Nachrichten-Archiv: Juli - September 2003

 

Evangelisches Forum legt neues Programm vor

   

Kassel (epd). Prominente Persönlichkeiten wie Uri Avnery, Ralph Giordano oder Claudia Roth werden in den kommenden Monaten beim Evangelischen Forum in Kassel zu Gast sein. Wie aus dem jetzt veröffentlichten neuen Programm des Forums hervorgeht, wird der alternative Friedensnobelpreisträger Avnery am 13. Oktober um 19.30 Uhr sein Buch «Ein Leben für den Frieden. Klartexte über Israel und Palästina» vorstellen.

Ralph Giordano wird am 11. November mit Lothar Kettenacker (London) unter dem Motto «Ein Volk von Opfern?» über den Bombenkrieg gegen Deutschlands Städte diskutieren. Claudia Roth, Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, wird sich am 3. Dezember Fragen zum Thema «Menschenrechte - Leitlinien der deutschen Politik?» widmen.

Weitere Schwerpunkte der Veranstaltungen der sich selbst als «Ort städtischer Kommunikationskultur» verstehenden kirchlichen Einrichtung sind unter anderem die Bewerbung Kassels als Kulturhauptstadt Europas 2010, der Islam sowie der Dialog mit dem Judentum.

Auch der Protestantismus selbst ist Gegenstand mehrerer Veranstaltungen. So wird der Bischof der Evangelischen Kirche von
Kurhessen-Waldeck, Dr. Martin Hein, sich zur Frage der Bedeutung des Gewissens für die evangelische Ethik äußern (23.2.04). Fulbert Steffensky aus Hamburg wird sich über den Umgang der Protestanten mit Kirchenräumen Gedanken machen (19.4.04). Weitere Informationen unter www.ev-forum.de . (29.09.2003)

  Linktipp:

Das Evangelische Forum in Kassel im Internet:

www.ev-forum.de

Neues kirchliches Beratungsangebot
im Kreis Waldeck-Frankenberg

   

Schwalmstadt (epd). Neue Wege der Zusammenarbeit geht die Landwirtschaftliche Familienberatung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck: Unter dem neuen Namen Familie & Betrieb - Ländliche Familienberatung öffnet sie sich im Kreis Waldeck-Frankenberg allen mittelständischen Familienbetrieben. Dies teilte Hartmut Schneider, Geschäftsführer der Beratungsstelle, dem epd mit.

«Ermöglicht wird diese Ausweitung unserer Arbeit auf das Handwerk durch die Kooperation mit der Kreishandwerkerschaft», erläuterte er die Neuerung. Die Kreishandwerkerschaft weise in ihren Medien auf das Beratungsangebot der Familienberatung hin und vermittele den Kontakt.

Die Beratungsstelle wurde 1994 unter der Bezeichnung «Landwirtschaftliche Familienberatung» ins Leben gerufen. Sie hat ihren Sitz im Hessischen Diakoniezentrum Hephata in Schwalmstadt. Die Einrichtung will die betrieblichen und persönlichen Fragen und Probleme von Unternehmen und Unternehmerfamilien ganzheitlich wahrnehmen und begleiten und bietet dazu Einzel-, Paar- und Familiengespräche an sowie Unterstützung der Ratsuchenden bei Gesprächen mit Gläubigern, Ämtern und Behörden.

In der Beratungsstelle, deren Angebot ökumenisch offen ist, sind zurzeit 19 ehrenamtliche und zwei hauptamtliche Mitarbeitende tätig. Im vergangenen Jahr nahmen 158 Menschen durchschnittlich drei bis vier Beratungsgespräche in Anspruch, berichtete Schneider. (29.09.2003)

   

Neu auf ekkw.de:
Evangelischer Kirchenkreis Ziegenhain im Internet

   

Treysa / Kassel (medio). Mit einer modernen regionalen Internetplattform präsentiert sich der Evangelische Kirchenkreis Ziegenhain ab sofort im Internet (www.ekkw.de/ziegenhain). Die Nutzer können auf mehr als 150 Internetseiten Informationen über alle Gemeinden, Einrichtungen und Dienste der Evangelischen Kirche in dem hessischen Kirchenkreis abrufen. Besonderer Service: Themen wie Trauung, Konfirmation, Taufe oder Beerdigung werden in dem Angebot breit gewürdigt, die Nutzer erhalten schnelle Hilfe und Tipps. Jede Gemeinde stellt sich auf den Internetseiten mit Bildern, Texten und allen regelmäßigen Veranstaltungen vor, wer den Pfarrer oder die Pfarrerin noch nicht kennt, kann nun im Internet einen ersten Eindruck gewinnen.

Auch Ahnenforschern, Neubürgern oder Musikbegeisterten wird schnell weiter geholfen, sie erhalten Informationen und weitere Kontakte. Jugendliche bekommen per Mausklick erstmals das gesamte Angebot der Jugendarbeit im Kirchenkreis präsentiert. Auch die Ortssuche ist kein Problem: In der Überblickskarte des Kirchenkreises findet auch der Ortsunkundige schnell seine Gemeinde.

Der Internetbeauftragte der Landeskirche, Pfarrer Christian Fischer (Kassel), beglückwünschte den Evangelischen Kirchenkreis Ziegenhain zu dem «mutigen Schritt» und dem richtungweisenden Angebot. Der Kirchenkreis zeige damit, dass die Kirche im digitalen Zeitalter glaubwürdig und serviceorientiert ihre Angebote vermitteln könne. «Gerade im ländlichen Raum bietet das Internet erhebliche Chancen, weil große Entfernungen per Mausklick schnell zusammen schrumpfen», so Fischer.

Hervorzuheben sei auch die gute Kooperation mit der Landeskirche: medio! - die Medienagentur der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, entwickelte Konzept, Web-Design und Datenbanken, das Redaktionssystem wurde von der Evangelischen Kirche in Deutschland übernommen. Die Seiten lassen sich so auch in Zukunft einfach pflegen - eine Voraussetzung für attraktive Internetangebote, betonte Fischer. (23.09.2003)

  Linktipp:

Evangelische Kirchenkreis Ziegenhain ab sofort im Internet:

ekkw.de/ziegenhain

Bibeltexte im Kasseler Staatstheater

   

Kassel (epd). Erstmalig laden Kirchen und christliche Gruppen in Kassel zu einer Veranstaltung mit bekannten Künstlern der christlichen Szene ins Kasseler Staatstheater ein. Unter dem Motto «Ich bin» sollen hier am 9. November ab 17 Uhr Lieder und Pantomine geboten werden, teilte Projektleiter Willi Stiel von der Evangelischen Kirche in Kurhessen-Waldeck (EKKW) mit. Liedermacher Clemens Bittlinger, Pianist David Plüss, Percussionist Helmut Kandert, Pantomine Carlos Martinez sowie der Kasseler ProjektChor werden die wichtigsten Worte Jesu, die so genannten «Ich-bin-Worte» aus dem Johannesevangelium, gesanglich, musikalisch und pantomimisch präsentieren.

Das Konzert ist die Abschlussveranstaltung einer siebentägigen Tour der Gruppe durch Deutschland, die im Rahmen des Jahres der Bibel 2003 stattfindet. Als Veranstalter in Kassel zeichnen die Evangelische und Katholische Kirche in Kassel, die Evangelische Allianz, der CVJM, die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, das Amt für kirchliche Dienste der EKKW sowie das Staatstheater Kassel verantwortlich. (26.09.2003)

   

Hospizstiftung in Kassel gegründet

   

Kassel (epd). Mit einer neu gegründeten «Hospizstiftung» will das Kasseler Hospiz seine ambulante und stationäre Arbeit finanziell weiter sichern. Die Stiftungsurkunde wurde am Mittwoch (17.09.) von Regierungspräsident Lutz Klein an den Vorsitzenden des Hospizvereins Kassel, Dekan Eberhard Schwarz, überreicht. Schwarz hatte zuvor darauf hingewiesen, dass das Stiftungskapital von derzeit 250.000 Euro aus zwei Erbschaften stamme.

Klein hob angesichts der Tatsache, dass das Land Hessen gezwungen sei, auch im sozialen Bereich zu sparen, die besondere Bedeutung des Stiftungswesens hervor. Eine Großfamilie, in der die Menschen zu Hause sterben könnten, gebe es selbst auf dem Lande nur noch selten.

Das Kasseler Hospiz verfügt über sechs Betten, die Menschen zur Verfügung stehen, deren Pflege im Krankenhaus nicht mehr möglich und sinnvoll ist. Daneben gibt es noch eine ambulante Arbeit des Hospizvereins, bei der Sterbende zu Hause aufgesucht und betreut werden.

Den Sterbenden werden Schmerzen gelindert, sie werden medizinisch und seelsorgerlich betreut. Eine aktive Sterbehilfe wird abgelehnt. Träger des Kasseler Hospizes ist die Evangelische Altenhilfe Hofgeismar. (22.09.2003)

   

Ringvorlesung zum Thema Ethik und Gentechnik in Kassel

   

Kassel (epd). Die ethischen Folgen der Gentechnologie sind Thema einer Ringvorlesung unter dem Motto «Dimensionen der Gentechnologie», die die Universität Kassel ab Ende Oktober veranstaltet. Wie die Pressestelle der Universität mitteilte, wurde die Reihe von Kristian Köchy, der zurzeit als Privatdozent theoretische Philosophie lehrt, aber auch einen Doktortitel im Fach Biologie hat, konzipiert. Er startet die Reihe auch mit einem Vortrag zum Thema «Von der Wissenschaftstheorie zur Wissenschaftsethik» am 30. Oktober.

Weitere Themen sind allgemeine Informationen über Genetik (18.11.), die Probleme vorgeburtlicher Analysen (25.11), historische Überlegungen (3.12.), Klonen menschlicher Zellen (9.12.), ethische Implikationen der Stammzellenforschung (22.1.) sowie der rechtliche Status des Embryos (5.2.).

Die Vorträge, die von unterschiedlichen Referenten gehalten werden, beginnen jeweils um 19 Uhr im Gießhaus der Universität. (22.09.2003)

   

Ministerin Schmidt: Rente ab 67 offen diskutieren
Rürup-Abschluss: Weniger Rente, längere Lebensarbeitszeit

   

Berlin (epd). Die Rürup-Kommission hat am Donnerstag ihren Abschlussbericht vorgelegt. Der Kommissionsvorsitzende Bert Rürup forderte die Regierung auf, möglichst viele Vorschläge zur Reform der Sozialsysteme bald umzusetzen. Bundessozialministerin Ulla Schmidt (SPD) erklärte, der Bericht enthalte zahlreiche Reform-Empfehlungen, die "notwendig und vernünftig" seien.

In der Rentendebatte zeigte sich Schmidt offen für die Rente ab 67 Jahren. Über eine Heraufsetzung des Rentenbeginns müsse unbefangen diskutiert werden, sagte sie. Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbände reagierten mit Kritik auf die Rürup-Vorschläge. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di kritisierte sie als "unsozial". Die Arbeitgeber nannten die Empfehlungen dagegen "wegweisend".

Für die Rente sieht sie eine Anhebung der Altersgrenze auf 67 Jahre bis zum Jahr 2035 vor. Der Rentenbeitrag soll bei 22 Prozent liegen und das Rentenniveau von heute 48 Prozent des Bruttoeinkommens im Jahr 2030 auf 40 Prozent sinken.

Die 26-köpfige Kommission habe die Interessen der Älteren und der Jüngeren ausgewogen berücksichtigt, sagte Rürup. Der Abschlussbericht, der auch die Minderheitenpositionen enthalte, werde von der großen Mehrheit des Gremiums getragen.

Ein Sprecher der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) erklärte in Berlin, Vorschläge wie die Beschneidung der Rentenzuwächse und ein späteres Renteneintrittsalter dürften kein Tabu sein. Der Deutsche Caritasverband kritisierte die Benachteiligung der Familien bei den Vorschlägen zur Rentenversicherung. Wer Kinder erziehe, stehe weiterhin schlechter da als Erwerbstätige, die Rentenbeiträge einzahlen könnten. (02.09.2003)

   

Kopftuchurteil:
Landesausländerbeirat kritisiert Kultusministerin

   

Wiesbaden (epd). Der hessische Landesausländerbeirat hat Kultusministerin Karin Wolff (CDU) bei ihrer Reaktion auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts im so genannten Kopftuchstreit «politischen Schnellschuss» vorgeworfen. Mit ihrer Ankündigung, per Gesetz Lehrerinnen das Kopftuchtragen in hessischen Schulen zu verbieten, werde sie dem sensiblen Thema nicht gerecht, kritisierte der Vorsitzende Manuel Parrondo in Wiesbaden. In Hessen gebe es keinen konkreten Anlass für voreilige Festlegungen, so Parrondo.

«Wir brauchen einen Dialog der Religionen und keinen Glaubenskampf in Hessen!», sagte Parrondo. Eine sorgfältige Prüfung und Abwägung, vor allem aber auch ein verantwortungsbewusster Umgang mit dieser höchst komplexen Frage in der Öffentlichkeit sei das politisch einzig Sinnvolle. (26.09.2003)

   

Gottesdienst aus Zierenberg weltweit zu hören

   

Zierenberg (epd). Per Radio in alle Welt übertragen wird am Sonntag, 28. September, ein Gottesdienst im nordhessischen Zierenberg. Wie Michael Becker, Rundfunkpfarrer der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, mitteilte, soll es in dem um 10.05 Uhr in der Stadtkirche beginnenden Gottesdienst, den der Deutschlandfunk live überträgt, um das Thema Engel sowie um das Jahr der Bibel 2003 gehen. Die Predigt hält Michael Becker selbst.

Der Deutschlandfunk ist hierzulande auf UKW und in vielen europäischen Ländern auf Mittelwelle zu empfangen. Zum Sonntagsgottesdienst werde sich die Deutsche Welle hinzuschalten, die über Kurzwelle in die ganze Welt ausstrahlt, so Becker. (22.09.2003)

   

Kirche kann für standesamtliche Trauungen
genutzt werden

   

Roßberg (epd). In der Roßberger Kirche in der Gemeinde Ebsdorfergrund (Landkreis Marburg-Biedenkopf) können künftig standesamtliche Trauungen stattfinden. Bis zur Fertigstellung eines neues Bürgerhauses könne die politische Gemeinde die Kirche als Standesamt nutzen, sagte Pfarrerin Angelika Kaese auf epd-Anfrage. Nach einer zwischen dem Gemeindebürgermeister und den Kirchengemeinden getroffenen Vereinbarung kann die Kommune die Kirche auch für kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen nutzen.

Im Sommer 2002 hatte der Bürgermeister der Gemeinde Ebsdorfergrund, Andreas Schulz (SPD), in der Roßberger Kirche eine standesamtliche Trauung vorgenommen. Die Trauung war zuvor vom Landratsamt des Kreises abgelehnt, jedoch vom zuständigen Regierungspräsidium anschließend genehmigt worden. Um einen gerichtlichen Streit zu vermeiden, der laut Kaese den Frieden in der Gemeinde gestört hätte, seien die beiden Kirchengemeinden, die die Kirche nutzen, zu einem Kompromiss bereit gewesen.

Laut Kompromiss sollen Trauungen, bei denen das Paar «auf eine Entfernung religiöser Symbole oder anderer kirchlicher Einrichtungsgegenstände» besteht, in der Kirche nicht vorgenommen werden. Sollte die Vereinbarung in Zukunft inhaltlich nicht eingehalten werden, müssten die Kirchengemeinden «eine weitergehende juristische Prüfung anstreben». Die Kirchengemeinden sehen laut Kaese in der Frage der standesamtlichen Trauungen vor allem die Vermischung von Kirche und Staat als problematisch an.

Die Roßberger Kirche ist Eigentum der politische Gemeinde und seit einem Gerichtsurteil aus dem Jahr 1881 den beiden im Ort bestehenden Kirchengemeinden zum «gottesdienstlichen Gebrauch» überlassen. Eine der Gemeinden gehört zur Selbständigen Evangelisch-Lutherische Kirche, die andere zur Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. (26.09.2003)

   

Bischof Hein würdigt Kirchenmagazin bei Sky-Radio Hessen

   

Kassel (medio). Bei seinem ersten Besuch des Kasseler Radiosenders "Sky Radio Hessen" zeigte sich der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Martin Hein, sehr erfreut, dass die Hörerinnen und Hörer bei "Sky Radio" jeden Sonntag auch Glaube und Kirche im Radio erleben können. Der Bischof bezog sich dabei auf das jeden Sonntag zwischen 7 und 8 Uhr bei Sky Radio ausgestrahlte Magazin der Kirchen mit dem Titel "Sonntagmorgen", das gemeinsam von der evangelischen Medienagentur "medio" und dem Bistum Fulda produziert wird. Dem Standort Kassel tue es gut, so Hein, dass ein Radiosender hier seinen Hauptsitz genommen habe.

Zuvor hatte der geschäftsführende Programmdirektor von Sky Radio Hessen, Tom Adams, den Bischof durch den Sender geführt und über Konzeption und Programmphilosophie informiert. Begleitet wurde Hein bei seinem Besuch vom Pressesprecher der Landeskirche, Pfr. Karl Waldeck, und den Geschäftsführern der landeskirchlichen Medienagentur "medio", Pfr. Christian Fischer und Pfr. Dr. Siegfried Krückeberg.

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Bischofsbesuch bei Sky Radio in Kassel: v.l. Karl Waldeck, Dr. Siegfried Krückeberg,
Tom Adams,
Bischof Dr. Martin Hein, Christian Fischer
Herzliche Begrüßung und Informatives Gespräch bei Sky Radio. Im Studio von Sky Radio: v.l. Tom Adams,
Bischof Dr. Hein,
Christian Fischer.

(Fotos: medio.tv/Böttcher)

(08.09.2003)

  Linktipp:

Der Radiosender Sky Radio im Internet:

www.skyradio.de

Bischofskonferenz denkt über neue Nutzung von Kirchen nach

   

Fulda (epd). Die Frage einer möglichen anderweitigen Verwendung wenig genutzter Kirchengebäude ist ein Thema der Vollversammlung der Deutschen katholischen Bischofskonferenz, die vom 22. bis 26. September in Fulda stattfindet. Wie die Pressesprecherin der Konferenz, Martina Höhns, mitteilte, kann dies mittelfristig vor allem Innenstadtgemeinden betreffen. Die Bischöfe wollten sich Gedanken über eine Orientierungshilfe zu diesem Thema machen.

Auf dem Programm der Vollversammlung stehen ferner eine Arbeitshilfe «Christen und Muslime in Deutschland», ein Hirtenwort zur Liturgie sowie kirchliche Anforderungen für Juniorprofessoren, für die Lehramtsstudiengänge und für die Kirchenmusikerausbildung. Während eines Studientages wollen sich die insgesamt 68 Bischöfe und Weihbischöfe aus den 27 deutschen Diözesen zudem mit Fragen des europäischen Integrationsprozesses beschäftigen.

Die Vollversammlung der Bischofskonferenz findet zweimal jährlich statt. Aufgaben der Versammlung sind Studium und Förderung gemeinsamer Aufgaben, gegenseitige Beratung, Koordinierung der kirchlichen Arbeit, gemeinsame Entscheidungen, Pflege der Verbindung zu anderen Bischofskonferenzen sowie Kontakt zum Apostolischen Stuhl. (22.09.2003)

   

Diakonie: "Einsparprogramm wird die treffen, die auf Hilfen angewiesen sind"

   

Kassel (medio). "Es wird immer schwieriger für uns, unseren Auftrag zu erfüllen: Menschen in Not und besonderen Lebenslagen, alten, kranken und Menschen mit Behinderung unter den heute gegebenen Rahmenbedingungen gerecht zu werden", fasst Landespfarrer für Diakonie Martin Slenczka im Rückblick das vergangene Jahr 2002 und die zurückliegenden Monate 2003 zusammen.

Anlässlich der 114. Mitgliederversammlung des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck (DWKW) am 15. September in Hofgeismar spielte er in seinem mündlichen Jahresbericht auf das aktuelle Sparprogramm der hessischen Landesregierung an: "Die geplanten Einschnitte werden in aller erster Linie die treffen, die auf die Hilfen angewiesen sind, also die Ärmsten der Armen und die, die es so schwer haben, sich selbst zu wehren und für ihre Interessen einzutreten. Hier liegt unsere Aufgabe. Diakonie muss für diese Menschen anwaltschaftlich eintreten", betonte Slenczka. (15.09.2003)

   

Höppner neuer Vorsitzender des Fördervereins Herrenhaus Imshausen

   

Bebra (epd). Reinhard Höppner, ehemaliger Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, ist neuer Vorsitzender des Fördervereins Herrenhaus-Imshausen. Wie Joachim Garstecki, geschäftsführender Studienleiter der Stiftung Adam von Trott, mitteilte, tritt Höppner die Nachfolge von Otto Freiherr von Campenhausen an, der nicht mehr kandidierte. Als Stellvertreter wurde am vergangenen Wochenende Klaus Tschentscher gewählt.

Der Förderverein existiert seit 1996 und hat die Renovierung des aus dem Jahre 1791 stammenden Herrenhauses Imshausen maßgeblich gefördert. Seit 2002 unterstützt er die Arbeit der Stiftung Adam von Trott in Imshausen. Die Stiftung betätigt sich unter anderem in der Friedensarbeit im Geist der Ökumene und der christlichen Tradition Imshausens.

Der Widerstandskämpfer Adam von Trott zu Solz war im August 1944 wegen seiner Beteiligung am Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 hingerichtet worden. (22.09.2003)

   

Jüdische Bibelwoche mit Rabbiner Shlomo Raskin

   

Hessisch-Lichtenau (epd). Die jüdische Tradition des Chassidismus steht im Mittelpunkt der elften Jüdischen Bibelwoche des Arbeitskreises Christen - Juden in Kurhessen-Waldeck. Wie Dietlinde Jessen vom Arbeitskreis in Hessisch-Lichtenau mitteilte, ist vom 14. bis 18. September Rabbiner Shlomo Raskin aus Frankfurt am Main mit verschiedenen Vorträgen zu dieser Thematik an mehreren Orten im Bereich der Landeskirche zu hören.

Eröffnet wird die Woche am Sonntag, 14. September, um 18 Uhr in Kassel im Evangelischen Forum mit einem Vortrag zum Thema «Das Schicksal des Menschen versteckt in seinem Namen». Am 15.9. spricht Raskin um 20 Uhr im Gemeindehaus der Auferstehungskirche in Eschwege, und am 16.9. ist er um 19.30 im Altenzentrum Hospital in Bad Hersfeld zu Gast. Am 17.9. spricht Raskin um 19.30 Uhr im Philippshaus in Marburg und am 18.9. um 19.30 Uhr in der ehemaligen Synagoge in Großkrotzenburg.

Neben diesen Vorträgen seien an den Vormittagen auch Schulveranstaltungen in Hessisch-Lichtenau, Steinatal, Bad Hersfeld und Großkrotzenburg geplant, so Jessen. (04.09.2003)

   

Telefonseelsorge Main-Kinzig sucht neue Mitarbeiter

   

Hanau (epd). Mit einem Ausbildungskurs will die Telefonseelsorge im Main-Kinzig-Kreis neue Mitarbeiter gewinnen. Wie die Einrichtung am Donnerstag in Hanau mitteilte, wird es hierzu am 1. Oktober einen Informationsabend geben. Beginn ist um 19.30 Uhr in der katholischen Familienbildungsstätte, Im Bangert 4a, in Hanau. Der Ausbildungskurs selbst startet dann im November.

Im Vordergrund der derzeitigen Arbeit der Telefonseelsorge stünden Partnerschafts- und Familienprobleme, erklärte Ulrich Hoffmann, Leiter der Einrichtung. Große Probleme wie Selbstmordgedanken oder existentielle Krisen seien eher selten. Oft sei es auch einfach das Gefühl, alleine nicht mehr weiter zu wissen. Um hier helfen zu können, müsse man gründlich vorbereitet sein.

Die ökumenische Telefonseelsorge Main-Kinzig mit Sitz in Hanau existiert seit 27 Jahren und ist für die Menschen in der Region Gedern und Babenhausen, Bad Soden-Salmünster und Maintal rund um die Uhr erreichbar. (15.09.2003)

   

Museum lädt Kinder zu Reise ins Jenseits ein

   

Kassel (epd). Eine Reise ins Jenseits will eine Wanderausstellung im Kasseler Museum für Sepulkralkultur vor allem Kindern und Jugendlichen ermöglichen. Die interaktive Ausstellung mit dem Titel «Erzähl' mir was vom Tod» wurde am 14.09. eröffnet und wendet sich speziell an die Altersgruppe der 6 bis 14-Jährigen. Die Ausstellung könne aber auch Erwachsenen viel geben, sagte Museumsdirektor Reiner Sörries bei einer Vorbesichtigung am Freitag. «Wir begreifen den Tod, das Sterben und den Himmel leichter, wenn wir uns auf kindliches Niveau begeben», erklärte er.

Die Ausstellung, die von Mitarbeitern des Kinder- und Jugendfreizeitzentrums FEZ in Berlin entwickelt wurde und dort erstmals zu sehen war, ermöglicht in 13 begehbaren Rauminszenierungen eine kindgerechte Annäherung an die Themen Tod und Leben, Werden und Vergehen. Mit Hilfe eines Reisepasses, den jedes Kind erhält, gelangt man in die Ausstellung. Unter anderem kann man sich in einem Labor einen «Unsterblichkeitstrank» zurechtmixen oder den ägyptischen Todeskult nachempfinden. Auch ein Probeliegen in einem echten Sarg soll möglich sein, so Reiner Sörries.

Die Ausstellung «Erzähl mir was vom Tod» ist vom 14.9. bis 4.1.04 im Kasseler Museum für Sepulkralkultur zu besichtigen. Öffnungszeiten: Di bis So von 10 bis 17 Uhr, Mi von 10 bis 20 Uhr. Vom 31.10. bis 2.11. geschlossen. (15.09.2003)

   

Deutscher Verband «Entschieden für Christus» feiert 100-jähriges Bestehen

   

Kassel (epd). Der Deutsche Jugendverband «Entschieden für Christus» will in den kommenden Jahren christliche Werte offensiv in der Gesellschaft leben. Wie der Jugendreferent des Verbandes, Thorsten Riewesell, am Freitag aus Anlass des 100-jährigen Jubiläum des Verbandes in Kassel erklärte, habe man für die kommenden Jahre zahlreiche Aktionen ins Auge gefasst. So werde im kommenden Jahr ein aus fünf Leuten bestehendes «Team EC» Schulen und Kindergärten in ganz Deutschland aufsuchen und für den christlichen Glauben werben.

Für das Jahr 2006 sei die Aktion «Ich glaub's» geplant, auf die Jugendliche gründlich vorbereitet würden. Neu sei auch die Idee, so genannte «Fußballcamps» anzubieten. Diese Angebote stellten eine Verbindung von Fußballtraining und kreativer Verkündigung dar, so Riewesell.

Der Jugendverband, der nach eigenen Angaben pro Woche rund 40.000 Kinder und Jugendliche mit seinen Angeboten erreicht, versteht sich als missionarische Jugendbewegung innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland. Vor 100 Jahren wurde er in Deutschland gegründet, die Anfänge der Bewegung gehen aber bis ins Jahr 1881 in die USA zurück. Heute gibt es EC-Verbände in insgesamt 50 Ländern. Die deutsche Zentrale befindet sich in Kassel.

«Es ist nicht gerade eine Zeit der großen Erweckung», beurteilte Bundesgeschäftsführer Rolf Trauernicht die aktuelle Lage. Doch sei das insbesonders im Osten verbreitete Nichtwissen über den Glauben auch positiv zu sehen, denn die Jugendlichen seien hier nicht negativ vorbelastet. Um den Glauben in den eigenen Reihen zu stärken, wird es im kommenden Jahr für alle EC-Kreise einen Glaubenskurs geben. (15.09.2003)

   

Infos zu Kinderbibeln bei Kasseler Herbstausstellung

   

Kassel (epd). Sieben der 28 Kirchenkreise der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck wollen sich mit einem Informationsstand über Kinderbibeln an der diesjährigen Kasseler Herbstausstellung beteiligen. Neben einer Auswahl empfehlenswerter Bibeln werde es auch ein Bibelquiz, bei dem viele Preise winken, geben, teilte der Gesamtverband Evangelischer Kirchengemeinden am Montag in Kassel mit.

Der Stand wird vom 12. bis 21. September in Halle 1 unter der Nummer 151 zu finden sein. Neben den drei Kasseler Kirchenkreisen beteiligen sich an ihm die Kirchenkreise Hofgeismar, Kaufungen, Kassel-Land und Wolfhagen. (10.09.2003)

   

Kirchenerhaltungsfonds setzt 35 Kirchen auf Projektliste

   

Kassel (epd). 35 Kirchen stehen auf der aktuellen Projektliste der Stiftung Kirchenerhaltungsfonds der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW). Wie die Stiftung am Freitag in Kassel mitteilte, ist mit der Aufnahme in die Liste allerdings noch keine feste Förderzusage verbunden. Es sei aber die Option gegeben, dass die Stiftung Einzelspenden zugunsten der betreffenden Kirchengebäude über 2.556,46 Euro um Beträge in gleicher Höhe aufstocken könne.

Schwerpunkt der Förderungen sollen in diesem Jahr Innenrenovierungen von Kirchen sein. Die Vergabe der Fördermittel findet am 27. Januar 2004 statt. Die EKKW hat die Stiftung, deren Gründung die Landessynode im Jahre 2000 beschlossen hatte, mit einem Stiftungskapital in Höhe von 15,8 Millionen Euro ausgestattet. Im vergangenen Jahr waren Projekte mit insgesamt 875.000 Euro gefördert worden. (01.09.2003)

   

Kasseler Diakoniestationen feiern 25-jähriges Bestehen

   

Kassel (epd). Auf ein 25-jähriges Bestehen blicken am kommenden Sonntag die Diakoniestationen in Kassel zurück. In einem Festgottesdienst in der Martinskirche um 10 Uhr solle dieses Jubiläums gedacht werden, teilte der Gesamtverband Evangelischer Kirchengemeinden am Dienstag mit.

Mit 123 Mitarbeitern sowie durchschnittlich 500 versorgten Patienten seien die Diakoniestationen der größte Pflegedienst in Kassel. In den vergangenen Jahren hätten die Stationen ihre Arbeit nur durch kirchliche Unterstützung und Lohnverzicht der Mitarbeiter bewältigen können, so der Gesamtverband. Der Landespfarrer für Diakonie, Martin Slenczka, beklagte in diesem Zusammenhang die «zunehmende Ökonomisierung der Pflege». Er forderte die Verantwortlichen dazu auf, «endlich akzeptable Rahmenbedingungen und eine ausreichende Finanzierung der Pflege zu schaffen». (10.09.2003)

 

Freiwilligendienste verzeichnen Rekordzulauf

   

Kassel (epd). 152 junge Leute haben Mitte August im Bereich der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck ein Freiwilliges Soziales (FSJ) oder Ökologisches Jahr (FÖJ) in Kirche und Diakonie begonnen. Wie der Leiter der landeskirchlichen Einrichtung, Roland Gayer, am Dienstag in Kassel mitteilte, bedeutet dies eine Steigerung um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damals meldeten sich 127 junge Menschen zum Dienst. Die jetzige Zahl bedeute einen neuen Höchststand.

Die Freiwilligen im FSJ unterstützen Fachkräfte in diakonischen Einrichtungen der Alten-, Behinderten- und Jugendhilfe, in Diakonie- und Sozialstationen, in Krankenhäusern und in Kindertagesstätten. Sie nehmen vor allem solche Aufgaben wahr, zu denen die hauptberuflich Tätigen immer weniger kommen. Im FÖJ arbeiten die Freiwilligen in ökologisch wirtschaftenden landwirtschaftlichen Betrieben, in Forschungseinrichtungen sowie in Einrichtungen, die ökologische Bildung betreiben. (04.09.2003)

 

«Ausbildungshilfe» mit neuem Namen

   

Kassel (epd). «Ausbildungshilfe - Christian Education Fund» lautet der neue Name für ein Hilfswerk der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) mit Sitz in Kassel, das zurzeit rund 2.700 Menschen in Entwicklungsländern mit Stipendien für ihre akademische oder berufliche Qualifikation fördert. Wie der Geschäftsführer des Vereins, Eberhard Will, am Dienstag mitteilte, ist die neue Namensgebung bei der diesjährigen Mitgliederversammlung im Juli einstimmig beschlossen worden. Der 1960 gegründete Verein hieß bis dahin «Ausbildungshilfe für junge Christen in Asien und Afrika».

Der neue Name wirke für Spender griffiger und moderner und sei für die ausländischen Partnerorganisationen verständlich, erläuterte Will. Der alte Titel habe immer häufiger zu kritischen Nachfragen geführt, ob Nichtchristen von der Chance auf Qualifikation ausgeschlossen werden sollen. Zuletzt hat die «Ausbildungshilfe», die fast ausschließlich im Bereich der EKKW sammelt, Spendeneinnahmen von jeweils mehr als 500.000 Euro pro Jahr verbuchen können. (04.09.2003)

 

600 Jahre Conrad Soest Altar
Bad Wildungen feierte Jubiläum mit Bischof Hein

   

Bad Wildungen (medio). Mit einem Festgottesdienst in der Stadtkirche Bad Wildungen feierten Bad Wildunger Bürger am Sonntag mit Bischof Dr. Martin Hein das Jubiläum des Conrad-von-Soest-Altars, der in diesem Jahr 600 Jahre alt wird.

Das 1403 vollendete Kunstwerk gilt als eine der ältesten erhaltenen mittelalterlichen Altarmalereien Europas. Es zeigt auf sechs Metern Breite 13 Szenen aus der Heilsgeschichte Jesu. Das Altarbild war in der Zeit von 1993 bis 1998 im Hessischen Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden saniert worden. Die Stadtkirche ist bis Oktober täglich von 10.30 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Jeden Sonntag findet um 15 Uhr eine Führung statt.

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Bischofsbesuch zum Jubiläum: 600 Jahre Wildunger Altar . Voll besetzt: Die Bad Wildunger Stadtkirche. Im angeregten Gespräch:
Bischof Dr. Martin Hein.

(Fotos: medio.tv/Böttcher)

(02.09.2003)

 

Linktipp:

Die Website zum Wildunger Altar:

bad-wildunger-altar.de

Neue Internet-Suchmaschine hilft bei Suche nach christlichen Themen

   

Hannover (epd). Die Suche nach christlichen Themen im Internet soll durch die neue Suchmaschine www.crossbot.de erleichtert werden. Nutzer erhielten damit Zugriff auf 300.000 redaktionell geprüfte Internet-Seiten mit christlichem Inhalt, teilte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) am Mittwoch in Hannover mit. Die Suchmaschine wurde von der EKDInternetarbeit und der Multimedia-Agentur i-public des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik entwickelt.

Es handle sich bereits jetzt um die größte und umfassendste christliche Suchmaschine weltweit, so die EKD. Bis zum Jahresende soll die Zahl der erfassten Internetseiten auf eine Million steigen. Die Suchmaschine liefert Nutzern nach Relevanz sortierte Ergebnisse. Die Startseite enthält zudem einen Katalog mit 19 Kategorien wie "Glaube und Gesellschaft" oder "Spiritualität", die auf thematisch geordnete Links verweisen. Nur seriöse Seiten, die den christlichen Glauben zum Inhalt haben, werden nach EKD-Angaben in den Katalog aufgenommen. (02.09.2003)

 

Linktipp:

Die christliche Qualitäts-suchmaschine im Web:

www.crossbot.de

Kasseler Museumsnacht bietet 250 Programmpunkte

   

Kassel (epd). Edelsteinschlürfen im Naturkundemuseum, eine nächtliche Heißluftballonillumination im Bergpark Wilhelmshöhe sowie eine Videoinstallation im Lutherkirchturm sind drei von insgesamt 250 Programmpunkten, mit denen die Kasseler Museumsnacht am 6. September aufwartet. 25 Sonderausstellungen, 26 Aktionen, 18 Lesungen, Film- und Videopräsentationen, 100 Führungen und zahlreiche Konzerte sollen in der Zeit von 17 bis 24 Uhr schätzungsweise 30.000 bis 40.000 Besucher anlocken, teilte der Kasseler Kulturdezernent Thomas-Erik Junge (CDU) am Donnerstag mit.

An der Nacht beteiligen sich auch kirchliche Einrichtungen. Neben der bereits erwähnten Videoinstallation im Lutherkirchturm mit dem Titel «Luftbeben» von Eberhard Weyel, die die Zerstörung Kassels im Jahre 1943 und den Anschlag auf das World Trade Center 2001 in Beziehung setzt, werden in der katholischen St. Elisabeth-Kirche plastische Arbeiten verschiedener Künstler zum Thema «Stirb und Werde» gezeigt. Das Museum für Sepulkralkultur präsentiert unter anderem zehn begehbare Klanginstallationen von Rochus Ast zum Thema «totgetanzt.ausgetanzt», und in der Alten Brüderkirche bietet sich dem Besucher eine multimediale Schau zur Geschichte des Quartiers rund um die Kirche. In der Kirche, die schon seit längerem nicht mehr in kirchengemeindlichem Gebrauch ist und von einer Stiftung unterhalten wird, findet ab 23 Uhr zudem eine Abschlussparty zur Museumsnacht statt. (01.09.2003)

 

Linktipp:

Internetangebot zur Kasseler Museumsnacht:

www.museumsnacht.de

Bibelparcours wird in Marburg aufgebaut

   

Marburg (epd). Auf dem Marburger Messeplatz wird vom 1. bis 15. September ein Bibelparcours aufgebaut. Der Bibelparcours sei eine «erlebnisorientierte Zeitreise» durch die Kirchengeschichte bis in die heutige Zeit, teilte der Pressesprecher der Stadt Marburg, Rainer Kieselbach, am Freitag auf epd-Anfrage mit.

Der etwa zwei Stunden lange Rundgang biete «unkonventionelle Denkanstöße». Besucher könnten zum Beispiel in einem Beduinenzelt verweilen, in einem Fernsehstudio über das Thema Freundschaft sprechen oder auf einem Basar die Gerüche des Orients schnuppern, wie es zur Zeit Jesu gewesen sein könnte.

Der Bibelparcours war bereits in Bremen und auf dem ökumenischen Kirchentag in Berlin zu sehen. Konzipiert hat ihn der Ring Missionarischer Jugendbewegungen zum Jahr der Bibel 2003. In Marburg sind die Evangelische Allianz und der Arbeitskreis Christlicher Kirchen und Gemeinden (ACK) für die Veranstaltung verantwortlich. (01.09.2003)

 

Linktipp:

Der Bibelparcours im Internet:

www.bibelparcours.de

Am «Tag des offenen Denkmals» stehen 150 Kirchen offen

   

Frankfurt a.M./Kassel (epd). Am 14. September können in Hessen mehrere Hundert sonst nur beschränkt zugängliche Kulturdenkmäler besichtigt werden. Das diesjährige bundesweite Motto des Tages lautet «Geschichte hautnah: Wohnen im Baudenkmal». Im Mittelpunkt stehen historische Gebäude, die ursprünglich nicht zu Wohnzwecken errichtet wurden wie zum Beispiel eine ehemalige Fabrik, ein Rathaus, ein Bahnhof oder eine Kapelle.

Der hessische «Tag des offenen Denkmals» wird am Samstag, 13. September, um 15 Uhr in Weimar-Kehna (Kreis Marburg Biedenkopf) von Staatsminister Udo Corts (CDU) eröffnet. 1993 erwarb die Gemeinschaft Kehna, eine sozialtherapeutische Lebens- und Arbeitsgemeinschaft auf anthroposophischer Grundlage, in dem kleinen Haufendorf drei alte Hofreiten und sanierte sie. Heute bietet die Gemeinschaft dort 32 Wohn- und 44 Arbeitsplätze in Werkstätten an.

Am 14. September werden in Hessen rund 150 evangelische und katholische Gotteshäuser ihre Portale geöffnet halten, um der Öffentlichkeit architektonische Besonderheiten, Kunstwerke und wertvolle Orgeln zu präsentieren. Neben städtischen Gotteshäusern wie der evangelischen Stadtkirche Darmstadt, der ältesten Wiesbadener Kirche im Stadtteil Bierstadt und der Universitätskirche in Marburg können landauf landab auch zahlreiche alte Dorf- und Fachwerkkirchen besichtigt werden.

Offen stehen werden auch die Kasseler Martinskirche mit den Grabanlagen der hessischen Landgrafen und die Bad Wildunger Stadtkirche mit dem berühmten Altar des Konrad von Soest, der in diesem Jahr 600 Jahre alt wird. An dem Tag beteiligen sich ferner das Kloster Haina mit Tischbeinhaus, das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Marienschloss in Rockenberg und die Propstei Johannesberg bei Fulda mit Klosterkirche und Barockgarten. (28.08.2003)

 

Linktipp:

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz im Internet:

denkmalschutz.de

Kirchengemeinde will kommunalen Friedhof übernehmen

   

Kirchvers (epd). Die evangelische Kirchengemeinde Kirchvers will den kommunalen Friedhof im Ort übernehmen. Eine Entscheidung werde voraussichtlich nach der Sommerpause im September fallen, sagte Pfarrer Hans Peter Kovács am Mittwoch auf epd-Anfrage. Der Gemeindevorstand habe den Friedhof zur «kostenlosen Übernahme» angeboten. Allerdings wolle die Gemeinde auch keine Folgekosten tragen, erläuterte der Pfarrer. Der Kirchenvorstand habe sich für Verhandlungen mit der Gemeinde ausgesprochen, die derzeit geführt würden.

Hintergrund sei eine geplante neue Friedhofsatzung der Gemeinde Lohra (Landkreis Marburg-Biedenkopf). Nach der neuen Gebührenordnung würden laut Kovács die Kosten für eine Bestattung von bisher 50 Euro auf 650 Euro steigen. Hinzu kämen 360 Euro für den Kauf des Grabes. Eine Erstbestattung in einem Reihengrab für Eheleute solle künftig 1.300 Euro kosten. Die geplante Gebührenstruktur sei «unmenschlich», meinte der Pfarrer.

In dem 1.000-Einwohner-Ort Kirchvers gebe es eine so genannte Dorfreihe. Mit der neuen Satzung solle sie jedoch abgeschafft werden. Bisher müssten arbeitsfähige Männer unter 65 Jahren für die Verstorbenen im Dorf das Grab ausheben. Durch die Eigenleistung blieben die Kosten niedrig. Die Nachbarschaftshilfe habe zudem eine «wichtige soziale und seelsorgerische Funktion». In Unterschriftenlisten hätten sich die Bewohner für die Beibehaltung der Dorfreihe ausgesprochen.

Wenn die Kirchengemeinde den Friedhof übernähme, werde man die Dorfreihe erhalten und eine eigene «moderate» Gebührenordnung beschließen. (28.08.2003)

   

Evangelische Grundschule Bruchköbel-Oberissigheim nimmt Betrieb auf

   

Am morgigen Dienstag nimmt die Evangelische Grundschule Oberissigheim (Gemeinde Bruchköbel, Main-Kinzig-Kreis) ihren Betrieb auf. Im November vergangenen Jahres hatte die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck die Errichtung der Evangelischen Grundschule beschlossen: Die Kirche müsse ihre Bildungsverantwortung auch modellhaft durch Schulen in evangelischer Trägerschaft sichtbar wahrnehmen. Hohe pädagogische Qualität solle an der Schule mit dem evangelischen Bildungs- und Erziehungsverständnis verbunden und so "evangelisches Lernen" ermöglicht werden: Die gesamte schulische Arbeit soll sich christlich bezogen an Lebensfragen orientieren; ebenso soll die Weiterentwicklung des Religionsunterrichts besondere Aufmerksamkeit erfahren. Zugleich soll modellhaft mit der Kirchengemeinde zusammengearbeitet werden. Im Vorfeld hatten sich Eltern aktiv für die Gründung der Evangelischen Grundschule eingesetzt. Sie wurden von der Kirchengemeinde darin nachhaltig unterstützt.
Die Evangelische Grundschule Oberissigheim ist die zweite Schule in der Trägerschaft der Landeskirche, die zudem die Melanchthon-Schule Steinatal (Schwalm-Eder-Kreis), ein Gymnasium, unterhält.

Am 2. September werden in die Evangelische Grundschule Oberissigheim zunächst Schülerinnen und Schüler der Jahrgangstufen 1 und 2 aufgenommen. Später können insgesamt 80 Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 4 aus dem Bruchköbeler Stadtteil Oberissigheim und bei freien Kapazitäten auch aus dem Stadtteil Niederissigheim aufgenommen werden. Aufgenommen werden Kinder unabhängig von ihrer Konfessionszugehörigkeit. Die Betriebskosten für die Evangelische Grundschule Oberissigheim betragen für die Landeskirche für das Schuljahr 2003/2004 rund 300 000 €; die Eltern haben monatlich ein Schulgeld von 26 € zu entrichten.
Für das Schuljahr 2003/2004 wurde das Evangelische Gemeindehaus in Oberissigheim für den Schulbetrieb hergerichtet. Ein Schulneubau in Oberissigheim ist in konkreter Planung.
Die Evangelische Grundschule Oberissigheim soll sich durch ein christliches Profil auszeichnen. Dies zeigt sich in der Frage nach der ethischen und religiösen Bedeutung von Unterrichtsgegenständen, dem Entdecken der religiösen Dimension des Unterrichts, der Wahrnehmung von Verantwortung für andere, die Ausbildung einer eigenen Identität und die Förderung der Gemeinschaftsfähigkeit, das Entscheiden und Handeln nach christlichen Maßstäben und das Einüben einer ökumenischen Sichtweise.

Im Endausbau werden an der Evangelischen Grundschule Oberissigheim vier Grundschullehrer und eine Sozialpädagogin arbeiten. Zugleich ist eine enge Kooperation mit Institutionen im Vorschulbereich, benachbarten Grundschulen und weiterführenden Schulen vorgesehen. Ein aktiver Förderverein soll das schulische Angebot durch Arbeitsgemeinschaften und Kurse ergänzen, die Zusammenarbeit mit der Stadt Bruchköbel, den örtlichen Vereinen und Betrieben unterstützen sowie Sponsoren für die Schule werben. Regelmäßige Beratungstage, thematische Elternabende und Eltern-Kind-Seminare sollen fester Bestandteil des Schullebens sein. In einem Schulvertrag verpflichten sich die Eltern zur aktiven Unterstützung der schulischen Arbeit und zur Mitgestaltung des Schullebens im Sinne des evangelischen Profils. (01.09.2003)

 

Bischof Hein Nachfolger von Bischöfin Käßmann im Weltkirchenrat

   

Genf (epd). Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen- Waldeck, Martin Hein, wird im Zentralausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) Nachfolger der hannoverschen Bischöfin Margot Käßmann. Wie ÖRK-Sprecher Juan Michel am Mittwoch in Genf dem epd bestätigte, nahmen die zurzeit tagenden 158 Delegierten einen entsprechenden Vorschlag der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an. Käßmann hatte ihr Amt im ÖRK im Sommer 2002 nach 19 Jahren Mitarbeit aus Protest gegen ein Dokument zur Zusammenarbeit mit den orthodoxen Mitgliedskirchen niedergelegt.

Käßmann und andere Kritiker werteten das Papier als zu großes Zugeständnis an die Ostkirchen. Bei der Tagung des Zentralausschusses bis 2. September soll nach einem Ausgleich zwischen den orthodoxen und protestantischen Mitgliedskirchen in dem Bund von 342 Kirchen in 120 Ländern gesucht werden. (27.08.2003)

 

Linktipp:

ekkw.de/bischof


Bischof Dr. Martin Hein (Foto: medio.tv/Böttcher)

Kirche sendet SMS-Texte für Jugendliche aufs Handy

   

Kassel (epd). SMS-Texte mit biblischen Aussagen können Jugendliche von Oktober bis Ende Dezember kostenlos auf ihr Handy bekommen. Wie Elke Hartmann, Bereichsleiterin des Amtes für kirchliche Dienste im Bereich Kinder- und Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, am Mittwoch mitteilte, startet die Aktion am 6. Oktober.

Jeweils montags würden die Mitteilungen, die biblische Texte in Bezug zu Texten von Prominenten, Musikern und anderen setzten, versandt. An den Montagnachmittagen bestehe zudem die Gelegenheit, sich in einem Chatroom mit anderen über die Texte auszutauschen. Außerdem werde im Internet ein ständiges Forum eingerichtet. Anmeldungen zu der Aktion, die im Rahmen des Jahres der Bibel stattfindet, sind ab Montag, 1. September unter der Internetadresse www.bibelnews.de möglich. (28.08.2003)

 

Linktipp:

www.bibelnews.de


Postkarte zum Projekt

Hessen-Nassau legt drastische Sparliste vor
Kirchenpräsident Steinacker: "Wir können nicht so weiter machen wie bisher"

   

Darmstadt (epd). Ein umfangreiches Sparprogramm hat die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) am Freitag vorgelegt. Die Sparliste soll der Synode der EKHN am 20. September auf einer Sondertagung in Gießen als Beratungsgrundlage dienen. Bis zum Jahr 2006 müsse der Haushalt wegen «drastisch zurückgehender Kirchensteuern» voraussichtlich mindestens um 32 Millionen Euro reduziert werden, so der EKHN-Pressesprecher Stephan Krebs.

Ohne rasche Gegenmaßnahmen müsste die EKHN in etwa sechs Jahren Kredite zur Finanzierung ihrer laufenden Arbeit aufnehmen, so Finanzreferent Oberkirchenrat Heinz-Thomas Striegler. Dies aber dürfe auf keinen Fall geschehen. «Die Evangelische Kirche darf ihre Probleme nicht wie der Staat auf dem Rücken der nächsten Generation lösen», sagte Striegler. Spätestens ab dem Jahre 2006 müsse es wieder einen nach Einnahmen und Ausgaben ausgeglichenen Haushalt geben.

Kirchenpräsident Peter Steinacker erwartet, dass Einsparungen «nur durch tiefe und schmerzliche Einschnitte möglich» sein werden. Dies könne sogar die «Aufgabe von ganzen Arbeitsbereichen» bedeuten. «Wir können nicht so weitermachen wie bisher», so Steinacker.

In dem Papier wird betont, dass die fünf kirchliche Handlungsfelder Verkündigung, Seelsorge, Bildung, Gesellschaftliche Verantwortung und Diakonie sowie Ökumene für die Kirche «unaufgebbar» seien. Öffentlichkeitsarbeit sowie Aus- und Fortbildung würden ebenfalls als zwingend notwendig erachtet. Entscheidend für die Bewertung einzelner Arbeitsfelder müsse etwa die Frage sein, welche Bedeutung der jeweilige Bereich für die Erfüllung des kirchlichen Auftrags habe.

Auch künftig werde der Schwerpunkt des finanziellen Engagements der EKHN in den Gemeinden liegen, heißt es weiter. Anders als in früheren Konzept-Entwürfen werde aber keine fraglose Priorität von Gemeindepfarrstellen gegenüber Funktions- und Profilpfarrstellen mit besonderen Zielgruppen mehr vorausgesetzt. Ausdrücklich beruft sich die Kirchenleitung auf die «Mitgliedschaftsstudien der Evangelischen Kirche in Deutschland der vergangenen 30 Jahre», denen zufolge das flächendeckende Angebot kirchlicher Arbeit in der Zukunft überdacht werden müsse.

Konkret vorgeschlagen wird in dem Papier, entweder das Martin-Niemöller-Haus der Evangelischen Akademie in Arnoldshain (Schmitten/Ts) oder das Gebäude des Religionspädagogischen Studienzentrums in Kronberg zu verkaufen. Außerdem könnte das Mitgliedermagazin «ECHT» der EKHN Ende 2004 eingestellt werden.

Jährlich abgebaut werden sollen 1,5 Prozent der Pfarrstellen, was Einsparungen von etwa 1,3 Millionen Euro pro Jahr erbringen soll. Auch bei den Stellen für Kirchenmusik, Gemeindepädagogik und in der Verwaltung sollten jährlich 1,5 Prozent abgebaut werden. Durch die Förderung von Gemeindefusionen und dadurch reduzierte Personal- und Verwaltungskosten würden bis zu 3,4 Millionen Euro an Einsparungen erwartet. Eine zeitliche Verschiebung von Besoldungs- und Versorgungsanpassungen soll nach den Berechnungen weitere 1,6 Millionen Euro jährlich erbringen. (26.08.2003)

 

Linktipp:

Internetangebot der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau:

www.ekhn.de

Nur noch jeder zweite Zivildienstplatz besetzt

   

Kassel (epd). Fast jeder zweite aller 1.050 Zivildienstplätze in Kirche
und Diakonie in Kurhessen-Waldeck wird zum 1. September nicht besetzt sein. Wie Susanne Bullien, Pressesprecherin des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck mitteilte, seien zu diesem Zeitpunkt lediglich 555 Stellen abgedeckt. Vor allem in den ländlichen Gebieten und in Heimen fehlten Zivildienstleistende.

Zum Stichtag selbst werden 200 junge Männer in Kindergärten, Kirchengemeinden oder Pflegeheimen ihren Dienst antreten. Im Jahr 1999 versahen noch 655 Zivis ihren Dienst in diakonischen oder kirchlichen Einrichtungen.

Als Gründe für den Rückgang nannte Manfred Tögel, Leiter der Verwaltungsstelle, die Sparmaßnahmen des Bundes, die Verkürzung des Zivildienstes auf zehn Monate und die derzeitige Zurückhaltung der Kriegsdienstverweigerer bei der Stellensuche. Das zuständige Ministerium habe außerdem bundesweit die Zahl der Dienstleistenden von ehedem 140.000 im Jahr 1999 auf knapp 100.000 im Jahr 2003 kontingentiert.

Wenig beliebt seien vor allem Stellen in Pflegeheimen oder stationären Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, insbesondere auf dem Land, sagte Tögel. Dabei treffe das Bild vom Zivildienstleistenden, der in solchen Häusern voll in der Pflege eingespannt ist, häufig nicht mehr zu: «Oft besteht ihr Dienst einfach darin, zu betreuen: Mit den alten oder behinderten Menschen etwas unternehmen oder spazieren gehen oder auch mal Einkäufe erledigen», erklärt Tögel.

Es sei bereits abzusehen, dass es in den Monaten Mai, Juni und Juli kommenden Jahres aufgrund der gekürzten Dienstzeiten zu Engpässen kommen werde. Hier klaffe eine Lücke, da unter anderem die Schulabgänger erst im August/September den Dienst antreten könnten. (28.08.2003)

 

Kirchen kritisieren Reformpaket der Bundesregierung

   

Berlin (epd). Die Kirchen haben das von der Bundesregierung beschlossene Reformpaket kritisiert. Die geplanten arbeitsmarkt-, sozial- und steuerpolitischen Maßnahmen reichten nicht aus, den «drängenden Herausforderungen» der Gesellschaft zu begegnen, kritisierte der Sekretär der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Pater Hans Langendörfer, im Berliner «Tagesspiegel». Der Bischof der EKKW, Dr. Martin Hein, erklärte, es handele sich um den Versuch, aktuelle Finanzprobleme zu lösen, «ohne die Perspektiven zu bedenken».

Als «Kern unserer Probleme» bezeichnete Langendörfer den demografischen Wandel infolge einer immer geringeren Kinderzahl. Notwendig sei deshalb eine neue und gerechte Lastenverteilung zwischen den Generationen. Die Gegenfinanzierung der auf 2004 vorgezogenen Steuerreform durch neue Schulden lehnte Langendörfer ab. «Im Interesse der Zukunftssicherung werden wir nicht um weitere Reformen herumkommen, auch wenn das für uns alle schmerzhaft wird», sagte Langendörfer weiter.

Bischof Hein kritisierte die geplanten Sozialreformen der Bundesregierung als «Stückwerk». Zugleich warnte er in einem epd-Gespräch vor einem Konflikt zwischen den Generationen um die Finanzierung der Sozialsysteme. Der im stillschweigenden Generationenvertrag zum Ausdruck kommende Grundkonsens müsse unbedingt beibehalten werden, verlangte Hein. Auch künftig müsse es eine solidarische Gesellschaft geben, so Hein. Den jungen Menschen müsse der Generationenvertrag als «eine Überlebenschance dieser Gesellschaft» plausibel gemacht werden, um einer Entsolidarisierung in der Gesellschaft entgegen zu wirken.

Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck rief zugleich die ältere Generation auf, Solidarität mit den Jüngeren zu üben. Die automatische Anpassung der Renten sei in Zukunft problematisch. Daher müssten alle auf überzogene Ansprüche verzichten. (22.08.2003)

   

Russisch-Orthodoxe Gemeinde ist neues Mitglied in der ACK Kassel

   

Kassel (medio). Die Russisch-Orthodoxe Kirchengemeinde Kassel (Moskauer Patriarchat) ist der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Kassel (ACK) beigetreten. Die ACK nahm in ihrer letzten Mitgliederversammlung die Orthodoxe Kirchengemeinde als achtes Mitglied auf. "Wir freuen uns über den Beitritt der Russisch-Orthodoxen Gemeinde", so Barbara Heinrich, Vorsitzende der ACK und geschäftsführende Dekanin des Gesamtverbandes der Evangelischen Kirchengemeinden in Kassel. Jedes Mitglied stehe dafür, dass die Einheit der Christen und die ökumenische Zusammenarbeit in Kassel vorangebracht werde. Als großen Erfolg für die Ökumene in Kassel wertet Heinrich die Erlebnisausstellung BibelBox, die im Juni in Kassel gastierte und von der ACK getragen wurde.

Die ACK ist ein Zusammenschluss der christlichen Kirchen in Kassel. Zu ihr gehören als Mitglieder: die Evangelische Kirche in Kassel, die Katholische Kirche in Kassel, die Selbständige Ev. Lutherische Kirche, die Altkatholische Kirche, die Ev. Freikirchlichen Gemeinden (Baptisten), die Ev.-methodistische Gemeinde, die Griechisch-Orthodoxe Gemeinde und die Russisch-Orthodoxe Gemeinde (Moskauer Patriarchat). Gastmitglieder sind die Freien Evangelischen Gemeinden, die Landeskirchliche Gemeinschaft Friedenshof, die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, die Evangelische Gemeinschaft und die Russisch-Orthodoxe Gemeinde (Auslandskirche). (22.08.2003)

   

B.A.T-Umfrage:
Junge Generation will Kinder statt Konsum

   

Hamburg (epd). Ehe, Kinder und Familie gewinnen für junge Menschen wieder an Bedeutung. Das geht aus einer Repräsentativumfrage des B.A.T Freizeit-Forschungsinstituts in Hamburg hervor. Danach stehen nicht Sport, Hobby und Urlaubsreisen wie in den 80er und 90er Jahren im Mittelpunkt. Für 56 Prozent der insgesamt 2.000 Befragten im Alter von 14 bis 34 Jahren befinden sich jetzt Ehe und Familie ganz oben auf der Wunschliste.

Der Trend zur Individualisierung des Lebens habe seinen Zenit überschritten, sagte Opaschowski. Die Spaßgesellschaft, in der man viel Zeit für sich haben wollte ohne an andere denken zu müssen, habe sich überlebt. «Irgendwann hört der Spaß auf, wenn die Sinnfrage unbeantwortet bleibt», so der Freizeitforscher. Die Mehrheit der jungen Leute entdecke Werte wie Beständigkeit und Verlässlichkeit wieder.

Die Ansicht «Man kann auch ohne Ehe, Kinder und Familie glücklich sein» finde bei der jungen Generation immer weniger Anhänger. Waren 1994 immerhin 46 Prozent der Befragten dieser Meinung, so sind es der neuen Umfrage zufolge jetzt noch 37 Prozent. (22.08.2003)

 

Umfrage:
Religionsunterricht hat hohen Stellenwert in Bevölkerung

   

Hamburg (epd). Rund drei Viertel aller Deutschen (74 Prozent) wollen einer Umfrage zufolge am Religionsunterricht als Regelfach an Schulen festhalten. Elf Prozent der West- und drei Prozent der Ostdeutschen würden Religion sogar als Hauptfach wie Deutsch oder Mathematik einstufen, heißt es in einer von dem evangelischen Magazin «Chrismon» in Hamburg veröffentlichten Emnid-Umfrage.

Religionsunterricht ganz von den Schulen verbannen wollten nur sieben Prozent der Befragten. Den höchsten Stellenwert hat der Religionsunterricht in den alten Bundesländern. 41 Prozent der 1.006 Befragten waren zudem der Meinung, die Teilnahme an Religion sollte den Schülern freigestellt werden. Hierbei gab es zwischen West und Ost kaum Unterschiede.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hatte in dieser Woche vor einem Religionslehrermangel gewarnt. Schon jetzt gehöre Religion in einigen Bundesländern zu den Mangelfächern an Schulen, hieß es. Zudem gehe ab 2005 ein Großteil der heutigen Religionslehrer in den Ruhestand. Mit einem Internetangebot (www.religion-studieren.de) wirbt das EKD-Kirchenamt für den Beruf. (15.08.2003)

 

Linktipp:

Informationen der EKD zum Thema «Religion studieren» sind abrufbar unter:

religion-studieren.de

EKD warnt vor Religionslehrermangel

   

Hannover (epd). Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat vor einem Religionslehrermangel gewarnt. Schon jetzt gehöre Religion in einigen Bundesländern zu den Mangelfächern an Schulen, erklärte die EKD in Hannover. Zudem gehe ab 2005 ein Großteil der heutigen Religionslehrer in den Ruhestand. Mit einer Informationsbroschüre und einem Internetangebot (www.religion-studieren.de) will das EKD-Kirchenamt daher unter Abiturienten für den Beruf werben. (15.08.2003)

 

Linktipp:

Informationen der EKD zum Thema «Religion studieren» sind abrufbar unter:

religion-studieren.de

Bibeln für das Polizeipräsidium

   

Frankfurt a.M. (epd). Die Frankfurter Bibelgesellschaft will dem Polizeipräsidium Frankfurt ein Paket mit Bibeln schenken. Grund: In dem Polizeipräsidium konnte kürzlich die Bitte eines in Gewahrsam genommenen Christen nach einer Bibel nicht erfüllt werden, da im gesamten Gebäude keine vorhanden war.

Das Paket bestehe aus mehreren deutsch- und fremdsprachigen Bibeln, erklärte Silvia Meier von der Frankfurter Bibelgesellschaft. Die Übergabe soll am 27. August im Bibelhaus am Museumsufer an einen Polizeirat und den Polizeipfarrer der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau erfolgen. (22.08.2003)

   

Kirchlicher Medienkongress
zur Wertevermittlung im Fernsehen

   

Berlin (epd). Wertevermittlung und Tabubrüche im Fernsehen sind Themen des zweiten Evangelischen Medienkongresses, den die Evangelische Kirche in Deutschland vom 1. bis 4. September in Berlin veranstaltet. Zu Referaten und Diskussionsrunden am 2. September werden neben TV-Produzenten, Medienforschern und Programmverantwortlichen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens auch der ehemalige RTL-Chef Helmut Thoma und der Chefredakteur von Sat.1, Jörg Howe, erwartet, wie der Rundfunkbeauftragte der EKD, Bernd Merz, in Berlin mitteilte.

Den Auftakt des anlässlich der Internationalen Funkausstellung veranstalteten Kongresses «Medien, Werte und Tabus» bildet am 1. September die Verleihung des Robert-Geisendörfer-Preises. Mit dem Medienpreis, der zum 20. Mal vergeben wird, ehrt die evangelische Kirche herausragende Produktionen deutscher Rundfunksender. In den internen Veranstaltungen des Kongresses soll nach Formaten und Formen gesucht werden, wie christliche Werte in den Medien vermittelt werden können. (22.08.2003)

 

Bundesamtsleiter sieht Schmerzgrenze beim Zivildienst erreicht

   

Bielefeld (epd). Mit der Befristung des Zivildienstes auf zehn Monate ist Experten zufolge für viele soziale Einrichtungen die Schmerzgrenze erreicht. Eine weitere Verkürzung würde die bisherigen Arbeiten «zu reinen Hilfstätigkeiten» machen, sagte der Leiter des Bundesamtes für Zivildienst, Dietmar Peikert, bei einem Besuch in den von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel in Bielefeld. Bethel war 1961 der erste Einsatzort für Kriegsdienstverweigerer in Deutschland und ist heute die größte Zivildienst-Einsatzstelle.

Nach Einschätzung des Kölner Bundesamtsleiters gibt es zwar Bereiche, in denen ein sechsmonatiger Zivildienst ausreicht. Aber wo eine längere Unterweisung der «Zivis» erforderlich ist, sei eine weitere Kürzung nicht vertretbar. Als Beispiele nannte Peikert den Fahrdienst in Rettungsfahrzeugen und die Pflege Schwerstbehinderter. In der Pflege sei ein häufiger Wechsel auch mit Rücksicht auf die betreuten Menschen nicht akzeptabel. (15.08.2003)

 

Junior-Akademien sollen gute Schüler fördern

   

Bonn/Neuerburg (epd). Gute und motivierte Schüler sollen künftig in mehreren Bundesländern freiwillig Sommerakademien besuchen können, wo sie besonders gefördert werden. Die erste «Deutsche JuniorAkademie» zur Förderung leistungsstarker Schüler sei erfolgreich in Rheinland-Pfalz beendet worden, teilte Akademieleiter Dirk Lahmann dem epd in Koblenz mit. Nach dem Abschluss des Pilotprojekts mit 62 Schülern sollen noch in diesem Sommer Junior-Akademien im Saarland und in Baden-Württemberg folgen.

Der Bonner Verein Bildung und Begabung sei bestrebt, die Ferienakademie für Schüler im Alter von zwölf bis 15 Jahren regelmäßig in Rheinland-Pfalz anzubieten, sagte Lahmann. Voraussetzung sei allerdings eine personelle und finanzielle Unterstützung durch das Land. Auch in anderen Bundesländern sei die Einführung von Junior-Akademien wünschenswert.

Die Absolventen der Sommerakademie am staatlichen Eifel-Gymnasium Neuerburg hätten neue Wege zu Wissen und Bildung entdeckt, sagte Lahmann. Trotz anhaltender Hitze habe den 62 beteiligten Schülern das Lernen Spaß gemacht. Keiner sei in den beiden Kurswochen mit Schwerpunkt Naturwissenschaften abgesprungen. Dies sei ein Beleg dafür, dass das Modell der «Deutschen Schülerakademien» für begabte Oberstufenschüler auch auf Schüler der Klassen sieben und acht übertragbar sei. (15.08.2003)

 

Linktipp:

Weitere Informationen im Internet unter:

schuelerakademie.de

Autobahnkirchen:
«Raststätten für die Seele»

   

Frankfurt a.M. (epd). Als «Raststätten für die Seele» ziehen die Autobahnkirchen vor allem in der sommerlichen Reisezeit wie auch in den Oster- und Weihnachtsferien vermehrt Besucher an. 23 Kirchen und Kapellen am Rande der deutschen Autobahnen laden als Orte der Besinnung und der Ruhe zum Verweilen oder zum stillen Gebet ein. Wer hier etwas Kraft und Ruhe getankt hat, steigt meist entspannter und gelassener wieder ins Auto, was auch der Verkehrssicherheit dient.

Die Zahl der Besucher, die pro Jahr in die Autobahnkirchen kommen, schätzt die Akademie Bruderhilfe-Familienfürsorge in Kassel auf rund eine Million. Unter den derzeit 23 Kirchen und Kapellen sind elf evangelische, sechs katholische und sechs ökumenische Gotteshäuser. Eine weitere Autobahnkirche an der Bundesautobahn Stuttgart-Singen ist in Planung.

Unter den Gotteshäusern an der Autobahn finden sich größere Kirchen, in denen Ortsgemeinden ihre Gottesdienste feiern, ebenso wie kleine Andachtsräume. Die Autobahnkirchen sind durch örtliche oder regionale Initiativen entstanden, eine übergeordnete Stelle für sie gibt es in der evangelischen und der katholischen Kirche nicht. (01.08.2003)

 

Linktipp:

Mehr Informationen zu Autobahnkirchen in Deutschland finden Sie hier:

autobahnkirchen.de

«Cool Wool» lässt Pfarrer weniger schwitzen

   

Hof (epd). Talare aus leichtem Stoff sind im heißen Sommer 2003 bei Pfarrern besonders gefragt. Der Absatz des Sommertalars aus «Cool Wool» habe gegenüber dem Standardmodell aus Kaschmirsatin schon seit Juni stark zugenommen, sagte Martina Wasmer, Chefin der gleichnamigen Gewandmeisterei im oberfränkischen Issigau im Landkreis Hof, dem epd. «Viele Pfarrer rufen an und klagen: Ich schwitze mich tot, geben Sie mir was Leichteres», so Wasmer.

Der Sommertalar besteht aus Schurwolle in Leinenbindung und ist sehr leicht und luftdurchlässig. Er finde als Tropentalar bei der Mission Verwendung und sei auch in Weiß erhältlich, sagte Wasmer. Die Gewandmeisterin denkt angesichts des veränderten Klimas schon an die Zukunft: «Wenn das so weitergeht, müssen wir uns wohl nach einem Stoff umsehen, der noch feiner, noch leichter und noch knitterärmer ist.» Kurzärmelige Talare seien jedoch in absehbarer Zukunft nicht eingeplant. (15.08.2003)

   

Urlaubszeit:
200 Pfarrer als Urlaubsseelsorger unterwegs

   

Hannover (epd). Etwa 200 evangelische Pfarrer betätigen sich in diesem Sommer als Urlauberseelsorger für Bundesbürger im Ausland. An mehr als hundert Orten seien sie Ansprechpartner für Menschen, die in den Bergen oder am Strand Erholung suchen, teilte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) in Hannover mit.

Erfahrungen zeigten, dass im Urlaub in Familien vermehrt Konflikte ausbrechen, hieß es. Wer in solchen Konflikten Rat und Begleitung brauche, finde unter den Seelsorgern am Urlaubsort erfahrene Ansprechpartner. Sie stünden für Fragen nach dem Sinn des Lebens und für Glaubensfragen zur Verfügung.

Die meisten Urlauberseelsorger sind im Nachbarland Österreich eingesetzt. Dort gibt es an insgesamt 57 Orten dieses Angebot. Zudem wird Urlauberseelsorge in Dänemark, Frankreich, Griechenland, Italien, Litauen, den Niederlanden, Polen, der Tschechische Republik, an der Türkischen Riviera, in Ungarn und Zypern angeboten. An der Algarve, auf Rhodos und am Gardasee sind Pfarrer der EKD für mehrere Monate tätig. In Marbella und Benidorm, auf Mallorca, Gran Canaria und Teneriffa sind hauptamtliche Tourismuspfarrstellen eingerichtet, die ganzjährig besetzt sind. (25.07.2003)

 

Linktipp:

Service-Seiten der EKD zur Urlaubszeit:

www.ekd.de/urlaub


Hörbeitrag zur Meldung

Rat der Christen und Juden kritisiert EKD-Papier

   

Bensheim (epd). Als «hilfreich und problematisch zugleich» hat der Internationale Rat der Christen und Juden (ICCJ) das Papier der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu nichtchristlichen Religionen bezeichnet. Es gebe zwar vor, «die Eigenart und das charakteristische Profil» der jeweiligen Religion zu berücksichtigen, löse diesen Anspruch aber nicht ein, kritisierte ICCJ-Generalsekretär Friedhelm Pieper im südhessischen Bensheim.

Gerade hinsichtlich des Dialoges zwischen den Religionen «hätte man sich gewünscht», so Pieper weiter, «dass der Text sich nicht allgemein auf die ,anderen Religionen' bezogen, sondern genauer unterschieden hätte, was zum Beispiel im Verhältnis zum Judentum und eventuell auch in anderen bilateralen Gesprächen in den letzten Jahren an besserem Verständnis gewachsen ist».

Auch dürfe nicht die Möglichkeit einer Art von «ökumenischer» Gemeinschaft mit einigen oder mehreren Religionsgemeinschaften ausgeschlossen werden, «bevor wir im Dialog die mögliche Beziehung der christlichen Kirche zu einer Religionsgemeinschaft geklärt und tiefer verstanden haben». Gemeinsame Feiern und Versuche von multireligiösen und interreligiösen Gebeten gehörten zu diesem Prozess des Herausfindens, betonte Pieper. Als Stärke des EKD-Textes lobte der evangelische Theologe hingegen seine «Leitdifferenzierungen», zum Beispiel die biblisch begründete Wahrnehmung des Menschen als Geschöpf Gottes. Diese führe zu einer Grundsolidarität der Christen mit allen Menschen und äußere sich in einem entsprechenden Engagement für Menschenrechte und Religionsfreiheit.

Das 22-seitige Papier mit dem Titel «Christlicher Glaube und nichtchristliche Religionen» warnt vor einer Ökumene der Religionen. Die Unterschiede zwischen einzelnen Glaubensrichtungen müssten geachtet und dürften nicht verwischt werden. Ein gemeinsames Gebet von Christen und Muslimen sei daher nicht möglich. Das Papier war von der Kammer für Theologie der EKD erarbeitet und Ende Juli veröffentlicht worden. (15.08.2003)

 

Linktipp:

Pressemitteilung «Rat der EKD veröffentlicht Leitlinien zum Verhältnis mit anderen Religionen» auf ekd.de:

Pressemitteilung lesen...

Im Wortlaut:

EKD-Text: «Christlicher Glaube und nichtchristliche Religionen - Theologische Leitlinien. Ein Beitrag der Kammer der EKD für Theologie» auf ekd.de:

Wortlaut lesen...

Weltkirchenrat will über Zukunft der Ökumene diskutieren

   

Genf (epd). Der Weltkirchenrat will eine Debatte über die Zukunft der Ökumene in Gang bringen. Die ökumenischen Strukturen müssten der veränderten Zeit angepasst werden, erklärte der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) in Genf. Grund seien auch finanzielle Zwänge. Ein wichtiger Schritt dazu ist eine Konsultation vom 17. bis 20. November in Antelias (Libanon) mit 25 hochrangigen Kirchenvertretern unter dem Leitwort «Neugestaltung der ökumenischen Bewegung». Gastgeberin ist die Armenische Apostolische Kirche.

Die Debatte wurde im vergangenen Jahr von dem scheidenden ÖRK-Generalsekretär Konrad Raiser angestoßen. Die ökumenische Vision habe nicht mehr die Kraft, vor allem junge Menschen zu begeistern und in Bewegung zu bringen, so Raiser, der Ende dieses Jahres nach rund zehn Jahren sein Amt abgibt. Chancen einer Neugestaltung der Ökumene sollen bereits auf der diesjährigen Sitzung des ÖRK-Zentral- und Exekutivausschusses vom 24. September bis 2. September zur Sprache kommen. Dort wird auch ein neuer ÖRK-Generalsekretär gewählt.

In einer Tagung unmittelbar vor der Sitzung in Antelias soll es zudem noch eine Jugendkonsultation geben, fügte der Weltkirchenrat hinzu. Dort soll jetzigen und zukünftigen «ökumenischen Führungskräften» die Möglichkeit gegeben werden, ihre Vorstellungen und Gedanken in die Diskussion einzubringen. Zur Zukunft der Ökumene sind in diesem Jahr noch weitere Konferenzen, Foren und Diskussion auf unterschiedlichen Ebenen geplant. (15.08.2003)

 

Linktipp:

Der ÖRK - eine Gemein-
schaft von mittlerweile
342 Kirchen in über 120 Ländern auf allen Kontinenten:

www.wcc-coe.org

«Ich glaube nicht an Zufälle»
Pfarrer aus Kurhessen-Waldeck
baut Gemeinde in Miami/USA auf

   

Hannover (EKD). Gemeindeaufbau, wo andere Menschen Urlaub machen: seit Anfang 2003 arbeitet Pfarrer Ulrich Rosenhagen in Miami/USA. Mit finanzieller Unterstützung der EKD will er eine deutsche evangelische Gemeinde gründen. Mehr als 50 Besucher kommen inzwischen regelmäßig zu den deutschen Gottesdiensten. «In Südflorida leben rund 60.000 Menschen mit deutschem Pass», erzählt Rosenhagen. «Dazu kommen weitere Deutschstämmige».

Wer den Kontakt zur Heimat nicht abreißen lassen, sich auf Deutsch unterhalten oder das Vaterunser in der Muttersprache hören und sprechen will, ist herzlich zu den Gottesdiensten in der St. Mark's Lutheran Church in Coral Gables/Miami eingeladen. Rosenhagen ist auch für die amerikanische Gemeinde tätig, doch die Hälfte seiner Arbeitszeit widmet er dem Aufbau der deutschen Gemeinde. Neben jungen Familien sind deutsche Geschäftsleute Rosenhagens Hauptzielgruppe. Viele der in Florida Berufstätigen seien schon seit Jahren in keinem Gottesdienst mehr gewesen, erzählt Rosenhagen. «Hinterher sagen sie mir: das hat mir gefallen.»

Für den 36jährigen Pfarrer der Evangelischen Kirchen von Kurhessen-Waldeck ging durch die Arbeit in Miami ein Wunsch in Erfüllung. Seine Frau bekam eine Berufung an die dortige Universität, Rosenhagen das Angebot, in der St. Mark's Lutheran Church zu arbeiten. «Ich glaube nicht an Zufälle», sagt Rosenhagen. «Jetzt sind wir hier und versuchen, etwas Gutes zu erreichen.» (07.08.2003)

 

Linktipp:

Besuchen Sie die Gemeinde von Pfarrer Rosenhagen im Internet:

St. Mark's Lutheran Church

«Aktion Mensch» sammelte im Internet 8.500 Fragen zur Bioethik

   

Berlin/Bonn (epd). Mehr als 8.500 Fragen zur Bioethik sind bei der Internet-Kampagne «1000 Fragen» des Verbandes «Aktion Mensch» eingereicht worden. Die Resonanz sei weitaus größer gewesen als erwartet, sagte Sprecherin Heike Zirden dem epd in Berlin. Alle Fragen sollen im September als Buch erscheinen.

In Anzeigen, Kinospots und auf Plakaten hatte Aktion Mensch seit Oktober für das Projekt geworben. Insgesamt sammelte die Aktion Mensch 35.000 Kommentare zu den Fragen. Die Fragen hätten eine große Nachdenklichkeit, aber auch viele Wissenslücken gezeigt, sagte Zirden. Ihr Ziel, eine breite Öffentlichkeit mit dem Thema Bioethik zu befassen, sei jedoch erreicht. Man könne die Fragen allerdings nicht in ein Pro und Contra zur Genforschung unterteilen. Zum Teil gehe es in den Fragen um sehr individuelle Lebenslagen.

Das «Buch der 1000 Fragen» soll am 24. September bei einer «Nacht der 1000 Fragen» in Berlin Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) und dem Vorsitzenden der Bundestags-Enquetekommission «Ethik und Recht der modernen Medizin», René Röspel (SPD), überreicht werden. Es werde an alle Bundestagsabgeordneten und den Nationalen Ethikrat verschickt, sagte Zirden.

Vom 18. bis 24. September will die Aktion Mensch Berlin zur «Stadt der 1000 Fragen» machen. In Vorträgen, Diskussionen, Kabarett, Theater und Filmen sollen bioethische Themen behandelt werden. Nachts sollen auf markante Wahrzeichen Berlins ausgewählte Fragen projiziert werden. Das Projekt wird im kommenden Jahr fortgesetzt. Dann soll die Suche nach Antworten im Mittelpunkt stehen. (15.08.2003)

 

Linktipp:

Mehr Informationen zur Internet-Kampagne «1000 Fragen» des Verbandes «Aktion Mensch» unter:

aktion-mensch.de

Elton Johns Musical «Aida» als moderne Pop-Show

   

Essen (epd). Elton Johns Musical «Aida» kann das deutsche Publikum vom Herbst an in Essen als Pop-Show erleben. Im Gegensatz zu Giuseppe Verdis gleichnamiger Oper richte sich die deutsche Fassung des Musicals vorwiegend an junge Zuschauer, sagte Regisseur Robert Falls zum Proben-Start vor Journalisten. Die Deutschland-Premiere von Aida ist für den 5. Oktober im Essener Colosseum-Theater vorgesehen.

Das 41 Mitglieder zählende internationale Ensemble garantiere eine moderne Inszenierung, die aktuelle Themen wie Krieg, Menschenhandel oder Rassismus behandle, versprach Falls. Die Musik werde von Rock- und Pop- sowie Soul- und Gospel-Elementen bestimmt. Neben Darstellern aus Deutschland werden Sänger und Tänzer aus den Niederlanden, Schweden, Italien, der Schweiz, Großbritannien, Brasilien und den USA mitwirken. (15.08.2003)

   

Diakonie warnt vor Verkürzung des Zivildienstes

   

Berlin (epd). Der Präsident des Diakonischen Werkes, Jürgen Gohde, hat vor voreiligen Beschlüssen zum Zivildienst gewarnt. Über die Länge des Zivildienstes solle erst entschieden werden, wenn die Zivildienst-Kommission der Bundesregierung ihre Vorschläge auf den Tisch gelegt habe, sagte Gohde in Berlin. Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) hatte in der Tageszeitung «Die Welt» angekündigt, den Zivildienst ab 2004 von zehn auf neun Monate zu kürzen.

Die Diskussion über den Zivildienst sei extrem schädlich, kritisierte Gohde. Sie nehme den Zivildienstleistenden und Trägern die Planungssicherheit. Schmidt sagte, sie hätte den Zivildienst gerne noch weiter verkürzt. Das scheiterte jedoch daran, dass Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) den Wehrdienst auf neun Monate festschrieb. Wehrdienst- und Zivildienstleistende werden damit gleichgestellt.

Anfang Juli hatte bereits die Parlamentarische Staatssekretärin im Familienministerium, Christel Riemann-Handewinckel, im Bundestag gesagt, dass ihr Ministerium den Zivildienst gerne auf neun Monate begrenzen würde. Allerdings war zu dem Zeitpunkt noch keine Entscheidung über den Wehrdienst gefallen. (18.07.2003)

   

«Millennium-Tage-Kassel»:
Zukunftskonferenz fragt nach der «Seele Europas»

   

Kassel (epd). Die neunte Kasseler Zukunftskonferenz «Millennium-Tage-Kassel» am 10. Oktober 2003 fragt nach der «Seele Europas». Unter dem Titel «Give a Soul to Europe - Religion in Wirtschaft und Politik» werde unter anderem darüber diskutiert, «welchen Werten wir zukünftig folgen wollen und welche Positionen wir zu kulturellen Errungenschaften einnehmen», sagte Matthias Viertel, Direktor der Evangelischen Akademie Hofgeismar, in Kassel bei der Vorstellung des Konferenzprogramms.

Die Konferenz, zu der etwa 300 Teilnehmende erwartet werden, wird um 10.30 Uhr von dem US-amerikanischen Soziologen und Theologen Peter L. Berger eröffnet. Er spricht zum Thema «Religion in Europa aus einer globalen Perspektive». Ab 12 Uhr diskutieren der Frankfurter Jesuitenpater Rupert Lay und Christa Nickels, kirchenpolitsche Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion über das Thema «Wie viel Religion braucht die europäische Identität? - Zwischen Laizismus und Zivilreligion».

Um 14.30 Uhr folgt eine Podiumsdiskussion: «Wer die Freiheit geschmeckt hat, liebt die Farbe bunt - Religion als Faktor in Politik und Wirtschaft». Teilnehmende sind Zekeriya Beyaz, Dekan der Theologischen Fakultät der Marmara-Universität in Istanbul, Udo Di Fabio, Verfassungsrichter am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, die Richterin Francoise Prager Bouyala (Paris) von der Konferenz Europäischer Kirchen und der Wirtschaftsethiker Hans G. Nutzinger von der Universität Kassel.

Die Konferenz endet um 19.30 Uhr mit einem Abschlusspodium in der Kasseler Brüderkirche. Zu dieser von Matthias Viertel moderierten Veranstaltung wird auch Dr. Martin Hein, Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, erwartet. Nähere Informationen und Anmeldung: Millennium-Tage-Kassel, Ständeplatz 13, 34117 Kassel, Tel.: (0561) 5297818, Fax: (0561) 5297811, Mail: millennium-tage-kassel@web.de, Internet: www.millennium-tage-kassel.de. (06.08.2003)

 

Linktipp:

Mehr Informationen zur neunten Zukunfts-
konferenz «Millennium-Tage-Kassel» finden Sie hier:

millennium-tage.de

Hospizinitiativen:
Erstmals Fördermittel von den Krankenkassen

   

Wiesbaden (epd). Hessische Hospizinitiativen erhalten rückwirkend für das Jahr 2002 zum ersten Mal Fördermittel von den Krankenkassen. Wie der Staatssekretär im hessischen Sozialministerium, Gerd Krämer (CDU), in Wiesbaden mitteilte, erhalten elf in der ambulanten Hospizarbeit tätige Initiativen insgesamt 270.000 Euro als Zuschuss für die Beschäftigung von Fachkräften.

Deren Aufgabe sei es, ehrenamtliche Helferinnen und Helfer zu gewinnen, zu schulen, zu begleiten und deren Einsatz zu koordinieren. Er gehe davon aus, dass für das laufende Jahr noch mehr Hospizinitiativen Unterstützung durch die neue Kassenleistung erhielten, so Krämer. Er erwarte, dass dadurch die Qualität der ambulanten Sterbebegleitung verbessert und die ehrenamtlichen Strukturen gestärkt würden.

In Hessen gibt es nach Angaben des Sozialministeriums 89 ambulante Hospizinitiativen mit rund 1.200 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Die Landesarbeitsgemeinschaft Hospize Hessen bietet Unterstützung bei der Antragstellung an. (06.08.2003)

   

«Stiftungsverzeichnis Hessen» auf CD-ROM

   

Wiesbaden (epd). Die hessische Landesregierung und der Genossenschaftsverband Frankfurt haben ein «Stiftungsverzeichnis Hessen» herausgegeben. Das Verzeichnis solle potenzielle Stifter und Ehrenamtliche bei ihrem Eintreten für gesellschaftliche Belange unterstützen, erklärte Ministerpräsident Roland Koch (CDU) am Dienstag in Wiesbaden.

Mit dem «Stiftungsverzeichnis Hessen» liegen erstmals auf CD-ROM und im Internet Informationen über die rund 600 gemeinnützigen Stiftungen in Hessen vor. Das Verzeichnis bietet sowohl eine Übersicht über die bestehenden Stiftungen als auch eine Recherchemöglichkeit für potenzielle Stifterpersönlichkeiten und Bürger, die Unterstützung für gemeinnützige Projekte suchen.

Das «Stiftungsverzeichnis Hessen» kann ab sofort über www.gemeinsam-aktiv.de mittels Download bezogen werden. Die CD-ROM ist auch in den Hauptstellen der Volks- und Raiffeisenbanken erhältlich. (06.08.2003)

 

Linktipp:

Mehr Informationen zur Initiative «Gemeinsam aktiv» der hessischen Landesregierung finden Sie hier:

gemeinsam-aktiv.de

Kirche gibt 10.000 Euro als Soforthilfe für Liberia

   

Kassel (epd). 10.000 Euro Soforthilfe hat die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) für die Zivilbevölkerung Liberias bereitgestellt. Das Geld stamme aus den Kollekten, die am Erntedankfest vergangenen Jahres gesammelt wurden, teilte die EKKW in Kassel mit. Die lutherische Kirche des westafrikanischen Landes helfe vor allem in der seit Wochen umkämpften Hauptstadt Monrovia, indem sie Lebensmittel, Decken und medizinische Hilfe zur Verfügung stelle.

Die Diakonie-Katastrophenhilfe ruft angesichts der sich zuspitzenden humanitären Lage in Liberia zu Spenden auf (Konto 502707 Postbank Stuttgart, BLZ 60010070 oder online über die Website www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden. (01.08.2003)

   

Kinderkanal plant Sendereihe zum Jahr der Bibel

   

Erfurt (epd). Der Kinderkanal «KI.KA» von ARD und ZDF will im Jahr der Bibel 2003 mit einer vierteiligen Sendereihe jungen Zuschauern biblische Inhalte näher bringen. Die Reihe «Alltägliches zur Bibel» werde an den vier Donnerstagen im September im Rahmen der Live-Sendung «Kikania» ausgestrahlt, teilte der Sender in Erfurt mit.

Inhaltlich unterstützt werde die Sendereihe von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). In den Sendungen solle den Kindern vermittelt werden, «dass in der Bibel Geschichten stehen, die auch für die Bewältigung des Alltags von heute Relevanz haben».

In der Sendung sollen Alltagsgeschichten erzählt und in Zusammenhang mit prägnanten Bibelstellen gebracht werden, so der Programmgeschäftsführer des Kinderkanals, Frank Beckmann. Die Themen sollten dann im Studio in kindgerechter Form diskutiert werden, die Zuschauer könnten sich per Fax und eMail an dem Austausch beteiligen. (01.08.2003)

   

Kasseler Friedensforum:
Gedenken der Opfer der Atombombenabwürfe

   

Kassel (epd). Zum Gedenken an die Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima am 6. August und Nagasaki am 9. August 1945 will das Kasseler Friedensforum am Mittwoch (06.08.) schwimmende Lichterketten auf die Fulda setzen. Mit der Aktion solle außerdem für weltweite atomare Abrüstung demonstriert werden, teilte das Forum mit.

Gäste können ab 18 Uhr am Ufer der Fulda, zwischen Drahtbrücke und «Spitzhacke», ihr persönliches Lichterzeichen gestalten. Zur Unterstützung der Lichterkette auf dem Fluss können Ruderboote, Kajaks oder Kanus mit «Besatzungen» bis 20.30 Uhr am Ufer anlegen. (06.08.2003)

   

Grüne:
Zivildienst langfristig abschaffen

   

Berlin (epd). Die jugendpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Jutta Dümpe-Krüger, hat sich langfristig für die Abschaffung des Zivildienstes ausgesprochen. Eine dauernde Verkürzung dieses «Zwangsdienstes» sei nicht sinnvoll, sagte Dümpe-Krüger in Berlin.

Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) hatte angekündigt, den Zivildienst ab 2004 von zehn auf neun Monate zu verkürzen und damit dem Wehrdienst gleichzustellen. Dies sei ein erster Schritt in die richtige Richtung, so die Grünen-Abgeordnete. Weitere Verkürzungen auf längere Sicht seien jedoch nicht vertretbar.

Eine weitere Einschränkung nutze weder den Zivildienstleistenden noch den Trägern, sagte Dümpe-Krüger. Die Zukunft gehöre den freiwilligen Diensten. Das freiwillige soziale oder ökologische Jahr solle daher ausgebaut werden. Eine Zivildienst-Kommission im Familienministerium soll bis zum Jahresende Konzepte für den Zivildienst erarbeiten. (25.07.2003)

   

Fortbildung in Gewaltfreiheit

   

Diemelstadt (epd). Eine berufsbegleitende Fortbildung in gewaltfreier Konfliktbearbeitung bietet der Ökumenische Dienst Schalomdiakonat (OeD) Wethen in Diemelstadt an. An den insgesamt vier Kursabschnitten, die jeweils an Wochenenden von September bis Januar stattfinden, können maximal 16 Personen teilnehmen, teilte der Dienst mit. Eine Anerkennung des Kurses als Fortbildung für Lehrer, Pfarrer und kirchliche Mitarbeiter sei beantragt.

Die Kurse finden in der Stiftung Adam von Trott in Imshausen bei Bebra statt. Anmeldungen sind noch bis zum 19. August möglich. Zu den Trägern des Kurses gehören außer dem OeD noch die Arbeitsstelle KDV und ZDL der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck sowie dieÖkumenische Werkstatt Kassel. Weitere Informationen: OeD Wethen, Mittelstr. 4, 34474 Diemelstadt, www.schalomdiakonat.de. (01.08.2003)

  Linktipp:

Ökumenische Dienst Schalomdiakonat (OeD) Wethen Internet:

schalomdiakonat.de

Bürgermedienpreis prämiert «Lebensträume»

   

Kassel (epd). Die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen) prämiert Radio- und Fernsehbeiträge aus offenen Kanälen und nicht-kommerziellen Lokalradios, die sich mit dem Thema «Lebensträume» beschäftigen. Ein «Bürgermedienpreis», der für solche Beiträge bereits zum fünften Mal ausgeschrieben wird, sieht Geldpreise von insgesamt 5.600 Euro vor. Abgabetermin ist der 15. August 2003. Die Preise werden am 15. November 2003 vergeben.

In zwei Förderwettbewerben können zudem Kinder und Kinderredaktionen Produktionen zum Thema «Kinderradio» und «Kinderfernsehen» einreichen. Zusätzlich gibt es einen Sonderwettbewerb in Kooperation mit der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung zum Thema «Spaß an der Politik - Spaßpolitik?».

Eingereicht werden können Beiträge, die im Jahr 2003 entstanden sind. Die Radio- und Fernsehbeiträge müssen in den Offenen Kanälen oder den Nichtkommerziellen Lokalradios bereits gesendet oder zur Sendung angemeldet sein. Ausschreibungsinformationen und Bewerbungsunterlagen können angefordert werden bei der LPR Hessen, Wilhelmshöher Allee 262, 34131 Kassel,
Tel.: (0561) 9358612. (25.07.2003)

  Linktipp:

Die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk im Internet:

www.lpr-hessen.de

Studie:
Fast jeder zweite Deutsche nutzt das Internet

   

Berlin (epd). Fast jeder zweite Deutsche nutzt mittlerweile einer Studie zufolge das Internet. In den vergangenen acht Jahren habe sich die Zahl der Nutzer um das 156-fache von 250.000 auf 39 Millionen erhöht, teilte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin mit. Dies entspreche einem Anteil von 47 Prozent an der Gesamtbevölkerung. In der deutschen Wirtschaft sei der Anteil der Internetnutzer mit 62 Prozent der Firmen im April 2002 sogar noch größer gewesen.

Das Institut geht in seinem aktuellen Wochenbericht davon aus, dass die Bedeutung des Internets weiterhin, wenn auch langsamer, zunehmen wird. Bis 2007 werde sich die Zahl der Nutzer noch einmal um weitere neun Millionen auf 48 Millionen erhöhen. (25.07.2003)

   

Finanzexpertin:
Kirchensteuer wichtiger denn je

   

München (epd). Die Kirchensteuer steht nach Ansicht der finanzpolitischen Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Christine Scheel, in ihrer Partei nicht zur Disposition. Die Abgeordnete erteilte Forderungen ihres Fraktionskollegen Hans-Christian Ströbele eine klare Absage, der die Kirchensteuer als «Relikt aus alter Zeit» bezeichnet hatte. Ströbele vertrete eine Einzelmeinung, sagte Scheel dem epd.

Die Vorsitzende des Bundestags-Finanzausschusses, die auch der evangelischen Landessynode in Bayern angehört, sprach sich für die bestehende Finanzierung der kirchlichen Arbeit aus: «Unter sozialpolitischen Gesichtspunkten ist die Kirchensteuer wichtiger denn je.» Es gebe im sozialen Bereich viele kirchliche Einrichtungen, die günstiger arbeiteten als staatliche Institutionen. Angesichts leerer Kassen bei Staat und Kommunen spiele das Engagement der Kirchen eine wichtige Rolle, so die Grünen-Politikerin. (25.07.2003)

   

Theologische Fachbereiche müssen sparen

   

Marburg/Gießen/Kassel (epd). Die finanzielle Situation der theologischen Fachbereiche hat sich mit dem neuen Finanzierungsmodell für die hessischen Universitäten zum Teil stark verschlechtert. Betroffen ist vor allem die Marburger Philipps-Universität, wie eine epd-Umfrage an den theologischen Fachbereichen ergab.

Mit dem seit diesem Jahr bestehenden Globalbudget bekommen Universitäten nach einem bestimmten Schlüssel Geld vom Land zugewiesen, das sie eigenverantwortlich verwenden können. «Wir sind dabei auf der Verliererseite», sagte der Pressesprecher der Marburger Philipps-Universität, Klaus Walter. Marburg biete viele kleine Fächer, «die kein Geld bringen». Für die nächsten zweieinhalb Jahre bestünden «Vorbelastungen» in Höhe von zehn Millionen Euro, die eingespart werden müssten. Davon seien diejenigen Fachbereiche stärker betroffen, die eine Diskrepanz zwischen viel Personal und wenig Studenten aufwiesen, so etwa die Evangelische Theologie.

Vorgaben, wie viel eingespart werden müsse, gebe es noch nicht, erklärte der Dekan des Marburger Fachbereichs Evangelische Theologie, Dietrich Korsch. Man werde jedoch die Promotionsstellen einschränken und versuchen, die Einsparungen über so genannte Drittmittel aufzufangen. 280 Studenten würden derzeit an der Universität für das Pfarramt ausgebildet. Damit rangiere Marburg bundesweit auf Platz zwei. Die Studierendenzahlen seien in den vergangenen Jahren wieder gestiegen, die Nachfrage sei groß.

Die Finanzlage sei jetzt noch angespannter, sagte auch die Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Evangelische Theologie in Gießen, Athina Lexutt. In Gießen, wo derzeit etwa 500 Lehramtsstudierende ausgebildet werden, werde künftig vor allem bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gespart. «Wir können viele Lehraufträge nicht mehr vergüten», erläuterte Lexutt.

Keine Kürzungen von Mitteln gibt es an der Universität Kassel, wo die Religionslehrerausbildung im Fachbereich Erziehungswissenschaft / Humanwissenschaften angesiedelt ist. «Durch die Verträge zwischen Staat und Kirche sind Kürzungen hier auch nicht so einfach durchzusetzen», erklärt Christian Gremmels, Professor für Systematische Theologie. Zudem habe der Staat selbst ein Interesse am Religionsunterricht an den Schulen. (25.07.2003)

 

Fachbereiche & Institute:

Universität Marburg:

Ev. Theologie

Universität Gießen:

Institute für Ev. & Kath. Theologie

Universität Kassel:

Erziehungswissen-
schaft / Humanwissen-
schaften

EKKW:
Kein Betrieb von Münzwaschsalons
an Sonn- und Feiertagen

   

Kassel (epd). Gegen den Betrieb von Münzwaschsalons an Sonn- und Feiertagen hat sich die EKKW gewandt. Damit werde der Schutz der Sonn- und Feiertage weiter unnötig ausgehöhlt, erklärte Kirchensprecher Karl Waldeck in einer Stellungnahme. Der wirtschaftliche Ertrag der Öffnung sei zweifelhaft.

Die Arbeitsgemeinschaft Hessen der Industrie- und Handelskammern hatte Anfang Juli die Landesregierung aufgefordert, den Betrieb solcher Anlagen landesweit zuzulassen. In Frankfurt sei dies schon Praxis. Ziel sollte eine Liberalisierung des Feiertagsgesetzes sein, damit der Betrieb von automatisierten Anlagen «jeglicher Art» auch an Sonn- und Feiertagen möglich sei.

Die EKKW appellierte hingegen an die Landesregierung, den Schutz der Sonn- und Feiertage weiterhin restriktiv zu handhaben. Der Sonntag müsse seinen Charakter als genereller Ruhetag der Gesellschaft behalten, heißt es in der Stellungnahme. (25.07.2003)

   

Lebenshilfe:
Schwerbehinderte brauchen mehr Zuwendung

   

Marburg (epd). Die Bundesvereinigung Lebenshilfe hat daraufaufmerksam gemacht, dass Menschen mit einem sehr hohen Bedarf an Pflege und pädagogischer Förderung immer öfter abgewiesen werden. Viele Einrichtungen sähen sich aufgrund der herrschenden Rahmenbedingungen nicht mehr in der Lage, sie aufzunehmen, erklärte die Lebenshilfe in Marburg.

Der Bundesvorsitzende Robert Antretter und der Vertreter der Landesverbände, Herbert Burger, hätten deshalb in einem Schreiben an die Ministerpräsidenten der Länder gefordert, sich dafür einzusetzen, dass die rund 30.000 Betroffenen ein angemessenes Betreuungsangebot erhielten. Die Politiker sollten etwa in Modellregionen prüfen, «wie die Hilfen für diese Menschen ihrem Bedarf entsprechend gestaltet werden können».

Nach den Angaben der Lebenshilfe wird der Hilfebedarf in Deutschland immer größer, weil sich die erste Nachkriegsgeneration behinderter Menschen dem Rentenalter nähert. Zudem könnten sich viele Eltern aus Altersgründen nicht mehr um ihre Kinder kümmern. (25.07.2003)

  Linktipp:

Bundesvereinigung Lebenshilfe im Internet:

www.lebenshilfe.de

Forscher:
Biomedizin ermöglicht effektivere Krebstherapie

   

Kassel (epd). Ein gezielter, individueller und risikoangepasster Einsatz von Medikamenten gegen Krebserkrankungen ist Ziel der biomedizinischen Forschung, die derzeit am Kasseler Klinikum betrieben wird. Wie der Leiter der neu eingerichteten Abteilung, Thomas Henkel, in Kassel vor Journalisten erläuterte, haben 70 bis 80 Prozent der Patienten von der bisherigen Krebstherapie keinen Nutzen. Oftmals könne die Lebenserwartung nur um wenige Wochen verlängert werden. Durch die Analyse der Genaktivität einer Zelle könne man nun aber besser sagen «wohin die Reise geht» und welche Medikamente sich zur Therapie eigneten, so Henkel.

«Anhand einer Gewebeprobe können wir feststellen, ob eine Therapie Sinn macht», ergänzte Josef Rüschoff, Leiter des Pathologieinstitutes, in dem die neue Abteilung untergebracht ist. Rüschoff schilderte den Fall einer Patientin, deren Leber von Krebszellen befallen und die durch den gezielten Einsatz einer Antikörpertherapie anderthalb Jahre frei von Metastasen war. «Die Patienten können noch Jahre an Lebensqualität hinzugewinnen», so Rüschoff. Zudem sei es möglich, mit der neuen Technologie Krebserkrankungen oder Risiken früher zu erkennen. (25.07.2003)

  Linktipp:

Das Klinikum Kassel im Internet:

klinikum-kassel.de

Umfrage:
Deutsche für humanitären Einsatz im Irak

   

Hamburg (epd). 60 Prozent der Bundesbürger befürworten einen humanitären Einsatz der Deutschen im Irak unter dem Dach der Vereinten Nationen. 28 Prozent seien gegen jegliche deutsche humanitäre Hilfe in dem Land, ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Hamburger Magazins «Stern». Ein militärisches Eingreifen der Deutschen unter US-Kommando wird dagegen von der Mehrheit der Bundesbürger strikt abgelehnt. Befragt wurden 1.008 Bundesbürger. (25.07.2003)

   

Bundesjugendring & KDV:
Forderung nach Abschaffung der Wehrpflicht

   

Berlin (epd). Der Deutsche Bundesjugendring und die Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer (KDV) haben das sofortige Ende der Wehrpflicht gefordert. Der massive Eingriff in das Leben junger Männer sei durch die Sicherheitslage der Bundesrepublik nicht mehr gerechtfertigt, sagte die Präsidentin der Bremer Zentralstelle, Margot Käßmann, in Berlin. Die hannoversche Landesbischöfin kritisierte zudem die mangelnde Wehrgerechtigkeit.

Nur etwa die Hälfte eines Jahrgangs von Wehrpflichtigen werde zum Wehrdienst eingezogen, berichtete Martin Jennerjahn vom Bundesjugendring. Hingegen müssten fast alle Kriegsdienstverweigerer Zivildienst leisten. Es gebe keine gerechte Lastenverteilung mehr.

Käßmann hielt die Auswahl einer deutlich geringeren Zahl von Wehrpflichtigen für eine sinnvolle Übergangslösung. Wenn jährlich nur noch 30.000 Männer eingezogen würden, seien das quasi Freiwillige. Sie betonte, dass der Wegfall des Zivildienstes kein Argument für den Erhalt der Wehrpflicht sein dürfe. Die Aufgaben des Zivildienstes ließen sich auch auf andere Weise erfüllen. Der Wegfall der Wehrpflicht bringe zudem einen früheren Berufseinstieg der jungen Männer mit sich.

Am 1.7.03 berief die Bundeswehr wieder 22.500 Wehrpflichtige zu ihrem Grundwehrdienst ein. Für einen freiwilligen zusätzlichen Wehrdienst haben sich rund 2.450 von ihnen verpflichtet, teilte das Verteidigungsministerium in Berlin mit. 2.500 der Wehrpflichtigen seien arbeitslos und auf ihren ausdrücklichen Wunsch eingezogen worden. Die Mehrheit, zwei Drittel der jungen Männer, hat gerade das Abitur gemacht. Nach Angaben des Bundesamtes für den Zivildienst gibt es derzeit rund 100.000 Zivildienstleistende. (09.07.2003)

  Linktipps:

Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienst-
verweigerer (KDV):


zentralstelle-kdv.de

Deutscher Bundes-jugendring:

www.dbjr.de

Umfrage:
Mehrheit bezeichnet Deutschland als «Neidgesellschaft»

   

Hamburg (epd). Die große Mehrheit der Bundesbürger hält Deutschland einer Umfrage zufolge für eine «Neidgesellschaft». 73 Prozent von mehr als tausend Befragten stimmten in einer in Hamburg veröffentlichten Online-Befragung der Zeitschrift GEO der Aussage zu, dass die Bundesrepublik eine «Neidgesellschaft» sei. Nur 6,8 Prozent der Befragten verneinten diese Aussage. Etwa ein Fünftel meinte, selbst «häufig neidisch» zu sein. Fast jeder Dritte gab an, «fast nie» neidisch zu sein.

Der Umfrage zufolge ist die Hälfte der Deutschen auf «Fremde» neidisch. 16 Prozent der Befragten beneideten Arbeitskollegen, nur 5,4 Prozent eigene Familienmitglieder. Der Neid richtete sich vor allem auf Reichtum (30,7 Prozent), Intelligenz (22,9 Prozent) und Karriere (22,3 Prozent), während Schönheit (19,6 Prozent) und Gesundheit (4,5 Prozent) weniger oft genannt wurden. Über ihre Neidgefühle sprechen würden etwa die Hälfte der Deutschen, die andere Hälfte verschweigt das Gefühl ihren Mitmenschen gegenüber. (09.07.2003)

  Programmtipp:

Sommertheater in der alten Zeughausruine in Kassel: «Der Geizige» - Komödie von Moliére

staatstheater-kassel.de

Jetzt im Internet:
«Dekade zur Überwindung von Gewalt»

   

Kassel (epd). Eine Internetseite zur «Dekade zur Überwindung von Gewalt» ist jetzt auf dem landeskirchlichen Server ekkw.de verfügbar. Wie Eberhard Will, Vorsitzender der Koordinierungsgruppe in der EKKW, mitteilte, findet sich unter der Adresse www.ekkw.de/dekade unter anderem ein Forum, in dem Besucher Meinungen, Erfahrungen und Anregungen zum Thema austauschen können. Weiterhin stehen Texte zum Thema «Gewalt in der Bibel» - das diesjährige Jahresthema innerhalb der EKKW - zum Download bereit.

Alle Gemeinden und Gemeindegruppen seien aufgerufen, sich mit Fragen rund um dieses Thema zu befassen und eigene Vorschläge zu machen, sagte Will. Das Thema Bibel sei unter anderem im Hinblick auf das Jahr der Bibel 2003 gewählt worden. Die Koordinierungsgruppe verstehe sich nicht als zentraler Planungsstab, sondern als Anlaufstelle, die Informationen sammle und weitergebe, betonte Will.

Die «Dekade zur Überwindung von Gewalt» wurde 1998 vom Ökumenischen Rat der Kirchen bei seiner Vollversammlung in Harare beschlossen und 2001 in Deutschland eröffnet. Als Kontaktperson für alle Interessierten innerhalb der EKKW wurde Walter Großke, Lessingstr. 13, 34119 Kassel, Tel.: (0561) 10 96 582, eMail:

  Linktipp:

Website zur "Dekade zur Überwindung von Gewalt":

ekkw.de/dekade

Stiftung für Jugendarbeit in Eschwege gegründet

   

Eschwege (epd). Eine Stiftung zur Förderung der Jugendarbeit ist jetzt vom Kirchenkreis Eschwege der Evangelischen Kirche in Kurhessen-Waldeck gegründet worden. Wie Martin Arnold, Dekan des Kirchenkreises, mitteilte, beträgt das Stiftungskapital 40.000 Euro. Es konnte durch erste Zustiftungen bereits um 8.000 Euro erhöht werden. Mit den Erträgen sollen Initiativen in der Jugendarbeit gefördert werden, für die die regulären Mittel nicht ausreichen. (18.07.2003)

  Linktipp:

Der ev. Kirchenkreis Eschwege im Internet:

www.kirchenkreis-eschwege.de

Hessen plant Museumspark für Kassel

   

Kassel (epd). In Kassel soll ein «Museumspark Wilhelmshöhe» entstehen. Dazu müssten der Landschaftspark Wilhelmshöhe und die Schlossanlagen mit den historischen Sammlungen zusammengeführt werden, sagte der hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts (CDU), in Kassel. Eine vom Kasseler Museumsdirektor Michael Eissenhauer entworfene Ideenskizze werde jetzt von der Landesregierung auf ihre Realisierbarkeit überprüft.

Es sei daran gedacht, die wesentlichen kulturhistorischen Sammlungen, die auf die fürstliche Tradition zurückgehen, an einem Ort in Wilhelmshöhe zu vereinen, so Corts. Darunter fallen die Gemäldegalerie Alter und Neuer Meister, die Schatzkunst mit Kunsthandwerk und Plastik, die Antikensammlung, das Astronomisch-Physikalische Kabinett, die jagdgeschichtliche Abteilung, das Grafische Kabinett, die historischen Schlossräume sowie die Bibliothek. (18.07.2003)

   

LWV Hessen schreibt zum zweiten Mal Walter-Picard-Preis aus

   

Kassel (epd). Der Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV) hat zum zweiten Mal den «Walter-Picard-Preis» ausgeschrieben. Wie die Pressestelle des LWV in Kassel mitteilte, ist der 2002 zum ersten Mal vergebene Preis mit 5.000 Euro dotiert. Er kann an Personen, Organisationen oder Institutionen verliehen werden, die sich im Sinne der Psychiatrie-Enquete um die gemeindepsychiatrische Versorgung der hessischen Bevölkerung verdient gemacht haben.

Der im Jahr 2000 gestorbene Walter Picard war einer der Initiatoren der 1975 vorgelegten Psychiatrie-Enquete, die maßgeblich zur Verbesserung der psychiatrischen Versorgung in Deutschland beigetragen hat. Der Preis soll am 10. März 2004 überreicht werden. Die beiden ersten Preisträger waren der Offenbacher Verein «Lebensräume e.V.» und Heinz Döring aus Hofgeismar, der unter anderem die «Kurhessen-Stiftung für seelisch behinderte Menschen» gründete. Die Ausschreibungsfrist läuft bis zum 31. Oktober dieses Jahres. Weitere Informationen erteilt der LWV Hessen. (18.07.2003)

  Linktipp:

Der Landeswohlfahrts-
verband Hessen im Internet:


lwv-hessen.de

Braunschweig plant Musikfestival nach «Documenta»-Vorbild

   

Braunschweig (epd). Nach dem Vorbild der Kasseler Kunstausstellung «Documenta» will Braunschweig eine «Dokumenta» für zeitgenössische Musik von internationaler Bedeutung etablieren. Die Festspielreihe solle alle fünf Jahre unter jeweils neuer künstlerischer Leitung stattfinden, teilte die Pressestelle der Stadt mit. Der Vorschlag des Staatstheater-Intendanten Wolfgang Gropper stehe im Zusammenhang mit der Bewerbung Braunschweigs als Kulturhauptstadt Europas 2010. (18.07.2003)

   

Weniger Geld für Brot für die Welt

   

Kassel (epd). Einen deutlichen Rückgang der Spenden für die 44. Aktion «Brot für die Welt» hat das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck verzeichnet. Wie Öffentlichkeitsreferent Claus-Dieter Suß mitteilte, liegt das Ergebnis der vom 1. Mai 2002 bis 30. April 2003 gelaufenen Aktion mit 1.049.167,59 Euro rund 22 Prozent unter dem Ergebnis der Vorjahresaktion.

Den Rückgang führte Suß auf die große Spendenbereitschaft in der Bevölkerung für die Flutopfer in Europa zurück. Von einer Spendenmüdigkeit könne keine Rede sein. Auch das bundesweite Ergebnis der Aktion liege mit Spenden in Höhe von 49,5 Millionen Euro rund zehn Prozent unter dem Vorjahresergebnis, so Suss. Die Aktion «Brot für die Welt» wird getragen von den evangelischen Landes- und Freikirchen in der Bundesrepublik. Die Umsetzung erfolgt durch das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland. (18.07.2003)

   

Diakonie bittet um Spenden für Flutopfer in Asien

   

Stuttgart (epd). Die Diakonie Katastrophenhilfe hat zu Spenden für die Flutopfer in Asien aufgerufen. Wie das evangelische Hilfswerk in Stuttgart mitteilte, mussten in Bangladesch, China und Indien nach Überschwemmungen und schweren Unwettern Millionen Menschen ihre Häuser verlassen. Hunderte seien bei Erdrutschen und in den Fluten ums Leben gekommen.

Die Diakonie unterstützt die Flutopfer in Indien nach eigenen Angaben mit Lebensmitteln, Kleidern, Plastikplanen und Tabletten zur Wasserreinigung. Außerdem würden Notunterkünfte errichtet. Insgesamt sollen rund 23.000 Familien unterstützt werden. Auch in China und Bangladesch erhielten die Opfer über das Netzwerk «Kirchen helfen gemeinsam» Hilfe.

Spenden mit dem Kennwort «Flut Asien» an:
Diakonie Katastrophenhilfe, Postbank Stuttgart, Konto 502-707, BLZ 600 100 70 und Caritas international, Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, Konto 202, BLZ 660 205 00 (18.07.2003)

   

36 Prozent der Sozialhilfeempfänger sind minderjährig

   

Wiesbaden (epd). Die Zahl der Sozialhilfeempfänger in Hessen ist im vergangenen Jahr um vier Prozent angestiegen. Ende 2002 wurden 240.000 Bezieher von Hilfe zum Lebensunterhalt gezählt, teilte das Statistische Landesamt in Wiesbaden mit. Damit sei nach fünf Jahren erstmals wieder ein Anstieg registriert worden.

Nach den Berechnungen des Statistikamtes erhält wie im Jahr 2001 etwa jeder 25. Hesse Sozialhilfe. Frauen stellen 56 Prozent der Sozialhilfeempfänger. Mit einem Anteil von 4,3 Prozent an der weiblichen Bevölkerung beanspruchen sie auch relativ häufiger Sozialhilfe als Männer mit 3,6 Prozent. Minderjährig sind 36 Prozent der Empfänger.

Knapp ein Drittel der Empfänger hat keinen deutschen Pass. Der Anteil an der nichtdeutschen Bevölkerung liegt bei gut elf Prozent, so dass jeder neunte nichtdeutsche Bürger in Hessen Sozialhilfe bezieht. (18.07.2003)

   

Bischof Hein lehnt EU-Förderung
von Embryonenforschung ab

   

Kassel (epd). Bischof Dr. Martin Hein (EKKW), hat die Absicht der EU-Kommission, auch weiterhin im Rahmen der Forschung die Vernichtung von Embryonen zur Gewinnung von Stammzellen zu fördern, scharf kritisiert. «EU-Subventionen dürfen nicht für die Vernichtung von Embryonen verwandt werden», erklärte Hein in Kassel. Es sei inakzeptabel, dass auf europäischem Weg das deutsche Embryonenschutzgesetz und entsprechende Regelungen in Österreich, Dänemark, Frankreich, Irland und Spanien ausgehebelt werden sollten.

Die sogenannte «Stichtagsregelung» der EU-Kommission welche die Vernichtung von Embryonen gestattet, die vor dem 27. Juni 2002 eingefroren wurden, bezeichnete Hein als «halbherzig». Es sei abzusehen, dass auch diese Beschränkung fallengelassen werde, wenn von der Forschung ein entsprechender «Mehrbedarf» an Embryonen anmeldet werde. Hein forderte eine strikte Einhaltung der bestehenden deutschen Regelung, welche die verbrauchende Embryonenforschung grundsätzlich untersagt. (11.07.2003)

   

EKD lehnt verbrauchende Embryonenforschung ab

   

Hannover (epd). Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) lehnt die von der Europäischen Kommission angestrebte weitreichende Förderung der verbrauchenden Embryonenforschung ab. Dem menschlichen Embryo komme von Anfang an Menschenwürde und Lebensrecht zu, sagte EKD-Sprecher Christof Vetter dem epd. Eine Verwendung menschlicher Embryonen zu Forschungszwecken sei aus Sicht der EKD ethisch nicht zu rechtfertigen. (11.07.2003)

   

Junge SPD-Abgeordnete:
Forderung nach Überprüfung der Wehrpflicht

   

Berlin (epd). Drei junge SPD-Bundestagsabgeordnete haben sich für die Überprüfung der Wehrpflicht ausgesprochen. Die aktuellen friedens- und sicherheitspolitischen Anforderungen rechtfertigten die allgemeine Wehrpflicht nicht mehr, sagten die Sprecher der «SPD-Youngsters», Sabine Bätzing, Sören Bartol und Marco Bülow in Berlin.

Die SPD-Bundestagsfraktion hatte am 1.7.03 entgegen ihrer ursprünglichen Absicht nicht über die Beibehaltung der Wehrpflicht abgestimmt, sondern lediglich einen Bericht von Bundesverteidigungsminister Peter Struck (SPD) über die neuen verteidigungspolitischen Richtlinien zur Kenntnis genommen. Die allgemeine Wehrpflicht ist Bestandteil der Richtlinien.

Über die Beibehaltung der Wehrpflicht will die SPD erst bei ihrem Bundesparteitag im November abstimmen. Das Thema sei von so großem gesellschaftlichen Interesse, dass darüber nicht allein die Fraktion entscheiden könne, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Franz Müntefering.

Die Grünen sind für die Abschaffung der Wehrpflicht. Im Koalitionsvertrag von SPD und Grünen wurde daher eine Überprüfung vereinbart. Nach Auffassung der «SPD-Youngsters» solle dabei auch über Übergangslösungen nachgedacht werden. Junge Menschen sollten weiterhin die Möglichkeit erhalten, sich für die Gesellschaft zu engagieren. Attraktive Modelle für Freiwilligendienste müssten entwickelt werden, so die SPD-Abgeordneten. (09.07.2003)

   

Kolloquium fragt nach
unfreiwilliger Komik der Medien

   

Kassel (epd). Mit der Frage, wie Medien freiwillig oder unfreiwillig komisch werden können, beschäftigt sich ein «Komik-Kolloquium» vom 25. bis 27. Juli in Kassel. Wie Friedrich W. Block von der Stiftung Brückner-Kühner, die das Kolloquium zusammen mit der IAG Kulturforschung der Uni Kassel und der Galerie Caricatura veranstaltet, in Kassel mitteilte, sind dazu Wissenschaftler, Künstler und Medienschaffende eingeladen.

Das Motto der Veranstaltung ist «Die Komik der Medien». Mit dabei sind unter anderem Martin Sonneborn, Chefredakteur der Satirezeitschrift «Titanic» und Thorsten Sievert, Regisseur und Producer der «Wochenshow» und des «Deutschen Comedypreises».

Beginn der Veranstaltung ist am Freitag um 14 Uhr im Kasseler Kulturbahnhof, Ende gegen 15 Uhr am Sonntag. Das erste Kolloquium dieser Art fand im Jahre 2000 statt und beschäftigte sich mit der Frage «Haben Frauen nichts zu lachen?» Die Stiftung Brückner-Kühner verleiht unter anderem seit 1985 den mit 10.000 Euro dotierten «Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor». (09.07.2003)

  Linktipp:

Mehr Informationen
zum 2. Kasseler Komik-Kolloquium im Internet:


www.brueckner-kuehner.de/kkk/

Aktion «Offene Kirche» fragt nach der Zahl Sieben

   

Kassel (epd). Die biblische Zahl Sieben steht im Mittelpunkt der diesjährigen Aktion «Offene Kirche Sankt Martin» in Kassel. In der Zeit von 12. Juli bis 7. September werde es in der zentral gelegenen Kirche neben einer sonntäglichen Predigtreihe Turmbesteigungen, Kirchenbesichtigungen mit Besuch der landgräflichen Gruft, Orgelmusik, Offene Gesprächskreise sowie Turmblasen geben, teilte der Gesamtverband der Evangelischen Kirchengemeinden in Kassel mit. Die Aktion stehe unter dem Motto «Sabbat - Sonntag - Siebtes Jahr».

Besichtigt werden können im Rahmen der Führungen, die jeweils im Anschluss die Gottesdienste um 11 Uhr stattfinden und ein jeweils anderes Thema haben, nach langer Zeit auch wieder Originalmodelle verschiedener Architekturbüros zum Wiederaufbau der im Krieg zerstörten Kirche. Die sonntägliche Predigtreihe (Beginn jeweils 10 Uhr) werde sich mit den sieben Schöpfungstagen, der Bedeutung des so genannten Sabbatjahres sowie mit dem Problem, warum unser Sonntag der achte Tag der Woche ist, beschäftigen. Die Aktion «Offenen Kirche» selbst finde in diesem Jahre ebenfalls zum siebten Male statt. (04.07.2003)

 

Armut in Deutschland nimmt leicht ab

   

Berlin (epd). Die Zahl der armen Menschen in Deutschland ist dem neuen Armutsbericht der Bundesregierung zufolge leicht rückläufig. Der Anteil der Bürger, die von weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens leben müssen, lag 2001 bei elf Prozent, heißt es im «Nationalen Aktionsplan zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung», den das Bundeskabinett in Berlin billigte. Damit liegt Deutschland unter dem EU-Durchschnitt von 15 Prozent.

Längere Arbeitslosigkeit machte Bundessozialministerin Ulla Schmidt (SPD) als wesentliche Ursache für Armut aus. Der Arbeitsmarktpolitik komme daher besondere Bedeutung zu. Schmidt bezeichnete die Hartz-Gesetze als Schritt in die richtige Richtung. Es müsse verhindert werden, dass sich eine Armutsspirale entwickele.

Der Aktionsplan 2003 - 2005 beschreibt Maßnahmen der Regierung, um die Selbsthilfe zu stärken und Teilhabe zu ermöglichen. Vor allem solle die Abhängigkeit von Kindern von der Sozialhilfe abgebaut werden, so Schmidt. Die gesellschaftliche Teilhabe von behinderten Menschen sowie die Förderung von Migranten bilden ein Schwerpunkt des Berichts. (11.07.2003)

   

Die Welt als Dorf

   

Hannover (epd). Heute leben mehr als sechs Milliarden Menschen auf der Erde, genau sollen es 6.313.716.000 sein, wie die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung in Hannover mitteilte. Weil solche riesigen Zahlen oft die Vorstellungskraft übersteigen, hat sich die Stiftung zum Weltbevölkerungstag am 11. Juli ein Modell ausgedacht: Die Welt als Dorf.

Wenn die Welt ein Dorf mit nur 100 Einwohnern wäre, wären davon zwölf Europäer, 14 Afrikaner, fünf Nordamerikaner, neun Lateinamerikaner und 60 Asiaten. Männer wären es 50, Frauen ebenso. 30 Dorfbewohner wären Kinder unter 15 Jahren, sieben wären älter als 65 Jahre. In dem 100-Seelen-Dorf müssten 44 Menschen in Armut leben und mit weniger als zwei Euro pro Tag auskommen. 18 hätten keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Im Durchschnitt bekäme eine Frau drei Kinder. Von den 25 Frauen im gebärfähigen Alter würden 14 verhüten.

Jedes Jahr würden zwei Babys geboren, während ein Einwohner sterben würde. Damit käme pro Jahr ein Mensch hinzu. Im Jahr 2050 würden sich in dem Dorf schließlich 146 Männer, Frauen und Kinder tummeln. (11.07.2003)

  Linktipp:

Deutsche Stiftung Weltbevölkerung:

weltbevoelkerung.de

Melanchthon-Schule erhält Verfassung

   

Steinatal (epd). Eine Schulverfassung wird der evangelischen Melanchthon-Schule in Steinatal am Samstag (12.07.) bei einem
Schulfest aus Anlass ihres 55-jährigen Bestehens überreicht. Wie die Direktorin der Schule, Christel Ruth Kaiser, mitteilte, sei die Verfassung in einem zweijährigen Arbeitsprozess von Schulleitung, Lehrervertretung, Elternbeirat und Schülervertretung entworfen und vom Landeskirchenamt in Kassel genehmigt worden. Sie trete ab dem nächsten Schuljahr in Kraft.

Eine der bedeutendsten Veränderungen sei die Einführung einer Schulkonferenz, sagte Kaiser. Orientiert am Hessischen Schulgesetz, mit gewissen Freiräumen einer kirchlichen Schule, kam das Gymnasium der Landeskirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) bislang ohne Verfassung aus. In zehn Paragrafen sind nun Rechte, Verantwortung und Verpflichtungen aller Lehrer, Eltern und Schüler geregelt.

Erziehungsziel der Schule ist es demnach, Menschen zu Persönlichkeiten zu bilden, die Verantwortung für sich, die Mitmenschen und die gesamte Schöpfung Gottes zu übernehmen bereit sind. «Mit Philipp Melanchthon als Namenspatron steht die Schule in der Tradition der Reformation, deren Anliegen auch darin besteht, Christen zu freien und zu verantwortlichen Persönlichkeiten zu erziehen. (11.07.2003)

  Linktipp:

Ev. Melanchthon-Schule, Steinatal im Internet:

Melanchthon-Schule

Marburg erhält Forschungszentrum für Kriegsverbrecherprozesse

   

Marburg (epd). Die Marburger Universität erhält ein Forschungszentrum für Kriegsverbrecherprozesse, die nach dem 2. Weltkrieg gegen Deutsche und Japaner geführt wurden. Wie die Philipps-Universität mitteilte, soll damit das 1998 begonnene Pilotprojekt des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte (Frankfurt/Main) und der University of California (Berkeley) auf eine dauerhafte Grundlage gestellt werden.

In mehreren tausend Prozessen seien nach dem 2. Weltkrieg Verantwortliche in vielen Ländern zur Rechenschaft gezogen worden, heißt es in der Mitteilung. Mit der Teilung der Welt in zwei Blöcke seien das Interesse und die Möglichkeit einer völkerstrafrechtlichen Ahndung von Kriegsverbrechen «weitgehend» verloren gegangen. Inzwischen jedoch entwickele sich das Völkerstrafrecht «dynamisch wie nie zuvor». Das zeige sich etwa an den internationalen Kriegsverbrechertribunalen für Ex-Jugoslawien und Ruanda oder dem International Criminal Court in Den Haag. Die früheren Kriegsverbrecherprozesse gegen Deutsche und Japaner dienten dabei oftmals als Quelle für Argumente.

Derzeit liegen laut Mitteilung nur wenige Prozent der Kriegsverbrecherprozesse des Zweiten Weltkriegs publiziert vor. Durch die Dokumentation könnten Wissenschaftler, Anwälte und Richter der neuen internationalen Strafgerichtshöfe systematisch zur bisherigen Rechtsprechung in Völkerrechtsstrafsachen recherchieren. (09.07.2003)

   

Evangelische Kirche sucht protestantische Märtyrer

   

München (epd). Die evangelische Kirche sucht zurzeit protestantische Märtyrer aus der Zeit des 20. Jahrhunderts. Bei dieser «Spurensuche» gehe es um evangelische Christen, die wegen ihres evangelischen Glaubens oder ihres Widerstands gegen das NS-Regime oder andere Diktaturen getötet worden sind, erklärte die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kirchliche Zeitgeschichte in München dem epd auf Anfrage. Gesucht würden die Namen bislang weitgehend unbekannter deutschsprachiger Männer und Frauen aus allen Schichten.

Bis Ende 2004 sei die Herausgabe einer umfangreichen Publikation mit zahlreichen Einzelbiografien geplant, so Andreas Kurschat von der historischen Forschungsstelle. Das Projekt wurde 1999 von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angeregt. In der von dem Institut angelegten Datenbank seien bereits mehrere hundert Personen aufgenommen worden, die im Einzelfall jedoch noch überprüft werden müssen.

In der katholischen, aber auch in der orthodoxen Kirche gibt es schon lange die Tradition von Märtyrerverzeichnissen. Die Deutsche Bischofskonferenz hat zuletzt 1999 ein Verzeichnis der katholischen deutschen Märtyrer des 20. Jahrhunderts sowie unter dem Titel «Zeugen für Christus» das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts vorgelegt. (09.07.2003)



Hinweis: Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kirchliche Zeitgeschichte in München sammelt entsprechende Hinweise, etwa Nachlässe oder Dokumente jeder Art. Mitteilungen nehmen auch regionale Vereine für Kirchengeschichte und Kirchenarchive entgegen.

  Linktipp:

Mehr Informationen
zum Thema sind hier abrufbar:


www.kirchliche-zeitgeschichte.info

Bilder zur Bibel:
EKD schreibt Fotowettbewerb zur Bibel aus

   

Hannover (epd). Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat einen bundesweiten Fotowettbewerb zu fünf Bibelstellen ausgeschrieben. Die Ausschreibung richte sich an professionelle Fotografen sowie Nachwuchstalente, teilte die EKD in Hannover mit. Die Teilnehmer sollen Bibelzitate aus dem Alten und Neuen Testament wie «In der Welt habt ihr Angst» bildlich umsetzen. Dotiert ist der erste Preis mit 5.000 Euro, der zweite mit 3.000 und der dritte mit 2.000 Euro. Einsendeschluss ist der 6. September 2003.

Der Wettbewerb steht im Rahmen der kommenden Novembertagung der EKD-Synode mit dem Hauptthema «Die Bibel im kulturellen Gedächtnis». «Wir wollen zeigen, dass es die traditionellen Glaubensinhalte verdienen, auch in modernen Medien aufgegriffen zu werden», sagte Robert Mehlhose, Publizistikreferent im EKD-Kirchenamt und Mitglied der Jury. Die Preise werden zwischen dem 2. und 7. November während der Synodentagung in Trier verliehen. Dort werden auch die besten Fotos in einer Ausstellung zu sehen sein. (09.07.2003)

  Linktipp:

Mehr Informationen
zum Fotowettbewerb finden Sie auf der Website der EKD:


www.ekd.de

Sommerferien werden wieder entzerrt

   

Düsseldorf/Berlin (epd). Die Sommerferien in den Bundesländern werden entzerrt. Die 16 Ministerpräsidenten billigten nach Angaben der Düsseldorfer Landesregierung in Berlin die neue Regelung, die von den Kultusministern beschlossen worden war. Danach beginnen die Sommerferien künftig in Nordrhein-Westfalen früher und überschneiden sich nur noch teilweise mit den Ferien in Bayern und Baden-Württemberg. Der Ferienzeitraum wird ausgedehnt. Die Regelung gilt für die Jahre 2005 bis 2010.

Alle Länder starten künftig mal früher und mal später in die Sommerferien. Nach der aktuellen Ferienordnung, die auf heftige Kritik gestoßen war, starten die bevölkerungsreichsten Bundesländer NRW, Bayern und Baden-Württemberg fast zeitgleich in die Sommerferien. (09.07.2003)

   

Protest gegen TV-Werbung für Telefonsex

   

Hannover (epd). Gegen nächtliche Telefonsex-Werbung und kommerzielle Sex-Clips im Fernsehen hat ein Bündnis aus Kirche, Unternehmen, Sport und Frauenverbänden protestiert. Darin werde «ein Bild der Frauen vermittelt, das einer Ware gleichkommt, die nur kommerziellen Zwecken dient», schreiben sie in einem Brief an die Rundfunkveranstalter. Vielen Zuschauern werde durch derartige «Überraschungen» das Fernsehen nach 23 Uhr regelrecht vergällt.

Die Werbung für Telefonsex-Dienste und Sex-Seiten im Internet habe sich programmübergreifend «über Stunden hinweg zu einer ausgedehnten Programmfläche verdichtet, der sich nächtliche TV-Zuschauer kaum noch entziehen können». Ein Werbeblock könne sich bis zu einer Länge von 15 Minuten hinziehen. Durch aufdringliche, aufreizende und aggressive Gestaltung werde das Frauenbild darauf reduziert, dass Frauen allein der sexuellen Stimulierung und Befriedigung dienten.

Ebenso einseitig und gefährlich sei das indirekt vermittelte Bild ewig lüsterner Männer. Die Unterzeichner sprechen von einem «massiven Verstoß gegen die Menschenwürde». Sie rufen die Verantwortlichen auf, mit der Rundfunkfreiheit verantwortungsvoll umzugehen. Unterzeichnet ist der Brief von Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche, der jüdischen Gemeinden, der Unternehmerverbände, des Deutschen Gewerkschaftsbundes, des Landessportbundes und des Landesfrauenrates in Niedersachsen. (09.07.2003)

   

Raus Besuch in Jugendwerkstatt
Bad Hersfeld zeigt Wirkung

   

Bad Hersfeld (epd). Der kürzliche Besuch von Bundespräsident Johannes Rau in der Jugendwerkstatt Bad Hersfeld zeigt erste Erfolge: der Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Werra-Meißner-Hersfeld, Michael Roth (SPD), wird sich in der kommenden Woche vor Ort über die Probleme der Jugendlichen informieren. Rau hatte bei dem Treffen in Bad Hersfeld die Jugendlichen dazu angeregt, sich einmal mit ihrem Bundestagsabgeordneten zu treffen.

«Der Bundespräsident ist gut rübergekommen», bestätigte Christof Dahl, Geschäftsführer der diakonischen Einrichtung, die positive Wirkung des Präsidentenbesuches. «Die Jugendlichen haben Herrn Rau sehr gelobt». Bei einigen sei sogar ein Motivationsschub feststellbar. Das betreffe vor allen diejenigen, die sich in dem Gespräch stark eingebracht hätten.

In der Jugendwerkstatt Bad Hersfeld werden junge Erwachsene mit Schwierigkeiten beim Übergang von der Schule zum Beruf durch ein integriertes Angebot von Beschäftigung, Qualifizierung, Bildung und Beratung gefördert. Im Gespräch mit Rau hatten sich die Jugendlichen unter anderem darüber beklagt, dass das diakonische Projekt «jedes Jahr auf der Kippe steht». (04.07.2003)

   

Bischof Hein gratuliert neuem
Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker

   

Kassel (medio). Bischof Dr. Martin Hein, hat dem bisherigen Weihbischof und Diözesanadministrator des Erzbistums Paderborn, Hans-Josef Becker, zu seiner Ernennung zum Erzbischof durch Papst Johannes Paul II. gratuliert. «Gottes Segen geleite Sie in Ihrem Dienst in dem Ihnen wohlvertrauten Erzbistum in Ihrer hochverantwortlichen Aufgabe. Er gebe Ihnen Kraft und Geduld und vor allem auch Freude in der Wahrnehmung Ihrer Aufgaben», heißt es in dem Glückwunschschreiben. «Ich freue mich auf gute Nachbarschaft und fruchtbare Kooperation für unseren gemeinsamen Auftrag: Das Evangelium Jesu Christi in aller Welt zu verkündigen. Gottes Geist stärke Sie für diesen Dienst.»

Hein verweist auf die gute Zusammenarbeit zwischen der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und dem Erzbistum Paderborn etwa in der Hessischen Kirchenleitungskonferenz und bei den jährlichen Begegnungen der Bistümer und Landeskirchen in Hessen mit der hessischen Landesregierung. Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck und das Erzbistum Paderborn verbindet der geistliche Dienst für die Menschen auf dem Gebiet des ehemaligen Fürstentums Waldeck. (04.07.2003)

   

Verbände in Marburg-Biedenkopf
schließen sich zusammen

   

Marburg (epd). Fünf Verbände der freien Wohlfahrtspflege im Landkreis Marburg-Biedenkopf haben sich zu einem Bündnis zusammen geschlossen. Damit reagiere man auf die Regionalisierung der sozialen Arbeit in Hessen, erklärte der Kreisgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Peter Günther, auf epd-Anfrage.

Der «Liga der Freien Wohlfahrtspflege im Landkreis Marburg-Biedenkopf» gehören Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Diakonie, Paritätischer Wohlfahrtsverband und Deutsches Rotes Kreuz an. Im Zuge der Kommunalisierung gebe das Land Teile seiner freiwilligen Leistungen an die Landkreise ab. Der Zusammenschluss diene dazu, den Kreisen als «starker Partner» gegenüberzustehen, sagte Günther.

Die Bündnispartner versprächen sich von der Kommunalisierung, dass «Mittel vor Ort effizienter» eingesetzt werden können, sagte Günther. Allerdings befürchte man auch, künftig mit anderen «Töpfen» der zur Zeit «finanziell ausgebluteten» Kreise konkurrieren zu müssen. (04.07.2003)

   

Zwei erste Plätze beim Kurhessischen Medienpreis

   

Kassel (epd). Simone Ahlbrecht aus Kassel und Kolja Kopton aus Duisburg haben gemeinsam den ersten Preis des diesjährigen Kurhessischen Medienpreises gewonnen. Dies teilte Lothar Grigat, Vorsitzender des Evangelischen Presseverbandes Kurhessen-Waldeck, der zu dem Wettbewerb aufgerufen hatte, in Homberg mit. Den dritten Platz belegte Barbara Lingelmann aus Wolfhagen.

Prämiert wurden Kurzgeschichten zum Thema «Alles hat seine Zeit». Das Thema lehnt sich an die Verse aus dem biblischen Buch Prediger Salomo (3,1-8) an. Die beiden ersten Preise sind mit je 2.000 Euro, der dritte Preis mit 1.000 Euro dotiert.

An dem Wettbewerb, der zum achten Mal stattfand, hatten sich nach Angaben von Grigat 98 Personen beteiligt, die rund 130 Geschichten einreichten. Die Preise werden am 11. Juli in der Kasseler Brüderkirche um 18 Uhr in Anwesenheit von Bischof Dr. Martin Hein überreicht. (01.07.2003)

 

Kurzgeschichten:

Lesen Sie hier die prämierten Kurz-
geschichten nach:

PDF-Dokument zeitversetzt von Simone Ahlbrecht, Kassel

PDF-Dokument Die Kniepwardsche Methode von Kolja Kopton, Duisburg

PDF-Dokument Kurzgeschichten von Barbara Lingelmann, Wolfhagen

Kindergottesdiensttagung
erwartet 400 Teilnehmer

   

Kassel (epd). Die Bibel steht im Mittelpunkt einer Kindergottesdiensttagung am Samstag in Kassel. Wie Ingeborg Böhle, Beauftragte für Kindergottesdienst im Sprengel Kassel, mitteilte, werden zu der Veranstaltung, die nur alle fünf bis sechs Jahre stattfindet, rund 400 Teilnehmer erwartet. Veranstalter ist die Arbeitsstelle für Kindergottesdienst der EKKW. Eingeladen sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kindergottesdienst.

Unter dem Motto «Auf die Bibel, fertig, los!» sollen in der Kasseler Christuskirche und im Wilhelmsgymnasium Vorträge, Arbeitsgruppen und Gespräche rund um das Thema Bibel angeboten werden. Eröffnet wird der Tag mit einem Gottesdienst um 10 Uhr in der Christuskirche.

Im Bereich der EKKW gibt es rund 2.500 bis 3.000 ehrenamtliche Mitarbeiter im Kindergottesdienst. Die Arbeitsstelle für Kindergottesdienst hat ihren Sitz in Wetter, für jeden den vier Sprengel gibt es einen Sprengelbeauftragten. In den 27 Kirchenkreisen gibt es zudem jeweils Pfarrerinnen und Pfarrer, die einen Zusatzauftrag für kindergottesdienstliche Arbeit haben. (04.07.2003)