Fernsehdiskussion

Bischof Hein: Den zivilen Aufbau Afghanistans stärken

Bischof Martin Hein in der hr-Sendung «horizonte». (Quelle: hr-Fernsehen)
Bischof Martin Hein in der hr-Sendung «horizonte». (Quelle: hr-Fernsehen)

Frankfurt am Main (medio).  Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, hat eine Stärkung des zivilen Aufbaus in Afghanistan gefordert. In einer TV-Diskussion des hr-fernsehens sagte Hein am Samstag, Ziel müsse es sein, dort eine weitgehend funktionierende Zivilgesellschaft aufzubauen. Der Bevölkerung sollten sichere Lebensumstände, Zugang zur Bildung ermöglicht und die Perspektive auf zumindest bescheidenes Wohlergehen eröffnet werden. Sicherheitspolitische Aspekte allein führten immer zu einer militärischen Option. Das sei aber eine Engführung, die abzulehnen sei. 
 
Es ist aufrichtig, von Krieg zu sprechen

Hein nannte es in diesem Zusammenhang aufrichtig, die Situation in Afghanistan als «Krieg» zu bezeichnen. Den habe in Deutschland keiner gewollt, die Lage stelle sich nun aber anders dar. Ein Grund hierfür sei ein lange Zeit fehlendes, tatsächlich Vertrauen schaffendes Gesamtkonzept der NATO für die zivile Zukunft Afghanistans. Hein räumte ein, dass es durchaus eine Begründung dafür gebe, zivile Maßnahmen begrenzt auch mit militärischen Mitteln zu begleiten. Im Afghanistan-Konflikt stehe jedoch offenbar aktuell die militärische Option im Vordergrund. Dies sei abzulehnen. In der jetzigen Situation sollten deshalb keine zusätzlichen Soldaten nach Afghanistan entsandt werden. Ein sofortiger Abzug der Bundeswehr und der anderen Truppen sei jedoch ebenfalls keine Lösung. Es gelte nun, gemeinsam vor Ort alles daran zu setzen, den Weg für stabile zivile Strukturen in Afghanistan zu schaffen. (08.02.2010)

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Kirchenkreis belohnt innovative Gemeindeprojekte mit 5.000 Euro

Hanau/Langenselbold (epd). Mit Preisen von 250 bis 1.000 Euro zeichnet der Evangelische Kirchenkreis Hanau-Land acht beispielhafte Aktionen in seinen Kirchengemeinden aus. Wie Fredy Fritz Henning, Medienbeauftragter des Sprengels Hanau, am Freitag in Hanau mitteilte, werden mit den Auszeichnungen Projekte gewürdigt, die das evangelische Profil von Gemeinden stärken und die den veränderten Lebensbedingungen der Gemeindemitglieder entsprechen. Die als «Grünstift-Preis» benannte Auszeichnung ist mit insgesamt 5.000 Euro dotiert und wurde im vergangenen Jahr erstmals ausgeschrieben.

Jeweils 1.000 Euro gehen an die Aktion «Essensbank» der Kirchengemeinde Heldenbergen, das «Sonntagscafe» in Hüttengesäß sowie die «Bunte Kiste» in Windecken. Mit 500 Euro wurde die «Elternfreie Zeit» in Bruchköbel, die «Haltestelle» in Hüttengesäß sowie der «Gronauer Gemeindelauf» bedacht. Die Projekte «Kirchenerlebnistour für Kinder» (Bruchköbel und Langenselbold) sowie die «Thomasmesse» in Ostheim erhalten je 250 Euro. Die Preise werden am 10. Februar um 18 Uhr im Katharina-von-Bora-Haus in Langenselbold verliehen.

«Mit dem Preis wollen wir auch deutlich machen, dass gute Ideen nicht am Geld scheitern dürfen», sagte der Dekan des Kirchenkreises, Martin Lückhoff. Man habe ein starkes Interesse daran, innovative Projekte in den Gemeinden anzustoßen. Der Name «Grünstift-Preis» sei als Gegenbegriff zu dem oft zitierten «Rotstift» gewählt worden, um zu zeigen, dass man etwas gegen den Trend tun wolle. Insgesamt seien rund 15 Bewerbungen für den Preis eingegangen. (05.02.2010)

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Linktipp:

Den Kirchenkreis Hanau-Land finden Sie im Internet hier:

Hephata will «Bildung ohne Barrieren»

Schwalmstadt (epd). Das hessische Diakoniezentrum Hephata in Schwalmstadt-Treysa hat sich in diesem Jahr das Schwerpunktthema «Bildungsgerechtigkeit» gegeben. Dazu habe man sich das Motto «MitMenschen aktiv - Bildung ohne Barrieren» ausgewählt, teilte Direktorin Barbara Eschen mit.

Als besondere Bildungshindernisse benannte Eschen fehlende finanzielle Mittel vieler Eltern und eine zu komplizierte Sprache im Unterricht.
Außerdem werde bis heute gerade Menschen mit Behinderung das Lernen oftmals gar nicht zugetraut. In der Förderschule in Hephata versuche man beispielsweise durch eine bildgestützte Sprache, behinderten Menschen gleichwertige Bildungschancen zu eröffnen.

Das Diakoniezentrum Hephata bietet rund 3.830 Betreuungsplätze sowie zahlreiche Maßnahmen in der Berufshilfe und Beratungsangebote an und beschäftigt mehr als 2.000 Mitarbeiter. (03.02.2010)

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Weitere Informationen zum Diakoniezentrum Hephata finden Sie im Internet unter:

Verdienste um die Ausbildung junger Menschen

Pfarrer Eberhard Will erhält Ehrendoktorwürde in Indien

Pfarrer Eberhard Will (Foto: medio.tv/Schauderna)
Pfarrer Eberhard Will (Foto: medio.tv/Schauderna)

Kassel/Bangalore (medio). Pfarrer Eberhard Will, Leiter des Referats für «Weltmission und Partnerschaft» der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, erhält vom Senat des Serampore Colleges (University) in Bangalore (Indien) den Ehrentitel «Doctor of Divinity» (DD) (Honoris Causa). Der Titel wird Will im Rahmen einer Feierstunde am 6. Februar 2010 in Bangalore verliehen, teilte die Pressestelle der Landeskirche mit.

Pfarrer Will erhält die Ehrendoktorwürde für seine Verdienste um die Ausbildungsförderung junger Menschen in Indien im akademischen und nichtakademischen Bereich, so die Pressestelle weiter. Das Serampore College liegt auf dem Gebiet der «Church of South India - Karnataka Northern Diocese», zu der die Landeskirche seit fast 40 Jahren eine Partnerschaft unterhält. Diese Partnerschaft wird konkret von den vier Kirchenkreisen Eschwege, Fritzlar, Hersfeld und Melsungen gestaltet. Dazu gehört unter anderem ein Personalaustausch von Pfarrerinnen und Pfarrern.

Zur Person

Eberhard Will wurde 1955 in Siegen geboren. Nach seinem Abitur studierte er von 1975 bis 1980 Evangelische Theologie in Marburg. Von 1980 bis 1982 absolvierte er sein Vikariat in Neustadt (Kirchenkreis Kirchhain). 1982 bis 1995 war er als Gemeindepfarrer zunächst in Niedermöllrich (Kirchenkreis Homberg), danach in Fuldabrück (Kirchenkreis Melsungen) tätig. Von Oktober 1991 bis März 1992 hielt er sich im Rahmen der Partnerschaft der Landeskirche in Indien auf. Seit Februar 1995 ist er Leiter des Referats «Weltmission und Partnerschaft» im Ökumenedezernat des Landeskirchenamtes. Gleichzeitig ist er Geschäftsführer des Vereins «Ausbildungshilfe – Christian Education Fund e.V.» in Kassel, der jährlich über 2500 junge Menschen in Asien und Afrika in ihrer Ausbildung unterstützt. In dieser Funktion sei er zum ‚Gesicht‘ der Ausbildungshilfe aus Kurhessen-Waldeck bei den kirchlichen Partnern in zehn Ländern geworden. Darüber hinaus hat er an der Weiterentwicklung von akademischen Lehrplänen für die Ausbildung von Theologen in Indien mitgewirkt. Eberhard Will ist seit 1980 verheiratet; das Ehepaar hat zwei erwachsene Töchter. (05.02.2010)

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Linktipp:

Informationen zur Partnerschaft der Landeskirchen mit der Church of South India - Karnataka Northern Diocese finden Sie hier:

Evangelische Kirchen in Hessen kritisieren Aufweichung des Sonntagsschutzes

Kassel/Frankfurt (medio). Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) Prof. Dr. Martin Hein und der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) Dr. Volker Jung haben sich zur Novellierung des Gesetzes zum Schutz des Sonn- und Feiertags sowie zum Ladenöffnungsgesetz in Hessen geäußert. Die neue Fassung der Gesetze schreibt vor, dass die Geschäfte am Gründonnerstag ab 20 Uhr geschlossen bleiben müssen. Dafür dürfen Autowaschanlagen, Videotheken und Büchereien sonntags ab 13 Uhr öffnen.

Jung und Hein äußerten sich zufrieden darüber, dass der Abend des Gründonnerstag nun besser geschützt sei. Dieser Vorabend des Karfreitag sei in der christlichen Tradition besonders bedeutsam. Denn an diesem Abend erinnerten Christen an das erste Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern gefeiert habe, an den Verrat an Jesus Christus und an seine Verhaftung. Diese besonders ernsthafte Thematik präge diesen Abend im Rahmen des Jahresablaufs in einzigartiger Weise. Er setze damit wichtige menschliche Themen auf die Tagesordnung. «Hier schützt das Gesetz ein tieferes Verständnis des Lebens und damit ein Stück Lebensqualität», äußerten Hein und Jung.

Zugleich beklagten Hein und Jung die Öffnung von Autowaschanlagen, Videotheken und Büchereien am Sonntag als «Schritt in die falsche Richtung». Zwar sei der Respekt vor der traditionellen Gottesdienstzeit am Sonntagmorgen erkennbar, aber die Öffnung ab 13 Uhr werde mehr Menschen zur Arbeit nötigen. Wörtlich äußerten sie: «In kleinen Schritten werden so immer mehr Menschen am Sonntag zur Arbeit gerufen. Die Sonntagsarbeit sollte auf notwendige Bereiche begrenzt bleiben. Als Christen sind wir zutiefst davon überzeugt, dass es unserer Gesellschaft gut tut, wenn möglichst viele Menschen gemeinsam einen Tag in der Woche frei haben». Es gebe am Sonntag eindeutig besseres zu tun als sein Auto zu waschen, äußerten Hein und Jung und nannten beispielhaft: «Seinem Sohn beim Fußballspielen zuschauen, mit seiner Tochter etwas spielen, mit seinem Partner etwas unternehmen, die Eltern besuchen, im Gottesdienst über das Leben nachdenken – und Gott dafür danken.» (27.01.2010)

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Interview:

Bischof Martin Hein im Gespräch mit Pfarrer Christian Fischer

Drei Fragen an ...

Pfarrer Christian Fischer befragte Bischof Martin Hein zur Novellierung des Gesetzes zum Schutz des Sonn- und Feiertags sowie zum Ladenöffnungsgesetz in Hessen.

Chaos und Not nach schwerem Erdbeben

Bischof Hein und Diakonie-Landespfarrer Schwarz rufen zu Fürbitte und Spenden für Haiti auf

Schnelle Hilfe durch die Diakonie. Unser Foto zeigt einen Mitar-<BR>beiter der Diakonie-Katas-<BR>trophenhilfe in der Hauptstadt Port-au-Prince. (Foto: Diakonie Katastrophenhilfe)
Schnelle Hilfe durch die Diakonie. Unser Foto zeigt einen Mitar-
beiter der Diakonie-Katas-
trophenhilfe in der Hauptstadt Port-au-Prince. (Foto: Diakonie Katastrophenhilfe)

Port-au-Prince/Kassel (medio). Nach dem schweren Erdbeben im Karibikstaat Haiti bleibt die Lage für die Überlebenden dramatisch: Die Menschen warten auf sauberes Trinkwasser, Nahrungsmittel und medizinische Versorgung. Häuser und Straßen sind in weiten Teilen zerstört oder stark beschädigt. Es gibt kaum Hoffnung, unter den Trümmern noch Überlebende zu finden und die Sicherheitslage wird zunehmend schwieriger. Mittlerweile gehen Experten von bis zu 200.000 Erdbebentoten aus. Das Beben gilt als eines der stärksten der vergangenen 70 Jahre in der Karibik. Mehrere Nachbeben versetzten die Menschen auf Haiti in Angst und führten zu weiteren Zerstörungen.

Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Martin Hein, sowie Diakonie-Landespfarrer Oberlandeskirchenrat Dr. Eberhard Schwarz rufen zu weiteren Spenden auf. In einem gemeinsamen Schreiben an die Pfarrerinnen und Pfarrer bitten sie die Kirchengemeinen, den Menschen auf Haiti zu helfen: Dies könne vor Ort durch Extrasammlungen und Spendenaufrufe in den Gottesdiensten geschehen. Zudem bitten der Bischof und der Landespfarrer: «Schließen Sie die Menschen in Haiti und die Helfer vor Ort in Ihre Fürbitten ein.» Gleichzeitig bedanken sie sich bei allen, die durch Spenden dazu beitragen haben, dass den Menschen in Haiti geholfen werden kann.

Wie die Pressestelle mitteilte, stockt die Landeskirche ihre Hilfe für die Erdebenopfer um weitere 20.000 Euro auf. Bereits unmittelbar nach den ersten Katastrophenmeldungen aus Haiti hatte die Landeskirche in der vergangenen Woche 20.000 Euro aus der Erntedankkollekte zur Verfügung gestellt. Wichtig sei eine nachhaltige Unterstützung Haitis, damit der lang währende Wiederaufbauprozess gelingt, heißt es in einer Pressemitteilung.

Diakonie Katastrophenhilfe und Partnerorganisationen helfen vor Ort

Die Diakonie Katastrophenhilfe schickt zum zweiten Mal Hilfsgüter nach Haiti. Am vergangenen Donnerstag ist ein Flugzeug von Airbus von Hamburg aus in die haitianische Hauptstadt Port-au-Prince geflogen, teilte die evangelische Hilfsorganisation mit. Das Unternehmen Airbus hätte den Flug kostenlos zur Verfügung gestellt. «Das Ausmaß der Zerstörungen ist riesig», sagt Rainer Lang, der zur Zeit für die Diakonie Katastrophenhilfe vor Ort ist. Lang hat in den vergangenen Tagen die Verteilung der Hilfsgüter begleitet.

Von Hamburg aus wurden den Angaben zu Folge unter anderem 10 Tonnen Werkzeug nach Haiti gebracht. Sie seien für das sogenannte «Cash for Work»-Programm (Geld für Arbeit) vorgesehen. Dies ist nach Angaben von Lang gerade in der schwierigen Phase direkt nach dem Erdbeben sehr sinnvoll. In Haiti sei auch schon vor dem Erdbeben die Armut im Land ein riesiges Problem gewesen. Gerade weil die die Lebensmittelpreise stark gestiegen sind, sei es gerade jetzt wichtig, für möglichst viele Familien eine sichere Einkommensbasis zu schaffen, so Lang. Positive Erfahrungen mit diesem Programm hatte die Diakonie Katastrophenhilfe schon 2005 nach dem Erdbeben in Pakistan gesammelt.

Besonders freut sich Lang darüber, dass die Diakonie Katastrophenhilfe ein Kinderkrankenhaus in Port-au-Prince unterstützt. «Wir haben hier selbst  gesehen, wie groß der Bedarf ist und wie viele Menschen in der Klinik gerade behandelt werden», so Lang. Er war in den vergangenen Tagen in Jacmel und im benachbarten Bainet . Dort läuft seit Tagen die Verteilung der schon angekommenen Hilfsgüter auf Hochtouren. Die haitianische Partnerorganisation «Crose» verteilt dort die Hilfsgüter an rund 1.600 Menschen. Unter anderem werden Nahrungsmittel, Decken, Wasserkanister, Hygieneartikel und Plastikplanen verteilt. (01.02.2010)

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Zwischenton:

Hören Sie hier einen Zwischenton von Pfarrer Dr. Siegfried Krückberg (gesendet am 14.1.2010 auf Hit Radio FFH):

Helfen Sie mit Ihrer Spende:

Gespendet werden kann an das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck, Konto 21 21 21 bei EKK eG (BLZ 520 604 10), Stichwort «Haiti» oder online unter:

Kollektenaufruf:

Die Diakonie Katastro-
phenhilfe ruft zu Kollekten für die Erdbebenopfer auf. Den Aufruf finden Sie hier:

Margot Becker mit Elisabeth-Medaille geehrt

Dekan Klaus-Peter Brill (l.) und Kreissynoden-Vorsitzender Dr. Stephan Wiegand, (r.) überreichen die Elisabeth-Medaille an Margot Becker. (Foto: medio.tv/F. F. Henning)
Dekan Klaus-Peter Brill (l.) und Kreissynoden-Vorsitzender Dr. Stephan Wiegand, (r.) überreichen die Elisabeth-Medaille an Margot Becker. (Foto: medio.tv/F. F. Henning)

Gelnhausen (medio). Für ihr langjähriges ehrenamtliche Engagement in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck ist Margot Becker aus Gelnhausen mit der Elisabeth-Medaille ausgezeichnet worden. Der Dekan des Kirchenkreises Gelnhausen, Klaus-Peter Brill, und der Vorsitzende der Kreissynode, Dr. Stephan Wiegand, überreichten die Auszeichnung der Landeskirche im Auftrag von Bischof Prof. Dr. Martin Hein. Die Verleihung erfolgte im Rahmen eines musikalischen Gottesdienstes in der Marienkirche in Gelnhausen, teilte der Medienbeauftragte des Sprengels Hanau, Pfarrer Fredy F. Henning, mit.

Margot Becker war seit 1989 Mitglied des Kirchenvorstandes der Evangelischen Kirchengemeinde Gelnhausen und zugleich Vorsitzende der Synode des Kirchenkreises Gelnhausen. Außerdem gehörte sie der Synode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck an und war in verschiedenen Ausschüssen der Landeskirche tätig. Becker engagiert sich in der Kindergottesdienstarbeit und setzt sich für die Begegnung von Jugendlichen mit Mädchen und Jungen im Erholungsheim «Nadeshda» in Weißrussland ein.
 
In seiner Ansprache hob Dekan Brill besonders den Einsatz Beckers für benachteiligte Menschen hervor. Die Auszeichnung sei ein Zeichen des Dankes für ihre Zeit, Liebe und Sorge zum Wohle der Kirchengemeinde, der Kirche und der Menschen, so der Dekan. Die 70-jährige pensionierte Lehrerin stammt aus dem Vogelsberg und lebt seit 1972 in Gelnhausen. (03.02.2010)

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Kirchhain: Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen gegründet

Kirchhain/Amöneburg (epd). Vier Kirchengemeinden haben im mittelhessischen Kirchhain eine «Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen Kirchhain/Amöneburg» gegründet. Wie der Dekan des Kirchenkreises Kirchhain, Rainer Staege, am Montag mitteilte, handelt es sich dabei um die evangelische und die katholische Kirchengemeinde Kirchhain, die katholische Kirchengemeinde Amöneburg sowie die evangelisch-methodistische Kirchengemeinde Niederwald. Der Beitritt weiterer Kirchengemeinden der Städte Kirchhain und Amöneburg werde angestrebt.

Laut Gründungsurkunde soll die Arbeitsgemeinschaft der wachsenden Zusammenarbeit zwischen den Kirchengemeinden dienen. Die Zusammenarbeit hessischer Kirchen und Freikirchen in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Hessen-Rheinhessen feierte im vergangenen Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. In diesem Zusammenschluss sind insgesamt 20 Kirchen und Freikirchen mit 4,5 Millionen Mitgliedern sowie der Internationale Konvent Rhein-Main, der 24 Gemeinden fremder Sprache und Herkunft vereint, vertreten. (01.02.2010)

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Intensivmedizin bei begrenzten Ressourcen

Bischof Prof. Dr. Martin Hein diskutiert mit Personal der Diakonie-Kliniken

Kassel (medio). Vor eine ethische Herausforderung sehen sich in Sachen Intensivmedizin und Pflege nicht nur täglich Mediziner, Pflegepersonal und Seelsorger gestellt. Auch die Kirche befasst sich mit diesen Fragestellungen intensiv. Das wurde in einer Diskussionsrunde mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Diakonie-Kliniken in Kassel am 20. Januar 2010 deutlich. Vor etwa 25 engagierten Zuhörern plädierte der Bischof der Evangelischen Kirche in Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein,  dafür, sich der Frage zu stellen, „ob wir zwischen dem medizinisch Machbaren einerseits und dem Sinnvollen andererseits klar unterscheiden können“.

„Dieser Konflikt, der sich angesichts neuer Therapien und Heilsversprechen einerseits, angesichts steigender Kosten andererseits vermutlich zukünftig verschärfen wird, bedarf der öffentlichen, politisch verantworteten Diskussion und Regelung“, resümierte Hein und forderte: „Eine offene Diskussion über diese Fragen ist dringend nötig, um den jüngst erhobenen Vorwurf der „heimlichen Rationierung“ auszuräumen.“

Hein bezog auch klar Stellung zur Sterbehilfe: „Weil das Leben eine Gabe Gottes ist, die unserer Verfügung entzogen ist, lehnen wir als Kirchen aktive Sterbehilfe ab.“ Umgekehrt stelle sich aber auch die Frage, welche ethischen Grenzen es im Blick auf das hinauszögernde Eingreifen in den Sterbeprozess eines todkranken Menschen gibt. „Hier gilt es, auch das „Sterben lassen“ als eine ärztliche und pflegerische Handlungsoption in den Blick zu nehmen, ohne dabei ökonomische Gesichtspunkte wirksam werden zu lassen", sagte Bischof Hein. (26.01.2010)

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Vortrag:

Den Vortag von Bischof Prof. Dr. Martin Hein können Sie hier herunterladen:

Enquete-Kommission «Migration und Integration in Hessen» nimmt Arbeit auf

Wiesbaden (epd). Die Enquete-Kommission «Migration und Integration in Hessen» des Landtags hat am Donnerstag in Wiesbaden ihre Arbeit aufgenommen. Ziel sei es, in den kommenden zwei Jahren sowohl die Chancen als auch die Probleme von Zuwanderung zu analysieren und daraus konkrete Handlungsempfehlungen für die Politik abzuleiten, sagte der Obmann der CDU-Fraktion, Alexander Bauer, zu Beginn der konstituierenden Sitzung.

Nach Ansicht des SPD-Obmanns in der Kommission, Gerhard Merz, ist die Integrationspolitik «eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben». Er sei zuversichtlich, dass das Gremium «ziel- und konsensorientiert» arbeiten werde. Allerdings gebe es zwischen den Parteien auch große Unterschiede, etwa bei der Frage, welche Rolle die Religionsgemeinschaften und insbesondere der Islam im Integrationsprozess spielten. Hessen brauche eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Islam, die Muslime nicht diskriminiere.

Die Enquete-Kommission war vom Landtag im Oktober vergangenen Jahres eingesetzt worden. Vor dem Hintergrund, dass rund ein Viertel der hessischen Bevölkerung aus Einwandererfamilien stamme, soll die Kommission eine umfassende Bestandsaufnahme der Lebenssituation dieser Menschen vornehmen. Dem Gremium gehören 13 Landtagsmitglieder an; fünf stellt die CDU und drei die SPD. Jeweils zwei Abgeordnete kommen von den Grünen und der FDP sowie einer von der Linkspartei. Zusätzlich kann jede der fünf Fraktionen einen unabhängigen Sachverständigen benennen. Vorsitzender ist der CDU-Abgeordnete Holger Bellino. (29.01.2010)

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Kirche und Diakonie wollen mehr soziale Verantwortung übernehmen

Hofgeismar (epd). Kirche und Diakonie wollen in Zukunft in den Kommunen mehr soziale Verantwortung übernehmen. Dies kündigte Cornelia Coenen-Marx, Referentin für sozial- und gesellschaftspolitische Fragen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), am Donnerstag in Hofgeismar an. Kirche und Diakonie hätten auf kommunaler Ebene bisher von ihren Möglichkeiten zu wenig Gebrauch gemacht, sagte sie zum Abschluss einer Tagung mit dem Titel «Kirche findet Stadt», die die Evangelische Akademie in Kooperation mit der EKD veranstaltete. «Wir dürfen uns dabei aber nicht das Heft des Handelns aus der Hand nehmen lassen», warnte sie.

«Das ist eine große Chance, Vernetzungen in den Quartieren herzustellen», sagte der Düsseldorfer Oberkirchenrat Klaus Eberl.
Kirche und Diakonie hätten in der Gemeinwesenarbeit bisher nur sehr zurückhaltend agiert. Nach den Worten von Reinhard Thies, Leiter der Servicestelle Soziale Stadt beim Diakonischen Werk der EKD, soll in Zukunft verstärkt daran gearbeitet werden, den Gedanken einer solchen «Gemeinwesendiakonie» in die Fläche zu tragen. Unter anderem werde man im Mai dieses Jahres auf dem Ökumenischen Kirchentag in München ein Forum zu diesem Thema anbieten.

Auch die Evangelischen Akademien in Deutschland wollten das Thema verstärkt auf ihre Tagesordnung setzen und von unterschiedlichen Perspektiven beleuchten, kündigte Akademiedirektorin Eveline Valtink an. An der Fachhochschule für Diakonie in Bielefeld sei vor kurzem ein Studiengang «Diakonie und Gemeinwesen» eingerichtet worden. «Kirche und Diakonie bekommen so eine ganz neue Relevanz», gab sie sich überzeugt. (29.01.2010)

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Hanauer Kantorei sucht Mitsänger für Brahms-Requiem

Hanau (medio). Die Hanauer Kantorei sucht derzeit nach Gastsängern und -sängerinnen, die gemeinsam mit dem Chor das Requiem von Johannes Brahm aufführen möchten. Besonders willkommen sind jüngere Sopranstimmen und Bässe, sowie Tenöre. Die Aufführung ist  für den 24. April im Congresspark Hanau  geplant .

Die Hanauer Kantorei existiert bereits seit über 30 Jahren. In dieser Zeit begeisterte der 90 köpfige Chor mit vielen regionalen und überregionalen Konzerten die Besucher. Die Chorproben finden regelmäßig donnerstags in der Alten Johanneskirche in Hanau (Ramsaystrasse) in der Zeit von 20.00 bis 22.00 Uhr statt. Nähere Informationen erhalten Sie bei Christian Mause (06181) 28114 oder unter Kantor@Kantorei-Hanau.de (25.01.2010)

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Ehrung für Ehrenamtliche

Dorothea Gertig wird mit dem Bernsteinkreuz ausgezeichnet

Leipzig/Kassel (medio). Die Leiterin des «Kasseler Frauenverein der Gustav-Adolf-Stiftung», Dorothea Gertig, erhielt das Bernsteinkreuz des Gustav-Adolf-Werks. Gertig ist eine von sieben Ehrenamtlichen, die am vergangenen Freitag (29.01.) in einem Festgottesdienst in der Evangelisch-Reformierten Kirche zu Leipzig ausgezeichnet wurden. Das Bernsteinkreuz wird vom Gustav-Adolf-Werk als Zeichen des Danks an Ehrenamtliche verliehen, die das Diasporawerk der Evangelischen Kirche in Deutschland mit besonderem Engagement unterstützen. (01.02.2010)

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Stiftung Kirchenerhaltungsfonds fördert 14 Kirchen mit insgesamt 680.000 Euro

Erhält mit insgesamt 129.500 Euro die höchste Förderung der Stiftung: Die Stadtkirche in Wolfhagen. Unser Foto zeigt (v.l.): Dekan Dr. Gernot Gerlach, Werner Kepper, Bischof Prof. Dr. Martin Hein, Pfarrer Hans-Jürgen Basteck, Renate Dreisbach, Rudolf Möse, Vizepräsident Dr. Volker Knöppel und Günther Dreisbach. (Alle Fotos: medio.tv/Simmen)
Erhält mit insgesamt 129.500 Euro die höchste Förderung der Stiftung: Die Stadtkirche in Wolfhagen. Unser Foto zeigt (v.l.): Dekan Dr. Gernot Gerlach, Werner Kepper, Bischof Prof. Dr. Martin Hein, Pfarrer Hans-Jürgen Basteck, Renate Dreisbach, Rudolf Möse, Vizepräsident Dr. Volker Knöppel und Günther Dreisbach. (Alle Fotos: medio.tv/Simmen)

Kassel (medio). Die Stiftung Kirchenerhaltungsfonds der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck hat in einer Feierstunde am Dienstagnachmittag (19.1.) in Kassel die Förderbewilligungen für das Jahr 2009 überreicht. Dabei konnten 14 Bauvorhaben in 14 Kirchenkreisen mit einem Gesamtbetrag von 680.000 Euro gefördert werden, teilte die Pressestelle der Landeskirche mit.

Bischof Prof. Dr. Martin Hein
Bischof Prof. Dr. Martin Hein

Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, hob hervor, dass Kirchengebäude identitätsstiftend seien. «Unsere Kirchengebäude stiften Identität im Glauben und Identität in unseren Dörfern und Städten», sagte Hein vor zahlreichen Gästen im Kasseler Haus der Kirche.

Die Kirchen seien ein Symbol für Heimat: «Wer die Erhaltung und Renovierung seiner örtlichen Kirche unterstützt, leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Gemeinwohl», so Bischof Hein. Die Stiftung Kirchenerhaltungsfonds hatte im vergangenen Jahr eine hohe Anerkennung durch die hessische Landesregierung erhalten. Im März 2009 wurde sie zur Stiftung des Monats ernannt.

Vizepräsident Dr. Volker Knöppel
Vizepräsident Dr. Volker Knöppel

Vizepräsident Dr. Volker Knöppel betonte, dass sich die Fördermittel des Kirchenerhaltungsfonds inzwischen zu einer festen Größe entwickelt hätten  und mittlerweile ein drittes Standbein der Baufinanzierung für die Kirchengemeinden in Kurhessen-Waldeck darstellten.

Die Erfolgsgeschichte der Stiftung habe bewirkt, «dass Sie, meine Damen und Herren aus den Kirchengemeinden, nun schon zum dritten Mal in Folge die Kasse unserer Stiftung gesprengt haben», sagte Knöppel. Der von der Stiftung in diesem Jahr zu verdoppelnde Betrag von 680.000 Euro übersteige die Zinserträge der Stiftung, die 616.000 Euro erbracht hätten.

Stiftungsvorstandsvorsitzender Andreas Fehr
Stiftungsvorstandsvorsitzender Andreas Fehr

Für die Stiftung erklärte der Vorsitzende des Stiftungsvorstandes, Andreas Fehr, dass aufgrund der zurückgegangenen Zinserträge in diesem Jahr nicht mehr aus allen Kirchenkreisen Projekte berücksichtigt werden konnten. Dieser einschneidende Schritt sei notwendig gewesen, um auch weiterhin die Verdoppelung der Spenden zu gewährleisten. Er rief jedoch dazu auf, sich weiterhin so motiviert für die Kirchengemeinden einzusetzen.

Die Erfahrung habe gezeigt, dass der große Einsatz für den Erhalt von Kirchengebäuden und das Einwerben von Spenden nicht nur finanzielle Mittel zum Ergebnis gehabt hätte, sondern vielerorts auch zu einer Stärkung der Gemeinschaft geführt habe, so Fehr.

Die Förderobjekte: 14 Projekte aus 14 Kirchenkreisen

Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Kirchengemeinden und Gäste waren nach Kassel in das Haus der Kirche gekommen.
Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Kirchengemeinden und Gäste waren nach Kassel in das Haus der Kirche gekommen.

Der Stiftungsvorstand hat in seiner Sitzung am 27. November 2009 die Förderung von 14 Kirchengebäuden mit einem Gesamtvolumen von 680.000 Euro beschlossen. Förderschwerpunkte 2009 sind den Angaben zu Folge Innenrenovierungs- und Orgelbaumaßnahmen in denkmalgeschützten Kirchen.

Während der Laufzeit der Projektliste vom 9. Juni bis 13. November 2009 hätten die Kirchengemeinden durch vielfältige Vorortaktivitäten ein Spendenergebnis von 679.200 Euro erzielt, das von der Stiftung entsprechend der Stiftungsverfassung verdoppelt wird. (20.01.2010)

Folgende Kirchengemeinden erhielten am Dienstag ihre Bewilligungsbescheide von der Stiftung:

Jesberg-Hundshausen, Kirchenkreis Fritzlar, Innenrenovierung Kirche (Gesamtförderung: 9.000 Euro)

Gelnhausen-Haitz, Kirchenkreis Gelnhausen, Innenrenovierung Kirche mit Orgelrenovierung (Gesamtförderung: 40.400 Euro)

Frankfurt-Bergen-Enkheim, Kirchenkreis Hanau-Stadt, Innenrenovierung Laurentiuskirche (Gesamtförderung: 67.300 Euro)

Neuenstein-Raboldshausen, Kirchenkreis Hersfeld, Innenrenovierung Kirche (Gesamtförderung: 54.000 Euro)

Homberg-Caßdorf, Kirchenkreis Homberg, Innenrenovierung Kirche (Gesamtförderung: 12.200 Euro)

Kassel-Brüderkirche, Stadtkirchenkreis Kassel, Innenrenovierung Alte Brüderkirche (Gesamtförderung: 79.300 Euro)

Vellmar-Obervellmar, Kirchenkreis Kaufungen, Innenrenovierung Kirche (Gesamtförderung: 58.100 Euro)

Münchhausen-Niederasphe, Kirchenkreis Marburg-Land, Innenrenovierung Kirche (Gesamtförderung: 77.200 Euro)

Ludwigsau-Beenhausen, Kirchenkreis Rotenburg, Orgelrenovierung (Gesamtförderung: 17.500 Euro)

Sinntal-Altengronau und Neuengronau, Kirchenkreis Schlüchtern, Innenrenovierung Kirche Altengronau (Gesamtförderung: 41.300 Euro)

Floh-Seligenthal-Kleinschmalkalden, Kirchenkreis Schmalkalden, Innenrenovierung Gothaische Kirche (Gesamtförderung: 49.800 Euro)

Bad Arolsen, Kirchenkreis der Twiste, Innenrenovierung Stadtkirche (Gesamtförderung: 12.700 Euro)

Wolfhagen, Kirchenkreis Wolfhagen, Innenrenovierung Stadtkirche (Gesamtförderung: 129.500 Euro)

Neukirchen-Asterode, Kirchenkreis Ziegenhain, Innenrenovierung Kirche (Gesamtförderung: 31.700 Euro)

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Linktipp:

Weitere Informationen zur Stiftung Kirchener-
haltungsfonds der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck finden Sie im Internet unter:

Landeskirche erinnert an 100. Geburtstag von Bischof Erich Vellmer

Prägende Gestalt für die Landeskirche: Bischof Erich Vellmer (Fotos: Pressestelle)
Prägende Gestalt für die Landeskirche: Bischof Erich Vellmer (Fotos: Pressestelle)

Kassel (medio). Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck erinnert an den 100. Geburtstag ihres Bischofs Erich Vellmer, der am Sonntag (24.1.) vor 100 Jahren geboren wurde. Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, würdigte seinen Amtsvorgänger als «prägende Gestalt», der wesentlich zur Identitätsbildung der Landeskirche beigetragen habe.

In seiner Amtszeit von 1963 bis 1978 sei der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg abgeschlossen und eine intensive Ausweitung der Arbeitsbereiche der Landeskirche betrieben worden. «Erich Vellmer ist als Theologe vor allem ein großer Freund der Auslegung des Neuen Testaments gewesen», betonte Hein. So benannte die Landeskirche ein Stipendium für Doktoranden in der Disziplin Neues Testament nach Vellmer. Zugleich habe er sich als Bischof stets als Pfarrer verstanden. Selbst im Ruhestand hatte Vellmer als Krankenhausseelsorger im Burgfeldkrankenhaus gewirkt.

Zur Person

Erich Vellmer wurde am 24. Januar 1910 in Hoheneiche (Kreis Eschwege) geboren. Nach seinem Abitur in Eschwege studierte er Evangelische Theologie in Göttingen und Marburg. Hier wurde er in besonderer Weise von dem Neutestamentler Rudolf Bultmann geprägt. Nach seinen Examina und der Ordination im Jahr 1936 war Vellmer von 1937 bis 1955 Gemeindepfarrer in Solz. Im Jahr 1937 heiratete er Elisabeth Hartmann. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Während der Zeit des Nationalsozialismus gehörte Vellmer der Bekennenden Kirche an. Seine Gemeindepfarrzeit wurde durch eine fünfjährige Militärzeit im Zweiten Weltkrieg unterbrochen. Seit 1955 war Vellmer Pfarrer in Kassel-Wilhelmshöhe. 1957 wurde er in das Landeskirchenamt in das Amt des Prälaten berufen – als geistlicher Stellvertreter des Bischofs und Personalreferent für Pfarrerinnen und Pfarrer. Im November 1962 wählte ihn die Landessynode zum Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Dieses Amt trat er im Mai 1963 an. Bischof Vellmer trat am 31. März 1978 in den Ruhestand. Sein Amtsnachfolger wurde Bischof Dr. Hans Gernot Jung (1930-1991). Vellmer starb am 19. November 1990 in Kassel.

Marksteine für die Landeskirche: Grundordnung und Agenden -
Engagement für theologische Fortbildung und ökumenische Kontakte

Engagiert für Fortbildung und Ökumene: Erich Vellmer widmete sich besonders der Fortbildung der Pfarrer und setze sich für Kontakte zu Kirchen in Südafrika und Indien ein.
Engagiert für Fortbildung und Ökumene: Erich Vellmer widmete sich besonders der Fortbildung der Pfarrer und setze sich für Kontakte zu Kirchen in Südafrika und Indien ein.

In die Amtszeit Bischof Vellmers fielen grundlegende Entscheidungen für die Landeskirche, die bis heute deren rechtlichen und geistlichen Rahmen bilden: Im Jahr 1967 beschloss die Landessynode eine neue Kirchenverfassung, die sogenannte «Grundordnung» der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Zugleich wurde erstmals mit der Agende I ein gemeinsames verbindliches Werk eingeführt, das die Form und die Auswahl der Texte für die Gestaltung der Gottesdienste an Sonn- und Feiertagen regelt. In weiterer Folge entstanden bis 1974 weitere Agenden, etwa zu Taufe, Konfirmation, Trauung und Bestattung. 

Vellmer widmete sich besonders der theologischen Fortbildung der Pfarrer und der Pfarramtskandidaten und baute ökumenische Kontakte zu Kirchen in Südafrika und Indien auf, die heutigen Partnerschaften der Landeskirche zur Evangelisch-Lutherischen Kirche im südlichen Afrika und zur «Church of South India». Enge ökumenische Kontakte entwickelte er zu katholischen Diözese s'Hertogenbosch in Holland, die bis heute, erweitert um die Protestantische Kirche in den Niederlanden, gepflegt werden.

Bischof Vellmer erhielt eine Vielzahl von Auszeichnungen: 1963 wurde er Ehrendoktor der  Theologischen Fakultät der Philipps-Universität Marburg. 1973 wurde er mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, 1978 mit dem Stern zum Bundesverdienstkreuz. (22.01.2009)

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