Spitzentreffen in Berlin
Kirchen begrüßen Kurskorrekturen bei Kirchenasyl

Berlin (medio). Am 24. Februar 2015 haben sich Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche zu einem Spitzengespräch mit dem Präsidenten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Manfred Schmidt, in Berlin getroffen. Nachdem bereits der Vergleich zwischen Kirchenasyl und Scharia durch den Bundesminister des Innern zurückgezogen wurde, habe in dem Gespräch auch das BAMF klargestellt, dass die Tradition des Kirchenasyls an sich nicht in Frage gestellt werde, teilte die Pressestelle der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) mit. Gleichzeitig sei die Einführung einer verschärften Fristenregelung aufgeschoben worden.

An dem Gespräch nahmen der Leiter des Katholischen Büros in Berlin, Prälat Karl Jüsten, und der Bevollmächtigte des Rates der EKD, Prälat Martin Dutzmann, teil. «Die beiden großen christlichen Kirchen begrüßen diese wichtigen Kurskorrekturen», würdigten Jüsten und Dutzmann das Gesprächsergebnis. «Uns liegt am Herzen, dass das Kirchenasyl in seiner bisherigen Form erhalten bleibt», betonte Jüsten. «Das ist nun bis zum Herbst ohne Einschränkung möglich». Im Vorfeld war vom Bundesamt angekündigt worden, die Frist zur Überstellung von Personen im Kirchenasyl, die im Rahmen der sogenannten «Dublin–Verordnung» in einen anderen Mitgliedstaat abgeschoben werden sollen, von sechs auf 18 Monate zu verlängern. Die Entscheidung über die Einführung dieser verlängerten Frist sei nun aufgeschoben.

Gemeinden entscheiden selbstständig / Neues Verfahren zwischen Kirchen und BAMF

Prälat Dutzmann hob hervor: «Gemeinden entscheiden selbstständig über die Gewährung von Kirchenasyl, wenn sie befürchten, dass einem Menschen bei seiner Abschiebung Menschenrechtsverletzungen oder unzumutbare Härten drohen.» Das sei auch in «Dublin-Fällen» nicht ausgeschlossen, so Dutzmann. «Kirchenasyl ist für uns immer ultima ratio», ergänzte Jüsten. In der Zeit bis zum Herbst wollen die Kirchen und das BAMF nun eine neue Zusammenarbeit bei Kirchenasylfällen erproben. Dabei sollen Kirchenvertreter die Möglichkeit bekommen, Einzelfälle erneut vom Bundesamt überprüfen zu lassen, vorzugsweise noch bevor die betroffenen Personen in das Kirchenasyl aufgenommen werden. Für die Kommunikation sollen zentrale Ansprechpartner sowohl auf Seiten der Kirchen wie auch des BAMF benannt werden. «Wir hoffen, dass dies zu einer Vermeidung von Härtefällen beiträgt», erläutert Dutzmann. 

Kirchenasyl will Rechtsstaat nicht in Frage stellen

Unter anderem haben die Gesprächsteilnehmer festgehalten, dass die Kirchen mit dem Kirchenasyl nicht das Ziel verfolgen, den Rechtsstaat in Frage zu stellen oder über das Kirchenasyl eine systematische Kritik am Dublin-System zu üben. Kirchenasyl sei kein eigenständiges, neben dem Rechtsstaat stehendes Institut, habe sich jedoch als christlich-humanitäre Tradition etabliert. «Das Bundesamt beabsichtigt nicht, die Tradition des Kirchenasyls an sich in Frage zu stellen», heißt es in dem von allen Seiten getragenen Gesprächsvermerk.

Stichwort Kirchenasyl

Derzeit haben evangelische und katholische Gemeinden in Deutschland 226 Kirchenasyle gewährt. Angesichts von mehr als 200.000 Asylverfahren in Deutschland im Jahr 2014 unterstreichen die weiterhin niedrigen Fallzahlen den Charakter des Kirchenasyls als Nothilfe im Einzelfall, so die EKD. (02.03.2015)

Download:

Broschüre zum Kirchenasyl im Raum der evangelischen Kirchen in Hessen mit Grundlagen, Hinweisen zur Durchführung und Ansprechpersonen:

PDF-Dokument

Hoher Besuch in Maintal-Dörnigheim
Daniela Schadt besucht Evangelisches Kinder- und Jugendzentrum

Maintal-Dörnigheim (medio). Daniela Schadt, die Lebensgefährtin von Bundespräsident Joachim Gauck, hat am Donnerstag (26.2.) das Evangelische Kinder- und Jugendzentrum Maintal besucht. Schadt kam auf Einladung des Vorsitzenden des Vereins «Tischlein Deck Dich», Jürgen Malbrich, der in dem Zentrum maßgeblich den Mittagstisch und die Hausaufgabenbetreuung für bedürftige Kinder fördert, teilte Pfarrer Eckhard Sckell von der Evangelischen Kirchengemeinde Dörnigheim mit.

 

Die First Lady der Bundesrepublik informierte sich ausführlich über die Aktivitäten im Jugendzentrum und zeigte sich beeindruckt von der Arbeit des Jugendzentrums, das sich besonders um Kinder aus sozial schwachen Familien kümmert. Bei ihrem Besuch half Daniela Schadt bei den Hausaufgaben und aß gemeinsam mit den Kindern zu Mittag, berichtete Katrin Deißler, die Leiterin der Einrichtung. «Ich nehme mit, dass es auch in den kleinen Gemeinden Probleme gibt und es gibt aber auch Menschen in den Gemeinden, die sagen: Da müssen wir doch was machen!», so Schadt gegenüber der landeskirchlichen Medienagentur «medio!». Das große Engagement der Menschen in Dörnigheim freue sie besonders, weil sie als Hanauerin selbst aus der Gegend kommt.

Für Pfarrer Sckell habe Daniela Schadt mit ihrem Besuch «eine riesen Wertschätzung» zum Ausdruck gebracht. Schon bei der Begrüßung hätte man gemerkt: «Sie ist ein ganz herzlicher und offener Mensch.», zeigte sich Sckell begeistert.

Evangelische Kinder- und Jugendzentrum Maintal und Verein «Tischlein Deck Dich»

Das Evangelische Jugendzentrum in der Hermann-Löns-Str. 2a in Maintal wurde 1969 gegründet und bietet Kindern und Jugendlichen verschiedener kultureller und sozialer Herkunft Raum für Treffen mit Freunden, für Beratung in unterschiedlichen Lebenslagen und Gelegenheiten für sportliche und kreative Aktivitäten. Nach eigenen Angaben kommen regelmäßig über 100 Kinder und Jugendliche in die Einrichtung. Der Verein «Tischlein Deck Dich» fördert den Mittagstisch mit anschließender Hausaufgabenbetreuung und einen Deutschkurs in den jeweiligen Schulferien unter dem Titel «Spielend Deutsch lernen». Die Kosten für diese Angebote belaufen sich monatlich auf 1.000 Euro. Für die Finanzierung ist der Verein auf Spenden angewiesen. (27.02.2015)

Linktipp:

Weitere Informationen zum Jugendzentrum unter:

evangelische-kirche-doernigheim.de/(…)

Deutscher Ethikrat zu Hirntod und Entscheidung zur Organspende
Bischof Hein: Zwischen Hirntod und Tod genau unterscheiden

Frankfurt a.M./Kassel (epd). Im Ethikrat besteht nach Darstellung des evangelischen Bischofs Martin Hein Einigkeit, dass der Hirntod eines Menschen die notwendige Bedingung für eine Organentnahme ist. Allerdings gebe es unterschiedliche Auffassungen in der Frage, ob das unumkehrbare Erlöschen aller Hirnfunktionen ein sicheres Todeszeichen sei, sagte Hein gegenüber dem Evangelischen Pressedienst. Der evangelische Theologe war im November in das unabhängige Sachverständigengremium berufen worden. In der am Dienstag veröffentlichten Ethikrats-Stellungnahme zu «Hirntod und Entscheidung zur Organentnahme» unterstützt er eine Minderheitenmeinung, die den Hirntod als unumkehrbaren Beginn eines Sterbeprozesses bewertet.

Für die Mehrheit der Ethikratsmitglieder ist der Hirntod ein sicheres Todeszeichen. Die sieben Vertreter der Minderheitsposition wollten deutlich machen, dass zwischen Hirntod und Tod genau zu unterscheiden sei, sagte Hein. Es gehe um Leben als Zusammenspiel des ganzen Organismus. «Selbst nach Feststellung des Hirntods verfügt der menschliche Organismus mit Hilfe der Intensivmedizin über vielfältige Funktionen. Man kann sagen: In gewisser Hinsicht 'lebt' er.» Der Theologe verwies auf Fälle, wonach bei Hirntoten Schwangerschaften erfolgreich verlaufen seien.

«Die Organentnahme erfolgt in der Phase zwischen irreversiblem Hirntod und dem 'eigentlichen' Tod, der ohne intensivmedizinische Unterstützung und Organentnahme längst eingetreten wäre. Das ist der entscheidende Differenzpunkt.» Im Hinblick auf Organtransplantation müsse man sich deshalb bewusst machen, «dass die Entnahme von Organen - vereinfacht gesagt - aus einem 'lebenden' Körper erfolgt», argumentiert der kurhessische Bischof. Es handele sich aber um keine Tötung, sofern der Eingriff dem ausdrücklichen oder mutmaßlichen Willen des Betroffenen entspreche. Aufgrund dieser Willensäußerung griffen Ärzte «in die allerletzte Sterbephase ein».

Hinter unterschiedlichen Standpunkten der evangelischen und katholischen Vertreter im Ethikrat lassen sich keine Bruchlinien «konfessioneller Art» vermuten, wie Hein sagte. «Es geht um divergierende, jeweils gut begründete Einschätzungen.» (25.02.2015)

Linktipp:

Weitere Informationen zur Stellungnahme des Deutschen Ethikrates finden Sie unter

ethikrat.org/

Interview:

Lesen Sie hier das Interview mit Bischof Martin Hein zum Thema «Hirntod und Entscheidung zur Organspende» im Wortlaut:

weiter...

«Zeichen setzen für ein gerechtes Europa»
Evangelische Kirchen in Hessen eröffnen Spendenaktion «Hoffnung für Osteuropa»

Gießen (medio). Am Sonntag (22.2.) haben die evangelischen Kirchen in Hessen ihre Spendenaktion «Hoffnung für Osteuropa» erstmals gemeinsam eröffnet. Geleitet wurde der Gottesdienst in der Gießener Petruskirche vom Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, und dem Propst für Oberhessen, Matthias Schmidt, von der Evangelischen Kirchen in Hessen und Nassau. Die Hilfsaktion, die in diesem Jahr unter dem Motto «Zeichen setzen für ein gerechtes Europa» steht, soll besonders auf die  Situation in den östlichen Nachbarländern aufmerksam machen, teilten beide Landeskirchen mit.

Bischof Hein: «Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit kennen keine Grenzen»

Im Eröffnungsgottesdienst in der Gießener Petruskirche verwies Bischof Hein auf die bedrückende Situation in Osteuropa und verwies auf den «mit unvorstellbarer Härte» geführten Krieg in der Ukraine und die zunehmende Armut in Ländern, wie Weißrussland. Hein rief dazu auf, angesichts dieser ernüchternden Entwicklungen «einen langen Atem zu behalten» und auf die Hilfe Gottes in einer «zerrissenen Welt» zu vertrauen. Solange die Hoffnung unter den Menschen lebe, gebe es auch «Hoffnung auf Frieden für alle Menschen». Hein gestand ein, dass ein Vierteljahrhundert nach dem Fall des Eisernen Vorhangs viele Erwartungen und Träume im Osten Europas «einer harten Realität» gewichen seien. Angesichts der gegenwärtigen russischen Politik stünden zudem «Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa in Gefahr». Umso wichtiger sind nach Ansicht des Bischofs wichtige Signale, wie die Hilfsaktion «Hoffnung für Osteuropa».

Impressionen aus dem Gottesdienst:

(Fotos: medio.tv/ Balzer)

Im Anschluss an den Gottesdienst konnten Interessierte eine Ausstellung mit konkreten Hilfsprojekten aus Weißrussland, Rumänien und Bulgarien besichtigen. Außerdem informierten Hilfsinitiativen, wie das «Gustav-Adolf-Werk», der «Evangelische Bund» und der «Martin-Luther-Bund» über ihre Arbeit. Die Organisationen unterstützen insbesondere evangelische Gemeinden in Osteuropa und Zentralasien und fördern das gegenseitige Kennenlernen und Verstehen der Kulturen, heißt es weiter.

Impressionen aus der Ausstellung:

(Fotos: medio.tv/ Balzer)

Projektvorstellung: «Hoffnung für Osteuropa» unterstützt Kindererholung für Familien aus Tschernobyl

In Weißrussland und der Ukraine leben mehr als dreieinhalb Millionen Menschen in radioaktiv verseuchten Gebieten. Auslöser dafür war die Atomreaktorkatastrophe in Tschernobyl im Norden der Ukraine im Jahr 1986. Seit dem ist gerade bei Kindern der Gesundheitszustand labil. Sie leiden oft unter Krebserkrankungen und meist ist das gesamte Immunsystem und der Knochenbau beeinträchtigt. Gesunde Ernährung und strahlenarme Umgebung führen bei den betroffenen Kindern zu nachweislich gesundheitlichen Verbesserungen.

Deshalb haben es sich seit 1990 hessische Kirchengemeinden, Vereine und Initiativgruppen zur Aufgaben gemacht, Kinder aus der Tschernobyl-Region einzuladen. Die Kinder, die in begleiteten Gruppen nach Hessen kommen, wohnen für zwei bis drei Wochen bei Gastfamilien oder in Erholungseinrichtungen und werden medizinisch betreut. Dabei verbessert sich durch die gesunde Ernährung und die strahlenarme Umgebung nachweislich der Gesundheitszustand. Die Kinder werden bei den Besuchen altersgemäß begleitet und begegnen auch deutschen Jugendlichen. So sind bereits viele Freundschaften über Grenzen hinweg entstanden.

Erholungsprogramme mit vergleichbarer Wirkung werden - ebenfalls unterstützt durch die Hilfsaktion - inzwischen auch in dem Kinderzentrum «Nadeshda» in der Nähe von Minsk in Weißrussland angeboten. Das Zentrum, das sich ca. 500 km nördlich von Tschernobyl befindet, wurde 1994 gemeinsam von Weißrussen und Deutschen aufgebaut.

Impressionen aus dem Kinderzentrum «Nadeshda»

(Fotos: Kinderzentrum «Nadeshda»)

Weitere Projekte in Rumänien, Weißrussland und Bulgarien

Weiterhin unterstützt die Hilfsaktion ein Projekt in Rumänien, das rumänischen Jugendlichen fünfmonatige Kurse in klassischen Handwerksberufen ermöglicht. Dazu gehören u.a. die Berufe des Maurers, Zimmermanns, Dachdeckers und Klempners. Die Ausbildung erfolgt durch deutsche Handwerksmeister im Ruhestand. In Minsk in Weißrussland unterstützt ein Programm ehemalige Opfer des Naziterrors und des stalinistischen Regimes. Sie erhalten Unterstützung beim Einkauf, bei kleineren Reparaturen und bei Behördengängen. Durch ein Pflegefamilien-Netzwerk in Sofia in Bulgarien werden Kinder, die in Heimen oder auf der Straße leben, in Pflegefamilien integriert und erhalten so eine echt Entwicklungschance.

Stichwort: «Hoffnung für Osteuropa»

Die Aktion «Hoffnung für Osteuropa» wurde 1994 von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck ins Leben gerufen. Gefördert werden soziale Projekte im Gesundheitswesen, der Gewaltprävention, der Erziehung und Ausbildung in Mittel-, Südost- und Osteuropa. Bisher erfolgten die landeskirchlichen Eröffnungsveranstaltungen auf dem jeweiligen Kirchengebiet. Künftig soll die Aktion abwechselnd in einer der beiden hessischen Kirchen eröffnet werden. (23.02.2015)

Download:

Lesen Sie hier die Predigt von Bischof Hein im Eröffnungsgottesdienst im Wortlaut:

PDF-Dokument

Weitere Informationen zur Aktion «Hoffnung für Osteuropa» erhalten Sie im Internet auf der Seite des Zentrums für Ökumene:

zentrum-oekumene-ekhn.de

Mehr Informationen zum Projekt «Nadeshda» erhalten Sie im Internet unter:

freunde-nadeshda.de/

Hinweis:

Spendenkonto EKKW
Bank: Evangelische Bank
IBAN: DE33 520 604 10 000 000 3000
Verwendungszweck: 3120000000 HfO

Materialsammlung für die Gestaltung von Gottesdiensten
EKD und Landeskirche rufen zu Gebet für bedrängte und verfolgte Christen in der Welt auf

Hannover/Kassel (medio). Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) regt alle Kirchengemeinden in ihrem Bereich dazu an, für bedrängte und verfolgte Christen in der Welt zu beten. Dafür wird der zweite Sonntag der Passionszeit (Reminiszere, in diesem Jahr am 1. März) empfohlen, teilte die EKD in Hannover mit. Eine Materialsammlung stellt den Gemeinden Informationen über die Lage von christlichen Minderheiten und liturgische Bausteine zur Verfügung. Ein Schwerpunkt der Fürbitte liegt in diesem Jahr auf der Lage christlicher Minderheiten in der Türkei, heißt es weiter.

Auch der Kirchenkreis Ziegenhain in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck lädt dazu ein am 1. März einen Fürbittengottesdienst zu feiern, teilte Dekan Christian Wachter mit, und zwar «für die Schwestern und Brüder in Syrien». Für den Gottesdienst finden Sie eine Materialsammlung rechts im Download.

Die Situation der bedrängten und verfolgten Christen gewinne in vielen Ländern immer mehr an bedrückender Aktualität, schreibt die Dezernentin für Ökumene, Weltmission und Entwicklungsfragen der Evangelischen Kirche von Kurhessen Waldeck, Dr. Ruth Gütter, in einem Brief an die Kirchengemeinden.

Laut neuesten Untersuchungen seien Christen die am meisten verfolgte Religionsgruppe, erläuterte Gütter. Auch für die Landeskirche sei die Beschränkung von Religionsfreiheit in vielen Ländern und die oftmals verzweifelte Situation von Christinnen und Christen eine "ernste Herausforderung". Diese rufe zu Solidarität und Fürbitte auf. "Wir bitten Sie, in der Fürbitte für unsere Geschwister nicht nachzulassen", so Gütter.

Christliche und anderer religiöse Minderheiten in der Türkei

In der Türkei ist die Situation christlicher und anderer religiöser Minderheiten besonders durch rechtliche und finanzielle Benachteiligungen erheblich eingeschränkt, heißt es in der EKD-Mitteilung. Nicht-muslimische Geistliche können im Land keine Ausbildung erhalten, da alle religiöse Bildung dem staatlichen Monopol unterstellt ist. Traditionellen Ausbildungsstätten wie der 1971 geschlossenen griechisch-orthodoxen Hochschule in Chalki ist der Ausbildungsbetrieb verwehrt. Zudem bestehe in der Türkei keine Möglichkeit, den obligatorischen Wehrdienst aus Gewissensgründen zu verweigern. (22.01.2015)

Download:

Die Materialsammlung der EKD können Sie hier herunterladen:

PDF-Dokument

Download:

Die Materialsammlung des Kirchenkreises Ziegenhain können Sie hier herunterladen:

PDF-Dokument

Ordination und Amtseinführung in Tallinn
Urmas Viilma neuer Erzbischof der estnischen Partnerkirche

Tallinn/Estland (medio). In einem Festgottesdienst in der Domkirche zu Tallinn in Estland ist Urmas Viilma am 2. Februar 2015 zum Bischof ordiniert und als Erzbischof der Estnisch Evangelisch-Lutherischen Kirche (EELK) feierlich eingeführt worden. Der Amtseinführung, zu der über 800 Gäste geladen waren, wohnten mehr als 30 Bischöfe und Erzbischöfe bei, darunter auch der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein. Viilma folgt als Erzbischof Andres Põder nach, der das Amt zehn Jahre inne hatte, teilte der Beauftragte für Estlandfragen, Pfarrer Michael Schümers, mit. Die EELK zählt seit 2001 zu den kurhessischen Partnerkirchen.

In seiner Festpredigt erinnerte Viilma an den Jahrestag des Tartuer Friedens, in dem Sowjetrussland 1920 die Unabhängigkeit Estlands anerkannte. Der Erszbischof ermutigte dazu, als Christen und als Kirche selbstbewusst danach zu fragen, wie das Licht des Evangeliums auch heute aufstrahlen, Menschen zu Gott einladen und dem Leben dienen könne, berichtete Pfarrer Schümers.

Neben Erzbischof Viilma wurden in dem Gottesdienst auch die Mitglieder der neue Kirchenleitung in ihre Ämter eingeführt. Auf Vorschlag Viilmas hin gehören dieser erstmals mit Kadri Põder (Außenbeziehungen) und Üle Keel (Kanzlerin) auch zwei Frauen an.

Bei einem sich anschließenden Empfang in der Nationaloper war Zeit zur Begegnung und zum Gespräch unter den vielen Gästen und den Geistlichen der EELK, aus den Partnerschaften und dem Bereich der Ökumene, so Schümers.

Bereits am Vorabend der Amtseinführung konnte Bischof Hein bei einem Empfang für die internationalen Gäste für die Landeskirche und die Evangelische Kirche in Deutschland herzliche Grüße und Segenswünsche übermitteln.

Zur Person

Urmas Viilma wurde am 13. August 1973 geboren. Konfirmiert wurde er 1990 in der Tallinner Jaani-Gemeinde. Die Ordination zum Diakon fand am 2. Mai 1993, die Ordination zum Pfarrer am 15. September 1998 statt. Viilma hat als Pfarrer in Keila, in der Pärnu-Jaagupi und seit 2010 in der Tallinner Domgemeinde gearbeitet. Er war Hilfspropst und Assessor des Konsistoriums, Kanzler seit 2008. 2012 wurde er zum Pfarrer des Jahres gewählt. (18.02.2015)

TV-Übertragung:

Einen Mitschnitt der Liveübertragung der Amtseinführung können Sie sich auf den Internetseiten des estnischen TV-Senders «Eesti Televisioon» ansehen:

etv.err.ee/(...)

Hintergrund:

Informationen zur Partnerschaft mit der Estnisch Evangelisch-Lutherischen Kirche finden Sie hier:

Unsere Kirche/Partner

Jugendkulturkirche «Cross»
6.000 Besucher bei Kasseler Jugendkulturkirche im Jahr 2014

Kassel (epd). Rund 6.000 Besucher hat die Kasseler Jugendkulturkirche «Cross» auf ihren Veranstaltungen im Jahr 2014 verzeichnet. Mit dieser Zahl sei das Team der erst im Oktober 2013 eröffneten Einrichtung sehr zufrieden, sagte Nicole Degenhardt vom Mitarbeiterteam der Kirche am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Einrichtung der Kirche speziell für Jugendliche am zentral in der Stadt gelegenen Lutherplatz sei eine absolut richtige Entscheidung gewesen.

Regelmäßig sei die Kirche jeweils am Mittwochabend sowie am Freitagnachmittag für jugendliche Besucher geöffnet, so Degenhardt weiter. Während es an den Mittwochabenden um die Auseinandersetzung mit biblischen Texten und theologische Fragen gehe, würden an den Freitagnachmittagen unterschiedliche Formate wie etwa kreative Tätigkeiten, Musik, Kochen oder Spiele angeboten. Darüber hinaus gebe es größere Veranstaltungen wie Jugendgottesdienste oder Konzerte. Kürzlich sei ein Programmheft mit den für 2015 geplanten Veranstaltungen erschienen.

Anfängliche Bedenken wegen der Trinker- und Drogenszene, die sich vor Inbetriebnahme der Kirche auf dem Lutherplatz traf, hätten sich nicht bewahrheitet, ergänzte Jens Domes. Jugendbildungsreferent im Stadtjugendpfarramt. Zwar habe die Szene den Platz nicht komplett aufgegeben, doch habe sich die Situation auch durch bauliche Maßnahmen deutlich entspannt.

Die Jugendkulturkirche war 2013 bei einem 1,5 Millionen Euro teuren Umbau der kirchlichen Räume am Lutherplatz entstanden. In dem neu gestalteten Komplex sind neben der Jugendkulturkirche die Bildungseinrichtung Evangelisches Forum, eine Diakoniestation sowie das Seniorenreferat des Stadtkirchenkreises untergebracht. Die Kirchengemeinde Kassel-Mitte hatte die Kirche und die anderen Räumlichkeiten zuvor für eine neue Nutzung freigeben. Die Kirche wird getragen vom Evangelischen Stadtkirchenkreis Kassel.

In der Jugendkulturkirche befindet sich am Rande des Kirchenraums auch ein Bistro. Auf der Empore ist ein Büro eingerichtet, ferner existiert ein kleiner Andachtsraum. Inzwischen sei es dank Sponsoren auch möglich geworden, eine Licht- und Tonanlage zu installieren, die im Budget für den Umbau nicht enthalten war, sagte Domes. (18.02.2015)

«Du bist schön! Sieben Wochen ohne Runtermachen»
Beginn der Fastenzeit: Evangelische Kirche lädt zu traditioneller Aktion «7 Wochen Ohne» ein

Kassel (medio). Mit dem Aschermittwoch (18.2.) beginnt die rund vierzigtägige Fasten- oder Passionszeit. In den sieben Wochen vor dem Osterfest verzichten Christen nicht nur auf Schokolade, Alkohol oder Nikotin, sondern folgen der Einladung zum Fasten im Kopf: sieben Wochen lang die Routine es Alltags hinterfragen, eine neue Perspektive einnehmen, entdecken, worauf es ankommt im Leben. Im Zentrum dabei stehen Zeit für Ruhe und Gebet, um sich selbst und Gott näherzukommen und sich auf das Leiden und Sterben Jesu zu besinnen.

Evangelische Fastenaktion «7 Wochen Ohne»

In diesem Jahr steht die traditionelle Fastenaktion «7 Wochen Ohne» unter dem Motto «Du bist schön! Sieben Wochen ohne Runtermachen» und will dazu einladen, das Unverwechselbare im Menschen zu entdecken und wertzuschätzen. Die Kampagne stellt dazu das Schöne im eigenem Spiegelbild als auch in anderen Menschen in den Mittelpunkt. Nach der Maxime «Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet» (Christian Morgenstern) will die Initiative «das Herz öffnen für die Schönheiten jenseits der Norm», heißt es auf der begleitenden Internetseite.

Bundesweite Eröffnung / Fastenkalender / Aktion im Internet

Bundesweite wird die Fastenaktion am Sonntag (22.2.) um 9.30 Uhr mit einem Gottesdienst in der Michaeliskirche in Leipzig eröffnet. Der Gottesdienst ist auch live im ZDF als Fernsehgottesdienst zu sehen. Für Interessierte steht als zusätzliches Begleitmaterial u.a. ein Fastenkalender mit Fotos und Bibelstellen mit täglichen Fastenimpulsen bereit. Außerdem können die Teilnehmer eine wöchentliche Fasten-E-Mail auf der Internetseite der Aktion siebenwochenohne.de abonnieren. Zudem veröffentlichen dort Fastengruppen und Einzelpersonen auf einer interaktiven Landkarte, wo sie fasten und was sie konkret tun. So können sich Interessierte anregen lassen und Kontakt aufnehmen.

Die evangelischen Kirche ermutigt seit mehr als 30 Jahren mit ihren Initiativen dazu, die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern bewusst zu erleben und zu gestalten. Den Angaben zufolge beteiligen sich jährlich rund drei Millionen Menschen.

Stichwort «Fasten»

Wie Jesus 40 Tage lang fastend und betend in der Wüste verbrachte wird in der Bibel z.B. vom Evangelisten Markus beschrieben. Dort heißt es: «Gleich danach trieb der Geist Gottes Jesus in die Wüste. Dort blieb er vierzig Tage und wurde vom Satan auf die Probe gestellt. Er lebte mit den wilden Tieren zusammen, und die Engel Gottes versorgten ihn» (Markus 1,12- 13).  Anlässlich des Beginns der Fastenzeit werden am Aschermittwoch viele Gottesdienste gefeiert. In der katholischen Kirche zeichnet der Priester im Aschermittwochsgottesdienst ein Aschekreuz als Symbol der geistigen Reinigung und der Vergänglichkeit auf die Stirn der Besucher.

Fastenzeiten sind auch in vielen weiteren  Religionen bekannt, so etwa der Fastenmonat Ramadan im Islam. Am Ende der Winterzeit fasten viele Menschen allerdings auch mit dem Ziel nach ganzheitlichem Wohlbefinden oder dem Wunsch, ein paar Pfunde zu verlieren. Viele Menschen schwärmen zugleich von einer geistigen Freiheit während des Nahrungsverzichts. (18.02.2015)

Linktipp:

Die Internetseite zur Fastenaktion «7 Wochen Ohne» finden Sie unter:

siebenwochenohne.de

Umfrage:

In unserer aktuellen Umfrage fragen wir Sie: Wem wollen Sie in der Fastenzeit mehr Wertschätzung entgegen bringen?

Abstimmen…

Internetradio:

Die medio-Radioredaktion hat sich zur evangelischen Fastenaktion umgehört. Hören Sie hier einen Beitrag von medio-Reporter Siegfried Krückeberg:

Anhören...

Mitmachen:

Anregungen zum Fasten gibt auch die Facebook-Fanseite «7wochenohne»:

facebook.com/7wochenohne

Hintergrund:

Im ekkw.de-Themenschwerpunkt haben wir Ihnen weitere Informationen rund um die Fastenzeit zusammengestellt:

Zum Thema…

www.nachhaltig-predigen.de
Internetauftritt bietet Predigtanregungen zur Nachhaltigkeit für das aktuelle Kirchenjahr

Kassel (medio). Zum Kirchenjahr 2014/15 sind im Internet unter nachhaltig-predigen.de neue Predigtanregungen zur Nachhaltigkeit mit dem diesjährigen Schwerpunkt «Wandel gestalten» erschienen. Aus verschiedenen Blickwinkeln werde beleuchtet, wie man aktiv für ein gerechtes, friedliches Miteinander eintreten und neue Strukturen aufbauen könne. Die Predigten auf der Internetseite, zu deren Projektpartner auch die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck gehört, geben Impulse, die auch in der Erwachsenenbildung oder im Religionsunterricht aufgegriffen und vertieft werden könnten, heißt es in einer Mitteilung.

Die Ökumenedezernentin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Oberlandeskirchenrätin Dr. Ruth Gütter, erläuterte, dass die christliche Botschaft auf Nachhaltigkeit ausgelegt sei. Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung seien tief im Glauben verankert. Sie in Erinnerung zu rufen, die Aktualität der christlichen Botschaft am Tagesgeschehen aufzuzeigen und Gottes Botschaft verständlich zu machen, sei die Aufgabe der Predigenden.

An dem bundesweiten ökumenischen Projekt sind mittlerweile 20 Bistümer und Landeskirchen beteiligt. Das Vorhaben wird zudem von der Aktion «Brot für die Welt», dem «Katholischen Fonds» und verschiedenen Naturschutzinstitutionen gefördert. Zu den Autoren des seit 2005 existierenden Projektes gehören auch Pfarrerinnen und Pfarrer aus der kurhessischen Landeskirche. (16.02.2015)

Linktipp:

Zu den Predigtanregungen zum Thema Nachhaltigkeit gelangen Sie unter:

nachhaltig-predigen.de

«Zukunftsglitzern - Wir leuchten schon mal los»
Evangelische Jugend Kassel plant Aktionen zum Thema Licht

Kassel (epd). Die Evangelische Jugend Kassel will in diesem Jahr viele Lichtzeichen in einer oft dunklen Welt setzen. Unter dem Motto «Zukunftsglitzern - Wir leuchten schon mal los» seien über das Jahr hinweg zahlreiche Aktionen rund um das Thema Licht geplant, sagte Jugendbildungsreferent Jens Domes am Donnerstag in Kassel. Geplant seien so unterschiedliche Aktionen wie die abendliche Beleuchtung von Kirchtürmen, eine Lichtinstallation, Gottesdienste sowie eine «Reise ins Licht». Anlass für die Pläne sei das «Internationale Jahr des Lichts» der Unesco.

Das Licht spiele als Symbol im christlichen Glauben eine große Rolle, sagte Domes. So gebe es etwa die Aufforderung Jesu an seine Jünger, ihr Licht nicht unter den Scheffel zu stellen. «Es ist gerade jetzt wichtig, positive Zeichen zu setzen und das Feld nicht denen zu überlassen, die abgrenzen und ausgrenzen wollen.»

Bischof Martin Hein, der gemeinsam mit der Sängerin Katja Friedenberg die Schirmherrschaft über das Programm übernommen hat, wies darauf hin, dass die Menschen in Europa in nicht sehr friedvollen Zeiten lebten. Der Krieg auf diesem Kontinent sei wieder ganz real, sagte er unter Hinweis auf die Ukraine. «Es macht Mut, wenn junge Menschen nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern schon mal losleuchten.» In der Bibel werde Jesus als das Licht der Welt bezeichnet.

Die erste Aktion startet bereits am Samstag, 14. Februar, mit einer Beleuchtung des Lutherkirchturms. Weitere Vorhaben sind unter anderem ein Osternachtgottesdienst in der Jugendkulturkirche Cross, eine Reise in die Toskana auf den Spuren von Franz von Assisi,  ein Lichterkonzert mit Taschenlampen, ein inklusives Theaterprojekt mit Jugendlichen, in dem die Licht- und Schattenseiten des Lebens zur Sprache kommen, sowie eine Lichtinstallation am Lutherkirchturm, die durch Anrufe oder SMS zum Leuchten gebracht werden kann. (13.02.2015)

Zum Tod von Luise Schottroff
Bischof Hein: «Schon zu Lebzeiten deutliche Spuren hinterlassen»

Kassel (medio). Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, hat die am Sonntag verstorbene Theologin Luise Schottroff als «profilierte Theologin, deren Anstöße weiterwirken», gewürdigt. Bereits zu Lebzeiten habe Schottroff in der evangelischen Theologie «deutliche Spuren hinterlassen», sei es nun mit der sozialgeschichtlichen Auslegung des Neuen Testaments, der feministischen Lektüre, der Gleichnisauslegung, der «Befreiungstheologie für die erste Welt» oder der Bibelübersetzung in gerechter Sprache, teilte die Pressestelle der Landeskirche mit.

Heins Einschätzung nach habe es Schottroff verstanden, gegen anfängliche Widerstände «Frauen in der Welt der Theologie den Weg zu bereiten und sie in die Lage zu versetzen, ihrer Perspektive auf wissenschaftlicher Grundlage Geltung zu verschaffen.» Dankbar zeigte sich der Bischof dafür, dass sich die Theologin neben ihrer Tätigkeit als Universitätsprofessorin auch bei kirchlichen Fortbildungen in der Landeskirche engagierte und auch darüber hinaus das Gespräch mit Pfarrerinnen und Pfarrern, mit Ehrenamtlichen, mit Schülerinnen und Schülern und sonstigen Interessierten suchte.

Luise Schottroff wurde 1934 in Berlin geboren. Von 1986 bis 1999 hatte sie den Lehrstuhl für Neues Testament an der Universität Kassel inne; 2007 wurde ihr von dem Marburger Fachbereich Evangelische Theologie die Ehrendoktorwürde verliehen. Schottroff starb im Alter von 80 Jahren in einem Kasseler Hospiz. (09.02.2015)

«Kostproben» aus dem Jahresprogramm
Referat Erwachsenenbildung stellt «Inklusion» in den Mittelpunkt

Kassel (medio). Zu einer Abendveranstaltung rund um das Thema «Inklusion» lädt das Referat Erwachsenenbildung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck am 27. Februar 2015 (Freitag) von 18 bis 21 Uhr in das Kasseler Haus der Kirche ein. Interessierte könnten in sogenannten «Kostproben» kennenlernen, was Inklusion bedeutet, teilte das Referat mit.

Das Programm des Abends halte unterschiedliche Facetten «inklusiver Handlungskompetenz» bereit, verpackt in Musik, Kabarett oder Performance. Außerdem seien ein Marktplatz und Kurzworkshops vorgesehen. Eine Ausstellung sowie ein Imbiss gehörten ebenso zu dem «Kostproben»-Abend, der Teil des Jahresprogramms des Referats unter dem Motto «Ein gutes Leben» ist.

Einlass ist um 17:30 Uhr im Haus der Kirche, Wilhelmshöher Allee 330, 34131 Kassel. Die Kosten betragen 10 Euro pro Person. Die Anmeldung erfolgt per E-Mail bis spätestens zum 23. Februar 2015 an erwachsenenbildung@ekkw.de (09.02.2015)

Linktipp:

Die Angebote des Referats Erwachsenenbildung finden Sie auf ekkw.de im Bereich «Service»:

weiter...

«Kassel bleibt weltoffen»
2.000 Menschen demonstrieren in Kassel gegen Rassismus

Kassel (epd). Rund 2.000 Menschen haben am Montagnachmittag in Kassel unter dem Motto «Kassel bleibt weltoffen» gegen religiösen Fanatismus, Rassismus und Antisemitismus demonstriert. Insgesamt neun Redner aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Religion riefen zu Toleranz und gegenseitigem Respekt auf. Zum Vergleich: der Kasseler Pegida-Ableger Kagida hatte am Sonntagnachmittag nur noch rund 60 Anhänger zu einer Kundgebung mobilisieren können, die geringste Zahl seiner bisher zehn Kundgebungen.

Die evangelische Stadtdekanin Barbara Heinrich, die für die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen und den Rat der Religionen sprach, wies darauf hin, dass sich alle Religionen von Intoleranz und Rassismus distanzierten. «Wir lassen es nicht zu, dass gegen Menschen, die hier Hilfe und Schutz suchen, Stimmung gemacht wird», sagte sie. Keine der im Rat der Religionen vertretenen Gemeinschaften halte Gewalttaten mit ihren Überzeugungen vereinbar. Es dürfe daher nicht zugelassen werden, dass bestimmte Religionsgemeinschaften in dieser Frage unter einen Generalverdacht gestellt würden.

Universitätspräsident Rolf-Dieter Postlep wies darauf hin, dass jeder fünfte der insgesamt fast 24.000 Studierenden der Universität Kassel einen Migrationshintergrund besitze. Dazu kämen weitere 2.800 internationale Studenten. «Wir sind stolz darauf, in einem solch international ausgerichtetem Mikrokosmos leben und arbeiten zu können», sagte er. Die Universität brauche eine weltoffene und tolerante Stadt.

Die hessische Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) bezeichnete die Demonstration als ein eindrucksvolles Zeichen für ein weltoffenes und tolerantes Kassel. Dem stimmte auch Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) zu. «Bei uns brauchen Flüchtlinge keine Angst zu haben», sagte er. (03.02.2015)

Übergabe der Bewilligungsbescheide in Kassel
Stiftung Kirchenerhaltungsfonds fördert Projekte mit insgesamt 568.600 Euro

Kassel (medio/epd). Die Stiftung Kirchenerhaltungsfonds der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck fördert in diesem Jahr neun Kirchengemeinden mit insgesamt 568.600 Euro bei ihren Bauvorhaben. Die Ev. Kirchengemeinde St.Crucis Allendorf in Bad Soden-Allendorf (Kirchenkreis Witzenhausen) bekommt mit 148.500 Euro den höchsten Zuschuss für die Innenrenovierung der St. Crucis-Kirche Allendorf, teilte die Pressestelle der Landeskirche mit. Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinden konnten die Bewilligungsbescheide am Montag (19.1.) bei einer Festveranstaltung im Haus der Kirche vom Vorsitzenden der Stiftung, Andreas Fehr, im Haus der Kirche in Kassel entgegen nehmen.

Bischof Prof. Dr. Martin Hein würdigte in seinem Grußwort den Kirchenerhaltungsfonds als «ein geniales Konzept», das einfach sei und sofort einleuchte: «Ich gebe einen Euro, die Stiftung gibt einen Euro dazu», so Hein. Dieses Prinzip motiviere Menschen, Spenden zu sammeln und auf diese Weise Projekte zu ermöglichen, die kaum anders zu finanzieren seien. Es gebe nicht viele Finanzierungsmodelle, die so unmittelbar sichtbar machten, was mit dem gespendeten Geld geschehe. «Das ist das Erfolgsgeheimnis», sagte der Bischof.

Vizepräsident Dr. Volker Knöppel wies darauf hin, dass es in der Evangelischen Kirche in Deutschland kein vergleichbares Förderprogramm gebe, wie den Kirchenerhaltungsfonds der Landeskirche. Seit Gründung der Stiftung im Jahr 2000 seien nunmehr 244 Projekte mit insgesamt rund elf Millionen Euro gefördert worden, ergänzte Stiftungsvorsitzender Andreas Fehr. Zähle man die Spenden der Gemeinden hinzu, komme ein Gesamtinvestitionsvolumen von 18,4 Millionen Euro zusammen.

Stiftung fördert bereits zum 14. Mal

Bereits zum 14. Mal unterstützt die Stiftung Kirchenerhaltungsfonds Projekte in Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Zu den Förderschwerpunkten gehören diesmal Maßnahmen zur Innenrenovierung und künstlerischen Ausgestaltung denkmalgeschützter Kirchen. Die von der Stiftung ausgewählten Gemeinden sammelten in der Zeit vom 3. Juni bis zum 14. November 2014 mit vielfältigen Aktivitäten 568.322 Euro an Spendengeldern für ihre Vorhaben. Dieser Betrag wurde von der Stiftung entsprechend der Stiftungsverfassung verdoppelt.

Die geförderten Gemeinden im Überblick:

Zu den Schätzen der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck gehören die denkmalgeschützten Kirchengebäude. Zu deren Erhaltung hat die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck im Jahr 2000 die Errichtung einer kirchlichen Baustiftung beschlossen. Ziel der Stiftung Kirchenerhaltungsfonds ist es, mit den Erträgen aus dem Stiftungskapital die Bauunterhaltung denkmalgeschützter kirchlicher Gebäude und ihrer Ausstattungsstücke zu fördern. (19.01.2015)

Linktipp:

Die Stiftung Kirchenerhaltungsfonds finden Sie im Internet unter:

kirchenerhaltungsfonds.de