buße und Symbol für spirituelle Erneuerung. Die religiösen Gründe für das Fasten sind heute jedoch manchmal in den Hintergrund getreten. Viele fasten auch mit dem Ziel nach ganzheitlichem Wohlbefinden oder dem Wunsch, ein paar Pfunde zu verlieren - und das nicht nur vor Ostern. 

Mit der Renaissance verschiedener Naturheilverfahren kam auch das Fasten als Therapieform wieder zur Geltung. Als Pionier gilt der amerikanische Arzt Edward Dewey, der Ende des 19. Jahrhunderts das Heilfasten wieder neu entdeckte. In Deutschland schrieb der ehemalige Marinearzt Otto Buchinger 1935 sein Grundlagenwerk «Das Heilfasten».

Fasten ist nicht hungern, und wer hungert fastet nicht. Mit einer automatischen Umstellung des Stoffwechsels kann sich der Mensch auf eine Zeit ohne Nahrung einstellen, beschreiben Ärzte und Heilpraktiker die Abläufe im Körper. Gar nichts essen fällt sogar leichter, als wenig zu essen. Wenn sich der Körper von seinen eigenen Energiequellen versorgt, spürt er auch keinen Hunger mehr.

Einige Fastenärzte sehen es als erwiesen an, dass der Körper während des Fastens krankhaftes Material im Körper abbaut und ausscheidet. Als Unterstützung muss während der Fastenkur daher reichlich Mineralwasser, Kräutertee sowie Gemüsebrühe zum «Ausschwemmen» getrunken werden. Die Vorstellung der «Entschlackung» beim Fasten ist bei Medizinern allerdings umstritten.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät grundsätzlich, Fastenkuren nur nach Rücksprache mit dem Arzt zu beginnen. Heilfasten kann eine medizinisch notwendige Therapie nicht ersetzen, warnen die Experten. Das Fasten könne jedoch ein Impuls für eine Änderung des Lebensstils sein, denn die positiven Erfahrungen einer Kur führen oftmals zu einer gesundheitsbewussteren Lebensführung.

Dafür existieren verschiedene Formen des Fastens, zum Beispiel die Nulldiät, das Saftfasten, die Molke-Trinkkur oder das Heilfasten nach F.X. Mayr (1875-1965). Entgegen der klassischen Fasten-Kur, bei der nur Obstsaft und Gemüsebrühe verabreicht wird, gibt es nach Mayr zusätzlich trockene Semmeln mit Milch. Als Belohnung für die Entsagung werben Ärzte mit der Verbesserung des körperlichen Gesamtbefindens und mehr Leistungsfähigkeit. Viele Menschen schwärmen auch von einer geistigen Freiheit während des Nahrungsverzichts. (25.02.2009)


EKKW Aktuell 080205 Thema Passionszeit: Experte warnt vor gefährlichen Fastenkursen

Stuttgart (epd). Vor unseriösen Angeboten zur Fastenzeit hat der Humanbiologe Hansjörg Hemminger gewarnt. Es sei wichtig, Fastenkurse nur bei seriösen Anbietern zu belegen, die auf eine längere Tradition in diesem Bereich zurückblicken könnten. Ausdrücklich riet der Weltanschauungsbeauftragte der evangelischen Landeskirche in Württemberg in einem epd-Gespräch von esoterischen Angeboten ab.

Er nannte unter anderem die so genannte «Jashmuheen-Methode», bei der sich die Teilnehmer nur von «Lichtnahrung» ernähren. «Das ist hochgradig gefährlich», erklärte Hemminger. Dabei gebe es immer wieder Todesfälle, weil Menschen verhungert oder verdurstet seien. Ein Hinweis auf die Seriosität eines Angebots sei auch, dass die Anbieter vor Beginn eines Fastenkurses darauf hinweisen, dass nur gesunde Menschen fasten dürften.

Fasten liegt nach Ansicht Hemmingers immer mehr im Trend: Die Suche nach spirituellen Erfahrungen habe in den letzten Jahren zugenommen und damit auch die Nachfrage nach Fastenkursen, sagt der Verhaltenswissenschaftler. Für die meisten Menschen bedeute Fasten einen «zeitweiligen Ausstieg aus den Konsumzwängen» und einen Rückzug aus der Hektik des Alltags. «Fasten ist immer ein Ausdruck der Abwendung vom Alltag und der Hinwendung zum Göttlichen», erklärte Hemminger. Er wies darauf hin, dass es diesen Brauch in nahezu allen Religionen gebe. (21.02.2007)

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Experte warnt vor gefährlichen Fastenkursen

 

Stuttgart (epd). Vor unseriösen Angeboten zur Fastenzeit hat der Humanbiologe Hansjörg Hemminger gewarnt. Es sei wichtig, Fastenkurse nur bei seriösen Anbietern zu belegen, die auf eine längere Tradition in diesem Bereich zurückblicken könnten. Ausdrücklich riet der Weltanschauungsbeauftragte der evangelischen Landeskirche in Württemberg in einem epd-Gespräch von esoterischen Angeboten ab.

Er nannte unter anderem die so genannte «Jashmuheen-Methode», bei der sich die Teilnehmer nur von «Lichtnahrung» ernähren. «Das ist hochgradig gefährlich», erklärte Hemminger. Dabei gebe es immer wieder Todesfälle, weil Menschen verhungert oder verdurstet seien. Ein Hinweis auf die Seriosität eines Angebots sei auch, dass die Anbieter vor Beginn eines Fastenkurses darauf hinweisen, dass nur gesunde Menschen fasten dürften.

Fasten liegt nach Ansicht Hemmingers immer mehr im Trend: Die Suche nach spirituellen Erfahrungen habe in den letzten Jahren zugenommen und damit auch die Nachfrage nach Fastenkursen, sagt der Verhaltenswissenschaftler. Für die meisten Menschen bedeute Fasten einen «zeitweiligen Ausstieg aus den Konsumzwängen» und einen Rückzug aus der Hektik des Alltags. «Fasten ist immer ein Ausdruck der Abwendung vom Alltag und der Hinwendung zum Göttlichen», erklärte Hemminger. Er wies darauf hin, dass es diesen Brauch in nahezu allen Religionen gebe. (21.02.2007)