Verleihung am 2. November 2014
Umweltpreis 2014 geht an Vogelschutzprojekt der Kirchengemeinde Mengeringhausen

Mengeringhausen/Kassel (medio). Der Umweltpreis der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck geht im Jahr 2014 an Pfarrer Uwe Jahnke und die Evangelische Kirchengemeinde Mengeringhausen (Kirchenkreis Twiste-Eisenberg).

Die Umweltjury der Landeskirche würdigt damit die verschiedenen Projekte, die dem Bestandsschutz einer großen Dohlenkolonie im Landkreis Waldeck-Frankenberg dienen.

In ihrer Begründung führt die Jury aus, dass es der Kirchengemeinde Mengeringhausen beispielhaft gelungen sei, ein gutes Miteinander von geschützten Tieren und Menschen zu finden, teilte die Pressestelle der Landeskirche mit. Für viele Kirchengemeinden stelle die starke Verschmutzung, die beim Nestbau und der Brutpflege der Dohlen entstehe, ein großes Problem dar, da die Bausubstanz von Kirchtürmen und -dächern beschädigt werde. Die Kirchengemeinde Mengeringhausen habe in Verbindung mit dem örtlichen Naturschutzbund nach Möglichkeiten gesucht, die Dohlenkolonie zu stärken, ohne die Bausubstanz weiter zu schädigen. Dazu seien zunächst alternative Nistplätze in zwei Linden geschaffen worden, die auch gut angenommen worden seien. In einem zweiten Schritt wurden die Gaubenfenster der Kirche so ausgebaut, dass sie als Schlupfloch für die Dohlen genutzt werden können. Das Kirchendach selbst wurde gegen weiteres Eindringen der Vögel abgesperrt. Die Nistplätze werden jeden Herbst kontrolliert und gereinigt.

Durch dieses Bündel an Maßnahmen sei eine Situation entstanden, von der beide Seiten profitierten: Für die Kirchengemeinde entstehe keine zusätzliche finanzielle Belastung durch ständige Dachreinigungen oder Sanierungsmaßnahmen. Gleichzeitig habe sich der Bestand der Tiere deutlich erhöht; zurzeit seien es ca. 60-80 Tiere. Der Umweltpreis wird am Sonntag (2.11.) im Anschluss an den Gemeindegottesdienst in der Kirche Mengeringhausen, Nicolaistr. 1 in 34454 Bad Arolsen verliehen. Die Preisübergabe wird durch die für Umweltfragen zuständige Dezernentin, Frau Oberlandeskirchenrätin Ute Stey, erfolgen.

Stichwort: Umweltpreis der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck

Seit 2004 wird ein Umweltpreis ausgelobt, um insbesondere ehrenamtliches Engagement im Bereich von Umweltbildung, Naturschutz oder Umweltmanagement zu honorieren. Er soll darüber hinaus einer größeren Öffentlichkeit bekannt machen, wie sich der Zusammenhang zwischen christlichem Glauben und der Bewahrung der Schöpfung konkretisiert. Der Preis ist mit einem Preisgeld von 2.000 Euro dotiert. (29.10.2014)

Linktipp:

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Ordination in Maintal-Bischofsheim
Bischof Hein ordiniert 15 Pfarrerinnen und Pfarrer

Maintal-Bischofsheim (medio). Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, hat am Sonntag (26.10.) in einem Festgottesdienst in der Evangelischen Kirche in Maintal-Bischofsheim 15 Theologinnen und Theologen ins Pfarramt ordiniert. Bei der Ordination assistierten der Direktor des Evangelischen Predigerseminars der Landeskirche in Hofgeismar, Dr. Manuel Goldmann, und die stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende der Kirchengemeinde Bischofsheim, Dagmar Klein.
 
Die ordinierten Pfarrerinnen und Pfarrer, neun Frauen und sechs Männer, hatten zuvor ein Studium der Evangelischen Theologie absolviert, waren in der zweiten Ausbildungsphase als Vikare in Kirchengemeinden der Landeskirche tätig und ließen sich am Evangelischen Predigerseminar in Hofgeismar ausbilden. Nach der Ordination treten sie unmittelbar Ihren Dienst als Pfarrerin bzw. Pfarrer im Probedienst in den Gemeinden an.

Bischof Hein: «Wir spüren den Gegenwind, der uns ins Gesicht bläst»

In seiner Predigt zu 2. Mose 34,4-10 beschrieb Hein mit deutlichen Worten die schwierigen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, unter denen die Pfarrerinnen und Pfarrer ihren Dienst beginnen: «Derzeit spüren wir deutlich den Gegenwind, der uns ins Gesicht bläst. Es gibt manche Bestrebungen, die angeblichen Privilegien der Kirchen zu beschneiden und die Religion in den Privatbereich abzudrängen», so der Bischof. Viele Menschen seien für die Botschaft des Evangeliums unzugänglich geworden. Alle schauten in erster Linie auf ihr eigenes Wohl und Fortkommen, blickten nicht nach rechts und links und schon gar nicht nach oben.

Menschen ermutigen, die Bedeutung einer solidarischen Gesellschaft neu zu entdecken

Angesichts dieser Situation forderte der Bischof die Ordinandinnen und Ordinanden auf, zu «Lockerungsübungen» beizutragen: «Es bedeutet, die Menschen dazu zu ermutigen, den Kopf allmählich wieder zu bewegen: zu den Menschen hin, die mit uns und neben uns leben, um zu entdecken, wie wichtig eine solidarische Gemeinschaft ist», so Bischof Hein. Diese Gemeinschaft nehme sich derer an die nicht mitkommen, und ebenso derer, die «hilflos und voller Sehnsucht nach Frieden bei uns stranden.» So könne es allmählich auch wieder gelingen, den Kopf nach oben, auf Gott hin, zu richten, so Hein.

Aus dem Evangelium heraus Position beziehen

Die Gemeinden und auch die Öffentlichkeit würden von den Pfarrerinnen und Pfarrern erwarten, dass sie bezeugten, wofür der Glaube steht, betonte der Bischof in seiner Predigt. Es gelte, aus dem Evangelium heraus Position zu Fragen des Lebens zu beziehen. Dazu berufe Gott Menschen lebenslang - zu Resignation oder Mutlosigkeit bestehe kein Anlass. «Menschen warten auf Sie, dass Sie für sie und für die Geschicke unserer Welt vor Gott und vor anderen eintreten, dass Sie mitten unter uns die Liebe Gottes verspüren lassen», ermutigte Hein die Pfarrerinnen und Pfarrer. (27.10.2014)

Weitere Impressionen von der Ordination

Die Einsatzorte der Pfarrerinnen und Pfarrer

(im Probedienst zum 1. November 2014)
  
Jakob Albrecht
Verfügungsstelle im Kirchenkreis Hersfeld
 
Christina Bickel
Hans-von-Soden-Institut, Marburg
 
Anke Breidenbach
Versehung der Pfarrstelle Steinatal in Trutzhain, Kirchenkreis Ziegenhain (3/4 Dienstauftrag)
 
Mareike Dorfschäfer
Verfügungsstelle Kirchenkreis Rotenburg (1/2 Dienstauftrag)
 
Eva Katharina Gericke
Versehung der Pfarrstelle Marköbel, Kirchenkreis Hanau (3/4 Dienstauftrag)
 
Christian Hölscher
Versehung der Pfarrstelle Kirchvers, Kirchenkreis Marburg
 
Anna Katharina Heyser
Versehung der Pfarrstelle Flechtdorf, Kirchenkreis Twiste-Eisenberg
 
Martin Jung
Versehung der 2. Pfarrstelle Gemünden-Bunstruth, Kirchenkreis Eder (1/2 Dienstauftrag)

Jana Koch-Zeißig
Versehung der 1. Pfarrstelle Tann, Kirchenkreis Fulda
 
Frauke Krautheim
Hessische Stipendiatenanstalt
 
Rebbeka Metzner
Verfügungsstelle Kirchenkreis Fulda
 
Johanna Ruppert
Verfügungsstelle Kirchenkreis Fulda
 
Hinrich Bernhardt Schäfer
Versehung der 2. Pfarrstelle Knüllwald in Hülsa, Kirchenkreis Fritzlar-Homberg
 
Florian Wagner
Versehung der Pfarrstelle Raboldshausen, Kirchenkreis Hersfeld 
 
Kristof Sebastian Weisheit
Versehung der Pfarrstelle Besse, Kirchenkreis Fritzlar-Homberg 

Im Wortlaut:

Lesen Sie hier die Predigt von Bischof Martin Hein im Wortlaut:

PDF-Dokument

Aufsatzsammlung «Theologie in der Gesellschaft» vorgestellt
Bischof Hein: Kirche trägt gesellschaftliche Verantwortung

Kassel (medio/epd). Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), Prof. Dr. Martin Hein, hat sich zur gesellschaftlichen Verantwortung der Kirche bekannt. Trotz zurückgehender Mitgliederzahlen erhebe sie einen «bleibenden Anspruch auf gesellschaftliche Relevanz», sagte Hein am Donnerstag (23.10.) in Kassel bei der Präsentation einer Sammlung seiner Aufsätze aus den Jahren 1998 bis 2013 mit dem Titel «Theologie in der Gesellschaft».

Hein betonte vor Journalisten im Haus der Kirche in Kassel, dass sich Kirche als «öffentliche» Kirche begreife, die versucht, ihre Positionen in den Dialog einer zunehmend säkularisierten Gesellschaft einzubringen. Nach Heins Einschätzung gelinge dies insbesondere bei Themen, die unmittelbar mit dem Leben zusammenhängen. Es sei zu erwarten, dass auch in Zukunft die Haltung der Kirche zu Fragen des Lebens und Sterbens gefragt sei. Als zwei große Themen für die Zukunft nannte Hein die zunehmend alternde Gesellschaft und die Förderung einer Willkommenskultur in der Flüchtlingsfrage.

Martin Hein wertete die Aufsatzsammlung als eine «Zwischensumme» seiner 14-jährigen Amtszeit als Bischof. Zu diesem Amt gehöre, dass der Bischof die Kirche in der Öffentlichkeit und im öffentlichen Diskurs vertrete. In den vergangenen Jahren sei er mit einer Vielzahl an neuen gesellschaftlichen Herausforderungen konfrontiert worden und diese für ihn prägende Zeit habe seinen Blick auf Themen wie die Medizinethik und die Ökumene erweitert.

Die beiden Herausgeber der Sammlung, der Dekan des Evangelischen Kirchenkreises Hersfeld, Dr. Frank Hofmann, und der Direktor der Evangelischen Akademie Hofgeismar, Pfarrer Karl Waldeck, benannten als entscheidendes Kriterium für die Auswahl der Aufsätze deren Relevanz für den heutigen gesellschaftlichen Diskurs. Das Buch wende sich in erster Linie an Menschen, die an einem gesamtgesellschaftlichen Dialog interessiert sind und nicht an «Berufschristen». 

Bischof Hein habe sich bereits sehr früh in der medizinethischen Debatte zu Wort gemeldet, so zum Beispiel bei der Frage des Umgangs mit embryonalen Stammzellen. Dass das Feld der Medizinethik weiterhin aktuell sei, zeige die momentane Diskussion über den assistierten Suizid oder über «social freezing», das vorsorgliche Einfrieren von unbefruchteten Eizellen ohne medizinischen Grund, ergänzte Karl Waldeck. (23.10.2014)

Martin Hein: Theologie in der Gesellschaft. Aufsätze zur öffentlichen Verantwortung der Kirchen. Herausgegeben von Frank Hofmann und Karl Waldeck, Evangelische Verlagsanstalt Leipzig 2014. ISBN 978-3-374-03904-3, 34,00 EUR

Linktipp:

Ausgewählte Publikationen von Bischof Martin Hein finden Sie auch auf ekkw.de in der Rubrik «Bischof»:

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Ergebnisse des Bundesumweltamtes einbeziehen - EU-Richtlinie einhalten
Kreissynode Hofgeismar: Land Hessen soll Entscheidung zu Salzeinleitung in Oberweser zurücknehmen

Hofgeismar/Lamerden (medio). Ein deutliches Veto hat die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Hofgeismar zum geplanten Bau einer Oberweser-Pipeline und eines Speicherbeckens durch die K+S Aktiengesellschaft eingelegt. In einem einstimmig gefassten Beschluss wendeten sich die Synodalen auf ihrer Tagung am 11. Oktober 2014 in Lamerden gegen einen zwischen dem Unternehmen und der Hessischen Landesregierung angekündigten Vertrag, berichtete Pfarrer Sven Wollert, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenkreises.

Die Synodalen äußern ihr Unverständnis darüber, dass eine politische Entscheidung über die Abwasserentsorgung der K+S Aktiengesellschaft gefallen sei, ehe das Prüfungsverfahren der Bundesregierung über mögliche Alternativen ausgewertet wurde. Die Kreissynode fordert die K+S Aktiengesellschaft dazu auf, die geltende Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) der Europäischen Union unbedingt einzuhalten, die ein «absolutes Verschlechterungsverbot» und bis 2015 einen «guten ökologischen und chemischen Zustand» der Oberflächengewässer verlangt, heißt es weiter.

Im Beschluss wird u.a. die Hessische Landesregierung dazu aufgefordert, ihre Entscheidung bezüglich der Abwasserentsorgung der K+S Aktiengesellschaft zurückzunehmen und in alle weiteren Entscheidungen die Ergebnisse der Prüfung durch das Bundesumweltamt einzubeziehen. Ende September hatten sich das Land Hessen und das Rohstoffunternehmen auf einen Maßnahmenplan zur dauerhaften Salzabwasser-Entsorgung im Werra-Kalirevier verständigt, dessen Eckpunkte einen Regelungszeitraum bis zum Jahr 2075 umfasst. (24.10.2014)

Im Wortlaut:

Lesen Sie hier den Beschluss der Kreissynode im Wortlaut:

ekkh.de/(...)

Linktipp:

Den Maßnahmenplan des Landes Hessen und der K+S Aktiengesellschaft finden Sie hier:

umweltministerium.hessen.de/(...)

Linktipp:

Die Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) der Europäischen Union finden Sie hier:

eur-lex.europa.eu/(...)

Großer Auftritt mit 300 Beteiligten
Musical «LUX AETERNA» feierte Premiere in Wolfhager Stadtkirche

Wolfhagen (medio). Seit Wochen wurde in Wolfhagen gebaut, geschneidert und geprobt und am Freitag (24.10.) war es soweit: Das Musical «LUX AETERNA» feierte in der Wolfhager Stadtkirche Premiere, rund 300 Mitwirkende waren an der Aufführung  beteiligt. In dem Stück von Simone und Bernd Geiersbach geht es vordergründig um einen ganz normalen Samstag in der Kirche: Es wird für das Konfirmationsjubiläum am Sonntag geputzt und vorbereitet, Menschen kommen und gehen und Jubiläumskonfirmanden treffen sich nach Jahren wieder. Im Verlauf drängt sich dann immer wieder die biblische Erzählung der Entstehung der Welt hinein. «Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde...»

Mit der Premiere am 24. Oktober und an elf weiteren Abenden bis zum 23. November will das Wolfhager Musical die Schöpfungsgeschichte neu erzählen. «Wir versuchen mit 'LUX AETERNA' den Spagat zwischen einem unterhaltsam-fröhlichen Abend und der Übertragung von Evangeliumstexten in moderne Bilder», schreiben Simone und Bernd Geiersbach im Begleitheft zur Inszenierung und hoffen, dass die Besucherinnen und Besucher «eine in gleicher Weise fröhliche wie auch nachdenkliche Zeit erleben» werden.

Die Fenster im Chorraum der Stadtkirche mit der Darstellung des Abendmahls, die 1961 von Hans-Gottfried von Stockhausen geschaffen wurden, stellen einen wichtigen Bezug zum Musical dar. Die Bitte um göttliche Erleuchtung «Lux aeterna luce nobis» («Ewiges Licht, leuchte uns»), bilde die Klammer um das Musical und sei die zentrale Verbindung zum Kirchenraum der Stadtkirche, so die Geiersbachs.

Neben den 12 Aufführungen können die Besucher der sieben Gottesdienste in der Zeit vom 26. Oktober bis zum 23. November zudem einzelne Szenen des Musicals erleben, die dann theologisch ausgelegt werden. Aus nahezu allen kirchenmusikalischen Gruppen der Evangelischen Kirchengemeinde Wolfhagen kommen die Mitwirkenden.

Ebenfalls mit dabei: Akteure der Liedertafel Nothfelden, die Tanzgruppen «Strech your mind» und «Aint no joke» sowie singende, tanzende und schauspielende Talente aus Wolfhagen und Umgebung.

Aufführungen: Freitag (24.10.) und Samstag (25.10.) jeweils 18 Uhr; Sonntag (26.10.), 17 Uhr; Samstag (1.11.), 18 Uhr; Sonntag (2.11.), 17 Uhr; Freitag (7.11.) und Samstag (8.11.) jeweils 18 Uhr; Sonntag (9.11.), 16 Uhr; Freitag (14.11.) und Samstag (15.11.) jeweils 18 Uhr; Sonntag (16.11.) und Samstag (23.11.) jeweils 17 Uhr. Karten zum Preis von 6 bis 14 Euro im Vorverkauf erhältlich bei Buchhandlung Mander in Wolfhagen, Schützeberger Straße 29, Tel. (05692) 5703 (26.10.2014)

Impressionen vom Musical

(alle Fotos: medio.tv/Schauderna)

Linktipp:

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter:

kirche-wolfhagen.de/(...)

Diakonie fordert menschlicheren Umgang mit Flüchtlingen

Bremen (epd). Die Diakonie und das kirchliche Hilfswerk «Brot für die Welt» fordern einen menschlicheren Umgang mit Flüchtlingen in Deutschland, in Europa und weltweit. Die Aufnahme von Flüchtlingen müsse als dauerhafte Aufgabe angesehen werden, heißt es in einer Erklärung, die am Donnerstag (16.10.) zum Abschluss der Bundeskonferenz Diakonie und Entwicklung in Bremen einstimmig verabschiedet wurde. «Wir brauchen ein Konzept, das nicht die Rückkehrbereitschaft, sondern die Eingliederung der Flüchtlinge sowie ihre soziale Teilhabe als zentrales Ziel definiert», sagte die Vorsitzende der Konferenz, Angelika Weigt-Blätgen.

Europa muss nach Auffassung der Konferenz deutlich mehr Flüchtlinge aus Jordanien und dem Libanon aufnehmen. Das italienische Rettungsprogramm «Mare Nostrum» für Bootsflüchtlinge im Mittelmeer müsse auf europäischer Ebene fortgeführt und finanziert werden. Außerdem sprachen sich die mehr als hundert Delegierten für eine neue Regelung bei den Asylanträgen aus: Flüchtlinge sollten ihren Antrag künftig in dem Land stellen dürfen, in dem bereits familiäre, kulturelle und soziale Kontakte bestehen.

Die Konferenz empfiehlt überdies, Flüchtlinge in Deutschland in Wohnungen unterzubringen und nicht in Gemeinschaftsunterkünften. Zugleich wiesen die Delegierten darauf hin, dass Deutschland zum Beispiel durch Rüstungsexporte in akute Bürgerkriegs- und Konfliktgebiete eine Mitverantwortung für die Flucht vieler Menschen trage: «Ursachenbekämpfung wirkt nur langfristig. Deutschland und die Europäische Union müssen sich darauf einstellen, dass es der Normalfall bleibt, dass Flüchtende bei uns Schutz und eine sichere Bleibe suchen.»

Die Konferenz ist das höchste beschlussfassende Gremium des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung. Es kommt einmal im Jahr zusammen. Die Konferenz beschließt über allgemeine Grundsätze der diakonischen Arbeit sowie der Entwicklungsarbeit und der humanitären Hilfe. Unter dem Dach des Werkes arbeiten die Diakonie Deutschland und das Hilfswerk «Brot für die Welt». (20.10.2014)

Linktipp:

Weitere Informationen zur Bundeskonferenz Diakonie und Entwicklung und den Wortlaut der Erklärung finden Sie unter:

diakonie.de/(...)

5. Evangelisches Juristenforum in Kassel
Bischof Hein gegen kommerzielle und ärztliche Sterbehilfe

Kassel (epd/medio). Für ein Verbot kommerzieller Beihilfe zum Suizid hat sich am Dienstagabend (14.10.) in Kassel Martin Hein, Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), ausgesprochen. Einem Menschen zum Tod zu verhelfen dürfe nicht Bestandteil ärztlichen Handelns werden, sagte Hein auf dem 5. Evangelischen Juristenforum der EKKW und des Bundessozialgerichts. Damit wandte er sich gegen entsprechende Gesetzesvorschläge, die demnächst im Bundestag diskutiert werden sollen. Vielmehr müsse es bei schwer leidenden, todgeweihten Menschen darum gehen, Unerträgliches ertragbar zu machen, sagte Hein. Dazu müssten die Palliativmedizin und die Hospizarbeit stärker gefördert werden. Zuvor hatte der Jurist Jochen Taupitz, stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Ethikrates, einen auch von ihm getragenen Gesetzesvorschlag zu einer Regelung des assistierten Suizids vorgestellt. Demnach solle die Beihilfe zum Suizid zwar grundsätzlich verboten sein, in bestimmten Ausnahmefällen aber erlaubt werden können.

Voraussetzungen für eine Ausnahme seien unter anderem, dass der Patient unheilbar krank und volljährig sei und eigenverantwortlich entscheiden könne. «Das Selbstbestimmungsrecht steht über der Pflicht zum Leben», sagte Taupitz. Gleichwohl müsse das Hauptziel eines Gesetzes sowie der ärztlichen Beratung die Verhinderung eines Suizides sein.

Bischof Hein: «Es darf nicht Standard werden, Menschen zum Tod zu verhelfen»

Hein warnte hingegen davor, einen assistierten Suizid, bei dem ein Arzt einem Patienten ein tödliches Mittel bereitstellt, das dieser aber selbst zu sich nehmen muss, zu institutionalisieren. Dadurch würden sich die ethischen Maßstäbe verschieben. «Es darf nicht Standard werden, Menschen zum Tod zu verhelfen», sagte er. Ein Suizid hinterlasse auch Spuren bei den Angehörigen und in der gesamten Gesellschaft.

Stellvertretender Ethikrats-Vorsitzender Taupitz: Neues Gesetz muss Klarheit schaffen

Taupitz verwies bei der Vorstellung seines Vorschlages auch auf die unklare Rechtslage. So gebe es unterschiedliche Berufsordnungen in den verschiedenen Landesärztekammern. In zehn von 17 Kammern sei ärztliche Beihilfe zum Suizid ausdrücklich verboten, in anderen sei dies so explizit nicht der Fall. Das Betäubungsmittelrecht allerdings verbiete eine Beihilfe, ebenso das ärztliche Standesrecht. Hier müsse ein neues Gesetz Klarheit schaffen.

Zur Frage der Bewertung eines Suizides erklärte Hein, dass dieser die «äußerste Möglichkeit evangelischer Freiheit» darstelle. Er sei allerdings nicht gottgewollt. Eine christliche Beratung von suizidwilligen Menschen in dieser Frage könne daher nicht ergebnisoffen sein. Hier gelte eine «Option für das Leben». Ein letztes Urteil über Menschen, die Suizid begehen, dürfe aber nicht gefällt werden.

Diskussion im Anschluss: Bei aller lebensbejahenden Beratung freie Gewissensentscheidung respektieren

In der sich an die Vorträge anschließenden Diskussion würdigten Teilnehmer den Versuch einer strafgesetzlichen Regelung der ärztlichen Beihilfe zum Suizid, anderen lehnten ihn wiederum ab. Zudem wurde die Rolle der Ärzte in dem von Prof. Taupitz vorgestellten Gesetzesvorschlag problematisiert, heißt es in einer Mitteilung der Landeskirche. Plädiert wurde für eine unabhängige Beratung Sterbewilliger, vergleichbar mit der Schwangerschaftsberatung.

Vertreter der Palliativmedizin und Hospize wiesen darauf hin, dass es trotz guter Pflegeangebote für viele Schwerkranke eine große Herausforderung sei, in der Abhängigkeit von anderen eine neue Qualität von Würde zu erkennen. Referenten und Diskutanten stimmten darin überein, dass bei aller lebensbejahender Beratung letztlich die freie Gewissensentscheidung des Sterbewilligen respektiert werden müsse.

Impressionen vom 5. Evangelischen Juristenforum

Stichwort Evangelisches Juristenforum

Seit dem Jahr 2012 bietet das Evangelische Juristenforum des Bundessozialgerichts und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck eine bundesweite Plattform für Diskussionen im Schnittfeld von Recht und Theologie. Im Zentrum der vergangenen Foren mit renommierten Theologen und Juristen standen die Themen «Kirchliches Arbeitsrecht - Auf dem 'Dritten Weg' in die Zukunft?», «Familie, Ehe, Partnerschaft im Wandel gesellschaftlicher, rechtlicher und theologischer Perspektiven»,  «Religionsfreiheit und Säkularisierung. Europäische Perspektiven» sowie «Chancen und Herausforderungen einer gelungenen Willkommenskultur».

Im 6. Evangelischen Juristenforum soll am 2. März 2015 um 18 Uhr im Bundessozialgericht der interdisziplinären Dialog zu den Fragen des assistierter Suizids fortgesetzt werden. Im Fokus werde dann die Palliativmedizin stehen, so die Mitteilung. (15.10.2014)

Im Wortlaut:

Lesen Sie hier den Vortrag von Bischof Martin Hein im Wortlaut:

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Reihe «Kulturelle Entdeckungen» der Sparkassen-Kulturstiftung
Buch porträtiert 230 Orte der Reformation in Hessen und Thüringen

Kassel (epd). Kurzporträts von mehr als 230 Stätten der Reformation in Hessen und Thüringen finden sich in einem Buch, das am Dienstag (14.10.) in der Kasseler Martinskirche präsentiert wurde. Die Reformation habe sich an ganz konkreten Orten ereignet, sagte der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, bei der Vorstellung des von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen herausgegebenen Werkes. Viele Orte in Hessen und Thüringen, die zu den Kerngebieten der Reformation gehörten, hätten eine eigene Reformationsgeschichte zu erzählen.

In Zeiten abnehmender kirchlicher Bindung und Bildung sei es wichtig, das Interesse an der Reformation wachzuhalten oder auch erst zu wecken, sagte Hein im Hinblick auf das 2017 anstehende 500-Jahr-Jubiläum des Thesenanschlags in Wittenberg. In dem Buch werde das Ereignis der Reformation, die im Grunde eine große Vielfalt von Bewegungen gewesen sei, konkret und verstehbar.

Gerhard Grandke, Vorsitzender der Sparkassen-Stiftung, wies darauf hin, dass insgesamt 45 fach- und ortskundige Autoren an dem Werk beteiligt gewesen seien. Von «A» wie Abterode bis «Z» wie Ziegenhain würden kulturelle Sehenswürdigkeiten in Texten und Bildern beschrieben. Das Werk eigne sich auch als Führer für Ausflüge in die Region. Bisweilen seien längere Recherchen nötig gewesen, um verborgene oder wenig bekannte Sehenswürdigkeiten zu entdecken.

Das Buch «Stätten der Reformation in Hessen und Thüringen» ist in der Reihe «Kulturelle Entdeckungen» erschienen und wird herausgegeben von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen. Es kann für 9,80 Euro bei der Stiftung oder über den Buchhandel bezogen werden. ISBN: 978-3-7954-2910-2. (14.10.2014)

Linktipp:

Die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen finden Sie im Internet unter:

sparkassen-kulturstiftung.de

163 Veranstaltungstage in «Kirche mit Leuchtkraft»
Ökumenisches Kirchenprogramm auf der Landesgartenschau in Gießen geht zu Ende

Gießen/Darmstadt/Kassel/Mainz (medio). Die Kirchen haben eine positive Bilanz ihres gemeinsamen Auftritts auf der Hessischen Landesgartenschau 2014 in Gießen gezogen. Alleine zu den 26 Gottesdiensten an den Sonn- und Feiertagen seien mehr als 5.000 Gäste zur «LichtKirche» gekommen, die im Frühjahr auf dem Gelände der Gartenschau errichtet worden war. An den 163 Veranstaltungstagen bot die evangelische und katholische Kirche ein Programm mit rund 500 Punkten an, zu denen unter anderem Kinderfeiern, Tauffeiern, Konzerte von Rock bis Klassik sowie Kabarettauftritte und Lesungen gehörten. Beliebt waren bei den Besucherinnen und Besuchern auch die Spätöffnungszeiten im Park mit der bunt beleuchteten «LichtKirche« bei Nacht, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung.

Familien ließen ihre Kinder auf der Landesgartenschau taufen

Für Aufsehen sorgte zuletzt, dass 28 Familien ihre Kinder in dem transportablen Gotteshaus auf dem Ausstellungsgelände taufen ließen. Ein Großteil der knapp 500.000 Gäste der Landesgartenschau habe darüber hinaus das besondere Gebäude und das kirchliche Programm wahrgenommen. Bei der Umfrage einer Gießener Tageszeitung wurde die «LichtKirche» auf den dritten Platz der beliebtesten Orte auf der Gartenschau gewählt. Insgesamt fünf hauptamtliche und 120 ehrenamtliche Mitarbeitende beider Konfessionen begleiteten das Angebot der Kirchen von April bis Oktober und standen als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner bereit. Erstmals hatten in Gießen die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) sowie das Bistum Mainz bei einer Landesgartenschau zusammengearbeitet. Die mobile «LichtKirche« wird nach dem Ende der Gartenschau wieder abgebaut und spätestens im Vorfeld der Feierlichkeiten zum 500-Jahr-Jubiläum der Reformation im Jahr 2017 bei neuen Veranstaltungen zu sehen sein, so die Veranstalterkirchen.

Abschlussgottesdienst am Sonntag mit Gospel und Big-Band

Die Kirchen beendeten ihren gemeinsamen Auftritt bei der fünften Hessischen Landesgartenschau Sonntag (5. Oktober) mit einem ökumenischen Gottesdienst unter dem Motto «Übers Danken». Auf der Hauptbühne des Landesgartenschaugeländes feierten die Stellvertreterin des Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Ulrike Scherf, Propst Helmut Wöllenstein von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck sowie der Mainzer Weihbischof Ulrich Neymeyr, der gerade zum Bischof von Erfurt ernannt wurde, einen gemeinsamen Dankgottesdienst. Für Musik sorgte «Gospel meets Big Band» unter der Leitung von Wolfgang Diehl.

Bischof Hein: Dorthin gehen, wo Menschen zusammenkommen

Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, zeigte sich beeindruckt von den «vielen ehrenamtlichen Gästebegleitern, die von Frühjahr bis Herbst, bei Regen und Hitze an der ‚LichtKirche‘ ihren Dienst getan und die Gäste freundlich begrüßt haben». Sie verdienten große Anerkennung. Hein hob zudem hervor, dass die täglichen Andachten und die sonntäglichen Gottesdienste sich zu einem «großen Anziehungspunkt» entwickelt hätten. «Das zeigt uns - wieder einmal - wie wichtig es ist, dorthin zu gehen, wo Menschen zusammenzukommen und wie sehr es geschätzt wird, ein gutes Wort mit auf den Weg zu bekommen», sagte der Bischof. Darüber hinaus freue sich die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck über das Gelingen eines gemeinsamen Projekts, sowohl mit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau als auch mit dem Bistum Mainz. «Die günstige geographische Lage von Gießen hat eine enge Zusammenarbeit möglich gemacht. Dass sie von allen Beteiligten mit Leben gefüllt wurde, ist in unseren Augen eine großartige Leistung», erklärte der Bischof.

Team der «LichtKirche»: Erfüllte Zeit geht zu Ende

Pfarrerin Jutta Becher, Sprecherin des Teams der «LichtKirche» auf der Landesgartenschau, verwies bei ihrer Bilanz auf die vielen positiven Rückmeldungen der Besucherinnen und Besucher, die sie in Gesprächen und in Gästebüchern hinterlassen hätten. Für die Mitarbeitenden sei es zudem «eine erfüllte und gut ausgefüllte Zeit» gewesen. «Inspirierende Gottesdienste, wundervolle Begegnungen mit unterschiedlichsten Menschen und ein stimmungsvolles Ambiente«» an der «LichtKirche» hätten gezeigt, «wie es ist, wenn Himmel und Erde sich berühren», so Becher. Ihr Resumee für die Landesgartenschau in Gießen: «Kirche konnte ihre Leuchtkraft voll entfalten.» (02.10.2014)

Linktipp:

Weitere Informationen und Fotoimpressionen finden Sie im Interner unter:

lichtkirche.de

Verdoppelung der Hörerzahlen in acht Jahren
Evangelische Kirche im privaten Rundfunk erreicht 40 Millionen Hörer pro Woche

Kassel/Frankfurt am Main/Leipzig (medio). Die kirchlichen Privatfunkagenturen, die in der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Rundfunk (aer) zusammengeschlossen sind, erreichen pro Woche bundesweit mindestens 40 Millionen Hörer. Das hat eine Onlinebefragung unter den aer-Redaktionen ergeben. Eine Dokumentation der Ergebnisse wurde beim Evangelischen Medienkongress in Leipzig am 25.09.2014 vorgestellt. 

Die Hörerzahl basiert auf den Ergebnissen der Media-Analyse Hörfunk 2014-I (MA 2014-I), die die Reichweiten der einzelnen Sender ausweist. Damit hat sich die Zahl der erreichten Hörer im Vergleich zu der ersten aer-Dokumentation aus dem Jahr 2006 mit damals rund 20 Millionen Hörern auf 40 Millionen Hörer verdoppelt.

In Hessen verantworten die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck und die Evangelische Kirche von Hessen und Nassau das evangelische Privatfunkprogramm. Die Redaktionen beider Kirchen senden bei den Partnersendern Hit Radio FFH, planet radio, harmony.fm, sowie Radio Bob. Besonders viele Hörer erreichen Sie dabei bei dem Marktführer Hit Radio FFH, bei dem die beiden Kirchen im Wechsel mit den katholischen Kollegen sonntags ein dreistündiges Magazin gestalten.

745.000 Menschen werden laut Dokumentation am Wochenende erreicht, während der Woche hören durchschnittliche 503.000 Menschen zu. Auch bei dem in Kassel ansässigen Sender Radio Bob sendet die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck erfolgreich mit - über 70.000 Hörer schalten jeden Sonntag das zweistündige Kirchenmagazin «Bobs Kirchenzeit» ein.

«Über das Radio erreichen die evangelischen Kirchen somit regelmäßig mehr Menschen als auf allen anderen institutionalisierten oder medialen Wegen», heißt es im Resümee der Studie. Dabei gelte es, sowohl dem kirchlichen Auftrag als auch dem jeweiligen Sendeformat zu entsprechen. Dass dies gelänge, zeige die hohe Akzeptanz  bei den Partnersendern. Für die journalistische Qualität der Arbeit sprächen zahlreiche Preise.

«Mit unseren Berichten aus dem kirchlichen Leben und unseren Verkündigungssendungen kommen wir mitten im Leben der Menschen an», resümierten die Privatfunkbeauftragten der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Pfarrer Dr. Siegfried Krückeberg (Frankfurt am Main) und Pfarrer Christian Fischer (Kassel) die Studie.

Das kirchliche Engagement im privaten Rundfunk zeige täglich, dass es gelingen kann, die biblische Botschaft und das kirchliche Leben populär zu vermitteln, so die Beauftragten. Für die Zukunft gelte es, die im Radio gemachten positiven Erfahrungen auch auf die Internet-, TV-, Video- und Social-Media-Angebote auszuweiten. (01.10.2014)

Zum «Jahr der Konfirmation»
Bundesweites Symposion zur Konfirmandenarbeit in Kassel

Kassel (epd). Mit der Frage, wie zeitgemäße Konfirmandenarbeit gestaltet werden kann, beschäftigt sich ein bundesweit ausgeschriebenes Symposion mit dem Thema «Konfirmandenzeit gestalten?!» vom 13. bis 14. November im Haus der Kirche in Kassel. Anlass der Tagung sei das 475. Jubiläum der sogenannten Ziegenhainer Zuchtordnung, die als Geburtsstunde der Konfirmation in der evangelischen Kirche gilt, teilte die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck am Dienstag mit. In Referaten und Arbeitsgruppen solle es während der Tagung um die Bedeutung von Konfirmandenarbeit heute gehen.

An dem Symposion nehmen unter anderem auch der kurhessische Bischof Martin Hein und Marcell Sass, Theologe und Religionspädagoge an der Universität Marburg, teil. Sie werden sich am Donnerstagabend mit weiteren Vertretern aus Gesellschaft und Kirche zu der Frage äußern, ob Jugendliche für Institutionen verloren sind. Mitveranstalter des Symposions ist die Schriftenreihe «KU-Praxis», die 2014 auf ihr 40-jähriges Bestehen zurückblickt. (01.10.2014)

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Informationen zum Programm und den Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier:

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«Basisstationen» im Norden und Süden
Neue Angebote der Landeskirche für die Generation «50 plus»

Hanau/Kassel (epd). Die Neuausrichtung der Arbeit für die Generation «50 plus» in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck nimmt konkrete Formen an. Nachdem das Evangelische Bildungszentrum in Bad Orb, in dem diese Arbeit bisher beheimatet war, im Sommer vergangenen Jahres seine Tore schloss, sei jetzt eine «südliche Basisstation» in Hanau eröffnet worden, teilte die Leiterin der landeskirchlichen Fachstelle für die zweite Lebenshälfte, Annegret Zander, in Hanau mit. Am 6. Oktober werde dann im Kasseler Haus der Kirche die «nördliche Basisstation» ihre Arbeit aufnehmen.

Der Stützpunkt der Arbeit in Hanau habe seinen Sitz in den Räumen der Christuskirchengemeinde, sagte Zander. Von dort aus werde die Arbeit mit zentralen und regionalen Bildungsangeboten erfolgen. Während die südliche Basisstation von Annegret Zander geleitet werde, sei für die nördliche Station Andreas Wiesner zuständig. Als konkretes Vorhaben sei in Hanau unter anderem eine «Pflegewerkstatt» für Männer geplant, die Angehörige pflegen. In Kassel seien unter anderem Exkursionen zu Projekten vorgesehen, die sich mit der Nahversorgung in strukturschwachen Gebieten beschäftigten. (01.10.2014)

Linktipp:

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter:

blog.fachstelle-zweite-lebenshaelfte.de

Aktion «5.000 Brote - Konfis backen Brot für die Welt»
Konfirmanden backen Brote zugunsten von Hilfsprojekten

Steinau/Wiesbaden (epd/medio). Am Sonntag (28.9.) wurde von den beiden großen evangelischen Landeskirchen in Hessen die Aktion «5.000 Brote - Konfis backen Brot für die Welt» mit Gottesdiensten eröffnet. Für die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) eröffnete der Propst des Sprengels Hanau, Bernd Böttner die Aktion um 10 Uhr in der Katharinenkirche in Steinau. Die Eröffnung in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) gestalteten die stellvertretende Kirchenpräsidentin der EKHN, Ulrike Scherf, und der stellvertretende Innungsmeister des Bäckerinnungsverbandes Hessen, Klaus Schröer, in der Wiesbadener Marktkirche.

Mehr als 2.000 Konfirmanden der Landeskirchen backen anlässlich des Erntedanktags gemeinsam mit Bäckern ihrer Region Brote, teilten die Landeskirchen mit. Der Erlös geht an drei Hilfsprojekte für Kinder und Jugendliche  in Kolumbien, Bangladesch und Ghana. Die Aktion findet je nach den örtlichen Gegebenheiten im Herbst statt; der Erlös der jungen Brotbäcker wird am 1. Advent zum Start der neuen Aktion «Brot für die Welt» übergeben. Im Zusammenhang mit der Kampagne beschäftigen sich die Konfirmanden mit der Lebenssituation von Gleichaltrigen in Entwicklungsländern, Gerechtigkeitsfragen und der religiösen Bedeutung von Brot.

Die Aktion «5.000 Brote - Konfis backen Brot für die Welt» war zum ersten Mal vor zwei Jahren von den evangelischen Landeskirchen in Hessen und Teilen von Rheinland-Pfalz in Kooperation mit der hessischen Bäckerinnung organisiert worden. Wegen des großen Zuspruchs findet sie 2014 im Zeitraum von Oktober bis Dezember deutschlandweit in allen evangelischen Landeskirchen statt. (30.10.2014)

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Weitere Informationen zur Aktion unter:

5000-brote.de

Internetradio:

Hören Sie hier einen Beitrag zum Thema von medio-Reporter Siegfried Krückeberg:

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medio-Interview nach Libanonreise
Bischof Hein plädiert für höhere Flüchtlingskontingente

Kassel (medio). Während einer Libanonreise machte sich der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck vom 13. bis zum 17. September 2014 ein Bild von der aktuellen Lage vor Ort. Nach seiner Rückkehr schilderte Hein, der Christen aus der rum-orthodoxen Kirche im Libanon und in Syrien besuchte, ein Gefühl großer Hilflosigkeit angesichts der Auseinandersetzungen in Syrien, im lrak und im Libanon. Viele Menschen sähen kaum noch Hoffnung, in der Region ein Leben als Christen führen zu können. Der Bischof stellte im Interview mit der landeskirchlichen Medienagentur «medio!» fest: «Wir haben es mit einem fortschreitenden Exodus von Christen aus dem Gebiet zu tun, das einmal das Ursprungsgebiet des Christentums gewesen ist.»

Der Bischof überreichte während der Reise, bei der er vom Dekan des Kirchenkreises Hanau und Vorsitzenden des landeskirchlichen Antiochia-Ausschusses, Dr. Martin Lückhoff, begleitet wurde, Hilfsgüter und suchte das Gespräch mit syrischen Flüchtlingen.

Hein: Es ist notwendig, dass Deutschland mehr Flüchtlinge aufnimmt

Allein im Libanon hätten bereits 1,5 Mio. syrische Flüchtlinge Zuflucht gefunden, berichtete Bischof Hein im Interview weiter. 10 Prozent von ihnen seien Christen. Der Libanon selbst habe aber nur 4,5 Mio. Einwohner und sei daher kaum in der Lage, der Situation Herr zu werden. Für die Flüchtlinge gebe es keine dauerhaften Perspektiven in dem Land. «Das Einzige, was diese Menschen wollen, ist aus dem Libanon in andere Länder zu kommen. Und natürlich ist Deutschland ein besonders begehrtes Ziel», so Hein wörtlich. Die Diskussion über die Flüchtlingskontingente, die in Deutschland geführt werde, sei angesichts der Situation im Libanon «geradezu ein Witz». Es sei notwendig, dass Deutschland höhere Flüchtlingskontingente aus Syrien und dem Libanon aufnehme. Christliche Flüchtlinge sollten dabei in angemessener Weise berücksichtigt werden.

Für den Frieden beten und landeskirchliche Syrienhilfe unterstützen

Auf die Frage, was Menschen in den Gemeinden tun können, um den Menschen zu helfen zu helfen antwortet Hein: «Zunächst einmal das, was wir als Christen tun: inständig für den Frieden beten.» Der Wunsch der christlichen Kirchen im Orient sei ganz ausdrücklich «Please pray for us». Hein regte an, das Schicksal der Menschen im Vorderen Orient jeden Sonntag im Fürbittengebet vor Gott zu bringen.

Natürlich seien die Menschen auch auf Zuwendungen angewiesen, denn es mangele an Möglichkeiten, sofort und spontan helfen zu können: «Es geht darum, Menschen in unmittelbarer Not, die nichts mehr haben, ein Dach über dem Kopf zu ermöglichen.» Dafür habe die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck die Syrienhilfe eingerichtet. Hein rief die Gemeindeglieder dazu auf, für die Syrienhilfe zu spenden, «damit unbürokratische Hilfe möglich ist.» (19.09.2014)

Weitere Foto-Eindrücke von der Besuchsreise

Nachgefragt...

Das Interview führte der Leiter des Medienhauses der EKKW, Pfarrer Christian Fischer, am 18.9.2014 in Kassel.

«Fischer: Herr Bischof, Sie haben in den letzten Tagen den Libanon besucht. Was sind die wichtigsten Eindrücke von Ihrer Reise?

Bischof Hein: Ich komme zurück mit einem Gefühl großer Hilfslosigkeit. Ich bin vielen Menschen begegnet, die angesichts der Auseinandersetzungen in Syrien, aber auch im Irak, ja im Libanon selbst, kaum noch Hoffnung sehen, für sich und für ein Leben als Christen in dieser Region. Wir haben es mit einem fortschreitenden Exodus von Christen aus dem Gebiet zu tun, das einmal das Ursprungsgebiet des Christentums gewesen ist.

Fischer: Was macht das Leben für Christen dort so aussichtslos?

Bischof Hein: Christen befinden sich immer zwischen allen Stühlen. Die Auseinandersetzungen in der Region sind neben bestimmten politischen Interessen auch bestimmt von dem religiösen Konflikt zwischen Schiiten und Sunniten. Und dieser Konflikt reicht weit hinein bis in den Libanon. Man muss ganz deutlich sagen: Die Christen nehmen weder für die eine noch für die andere Seite Partei und geraten deswegen genau zwischen die Fronten.»

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Nachgefragt:

Lesen Sie hier das gesamte Interview mit Bischof Hein im Wortlaut:

Zum Interview...

Internetradio:

Bischof Martin Hein hat mit dem Leiter des Medienhauses der EKKW, Pfarrer Christian Fischer, über den Besuch im Libanon gesprochen:

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Spendenaufruf

Lesen Sie hier den Aufruf von Dekan Dr. Martin Lückhoff zur Unter- stützung der Syrienhilfe der Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck.

PDF-Dokument

Spendenkonto:

Verwendungszweck: Z 760000004
Kontonummer: 3000
Bankleitzahl 520 604 10 (Evangelische Bank Kassel)

Aufruf:

Lesen Sie hier einen Aufruf des Höchsten Rates der Evangelischen Gemeinden in Syrien und im Libanon an alle evangelischen und protestantischen Kirchen und Organisationen weltweit:

PDF-Dokument

Weitere Informationen:

Projektinformationen "Syrien" der Diakonie Katastrophenhilfe.

Irak
Syrien
Syrien & Anrainerstaaten

Zur Reformationsdekade
Bibelgesellschaft ruft zu Kinder- und Jugendwettbewerb zum Thema Bild und Bibel auf

Homberg/Efze (epd/medio). Zu einem Wettbewerb mit dem Thema «Bild und Bibel» für Kinder und Jugendliche ruft die Bibelgesellschaft Kurhessen-Waldeck auf. Aufgabe sei es, biblische Gestalten beispielsweise als Gemälde, Collage oder auch im Internet bildlich darzustellen, teilte Horst Jung, Beauftragter für bibelgesellschaftliche Arbeit der Landeskirche, in Homberg mit. Der Wettbewerb findet im Rahmen der Reformationsdekade zur 500-Jahr-Feier der Reformation Martin Luthers 2017 statt.

Der offizielle Auftakt zum Wettbewerb soll am Donnerstag, 16. Oktober, mit einem Bibelfest in Homberg erfolgen, sagte Jung. An diesem Tag werde auch das Bibelmobil der Deutschen Bibelgesellschaft aus Stuttgart erwartet. Der Wettbewerb wird nach Altersgruppen gestaffelt und die Teilnahme ist bei der Bibelgesellschaft anzumelden (siehe Linktipp rechts). Die Kunstwerke müssen bis zum 27. März 2015 der Jury vorliegen. Die Preisverleihung ist für den 17. Juli im Haus der Kirche in Kassel vorgesehen. (16.09.2014)

Linktipp:

Weitere Informationen zum Wettbewerb und die Möglichkeit, sich online anzumelden, finden Sie unter:

ekkw.de/bibelgesellschaft

60 Jahre Bundessozialgericht in Kassel
Gauck: Sozialpolitik wird auch vom gesellschaftlichen Klima bestimmt

Kassel (epd). Bundespräsident Joachim Gauck fordert mehr Engagement für ein soziales Miteinander. «Sozialpolitik wird nicht nur vom Geld, sondern auch vom gesellschaftlichen Klima bestimmt», sagte Gauck in einem Festvortrag am Donnerstag (11.9.) zum 60-jährigen Bestehen des Bundessozialgerichts in Kassel.

Gauck erinnerte daran, dass das im Grundgesetz verankerte Prinzip des sozialen Rechtsstaats staatliche Hilfe für alle Bedürftigen gewährleistet. «Es geht um ein Anrecht, nicht um ein Almosen», betonte das Staatsoberhaupt. Die Sozialgerichtsbarkeit stehe mit ihrer Rechtsprechung stets im Spannungsfeld zwischen der Abfederung sozialer Härten und der Ermächtigung zu einem Leben aus eigener Kraft.

Gauck erinnerte daran, dass noch vor zehn Jahren darüber diskutiert worden sei, die Sozialgerichte mit den Verwaltungsgerichten zusammenzulegen. Heute sei das kein Thema mehr: Die eigenständige Sozialgerichtsbarkeit habe sich bewährt. Als Beispiel dafür nannte der Präsident, wie die Sozialgerichte Streitigkeiten nach Einführung der Hartz-IV-Gesetze klären konnten. «Und das nicht nur, weil das Bundessozialgericht trotz außerordentlich hoher Eingangszahlen die kürzesten Verfahrensdauern hat», sagte Gauck.(11.09.2014)

Linktipp:

Das Bundessozialgericht in Kassel finden Sie im Internet unter:

bundessozialgericht.de