Diakonie fordert menschlicheren Umgang mit Flüchtlingen

Bremen (epd). Die Diakonie und das kirchliche Hilfswerk «Brot für die Welt» fordern einen menschlicheren Umgang mit Flüchtlingen in Deutschland, in Europa und weltweit. Die Aufnahme von Flüchtlingen müsse als dauerhafte Aufgabe angesehen werden, heißt es in einer Erklärung, die am Donnerstag (16.10.) zum Abschluss der Bundeskonferenz Diakonie und Entwicklung in Bremen einstimmig verabschiedet wurde. «Wir brauchen ein Konzept, das nicht die Rückkehrbereitschaft, sondern die Eingliederung der Flüchtlinge sowie ihre soziale Teilhabe als zentrales Ziel definiert», sagte die Vorsitzende der Konferenz, Angelika Weigt-Blätgen.

Europa muss nach Auffassung der Konferenz deutlich mehr Flüchtlinge aus Jordanien und dem Libanon aufnehmen. Das italienische Rettungsprogramm «Mare Nostrum» für Bootsflüchtlinge im Mittelmeer müsse auf europäischer Ebene fortgeführt und finanziert werden. Außerdem sprachen sich die mehr als hundert Delegierten für eine neue Regelung bei den Asylanträgen aus: Flüchtlinge sollten ihren Antrag künftig in dem Land stellen dürfen, in dem bereits familiäre, kulturelle und soziale Kontakte bestehen.

Die Konferenz empfiehlt überdies, Flüchtlinge in Deutschland in Wohnungen unterzubringen und nicht in Gemeinschaftsunterkünften. Zugleich wiesen die Delegierten darauf hin, dass Deutschland zum Beispiel durch Rüstungsexporte in akute Bürgerkriegs- und Konfliktgebiete eine Mitverantwortung für die Flucht vieler Menschen trage: «Ursachenbekämpfung wirkt nur langfristig. Deutschland und die Europäische Union müssen sich darauf einstellen, dass es der Normalfall bleibt, dass Flüchtende bei uns Schutz und eine sichere Bleibe suchen.»

Die Konferenz ist das höchste beschlussfassende Gremium des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung. Es kommt einmal im Jahr zusammen. Die Konferenz beschließt über allgemeine Grundsätze der diakonischen Arbeit sowie der Entwicklungsarbeit und der humanitären Hilfe. Unter dem Dach des Werkes arbeiten die Diakonie Deutschland und das Hilfswerk «Brot für die Welt». (20.10.2014)

Linktipp:

Weitere Informationen zur Bundeskonferenz Diakonie und Entwicklung und den Wortlaut der Erklärung finden Sie unter:

diakonie.de/(...)

Reihe «Kulturelle Entdeckungen» der Sparkassen-Kulturstiftung
Buch porträtiert 230 Orte der Reformation in Hessen und Thüringen

Kassel (epd). Kurzporträts von mehr als 230 Stätten der Reformation in Hessen und Thüringen finden sich in einem Buch, das am Dienstag (14.10.) in der Kasseler Martinskirche präsentiert wurde. Die Reformation habe sich an ganz konkreten Orten ereignet, sagte der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, bei der Vorstellung des von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen herausgegebenen Werkes. Viele Orte in Hessen und Thüringen, die zu den Kerngebieten der Reformation gehörten, hätten eine eigene Reformationsgeschichte zu erzählen.

In Zeiten abnehmender kirchlicher Bindung und Bildung sei es wichtig, das Interesse an der Reformation wachzuhalten oder auch erst zu wecken, sagte Hein im Hinblick auf das 2017 anstehende 500-Jahr-Jubiläum des Thesenanschlags in Wittenberg. In dem Buch werde das Ereignis der Reformation, die im Grunde eine große Vielfalt von Bewegungen gewesen sei, konkret und verstehbar.

Gerhard Grandke, Vorsitzender der Sparkassen-Stiftung, wies darauf hin, dass insgesamt 45 fach- und ortskundige Autoren an dem Werk beteiligt gewesen seien. Von «A» wie Abterode bis «Z» wie Ziegenhain würden kulturelle Sehenswürdigkeiten in Texten und Bildern beschrieben. Das Werk eigne sich auch als Führer für Ausflüge in die Region. Bisweilen seien längere Recherchen nötig gewesen, um verborgene oder wenig bekannte Sehenswürdigkeiten zu entdecken.

Das Buch «Stätten der Reformation in Hessen und Thüringen» ist in der Reihe «Kulturelle Entdeckungen» erschienen und wird herausgegeben von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen. Es kann für 9,80 Euro bei der Stiftung oder über den Buchhandel bezogen werden. ISBN: 978-3-7954-2910-2. (14.10.2014)

Linktipp:

Die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen finden Sie im Internet unter:

sparkassen-kulturstiftung.de

163 Veranstaltungstage in «Kirche mit Leuchtkraft»
Ökumenisches Kirchenprogramm auf der Landesgartenschau in Gießen geht zu Ende

Gießen/Darmstadt/Kassel/Mainz (medio). Die Kirchen haben eine positive Bilanz ihres gemeinsamen Auftritts auf der Hessischen Landesgartenschau 2014 in Gießen gezogen. Alleine zu den 26 Gottesdiensten an den Sonn- und Feiertagen seien mehr als 5.000 Gäste zur «LichtKirche» gekommen, die im Frühjahr auf dem Gelände der Gartenschau errichtet worden war. An den 163 Veranstaltungstagen bot die evangelische und katholische Kirche ein Programm mit rund 500 Punkten an, zu denen unter anderem Kinderfeiern, Tauffeiern, Konzerte von Rock bis Klassik sowie Kabarettauftritte und Lesungen gehörten. Beliebt waren bei den Besucherinnen und Besuchern auch die Spätöffnungszeiten im Park mit der bunt beleuchteten «LichtKirche« bei Nacht, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung.

Familien ließen ihre Kinder auf der Landesgartenschau taufen

Für Aufsehen sorgte zuletzt, dass 28 Familien ihre Kinder in dem transportablen Gotteshaus auf dem Ausstellungsgelände taufen ließen. Ein Großteil der knapp 500.000 Gäste der Landesgartenschau habe darüber hinaus das besondere Gebäude und das kirchliche Programm wahrgenommen. Bei der Umfrage einer Gießener Tageszeitung wurde die «LichtKirche» auf den dritten Platz der beliebtesten Orte auf der Gartenschau gewählt. Insgesamt fünf hauptamtliche und 120 ehrenamtliche Mitarbeitende beider Konfessionen begleiteten das Angebot der Kirchen von April bis Oktober und standen als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner bereit. Erstmals hatten in Gießen die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) sowie das Bistum Mainz bei einer Landesgartenschau zusammengearbeitet. Die mobile «LichtKirche« wird nach dem Ende der Gartenschau wieder abgebaut und spätestens im Vorfeld der Feierlichkeiten zum 500-Jahr-Jubiläum der Reformation im Jahr 2017 bei neuen Veranstaltungen zu sehen sein, so die Veranstalterkirchen.

Abschlussgottesdienst am Sonntag mit Gospel und Big-Band

Die Kirchen beendeten ihren gemeinsamen Auftritt bei der fünften Hessischen Landesgartenschau Sonntag (5. Oktober) mit einem ökumenischen Gottesdienst unter dem Motto «Übers Danken». Auf der Hauptbühne des Landesgartenschaugeländes feierten die Stellvertreterin des Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Ulrike Scherf, Propst Helmut Wöllenstein von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck sowie der Mainzer Weihbischof Ulrich Neymeyr, der gerade zum Bischof von Erfurt ernannt wurde, einen gemeinsamen Dankgottesdienst. Für Musik sorgte «Gospel meets Big Band» unter der Leitung von Wolfgang Diehl.

Bischof Hein: Dorthin gehen, wo Menschen zusammenkommen

Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, zeigte sich beeindruckt von den «vielen ehrenamtlichen Gästebegleitern, die von Frühjahr bis Herbst, bei Regen und Hitze an der ‚LichtKirche‘ ihren Dienst getan und die Gäste freundlich begrüßt haben». Sie verdienten große Anerkennung. Hein hob zudem hervor, dass die täglichen Andachten und die sonntäglichen Gottesdienste sich zu einem «großen Anziehungspunkt» entwickelt hätten. «Das zeigt uns - wieder einmal - wie wichtig es ist, dorthin zu gehen, wo Menschen zusammenzukommen und wie sehr es geschätzt wird, ein gutes Wort mit auf den Weg zu bekommen», sagte der Bischof. Darüber hinaus freue sich die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck über das Gelingen eines gemeinsamen Projekts, sowohl mit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau als auch mit dem Bistum Mainz. «Die günstige geographische Lage von Gießen hat eine enge Zusammenarbeit möglich gemacht. Dass sie von allen Beteiligten mit Leben gefüllt wurde, ist in unseren Augen eine großartige Leistung», erklärte der Bischof.

Team der «LichtKirche»: Erfüllte Zeit geht zu Ende

Pfarrerin Jutta Becher, Sprecherin des Teams der «LichtKirche» auf der Landesgartenschau, verwies bei ihrer Bilanz auf die vielen positiven Rückmeldungen der Besucherinnen und Besucher, die sie in Gesprächen und in Gästebüchern hinterlassen hätten. Für die Mitarbeitenden sei es zudem «eine erfüllte und gut ausgefüllte Zeit» gewesen. «Inspirierende Gottesdienste, wundervolle Begegnungen mit unterschiedlichsten Menschen und ein stimmungsvolles Ambiente«» an der «LichtKirche» hätten gezeigt, «wie es ist, wenn Himmel und Erde sich berühren», so Becher. Ihr Resumee für die Landesgartenschau in Gießen: «Kirche konnte ihre Leuchtkraft voll entfalten.» (02.10.2014)

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lichtkirche.de

Verdoppelung der Hörerzahlen in acht Jahren
Evangelische Kirche im privaten Rundfunk erreicht 40 Millionen Hörer pro Woche

Kassel/Frankfurt am Main/Leipzig (medio). Die kirchlichen Privatfunkagenturen, die in der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Rundfunk (aer) zusammengeschlossen sind, erreichen pro Woche bundesweit mindestens 40 Millionen Hörer. Das hat eine Onlinebefragung unter den aer-Redaktionen ergeben. Eine Dokumentation der Ergebnisse wurde beim Evangelischen Medienkongress in Leipzig am 25.09.2014 vorgestellt. 

Die Hörerzahl basiert auf den Ergebnissen der Media-Analyse Hörfunk 2014-I (MA 2014-I), die die Reichweiten der einzelnen Sender ausweist. Damit hat sich die Zahl der erreichten Hörer im Vergleich zu der ersten aer-Dokumentation aus dem Jahr 2006 mit damals rund 20 Millionen Hörern auf 40 Millionen Hörer verdoppelt.

In Hessen verantworten die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck und die Evangelische Kirche von Hessen und Nassau das evangelische Privatfunkprogramm. Die Redaktionen beider Kirchen senden bei den Partnersendern Hit Radio FFH, planet radio, harmony.fm, sowie Radio Bob. Besonders viele Hörer erreichen Sie dabei bei dem Marktführer Hit Radio FFH, bei dem die beiden Kirchen im Wechsel mit den katholischen Kollegen sonntags ein dreistündiges Magazin gestalten.

745.000 Menschen werden laut Dokumentation am Wochenende erreicht, während der Woche hören durchschnittliche 503.000 Menschen zu. Auch bei dem in Kassel ansässigen Sender Radio Bob sendet die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck erfolgreich mit - über 70.000 Hörer schalten jeden Sonntag das zweistündige Kirchenmagazin «Bobs Kirchenzeit» ein.

«Über das Radio erreichen die evangelischen Kirchen somit regelmäßig mehr Menschen als auf allen anderen institutionalisierten oder medialen Wegen», heißt es im Resümee der Studie. Dabei gelte es, sowohl dem kirchlichen Auftrag als auch dem jeweiligen Sendeformat zu entsprechen. Dass dies gelänge, zeige die hohe Akzeptanz  bei den Partnersendern. Für die journalistische Qualität der Arbeit sprächen zahlreiche Preise.

«Mit unseren Berichten aus dem kirchlichen Leben und unseren Verkündigungssendungen kommen wir mitten im Leben der Menschen an», resümierten die Privatfunkbeauftragten der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Pfarrer Dr. Siegfried Krückeberg (Frankfurt am Main) und Pfarrer Christian Fischer (Kassel) die Studie.

Das kirchliche Engagement im privaten Rundfunk zeige täglich, dass es gelingen kann, die biblische Botschaft und das kirchliche Leben populär zu vermitteln, so die Beauftragten. Für die Zukunft gelte es, die im Radio gemachten positiven Erfahrungen auch auf die Internet-, TV-, Video- und Social-Media-Angebote auszuweiten. (01.10.2014)

Zum «Jahr der Konfirmation»
Bundesweites Symposion zur Konfirmandenarbeit in Kassel

Kassel (epd). Mit der Frage, wie zeitgemäße Konfirmandenarbeit gestaltet werden kann, beschäftigt sich ein bundesweit ausgeschriebenes Symposion mit dem Thema «Konfirmandenzeit gestalten?!» vom 13. bis 14. November im Haus der Kirche in Kassel. Anlass der Tagung sei das 475. Jubiläum der sogenannten Ziegenhainer Zuchtordnung, die als Geburtsstunde der Konfirmation in der evangelischen Kirche gilt, teilte die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck am Dienstag mit. In Referaten und Arbeitsgruppen solle es während der Tagung um die Bedeutung von Konfirmandenarbeit heute gehen.

An dem Symposion nehmen unter anderem auch der kurhessische Bischof Martin Hein und Marcell Sass, Theologe und Religionspädagoge an der Universität Marburg, teil. Sie werden sich am Donnerstagabend mit weiteren Vertretern aus Gesellschaft und Kirche zu der Frage äußern, ob Jugendliche für Institutionen verloren sind. Mitveranstalter des Symposions ist die Schriftenreihe «KU-Praxis», die 2014 auf ihr 40-jähriges Bestehen zurückblickt. (01.10.2014)

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Informationen zum Programm und den Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier:

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«Basisstationen» im Norden und Süden
Neue Angebote der Landeskirche für die Generation «50 plus»

Hanau/Kassel (epd). Die Neuausrichtung der Arbeit für die Generation «50 plus» in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck nimmt konkrete Formen an. Nachdem das Evangelische Bildungszentrum in Bad Orb, in dem diese Arbeit bisher beheimatet war, im Sommer vergangenen Jahres seine Tore schloss, sei jetzt eine «südliche Basisstation» in Hanau eröffnet worden, teilte die Leiterin der landeskirchlichen Fachstelle für die zweite Lebenshälfte, Annegret Zander, in Hanau mit. Am 6. Oktober werde dann im Kasseler Haus der Kirche die «nördliche Basisstation» ihre Arbeit aufnehmen.

Der Stützpunkt der Arbeit in Hanau habe seinen Sitz in den Räumen der Christuskirchengemeinde, sagte Zander. Von dort aus werde die Arbeit mit zentralen und regionalen Bildungsangeboten erfolgen. Während die südliche Basisstation von Annegret Zander geleitet werde, sei für die nördliche Station Andreas Wiesner zuständig. Als konkretes Vorhaben sei in Hanau unter anderem eine «Pflegewerkstatt» für Männer geplant, die Angehörige pflegen. In Kassel seien unter anderem Exkursionen zu Projekten vorgesehen, die sich mit der Nahversorgung in strukturschwachen Gebieten beschäftigten. (01.10.2014)

Linktipp:

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter:

blog.fachstelle-zweite-lebenshaelfte.de

Aktion «5.000 Brote - Konfis backen Brot für die Welt»
Konfirmanden backen Brote zugunsten von Hilfsprojekten

Steinau/Wiesbaden (epd/medio). Am Sonntag (28.9.) wurde von den beiden großen evangelischen Landeskirchen in Hessen die Aktion «5.000 Brote - Konfis backen Brot für die Welt» mit Gottesdiensten eröffnet. Für die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) eröffnete der Propst des Sprengels Hanau, Bernd Böttner die Aktion um 10 Uhr in der Katharinenkirche in Steinau. Die Eröffnung in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) gestalteten die stellvertretende Kirchenpräsidentin der EKHN, Ulrike Scherf, und der stellvertretende Innungsmeister des Bäckerinnungsverbandes Hessen, Klaus Schröer, in der Wiesbadener Marktkirche.

Mehr als 2.000 Konfirmanden der Landeskirchen backen anlässlich des Erntedanktags gemeinsam mit Bäckern ihrer Region Brote, teilten die Landeskirchen mit. Der Erlös geht an drei Hilfsprojekte für Kinder und Jugendliche  in Kolumbien, Bangladesch und Ghana. Die Aktion findet je nach den örtlichen Gegebenheiten im Herbst statt; der Erlös der jungen Brotbäcker wird am 1. Advent zum Start der neuen Aktion «Brot für die Welt» übergeben. Im Zusammenhang mit der Kampagne beschäftigen sich die Konfirmanden mit der Lebenssituation von Gleichaltrigen in Entwicklungsländern, Gerechtigkeitsfragen und der religiösen Bedeutung von Brot.

Die Aktion «5.000 Brote - Konfis backen Brot für die Welt» war zum ersten Mal vor zwei Jahren von den evangelischen Landeskirchen in Hessen und Teilen von Rheinland-Pfalz in Kooperation mit der hessischen Bäckerinnung organisiert worden. Wegen des großen Zuspruchs findet sie 2014 im Zeitraum von Oktober bis Dezember deutschlandweit in allen evangelischen Landeskirchen statt. (30.10.2014)

Linktipp:

Weitere Informationen zur Aktion unter:

5000-brote.de

Internetradio:

Hören Sie hier einen Beitrag zum Thema von medio-Reporter Siegfried Krückeberg:

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medio-Interview nach Libanonreise
Bischof Hein plädiert für höhere Flüchtlingskontingente

Kassel (medio). Während einer Libanonreise machte sich der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck vom 13. bis zum 17. September 2014 ein Bild von der aktuellen Lage vor Ort. Nach seiner Rückkehr schilderte Hein, der Christen aus der rum-orthodoxen Kirche im Libanon und in Syrien besuchte, ein Gefühl großer Hilflosigkeit angesichts der Auseinandersetzungen in Syrien, im lrak und im Libanon. Viele Menschen sähen kaum noch Hoffnung, in der Region ein Leben als Christen führen zu können. Der Bischof stellte im Interview mit der landeskirchlichen Medienagentur «medio!» fest: «Wir haben es mit einem fortschreitenden Exodus von Christen aus dem Gebiet zu tun, das einmal das Ursprungsgebiet des Christentums gewesen ist.»

Der Bischof überreichte während der Reise, bei der er vom Dekan des Kirchenkreises Hanau und Vorsitzenden des landeskirchlichen Antiochia-Ausschusses, Dr. Martin Lückhoff, begleitet wurde, Hilfsgüter und suchte das Gespräch mit syrischen Flüchtlingen.

Hein: Es ist notwendig, dass Deutschland mehr Flüchtlinge aufnimmt

Allein im Libanon hätten bereits 1,5 Mio. syrische Flüchtlinge Zuflucht gefunden, berichtete Bischof Hein im Interview weiter. 10 Prozent von ihnen seien Christen. Der Libanon selbst habe aber nur 4,5 Mio. Einwohner und sei daher kaum in der Lage, der Situation Herr zu werden. Für die Flüchtlinge gebe es keine dauerhaften Perspektiven in dem Land. «Das Einzige, was diese Menschen wollen, ist aus dem Libanon in andere Länder zu kommen. Und natürlich ist Deutschland ein besonders begehrtes Ziel», so Hein wörtlich. Die Diskussion über die Flüchtlingskontingente, die in Deutschland geführt werde, sei angesichts der Situation im Libanon «geradezu ein Witz». Es sei notwendig, dass Deutschland höhere Flüchtlingskontingente aus Syrien und dem Libanon aufnehme. Christliche Flüchtlinge sollten dabei in angemessener Weise berücksichtigt werden.

Für den Frieden beten und landeskirchliche Syrienhilfe unterstützen

Auf die Frage, was Menschen in den Gemeinden tun können, um den Menschen zu helfen zu helfen antwortet Hein: «Zunächst einmal das, was wir als Christen tun: inständig für den Frieden beten.» Der Wunsch der christlichen Kirchen im Orient sei ganz ausdrücklich «Please pray for us». Hein regte an, das Schicksal der Menschen im Vorderen Orient jeden Sonntag im Fürbittengebet vor Gott zu bringen.

Natürlich seien die Menschen auch auf Zuwendungen angewiesen, denn es mangele an Möglichkeiten, sofort und spontan helfen zu können: «Es geht darum, Menschen in unmittelbarer Not, die nichts mehr haben, ein Dach über dem Kopf zu ermöglichen.» Dafür habe die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck die Syrienhilfe eingerichtet. Hein rief die Gemeindeglieder dazu auf, für die Syrienhilfe zu spenden, «damit unbürokratische Hilfe möglich ist.» (19.09.2014)

Weitere Foto-Eindrücke von der Besuchsreise

Nachgefragt...

Das Interview führte der Leiter des Medienhauses der EKKW, Pfarrer Christian Fischer, am 18.9.2014 in Kassel.

«Fischer: Herr Bischof, Sie haben in den letzten Tagen den Libanon besucht. Was sind die wichtigsten Eindrücke von Ihrer Reise?

Bischof Hein: Ich komme zurück mit einem Gefühl großer Hilfslosigkeit. Ich bin vielen Menschen begegnet, die angesichts der Auseinandersetzungen in Syrien, aber auch im Irak, ja im Libanon selbst, kaum noch Hoffnung sehen, für sich und für ein Leben als Christen in dieser Region. Wir haben es mit einem fortschreitenden Exodus von Christen aus dem Gebiet zu tun, das einmal das Ursprungsgebiet des Christentums gewesen ist.

Fischer: Was macht das Leben für Christen dort so aussichtslos?

Bischof Hein: Christen befinden sich immer zwischen allen Stühlen. Die Auseinandersetzungen in der Region sind neben bestimmten politischen Interessen auch bestimmt von dem religiösen Konflikt zwischen Schiiten und Sunniten. Und dieser Konflikt reicht weit hinein bis in den Libanon. Man muss ganz deutlich sagen: Die Christen nehmen weder für die eine noch für die andere Seite Partei und geraten deswegen genau zwischen die Fronten.»

weiter lesen...

Nachgefragt:

Lesen Sie hier das gesamte Interview mit Bischof Hein im Wortlaut:

Zum Interview...

Internetradio:

Bischof Martin Hein hat mit dem Leiter des Medienhauses der EKKW, Pfarrer Christian Fischer, über den Besuch im Libanon gesprochen:

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Spendenaufruf

Lesen Sie hier den Aufruf von Dekan Dr. Martin Lückhoff zur Unter- stützung der Syrienhilfe der Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck.

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Spendenkonto:

Verwendungszweck: Z 760000004
Kontonummer: 3000
Bankleitzahl 520 604 10 (Evangelische Bank Kassel)

Aufruf:

Lesen Sie hier einen Aufruf des Höchsten Rates der Evangelischen Gemeinden in Syrien und im Libanon an alle evangelischen und protestantischen Kirchen und Organisationen weltweit:

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Weitere Informationen:

Projektinformationen "Syrien" der Diakonie Katastrophenhilfe.

Irak
Syrien
Syrien & Anrainerstaaten

Zur Reformationsdekade
Bibelgesellschaft ruft zu Kinder- und Jugendwettbewerb zum Thema Bild und Bibel auf

Homberg/Efze (epd/medio). Zu einem Wettbewerb mit dem Thema «Bild und Bibel» für Kinder und Jugendliche ruft die Bibelgesellschaft Kurhessen-Waldeck auf. Aufgabe sei es, biblische Gestalten beispielsweise als Gemälde, Collage oder auch im Internet bildlich darzustellen, teilte Horst Jung, Beauftragter für bibelgesellschaftliche Arbeit der Landeskirche, in Homberg mit. Der Wettbewerb findet im Rahmen der Reformationsdekade zur 500-Jahr-Feier der Reformation Martin Luthers 2017 statt.

Der offizielle Auftakt zum Wettbewerb soll am Donnerstag, 16. Oktober, mit einem Bibelfest in Homberg erfolgen, sagte Jung. An diesem Tag werde auch das Bibelmobil der Deutschen Bibelgesellschaft aus Stuttgart erwartet. Der Wettbewerb wird nach Altersgruppen gestaffelt und die Teilnahme ist bei der Bibelgesellschaft anzumelden (siehe Linktipp rechts). Die Kunstwerke müssen bis zum 27. März 2015 der Jury vorliegen. Die Preisverleihung ist für den 17. Juli im Haus der Kirche in Kassel vorgesehen. (16.09.2014)

Linktipp:

Weitere Informationen zum Wettbewerb und die Möglichkeit, sich online anzumelden, finden Sie unter:

ekkw.de/bibelgesellschaft

60 Jahre Bundessozialgericht in Kassel
Gauck: Sozialpolitik wird auch vom gesellschaftlichen Klima bestimmt

Kassel (epd). Bundespräsident Joachim Gauck fordert mehr Engagement für ein soziales Miteinander. «Sozialpolitik wird nicht nur vom Geld, sondern auch vom gesellschaftlichen Klima bestimmt», sagte Gauck in einem Festvortrag am Donnerstag (11.9.) zum 60-jährigen Bestehen des Bundessozialgerichts in Kassel.

Gauck erinnerte daran, dass das im Grundgesetz verankerte Prinzip des sozialen Rechtsstaats staatliche Hilfe für alle Bedürftigen gewährleistet. «Es geht um ein Anrecht, nicht um ein Almosen», betonte das Staatsoberhaupt. Die Sozialgerichtsbarkeit stehe mit ihrer Rechtsprechung stets im Spannungsfeld zwischen der Abfederung sozialer Härten und der Ermächtigung zu einem Leben aus eigener Kraft.

Gauck erinnerte daran, dass noch vor zehn Jahren darüber diskutiert worden sei, die Sozialgerichte mit den Verwaltungsgerichten zusammenzulegen. Heute sei das kein Thema mehr: Die eigenständige Sozialgerichtsbarkeit habe sich bewährt. Als Beispiel dafür nannte der Präsident, wie die Sozialgerichte Streitigkeiten nach Einführung der Hartz-IV-Gesetze klären konnten. «Und das nicht nur, weil das Bundessozialgericht trotz außerordentlich hoher Eingangszahlen die kürzesten Verfahrensdauern hat», sagte Gauck.(11.09.2014)

Linktipp:

Das Bundessozialgericht in Kassel finden Sie im Internet unter:

bundessozialgericht.de