Nachrichten-Archiv: Juli-September 1999

 

Gerhard Naujokat: Bundesverdienstkreuz für »unbeirrbaren David« im Weißen Kreuz

Kassel (epd). Bei seiner Verabschiedung in den Ruhestand wurde Pfarrer Gerhard Naujokat (Kassel), von 1969 bis 1999 Generalsekretär des Weißen Kreuzes, mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Als Leiter des bundesweit tätigen diakonischen Fachverbandes für Sexualethik und Seelsorge habe er das Werk innerlich und äußerlich aufgebaut und gestärkt, betonte Kassels Oberbürgermeister Georg Lewandowski bei der Übergabe des Ordens vor rund 200 Gästen einer Feierstunde in Vellmar. "Die christlichen Wertvortstellungen sind für das Gemeinwesen unverzichtbar und für einzelne Menschen ein festes Fundament", betonte Lewandowski. Naujokat habe für das Weiße Kreuz unter anderem zahlreiche Bücher verfasst, die Quartalszeitschrift "Sexualethik und Seelsorge" gegründet, Verlag und wissenschaftlichen Beirat ins Leben gerufen und vor wenigen Jahren die neue Verwaltungszentrale mit Tagungszentrum in Ahnatal gebaut. In Vorträgen und Einzelberatungen habe Naujokat klare, biblisch begründete Positionen bezogen, so Lewandowski: "Es ging ihm dabei aber nicht um Moralisieren, schon gar nicht um Verurteilen, sondern um Rat und Hilfe aus christlichem Hintergrund heraus", sagte er wörtlich.In ihrer Laudatio erinnerte die Psychotherapeutin Christa Meves (Uelzen) daran, dass die Sexualrevolution Ende der 60er Jahre mit Naujokats Dienstbeginn im Weißen Kreuz zusammenfiel. Die Zunahme von Scheidungen, Abtreibungen und Promiskuität sowie die "Enttabuisierung aller Perversionen" habe Naujokat als "gefährliche Überschätzung der Freiheit des Menschen" erkannt, sagte Meves. Er habe "kein Jota der unaufgebbaren christlichen Positionen" preisgegeben. Dabei sei er kein "Sittlichkeitsfanatiker", sondern aufgeschlossen für neue Erkenntnisse der Psychologie, sofern sie mit der Bibel im Einklang seien. Mit dieser Orientierung und dem im Gebet verschärften Gewissen konnte Naujokat "unbeirrbar wie ein David dem Goliath unseres Zeitgeistes die Stirn" bieten, sagte die Autorin zahlreicher Bücher zur Partnerschaft und Erziehung. (29.09.99)

   

100 Jahre Deutscher Evangelischer Frauenbund: »Kampf um Gleichberechtigung noch nicht zu Ende«

Kassel (epd). Die Vorsitzende des Deutschen Evangelischen Frauenbundes, Brunhilde Fabricius, hat vor neuen Benachteiligungen von Frauen in Beruf und Politik gewarnt. In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit werde nicht selten wieder die Meinung vertreten, Frauen sollten zu Hause bleiben, sagte Fabricius in Kassel in einem epd-Interview. Auch wenn sich Männer vor den Frauenquoten in den politischen Parteien bedroht fühlten, werde wieder mit "härteren Bandagen" um Posten gekämpft. Gesetze allein reichten daher nicht aus, um Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen herzustellen. Die Einführung von Margot Käßmann als hannoversche Landesbischöfin Anfang September bezeichnete Fabricius als Erfolg des Deutschen Evangelischen Frauenbundes, der sich bereits 1903 vehement für das kirchliche Stimmrecht der Frau eingesetzt hat. Der Bund sei damals die erste und einzige Frauenorganisation der konfessionellen Frauenbewegung mit eigenständiger Struktur gewesen und habe sich als Teil der bürgerlichen Frauenbewegung verstanden. Der Deutsche Evangelische Frauenbund wurde vor 100 Jahren in Kassel gegründet. Das Jubiläum wurde bei einem Kongress vom 24.-26. September in Berlin gemeinsam mit der ebenfalls 1899 gegründeten Evangelischen Frauenhilfe gefeiert. Kirchenrätin Brunhilde Fabricius ist seit 1981 Vorsitzende des Bundes. (29.09.99)

   

Abgeordnete: Integration muss von beiden Seiten geleistet werden

Kassel (epd). Die Integration von Ausländern in die Gesellschaft muss immer ein gegenseitiges Geben und Nehmen sein, meinte die CDU-Landtagsabgeordnete Eva Kühne-Hörmann (Kassel) bei einer Diskussion im Evangelischen Forum Kassel zum Auftakt der Interkulturellen Woche. Nach Ansicht von Kühne-Hörmann kann man von Ausländern, die in Deutschland bleiben wollen, erwarten, dass sie Integrationswillen zeigen, beispielsweise die deutsche Sprache lernen und gesellschaftliche Maßstäbe, etwa die Emanzipation der Frau, annehmen. Die Deutschen sollten sich im Gegenzug darum bemühen zu akzeptieren, dass in anderen Kulturen andere Gewohnheiten herrschten. Die Kasseler Stadträtin Ilona Caroli (SPD) betonte, dass es bei den Begegnungen von Angehörigen verschiedener Kulturen wichtig sei, miteinander zu sprechen, wenn man sich vom anderen gestört fühle. Durch Begegnungen und gemeinsame Feste könnten Fremdheit abgebaut und Vorurteile revidiert werden. Die Interkulturelle Woche (früher: "Woche der ausländischen Mitbürger") wird in Kassel unter dem Motto begangen: "Integration ist schön. Macht aber Arbeit". Vier Moscheen in verschiedenen Stadtteilen werden jeweils für einen Tag von 10 bis 18 Uhr für Besuche und Information geöffnet. Eine Ausstellung in der Karlskirche mit Islamischen Miniaturen wird bis zum 2. Oktober gezeigt. (29.09.99)

   

Neues Kindschaftsrecht: Wohl der Kinder nicht garantiert

Kassel (epd). Das seit einem Jahr geltende neue Kindschaftsrecht dient zwar dem Wohl der Kinder, es lässt sich jedoch in der Praxis nicht immer umsetzen. Das wurde bei einer Diskussion im Evangelischen Forum in Kassel deutlich. Das Gesetz sei nur "ein Stück beschriebenes Papier", das die gesellschaftlichen Verhältnisse nicht verändere, meinte der Kasseler Familienrichter Dr. Jörn Wille. Die Vereinfachung des Verfahrens habe zwar dazu geführt, dass bei Scheidungen häufiger als früher das gemeinsame Sorgerecht beantragt werde; die größte Schwierigkeit bestehe immer noch darin, die Entscheidung des Familiengerichtes, beispielsweise das Umgangsrecht beider Eltern, in der Realität durchzusetzen. Hier beginne der Aufgabenbereich des Jugendamtes. Bei der Diskussion, die zusammen mit der Gruppe "Vater sein trotz Trennung" veranstaltet wurde, bezeichnete Dagmar Möbus, Sozialdezernentin des Landkreises Kassel, das neue Kindschaftsrecht als "wichtigen Nachvollzug der gesellschaftlichen Verhältnisse", da es immer mehr Eltern gebe, die nicht miteinander verheiratet seien. Nach Inkrafttreten des Gesetztes hätte es im Landkreis Kassel eine Phase der "Altfallsanierung" gegeben: Viele unverheiratete Eltern, die schon vorher gemeinsam Verantwortung für ihre Kinder getragen hätten, hätten jetzt auch die gemeinsame Sorge beantragt. Möbus stellte aber in Frage, ob die Reform dazu beitrage, Väter zu motivieren, sich auch nach einer Trennung um ihre Kinder zu kümmern: Wer kein "Vatergefühl" habe, dem könne es auch nicht gesetzlich verordnet werden. (29.09.99)

   

Drogenhilfe Nordhessen: Haus der Suchthilfe eröffnet

Kassel (epd). Die Drogenhilfe Nordhessen hat am Freitag in der Kasseler Innenstadt das "Haus der Suchthilfe" offiziell eröffnet, das neben der Geschäftsstelle des Vereins die Räume der Jugend- und Drogenberatung und eine Substitutionsfachambulanz enthält. In einem Vortrag betonte die Hessische Sozialministerin Marlies Mosiek-Urbahn (CDU), dass die Drogenpolitik des Landes grundsätzlich ausstiegsorientiert sei. Darin sehe sie sich einig mit dem Verein Drogenhilfe, der in der Kasseler Region eine "hervorragende Trägerstruktur" mit rund 100 Mitarbeitenden und einem hochdifferenzierten Beratungs- und Therapieangebot aufgebaut hätte. Für den Umbau des Kasseler Suchthilfezentrums, das in einem hundert Jahre alten, denkmalgeschützten Jugendstilbau entstanden ist, hat das Land Hessen 780.000 DM beigesteuert. Von den Gesamtumbaukosten des Hauses in Höhe von 1,8 Milionen DM hat die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck 400.000 DM übernommen. Nach Auskunft von Oberlandeskirchenrat Joachim Lies bringt die Landeskirche aus Kirchensteuermitteln jährlich etwa zwei Millionen DM für die Suchtberatung auf. (29.09.99)

   

Umweltpfarrer: Auf Ökologie beim Lebensmittelkauf achten

Kassel/Darmstadt (epd). Die Umweltbeauftragten der evangelischen Kirchen in Hessen haben anläßlich des Erntedankfestes am kommenden Sonntag Verbraucher und Politiker dazu aufgerufen, die Schöpfungsgüter Erde, Luft und Wasser zu schonen und die Würde der Tiere zu beachten. Pfarrer Stefan Weiß von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und Pfarrer Wilhelm Wegner von der Kirche in Hessen und Nassau appellierten an die hessische Landesregierung, die Förderung des ökologischen Landbaus wieder aufzunehmen. So könnten beim Lebensmittelkauf die Verbraucher selber ihre Verantwortung wahrnehmen, beispielsweise durch den Konsum von Nahrungsmitteln aus biologischem Anbau, der den Einsatz von belastenden Unkraut- und Schädlingsgiften vermeidet. "Das Erntedankfest ist eine Gelegenheit herauszustellen, dass nicht Geld, Aktienkurse, Automobile ... uns am Leben erhalten, sondern die durch Gottes Erde hervorgebrachten und von unseren Landwirten erzeugten Nahrungsmittel", schreiben die Umweltpfarrer. (29.09.99)

   

Weißes Kreuz: mit modernem Tagungszentrum und Internet-Auftritt ins neue Jahrtausend

Kassel (epd). Mit einem moderneren Erscheinungsbild will das Weiße Kreuz, ein Fachverband für Sexualethik und Seelsorge im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland, ins neue Jahrtausend gehen. Das gilt für die Quartalszeitschrift, die weiteren Publikationen und den geplanten Auftritt im Internet, sagte der neue Generalsekretär Pastor Karl-Heinz Espey gegenüber dem Evangelischen Pressedienst. Espeys Vorgänger im Amt, Pfarrer Gerhard Naujokat, wird nach 30 Jahren an der Spitze des bundesweit tätigen Vereins in den Ruhestand verabschiedet. Unter Naujokats Leitung entstand vor wenigen Jahren die neue Zentrale des Weißen Kreuzes in Ahnatal bei Kassel mit Büro- und Besprechungsräumen sowie einem Tagungszentrum. Aus ganz Deutschland kommen jährlich rund 500 Einzelpersonen oder Paare, die bei Espey und seinem dreiköpfigen Beraterteam um eine Ehe- oder Familienberatung auf bewusst christlichem Hintergrund nachsuchen. Zweites Standbein des Verbandes ist die allgemeine Beratung und Fortbildung in Sachen Ehe, Familie und Sexualität, hinzu kommen Seminare im eigenen Tagungszentrum, die auf zunehmendes Interesse in der Region stoßen. Die hauptamtlichen Mitarbeiter werden dabei von einem wissenschaftlichen Beirat mit Medizinern, Psychologen und Juristen begleitet. (29.09.99)

   

Kirchliche Umweltbeauftragte: Biotechnologie gerät auf »ethische Rutschbahn«

Darmstadt/Kassel (epd). Die Umweltbeauftragten der Landeskirchen Kurhessen-Waldeck und Hessen-Nassau, Stefan Weiß und Wilhelm Wegner, haben die Patentierung von Teilen von Menschen, Tieren und Pflanzen als "unzulässige Ausweitung des Erfindungsschutzes" kritisiert. Die Biotechnologie bewege sich hier auf einer "ethischen Rutschbahn", die zuerst die Bausteine des Lebens definiere, dann patentiere und schließlich vermarkte, heißt es in einer am Donnerstag in Darmstadt veröffentlichten gemeinsamen Stellungnahme. Damit reagieren die Umweltbeauftragten auf einen Beschluss des Europäischen Patentamtes in München, den Patentschutz auf Gene, Zellen und andere Teile von Menschen, Tieren und Pflanzen auszuweiten. (16.09.99)

   

Einsendefrist für Kurhessischen Medienpreis verlängert

Kassel (epd). Autoren von christlichen Kurzbeiträgen für den Hörfunk haben noch zwei Wochen Zeit, sich für den Kurhessischen Medienpreis 1999 zu bewerben. Anfragen verschiedener Redaktionen und Kirchengemeinden haben die Jury dazu bewogen, den Einsendeschluss vom 15. auf den 28. September zu verschieben. Zu gewinnen sind Preise in Höhe von insgesamt 6.000 DM. Die eingesandten Beiträge mit einer maximalen Länge von 150 Sekunden sollen für private Radiosender geeignet sein. Die vorgegebenen Themen sind: Randgruppen und ethnische Minderheiten, Integration von Ausländern und Flüchtlingen, interreligiöser Dialog, Christliches in der Popmusik, Diakonie, Lebensfragen, Humor in der Kirche oder Kinder und Glaube. Die Beiträge können bis zum Einsendeschluss beim Evangelischen Presseverband Kurhessen-Waldeck eingereicht werden, c/o Dekan Lothar Grigat, Pfarrstraße 12, 34576 Homberg/Efze. (16.09.99)

   

Image-Kampagne »Diakonische Altenpflege - Menschen, Würde, Nächstenliebe«

Kassel (medio). Im Zuge der Image-Kampagne "Diakonische Altenpflege - Menschen, Würde, Nächstenliebe" des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck e.V. wurde auf dem EKKW-Server ein neues Informationsangebot eingerichtet. Unter der Adresse http://www.ekkw.de/diakonie/ap/ gibt es Informationen rund um die ambulante und stationäre Altenpflege der Diakonie in Kurhessen-Waldeck, Auskünfte zu gesetzlichen Ansprüchen und eine Übersicht mit Links zu den vorhandenen Heimen und Diakoniestationen. Eine Veranstaltungsübersicht gibt Auskunft über die vielfältigen Gelegenheiten, diakonische Einrichtungen in den nächsten Wochen selbst in Augenschein zu nehmen. An einem Infotelefon geben noch bis zum 31. Oktober Fachleute aus der diakonischen Altenpflege Auskünfte zu allen Fragen rund um die Pflege. Unter der Freecall Nummer 0 800 77 88 99 5 können die Leistungsangebote der Einrichtungen erfragt werden, und auch für Kritik ist dort ein offenes Ohr. (21.09.99)

   

Ökumenische Veranstaltungsreihe: »Bibel-Talk«

Meerholz-Hailer (medio). "Bibel-Talk" heisst die neue ökumenische Veranstaltungsreihe in Meerholz-Hailer, in der junge und alte Menschen mit einem Moderator des Hessischen Rundfunks, Klaus Hofmeister, und Pfarrer Wilhelm Laakmann diskutieren werden. Zum Thema "Jahr 2000: Zukunft in der einen Welt" wird am Dienstag (21.9.1999), zu ihren Zukunftsängsten und -hoffnungen am Freitag (24. 9. 1999) und zum Thema "Jahr 2000: Zukunft des christlichen Glaubens" am Dienstag (28.9.1999) "getalkt" werden. Auch die Besucherinnen und Besucher können sich im Laufe des Abends in das Gespräch einschalten. Die Talk-Shows werden musikalisch umrahmt mit Saxophon und Klavier, Trommeln und Gesang. Für das leibliche Wohl sorgt der Weltladen Hailer mit fair gehandelten Getränken. Die Talk-Shows finden im evangelischen Gemeindezentrum Meerholz-Hailer jeweils um 19.30 Uhr statt. Der "Bibel-Talk" wird von der ev.-freikirchlichen Gemeinde Meerholz, der katholischen Kirchengemeinde Meerholz-Hailer und der evangelischen Kirchengemeinde Meerholz-Hailer veranstaltet. (21.09.99)

   

Absage durch Kassels OB bedeutet Aus für Drogenhilfe-Cafe

Kassel (epd). Für das Cafe Nautilus, einen Kontaktladen für Drogenabhängige in Kassel, bedeutet die Absage an den neuen Standort durch Oberbürgermeister Georg Lewandowski (CDU) das endgültige Aus zum Jahresende.
Wie Geschäftsführer Horst Pedina und Heiner König vor der Presse mitteilten, wird bereits ab dem 1. Oktober nur noch ein Notbetrieb in den gegenwärtigen Räumen am Kasseler Hauptbahnhof möglich. Mit dem Ablauf des Mietvertrags am 31. Dezember muss die diakonische Einrichtung schließen.
Nach monatelanger Suche und der Prüfung von mehr als 25 möglichen Standorten hatten sich Mitte August die Vertreter von Jugend-, Gesundheits- und Ordnungsamt sowie Polizei und weiteren Behörden einstimmig für einen Umzug in die Wilhelmshöher Allee 23 ausgesprochen. Diesen Standort erklärte OB Lewandowski bei einer ürgersprechstunde für "ungeeignet". Er plädierte erneut dafür, den Mietvertrag am Bahnhof zu verlängern. Die Drogenhilfe versteht diesen Vorstoß als "politische Entscheidung gegen den Sachverstand aller verantwortlichen Instanzen". Es spreche aber nichts dafür, dass er beim jetzigen Vermieter, einer Frankfurter Immobilienverwaltung, eine Vertragsverlängerung würde erreichen können.
Im Cafe Nautilus finden jährlich mehr als 5.000 Kontaktgespräche mit Konsumenten harter Drogen statt, die in Hunderten von Fällen zu intensiven Beratungen oder der Vermittlung von Therapieplätzen führen. Jährlich werden 300.000 Spritzen oder Nadeln ausgetauscht. Im Nautilus-Verbund sind 14 Menschen im Cafe, beim Betreuten Wohnen, der Notschlafstelle oder als Streetworker beschäftigt. (21.09.99)

   

Diakonie: Wettbewerb und Qualitätskontrolle immer wichtiger Hessisch

Lichtenau (epd). Der Wettbewerb mit sozialen Diensten in privater und öffentlicher Trägerschaft erfordert von diakonischen Einrichtungen ein verstärktes Qualitätsmanagement. Gleichzeitig müsse man die Fragen nach dem besonderen Auftrag und den spezifischen Zielen der Diakonie beantworten, sagte Landespfarrer Martin Slenczka (Kassel) bei der jährlichen Mitgliederversammlung des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck (DWKW) in Hessisch Lichtenau. Auf Bundes- und Landesebene werden die finanziellen Entscheidungen im Sozialbereich immer stärker auf die Kommunen verlagert, sagte Slenczka in seinem Jahresbericht vor rund 100 Delegierten aus den 182 Mitgliedseinrichtungen des DWKW. Das könnte zu großen Differenzen bei den Zuwendungen der Kostenträger führen. Erstmalig komme es auch dazu, dass innerhalb der Diakonie einzelne Einrichtungen zu Konkurrenten werden. Die Anbieter sollten aber Rücksicht darauf nehmen, wer für welchen Hilfebedarf ein Angebot bereits vorhält, und wo jeder den Schwerpunkt seiner Arbeit hat, so die Meinung des Diakoniepfarrers. In den Einrichtungen des DWKW arbeiten rund 12.000 Menschen. Der Gesamtumsatz beträgt nach Schätzung von Direktor Löwer etwa 750 Millionen DM im Jahr. (16.09.99)

   

Kultusministerin Wolff: Schulen für hoch Begabte - Träger in Hessen stehen bereit

Hofgeismar (epd). Mehrere freie Träger, darunter auch die Kirchen, äusserten auf einem Studientag in der Evangelischen Akademie Hofgeismar Interesse daran, in Hessen die ersten Spezialschulen für hoch begabte Kinder einzurichten. Wie Kultusministerin Karin Wolff (CDU) berichtete, werden die Planungen von der Landesregierung intensiv begleitet. Bei den Hochbegabten handele es sich um eine bisher benachteiligte Gruppe, und das Engagement der Kirchen sei eine "diakonische Aufgabe", betonte die Ministerin.
Elternvertreter wiesen darauf hin, dass die Lehrerschaft kaum mit der Erkennung und der Problematik der Hochbegabten vertraut sei, und forderten von der Kultusministerin eine Verbesserung der Lehreraus- und -fortbildung in dieser Hinsicht. Konkret müsste in Hessen das Schulgesetz dahingehend verändert werden, dasst begabte Kinder bereits mit fünf Jahren eingeschult werden können, sagte Synapse-Vorsitzende Dagmar Mihr (Gudensberg). Zum Studientag, der in Zusammenarbeit mit dem Kasseler Elternverein Synapse organisiert wurde, kamen mehr als 150 betroffene Eltern und interessierte Pädagogen, für weitere 100 Anmeldungen war kein Platz mehr. (16.09.99)

   

Zippert: Dialog mit moderner Kunst muss Ortsgemeinden erreichen

Kassel (epd). Bei einem Treffen zwischen Dr. Christian Zippert, Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck,und Vertretern der Kasseler Kulturszene sprach sich der Bischof für eine Förderung des Verständnisses für moderne Kunst aus.
In der Diskussion zu den Erwartungen an die Kirche ging es unter anderem darum, dass viele Kunstschaffende mit ihren Werken religiöse Themen aufgreifen, ohne ein Echo in der Kirche zu finden. Die Kirche sollte sich bei der Begegnung mit der Kultur auf ihre traditionellen Tugenden Offenheit und Toleranz besinnen, meinten weitere Diskussionsteilnehmer. Bischof Zippert wies auf den von der EKD angestoßenen Konsultationsprozess "Protestantismus und Kultur" hin und äußerte den Wunsch, dass möglichst viele kirchliche Einrichtungen und Gemeinden sich mit dem einleitenden Diskussionspapier "Gestaltung und Kritik" befassen.
Das Treffen fand auf Einladung von Dekan Ernst Wittekindt im Rahmen einer mehrtägigen, offiziellen "Besuchsreise" von Bischof Zippert in seiner Wohnstadt Kassel statt. (16.09.99)

   

Bundesvereinigung Lebenshilfe: Bioethik-Konvention nicht beitreten

Marburg (epd). Die Bundesvereinigung Lebenshilfe hat an die beiden großen Parteien im Bundestag appelliert, bei ihrer Ablehnung der "Bioethik-Konvention" des Europarates zu bleiben. Darin solle unter anderem die Forschung an einwilligungsunfähigen Menschen erlaubt werden, kritisierte die Lobby-Organisation für Menschen mit geistiger Behinderung am Mittwoch in Marburg. Die Bundesvereinigung mit 120.000 Mitgliedern äußerte sich besorgt über eine neue Studie der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, in der "Argumente für einen Beitritt" zu dem Übereinkommen aufgelistet seien. Menschen mit Behinderungen dürften nicht zum bloßen Objekt einer fremdnützigen Forschung gemacht werden. (16.09.99)

   

Diakonie: Viel zu wenige Erziehungsberater in Kassel

Kassel (epd). In der Stadt Kassel liegt die Zahl der anerkannten Erziehungsberater weit unter dem Niveau vergleichbarer Städte in Deutschland. Das geht aus einem Papier hervor, das jetzt vom Diakonischen Werk aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der Sozialpädagogischen Familienberatung (SPF) veröffentlicht wurde.
Erschienen ist das Kasseler Diskussionspapier, das gemeinsam mit der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche (Wilhelmshöher Allee 32a) und der Psychologischen Beratungsstelle der Landeskirche (Obere Karlsstraße 3) erarbeitet wurde, in einem Heft zum Jubiläum mit dem Titel "Einblicke".
Im Jahr 1998 kamen 284 Familien zur kostenfreien Beratung und 28 Ehepaare zur kostenpflichtigen Mediation in die Sozialpädagogische Familienberatungsstelle, wo auch das Heft "Einblicke" erhältlich ist (Telefon (0561)709740). (07.09.99)

   

50 Jahre Lichtenau: Rund 3.000 Besucher kamen zum »Tag der offenen Tür«

Hessisch Lichtenau (epd). Ein Festgottesdienst in der Stadtkirche war der Auftakt zum "Tag der Offenen Tür" in der 1949 als "Orthopädische Heil- und Lehranstalt der Inneren Mission" gegründeten Einrichtung "Lichtenau".
Seit 50 Jahren habe man am Mühlenberg bei Hessisch Lichtenau die Würde des Menschen an Leib und Seele bewahrt. Das sei Grund für große Dankbarkeit, sagte der Kasseler Bischof Christian Zippert beim Festgottesdienst zum 50-jährigen Bestehen.
Nach Schätzung der Leitenden Pfarrerin Dorothe Kiel machten etwa 3000 Besucher von der Möglichkeit Gebrauch, die 22 Stationen auf dem weitläufigen Gelände zu besuchen. (31.08.99)

   

Pfarrerausschuss: Seit 25 Jahren »Engagement, Fleiss und Kooperationsbereitschaft«

Bad Orb (epd). Vor 25 Jahren wurde in der Landeskirche von Kurhessen-Waldeck der Pfarrerausschuss gebildet, der in sozialen, arbeits- und dienstrechtlichen Fragen die Interessen der Pfarrerschaft vertritt. Anlässlich dieses Jubiläums fand am 24. August ein Fest in Bad Orb statt. Eingeladen waren alle früheren Mitglieder und eine Delegation des Pfarrervereins. Die Kirchenleitung in Kassel wurde durch Prälat Rudolf Schmidt und Oberlandeskirchenrat Rainer Obrock vertreten.
Prälat Schmidt, Personaldezernent der Landeskirche, lobte unter anderem "Engagement, Fleiß und Kompromissbereitschaft" der Ausschussmitglieder, die im vierjährigen Turnus von der gesamten Pfarrerschaft gewählt werden. Er würdigte deren Willen zur Förderung konstruktiver Lösungen in strittigen Fragen. Auf die Interessenvertretung komme aber in nächster Zeit mehr Arbeit zu, sagte der Prälat und deutetet Veränderungen mit Auswirkungen auf Rechte und Pflichten der Pfarrerschaft an. (07.09.99)

   

Jüdische Gemeinde Marburg: Mitgliederzahl sprunghaft angestiegen

Marburg (epd). Mit einem Festakt im Fürstensaal des Marburger Landgrafenschlosses beging die Jüdische Gemeinde Marburg ihr zehnjähriges Bestehen seit ihrer Neugründung 1989. In seiner Festrede vor etwa 300 Gästen sprach der Landesrabbiner Dr. Henry Brandt (Dortmund)von einem "Wunder" und hob damit die positive Entwicklung der Gemeinde in den letzten zehn Jahren hervor. Die damals zwei Dutzend Mitglieder zählende Gemeinde wuchs durch die Öffnung des Ostens und den Zuzug von jüdischen Einwanderern aus Osteuropa auf heute 110 Personen an und konnte auf eine neue Basis gestellt werden.
Grüße der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck überbrachte Pfarrer Dietrich Hannes Eibach (Marburg). Die kleine jüdische Glaubensgemeinschaft habe in Marburg für ein Klima des alltäglichen Dialogs zwischen Christen und Juden gesorgt, so Eibach. (09.09.99)

   

Altenhilfe Hofgeismar: Erstmals Pflege, Rehabilitation, Fitness und Entspannung unter einem Dach

Hofgeismar (epd). Ein bisher einmaliges Tageszentrum für Gesundheit, Rehabilitation und Altenpflege wurde in der Evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen im nordhessischen Hofgeismar eröffnet. Von der Trainingsküche über Fitnessraum, Bewegungsbad und Sauna bietet das Zentrum vielfältige therapeutische Möglichkeiten, die pflegebedürftigen Menschen zur Verfügung stehen. Kernstück des neuen Tageszentrums sind zwölf Plätze für alte Menschen, die wegen psychischer oder körperlicher Erkrankung Hilfen zum selbstständigen Leben benötigen. Leitender Pfarrer Martin Schindehütte wies darauf hin, dass die Verweildauer in Kliniken immer kürzer wird, so dass der Bedarf nach rehabilitativen Maßnahmen steigt. (09.09.99)

   

Kasseler Bischof Christian Zippert vorzeitig in Ruhestand

Kassel (epd). Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Christian Zippert (62), geht vorzeitig in den Ruhestand. Der Rat der Landeskirche habe seiner Bitte entsprochen, am 31. August 2000 aus dem Amt zu scheiden, teilte Kirchensprecher Karl Waldeck dem epd mit. In der Landeskirche können sich Pfarrer vom 62. Lebensjahr an in den Ruhestand versetzen lassen. Ein neuer Bischof wird voraussichtlich auf der Synode im Mai gewählt. Nach dem Wahlgesetz kann ein Nominierungsausschuß zwei oder drei Kandidaten vorschlagen. Zippert steht seit 1992 als vierter Bischof an der Spitze der Landeskirche, die in Nord- und Osthessen rund eine Million Mitglieder zählt. Er war nach dem plötzlichen Tod seines Amtsvorgängers, Hans-Gernot Jung, gewählt worden. Im Nebenamt ist Zippert Vorsitzender der Arnoldshainer Konferenz, einer Arbeitsgemeinschaft von 16 Kirchenleitungen innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), und Honorarprofessor an der Philipps-Universität Marburg. (30.08.99)

   

100.000 DM - Spende für Hilfe im Erdbebengebiet

Kassel (epd). Für Soforthilfe unter den Opfern der Erdbebenkatastrophe in der Türkei stellt die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck 100.000 DM zur Verfügung. Wie das Landeskirchenamt in Kassel mitteilte, stammt das Geld aus der Erntedankkollekte des letzten Jahres. Die Spende ist für die "Diakonie Katastrophenhilfe" in Stuttgart bestimmt, die zusammen mit Caritas International angefangen hat, die Betroffenen mit Nahrungsmitteln, Kleidung und Decken zu versorgen. Die Hilfen werden in Zusammenarbeit mit der türkischen Partnerorganisation "Anatolian Development Foundation" durchgeführt.
Weiterhin können unter dem Stichwort "Erdbeben Türkei" Spenden auf das Konto 21 21 21 des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck bei der Evangelischen Kreditgenossenschaft Kassel, BLZ 520 604 10, eingezahlt werden. (31.08.99)

   

Schlechte Vorraussetzungen für islamischen Religionsunterricht

Rotenburg (epd). Einen flächendeckenden islamischen Religionsunterricht in den hessischen Schulen werde es in absehbarer Zeit nicht geben, sagte Schulamtsdirektorin Ute Heinemann (Fuldatal) auf einer gemeinsamen Tagung des Rates Christlicher Kirchen in Nordhessen (RCKiN) und der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) Rhein-Main am 26./27.August in Rothenburg a.d. Fulda. Hierfür fehlten in vielerlei Hinsicht die Voraussetzungen, so Heinemann, die im Nebenamt Präses der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck ist. Gleichzeitig befürwortet sie jedoch gezielte, wissenschaftlich begleitete und sorgfältig ausgewertete Versuche mit dem Fach Islamische Religion, die eher im städtischen als im ländlichen Bereich anzusiedeln wären. (07.09.99)

   

Pfarrer Dr. Martin Arnold wird Dekan in Eschwege

Kassel (epd). Neuer Dekan in Eschwege wird Dr. Martin Arnold (43), zur Zeit Gemeindepfarrer und Kurseelsorger in Bad Soden-Salmünster (Main-Kinzig-Kreis). Der Rat der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck hat Arnold am Donnerstag bei seiner Sitzung in Kassel zum Nachfolger von Gerhard Pfleger berufen, der Ende Februar 2000 in den Ruhestand verabschiedet wird. Arnold übernimmt am 1. April das Dekanat und eine Pfarrstelle an der Altstädter Kirche. Der Kirchenkreis Eschwege ist mit fast 45.000 Mitgliedern in 74 Gemeinden einer der größten in der Landeskirche.
Im Nebenamt ist Arnold theologischer Studienleiter im Kirchenkreis Schlüchtern und auf der Ebene der Landeskirche Mitglied der Theologischen Kammer und des Ausschusses "Kirche und Kunst". Er ist verheiratet und hat vier Kinder. (30.08.99)

   

Sprengelversammlung zum Thema "Christen und Muslime" in Hanau

Hanau (epd). Die Evangelische Kirche möchte den Menschen anderer Nationen und Religionen eine Plattform bieten, damit sie miteinander ins Gespräch kommen. Das betonte der Hanauer Propst Gerhard Pauli zum Abschluss der diesjährigen Sprengelversammlung.
Für einen interreligiösen Religionsunterricht in den Schulen plädierte der Schulpfarrer Wolfgang Bauer. In seiner Hanauer Berufsschule gebe es Klassen mit mehr als 70 Prozent Ausländeranteil, sagte er. Wenn Christen, Buddhisten und Muslime gemeinsam die Schule besuchen, könne auch das zusätzliche Angebot eines islamischen Religionsunterrichtes der Wirklichkeit nicht gerecht werden. Lebendige Begegnungen mit dem Fremden könnten Vorurteile abbauen und gleichzeitig die Frage nach der eigenen Identität und den kulturellen und religiösen Wurzeln aufwerfen, so der Schulseelsorger. Ein gemeinsam von den großen Weltreligionen verantwortete Unterricht wäre nach seiner Ansicht ein wichtiger Beitrag für ein "Leben miteinander".
In den Kirchengemeinden des Sprengels Hanau - von Buchenau im Kreis Hersfeld-Rotenburg bis Bergen-Enkheim vor den Toren Frankfurts leben rund 220.000 evangelische Christen. (31.08.99)

   

Vorträge über Jerusalem und Israel

Kassel (epd). Gastredner bei der diesjährigen Jüdischen Bibelwoche in Kurhessen-Waldeck vom 2. bis 7. September ist der Redakteur Abraham Frank aus Jerusalem. Das teilte der Evangelische Arbeitskreis "Christen-Juden" mit, der Vorträge in Kassel, Fulda, Bad Hersfeld und Großkrotzenburg gemeinsam mit den örtlichen Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und den Kirchenkreisen veranstaltet. Frank spricht in Kassel, Fulda und Großkrotzenburg zu den Themen "3000 Jahre Jerusalem - was nun?" , "Die Sprüche der Väter" und "Die Beziehung des jüdischen Volkes zum Lande Israel". Die genauen Termine und Vortragsorte finden Sie in unserem Veranstaltungskalender. (31.08.99)

 
Kalender

Sonntagsschutz: Kirchen verteilen Klopapier auf der Kirmes

Kassel (epd). Bei der "Bratwurstkirmes" im Kasseler Stadtteil Niederzwehren haben Vertreter von Kirchen und Gewerkschaften 500 Klorollen mit der Aufschrift "Kaufen Sie Sonntag wirklich Klopapier?" verteilt. Der "Initiative für den arbeitsfreien Sonntag" blieb zwar der Zutritt zum Kirmesgelände durch die Organisatoren verwehrt, sie konnte jedoch am Rande des Volksfestes zahlreichen Besuchern ihre Argumente gegen die Öffnung der Ladengeschäfte erläutern. In der Kasseler Initiative engagieren sich neben dem Amt für kirchliche Dienste auch der Gesamtverband der Evangelischen Kirchengemeinden in Kassel, die Katholische Kirche und die Gewerkschaften. Sie werden zur "Casseler Freyheit", einem verkaufsoffenen Sonntag in der Kasseler Innenstadt Ende Oktober, erneut öffentlich für den Erhalt des grundgesetzlich geschützten Sonntags einsetzen, hieß es vergangene Woche. (31.08.99)

   

Pfarrer Rüdiger Haar neuer Leiter der Psychologischen Beratungsstelle

Kassel (epd). Der neue Leiter der Psychologischen Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Pfarrer Rüdiger Haar (52), wurde am 15. August mit einem Gottesdienst in der Kasseler Karlskirche offiziell in sein Amt eingeführt. Seit Mitte April leitet Haar die Kasseler Beratungsstelle, in der vier Therapeuten Gespräche mit rund 900 Ratsuchenden im Jahr führen. Der Seelsorger und Psychotherapeut ist gleichzeitig hauptverantwortlich für die Arbeit in den anderen landeskirchlichen Beratungsstellen in Eschwege, Hanau, Bad Hersfeld, Marburg und Schmalkalden.
Rüdiger Haar stammt aus Wilhelmshaven und wurde nach dem Theologiestudium von der Oldenburgischen Landeskirche für die Ausbildung zum analytischen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten beurlaubt. Im Jahr 1977 wechselte er in den Dienst der Landeskirche von Kurhessen-Waldeck und war bereits damals in der Psychologischen Beratungsstelle in Kassel tätig. Er war von 1984 bis 1989 Gemeindepfarrer in Velmeden bei Hessisch Lichtenau. In den letzten zehn Jahren amtierte er als erster hauptamtlicher Pastoralpsychologe für die Pfarrerschaft des Sprengels Kassel. Er ist mit einer Psychotherapeutin verheiratet; das Ehepaar hat zwei Töchter. (17.08.99)

   

»Lichtenau«: Tag der offenen Tür zum 50. Geburtstag Hessisch

Lichtenau (epd). Die diakonische Einrichtung "Lichtenau" richtet am Sonntag, dem 5. September, eine Geburtstagsfeier für Gäste und Interessierte als "Tag der offenen Tür" aus. Die Einrichtung zählt heute in der Orthopädischen Klinik, im Reha-Zentrum für Körperbehinderte und im Pflegezentrum insgesamt fast 500 Plätze und hat sich mit rund 850 Mitarbeitern zu einem der wichtigsten Arbeitgeber im Werra-Meißner-Kreis entwickelt. Den Festgottesdienst um 10.30 Uhr in der Stadtkirche in Hessisch Lichtenau hält der Kasseler Bischof Christian Zippert zusammen mit jungen Leuten aus der Beruflichen Rehabilitation. Offiziell wird der "Tag der offenen Tür" um 14.00 Uhr geöffnet. Besichtigungs- und Informationsmöglichkeiten, kurzweilige Unterhaltung, Essen und Getränke gehören selbtverständlich ebenso zum Angebot wie das reichhaltige Kinderprogramm. Parkmöglichkeiten sind außerhalb des Geländes vorgesehen und vom Bürgerhaus in Hessisch Lichtenau fährt halbstündlich ab 13.30 Uhr ein Bus zum Fest und zurück. (17.08.99)

   

Studentische E-Mail Seelsorge im Internet

Kassel (medio). Die Evangelische Studentengemeinde Hamburg bietet seit kurzem bundesweit allen Kommilitonen und Kommilitoninnen Seelsorge via E-Mail an. Nach einer Meldung des GEP beantworten erfahrene und in der Telefonseelsorge geschulte Seelsorger innerhalb von 48 Stunden die eingehenden E-Mails. Unterstützt wird die "studentische E-Mail-Seelsorge" (kurz: stems) vom Hamburger Studentenpfarrer Jan Simonsen und einer Diplom-Psychologin. Träger des kostenlosen Angebots, das auch von einigen PR-Agenturen gefördert wird, um "Stems" bundesweit bekannt zu machen, ist die Evangelische Studentengemeinde Hamburg.

Weitere Infos können unter http://www.stems.de/ gefunden werden. (17.08.99)

 
Info

Kasseler Initiative: Freier Sonntag der Profitsucht geopfert?

Kassel (epd). Die Anfang des Jahres gegründete "Initiative für den arbeitsfreien Sonntag" sieht sich durch die Ladenöffnungen in Berlin und anderen ostdeutschen Städten in ihren Befürchtungen bestätigt. Pfarrer Herbert Lucan, Leiter des Bereichs Kirche und Arbeitswelt der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, befürchtet, dass die soziale Errungenschaft des freien Sonntags überall dem Profit geopfert werden könnte. Nicht nur sei das biblische Gebot der Sonntagsheiligung verletzt, sondern auch die Bedeutung des Sonntages für die Familie und das kulturelle Zusammenleben im Freundes- und Bekanntenkreis gefährdet, so Lucan.
Tom Lanzendörfer, der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Kreis Kassel, kritisierte im Zusammenhang mit seiner provozierenden Frage "Kaufen Sie Sonntag wirklich Klopapier?" die Kampfansage des Einzelhandels auf den gesetzlich geschützten Tag und wandte sich gegen die zusätzliche Belastung für die Arbeitnehmer. (25.08.99)

   

Größte Konferenz feministischer Theologinnen in Europa

Hofgeismar (epd). Mehr als 160 Teilnehmerinnen aus 27 Ländern besuchten letzte Woche die Konferenz der Europäischen Gesellschaft für theologische Forschung von Frauen (ESWTR), die in der Evangelischen Akademie Hofgeismar stattfand.
Das Treffen der 1986 gegründeten Gesellschaft stand unter dem Thema "Zeit - Utopie - Eschatologie" kurz vor der Wende zum dritten Jahrtausend.
Themen der feministischen Theologie wie Gewalt gegen Frauen oder Umweltzerstörung wurden im Kontext von Endzeitvisionen diskutiert. Der Gesellschaft gehören etwa 500 Akademikerinnen aller christlichen Konfessionen sowie jüdische und muslimische Frauen an. (25.08.99)

   

»Brot für die Welt«: Kirchengemeinden steigern das Spendenergebnis um 3,4 Prozent

Kassel (epd). Im Bereich der Landeskirche von Kurhessen-Waldeck sind die Spenden für das größte evangelische Hilfswerk "Brot für die Welt" bei der 40. Aktion (1998/99) leicht gestiegen. Das genaue Ergebnis lag mit 4.421.312,85 DM um 0,31 Prozent über dem Resultat des Vorjahres, teilte die Kasseler Zentrale des Diakonischen Werkes am 13. August mit.
Am selben Tag wurde in Berlin mitgeteilt, dass "Brot für die Welt" bei seiner 40. Aktion einen Zuwachs um 0,61 Prozent auf insgesamt 121,25 Millionen DM verbuchen konnte. In den evangelischen Kirchengemeinden in Kurhessen-Waldeck sind die Spenden mit 3,43 Prozent überdurchschnittlich gestiegen, sagte Claus-Dieter Suß, Öffentlichkeitsreferent im Diakonischen Werk. Die Kollekten und Sammlungen brachten dort mehr als 2,8 Millionen DM ein. Das erneut hohe Spendenergebnis wertete Suß als Beweis für das Engagement für die Menschen in der sogenannten "Dritten Welt" angesichts der wirtschaftlichen Misere. (17.08.99)

   

Oikocredit: Kräftiger Anstieg der Einlagen für Entwicklungskredite

Kassel (epd). In Hessen und der Pfalz sind in diesem Jahr die Einlagen der Ökumenischen Entwicklungsgenossenschaft (EDCS) um mehr als 400.000 DM auf rund fünf Millionen DM gestiegen. Die EDCS mit Sitz in Amersfoort/Niederlande vergibt zinsgünstige Kredite an Entwicklungsprojekte in den armen Ländern der Welt. Zu den 781 Mitgliedern des regionalen EDCS-Förderkreises gehören zwei evangelische Landeskirchen und vier katholische Bistümer, 253 Kirchengemeinden sowie Kirchenkreise und Einzelpersonen, berichtete am 12. August der Schatzmeister, Pfarrer Adolf Dick (Immenhausen bei Kassel). Vor wenigen Wochen hat die EDCS bei der Generalversammlung in Abidjan/Elfenbeinküste ihren Namen verändert und heißt jetzt "Oikocredit".
Die Geschäftsstelle des Förderkreises, der in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen begeht, ist in der Ökumenischen Werkstatt Kassel in der Querallee 50.(17.08.99)

   

Zum Schulanfang besonderer Gemeindebrief für Erstklässler

Lahntal (epd). Für die Abc-Schützen in Lahntal-Sterzhausen (Kreis Marburg-Biedenkopf) gibt die evangelische Kirchengemeinde einen kindgerechten Gemeindebrief heraus. Die rund 50 Erstklässler erhielten beim Schulanfangsgottesdient am 17. August ein Exemplar des achtseitigen Heftes "MiKi" (abgekürzt von "Minikirche"). Darin fanden sie Bilder, kurze Texte, Spiele und lustige Seiten, aber auch Hinweise auf die Jungschargruppen, den Kindergottesdienst und den Kinderchor in Sterzhausen. Mit der Aktion wolle man auch den regelmäßig erscheinenden Gemeindebrief "Unsere Kirche" in Erinnerung rufen, der ebenfalls eine Kinderseite enthält, so Pfarrer Günter Kaltschnee. Sterzhausen war vor zwei Jahren die erste Kirchengemeinde in Hessen, die einen Gemeindebrief im Internet gestaltete. (17.08.99)

   

Martina S. Gnadt Programmleiterin des Landeskirchentages 2000

Kassel (epd). Seit Mitte Juni ist Pfarrerin Martina s. Gnadt Programmleiterin des vom 9. bis 11. Juni 2000 stattfindenden Landeskirchntages in Melsungen. Die 42jährige Pfarrerin Martina S. Gnadt war in den letzten beiden Jahren im Gemeindepfarramt Kassel-Bettenhausen, in der Klinikseelsorge und zuletzt im Religionsunterricht am Evangelischen Fröbelseminar in Kassel tätig. Seit vielen Jahren ist sie zudem in der theologischen Forschung und der Ausbildung von Religionspädagogen aktiv. Ihre Schwerpunkte liegen in der Auslegung des Neuen Testaments, in der feministischen Befreiungstheologie und dem jüdisch-christlichen Dialog. (04.08.99)

   

Autorenprotest: Hermann Kant zu Gast in der Akademie Hofgeismar

Kassel (epd). Gegen die Teilnahme des Autors Hermann Kant, früherer Präsident des DDR-Schriftstellerverbandes und Stasi-Informant, an einer "Schreibwerkstatt" der Evangelischen Akademie Hofgeismar am kommenden Samstag haben einige Schriftsteller, darunter Jürgen P. Wallmann und Ralph Giordano, massiven Protest erhoben. Das berichtete die in Kassel erscheinende Tageszeitung "Hessische/Niedersächsische Allgemeine" (HNA). Die Akademie nimmt die Einladung an Kant jedoch nicht zurück, bestätigte Direktor Pfarrer Dr. Matthias Viertel auf Anfrage. Bereits vor drei Monaten hatte der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Christian Zippert, auf Wallmanns Protestbrief hin versichert, er könne die Bedenken "verstehen und in gewisser Weise auch teilen". Gleichzeitig betonte Zippert, "daß die Akademie die Freiheit behalten soll, ein Forum zu sein, das auch zu heiklen Themen und Problemen einlädt und dazu die entsprechenden Referenten gewinnt". Thema der zehntägigen "Sommerakademie" ist "Schreiben als Aneignung der Wirklichkeit".(04.08.99)

   

Landeskirchentag 2000: Pfingstfest der Vielfalt und Verständigung

Kassel/Melsungen (epd/medio). Der Landeskirchentag 2000 in Melsungen (Schwalm-Eder-Kreis) soll das Pfingstfest durch Vielfalt und Verständigung erlebbar machen. Das sagte jetzt Pfarrerin Martina S. Gnadt, seit Mitte Juni Programmleiterin in der Kasseler Geschäftsstelle. Dort werden in den kommenden Monaten die rund 60 Veranstaltungen organisiert, die vom 9. bis 11. Juni 2000 unter dem Motto "Lebendig durch Gottes Geist" in Melsungen geplant sind. Zu den spirituellen Angeboten gehören - neben den zentralen Gottesdiensten zu Beginn und Ende des Festes - auch ökumenische Gottesdienste mit Vertretern unterschiedlicher Konfessionen aus der Region und mit Gästen aus den Partnerkirchen in Übersee. Ein umfangreiches Internetangebot, das Informationen zum Programm und auch die Möglichkeit zur Anmeldung beinhaltet, sind in Vorbereitung.
Die Geschäftsstelle des Landeskirchentags ist in der Heinrich-Wimmer-Straße 4, 34131 Kassel, Tel. 0561/9307-174, Fax -168 zu erreichen. (04.08.99)

   

Ökumenischen FriedensDekade vom 7.-17. November ´99

Kassel (medio). Die Vision, "... dass Gerechtigkeit und Frieden sich küssen" (Psalm 85) ist das Motto der Ökumenischen Friedensdekade 1999. Die Dekade wird nach einer Pressemitteilung des Gesprächsforums Ökumenische FriedensDekade von Gruppen, Initiativen und Kirchen vom 7. bis 17. November 1999 gestaltet, um mit Nachdenken, Gottesdienst, Aktionen und Gebet den Frieden zu fördern.
Das Motto der 19. Friedensdekade, die 1980 sowohl in der ehemaligen DDR als auch in der Bundesrepublik erstmals begangen wurde, soll anregen, über die Friedensinitiativen des 20. Jahrhunderts nachzudenken.
Umfassende Informationen zu der Friedenswoche können im Internet unter www.friedensdekade.de abgerufen werden. Dort befinden sich auch neben einer Bibelarbeit zum Motto, die Ordnung der Friedensgottesdienste der EKD und eine Bestellmöglichkeit für Plakate und Andachtstexte. (11.08.99)

   

Millennium -Tage suchen Konzepte gegen Zeitnotstand

Kassel (epd). Das Verständnis der Zeit könnte sich bald so radikal verändern wie vor 500 Jahren mit der Erfindung der mechanischen Uhr. Angesichts des bevorstehenden "Epochenwandels" habe man das Thema "Die Zukunft der Zeit" für die diesjährigen Millennium-Tage am 21. und 22. Oktober in Kassel ausgesucht, erklärte Professor Dr. Karlheinz Geißler (München), zuständig für die Konzeption der Tagung. Das ständige Bestreben nach einem Zeitvorsprung hätte den endgültigen Schlußpunkt erreicht, so der Professor: "Eine weitere Beschleunigung ist unmöglich, wenn unsere wichtigsten Güter, die Informationen, mit Lichtgeschwindigkeit transportiert werden." Bei den Millennium-Tagen werde man deshalb nach einer neuen Zeitkultur fragen, so Geißler weiter. Für eine Steigerung der Produktivität wird nach seiner Meinung die Flexibilität bald wichtiger sein als die Pünktlichkeit. Die verheerenden Kosten der Beschleunigung, beispielsweise durch Umwelt- und Naturkatastrophen, werden genauso in Kassel diskutiert wie die "Kreativität der Langsamkeit" für Menschen, die unter "Zeitnotstand" leiden. (29.07.99)

   

Blaues Kreuz: Ambulante Beratung für Suchtkranke akut gefährdet

Kassel (epd). Aufgrund der Kürzungen von öffentlichen Zuschüssen sieht das Blaue Kreuz wichtige Bereiche seines Behandlungsverbundes für suchtkranke Menschen und ihre Angehörigen in Kassel und Umgebung akut gefährdet.
Für die ambulante Beratung, die im Jahr 1998 von mehr als 500 Klienten aufgesucht wurde, steht praktisch nur eine hauptamtliche Fachkraft zur Verfügung, berichtete der Zweite Vorsitzende des Vereins, Rolf Schleicher, vor der Presse.
Die Krankenkassen übernehmen die Beratungskosten nur bei der Vermittlung einer Therapie, was lediglich in etwa 20 Prozent der Fälle passiert. Die Zuschüsse der Stadt seien in den letzten drei Jahre um 29 Prozent (auf 50.000 DM) und die des Landes Hessen um 37 Prozent (auf 11.000 DM) gekürzt worden, sagte Schleicher. Der Verein habe im letzten Jahr aus eigenen Mitteln rund 55.000 DM für diese Arbeit aufgebracht, was aber auf Dauer nicht mehr zu leisten sei. Das Blaue Kreuz fordere von Land und Stadt, von den Sozialversicherungsträgern und der Diakonie eine finanzielle Unterstützung, wie es in anderen Bereichen der psychosozialer Arbeit geschieht, sagte Schleicher. (29.07.99)

   

Tour de Natur 1999 mit Umweltpfarrer

Kassel (epd). Pfarrer Stefan Weiß, Umweltbeauftragter der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, beteiligt sich auch in diesem Jahr an einer Radtour gegen den Bau von Autobahnen von Kassel nach Eisenach und durch den Thüringer Wald. Weiß nimmt an der "Tour de Natur" teil, einer jährlichen Protestfahrt für eine umweltfreundliche Verkehrs- politik, die vom 4. bis 14. August von Kassel nach Schweinfurt führt. Der Umweltpfarrer radelt die ersten sechs Tagesetappen bis Schmalkalden, dem einzigen Kirchenkreis der kurhessischen Kirche in Thüringen.
Im Kasseler Büro des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) kann man sich (auch für einzelne Tage) anmelden: Brüderstraße 5, Tel. 0561/17474. (29.07.99)

   

Ausstellung erinnert an Pfarrer Philipp Hoffmeister

Kassel (epd). Eine Ausstellung im Kasseler Stadtmuseum erinnert an das Leben und Wirken des evangelischen Pfarrers Philipp Hoffmeister (1804-1874), der unter anderem als Zeichner, Poet, Insektenforscher und Märchensammler tätig war. Hoffmeister war 30 Jahre lang Pfarrer im Dorf Nordshausen, heute Kasseler Stadtteil.
Das Leben und Wirken Hoffmeisters wurde vom langjährigen Schauenburger Pfarrer Heinz Vonjahr erforscht, der Initiator der Ausstellung ist. Bei der Eröffnung wies Kassels Kulturdezernent Volker Schäfer darauf hin, daß die Ausstellung nur aufgrund des ehrenamtlichen Engagements der Schauenburger Märchenwache und der Freunde des Stadtmuseums möglich war. Weiter äußerte er die Hoffnung, daß auch Konfirmandengruppen oder Schulklassen die Ausstellung besuchen würden, um die historische Bewußtseinsbildung unter jungen Menschen zu stärken. (29.07.99)

   

Diakonisches Werk in Kurhessen-Waldeck ab sofort online auf ekkw.de

Kassel (medio). Das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck präsentiert sich seit 28.07. 99 mit einem umfangreichen Angebot auf dem landeskirchlichen Server. Neben vielfältigen Informationen zum Wohlfahrtsverband können aktuelle News und viele Kontaktmöglichkeiten zum Werk und seinen Mitglieds- organisationen gefunden werden. Diakonie online - unter http://www.ekkw.de/diakonie/ . (29.07.99)

 

Internationale Tagung für Kirche und Gegenwartskunst in Kassel

Kassel (epd). Die Internationale Gesellschaft für Gegenwartskunst und Kirche (Artheon) hat nach Dresden, Berlin und zuletzt Köln die documenta-Stadt Kassel als Ort für ihre Jahrestagung ausgewählt. Die Gesellschaft hat die Aufgabe, die Vermittlung von Gegenwartskunst in den Evangelischen Kirchen anzuregen und den Austausch über Ausstellungen von Gegenwartskunst im kirchlichen Bereich zu fördern. Wie Ernst Wittekindt, Dekan in Kassel und Vorstands- mitglied von Artheon, mitteilte, soll die Tagung am 22. Oktober mit einem Besuch der Ausstellung "Chronos und Kairos" im Museum Fridericianum verbunden werden. Am Nachmittag wird die Friedenskirche besichtigt, deren Neugestaltung mit großformatigen Bildern von Dietrich Stalmann ein besonderes Interesse der Mitglieder der Gesellschaft geweckt hat. (21.07.99)

   

Kurhessischer Pfarrertag 2000 in Baunatal

Baunatal (epd). Auf Einladung der Dekanate in Kassel-Land und Kaufungen findet der nächste Kurhessische Pfarrertag am 20. September 2000 in Baunatal statt. Das teilte der Vorsitzende des Vereins evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer in Kurhessen-Waldeck, Kirchenrat Friedrich Malkemus (Schwalmstadt) mit. Zum Verein gehören mehr als 1000 aktive und pensionierte Theologen aus der Landeskirche.
Beim Baunataler Treffen im kommenden Jahr wird es in erster Linie um die Professionalität im Pfarrberuf gehen.
Den Hauptvortrag soll Dr. Isolde Karle (Heilbronn) halten, die Anfang des Jahres im Deutschen Pfarrblatt einen viel beachteten Aufsatz zu diesem Thema veröffentlicht hatte. (20.07.99)

   

Neue Nicolai-Plakette für kirchenmusikalische Verdienste

Schlüchtern/Arolsen (epd). Als neue Auszeichnung für Menschen, die sich um die Kirchenmusik beonders verdient gemacht haben, hat die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck die Philipp-Nicolai-Plakette geschaffen. Das teilte jetzt Landeskirchenmusikdirektor Martin Bartsch (Schlüchtern) mit. Namensgeber der Plakette ist der Dichter und Komponist Philipp Nicolai, der 1556 in Mengeringhausen (bei Bad Arolsen) geboren wurde. Nicolai hat vor genau 450 Jahren zwei der heute bekanntesten Lieder im Evangelischen Gesangbuch veröffentlicht: "Wie schön leuchtet der Morgenstern" und "Wachet auf, ruft uns die Stimme". Bei einem Gottesdienst in der Evangelischen Kirche Mengeringhausen wird Bischof Christian Zippert am 5. September die ersten sieben Nicolai-Plaketten an ehrenamtliche Kirchenmusiker/innen überreichen.(21.07.99)

 

Erstmalig Karte der Landeskirche mit 971 Gemeinden

Kassel (epd). Zum ersten Mal ist eine Landkarte mit dem Standort aller 971 Kirchengemeinden in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck erschienen. Das farbige, 70 mal 100 Zentimeter große Plakat wurde vom Landeskirchlichen Archiv in Kassel auf der Grundlage des aktuellen Anschriftenverzeichnisses der Landeskirche und der topographischen Karten von Hessen erstellt. Das Plakat wurde in einer Auflage von 1.500 Exemplaren hergestellt und kann gegen eine Schutzgebühr von fünf Mark beim Archiv bezogen werden: Lessingstraße 15A, 34119 Kassel, Fax (0561) 78876-11. (21.07.99)

   

Verabschiedung Schottroffs: Kassel sollte Zentrum der feministischen Theologie bleiben

Kassel (epd). In 13 Jahren Lehrtätigkeit an der Universität Gesamthochschule Kassel hat die evangelische Professorin Luise Schottroff (65) die Stadt zu einem international anerkannten Zentrum der feministischen Theologie gemacht. Bei einer Feier am Mittwochabend zur Verabschiedung Schottroffs in den Ruhestand wurde mehrfach an Universität und Landeskirche appelliert, den erworbenen wissenschaftlichen Ruf durch aktive Förderung zu verteidigen. Luise Schottroff wurde 1934 in Berlin geboren und ist in einem evangelischen Pfarrhaus in der Mark Brandenburg aufgewachsen. Nach dem Theologiestudium in Berlin, Bonn, Mainz und Göttingen hat sie bereits mit 26 Jahren promoviert. Als erste Frau im Bereich Neues Testament wurde sie 1971 Professorin in Mainz und wechselte 1986 nach Kassel auf einen Lehrstuhl, der zehn Jahre lang von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck gestiftet wurde. Mit ihrer sozialgeschichtlichen Bibelauslegung fragt sie nach den gesellschaftlichen Zusammenhängen, die bei der Entstehung des Neuen Testamentes und zur Zeit der theologischen Interpretation bestanden. (21.07.99)

   

»Fabrik der Gefühle«: Filmmusik ist Thema der Kasseler Musiktage

Kassel (epd). "Musik und Film - Fabrik der Gefühle" lautet das Thema der diesjährigen Kasseler Musiktage vom 28.-31. Oktober. Es werden unter anderem zwei Filme des Jahres 1926 mit Orchesterbegleitung aufgeführt: "Ben Hur" (USA) mit Musik von Carl Davis, der selber dirigiert, und "Das neue Babylon" (Sowjetunion) mit Originalmusik von Schostakowitsch. Die Komponisten der Musik für "Jenseits der Stille" (Niki Reiser) und "Rain Man" (Hans Zimmer) werden jeweils vor der Aufführung ihre Kompositionen persönlich erläutern. Beim traditionellen Gottesdienst am Sonntagmorgen in der Martinskirche begleitet Kirchenmusikdirektor Professor Hans Darmstadt Ausschnitte aus Pasolinis "Teorema" mit Orgelimprovisationen. (15.07.99)

 

»Sprungbrett«: Leistungsvereinbarung sichert Beratungsarbeit

Kassel (epd). Durch eine Leistungsvereinbarung mit dem Sozialamt der Stadt Kassel hat das diakonische Arbeitsprojekt "Sprungbrett" den Fortbestand seiner Beratungsarbeit auf Dauer gesichert. Wie die Sozialdezernentin der Stadt, Ilona Caroli, vor der Presse erläuterte, haben seit 1990 mehr als 80 Personen im Rahmen des Programms "Arbeit statt Sozialhilfe" subventionierte Beschäftigung beim "Sprungbrett" gefunden. Der Erfolg dieser Maßnahme hänge jedoch weitgehend von der qualifizierten sozialen Begleitung ab. Wer schon lange Zeit ohne Arbeit war, hat oft den geregelten Tagesablauf verlernt oder bedarf der Beratung in Sachen Wohnen, Erziehen, Suchtverhalten oder Schulden. Die entsprechenden Angebote werden durch die neue Vereinbarung geregelt und gesichert, betonte Caroli. (15.07.99)

   

Neue Männer braucht die Telefonseelsorge

Fulda (epd). Die Telefonseelsorge in Fulda sucht Männer, die sich für den ehrenamtlichen Dienst ausbilden lassen. Wie Christoph Petschenka vom Leitungsteam mitteilte, sind es überwiegend Frauen, die bei der Telefonseelsorge mitarbeiten. Unter den Anrufenden bilden die Männer zwar auch mit rund 25 Prozent eine Minderheit, möchten aber in vielen Fällen lieber ihrer Probleme mit einem Mann als mit einer Frau besprechen. Die Telefonseelsorge in Fulda ist eine Einrichtung des Evangelischen Kirchenkreises und führt das Projekt "Männerausbildung" zusammen mit dem landeskirchlichen Amt für kirchliche Dienste, Bereich Männerarbeit, durch. Interessenten können sich unter der Rufnummer 0661/838896 des Büros in Fulda anmelden. (08.07.99)

   

Checkliste und Ratgeber für streßfreie Urlaubsfahrten

Kassel (epd). In der neuen Broschüre "Familie auf Reisen" finden sich Ratschläge, die auf die praktischen Erfahrungen von Familien mit kleinen Kindern zurückgehen. Die Akademie Bruderhilfe-Familienfürsorge in Kassel hat im vergangenen Jahr fünf Familien beobachtet, die auf der Strecke Köln-Barcelona unterwegs waren. Als Ergebnis dieser Fahrten und einer Befragungsaktion stellte die Akademie viele Tips zusammen, um die Urlaubsfahrten möglichst streßfrei und damit verkehrssicher zu gestalten.
Checkliste und Broschüre sind bei der Vertretung des Versicherers und in vielen kirchlichen Einrichtungen erhältlich; sie können auch kostenlos gegen einen adressierten und mit 3,- DM frankierten A5-Umschlag bei Akademie Bruderhilfe-Familienfürsorge in Kassel angefordert werden. (08.07.99)

 

Museum für Sepulkralkultur: Ausstellung in Kassel zeigt »Abenteuer der Generationen«

Kassel (epd). In Kassel ist bis zum 22. August die Wanderausstellung "Alt und Jung - Das Abenteuer der Generationen" im Museum für Sepulkralkultur zu sehen. Am Horizont des Themas "Alt und Jung" stehe das Ende des Lebens, betonte bei der Eröffnung am 2. Juli Rainer Sörries, Direktor des Kasseler Museums, das den Umgang mit Tod und Bestattung thematisiert. Hier sei die Ausstellung gut aufgehoben, denn "wir beschäftigen uns mit Tod und Trauer, weil das etwas mit dem Leben zu tun hat".

Die Ausstellung "Alt und Jung" ist im Museum für Sepulkralkultur (Weinbergstraße 25-27) dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr, geöffnet. (08.07.99)