Christel Ruth Kaiser feierlich verabschiedet
Direktorin der Melanchthon-Schule geht in den Ruhestand
In einer Feierstunde betonte Bischof Prof. Dr. Martin Hein die Bedeutung von Schulen in landeskirchlicher Trägerschaft - sie seien Teil des Verkündigungsauftrages. Die Reformation habe von Anfang an auf die Mündigkeit evangelischer Christen gezielt, die diese erst durch Bildungsmaßnahmen erfolgreich erlangen könnten. Eine evangelische Schule könne exemplarisch die Weitergabe der evangelischen Welt- und Lebensverantwortung an die nächste Generation gewährleisten, so Hein. Dazu gehöre eine ganzheitliche Persönlichkeitsbildung, die geprägt sei durch das christliche Menschenbild und den christlichen Glauben, so der Bischof.
Christel Ruth Kaiser habe in ihrer Zeit als Schulleiterin die Grundprinzipien evangelischer Schulen «nicht nur in beispielhafter Weise gepflegt, sondern die Schule um weitere Aspekte bereichert», würdigte Hein die langjährige Arbeit der Direktorin. Kaiser habe das Profil der Schule in hervorragender Weise geschärft. Dazu gehöre die Ausbildung des Schwerpunktes diakonisch-sozialen Lernens, die Entwicklung eines differenzierten Beratungsnetzwerkes, die Etablierung der Hochbegabtenförderung, die inzwischen mehrfach zertifiziert wurde, aber auch die strukturellen Veränderungen von G9 zu G8, die von vielen pädagogischen Neuerungen flankiert gewesen waren.
Hein hob auch die Idee der «Steinataler Hefte», einer Zeitschrift der Schule, die über konzeptionelle Vorstellungen, pädagogische Entwicklungen und das Schulleben informiert, hervor. «Sie haben ganz entscheidend dazu beigetragen, dass die Melanchthon-Schule sich auch überregional einen Namen gemacht hat», sagte Bischof Hein. Zudem habe sich Christel Ruth Kaiser ehrenamtlich in zahlreichen überregionalen schulischen Organisationen und Bildungs- und Kultureinrichtungen engagiert: «Sie haben sich neben Ihrem Dienst in der Schule auf vielfältige Weise im Bildungsbereich mit Ihrer Kreativität und Ihren Initiativen eingebracht. Das verdient unsere Anerkennung», so der Bischof.
Zur Person:
Christel Ruth Kaiser wurde 1948 in Gießen geboren. 1968 bis 1974 studierte sie Germanistik und Evangelische Theologie für das Höhere Lehramt in Münster, Bethel und Tübingen. Nach ihrer Referendariatszeit am Helmholtz-Gymnasium in Dortmund legte sie 1976 ihr zweites Staatsexamen ab. Von 1976 bis 1996 war sie Lehrerin am Clemens-Brentano-Gymnasium in Dülmen. 1996 wurde sie zur Oberstudiendirektorin im Kirchendienst (i. K.) berufen; gleichzeitig wurde ihr die Leitung der Melanchthon-Schule Steinatal übertragen.
Neben ihrer beruflichen Tätigkeit engagierte sich Frau Kaiser in zahlreichen kirchlichen Gremien: seit 1997 ist sie Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, von 1998 bis 2010 war sie berufenes stellvertretendes Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, seit langem ist sie Mitglied zunächst der Schulkammer, ab 2004 der Bildungskammer; Christel Ruth Kaiser ist weiterhin Vorstandsmitglied der Barbara-Schadeberg-Stiftung zur Förderung Evangelischer Schulen, Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Schulbünde e. V. und im Evangelischen Schulbund Nord sowie Mitglied im Arbeitskreis Evangelische Schule und hat den Vorsitz im Beirat der Wissenschaftlichen Arbeitsstelle Evangelische Schule. (03.02.2012)
Linktipp:
Die Melanchthon-Schule Steinatal finden Sie im Internet unter:
melanchthon-schule.de
Jubiläumsfeier mit prominenten Gästen
Kasseler Museum für Sepulkralkultur feiert 20-jähriges Bestehen
Die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann (CDU), sagte, dass es dem Museum in den vergangenen Jahren auf beispielhafte Weise gelungen sei, zu einer viel beachteten Institution zu werden. In seiner thematischen Ausrichtung auf Sterben, Tod und Trauer sei es in der deutschen Museumslandschaft einzigartig.
Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) nannte das Museum eine «Perle in der thematisch reichen Museumslandschaft Kassels». Es sei ein leuchtendes Beispiel dafür, wie es gelingen könne, Menschen für Tabu-Themen wie Sterben, Tod und Trauer zu sensibilisieren.
In den vergangenen zehn Jahren habe sich das Museum verstärkt der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gewidmet, sagte Direktor Reiner Sörries im Vorfeld der Jubiläumsfeier. So würden im Museum regelmäßig Kindergeburtstage gefeiert, Kürbisse an Halloween geschnitzt oder Forscherspiele arrangiert. Ein mexikanisches Totenfest gehöre ebenso zum Angebot wie das jeweils am zweiten Sonntag im Dezember stattfindende Worldwide-Candle-Lightning für Eltern, deren Kinder verstorben sind. «Das Museum ist kein totes Museum geblieben», sagte Sörries.
Das in Trägerschaft der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal stehende Museum war am 24. Januar 1992 im Beisein von Bundespräsident Richard von Weizsäcker eröffnet worden. Es zeigt neben der Geschichte der Bestattungskultur vom Mittelalter bis heute regelmäßig wechselnde Ausstellungen, die vielfach überregionale Beachtung finden. Das Museum finanziert sich in erster Linie aus Mitteln des Bundes, des Landes Hessen, der Bundesländer Berlin und Bremen, der Stadt Kassel sowie der beiden großen Kirchen. Sein Etat beträgt im Jahr rund 1,2 Millionen Euro. (03.02.2012)
Linktipp:
Das Museum für Sepulkralkultur finden Sie im Internet unter:
sepulkralmuseum.de
Gießener Soziologe und Theologe
Gronemeyer: Demenz fordert bürgerschaftliches Engagement
In Deutschland seien derzeit 1,2 Millionen Menschen an Demenz erkrankt, erläuterte Gronemeyer. Rechne man die betroffenen Angehörigen dazu, komme man auf rund acht Millionen Menschen, die direkt und indirekt unter der Krankheit litten. «Wir müssen unsere sozialen Kräfte entfalten, damit das Ding nicht aus den Fugen gerät», sagte er und rief zu mehr Nachbarschaftshilfe auf. So wäre vielen betroffenen Familien schon allein dadurch geholfen, wenn Nachbarn für ein paar Stunden pro Woche die Betreuung von Erkrankten übernähmen.
Gronemeyer wies ferner darauf hin, dass in den kommenden 20 Jahren nicht mit medizinischen Erfolgen im Kampf gegen die Krankheit zu rechnen sei. Man könne auch nicht vorhersagen, wer die Krankheit einmal bekommen werde und wer nicht. Untersuchungen hätten aber gezeigt, dass der Verlauf der Krankheit stark vom Ausmaß der sozialen Einbindung abhänge. Bei allein lebenden Menschen ohne soziale Kontakte schreite sie deutlich schneller voran als bei Menschen, die in einem intakten sozialen Umfeld lebten. (02.02.2012)
Gedankenaustausch im Haus der Kirche
Libanesischer Scheich: Naher Osten wartetet auf politisches System, das alle Religionen respektiert

Freundschaftsbesuch im Haus der Kirche (v.l.): Pfarrer i.R. Kirchenrat Georg Richter; Oberlandeskirchenrat Prof. Dr. Wilhelm Richebächer; Scheich Hassan Sharife, Pfarrer Konrad Hahn, Oberkirchenrat Dr. Martin Affolderbach, Rachid Jrade
Jede Religion gebe dem Menschen Würde und verlange Respekt gegenüber Andersgläubigen, sagte Scheich Sharife bei dem Treffen. Daher sei es ein verhängnisvoller Fehler, die Ursache von Konflikten in der Religion zu suchen. Es gebe Situationen, in denen die Religion vor dem Zugriff der Politik geschützt werden müsse. Die Herrschaft einer Religion über die anderen sei dem Frieden abträglich, so der Scheich. Im Libanon gebe es die Besonderheit, dass die zur Minderheit gehörenden Maroniten, Rum-Orthodoxen Christen und Schiiten zusammen betrachtet eine numerische Mehrheit gegenüber den Sunniten bildeten. Daher wäre eine sunnitische Herrschaft dem Frieden abträglich, so Sharife.

Scheich Hassan Sharife (Mitte) berichtet von der Situation im Nahen Osten. (Fotos: medio.tv/Schauderna)
In den Ländern des Nahen Ostens warteten die Menschen auf ein politisches System, das alle religiösen Gruppen respektiert, berichtete der Scheich weiter. Wie stark dieses Verlangen im Volk lebendig ist, habe der Arabische Frühling gezeigt. Die Religion als Stabilisator der politischen Verhältnisse habe in der Region nur dann eine Chance, wenn die Macht der Mehrheitsreligion in ein parlamentarisches System eingebunden werde. Bisher seien nur Regime ausgetauscht worden. Wichtiger sei es aber, neue Gesetze zu schaffen, die allen Bürgern im Staat gleiche Rechte geben, so der Scheich.
Weitere Teilnehmer des Treffens waren der Referent für Islam und Weltreligionen im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland, Oberkirchenrat Dr. Martin Affolderbach (Hannover), Pfarrer i.R. Kirchenrat Georg Richter (Kassel), der von 1970 bis 1976 Pfarrer der Evangelischen Gemeinde deutscher Sprache in Beirut (Libanon) war, und der Deutschlandbeauftragte des Scheichs, Rachid Jrade (Pforzheim). (01.02.2012)
Rats- und Begegnungstagung der EKD in Hofgeismar
Evangelische Kirche besorgt über rechtsextreme Gewalt
Gastgeber der jährlichen EKD-Begegnungstagung war 2012 die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck. Unser Foto zeigt den Tagungsort im nordhessischen Hofgeismar. (Foto: medio.tv/Archiv)
Am Holocaust-Gedenktag beklagte Schneider, dass neonazistisches Gedankengut in der Gesellschaft verbreitet sei. Dieser Entwicklung gelte es auf allen Ebenen energisch zu widerstehen. In diesem Zusammenhang lobte er die Arbeit der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus, von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste und weiterer Gruppen und Initiativen, die zur Bekämpfung rechtextremistischer Tendenzen beitrügen.
In diesem Zusammenhang kritisierte der EKD-Ratsvorsitzende, dass die Bundesregierung an der sogenannten Extremismusklausel festhalten wolle. Diese Auflage, wonach Gruppen und Initiativen erklären müssen, dass sie keine extremistischen Bestrebungen haben, um staatliche Fördergelder zu bekommen, sei kontraproduktiv im Kampf gegen Rechtsradikale. Nach einem Spitzentreffen mit Kirchen, Verbänden und Initiativen gegen Rechtsextremismus am Dienstag hatten Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und Familienministerin Kristina Schröder (CDU) die Klausel verteidigt.
Rechtes Gedankengut gebe es auch in Kirchengemeinden, räumte Schneider ein, der auch Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland ist. Diesem müsse mit Entschiedenheit entgegengetreten werden. «Christliche Nächstenliebe verlangt, mit Klarheit gegenüber rechtsextremistischen Haltungen jeder Art einzutreten», sagte der Theologe.
EKD-Begegnungtstagung 2012 zum Thema «Beerdigungskultur»

Am Sonntag feierten die Teilnehmer der
EKD-Begegnungstagung Gottesdienst mit Präses Schneider und Bischof Hein in der ältesten Hugenottenkirche Hessens in Carlsorf/Kirchenkreis Hofgeismar (Fotos: medio.tv/Schauderna)
Im Mittelpunkt der EKD-Begegnungstagung vom 27. bis 29. Januar stand das Thema «Beerdigungskultur - zwischen Pragmatismus und Verkündigung des ewigen Lebens».
Laut Tagungsgprogramm besuchten die Bischöfinnen, Bischöfe, Kirchenpräsidenten und Ratsmitglieder unter anderem den Friedwald im Reinhardswald und das Museum für Sepulkralkultur in Kassel. Außerdem stand ein Erfahrungsaustausch mit Fachleuten und theologischen Gesprächspartnern zum Thema auf der Tagesordnung. Dazu gehörten u.a. Claus Dieter Wulf, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Bestatter, Prof. Dr. Dietrich Korsch, Professor für Systematische Theologie an der Philipps-Universität Marburg, Prof. Dr. Reiner Sörries, Leiter des Museums für Sepulkralkultur in Kassel und Dr. Hans-Adam von Schultzendorff von der FriedWald GmbH.

Die Bischöfinnen, Bischöfe, Kirchenpräsidenten und EKD-Ratsmitglieder mit ihren Partnerinnen und Partnern vor der Carlsdorfer Hugenottenkirche.
Am Sonntag (29.1.) feierten die Tagungsteilnehmer in der Carlsdorfer Kirche, der ältesten Hugenottenkirche Hessens, einen Gottesdienst, in dem Bischof Prof. Dr. Martin Hein predigte und der EKD-Ratsvorsitzende Schneider ein Grußwort sprach. In seiner Predigt über Offenbarung 1,9-18 ging Hein der Frage nach, «wer das Sagen in dieser Welt hat» und übertrug die im Predigttext ausgedrückte Sehnsucht, «manchmal einen Ort der Vergewisserung aufsuchen zu können», auf die jetzige Lebensrealität. Bei vielen Menschen mache sich ein tiefes Gefühl von Ohnmacht breit, bilanzierte der Bischof, auch im Hinblick auf das Weltwirtschaftsforum in Davos. Da wünsche man sich manchmal «etwas Außergewöhnliches, etwas, das die Grenzen des Herkömmlichen und Vertrauten sprengt und eine Antwort gibt auf die Machtfrage, die sich uns mit Macht stellt».
Für Johannes sei im Predigttext Patmos ein solcher Ort der Vergewisserung gewesen, so Hein. «Und an solch einem Ort wäre ich manchmal schon gern: um auf eine unbeschreibliche, aber ergreifende Weise darin bestärkt zu werden, dass regiert wird» und zwar – Karl Barth zitierend: «nicht nur in Moskau oder in Washington oder in Peking, sondern es wird regiert, und zwar hier auf Erden, aber ganz von oben, vom Himmel», unterstrich der Bischof.
Dieser Ort der Vergewisserung, der uns zuversichtlich und mutig glauben lässt, «dass entschieden ist, wer das Sagen hat», sei hier, so Hein: «Hier in Carlsdorf – oder in Anklam, in Meinerzhagen, in Schlitz, in Ansbach oder wo auch immer». Gott brauche nicht das Außergewöhnliche. «Vielmehr ist außergewöhnlich, wie er uns immer wieder mitten in dieser Welt begegnet: angreifbar und manchmal auch verwechselbar, aber nicht minder wirkungsvoll.» Hein weiter: «Aus dieser Lebensmacht heraus können wir die Welt zum Wohl und zur Versöhnung aller mitgestalten, können für sie beten, wenn wir spüren, dass die eigenen Kräfte nicht ausreichen oder zu erlahmen drohen, und können die frohmachende Botschaft bezeugen, dass Gott diese Welt liebt.» (29.01.2012)
Impressionen vom Gottesdienst in Carlsdorf
Linktipp:
Die Evangelische Kirche in Deutschland finden Sie im Internet unter:
www.ekd.de
Im Wortlaut:
Lesen Sie hier die Predigt von Bischof Martin Hein im Gottesdienst am Sonntag (29.1.) in der Carlsdorfer Kirche im Wortlaut:
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Marburger Ökumenegespräch
Thierse: Glaube fordert auch öffentliches Handeln

Das Archiv-Foto zeigt Wolfgang Thierse im Rahmen einer Veranstaltung des Deutschen Bundestages. (Foto: Lichtblick/Achim Meld)
Neuere Forschungsarbeiten kämen zu dem Schluss, dass die für eine Demokratie wesentlichen Tugenden im Profil christlicher Bürger «ausgeprägt vorhanden» seien, etwa Toleranz, Partizipationsbereitschaft oder übernationales Denken, sagte Thierse. Das Evangelium liefere zudem eine tiefe Begründung für eine Gerechtigkeitspolitik und widerspreche einer Reduzierung des Menschen auf die Arbeitskraft und die Konsumentenrolle. Thierse ist Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken.
Allerdings hätten sich die evangelische und die katholische Kirche lange Zeit mit der Demokratie schwer getan, legte der evangelische Theologe Christoph Markschies dar. Für beide Konfessionen könne man «über lange Strecken von einem Demokratiedefizit sprechen», sagte der Professor für Kirchengeschichte und frühere Präsident der Berliner Humboldt-Universität.
Der deutsche Protestantismus «entsetzte» sich Markschies zufolge über die Französische Revolution, die Revolution von 1848 und trauerte dem Kaiserreich nach. Die «scharfe Abneigung» gegen Revolutionen habe eine positive Einstellung zur Demokratie verhindert. Erst 1985 habe die evangelische Kirche ein theologisch begründetes Bekenntnis zur Demokratie veröffentlicht. Markschies sprach von einer «verspäteten Demokratie auch in der evangelischen Kirche».
Das Thema des 13. Marburger Ökumenegespräch lautete «Wie viel Demokratie braucht Religion? - Wie viel Religion braucht Demokratie?» Die Marburger Ökumenegespräche finden seit 1987 alle zwei Jahre statt. Die Stadt Marburg veranstaltet sie gemeinsam mit der Philipps-Universität sowie der evangelischen und der katholischen Kirche.
Die Veranstaltung steht in loser Verbindung zu den berühmten Religionsgesprächen zwischen Luther, Zwingli und anderen Reformatoren 1529 in Marburg und will Christen beider Konfessionen zu aktuellen Fragen ins Gespräch bringen. Zu den bisherigen Referenten zählen der Berliner Theologe Richard Schröder, der ehemalige Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Joachim Gauck, der frühere Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, und die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann. (30.01.2012)
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Hintergrundinformationen zum Marburger Ökumenegespräch finden Sie im Internet unter:
marburg.de/(...)
Bischofs- und Schatzmeisterkonsultation
Ökumenedezernent beklagt eingeschränkte Religionsfreiheit in Indien und Kirgistan

Trafen in Südindien zusammen: Vertreter der Partnerkirchen der Landeskirche aus Indien, Namibia, Südafrika, Estland und Kirgistan. (Foto: Ökumenedezernat)
Auch in Kirgistan sei eine freie Verkündigung nicht möglich, so Richebächer weiter. Allerdings könne in beiden Ländern auf dem Wege sozialer und diakonischer Dienste ein Zeugnis des Glaubens gegeben werden. Dies sei bei der Bevölkerung hoch willkommen und werde auch von den Regierungen wahrgenommen. Es zeige sich zudem, dass bei eingeschränkter Religionsfreiheit eher eine ökumenische Zusammenarbeit zustande komme als in Ländern mit christlichen Bevölkerungsmehrheiten.
Richebächer warnte vor Evangelisationsmethoden, die auf scharfe Konfrontation setzten. Diese seien ebenso wirkungslos wie gefährlich. Christus könne den Menschen nur in Respekt vor den vorhandenen Religionen und Lebenssituationen bezeugt werden.
Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Kirgistan, die seit 1997 durch eine Partnerschaft mit der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck verbunden ist, hat rund 1.500 Mitglieder, die auf 16 kleine Gemeinden im Land verteilt sind. Die Partnerkirche in Indien, die Diözese Nord-Karnataka der protestantischen Kirche von Südindien, umfasst etwa 70.000 Mitglieder. (27.01.2012)
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Informationen zu den Partnerkirchen der Landeskirche finden Sie hier:
Unsere Kirche/Partner
Vorstellung in Rauschenberg
Aktion «Diakonische Gemeinde» startet drei neue Projekte

Vertreterinnen und Vertreter der neuen Projekte mit dem Präses der Landessynode, Kirchenrat Rudolf Schulze (Melsungen, 6. v. l.) und dem Landespfarrer für Diakonie, Oberlandeskirchenrat Dr. Eberhard Schwarz (Kassel, 5. v. l., Foto: DWKW/Lieberknecht)
Unterstützt werden ein «mobiles Wohnzimmer» für Jugendliche in Marburg-Richtsberg, neue Angebote rund um das Kultur- und Sozialzentrum «Mittelpunkt im Brückenhof» in Kassel sowie die Einrichtung eines Treffpunktes mit Hilfeleistungen in Wolfhagen. Präses Schulze wies vor den Projektvertretern darauf hin, dass jeder investierte Euro einen Anreiz schaffe und vielfältig Frucht trage. Dies zeigten einige der bisher schon laufenden zehn Projekte, die sehr gut angelaufen seien. Der Kirche sei die Solidarität mit den Bedürftigen von Gott aufgetragen.
Schwarz hob hervor, dass vielen armen Menschen, die es inzwischen auch vermehrt in ländlichen Gebieten gebe, die Ausgrenzung drohe. Dem wolle man durch die nunmehr insgesamt 13 Projekte entgegenwirken. Ziel sei es, die begonnenen Projekte nach Ablauf der Förderphase durch eine anderweitige Finanzierung fortsetzen zu können. «Das Thema Armut bleibt eine Herausforderung», sagte er.
Die Projekte werden über einen Zeitraum von bis zu vier Jahren mit 50.000 Euro gefördert. Die Summe kann bei Bedarf auf 70.000 Euro erhöht werden. Die Initiatoren müssen zudem zehn Prozent der Fördersumme aus eigenen oder Fremdmitteln aufbringen. An den einzelnen Projekten sind in der Regel mehrere Kooperationspartner aus Kirchen, politischer Gemeinde, Diakonie und anderen Werken beteiligt. So soll eine möglichst breite Vernetzung von Hilfsangeboten erreicht werden. (27.01.2012)
Studie «Was glauben die Hessen?» vorgestellt
Mehr als Dreiviertel der Hessen finden gut, dass es die Kirchen gibt

Viele Hessen sind der Umfrage zufolge der Meinung, dass Kinder religiös erzogen werden sollten. (Infografik: Hessischer Rundfunk)
Nach der Studie «Was glauben die Hessen?» sorgen 80 Prozent der Menschen zwischen Bad Karlshafen und Neckarsteinach selbst für den Sinn in ihrem Leben, indem sie etwa an Engel (40 Prozent), an Wunder (70 Prozent) oder unerklärliche Phänomene glauben. Lediglich 24 Prozent bezeichneten sich als Christen, und zehn Prozent der Katholiken beziehungsweise 15 Prozent der Protestanten als Atheisten.
Die Ergebnisse ließen den Schluss zu, dass die Hessen Religion als etwas ganz Individuelles und Privates begriffen und sich ihren Glauben selbst zusammenstellten, kommentierte der Leiter der Studie, der Religionssoziologe Michael Ebertz. «Die Hessen basteln sich ihren eigenen Patchwork-Glauben, die Religionsfreiheit hat sich durchgesetzt.» Die Kirchenmitglieder seien auch keine Missionare, ergänzte Ebertz. Denn nur 17 Prozent der Katholiken und 13 Prozent der Protestanten hätten der Aussage «Ich versuche möglichst viele Menschen für meine Religion zu gewinnen» zugestimmt.
Ein Traditionsbruch zeichnet sich speziell im Christentum ab: Nicht einmal mehr jeder zweite Befragte kann der Aussage, «dass sich Gott in Jesus zu erkennen gegeben hat», zustimmen, darunter auch viele Protestanten und Katholiken. Es sei für viele Menschen nicht mehr spannend, in der Kirche zu sein, weil die großen Gemeinschaftserlebnisse fehlten, sagte Ebertz. Allerdings zeige der Gottesdienstbesuch am Heiligen Abend, dass die Kirchen noch immer als Experten für das Transzendente, das Überschreiten von der irdischen zur himmlischen Welt, angesehen würden. «Sie sind aber nicht mehr alleine dafür zuständig.» (25.01.2012)
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Weitere Informationen und die komplette Studie zum Download finden Sie auf den Seiten des Hessischen Rundfunks:
hr-online.de/(...)














