Langjähriger Dezernent in Kassel verstorben
Landeskirche trauert um Oberlandeskirchenrat Jürgen Jüngling

Kassel (medio). Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck trauert um ihren Dezernenten für Sonderseelsorge, Diakonie, Beratung und Strukturfragen, Oberlandeskirchenrat i. R. Jürgen Jüngling. Wie die Pressestelle der Landeskirche mitteilte, verstarb Jüngling am vergangenen Donnerstag im Alter von 71 Jahren in Kassel. Bischof Prof. Dr. Martin Hein würdigte Jürgen Jüngling als «aufrechten Christen und vollmächtigen Zeugen des Evangeliums».

Jüngling habe in einer entscheidenden Phase der Landeskirche seinen Dienst in der Kirchenleitung «mit großer Besonnenheit, Tatkraft und menschlicher Wärme» wahrgenommen. In den Gemeinden sei er als Prediger hochgeschätzt gewesen, weil er die Gabe hatte, das Evangelium klar und zeitgemäß zu verkündigen. «Seine theologische Urteilskraft, verbunden mit seinem freundlichen, zugewandten Wesen, haben dafür gesorgt, dass auch schwierige Debatten immer zu einem fruchtbaren Ergebnis führten», so Hein wörtlich.

Zur Person:

Jürgen Jüngling wurde am 4. Februar 1943 in Kassel geboren. Er wuchs in Borken-Gombeth (Schwalm-Eder-Kreis) auf. Nach dem Abitur an der König-Heinrich-Schule Fritzlar im Jahr 1962  nahm er zunächst das Studium der Philologie (Latein, Geographie) in Marburg auf und studierte ab 1963 Evangelische Theologie in Marburg, Göttingen und Heidelberg. Dort legte er 1969 das 1. Examen ab. Sein Vikariat absolvierte er in den Jahren 1969 bis 1971 an der Kasseler Adventskirche. Nach seiner Ordination in Kassel war er von 1971 bis 1978 Pfarrer in Hofgeismar an der Altstädter Kirche und damit zugleich für die Hugenottendörfer Kelze und Friedrichsdorf sowie für die Betreuung des Hofgeismarer Jugendzentrums zuständig. Von 1978 bis 1986 war Jürgen Jüngling Pfarrer an der Jakobuskirche am Eichwald in Kassel-Bettenhausen.

In den Jahren 1986 bis 1988 leitete er den Arbeitsbereich «Mission und Ökumene» (Mission im Inland und in Übersee) im Amt für kirchliche Dienste, dessen Direktor er 1988 wurde. Seit 1993 war Jürgen Jüngling als Oberlandeskirchenrat theologischer Dezernent mit dem Hauptaufgabenfeld Sonderseelsorge (dazu gehören u. a. Klinikseelsorge, Gehörlosenseelsorge, JVA-Seelsorge, Altenheimseelsorge, Militärseelsorge), Diakonie, Beratung und Strukturfragen. Jürgen Jüngling gehörte über 25 Jahre der Theologischen Kammer der Landeskirche an und arbeitete als lizensierter Übungsleiter im Arbeitskreis Bereich «Kirche und Sport» mit.
Jürgen Jüngling hinterlässt eine Frau, zwei Kinder und drei Enkelkinder. (26.01.2015)

Anhörung im Hessischen Landtag
Kirchen in Hessen sehen religiöse Bildung als Mittel gegen Salafismus

Wiesbaden (epd). Die christlichen Kirchen in Hessen sehen in einer guten religiösen Bildung eine wichtige Voraussetzung, um Fanatismus und Radikalisierung entgegenzuwirken. «Religiös gebildete Jugendliche mit aussichtsreichen Perspektiven und soliden Orientierungen sind weniger anfällig für islamistische Propaganda und Agitation», sagte Pfarrerin Dr. Gudrun Neebe von der evangelischen Kirche am Donnerstag (22.1.) bei einer Salafismus-Anhörung im Hessischen Landtag in Wiesbaden.

Mit der Anhörung, die bereits die zweite binnen einer Woche zu diesem Thema war, wollten die Ausschüsse des Landtags Möglichkeiten der besseren Prävention gegen und einer effektiveren Bekämpfung des Salafismus erkunden. Neebe leitet seit Anfang dieses Jahres das Religionspädagogische Institut der Evangelischen Kirche in Hessen-Nassau und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in Marburg.

Eine gute religiöse Bildung ist nach ihrer Auffassung gerade für muslimische Jungen und Mädchen in einem westlichen Staat wie Deutschland wichtig, damit sie selbst den Koran verstünden und nicht auf salafistische Prediger hereinfielen. Aber auch Christen und Konfessionslose könnten so lernen, dass man den Islam differenziert betrachten müsse, sagte die Pfarrerin und fügte hinzu: «Nicht zuviel religiöse Orientierung ist das Problem, sondern ein erheblicher Mangel an religiöser Bildung.» Diese müsse in der Kita beginnen und an den Schulen weitergeführt und intensiviert werden. Dabei sollten gegenseitige Anerkennung und Pluralitätsfähigkeit die wichtigsten Bildungsziele sein.

Abdassamad El-Yazidi vom Zentralrat der Muslime in Hessen betonte, die Mehrheit der Menschen dieses Glaubens lebe gerne in Deutschland und bekenne sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Ein Problem sei aber, dass viele Imame zu den jungen Muslimen nicht durchdrängen, «weil sie deren Welt im Gegensatz zu den gut vernetzten Salafisten nicht kennen und oft auch ihre Sprache nicht sprechen». Dabei akzeptierten die Gefährdeten Imame als Respektspersonen eher als Gesprächspartner als Nichtmuslime.

Neben El-Yazidi und Neebe nahmen weitere Redner zum Thema Stellung, darunter Magdalene Kläver (Kommissariat der Katholischen Bischöfe in Hessen), Abdullah Uwe Wagishauser (Ahmadiyya-Gemeinschaft), Heini Schmitt (Deutsche Polizeigewerkschaft), Jörg Ziercke (ehemaliger Präsident des Bundeskriminalamts) und Andreas Grün (Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei). (28.01.2015)

Linktipp:

Weitere Informationen zur Anhörung finden Sie auf den Seiten des Hessischen Landtags unter:

hessischer-landtag.de/(…)

Ökumenische Werkstatt Main-Kinzig schließt Pforten mit Abschiedsfest

Langenselbold (medio/epd). Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ökumenische Werkstatt Main-Kinzig haben sich am vergangenen Freitag (23.1.) mit einem Abschiedsfest von Besuchern, Weggefährten und Kooperationspartnern verabschiedet. Der Einladung seien rund 100 Gäste gefolgt, darunter zahlreiche Weggefährten und Gäste aus der Politik, teilten Ethnologin Sabine Striether und Pfarrer Stefan Weiß als ehemalige Bildungsreferenten der Einrichtung mit.

Die Einrichtung in Langenselbold, die gemäß dem Kooperationsvertrag der kurhessischen und der hessen-nassauischen Landeskirche zum Jahresende 2014 offiziell geschlossen wurde, habe 24 Jahre lang gearbeitet, heißt es weiter. 2013 war sie als «Bildungsträger für nachhaltige Entwicklung» vom Land Hessen ausgezeichnet worden.

Zum Abschiedsprogramm gehörten Speisen von vier Kontinenten, Musik und Kabarett. Die Ökumenearbeit der beiden evangelischen Landeskirchen konzentriert sich seit Beginn dieses Jahres auf das Zentrum Ökumene in Frankfurt sowie eine Außenstelle in Kassel. (28.01.2015)

«Ohne Küster wird es düster»
Postkartenaktion will auf Küsterberuf aufmerksam machen

Kassel (medio). Mit einer Postkartenaktion will der Landesküsterbeirat der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) auf die unsichere Situation des Küsterberufes aufmerksam machen. Um das Berufsbild in der Öffentlichkeit bekannter und die Bedeutung des Küsteramtes deutlicher zu machen, realisierte der Beirat in Zusammenarbeit mit dem Verlag «Wort im Bild» eine Postkartenaktion, heißt es in der Pressemitteilung der Landeskirche. Dabei entstanden zwei Postkartenmotive mit den Aufschriften «Ohne Küster wird es düster» und «Küster eröffnen Räume zur Begegnung».

Küster seien für viele Kirchenbesucher «niedrigschwellige Ansprechpartner» vor Ort, erläuterte Nina Wetekam, Fachreferentin für Küsterarbeit der EKKW. Zudem hätten Sie eine wichtige Funktion im Gemeindeaufbau und in der Vernetzung. «So ist das Küsteramt ein Dienst für die Menschen und ein Dienst an Gott», so die Fachreferentin. Was Küster tun, falle oft erst dann auf, wenn sie einmal ausfallen und nicht alles klappt und stimmt. Der mit der Postkartenaktion verbundene Wunsch des Landesküsterbeirats sei, dass auch in Zeiten immer knapper werdender Kassen den Kirchengemeinden die Wichtigkeit des Küsteramtes deutlich werde und möglichst viele Stellen gesichert werden können.

Zu den Aufgaben des Küsters gehören u.a. Stühle stellen, Tische decken, heizen, lüften, Räume säubern, Rasen mähen, Glockenläuten, Gottesdienste vorbereiten. Im Zuge der allgemeinen Sparmaßnahmen würden in vielen Gemeinden Küsterstellen reduziert, ganz abgebaut, in Geringverdiener- und Minijobs aufgeteilt oder auf Ehrenamtliche verteilt, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Die Postkarten können per E-Mail an kuesterarbeit@ekkw.de bestellt werden (10 Stück pro Bestellung und Motiv). (22.01.2015)

medio-Interview
Bischof Hein fordert Muslime zur Selbstkritik auf

Kassel (medio). Nach den Terroranschlägen in Paris hat der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, in einem Interview Stellung genommen. Zu den Ereignissen sagte Hein: «Dieses Menschen verachtende Handeln der Attentäter ist durch nichts, aber auch gar nichts zu rechtfertigen.» Hein fordert von muslimischer Seite nicht nur eine Distanzierung von den Attentaten sondern erwartet von muslimischen Verbänden und Bildungseinrichtungen stärkere Selbstkritik und deutliche Erklärungen, dass die Berufung der Terroristen auf den Koran mit den Grundsätzen des Islam nicht vereinbar sei. Das Interview führte der Leiter der Medienagentur «medio!», Pfarrer Christian Fischer. (16.01.2015)

Lesen Sie hier das Interview im Wortlaut:

Fischer: Die Attentate von Paris haben Europa und die Welt erschüttert. Herr Bischof, wie haben Sie diese Tage erlebt?

Bischof Hein: Ich war zu diesem Zeitpunkt in London. In allen öffentlichen Einrichtungen liefen die unterschiedlichen Nachrichtensender und haben direkt über die Vorkommnisse in Paris berichtet. Das ganze Ausmaß dessen, was dort von den Attentätern angerichtet worden ist, kam aber erst im Laufe des Tages zum Ausdruck und hat mich sehr erschüttert.

Fischer: Wie sehen Sie heute die Attentate?

Bischof Hein: Es gibt kein Ziel, das es rechtfertigt, Menschenleben bewusst aufs Spiel zu setzen. Dieses Menschen verachtende Handeln der Attentäter ist durch nichts, aber auch gar nichts zu rechtfertigen. Ich frage mich, was Menschen dazu bringt, mit dem Leben anderer so umzugehen, als hätten sie darüber die Verfügungsgewalt. Die steht niemandem zu.

Fischer: Was bedeuten diese Ereignisse für das Verhältnis von Christen, Muslimen und Juden?

Bischof Hein: Es ist durch die Gleichzeitigkeit der Attentate auf die Redaktion von Charlie Hebdo und auf den jüdischen Supermarkt deutlich geworden, dass im Hintergrund nicht nur politische Überlegungen, sondern tatsächlich auch religiöse Motivationen stehen. Das wirkt sich natürlich auf das Verhältnis dieser drei – miteinander verwandten – Religionen aus. Wir können nicht einfach dazu schweigen, dass Menschen, aus welchen Gründen auch immer, unsere Rechtsordnung zerstören wollen und sich dabei auf den Koran berufen. Das geht nicht. Ich erwarte von muslimischer Seite nicht nur eine Distanzierung von den Attentaten – das ist das Mindeste, alles andere wäre ja geradezu grotesk –, sondern ich erwarte, dass muslimische Verbände, aber auch muslimische Schulrichtungen insgesamt viel stärker Selbstkritik üben und deutlich erklären, dass die Berufung der Terroristen auf den Koran mit den Grundsätzen des Islam nicht vereinbar ist. Ich persönlich glaube, dass die christlichen Kirchen seit der Aufklärung einen zwar schmerzlichen, aber durchaus erfolgreichen Weg dieser Selbstkritik gegangen sind und sich daher jetzt nicht mehr zu Gräueltaten unmittelbar auf die Bibel berufen. Hier steht den Vertretern des Islam noch eine Menge Arbeit bevor.

Interview hier weiterlesen...

Im Wortlaut:

Lesen Sie hier den gesamten Wortlaut des Interviews mit Bischof Martin Hein:

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Aufruf zu Unterschriftenaktion
Religionsvertreter in Wolfhagen wenden sich gemeinsam gegen Terrorismus

Wolfhagen (epd). Zu einer Unterschriftenaktion gegen Hass und Terror haben Vertreter mehrerer Religionsgemeinschaften und weiterer Institutionen der nordhessischen Stadt Wolfhagen aufgerufen. Zum Protest gegen die Anschläge in Paris hatten Religionsgemeinschaften sowie Bürgermeister Reinhard Schaake und andere Institutionen einen entsprechenden Aufruf verfasst, der beim Neujahrsempfang der Stadt am Sonntag vorgestellt wurde, teilte das Dekanat des Evangelischen Kirchenkreises Wolfhagen am Dienstag mit. Unterschriftenlisten für den Aufruf lägen an verschiedenen Orten in der Stadt aus und würden zudem an die Pfarrämter des Kirchenkreises versandt.

Zu den Unterzeichnern des Aufrufes, der auf der Internetseite der Kirchengemeinde Wolfhagen zu finden ist, gehören die christlichen Kirchen und Freikirchen ebenso wie die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde Kassel, die jüdische Gemeinde Kassel sowie der türkische Kulturverein Wolfhagen und weitere Einrichtungen.

Die Terroristen in Paris hätten unschuldige Menschen kaltblütig ermordet und sich zu Unrecht auf den Namen ihrer Religion berufen, heißt es in der Stellungnahme der Ahmadiyya-Gemeinde, die die Terroranschläge «unmissverständlich scharf» verurteilt. Man dulde keine Feindschaft gegen Minderheiten, keine Schändung von Gotteshäusern, ganz gleich ob es sich um Kirchen, Moscheen oder Synagogen handele, so die jüdische Gemeinde. Mit den Worten «Wir stehen auf für Gerechtigkeit, Respekt, Freiheit, Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit und Pressefreiheit. Wir tragen Verantwortung für eine friedliche Entwicklung in unserer Gesellschaft und der Gemeinschaft aller Völker», bezieht der evangelische Dekan des Kirchenkreises Wolfhagen, Gernot Gerlach, Stellung. (21.01.2015)

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Lesen Sie hier den Aufruf im Wortlaut:

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Gegen Gewalt und Rassismus
Medienanstalten in Hessen und Thüringen starten Kurzfilmprojekt für Jugendliche

Kassel (epd). Zu einem Spielfilmprojekt gegen Extremismus und für Demokratie haben die Hessische Landesanstalt für den privaten Rundfunk (LPR), die Thüringische Landesmedienanstalt sowie weitere Projektpartner Schulen und Jugendgruppen in Hessen und Thüringen aufgerufen. Das Projekt stehe unter dem Motto «Gewalt und Rassismus - ohne uns!», teilte die LPR am Montag in Kassel mit. Mit dem Projekt solle in der Altersgruppe der 14- bis 20-Jährigen zur Sensibilisierung gegenüber extremistischer, politischer und fundamental religiöser Propaganda beigetragen werden.

In der Zeit von März bis Frühjahr 2016 sollen biografisch orientierte Kurzspielfilme von Jugendlichen und jungen Erwachsenen produziert werden, die eigene Alltagserfahrungen zu Rassismus und Extremismus wiedergeben, so die LPR weiter. Den Teilnehmern stünden dabei Spielfilmteamer der Medienwerkstatt der Universität Kassel zur Seite. Angesprochen seien besonders die Landkreise und Städte, in denen politisch und religiös motivierte Übergriffe vorgekommen sind oder in denen ein entsprechendes Gefahrenpotential vorhanden ist. Bewerbungsschluss für eine Teilnahme ist der 27. Februar. (20.01.2015)

Linktipp:

Weitere Informationen zum Wettbewerb und die Anmeldeunterlagen finden Sie auf der Seite der Landesanstalt:

lpr-hessen.de

Vertragsunterzeichnung in Kassel
Landeskirche verlängert Partnerschaftsvertrag mit kirgisischer Kirche

Kassel (medio). Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) und die Evangelisch-Lutherische Kirche in der Republik Kirgistan haben ihre Partnerschaft verlängert. Ein entsprechender Vertrag, der die Zusammenarbeit für zwei weitere Jahre regelt, wurde am Mittwoch (14.1.) von Bischof Martin Hein für die EKKW und von Bischof Alfred Eichholz für die kirgisische Partnerkirche im Kasseler Haus der Kirche unterzeichnet, teile die Dezernentin für Ökumene, Weltmission und Entwicklungsfragen, Dr. Ruth Gütter, gegenüber der landeskirchlichen Medienagentur «medio!» mit. Die Partnerschaft zwischen beiden Kirchen besteht seit 1996 und wird wesentlich durch die Hauptgruppe Kurhessen-Waldeck des Gustav-Adolf-Werkes mitgestaltet.

In der Partnerschaftsvereinbarung, die einvernehmlich überarbeitetet worden sei, komme deutlicher als vorher eine gegenseitige Partnerschaft auf Augenhöhe zum Ausdruck, so Dezernentin Gütter weiter. Beide Partner erklärten darin ihre Bereitschaft, die Partnerschaft nach ihren Möglichkeiten zu pflegen und weiterzuentwickeln, insbesondere in dem sie «sich über das Leben ihrer Kirche sowie über theologische und ethische Fragen austauschen, sich gegenseitig geistlichen Beistand leisten, füreinander beten und sich regelmäßig besuchen».

Die Landeskirche erklärt sich in dem Vertrag dazu bereit, die Evangelisch-Lutherische Kirche in der Republik Kirgistan auch finanziell weiterhin beim Aufbau kirchlicher Strukturen sowie in ihrer pastoralen wie sozialdiakonischen Arbeit zu unterstützen, berichtet Gütter weiter. Bei dem Treffen sei außerdem beschlossen worden, für Bischof Eichholz, der vom Evangelisch-Lutherischen Missionswerk Herrmannsburg entsandt ist, im Jahr 2015 einen neuen Arbeitsvertrag abzuschließen. Das Gehalt des Bischofs wird von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck getragen, so Gütter.

Bischof Eichholz berichtete bei seinem Deutschlandbesuch dem Partnerschaftsausschuss sowie im Gespräch mit Bischof Hein und Ökumenedezernentin Gütter auch von der aktuellen Situation in Kirgisien, die besonders vom Ukrainekonflikt geprägt sei, heißt es. Im Juni 2015 soll eine Delegation aus Kirgisien die Landeskirche besuchen und im Jahr 2016 wird die Evangelisch-Lutherische Kirche in der Republik Kirgistan Gastgeberin der Bischofskonsultation mit den Bischöfen aller Partnerkirchen der Landeskirche zum Thema «Religionsfreiheit» sein. (16.01.2015)

Linktipp:

Hier erfahren Sie mehr über die Partnerschaft mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kirgisien:

ekkw.de/unsere_kirche/(...)

Gestaltungsvorschlag zum Kirchentagsmotto «damit wir klug werden»
Gottesdienst soll schon im Februar Kirchentagsflair in die Gemeinden bringen

Stuttgart (medio). Vom 3. bis 7. Juni kommen viele evangelische Christen zum 35. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart zusammen. Um sich bereits jetzt in den Gemeinden auf die Großveranstaltung unter dem Motto «damit wir klug werden» einstimmen zu können, ist eine Arbeitshilfe für Gottesdienste am sogenannten «KirchentagsSonntag» (1. Februar 2015) erschienen, zu dem der Kirchentag seit 2007 aufruft.

Der «KirchentagsSonntag» soll schon jetzt das besondere Flair in die Gemeinden bringen, über das Christentreffen informieren und Lust machen auf die Bibeltexte und Themen machen, mit denen sich der Kirchentag beschäftigen wird, heißt es auf den Internetseiten des Kirchentags. Das Materialheft stellt dafür u.a. Vorschläge für einen Gottesdienst, eine Abendmahls-Liturgie, einen Kindergottesdienst und weitere Informationen bereit.

Das Materialheft kann beim Kirchentag für 2,00 Euro im Onlineshop als Druckfassung erworben werden. Darüber hinaus wird es auf der Internetseite (s. Link rechts) zum Download angeboten. Herausgeber ist der Beauftragte der Evangelischen Landeskirche in Württemberg für den Kirchentag in Stuttgart 2015 in Zusammenarbeit mit dem Ständigen Ausschusses Abendmahl, Gottesdienst, Fest und Feier des Kirchentages.  (16.01.2015)

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Terror-Attentat auf französische Satire-Zeitschrift «Charlie Hebdo»
Kirchen warnen nach Pariser Anschlag vor Stimmungsmache gegen Muslime

Frankfurt a.M. (epd). Nach dem blutigen Anschlag auf die französische Satire-Zeitschrift «Charlie Hebdo» haben die Kirchen am Donnerstag dazu aufgerufen, für Freiheit und eine offene Gesellschaft einzutreten. Zugleich warnten sie davor, Hass gegen Muslime zu schüren. Islamverbände in Deutschland distanzierten sich von dem Attentat und äußerten Mitgefühl mit den Angehörigen der Opfer.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) verurteilte den Anschlag als «abscheuliches Verbrechen». Er sei zutiefst betroffen über den menschenverachtenden Angriff, sagte der stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende Jochen Bohl dem epd. Das Verbrechen, bei dem am Mittwoch zwölf Menschen getötet wurden, sei durch nichts zu rechtfertigen, erst recht nicht im Namen irgendeiner Religion. Die Saat des Hasses dürfe jetzt nicht aufgehen, sagte Bohl.

Papst Franziskus rief dazu auf, «sich mit allen Mitteln der Verbreitung des Hasses und jeder Form von Gewalt zu widersetzen». Das Leben und die Würde aller Menschen verdienten entschiedenen Schutz. Statt Hass zu schüren gelte es, den Respekt des jeweils anderen zu pflegen. Kurienkardinal Walter Kasper bezeichnete den Anschlag als «Attentat gegen die gesamte Menschheit». «Gerade diese unmenschliche Tat sagt uns, dass wir den Dialog mit den vielen moderaten Muslimen fortsetzen müssen», sagte Kasper der Mailänder Tageszeitung «Corriere della Sera».

Die Protestanten in Frankreich reagierten mit Entsetzen und Empörung auf den blutigen Terroranschlag. Die Ermordung von zwölf Menschen sei «eine verabscheuenswürdige Tat, die unsere Herzen und unser Gewissen berührt», erklärte die Föderation der Protestanten am Donnerstag in Paris. Für eine solche Tat gebe es keine Rechtfertigung. Die laizistische Republik und ihre Werte, besonders die Gewissensfreiheit, die Demokratie und die Pressefreiheit, blieben die Grundlagen der französischen Gesellschaft.

Der Koordinationsrat der Muslime verurteilte den Anschlag als «feigen Akt». Terror habe keinen Platz in irgendeiner Religion, sagte Sprecher Erol Pürlü in Köln. Der Zentralrat der Muslime rief dazu auf, nicht dem «perfiden Plan der Extremisten auf den Leim zu gehen», die die Gesellschaft spalten wollten: «Durch diese Tat wurde nicht unser Prophet gerächt, sondern unser Glaube wurde verraten und unsere muslimischen Prinzipien in den Dreck gezogen.» (08.01.2015)

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Proteste in hessischen Städten
Mehr als 3.500 Menschen gehen in Marburg gegen «Pegida» auf die Straße

Marburg (epd). Rund 3.500 Menschen haben am Montagabend in Marburg gegen die «Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes» (Pegida) demonstriert. Der Protestzug sei vollkommen friedlich verlaufen, sagte Polizeisprecher Jürgen Schlick dem Evangelischen Pressedienst (epd). Unter dem Motto «Antigida - Gegenwind aus Marburg» trafen sich die Demonstranten gegen 18.30 Uhr am Hauptbahnhof und zogen zum Marktplatz, wo gegen 21 Uhr eine Kundgebung stattfand. Dort sprachen unter anderen Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD), der Propst des Sprengels Waldeck und Marburg der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Helmut Wöllenstein, und Hamdi Elfarra, der Vorsitzende der islamischen Gemeinde in Marburg, der sich von der großen Zahl der Demonstranten und deren Mut, gegen Intoleranz auf die Straße zu gehen, überwältigt zeigte. Aufgerufen zu der Demonstration hatten zwei Studentinnen.

Vaupel hob das friedliche Zusammenleben von Menschen aus allen Religionen und Kulturen in der mittelhessischen Universitätsstadt hervor und wandte sich gegen Rassismus und Fremdenhass. Wöllenstein sagte dem epd, er habe kein Verständnis für eine «Null-Toleranz-Bewegung» wie die «Pegida». Deren Anhänger sängen zwar Weihnachtslieder, grenzten aber Flüchtlinge und Muslime aus. Die evangelische Kirche stehe dafür ein, Fremde aufzunehmen. Das Modell des christlichen Abendlandes stehe für Offenheit und Toleranz. Wöllenstein bat die islamische Gemeinde, sich «in großer Deutlichkeit» vom islamischen Terrorismus zu distanzieren und somit zur Schwächung der «Pegida»-Bewegung beizutragen.

Auch in Frankfurt und Kassel demonstrierten Menschen gegen die islamfeindliche «Pegida»-Bewegung. In Frankfurt versuchten rund 400 Menschen, ein Treffen der «Fragida» zu stören. In Kassel gingen etwa 200 «Kagida»-Anhänger und 200 Gegendemonstranten auf die Straße. Auch hier blieb nach Polizeiangaben alles ruhig. Vor Weihnachten hatten in der nordhessischen Stadt rund 2.000 Menschen  gegen den Aufmarsch von 170 «Kagida»-Sympathisanten protestiert. In Gießen hat ein Ableger der Bewegung für den 25. Januar eine Anti-Islam-Demonstration angemeldet, auch eine Gegendemo ist bereits geplant. (06.01.2015)

Ausbildung zum Pfarrer oder Religionslehrer
Landeskirche wirbt mit Info-Tagung um theologischen Nachwuchs

Kassel (medio). Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck will mit einer Informationstagung für das Theologiestudium werben und interessierte Schülerinnen und Schüler informieren und beraten. Die Info-Tage am 30. und 31. Januar 2015 richten sich an Schülerinnen und Schüler in der Qualifizierungsphase sowie an Teilnehmer des Bundesfreiwilligendienstes und werden in der Kirchlichen Fort- und Ausbildungsstätte in Kassel veranstaltet, teilte Pfarrerin PD Dr. Regina Sommer, Referentin für Theologische Ausbildung, mit.

Während der Tagung können sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über den Beruf des Pfarrers und des Religionslehrers informieren, so Referentin Sommer. Im Blick auf den Beruf des Lehrers geschehe dies in Zusammenarbeit mit dem Pädagogisch-Theologischen Institut der Landeskirche. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen die Voraussetzungen und der Aufbau des Studiums und die Chancen und Perspektiven nach dessen Abschluss. Für beide Berufsrichtungen stehen Ausbildungsverantwortliche der Landeskirche, Professorinnen und Professoren, Studierende (Pfarramt und Lehramt) und Praktiker für Gespräche bereit und geben Informationen, so die Referentin.

Sich mit den Menschen auf Spurensuche nach Gott begeben

Für David C. Bienert aus Oberelsungen (Kirchenkreis Wolfhagen) ist der Pfarrberuf erfrischend und abwechslungsreich: «Durch meine vielfältigen Aufgaben komme ich mit den unterschiedlichsten Menschen ins Gespräch», beschreibt er seine Tätigkeit für eine Informationsbroschüre der Landeskirche (s. Download rechts). Bienert sieht seine wichtigste Aufgabe darin, sich mit Menschen auf die Suche nach Spuren Gottes in ihrem Leben zu begeben. «Daneben empfinde ich es als Freude und besondere Ehre, ihnen an wichtigen Übergängen in ihrem Leben zu begegnen und diese mitgestalten zu dürfen.»

Im Religionsunterricht Farbpalette für das Leben entwerfen

Referendarin Julia Bartling unterrichtet gerne Religion: «Das Fach bietet in der Schule in besonderer Weise die Möglichkeit, anhand christlicher Lebensentwürfe, vielfältiger Themen und Positionen und existentieller Fragestellungen eine Farbpalette zu entwerfen.» Mit dieser Palette können die Schülerinnen und Schüler befähigt werden, ihre eigene Lebenswirklichkeit über Jahre hinweg farbenfroh zu gestalten, schreibt die Referendarin über ihren Beruf als Religionslehrerin.

Anmeldungen bis 19. Januar / Kosten übernimmt die Landeskirche

Für die Informationsveranstaltung am 30. und 31. Januar können sich Interessierte noch bis zum 19. Januar per E-Mail an ausbildungsdezernat.lka@ekkw.de anmelden. Die Kosten für Übernachtung und Verpflegung werden von der Landeskirche getragen. Weitere Informationen sind erhältlich  bei der Ausbildungsreferentin, Pfarrerin PD Dr. Regina Sommer, Haus der Kirche, Wilhelmshöher Allee 330, 34131 Kassel, Tel.: (0561) 93 78 206. (09.01.2014)

Anmeldung:

Melden Sie sich bis zum 19. Januar mit Adresse, Telefonnummer und Jahrgangstufe per E-Mail an:

ausbildungsdezernat.lka@ekkw.de

Download:

Broschüre zum Studium der Theologie und den Berufsperspektiven Pfarrer/in und Religionslehrer/in:

PDF-Dokument

Veranstaltungsort:

Informationen zur Anreise zur Kirchlichen Fort- und Ausbildungsstätte in Kassel finden Sie unter:

kifas.de

«Nehmt einander an, wie auch Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob»
EKD-Ratsvorsitzender Bedford-Strohm: Jahreslosung ruft zu fürsorglichem Umgang auf

München (epd). Als «konkrete Hilfestellung» für einen fürsorglichen Umgang miteinander hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, die ökumenische Jahreslosung 2015 gewürdigt. Durch das Wort «Nehmt einander an, wie auch Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob» werde den Menschen wieder bewusst, dass sie trotz all ihrer Unvollkommenheit von Christus angenommen seien, schreibt der bayerische Landesbischof in einem am Montag (29.12.) in München veröffentlichten geistlichen Wort zum Jahreswechsel. Die Jahreslosung stammt aus dem Römerbrief des Apostels Paulus (Röm 15,7).

Diese Erkenntnis erleichtere es, dann auch wohlwollend mit anderen Menschen umzugehen, ergänzt Bedford-Strohm. Er empfiehlt den Gläubigen, die Jahreslosung auf den Schreibtisch oder ans Bett zu legen, damit sie immer im Blick sei: «Das wird unseren Beziehungen das ganze Jahr über gut tun.» Der Bibelvers wird für jedes Jahr von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen ausgesucht. Die Tradition gibt es seit 1934. Begründet sie durch den Pfarrer und Liederdichter Otto Riethmüller (1889-1939), der zur Bekennenden Kirche gehörte und gegen die NS-Propaganda kämpfte.

Bedford-Strohm ruft in dem geistlichen Wort überdies zu einem behutsamen Umgang der Menschen in Familie und Berufsalltag auf. Menschen seien keine Automaten, sondern eigenständige Persönlichkeiten. Andere Menschen anzunehmen, sei eine große Kunst, die manchmal mehr und manchmal weniger gelinge. Es passiere so schnell, dass «wir uns die Mäuler über andere zerreißen und uns an ihren schwachen Stellen weiden», schreibt der Ratsvorsitzende. Bei mancher Unterhaltung auf dem Flur wäre es ein guter Test, sich nur einen Moment vorzustellen, «wie wir uns fühlen würden, wenn das alles über uns gesagt würde». (31.12.2014)

Download:

Hier können Sie das Motiv der Jahreslosung herunterladen:

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