Bischof Martin Hein in Deutschen Ethikrat berufen

Kassel/Berlin (medio). Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, ist auf Vorschlag der Bundesregierung von Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert zum Mitglied des Deutschen Ethikrates berufen worden. Bereits in den vergangenen Jahren hatte sich Hein zu mehreren medizinethischen Fragen, wie zur Präimplantationsdiagnostik, zur Intensivmedizin und zur Sterbehilfe eindeutig positioniert, teilte die Pressestelle der Landeskirche mit. Aktuell nimmt er in der Diskussion um die rechtliche Regelung des assistierten Suizids Stellung. 

Hein zeigte sich hocherfreut über seine Berufung in den Deutschen Ethikrat: «Ich empfinde dies als eine Würdigung meiner bisherigen Arbeit, aber auch als eine große Herausforderung angesichts der ethischen Fragen unserer Gesellschaft», heißt es in der Mitteilung.

Stichwort: Deutscher Ethikrat

Der Deutschen Ethikrat besteht aus 26 Mitgliedern, die in besonderer Weise naturwissenschaftliche, medizinische, theologische, philosophische, ethische, soziale, ökonomische und rechtliche Belange repräsentieren. Im Deutschen Ethikrat sollen unterschiedliche ethische Ansätze und ein plurales Meinungsspektrum vertreten sein. Er befasst sich mit Fragestellungen, die sich im Zusammenhang mit der Forschung und den Entwicklungen insbesondere auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften und ihrer Anwendung auf den Menschen ergeben. Zu seinen Aufgaben zählen unter anderem, eine gesellschaftliche Diskussion über ethische, gesellschaftliche, naturwissenschaftliche, medizinische und rechtliche Fragen zu fördern und Empfehlungen für politisches und gesetzgeberisches Handeln zu erarbeiten. (18.11.2014)

Linktipp:

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter:

ethikrat.org

Herbsttagung vom 24. bis 27. November 2014
Landessynode tagt erstmalig im Kloster Haydau in Morschen

Morschen (medio). Die 12. Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck tritt von Montag (24.11.) bis Donnerstag (27.11.) zu ihrer 10. Tagung im Kloster Haydau in Morschen (Kirchenkreis Melsungen) zusammen. Schwerpunkte der Herbsttagung sind der traditionelle Bericht von Bischof Prof. Dr. Martin Hein (Montag) und der Finanzbericht von Vizepräsident Dr. Volker Knöppel (Dienstag). Zudem steht der alle zwei Jahre stattfindende Diakoniebericht auf der Tagesordnung der Synodalen, der erstmalig nach der Fusion der Diakonischen Werke der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der Evangelischen Kirche Hessen und Nassau zur Diakonie Hessen eingebracht wird, teilte das Synodalbüro in Kassel mit.

Neben der Beratung und Verabschiedung verschiedener Kirchengesetze und den Wahlen in die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, wird der Synodale Michael Roth (MdB) als Staatsminister im Auswärtigen Amt einen Vortrag unter dem Leitwort der 12. Landessynode «Salz der Erde – Licht der Welt» halten. Sein Thema «Wege zum gerechten Frieden? Politik für Europa und die Welt in christlicher Verantwortung». Eröffnet wird die öffentliche Tagung am 24. November um 10 Uhr mit einem Gottesdienst in der Klosterkirche in Morschen, in dem Prälatin Marita Natt predigen wird. Die Landessynode weicht für die kommenden Tagungen erstmalig nach Morschen ins Fuldatal aus. Grund dafür sind umfangreiche Umbaumaßnahmen in der Evangelischen Akademie in Hofgeismar, in deren Räumlichkeiten normalerweise das kirchenleitende Gremium tagt.


Stichwort «Kloster Haydau»

Das seit 1235 bestehende Kloster Haydau ist ein ehemaliges Zisterzienserinnen-Kloster. Zahlreiche Erweiterungsbauten zeugen seitdem von der wechselhaften Geschichte durch die Jahrhunderte. Mit Beendigung der klösterlichen Nutzung nach der Reformation dienten die mehrfach umgestalteten Gebäude den Landgrafen als Jagd- und Lustschloss. Es folgte die Nutzung als Staatsdomäne, Molkerei, Gefangenenlager und Flüchtlingsunterkunft nach dem 2. Weltkrieg. Nach umfangreicher Restaurierung des Klosters von 1985 bis 2001 konnte die historische Bausubstanz erhalten werden. Heute steht das Kloster für Konzerte, Theater, Film und Lesungen ebenso zur Verfügung wie für Tagungen, Hochzeiten und private Familienfeiern. (11.11.2014)

Tagesordnung:

Tagesordnung der zehnten Tagung (Herbst 2014) der 12. Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck vom 24. bis 27. November 2014 in Morschen:

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Verlaufsplan:

Hier finden Sie den vom Synodalbüro herausgegebenen vorläufigen Verlaufsplan der Herbsttagung (Stand 30.10.2014):

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«Ein guter Satz aus der Bibel für jeden Tag in der Adventszeit»
Bibelgesellschaft Kurhessen-Waldeck bietet wieder SMS-Adventskalender an

Homberg/Efze (medio). Auch in diesem Jahr bietet die Bibelgesellschaft Kurhessen-Waldeck wieder einen »Elektronischen Adventskalender» für das Handy an. Unter dem Motto «Einen guten Satz aus der Bibel für jeden Tag in der Adventszeit»  können Interessenten ab den ersten Advent bis einschließlich Weihnachten jeden Morgen um 9 Uhr eine SMS auf Ihr Handy bekommen, teilte die Bibelgesellschaft mit.

Das Angebot des elektronischen Adventskalenders werde jedes Jahr von rund 1.000 Menschen genutzt, sei werbefrei und kostenlos, heißt es in einer Mitteilung. Für den SMS-Adventskalender kann sich unter www.bibel-aufs-handy.de oder im Sekretariat der Bibelgesellschaft unter Tel.: (05681) 9394994 (nur mittwochs und freitags von 9.30 bis 13.30 Uhr) angemeldet werden. (21.11.2014)

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Hier bekommen Sie den kostenlosen Adventskalender für das Handy:

www.bibel-aufs-handy.de

Heinrich Bedford-Strohm neuer Ratsvorsitzender
EKD-Synode wählt bayerischen Landesbischof zum Nachfolger von Nikolaus Schneider

Dresden (medio). Heinrich Bedford-Strohm ist neuer Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Bayern erhielt am Dienstagnachmittag (11.11.) in Dresden im ersten Wahlgang 106 von 125 abgegebenen Stimmen von Synode und Kirchenkonferenz der EKD. «Damit hat Heinrich Bedford-Strohm ein klares Mandat, die noch anstehenden Aufgaben dieser Amtsperiode des Rates zu Ende zu führen», erklärte die Präses der EKD-Synode, Irmgard Schwaetzer, in ihrer Gratulation. Die Wahl Bedford-Strohms sei ein Zeichen der Geschlossenheit zu einem Zeitpunkt, wo die Präsenz der Kirche in ethischen Grundsatzfragen mehr denn je gefragt sei. «Gleichzeitig brauchen die Vorbereitungen auf das Reformationsjubiläum 2017 jetzt unsere volle Aufmerksamkeit», betonte die Präses.

Der 1960 in Memmingen geborene Bedford-Strohm folgt auf Nikolaus Schneider, der zum 10. November 2014 aus dem Amt geschieden war. Er steht seit Ende 2011 als Landesbischof an der Spitze der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und ist seit November 2013 Mitglied des Rates der EKD. Zuvor war Bedford-Strohm nach Stationen im Pfarramt von Diakonie und Gemeinde Professor für Systematische Theologie und Theologische Gegenwartsfragen an der Universität Bamberg. Heinrich Bedford-Strohm ist verheiratet und Vater dreier erwachsener Kinder.

Im Herbst 2015 endet die laufende sechsjährige Amtsperiode des Rates der EKD. Bereits im Mai 2015 konstituiert sich die Synode der EKD für ihre 12. Legislaturperiode. Die Delegierten aus ganz Deutschland wählen dann im November 2015 den Rat der EKD für die Amtsperiode bis zum Jahr 2021. (11.11.2014)

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Weitere Informationen zur EKD-Synode finden Sie unter:

ekd.de/synode2014

Zum «Jahr der Konfirmation»
Bundesweites Symposion zur Konfirmandenarbeit in Kassel

Kassel (epd). Mit der Frage, wie zeitgemäße Konfirmandenarbeit gestaltet werden könne, beschäftigte sich ein bundesweit ausgeschriebenes Symposion mit dem Thema «Konfirmandenzeit gestalten?!» vom 13. bis 14. November im Haus der Kirche in Kassel.

Anlass der Tagung sei das 475. Jubiläum der sogenannten Ziegenhainer Zuchtordnung gewesen, die als Geburtsstunde der Konfirmation in der evangelischen Kirche gilt, teilte die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck mit. In Referaten und Arbeitsgruppen ging es während der Tagung um die Bedeutung von Konfirmandenarbeit heute.

An dem Symposion nahmen unter anderem auch der kurhessische Bischof Martin Hein und Marcell Sass, Theologe und Religionspädagoge an der Universität Marburg, teil.

Am Donnerstagabend gab es z.B. eine Talkrunde mit weiteren Vertretern aus Gesellschaft und Kirche zu der Frage, ob Jugendliche für Institutionen verloren sind. Mitveranstalter des Symposions ist die Schriftenreihe «KU-Praxis», die 2014 auf ihr 40-jähriges Bestehen zurückblickt.
(17.11.2014)

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Weitere Informationen zum Jahr der Konfirmation finden Sie unter:

jahr-der-konfirmation.de

Ehrung von Gerd Weiß in Kassel
Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege in Hessen mit Martinsmedaille ausgezeichnet

Kassel (medio). Der Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege in Hessen, Prof. Dr. Gerd Weiß, ist mit der Martinsmedaille der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck geehrt worden. Im Rahmen der jährlichen Zusammenkunft mit dem Landesamt nahm Vizepräsident Dr. Volker Knöppel am Donnerstag (13.11.) in Kassel die Auszeichnung vor. Mit der Ehrung würdigt die Landeskirche das herausragende Engagement von Gerd Weiß bei der Sanierung und Restaurierung denkmalgeschützter Kirchen, heißt es in einer Mitteilung.

In seiner Ansprache dankte Vizepräsident Knöppel dem Geehrten für die außerordentlich gute Zusammenarbeit und äußerte seine hohe Anerkennung für dessen große persönliche Bereitschaft, sich für die Bewahrung der denkmalgeschützten Gebäude der Landeskirche einzusetzen. Diese habe sich beispielhaft bei der Sanierung und Restaurierung der Stiftskirche in Kaufungen oder der Klosterkirche in Lippoldsberg gezeigt, so Knöppel. Außerdem habe Weiß die Restaurierung verschiedener Altäre und Orgeln «mit Leidenschaft » begleitet und durch die Förderung eines Forschungsprogramms an Kirchen, in denen Tuffstein verbaut ist, das baufachliche Wissen der Landeskirche weit vorangebracht.

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Das Landesamt für Denkmalschutz finden Sie im Internet unter:

denkmalpflege-hessen.de

Chef des Kasseler Sonntagsblattes Rolf Schwarz gestorben

Kassel (epd). Rolf Schwarz (68), Chefredakteur und Herausgeber des Kasseler Sonntagsblattes sowie Seniorchef des Verlags Thiele und Schwarz in Kassel, ist tot. Schwarz sei am Dienstag (11.11.) während eines Urlaubs auf den Kanaren unerwartet einem Herzleiden erlegen, berichtet die «Hessisch-Niedersächsische Allgemeine» in ihrer Donnerstagsausgabe. Schwarz, der in der Druckbranche vielseitig engagiert war, hatte 1992 für seine Verdienste den Ehrenbrief des Landes Hessen und 1996 das Bundesverdienstkreuz am Bande erhalten.

Schwarz hatte erst Anfang des Jahres die Chefredaktion der wöchentlich erscheinenden Zeitschrift übernommen. Der vorherige Chefredakteur, Pfarrer Reinhard Heubner, war bereits Anfang 2013 in den Ruhestand verabschiedet worden. Er hatte die Chefredaktion aber ehrenamtlich bis Ende Januar 2014 weitergeführt.

Das Kasseler Sonntagsblatt erschien 1879 erstmals mit dem Ziel, die Kirche und ihre Verkündung direkt ins Haus zu bringen. Die derzeitige Auflage beträgt rund 10.000 Exemplare. (13.11.2014)

Linktipp:

Das Kasseler Sonntagsblatt finden Sie unter:

kasseler-sonntagsblatt.de

Mitgliederversammlung der Diakonie Hessen in Melsungen
Diakoniechef fordert unbürokratische Zugangswege für Flüchtlinge

Melsungen (epd). Legale und unbürokratische Zugangswege für Flüchtlinge nach Europa hat Wolfgang Gern, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen, am Mittwoch in Melsungen gefordert. Die Fragen von Flucht und Migration blieben zentrale Themen der nächsten Jahre, sagte er auf der Mitgliederversammlung der Diakonie Hessen in der Melsunger Stadthalle.

Es sei dringend nötig und zu begrüßen, dass das Hessische Sozialministerium Landkreise und Kommunen für die rund 20.000 Flüchtlinge, die in diesem Jahr in Hessen aufgenommen werden, finanziell besser ausstatten wolle.

Der Präsident des Bundessozialgerichtes in Kassel, Peter Masuch, setzte sich für eine Willkommenskultur für Arbeitsmigranten und Flüchtlinge ein. Die Ergebnisse der Sozialforschung zeigten, dass auch Migranten erheblich zum Steueraufkommen und zur Finanzierung der sozialen Sicherung in Deutschland beitrügen, sagte er. So hätten Haushalte mit Migranten als Haushaltsvorstand zwischen 2007 und 2009 etwa je 5.000 Euro mehr an Steuern und Sozialbeiträgen gezahlt, als sie bekommen hätten, trat er verbreiteten Vorurteilen von Migranten als «Kostgängern» entgegen.

Horst Rühl, Theologischer Vorstand in der Diakonie Hessen, begrüßte das am 1. Januar 2015 in Kraft tretende Pflegestärkungsgesetz der Bundesregierung. Die hier vorgesehenen Leistungsverbesserungen seien ein Schritt in die richtige Richtung. Rühl zeigt sich allerdings besorgt darüber, dass für die verbesserten Leistungen keine Qualitätskriterien gelten würden. Private Anbieter seien somit an keine verbindlichen Standards gebunden. Rühl kritisierte zudem scharf, dass Pflegedienste viel Zeit und Geld für «im Ergebnis sinnlose Dokumentationen» aufwenden müssten. «Wir fordern mit der Diakonie Deutschland ein schnelles Ende des Bürokratiewahnsinns», sagte er.

Auf der Mitgliederversammlung der momentan 433 Mitglieder der Diakonie Hessen wurden zudem Vorstand und Aufsichtsrat ohne Gegenstimmen entlastet. (13.11.2014)

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Weitere Informationen finden Sie unter:

diakonie-hessen.de

Zertifikatsübergabe in Neukirchen
Neun Absolventen beenden regional orientiertes Fernstudium Erwachsenenbildung

Neukirchen (medio). Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Kapelle des Diakonischen Altenhilfezentrums St. Martin in Neukirchen (Kirchenkreis Ziegenhain) haben am Sonntag (9.11.) neun Absolventinnen und ein Absolvent das zweijährige «Fernstudium Erwachsenenbildung» abgeschlossen. Das Studienangebot, das vom Comenius-Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) erarbeitet und deutschlandweit seit 40 Jahren angeboten wird, sei EKD-weit erstmalig unter dem Titel «Lebendig lernen in der Region» in Verantwortung örtlicher kirchlicher Bildungsträger durchgeführt worden, teilte Pfarrer Dierk Glitzenhirn vom Evangelischen Forum Schwalm-Eder mit. Die Teilnehmer werden mit dem Zertifikat dazu befähigt, eigenständig Veranstaltungen im Bereich der Erwachsenenbildung zu verantworten, so der Pfarrer.

Der Studiengang sei in Homberg (Efze) vom Evangelischen Forum-Schwalm-Eder in Kooperation mit der Erwachsenenbildung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck veranstaltet worden. Die Absolventen würden insbesondere mit dem Evangelischen Forum zusammenarbeiten. Sie könnten aber auch von Vereinen und Unternehmen mit der eigenverantwortlichen Leitung von Bildungsmaßnahmen beauftragt werden oder selbständige Angebote machen, so Glitzenhirn. Neben theoretischen Fragen sei im Studium großer Wert auf Praxiserfahrungen gelegt worden. In den Bereichen Persönlichkeitsbildung, Gruppen- und Gemeinwesenarbeit, politischer sowie kultureller und religiöser Bildung seien von den Absolventen dazu Praxisprojekte entwickelt und dokumentiert worden.  (12.11.2014)

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Das Evangelische Forum Schwalm-Eder finden Sie im Internet unter:

forum-schwalm-eder.de

Ökumenischer Gottesdienst an der ehemaligen Deutsch-Deutschen Grenze
Bischöfe und Ministerpräsidenten aus Hessen und Thüringen erinnern an Mauerfall vor 25 Jahren

Vacha/Philippstahl (medio/epd). Vier Kirchen aus zwei Ländern feierten am 9. November einen Ökumenischen Gottesdienst anlässlich des 25. Jahrestages des Mauerfalls in Vacha (Thüringen).

Geleitet wurde der Gottesdienst in der evangelischen Johanneskirche gemeinsam von Bischof Prof. Dr. Martin Hein von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), von Regionalbischof Diethard Kamm von der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Bischof Heinz Josef Algermissen vom Bistum Fulda und Weihbischof Dr. Reinhard Hauke vom Bistum Erfurt.

Der evangelische Thüringer Regionalbischof Diethard Kamm sagte in seiner Predigt, die überraschende Grenzöffnung vor 25 Jahren sei ohne die neue Politik Gorbatschows, ohne die Solidarnosc-Bewegung in Polen und ohne die Charta 77 in der CSSR «so nicht möglich gewesen». Er sei dankbar, «dass der Ruf 'Keine Gewalt' in diesen Tagen und Wochen getragen hat».

Kamm betonte, in der heutigen Gesellschaft sei das biblische Motto der friedlichen Revolution, «Suchet der Stadt Bestes», eine Aufforderung zum Einmischen. «Das Wort Gottes ist nun einmal nicht unpolitisch, wenn es um das Heil und das Wohl der Menschen geht.» Christen müssten sich für Gerechtigkeit und Bildung für alle ebenso einsetzen wie für Flüchtlinge oder die bedrohte Umwelt.

An dem Gottesdienst nahmen unter anderem auch die Ministerpräsidenten von Hessen und Thüringen, Christine Lieberknecht und Volker Bouffier (beide CDU), die Landtagspräsidenten sowie die Bürgermeister aus Vacha und Philippsthal teil. Der Gottesdienst, der den Auftakt für ein thüringisch-hessisches Bürgerfest bildete, stand unter dem Psalmwort «Du führst mich hinaus ins Weite».

Kranzniederlegung und Schweigeminute

Dem Gottesdienst schloss sich ein gemeinsamer Gang zur «Brücke der Einheit» an. Angeführt wurde der Zug von den Bischöfen und Ministerpräsidenten sowie einer Bergmannskapelle. Während einer gemeinsamen Gedenkfeier am Fuß der Brücke wurde ein Kranz niedergelegt - nach einer Schweigeminute spielte das Polizeimusikkorps Thüringen die Nationalhymne und das Kirchenlied «Nun danket alle Gott».

Im Anschluss folgte ein gemeinsamer Grenzspaziergang zum Schloss nach Philippsthal, musikalisch umrahmt von Bergmannskapellen und begleitet von Trachtenvereinen aus Thüringen und Hessen. Danach wurde ein thüringisch-hessisches Bürgerfest im Schlosspark eröffnet.

ARD-Sondersendung live aus dem Schlosspark in Philippsthal

Am Abend übertrug die ARD live aus dem Schlosspark in Philippsthal eine Sondersendung mit dem Titel «Ein Land wird eins». Im Programm war u.a. auch eine Podiumsdiskussion mit prominenten Gästen zu denen auch Henry Maske, Achim Menzel und Wolke Hegenbarth gehörten, teilte die Stadt Vacha mit.

Stichwort «Brücke der Einheit»

Der Ort Vacha lag in der DDR im Schatten von Mauer und Stacheldraht. Vacha war bis zum 11. November 1989 durch Mauern und Zäune auf Thüringer Seite sowie durch Sperranlagen der DDR im Grenzfluss Werra hermetisch vom Nachbarort Philippsthal in Hessen abgeriegelt.

Direkt hinter dem Vacharer Pfarrhaus befindet sich die historische Werrabrücke von 1342, auf die DDR-Grenzer einen bedrohlichen Beobachtungsturm aufgesetzt hatten. Durch ein Haus am anderen Ufer der Werra im Hessischen verlief die innerdeutsche Grenze. (09.11.2014)

Linktipp:

Weitere Informationen zum thüringisch-hessisches Bürgerfest am 9. November finden Sie unter:

25-jahre-grenzoeffnung.philippsthal.de

«Es geht um Menschlichkeit – und nicht allein ums Geschäft!»
Bischof Hein fordert politisches Engagement für verfolgte Christen in Pakistan

Kassel (medio/Osnabrück). Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, hat dazu aufgerufen, das Leiden der bedrängten Christen in Pakistan öffentlich zu machen, um damit in der deutschen Außenpolitik mehr Verständnis für die bedrohte Lage von Christen in islamischen Ländern zu wecken. «Die Tatsache, dass mit muslimischen Staaten etwa im Vorderen Orient gute Geschäfte – auch mit Waffentransporten – zu machen sind, darf nicht allein die Politik bestimmen. Vielmehr hat sie stärker Einfluss zu nehmen. Es geht um Menschlichkeit – und nicht ums Geschäft!», sagte Hein nach seiner Rückkehr am Mittwoch (5.11.) in einem Interview mit der landeskirchlichen Medienagentur «medio!».

«Bibeln werden verbrannt, Kirchen werden angezündet, Menschen werden getötet.»

Hein, der vom 27. Oktober bis 3. November 2014 zur Church of Pakistan reiste, berichtete besonders von den bedrückenden Auswirkungen des sogenannten Blasphemiegesetzes. Es verdächtige Handlungen und Äußerungen von Christen, sich gegen die islamische Lehre zu stellen, erläuterte der Bischof. Mit Hilfe des Gesetzes hätten religiöse Fanatiker ständig einen Hebel, gegen Christen vorzugehen. Es sei schwer für die christliche Minderheit, unter diesen Bedingungen im Land zu überleben: «Bibeln werden verbrannt, Kirchen werden angezündet, Menschen werden getötet.» All dies geschehe ohne größere öffentliche Wahrnehmung.

«Es ist beeindruckend, wie fröhlich die Christen dennoch zu ihrem Glauben stehen!»

Sieben Tage lang besuchte Bischof Hein Gemeinden, Einrichtungen und Schulen der Church of Pakistan und sprach mit christlichen, islamischen und hinduistischen Religionsvertretern. Besonders beeindruckt zeiget sich Hein davon, wie fröhlich die christliche Minderheit trotz ihrer starken Diskriminierung zu ihrem Glauben stehe. Sein Besuch sei eine Solidaritätsbekundung, um ihnen zu zeigen, dass sie nicht vergessen sind, so Hein. In Pakistan leben drei Millionen Christen im Gegenüber zu rund 170 Millionen Muslimen.

Für verfolgte Christen beten und ihr Leiden öffentlich machen

Bischof Hein forderte dazu auf, für die verfolgten Christen in der Welt zu beten und ihr Leiden öffentlich zu machen. Er selbst werde dies in den Gesprächen, die er im Rahmen des «Runden Tisches der Religionen» regelmäßig führe, tun: «Man kann auf islamischer Seite solche Missstände nicht einfach damit abtun, dass es nun einmal in Pakistan zu besonderen Radikalisierungen komme», so Hein.

Bischof Hein bei Zentralveranstaltung zum «Tag der Religionen in Deutschland» in Osnabrück

Bereits einen Tag nach dem Interview nahm Bischof Hein am vergangenen Donnerstag (6.11.) in Osnabrück an der Zentralveranstaltung zum «Tag der Religionen in Deutschland» teil.

Hein, der einer der evangelischen Vertreter des «Runden Tischs der Religionen in Deutschland» ist, erklärte laut der Neuen Osnabrücker Zeitung bei dem Treffen, dass das friedfertige Potenzial von Religion in den Vordergrund gerückt werden müsse: «Es ist unsere Aufgabe, in unserer säkularen Gesellschaft den Wert von Religion hochzuhalten», so der Bischof.

Der niedersächsischer Innenminister Boris Pistorius (SPD) nannte laut der Zeitung den «Runden Tisch der Religionen in Deutschland» bei der Veranstaltung «beispielhaft dafür, wie Religionen miteinander in Dialog treten und sich für Verständigung einsetzen können». Der «Runde Tisch der Religionen in Deutschland» ist ein eigenständiges Gremium aus Repräsentanten der großen Religionsgemeinschaften in Deutschland und trifft sich zweimal jährlich. Ihm gehören Vertreter der Kirchen, der Islamverbände, der jüdischen Religionsgemeinschaft, der Baha’i und der Buddhisten an. Hinweis der Redaktion: Den gesamten Artikel der Neuen Osnabrücker Zeitung finden Sie hier. (07.11.2014)

Im Wortlaut...

Das Interview führte Radio-Redakteur Torsten Scheuermann am 5.11.2014 im Haus der Kirche in Kassel.

«Scheuermann: Bischof Hein, Sie haben eine Woche lang Pakistan besucht. Was war der Grund Ihrer Reise?

Bischof Hein: Ich war dort auf Einladung der Church of Pakistan und ihres Leitenden Bischofs Samuel Azariah, den ich seit über zehn Jahren aus dem Weltkirchenrat kenne. Wir haben dort bisher in einem Komitee zusammengearbeitet. Er wollte mir die Situation der bedrängten Christen in Pakistan vermitteln. Die christlichen Gemeinden sind eine sehr kleine Gruppe mit drei Millionen Mitgliedern gegenüber rund 170 Millionen Muslimen. Mir war es wichtig, den Christen dort zu zeigen, dass sie nicht vergessen sind. Es war also ein Solidaritätsbesuch.

Scheuermann: Wie ist dort die Situation für Christen?

Bischof Hein: Ich habe sieben Tage lang unterschiedlichste Gemeinden und Einrichtungen der Kirche, vor allem Schulen, besucht und viel Freude darüber erlebt, dass jemand aus Europa kommt und sich mit der Situation der diskriminierten Christen innerhalb dieses islamischen Staates beschäftigt. Ganz bedrückend ist dort das sogenannte Blasphemiegesetz, das alle möglichen Handlungen oder Äußerungen, gerade auch von Christen, verdächtigt, sich gegen die islamische Lehre zu stellen. Schon die Frage der Dreieinigkeit Gottes ist etwas, was eigentlich nach dem Koran undenkbar ist. Mit Hilfe dieses Blasphemiegesetzes, das allerdings auch in der pakistanischen Gesellschaft umstritten ist, haben religiöse Fanatiker ständig einen Hebel, gegen Christen vorgehen zu können.»

weiterlesen...

Im Wortlaut:

Lesen Sie hier das medio!-Interview mit Bischof Hein im Wortlaut. Auf der Seite finden Sie auch weitere Foto-Impressionen von der Reise:

Zum Interview...

Veranstaltungsreihe im Kasseler Haus der Kirche
Wolfgang Huber bei 3. Wilhelmshöher Impuls: Menschenwürde ist Maß aller Werte

Kassel (medio). Für den evangelischen Theologen und ehemaligen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Prof. Dr. Wolfgang Huber, ist die Schlüsselfrage der Werteorientierung eines Unternehmens dessen Personalführung. Dabei sei die Menschenwürde das Maß aller Werte, sagte Huber beim «3. Wilhelmshöher Impuls» am 6. November 2014 im Kasseler Haus der Kirche. Menschen hätten ein Gespür dafür, ob sie würdevoll behandelt werden oder ob die Werteorientierung im Unternehmen nur strategischen Zielen dient, so Huber, der zum Thema «Erfolgsfaktor Werte» sprach.

«Ein Wert ist, was seinen Wert in sich selbst hat und nicht mit anderen Ansprüchen verrechnet werden kann», lautete Hubers Eingangsthese im Vortrag vor rund 120 Interessierten, zu denen Unternehmerinnen, Unternehmer und Führungskräfte in Betrieben und Behörden eingeladen waren, berichtete Pfarrer Dr. Jochen Gerlach vom Referat « Wirtschaft-Arbeit-Soziales» des Landeskirchenamtes, das die Veranstaltungsreihe anbietet.

Mit den Veranstaltungen des «Wilhelmshöher Impulses» will die Landeskirche Menschen mit Personalverantwortung und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens miteinander ins Gespräch bringen. Eröffnet wurde die Veranstaltung am 6. November mit einer Andacht von Prälatin Marita Natt. (12.11.2014)

Eröffnung für die Landeskirche am Sonntag in Schenklengsfeld
Friedensdekade: Mit Gewalt und Gegengewalt ist kein Frieden zu erreichen

Schenklengsfeld (medio).  Am Sonntag (9.11.) wird mit einem Gottesdienst in der Mauritiuskirche in Schenklengsfeld (Kirchenkreis Hersfeld) die «Ökumenische FriedensDekade» in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck eröffnet. Der Gottesdienst beginnt um 14 Uhr. Die Predigt hält Pfarrer Dietmar Preiß. Mitwirkende sind Pfarrerin Marie-Therese Eckardt aus Schenklengsfeld und Pfarrer Wilfried Ullrich, der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, sowie Mitglieder des Arbeitskreises Frieden, teilte die Pressestelle der Landeskirche mit.

Die Friedensdekade, die in diesem Jahr zum 35. Mal bundesweit veranstaltet wird, steht unter dem Motto «Befreit zum Widerstehen». Angesichts der zunehmenden Gewaltkonflikte weltweit, sei es in der Ukraine, dem Nahen Osten oder in Ländern Afrikas, soll in besonderer Weise darauf hinweisen werden, dass mit Gewalt und Gegengewalt kein Frieden zu erreichen ist.

Arbeitskreis Frieden fordert friedensethische Neuorientierung

Im Sommer dieses Jahres hat der Arbeitskreis Frieden die Kreissynoden mit einem Diskussionspapier aufgefordert, sich mit einer friedensethischen Neuorientierung auseinander zu setzen. In dem Papier wird z.B. dazu angeregt, möglichst viele Gemeindemitglieder in ziviler Konfliktbearbeitung fortzubilden, um dadurch gewaltfreie Kommunikation zu fördern. Zudem wird die Kirchenleitung darum gebeten, den Anteil der Kirchensteuern aus der Rüstungsindustrie für humanitäre Maßnahmen und zivile Konfliktbearbeitung in Kriegsgebieten einzusetzen, um Kriegsleid zu lindern. Das gesamte Diskussionspapier findet sich rechts neben dem Artikel im Download. 
 

Hintergrund «Ökumenischen FriedensDekade»

Seit Anfang der 80er Jahre greifen Kirchengemeinden und Aktionsgruppen im Rahmen der «Ökumenischen FriedensDekade» das Friedensthema in Gottesdiensten, Friedensgebeten und Informationsveranstaltungen auf, immer in den zehn Tagen vor dem Buß- und Bettag im November. Getragen wird die Friedensdekade von ganz unterschiedlichen Initiativen und Kirchen, verantwortlich zeichnen die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) und die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF). (06.11.2014)

Linktipp

Weitere Informationen zur Friedensdekade finden Sie unter:

www.friedensdekade.de

Download

Friedenspapier des Arbeitskreises Frieden:

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