Gütter: Trauer und Hoffnung können auf Weg des Friedens leiten
Ökumenedezernentin der Landeskirche fordert am Antikriegstag aktive Friedensarbeit

Kassel (medio). Auf einer Veranstaltung zum Antikriegstag am Mahnmal für die Opfer des Faschismus in Kassel rief am Montag (1.9.) die Ökumenedezernentin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Oberlandeskirchenrätin Dr. Ruth Gütter, dazu auf, trotz gewaltsamer Konflikte und militärischer Auseinandersetzungen für aktive Gewaltfreiheit, für Frieden und Gerechtigkeit einzutreten.

Wie die Pressestelle der Landeskirche mitteilte, rufe laut Gütter das Gedenken an den Ausbruch des 2. Weltkriegs vor 75 Jahren nicht nur die Erinnerung an die Schrecken des Krieges und der nationalsozialistischen Herrschaft ins Gedächtnis, sondern lasse die Menschen auch «voller Sorge und Erschrecken auf das, was heute wieder in den vielen aktuellen Krisenherden unserer Erde geschieht», blicken. Gütter äußerte Verständnis dafür, dass angesichts des Terrors der ISIS-Gruppen im Irak für viele auch ein militärisches Eingreifen in Betracht komme; allerdings bezweifle sie, dass dies sowohl politisch als auch ethisch der richtige Weg sei. Die Erfahrungen der letzten 20 Jahren hätten gezeigt, dass in den allermeisten Fällen eine militärische Intervention die Lage noch verschlimmert hätten. Gütter betonte, dass für sie persönlich als Christin der Weg zum Frieden nur der des Gewaltverzichts sein könne. Frieden lasse sich nicht mit Waffen erzwingen. «Frieden kann es nur geben durch aktive Gewaltfreiheit, durch die Auseinandersetzung mit den eigenen Aggressionen, durch Schritte der Versöhnung und durch Schaffung gerechter Verhältnisse.» Gütters Ansicht nach habe diese Form der aktiven Friedensarbeit nichts mit «Untätigkeit, feigem Heraushalten und naiver Tagträumerei» zu tun.

Mit Blick auf das Mahnmal bemerkte Gütter, die beiden Figuren, die Trauer und Hoffnung symbolisieren, könnten uns auf dem schweren Weg zum Frieden leiten: «Die Trauer erinnert uns an die vergangenen Schrecken und mahnt uns: nie wieder. Die Hoffnung gibt uns die Kraft, die Gegenwart mutig zu gestalten, trotz allem  für aktive Gewaltfreiheit, für Frieden und Gerechtigkeit einzutreten.» (01.09.2014)

Im Wortlaut:

Lesen Sie hier die Ansprache von Ökumenedezernentin Gütter im Wortlaut:

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75.000 Euro Soforthilfe
Evangelische Kirchen in Hessen unterstützen irakische Flüchtlinge

Kassel/Darmstadt (medio). Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) stellen gemeinsam für die Flüchtlinge im Irak 75.000 Euro zur Verfügung. Der Betrag stammt in der EKKW aus Mitteln der Erntedankkollekte, in der EKHN aus Haushalts- und Sondermitteln, die die Synode im vergangenen Herbst für Flüchtlinge im Nahen- und Mittleren Osten beschlossene hatte, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung.

Der schnelle Vormarsch der Kämpfer des Islamischen Staat (IS) im Nordirak hat in den letzten Tagen große Flüchtlingswellen ausgelöst. Vor der brutalen Gewalt der IS-Milizen seien mittlerweile über eine halbe Million Menschen auf der Flucht, so die Landeskirchen. Insbesondere ethnische und religiöse Minderheiten, wie Christen und Jesiden, hätten überstürzt fliehen müssen. «Neben der humanitären Hilfe ist auch die internationale Gemeinschaft gefragt, alle diplomatischen Möglichkeiten zum Schutz der Zivilbevölkerung im Norden Syriens und des Iraks auszuschöpfen», sagte Oberkirchenrat Detlev Knoche, Leiter des Zentrums Ökumene in Frankfurt.

Diakonie Katastrophenhilfe ist vor Ort und hilft

Die Diakonie Katastrophenhilfe hat mit der Soforthilfe in den kurdischen Städten begonnen und versorgt die Vertriebenen mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Basis-Hygieneartikeln. Bereits seit Beginn der IS-Offensive arbeite sie mit lokalen Partnerorganisationen im Nordirak zusammen, um die Situation der Flüchtlinge, Binnenvertriebenen und aufnehmenden Gemeinden zu verbessern. Das Ziel des evangelischen Hilfswerks sei es, die Versorgung von syrischen und irakischen Flüchtlingsfamilien im Norden des Irak zu sichern. Dabei handele es sich unter anderem um über 100.000 Vertriebene aus den schwer umkämpften Gebieten bei Erbil und Mosul, heißt es weiter.

Wie hessische Gemeinden helfen können

«Die verzweifelte Lage der Flüchtlinge im Irak bewegt viele Menschen in unseren Gemeinden. Wir rufen dazu auf, im Gebet und der Solidarität für die betroffenen Menschen nicht nachzulassen», sagte Oberlandeskirchenrätin Dr. Ruth Gütter in Kassel.

Beide Kirchen rufen gemeinsam zu weiteren Spenden auf. (20.08.2014)

Helfen Sie mit Ihrer Spende:

Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin, Evangelische Darlehnsgenossenschaft Kiel,
Konto: 502502, BLZ 210 602 37
IBAN: DE26210602370000502502, BIC: GENODEF1EDG,
Stichwort: Irak

Linktipp:

Helfen Sie mit Ihrer Spende unter:

diakonie-katastrophenhilfe.de/(...)

Zur aktuellen Lage:

In diesem Schnellbrief berichtet die Diakonie Katastrophenhilfe detailliert von der Situation im Nord-Irak und gibt weitere Informationen und Hintergründe:

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«Staunen. Forschen. Handeln»
Kirchen feiern gemeinsam «Tag der Schöpfung» in Gießen

Gießen/Darmstadt/Kassel/Mainz (medio). Zu dem weltweit begangenen «Tag der Schöpfung» laden die christlichen Kirchen am Freitag, 05. September, ab 12 Uhr in die «LichtKirche» auf der Landesgartenschau in Gießen ein. Die ökumenische Initiative steht in diesem Jahr unter dem Motto «Staunen. Forschen. Handeln. Gemeinsam im Dienst der Schöpfung». In der «LichtKirche» können Besucherinnen und Besucher um 16 Uhr einen Gottesdienst mit Matthias Schmidt, dem Propst für Oberhessen der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Prälat Dietmar Giebelmann, dem Generalvikar des katholischen Bistums Mainz, Pater Arsenios von der Griechisch-Orthodoxen Gemeinde Gießen und Wetzlar, sowie Carl Hecker, Superintendent der evangelisch-methodistischen Kirche für den Distrikt Heidelberg feiern. Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst vom Saxophonquartett ParaVos, teilte die Pressestelle der Landeskirche mit.

Das Programm beginnt bereits um 12 Uhr mit den Mittagsgedanken von Pfarrer Dr. Hubert Meisinger vom Referat Umwelt und Digitale Welt des Zentrums Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN. Für den Umgang mit Resten jeglicher Art, dem Wochenthema der LichtKirche, erhalten die Besucherinnen und Besucher auf der Mitmachmeile viele Anregungen. Ab 15 Uhr verbindet der Mathematikprofessor und Direktor des Gießener Mathematikums, Dr. Albrecht Beutelspacher, in seinem Vortrag «6+1=7. Warum sechs Tage nicht reichen» die Mystik der Zahlen mit dem christlichen Schöpfungsgedanken.

Propst Schmidt ist sich sicher, dass beispielsweise das Staunen des Menschen über seine eigene Entwicklungsgeschichte theologisch gedeutet werden kann: «Auch wenn wir in einer naturwissenschaftlichen Sicht aus den Überresten von Sternen bestehen, sind wir als Person mehr als nur Sternenstaub. Wir sind Geschöpfe Gottes, die verantwortlich inmitten der Schöpfung leben können.» Der Schöpfungstag wird organisiert von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Hessen-Rheinhessen, von den Evangelischen Kirchen in Hessen und Nassau und von Kurhessen-Waldeck sowie von den Bistümern Mainz und Fulda.

Die Besucherinnen und Besucher des Schöpfungstags benötigen eine Eintrittskarte für die Landesgartenschau.

Hintergrund Schöpfungstag

Seit 2011 feiern Christinnen und Christen in Hessen am ersten Freitag im September den «Tag der Schöpfung». Er markiert den Beginn der «Schöpfungszeit», die bis zum 04. Oktober dauert. Alle Gemeinden sind aufgerufen, diese Zeit mit Gottesdiensten, Aktionen und Projekten zum Thema «Schöpfung bewahren“ zu gestalten. Der noch junge Gedenktag wurde im Rahmen des Ökumenischen Kirchentages 2010 in München ausgerufen. (15.08.2014)

Linktipp:

Eine Reihe von Empfehlungen sowie weitere Informationen zum «Tag der Schöpfung» finden Sie im Internet unter:

schoepfungstag-hessen.de

Linktipp:

Das Angebot der Kirchen auf der Landesgartenschau in Gießen finden Sie unter:

lichtkirche.de

Gospelkirchentag: 50.000 Besucher und 6.000 Mitwirkende werden erwartet
documenta-Stadt Kassel wird vom 19.-21. September zur Hauptstadt der Gospelmusik

Kassel (medio). 150 Chöre, 6.000 Mitwirkende und 50.000 Besucher werden beim 7. Internationalen Gospelkirchentag erwartet, der vom 19. bis 21. September in der documenta-Stadt Kassel stattfindet, teilte die Pressestelle der Landeskirche mit.

Am Freitagabend, 19. September, um 17 Uhr, eröffnet der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein gemeinsam mit dem hessischen Kultusminister Prof. Dr. Alexander Lorz und dem Kasseler Oberbürgermeister Bertram Hilgen die musikalische Großveranstaltung auf dem Königsplatz. Bei dieser Eröffnung, moderiert von der Journalistin Petra Nagel, tritt unter anderem Nyassa Alberta aus dem Erfolgsmusical «Sister Act» auf, das derzeit in Oberhausen zu sehen ist. Stadtdekanin Barbara Heinrich und Dechant Harald Fischer laden im Namen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Kassel zur «Ökumenischen Gospelnacht» ein, die im Anschluss an die Eröffnung ab 20.30 Uhr in 25 Kirchen und an anderen Veranstaltungsorten stattfindet. Bei der Gospelnacht können die Besucher den ganzen Abend über 100 Gospelchöre aus der Region und ganz Deutschland erleben.

Am Samstag, 20. September, gibt es von 10.30 bis 20.00 Uhr in der Kasseler Innenstadt auf fünf Bühnen Live-Auftritte von Gospelchören aus dem In- und Ausland. Auf dem Opernplatz gibt es eine Hessenbühne, auf der acht Chöre aus Hessen singen. Weitere Bühnen stehen auf dem Königsplatz, auf der Treppenstraße, in der Jugendkulturkirche (Lutherplatz) und in der Karlskirche (Karlsplatz). Zahlreiche Workshops stehen den Mitwirkenden des Gospelkirchentages offen.

Der Samstagabend steht ganz im Zeichen der Welturaufführung des Musicals «Amazing Grace» in der Kasseler Rothenbach-Halle. Das Werk von Tore W. Aas («Oslo Gospel Choir») und Journalist Andreas Malessa (SWR 2, hr2, DeutschlandRadio Kultur) erzählt in bewegenden Balladen und mitreißenden Gospelsongs die Geschichte des bekannten Liedes und seines Textdichters, des britischen Sklavenkapitäns und späteren anglikanischen Pastors John Newton. Neben einem beeindruckenden 300-köpfigen Chor wirken in den Hauptrollen Arne Stephan («Gute Zeiten, schlechte Zeiten») und Lucy Scherer («Sturm der Liebe») mit.

Am Sonntagnachmittag endet der Gospelkirchentag mit einem Festivalgottesdienst auf dem Königsplatz um 14 Uhr, bei dem Bischof Hein die Predigt hält. Musikalisch gestaltet wird der Abschluss vom so genannten «Mass Choir», zu dem die 6.000 Mitwirkenden des Gospelkirchentages zusammenkommen.

Da die Welturaufführung des Musicals «Amazing Grace» am Samstag schon ausverkauft ist, wird es am Sonntag, 21. September, um 18 Uhr noch eine zweite Aufführung geben, für die noch Tickets im Vorverkauf erhältlich sind (www.amazing-grace.de).

Veranstalter des Gospelkirchentags ist die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, die Evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig, die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Kassel (ACK) in Kooperation mit der Evangelischen Kirche in Deutschland, der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, dem Land Hessen, der Stadt Kassel und der Stiftung Creative Kirche.

Internationaler Gospelkirchentag

Das größte Gospelfestival Deutschlands findet seit 2002 alle zwei Jahre statt und bringt internationale Gospelstars, Amateure, Gospelchöre und Musikbegeisterte an drei Tagen zusammen. Bisherige Stationen des Gospelkirchentags waren Essen (2002), Bochum (2004), Düsseldorf (2006), Hannover (2008), Karlsruhe (2010) und Dortmund (2012). (05.08.2014)

Stimmen zum Gospelkirchentag 2014 in Kassel

Bischof Prof. Dr. Martin Hein, EKKW

«Ich freue mich, dass der 7. Internationale Gospelkirchentag, das größte Gospelfestival Europas, in Kassel zu Gast ist. Plätze in der Innenstadt, Straßen, Kirchen und Gemeindehäuser werden an drei Tagen zu Orten, die Gottes Geist in klingender Weise erfüllt. Ein unverwechselbares Erlebnis wird es für die Besucher sein, wenn beim Festivalgottesdienst 5.000 Sängerinnen und Sänger gemeinsam anstimmen und Gospels über Häuser und Straßen hinweg zu hören sind. Der Gospelkirchentag macht es außerdem möglich, dass wir die Welturaufführung des Musical Amazing Grace in Kassel erleben können.»

Oberbürgermeister Bertram Hilgen, Stadt Kassel

«Die Stadt Kassel wird zu unserer großen Freude zum Zentrum der musikalischen Botschaft des Evangeliums, wenn Gospel-Chöre aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland zum Gospelkirchentag zusammenkommen. Wir freuen uns auf die vielfältigen menschlichen und musikalischen Begegnungen und werden uns als gute Gastgeber für die Mitwirkenden und Gäste erweisen.»


 

 

Stadtdekanin Barbara Heinrich, Evangelischer Stadtkirchenkreis Kassel

«Bei der ökumenischen Gospelnacht sind zahlreiche Kasseler Kirchengemeinden  und christliche Gemeinschaften begeisterte Gastgeber für rund 100 Chöre aus dem In- und Ausland. Auf den Streifzug durch diese besondere Nacht, die spirituell-musikalische Atmosphäre in Kassel und auf die vielen Gospelsängerinnen und Gospelsänger freue ich mich.»

 

 

Martin Bartelworth, Geschäftsführer Stiftung Creative Kirche

«Die Vorfreude auf den Gospelkirchentag ist schon sehr groß. Gospel ist Medizin für die Seele und macht erwiesenermaßen glücklich. Willkommen in der größten Apotheke Deutschlands.»

 

 

 

 

Linktipp:

Weitere Informationen zum Gospelkirchentag in Kassel finden Sie im Internet unter:

gospelkirchentag.de

medio-Sommerinterview 2014 mit Bischof Martin Hein

Kassel. (medio). Wie beurteilt Bischof Hein deutsche Waffenexporte und was wünscht er sich für den Umgang mit Flüchtlingen in unserem Land? Welche Aufgaben sollte der Ökumenische Rat der Kirchen angehen und vor welchen Herausforderungen sieht er die künftige Führung der Evangelischen Kirche in Deutschland? - In einem Interview mit der landeskirchlichen Medienagentur «medio!» hat Bischof Hein kurz vor seinem Sommerurlaub zu diesen und weiteren aktuellen Fragen Stellung genommen. Er berichtet von seinen Eindrücken von der Fußball-Weltmeisterschaft und dem Landeskonfirmandentag, gibt Einblicke in seine Urlaubsplanung und seine Vorfreude auf den Gospelkirchentag in Kassel. Das Interview führte der Leiter des Medienhauses der EKKW, Pfarrer Christian Fischer, am 29. Juli 2014 in Kassel.

Lesen Sie hier das Interview im Wortlaut:

Fischer: Herr Bischof, Deutschland ist Weltmeister! Wie haben Sie die Fußballweltmeisterschaft 2014 erlebt?

Bischof Hein: Am Anfang mit einer gewissen Skepsis, wie weit die Nationalmannschaft wohl kommen wird, am Schluss mit einer hellen Begeisterung. Und am Sonntagabend, als dann das Endspiel nach Verlängerung beendet war, auch mit einem großen Gefühl von Glück.

Fischer: In einem Interview kurz vor dem Finale haben Sie genau das Endergebnis, also 1:0 für Deutschland, getippt und fast genau den Spielverlauf voraus gesagt …

Bischof Hein: Ja, ich glaube, dass ich im Lauf der Zeit genügend Erfahrung im Fußball gewonnen habe. Mein erstes Bundesligaspiel habe ich Mitte der sechziger Jahre gesehen und seitdem fasziniert mich der Fußball. Nach einem halben Jahrhundert Fußball kann man sich schon ein Urteil erlauben.

Fischer: Die WM war auch ein großer Erfolg für den Trainer der Nationalmannschaft. Was kann denn ein Bischof von Trainer Jogi Löw lernen?

Bischof Hein: Man kann lernen, wie man Menschen verschiedener Fähigkeiten und verschiedener Interessen so zusammenbringt, dass sie eine Mannschaft werden. Eine Mannschaft besteht ja nicht nur aus vielen Solisten, sondern eine Mannschaft zu einem Team zu formen und diesem Team eine gewisse Handschrift zu geben, das ist die große Kunst eines Trainers – und das ist Löw gelungen.

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Im Wortlaut:

Das gesamte medio-Sommerinterview mit Bischof Hein finden Sie hier:

Interview lesen...

Flüchtlinge suchen Schutz in hessischen Kirchen
Kirchengemeinde in Bischofsheim gewährt Somalier Kirchenasyl

Kassel/Bischofsheim (medio/epd). Letzte Hoffnung Kirchenasyl. Ob in Kassel, Hanau oder Steinheim. Immer mehr Flüchtlinge suchen Schutz in hessischen Kirchen, weil sie abgeschoben werden sollen. Einer von ihnen ist Mustafa Abdi Ali aus Somalia. Er lebt seit einigen Wochen im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde Bischofsheim.

Mit dem Kirchenasyl will die Gemeinde erreichen, dass Ali nach dem Ablauf der Abschiebefrist in Deutschland ein ordentliches und geregeltes Asylverfahren erhalten kann. Der 30jährige kam auf seiner Flucht vor Gewalt und Krieg in Somalia nach Lampedusa in Italien und von dort mit gefälschten Papieren über Gießen nach Bischofsheim, berichtete Mustafa Abdi Ali gegenüber der landeskirchlichen Medienagentur «medio!».

Als sein Antrag auf Duldung abgelehnt wurde, sei der Mann krank geworden, berichtet Pfarrer Jens Heller von der Gemeinde. Ein ärztliches Gutachten besagt, dass er selbstmordgefährdet ist, wenn er zurück nach Italien muss, so Pfarrer Heller. Deshalb habe man sich für das Kirchenasyl entschieden. «Wenn er nach sechs Monaten noch in Deutschland ist, dann muss die Bundesrepublik ihm ein Asylverfahren gewähren», so Pfarrer Heller und hofft, mit dem Beispiel auch anderen Gemeinden Mut zu machen.

Die Versorgung von Mustafa Abdi Ali hat die Gemeinde mit dem Arbeitskreis Asyl in Maintal organisiert: «Es gibt einen Einkaufsdienst und einen Wäschedienst», erzählt die Sprecherin des Arbeitskreises, Christine Mayer-Simon. Alle in der Kirchengemeinde mögen den freundlichen «Mustafa», so Kirchenvorsteherin Katja Damaschke. «Wenn man einen Flüchtling erst mal kennen lernt, verliert man auch die Angst vor der 'großen grauen Flüchtlingsmasse'», so Damaschke.

Kirchenasyl in Deutschland / Orientierungshilfe für Gemeinden

In Deutschland gibt es nach Angaben der Diakonie derzeit 124 Kirchenasyle mit mindestens 217 Personen. Für die Kirchengemeinden der Landeskirche gibt es bei der Diakonie Hessen eine «Clearingstelle Kirchenasyl», die auch eine Orientierungshilfe herausgibt. Info-Kontakt: Beauftragte für Flucht und Migration der EKKW, Pfarrerin Anna-Sophie Schelwis, Tel.: (0561) 1099-145, E-Mail: anna-sophie.schelwis@diakonie-hessen.de (01.08.2014)

Linktipp:

Weitere Informationen zum Thema Kirchenasyl und Ansprechpartner finden Sie bei der Diakonie Hessen unter:

diakonie-hessen.de/(...)

Internetradio:

Hören Sie hier einen Beitrag zum Thema von medio-Reporter Siegfried Krückeberg:

Anhören...

Gespräche zur Lage im Nahen Osten
Rum-orthodoxer Metropolit besucht Bischof Hein

Kassel (medio). Der Metropolit der Rum-orthodoxen Diözese in Deutschland und Westeuropa, Bischof Isaak, stattete am Donnerstag (31.07.) Bischof Prof. Dr. Martin Hein im Kasseler Haus der Kirche einen Besuch ab. Damit folgte er einer Einladung, die Bischof Hein im Rahmen der Amtseinführung Isaaks ausgesprochen hatte. Im Gespräch thematisierten beide Bischöfe die Situation im Nahen Osten, insbesondere den Bürgerkrieg in Syrien, aber auch die Situation syrischer Flüchtlinge in Deutschland, heißt es in einer Mitteilung.

Issak und Hein stimmten darin überein, dass nur eine politische Lösung einen dauerhaften Frieden ermögliche. Diese scheine aktuell aber nicht erkennbar zu sein. Metropolit Isaak schilderte die bedrückende humanitäre Lage in Syrien, bei der es zunehmend zu religiös motivierter Gewalt gegen Christen komme.

Bischof Hein bekräftigte bei dem Treffen, die humanitäre Arbeit der Rum-orthodoxen Kirche in Syrien auch weiterhin zu unterstützen. Dazu zähle insbesondere die Unterstützung eines Krankenhauses im Großraum Homs u. a. mit medizinischer Ausrüstung. Beide Bischöfe waren sich darin einig, dass die seit über 20 Jahren zwischen beiden Kirchen bestehende Freundschaft eine gute Grundlage für die weitere Zusammenarbeit ist.

An dem Gespräch nahmen auch die Ökumenedezernentin der Landeskirche, OLKR Dr. Ruth Gütter, und Dekan Dr. Martin Lückhoff vom Freundeskreis «Freundschaft mit der Rum-Orthodoxen Kirche von Antiochia» teil. Bischof Isaak wurde begleitet von Erzpriester George Esber. (31.07.2014)

Militärische Auseinandersetzungen in der Welt
Bischof Hein fordert runden Tisch zu Rüstungsproduktion und Rüstungsexport

Kassel (epd). Einen runden Tisch über Rüstungsproduktion und Rüstungsexport hat der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, gefordert. An diesem sollten die politischen Parteien, Unternehmer und Gewerkschaften sowie Vertreter der Friedensbewegung und der Kirchen teilnehmen, sagte Hein in einem Interview der «Hessisch/Niedersächsischen Allgemeinen» (Dienstagsausgabe). Angesichts der Zunahme an militärischen Auseinandersetzungen in der Welt müsse es einen gesellschaftlichen Konsens über Rüstungsfragen geben.

Ein Arbeitsplatz in der Rüstungsindustrie sei nicht von vornherein ein schlechter Arbeitsplatz, betonte Hein. Es müsse aber jedem bewusst sein, was mit den Produkten geschehe, die dort hergestellt werden. Das könne auch ernsthafte ethische Konflikte mit sich bringen. Es sei falsch, wenn Mitarbeiter und Unternehmer nicht über solche Fragen nachdächten.

Anfang Juli hatte sich die katholische Kirche in Kassel für eine Umwandlung der Kasseler Rüstungsindustrie ausgesprochen. Dechant Harald Fischer hatte dafür zu einer «Ideenkonferenz» aufgerufen, die überlegen solle, wie die Rüstungsproduktion in eine Produktion ziviler Güter umgewandelt werden könne. (30.07.2014)

Gottesdienstmaterial, Wort der EKD und Schweigeminute
Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren

Kassel/Hannover (medio). Im Sommer des Jahres 1914 taumelte Europa in den Abgrund des Ersten Weltkrieges. «In ganz Europa gehen die Lichter aus» – so drückte der britische Außenminister Sir Edward Grey am 03. August 1914 seine düstere Erwartung aus; und sie sollte sich bewahrheiten: Dieser Weltkrieg wurde der erste totale Krieg der Geschichte und sein Ausbruch jährt sich in diesen Tagen zum 100. Mal.

Mit den «Materialien für Gottesdienste, Andachten und Gedenkfeiern anlässlich des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren» hat die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck eine Arbeitshilfe herausgegeben, mit der die Kirchengemeinden bei der Gestaltung von Gedenkveranstaltungen unterstützt werden sollen.

Leid, Zerstörung und Destabilisierung vor Ort aufspüren und bedenken

In seinem Geleitwort betonte Bischof Prof. Dr. Martin Hein: «Das Übermaß an Leid, Zerstörung und Destabilisierung, das er [der 1. Weltkrieg] gebracht hat, verdient es, konkret vor Ort aufgespürt und im Gottesdienst, im Unterricht und bei entsprechenden öffentlichen Veranstaltungen durch Gebet, Musik und Predigt gewürdigt und bedacht zu werden.» Hein räumte ein, dass die Kirchen den Auftrag und die Verpflichtung zum Frieden aus heutiger Sicht gerade zu Beginn des Ersten Weltkrieges «auf erschütternde Weise verfehlt» hätten: «Vieles, was in dieser Materialsammlung dazu zu lesen ist, lässt sich kaum ertragen und erfüllt uns mit Ratlosigkeit und Scham. Es ist eine große Herausforderung, eine Sprache und eine Form zu finden, dem allen gerecht zu werden.»

Von dem Gedanken «Nie wieder Krieg!» nicht ablassen

Angesichts der aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen betonte Hein, man dürfe von dem Gedanken «Nie wieder Krieg!» nicht ablassen. Für die Verfolgung dieses Ziels sei jedoch eine immense Kraftanstrengung erforderlich: «Ohne Gottes Hilfe, der uns ermutigt, den Frieden und die Versöhnung, den Kompromiss und die Toleranz zu suchen, können wir das nicht leisten. Darum ist das Gebet, gerade auch das öffentliche Gebet, ein wichtiger Beitrag der Kirche.»

EKD-Wort und europaweite Schweigeminute am 1. August

Im Gedenken an das millionenfache Leiden und Sterben im Ersten Weltkrieg ruft die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) in einem Wort unter dem Titel «Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens» zu Gewaltlosigkeit auf und erinnert an die Aktualität der Friedensbotschaft des Evangeliums. «Gewalt bekommt in vielen Regionen ein dramatisches, neues Gesicht und kann sich neuer, erschreckender Technologien und Ideologien bedienen», heißt es in dem Papier.

Die EKD unterstützt den Vorschlag der europäischen Protestanten, mit einer Schweigeminute der Opfer des Ersten Weltkrieges zu gedenken. Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) empfiehlt für den Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkrieges am 01. August, europaweit um 12 Uhr eine Schweigeminute einzulegen. In einigen Kirchengemeinden der Landeskirche wird bereits am kommenden Sonntag (3.8.) an den Kriegsausbruch erinnert, die überwiegende Mehrheit wird am Volkstrauertag (16.11.) diesem historischen Ereignis gedenken. (29.07.2014)

Download:

Die Handreichung der Landeskirche mit Materialien für Gottesdienste, Andachten und Gedenkfeiern finden Sie hier:

PDF-Dokument

Linktipp:

Das Wort «Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens» des Rates der EKD zum 100. Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkrieges finden Sie unter:

ekd.de/(...)

EKD-Dossier:

Einen EKD-Themenschwerpunkt mit umfangreichem Hintergrundmaterial finden Sie hier:

ekd.de/(...)

Kirchliche Zeitdokumente
Landeskirchliches Archiv zeigt Ausstellung zum 1. Weltkrieg

Kassel (epd). Kirchliche und andere Zeugnisse aus dem 1. Weltkrieg sind ab sofort in einer kleinen Ausstellung des Landeskirchlichen Archives in Kassel zu sehen. Die Exponate reichen von Konfirmationsurkunden und Briefen über Bekanntmachungen in Kirchlichen Amtsblättern bis hin zu Tapferkeitsmedaillen und Eisernen Kreuzen, sagte Archivleiterin Bettina Wischhöfer in Kassel. Die Dokumente zeigen, dass die Kriegsbegeisterung auch vor der Kirche nicht haltmachte.

So hatte es im kirchlichen Amtsblatt für den Bezirk des «Königlichen Konsistoriums zu Cassel» regelmäßig eine «Ehrentafel des hessischen Pfarrhauses» gegeben, sagte Wischhöfer. Dort wurden die Namen gefallener Pfarrer sowie deren Angehöriger aufgeführt, die den «Heldentod» starben. Unter anderem hatte die Kirchenleitung angeordnet, dass in den Gemeinden wöchentlich zwei Andachtsstunden aus Anlass des Krieges zu halten seien.

Außerdem wird auf einem Bild der Abtransport von Kirchenglocken, die zur Waffenherstellung eingeschmolzen werden sollten, dargestellt. «1917 war es den Konfirmanden per Verordnung sogar erlaubt, in kurzen Hosen beziehungsweise ohne Konfirmationskleid zur Konfirmation zu kommen», sagte Wischhöfer. Dies zeige auch die materielle Not, unter der die Menschen immer mehr litten.

Die Ausstellung «Mit Gott für König und Vaterland» ist vom 29. Juli bis 18. Dezember im Landeskirchlichen Archiv, Lessingstraße 15A in Kassel zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr. (30.07.2014)

Linktipp:

Das Landeskirchliche Archiv finden Sie im Internet unter:

ekkw.de/archiv

Aktion «5.000 Brote - Konfis backen Brot für die Welt»
Konfirmanden backen Brote zugunsten von Hilfsprojekten

Mainz (epd). Über 2.000 Konfirmanden aus den evangelischen Landeskirchen in Hessen und Nassau (EKHN) und Kurhessen-Waldeck (EKKW) helfen in diesem Jahr zugunsten von Kindern aus Entwicklungsländern beim Brotbacken in Bäckereibetrieben aus. Der Erlös aus dem Brotverkauf soll Projekten in Kolumbien, Bangladesch und Ghana zugutekommen, teilte das kirchliche Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung in Mainz mit. Die Aktion «5.000 Brote - Konfis backen Brot für die Welt» war vor zwei Jahren in Kooperation mit der hessischen Bäckerinnung zum ersten Mal in Hessen und Teilen von Rheinland-Pfalz organisiert worden.

Wegen des großen Zuspruchs findet sie 2014 im Zeitraum von Oktober bis Dezember deutschlandweit in allen evangelischen Landeskirchen statt. Im Zusammenhang mit der Kampagne beschäftigen sich die Konfirmanden auch mit der Lebenssituation von Gleichaltrigen in Entwicklungsländern, Gerechtigkeitsfragen und der religiösen Bedeutung von Brot. Für das Kirchengebiet der EKHN gibt es am 28. September einen zentralen Eröffnungsgottesdienst in der Wiesbadener Marktkirche. (30.07.2014)

Linktipp:

Weitere Informationen zur Aktion unter:

5000-brote.de

Nikolaus Schneider bekundet Solidarität mit Jüdinnen und Juden
EKD-Ratsvorsitzender verurteilt antisemitische Proteste in Deutschland

Hannover (medio). Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, hat sich erschrocken über die jüngsten zum Teil gewalttätigen Proteste gegen Jüdinnen und Juden in Deutschland geäußert: «Es ist entlarvend, wenn Proteste gegen das aktuelle Vorgehen der Armee Israels im Gaza-Streifen mit menschenverachtender Judenfeindschaft verbunden werden», schreibt Schneider in einer am Mittwoch veröffentlichten Solidaritätsbekundung an den Präsidenten des Zentralrats der Juden, Dr. Dieter Graumann.

«Es beschämt mich, dass Menschen jüdischen Glaubens in unserem Land auf offener Straße angegriffen werden und um ihre Gesundheit und auch um ihr Leben fürchten müssen», so Schneider in seinem Schreiben. Die EKD verurteile jede Form von Antisemitismus und Rassismus aufs schärfste. In Erinnerung an die unfassbaren Verbrechen im Dritten Reich liege es «jenseits aller Toleranz», wenn Juden und Jüdinnen beschimpft und angegriffen würden und ihnen in Hass-Predigten der Tod gewünscht werde.

«Mein Erschrecken, mein Mitgefühl und meine Solidarität möchte ich Ihnen persönlich und allen Menschen jüdischen Glaubens in unserem Land gegenüber zum Ausdruck bringen», schreibt Schneider an den Präsidenten des Zentralrats der Juden. Es dürfe nicht sein, dass ein berechtigtes Verlangen nach Frieden in Israel und Palästina missbraucht werde, um Hass, Antisemitismus und Gewalt auf unseren Straßen auszuleben. (24.07.2014)

Linktipp:

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der EKD unter:

ekd.de/(...)

Feierstunde und konstituierende Sitzung
Pfarrvertretung der EKKW feiert 40-jähriges Bestehen

Kassel (medio). Die Pfarrvertretung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck feiert in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen. «Damit ist die kurhessische Pfarrvertretung eine der ältesten Interessenvertretungen der Pfarrerschaft innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland», sagte Pfarrer Andreas Rohnke, langjähriger Vorsitzender des Gremiums, bei einer Feierstunde am 15. Juli im CVJM-Tagungshaus in Kassel. Eingeladen waren die ehemaligen und neuen Mitglieder sowie alle ehemaligen Vorsitzenden.

Rohnke blickte in seinem Festvortrag auf das Gründungsjahr 1974 zurück, in dem nach ersten Wahlen das neue Gremium seine Arbeit unter dem Vorsitz von Pfarrerin Dietgard Meyer aufnahm. In den Folgejahren setzte sich die Vertretung in einer Vielzahl von Fragen für die Interessen der Pfarrerinnen und Pfarrer ein. Rohnke hob dabei besonders das Thema «Pfarrhaus» hervor, das regelmäßig auf der Agenda stand. Aber auch die Pfarrstellenentwicklung in Zeiten des Mitglieder-Rückgangs, Ausbildung, Arbeitsbedingungen, Besoldung oder auch das Bild des Pfarrers oder der Pfarrerin in der Gesellschaft waren und sind wichtige Themen.

Die Zusammenarbeit mit der Kirchenleitung bezeichnete Rohnke als konstruktiv, «auch wenn die inhaltlichen Positionen mitunter sehr kontrovers sind.» Seitens der Prälatin der Landeskirche, Marita Natt, überbrachte der Dezernent für Dienst- und Besoldungsrecht sowie Organisationsrecht kirchlicher Körperschaften, Dr. Rainer Obrock, ein Grußwort.

Konstituierende Sitzung der neuen Pfarrvertretung

Am Folgetag trat die 11. Pfarrvertretung unter dem Vorsitz von Pfarrer Matthias Risch (Vellmar) zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. Zu den Mitgliedern, die im April und Mai des Jahres gewählt wurden, gehören:  

Bettina von Haugwitz (stv. Vorsitzende) und Henning Porrmann im Sprengel Hanau; Annette Hestermann und Wilfried Marnach im Sprengel Hersfeld; Heike Horstmeyer-Fehling, Birgit Innerle und Matthias Risch im Sprengel Kassel; Anja Fülling und Konrad Schullerus im Sprengel Waldeck und Marburg. 

Stichwort: Pfarrvertretung

Die Pfarrvertretung ist die gewählte Personal- und Interessenvertretung aller Pfarrerinnen und Pfarrer, Hilfspfarrerinnen und Hilfspfarrer sowie Vikarinnen und Vikare der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und berät diese in dienstlichen Fragen. Die Mitglieder der Pfarrvertretung werden alle vier Jahre von den Sprengelkonferenzen der vier Sprengel der Landeskirche gewählt. (25.07.2014)

Linktipp:

Die Pfarrvertretung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck finden Sie unter:

pfarrvertretung.de

«KonfiVent: TRUST AND TRY» in Ziegenhain
3.500 Konfirmanden feiern 475 Jahre Konfirmation

Ziegenhain (medio). Unter dem Motto «Trust and Try» trafen sich am 18. Juli in Ziegenhain rund 3.500 Konfirmandinnen und Konfirmanden zum so genannten «KonfiVent», dem Landeskonfirmandentag 2014 der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Die Jugendlichen aus 180 Kirchengemeinden waren der Einladung der Landeskirche gefolgt und feierten gemeinsam den 475. Geburtstag der Konfirmation. Neben einem umfangreichen Bühnenprogramm auf dem Ziegenhainer Chinapark-Gelände erwartete die Mädchen und Jungen bei bestem Wetter ein breites Aktionsprogramm sowie Workshops, die Fragen des «Vertrauens» und «Zutrauens» aufgriffen.

Bischof Prof. Dr. Martin Hein zeigte sich beeindruckt, dass sich so viele Konfirmandinnen und Konfirmanden angemeldet hatten. Dies mache deutlich, dass die Konfirmation auch nach 475 Jahren ein «Erfolgsmodell» sei, heißt es in einer Mitteilung der Landeskirche.

«Die Konfirmation ist hier in Ziegenhain im Jahre 1539 auf den Weg gebracht worden und sie ist nach wie vor lebendig! Es ist die intensivste Form der Jugendarbeit in der Kirche überhaupt, und so hält sie die Kirche jung», sagte der Bischof.

Laut Hein spricht das Motto der einmaligen und besonderen Veranstaltung aus, worum es im Glauben geht: «Vertraue und lasse dich drauf ein!» Der Bischof wünschte allen Beteiligten «tolle Begegnungen, aufregende Erfahrungen und starke Eindrücke». Er betonte, die Konfirmation sei Hessens Geschenk an die Weltkirche und somit stehe in diesem Jahr Ziegenhain im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Bühnenprogramm, Aktionen und Workshops

Nach dem Auftakt am Vormittag auf der Hauptbühne wurde den Jugendlichen auf einer großen Leinwand der Kurzfilm «Trust» gezeigt, der einen Vertrauensbruch unter Jugendlichen mit offenem Ende zeigt. In einer Workshop-Phase konnten die Konfirmandinnen und Konfirmanden ein Drehbuch zum Film mit «eigenem Ende» erstellen. Dabei waren sie eingeladen, der Bedeutung von Glauben und Vertrauen für das eigene Leben nachzugehen - angeregt durch die Auseinandersetzung mit verschiedenen biblischen Impulsen.

Nachmittags erwarteten die Jugendlichen rund 120 spannende Aktionen und Spiele unter dem Motto «Try». Es galt, sich selbst auszuprobieren und gegenseitigem Vertrauen eine Chance zu geben. Das Angebot reichte dabei von sportlichen Aktionen, Geschicklichkeits- und Respekt-Parcours und Kreativwerkstätten bis hin zu Musik- und Tanzworkshops. Menschenkicker, Slack-Line, Poetry Slam, Straßenkunst, Band-Workshops, Friendship- und Pray-Station waren nur einige der vielen Angebote. Parallel dazu waren auf der Bühne der Chor «Ten Sing Ehringen», der Comedian Stefan Schneider, die Band «Frau’n’Helden» und die Tanzgruppe «Footloose» zu erleben.

Den Abschluss des Tages bildete ein Gottesdienst mit Bischof Hein, Konfirmandinnen und Konfirmanden sowie Teamern, die in Interviews über ihre Erfahrungen zum Thema «Vertrauen» Rede und Antwort standen. Außerdem gab die Band «Good Weather Forecast» ein Konzert. Die Moderation des Bühnenprogramms übernahmen die Kasseler Jugendlichen Lea Guse und Alex Speck.

Hintergrund: 4.000 Aktive in Ziegenhain

Beim KonfiVent waren rund 4.000 Personen in Ziegenhain aktiv. Die 3.500 angemeldeten Konfirmandinnen und Konfirmanden wurden von rund 250 Personen, darunter Pfarrerinnen, Pfarrer und Jugendmitarbeitende, begleitet. Hinzu kamen rund 250 ehrenamtliche Teamer der Try-Aktionen und des Organisationsteams. Der «KonfiVent» ist das größte Jugendereignis, das die Landeskirche jemals ausgerichtet hat.

Stichwort: «Jahr der Konfirmation»

Für das Jahr 2014 hat die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck das «Jahr der Konfirmation» ausgerufen. Anlass ist das 475-jährige Bestehen der «Ziegenhainer Zuchtordnung» aus dem Jahr 1539, mit der die Praxis der Konfirmation in Hessen eingeführt wurde. Neben Veranstaltungen, wie dem Eröffnungsgottesdienst im Frühjahr in der Jugendkulturkirche «Cross» in Kassel, dem Landeskonfirmandentag «KonfiVent» in Ziegenhain und einem Symposium zur Konfirmandenarbeit in Kassel im Herbst, gehört auch eine eigene Ausstellung (www.jahr-der-konfirmation.de) und der Pilgerpfad «Katechismus auf dem Weg» (www.katechismuspfad.de) zum Festprogramm. (21.07.2014)

Weitere Impressionen vom «KonfiVent»

(alle Fotos: medio.tv/Socher)

Internetradio:

Die Konfirmanden genossen das Riesen-Event bei Sonne und toller Stimmung. Es gab eine Open-Air-Bühne und über 30 Aktionsstände, z.B. Menschenkicker oder Slack-Line. Und eine riesige Dusche aus einem Schlauch (bei über 30 Grad!). medio-Reporter Torsten Scheuermann war dabei:

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Fotostrecke:

Weitere Fotos vom «KonfiVent» finden Sie auf der Facebook-Fanseite der Landeskirche:

facebook.com/ekkw.de

Linktipp:

Die Sonderseite zum «Jahr der Konfirmation» mit Onlineausstellung finden Sie unter:

jahr-der-konfirmation.de

Themenschwerpunkt:

Im Thema auf ekkw.de finden Sie weitere Informationen und Hintergründe zum «Jahr der Konfirmation»:

Zum Thema...

«Beten - der Kuss zwischen Himmel und Erde»
Landeslektorentag befasste sich mit dem Gebet

Bad Sooden-Allendorf (epd). Unter dem Motto «Beten - der Kuss zwischen Himmel und Erde» stand der diesjährige Landeslektorentag der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck am vergangenen Sonntag (20.07.) in Bad Sooden-Allendorf. Zu dem Treffen wurden rund 120 Lektoren erwartet, wie die Landeskirche mitteilte. Lektoren sind ehrenamtlich tätige, nicht ordinierte Gemeindemitglieder, die mit Lesepredigten Gottesdienste leiten und Andachten halten.

Nach der Begrüßung durch Pröpstin Katrin Wienold-Hocke und einem Vortrag des Bonner Theologen Michael Meyer-Blanck im «Werratal Kultur- und Kongresszentrum» wurde in acht verschiedenen Arbeitsgruppen über das Thema Gebet gesprochen.

Nach Angaben von Bischof Martin Hein werden rund ein Drittel aller Gottesdienste von ehrenamtlichen Lektoren oder Prädikanten gehalten. Prädikanten dürfen im Unterschied zu Lektoren auch Sakramente spenden und frei predigen. In der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck gibt es derzeit 778 Lektoren und 147 Prädikanten. (21.07.2014)

Service:

Weitere Informationen zum Lektorendienst in der Landeskirche finden Sie im ekkw.de-Servicebereich:

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