Integration
Kirchen und Gewerkschaften fordern inklusive Integrations- und Sozialpolitik

Wiesbaden (medio). Zu einem Spitzengespräch haben sich Vertreter der evangelischen Kirchen in Hessen, der katholischen Bistümer in Hessen und Rheinland-Pfalz und des DGB Hessen-Thüringen in Wiesbaden getroffen. Wie die Beteiligten am Mittwoch (25. Mai) in einer gemeinsamen Mitteilung erklärten, stand die Integration geflüchteter Menschen im Mittelpunkt des Treffens. Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hob hervor: «Wir brauchen eine inklusive Integrations- und Sozialpolitik, die alle Gruppen von Geflüchteten, aber auch sozial schwache einheimische Gruppen berücksichtigt.» Bischof Martin Hein von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck betonte, ohne das große zivilgesellschaftliche Engagement der Kirchen und ihrer Initiativen hätte die Aufnahme der Flüchtlinge nicht gelingen können.

Der Bischof des Bistums Fulda, Heinz Josef Algermissen, lenkte den Blick auf transnationale Zusammenhänge: «Die Situation der geflüchteten Menschen muss im Gesamtzusammenhang der weltweiten krisenhaften Entwicklungen gesehen werden. Wir brauchen in Deutschland und Europa politische und ökonomische Verhaltensweisen, die Gerechtigkeit fördern und damit Fluchtursachen aufheben».
 
Gabriele Kailing, die Bezirksvorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, betonte: «Die Integration in die Gesellschaft findet maßgeblich über die Integration in den Arbeitsmarkt statt.» Dazu müsste die Qualifizierung durch Sprachangebote und berufsorientierende Praktika verbessert werden. Die Aufweichung von Arbeitsrechtsstandards oder Ausnahmen vom Mindestlohn lehne sie ab. «Jeder Mensch hat einen Anspruch auf Gute Arbeit. Ein Mehr-Klassen-System am Arbeitsmarkt jedoch bedroht den gesellschaftlichen Zusammenhalt.»

Kirchen und Gewerkschaften waren sich darin einig, dass es nicht zu einem Wettbewerb zwischen Flüchtlingen und anderen benachteiligten Gruppen kommen dürfe. Daher sei es unverzichtbar durch sozialen Wohnungsbau bezahlbaren Wohnraum für alle zu schaffen oder Arbeitsverhältnisse nach Tariflohn beziehungsweise Mindestlohn zu entlohnen. Auch müssten Angebote für Personen, die langzeiterwerbslos sind, weiter verstärkt werden.

Ein weiteres Thema waren die jüngsten Gerichtsurteile zu Sonntagsöffnungen von Geschäften. Die Kirchen und Gewerkschaften begrüßen, dass durch die Gerichtsurteile die Ausnahmen für eine Öffnung von Verkaufsstellen an einem Sonntag deutlich restriktiver gehandhabt werden müssen. Die Rechtsprechung bestärke die Kirchen und Gewerkschaften in ihrer gemeinsamen Allianz für den Schutz des arbeitsfreien Sonntages.

An dem Gespräch nahmen für die Evangelischen Kirchen in Hessen u.a. Bischof Martin Hein (Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck), Kirchenpräsident Volker Jung (Evangelische Kirche in Hessen und Nassau) sowie Präses Manfred Rekowski (Evangelische Kirche im Rheinland); für die Katholischen Bistümer u.a. Bischof Heinz Josef Algermissen (Bistum Fulda), Weihbischof Manfred Grothe (Bistum Limburg) sowie Diözesanadministrator Dietmar Giebelmann (Bistum Mainz); für den DGB Hessen-Thüringen, Gabriele Kailing, DGB-Vorsitzende, Jürgen Bothner, Verdi, Birgit Koch, GEW, teil. (25.05.2016)

«Vielfalt, das Beste gegen Einfalt»
Einladung zur Interkulturellen Woche vom 25. September bis 1. Oktober 2016

Kassel (medio). «Vielfalt, das Beste gegen Einfalt» ist nicht nur das Motto der Interkulturellen Woche, welche Ende September stattfindet, sondern auch ein Leitsatz nachdem es sich gut leben lässt, machen Vertreter der christlichen Kirchen in einem gemeinsamen Wort zur 41. Interkulturellen Wochen deutlich. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, Metropolit Augoustinos, sagen darin, dass die Begegnung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft ein Schlüssel für die friedliche Gestaltung einer vielfältigen Gesellschaft sei, wie sie in Deutschland – lange schon vor den aktuellen Fluchtbewegungen – Realität geworden ist.

Die Vertreter der Kirchen äußern sich jedoch besorgt über den wachsenden Zuspruch, den Populisten in Deutschland und Europa erfahren, und warnen vor einem Rückzug in nationales Denken. Entsetzt und erschrocken zeigen sie sich über die mancherorts anzutreffende Radikalisierung der Sprache und des Denkens, die auch den Weg zur Gewalt gegen Fremde in unserer Gesellschaft ebneten. Vor diesem Hintergrund ruft das Gemeinsame Wort zur Solidarität mit den notleidenden Menschen auf, die vor Gewalt und Perspektivlosigkeit zu uns geflohen sind: «Begegnen wir ihnen mit Offenheit – im Geiste der Nächstenliebe!»

Die Interkulturelle Woche findet vom 25. September bis 1. Oktober 2016 statt. Deutschlandweit sind mehr als 5000 Veranstaltungen an über 500 Orten geplant. Im Rahmen der Woche werden auch auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck zahlreiche Veranstaltungen angeboten, bei denen die Begegnungen zwischen den Kulturen im Mittelpunkt stehen werden. Gemeinden und Arbeitsgruppen können jetzt schon Materialien wie Hefte, Plakate und Flyer auf der Internetseite zur Interkulturellen Woche bestellen. (24.05.2016)

Linktipp:

Weitere Informationen und Materialien zur Interkulturellen Woche erhalten Sie unter:

interkulturellewoche.de/

Download:

Lesen Sie hier das gemeinsame Wort zur Interkulturellen Woche 2016:

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«Selfie und hinter mir die Welt»
Zehnter Schüleraktionstag in der «CROSS jugendkulturkirche-kassel»

Kassel (medio). Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck lädt am 21.06.2016 Schülerinnen und Schüler aus den 9. und 10. Klassen zum zehnten Schüleraktionstag unter dem Motto «Selfie und hinter mir die Welt» in die "CROSS jugendkulturkirche kassel» ein. Im Fokus des Tages steht das Selfie im Sinne eines Ausprobierens und Findens der eigenen Persönlichkeit. Eine Herausforderung, die für Jugendliche in unserer globalen, pluralen und digitalen Welt immer schwieriger wird, so die Veranstalter. Der Schirmherr der Veranstaltung ist der Kasseler Oberbürgermeister Bertram Hilgen.

Im Eröffnungsteil wird es neben einem Grußwort der Stadt Kassel, eine Einführung in das Thema geben: Selfie - zeig dich wie du gesehen werden willst. Danach gehen die Schülerinnen und Schüler in ca. 20 verschiedene Workshops. Angeboten werden zum Beispiel ein Theater-Workshop oder ein Poetry-Slam-Workshop. Durch Rappen, Tanzen, Nachdenken und Sprayen können sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Thema «Selfie und hinter mir die Welt» auseinandersetzen. Die Workshops werden von engagierten und ehrenamtlichen Menschen der Stadt Kassel aus den Bereichen Pädagogik, Kultur, Diakonie und kirchlicher Jugendarbeit entwickelt und durchgeführt.

Der Schüleraktionstag ist ein Tag für Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klasse in und um Kassel. Die CROSS jugendkulturkirche-kassel und das Religionspädagogische Institut veranstalten diesen Tag gemeinsam. Ziel des Tages ist es neue Erfahrungen zu machen, andere kennen zu lernen, sich selbst näher zu kommen und gemeinsam Spaß zu haben. Eingeladen sind Schülerinnen und Schüler aller Konfessionen und Religionen.

Ab dem 23.05.2016 können Lehrerinnen und Lehrer ihre Klassen für die einzelnen Workshops auf der Homepage zum Schüleraktionstag anmelden. Nur im Verbund der Klasse/Lerngruppe und mit einer Begleitperson ist die Teilnahme am Schüleraktionstag möglich. Der Tag selbst beginnt um 8 Uhr in der CROSS jugendkulturkirche-kassel. Das Programm endet dort um 13.45 Uhr. (23.5.2016)

Linktipp:

Weitere Informationen zum Schüleraktionstag finden Sie unter

schueleraktionstag.de/

Ein klares Bekenntnis der Landeskirche zum Standort Hofgeismar
Evangelische Tagungsstätte Hofgeismar nach zweijähriger Bauzeit wieder eröffnet

Kassel (medio). Nach zweijähriger Bauzeit ist gestern die Evangelische Tagungsstätte Hofgeismar mit einem Festakt der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck offiziell wieder eröffnet worden. Die zahlreichen Gäste, darunter Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche und Politik, am Bau beteiligte Firmen sowie Nachbarn und Mitarbeitende der Tagungsstätte, hatten die Gelegenheit, bei strahlendem Wetter der feierlichen Schlüsselübergabe beizuwohnen und die neu gestalteten Räumlichkeiten zu besichtigen, teilte die Pressestelle der Landeskirche mit. Der Tagungstrakt mit Synodalsaal und Entrée sowie die Zimmer wurden umfassend saniert und aktuellen Standards angepasst. Ein moderner, offen und transparent gestalteter Speisepavillon mit Raum für ca. 150 Gäste schließt sich nun direkt an die Tagungsstätte an. Das Schlösschen Schönburg befindet sich in einem umfangreichen Restaurierungsprozess. 57 Firmen, vorwiegend aus der Region, haben sich an dem umfassenden Bauprojekt beteiligt, für das die Landeskirche 13 Millionen Euro aus ihrer Baumittelrücklage bereitgestellt hatte.

Impressionen zum Umbau:

Ein klares Bekenntnis der Landeskirche zum Standort Hofgeismar

Seinen Rückblick auf die 25-monatige Bauzeit verband Vizepräsident Dr. Volker Knöppel mit einem deutlichen Bekenntnis zum Standort Hofgeismar: «Hofgeismar ist für unsere Landeskirche ein wichtiger Standort, das wird mit dieser umfangreichen Baumaßnahme eindrücklich unter Beweis gestellt. Die Baumaßnahme hier in Hofgeismar ist ein klares Bekenntnis unserer Landeskirche zu diesem Standort und zu den hier ansässigen landeskirchlichen Einrichtungen am Gesundbrunnen.» Zur Besonderheit des kirchlichen Zentrums am Gesundbrunnen sagte Knöppel: «Das Charakteristische hier ist, dass landeskirchliche Einrichtungen neben denen der Diakonie und der Kirchengemeinde ein kirchliches Ensemble bilden. Das macht den Standort so stark und irgendwie auch unaufgebbar.» Der Vizepräsident dankte für die enge Zusammenarbeit und finanzielle Unterstützung des Landesamtes für Denkmahlpflege bei der Sanierung des Schlösschens Schönburg.

Ein Zentrum der Begegnung und zum Austausch über Fragen der Zeit

Bischof Dr. Martin Hein erinnerte in seinen Worten zur Eröffnung daran, dass historische Gebäude sowohl Erbe als auch Verpflichtung seien. Dies gelte in denkmalpflegerischer Hinsicht, aber auch für die Inhalte und Ziele des Tagungsbetriebes: «Nun steht an, diese Tagungsstätte mit Leben zu füllen und sie zu einem Haus der Begegnung werden zu lassen, in dem Menschen unterschiedlicher Herkunft und Prägung beieinander sind: um miteinander zu beraten, zu entscheiden und so die Kirche zu leiten, um über die Fragen und Herausforderungen unserer Zeit nachzudenken und sich ein begründetes Urteil zu bilden, um zu sich selbst zu kommen und vor allem: um Gott zu finden.»

Ein Ort, an dem die Landessynode über die Situation der Kirche berät

Die Grüße der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck zur Wiedereröffnung ihrer Tagungsstätte überbrachte Präses Dr. Thomas Dittmann. Er äußerte die Freude darüber, dass die 13. Landessynode nun wieder an ihrem traditionellen Ort zusammenkommen könne: «Ein Ort, an dem die Landessynode über die Situation der Kirche berät, über künftige Wege streitet, auf Gottes Wort hört und Entscheidungen über die nächsten Schritte in der Nachfolge Jesu wagt.» Dieses Geschehen werde begünstigt durch das besondere Ambiente des Ortes: «Bei oberflächlicher Betrachtung könnte man meinen, das Tagungshaus liege an der Peripherie, dezentral und daher ungünstig. Tatsächlich handelt es sich um einen Gunststandort mit Garten und Park, der Raum bietet zum Abwägen und zur wohldurchdachten Besinnung.» Diese Besonderheit des Standortes begünstige den synodalen Tagungs- und Entscheidungsprozess und erleichtere es, die Herausforderungen der kommenden Jahre zu bestehen: «Es geht darum, einen Raum zu schaffen, in dem man sich eine Meinung bilden kann, zu Entscheidungen findet und die gefundenen Wege auch beschreitet.»

Ein Ort, an dem sich die Kirche gastfreundlich und einladend zeigt

Auch der Direktor der Evangelischen Akademie Hofgeismar äußerte seine Freude über den Wiedereinzug in die Tagungsstätte: «Das Herz der Evangelischen  Akademie Hofgeismar schlägt am Gesundbrunnen – im Synodalgebäude und im Schlösschen.» Mit einem Blick auf die Menschen, die in Hofgeismar zu Gast sind, sagte Pfarrer Karl Waldeck: «Tatsächlich ist hier für Menschen gebaut worden, die hier zu Gast sind: als Gäste der Ev. Tagungsstätte, des Ev. Predigerseminars, als Teilnehmer der Veranstaltungen der Ev. Akademie. Unsere Kirche will sich hier als gastliche, als einladende Kirche zeigen. Mit den Gebäuden und den Einrichtungen am Gesundbrunnen schlägt sie eine Brücke in die Öffentlichkeit, eine Brücke zur Welt.» (13.05.2016)

Die Sanierungen im Schlösschen Schönburg:

Impressionen vom Festakt:

Nachgefragt:

Akademiedirektor Karl Waldeck sprach mit Onlineredakteur Christian Küster über die Bedeutung der Tagungsstätte für die Ev. Akademie Hofgeismar und die Verbesserungen für den Akademiebetrieb:

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Nachgefragt:

Kirchenoberamtsrätin Karin Denn (Geschäftsführerin der Tagungsstätte) im medio-Interview zu den Neuerungen und was die Gäste jetzt in Hofgeismar erwartet.

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Linktipp:

Die Evangelische Tagungsstätte finden Sie im Internet unter:

tagungsstaette-hofgeismar.de

Evangelische Akademie Hofgeismar legt Halbjahresprogramm vor

Hofgeismar (epd). Rund 40 Veranstaltungen umfasst das Programm der Evangelischen Akademie Hofgeismar für das zweite Halbjahr 2016. Aufgegriffen werden sowohl aktuelle Themen wie Fragen der Migration und des Rechtspopulismus als auch philosophische und theologische Themen, teilte die Akademie am Dienstag mit. Auch das Gastland der Frankfurter Buchmesse, die Niederlande, findet im Programm seinen Niederschlag. Eine Studienreise sowie ein Festival für Alte Musik runden das Angebot ab.

Die Tagung «Migration als Motor» beschäftigt sich am 10. September mit der Frage, welche Chancen die Migration für die Entwicklung des ländlichen und städtischen Raums in Deutschland bringen kann. In eine ähnliche Richtung geht die Tagung «Schaffen wir das?» vom 9. bis 11. Dezember, die sich mit der Frage befasst, wie die Integration der Zuwanderer gelingen kann.

Die Tagung «Gott ist tot, es lebe Gott» vom 2. bis 4. Dezember will aufzeigen, dass sich Gott auch anders denken und erfahren lässt als gewohnt. Ein Rückgriff auf die Auseinandersetzung der abendländische Theologie mit Mythos und Mystik sowie Natur und Denken soll hierzu Anstöße liefern. Die Kinderakademie vom 14. bis 16. Oktober geht den vier Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft nach, die in verschiedensten Varianten erkundet und praktisch entdeckt werden sollen.

Nach Mittelamerika und der dort zunehmenden Gewalt führt die Tagung «Gewalt überwinden - aber wie?» vom 18. bis 21. November. Eine literarische Studienreise auf den Spuren von Nikos Kazantzakis führt schließlich vom 24. September bis zum 1. Oktober auf die Insel Kreta. Schon ausgebucht sind die Wanderexerzitien im Engadin, die bereits im Juli stattfinden. (19.05.2016)

Linktipp:

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter:

akademie-hofgeismar.de

Bettina Wischhöfer neue Vorsitzende der AG kirchlicher Archive

Kassel/Wittenberg (epd). Bettina Wischhöfer (Kassel) ist neue Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Archive und Bibliotheken in der evangelischen Kirche. Die Leiterin des Archivs der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck löse den bisherigen Vorsitzenden Michael Häusler (Berlin) ab, teilte die Arbeitsgemeinschaft am Freitag in Kassel mit. Wischhöfer wurde auf der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft, der rund 60 Archive und 100 Bibliotheken angehören, vom 9. bis 11. Mai in Wittenberg gewählt. Mit ihr stehe in der 80-jährigen Geschichte der Arbeitsgemeinschaft erstmals eine Frau an der Spitze. (19.05.2016)

Linktipp:

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter:

evangelische-archive.de

Drittes Hauptfest des christlichen Kirchenjahres
Pfingsten - das «Fest des Heiligen Geistes»

Kassel (medio). Am Wochenende (15./16. Mai)haben die Christen in den Gemeinden der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck das Pfingstfest gefeiert. Das «Fest des Heiligen Geistes», zu dem viele Gottesdienste angeboten wurden, ist nach Weihnachten und Ostern das dritte Hauptfest des christlichen Kirchenjahres. In Erinnerung an die in der Apostelgeschichte geschilderte Ausgießung des Heiligen Geistes wird Pfingsten auch als Geburtstag der Kirche und Beginn der weltweiten Mission verstanden. Die Bibel schildert nach Jesu Tod am Kreuz, der Auferstehung Christi und Himmelfahrt eine neue Gemeinschaft der Jünger: «Sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an, zu predigen in anderen Sprachen», heißt es in der Apostelgeschichte. Bei dem Treffen der Jünger «sah man etwas wie Feuer, das sich zerteilte, und auf jeden von ihnen ließ sich eine Flammenzunge nieder», heißt es. Petrus rief die Menschen in seiner Pfingstpredigt dazu auf, Buße zu tun und sich auf den Namen Jesu Christi taufen zu lassen. Seiner Aufforderung folgten laut Pfingsterzählung an dem Tag rund 3.000 Menschen.

Der Name «Pfingsten» geht auf das griechische Wort «pentekoste» (der fünfzigste) zurück, weil das Pfingstfest seit etwa Ende des vierten Jahrhunderts fünfzig Tage nach Ostern gefeiert wird. Bis zum vierten Jahrhundert wurde an Pfingsten zugleich Christi Himmelfahrt gefeiert. Erst später entwickelten sich daraus zwei eigenständige Feiertage. Im Kirchenkalender endet mit Pfingsten die österliche Festzeit. (15.05.2016)

Aus der Bibel: «Das Pfingstwunder»

(nach der Apostelgeschichte des Lukas, Kapitel 2, 1 bis 12)

«Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.

Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn jeder seine eigene Muttersprache? Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien und Judäa, Kappadozien, Pontus und der Provinz Asien, Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Einwanderer aus Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: wir hören sie in unsern Sprachen von den großen Taten Gottes reden.

Sie entsetzten sich aber alle und wurden ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll von süßem Wein.»

(Quelle: Lutherbibel, Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart)

Wortlaut:

Hier können Sie die Predigt von Bischof Martin Hein aus dem Gottesdienst am Pfingstsonntag im Wortlaut lesen:

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Internetradio:

Bischof Martin Hein zur Herkunft des Pfingstfestes und dessen Bedeutung heute:

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Kardinal Lehmann in den Ruhestand verabschiedet
Bischof Hein: Selbst für kirchenferne Menschen ist Kardinal Lehmanns Stimme von Gewicht gewesen

Mainz/Kassel (epd). Papst Franziskus hat den Mainzer Bischof, Karl Kardinal Lehmann, an seinem 80. Geburtstag am Pfingstmontag in den Ruhestand verabschiedet. Bei einem Festgottesdienst im vollbesetzten Mainzer Dom überbrachte der päpstliche Nuntius, Erzbischof Nikola Eterovic, die Nachricht aus dem Vatikan.

Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, würdigte Lehmann in einem Brief als einen Bischof, der sich mit seiner besonnenen Stimme bei sozialethischen Fragen eine moralische Autorität aufgebaut habe. Selbst für kirchenferne Menschen sei diese Stimme von Gewicht gewesen. Beim Thema Ökumene sei stets zu spüren gewesen, wie nah Lehmann die Spaltung der Christenheit gehe. «Sie stehen für einen Katholizismus, der die Weltkirche im Blick hat und doch vor Ort gelebt wird und Rom auch einmal Rom sein lassen kann», heißt es in dem Schreiben.

Karl Kardinal Lehmann war mit Abstand der dienstälteste katholische Bischof in der Bundesrepublik. Lehmann war seit 1983 Bischof von Mainz und stand von 1987 bis 2008 über zwei Jahrzehnte lang an der Spitze der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. (18.05.2016)

«Musik aus aller Welt»
Tanner Musiksommer startet am Pfingstsonntag

Tann (epd). Unter dem Motto «Musik aus aller Welt» steht der diesjährige Musiksommer der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Tann in der Rhön. Er werde am Pfingstsonntag, 15. Mai, um 20 Uhr in der Stadtkirche mit Beiträgen aus England eröffnet, teilten die Veranstalter am Dienstag mit. Am Sonntag, 19. Juni, werde Gustavo Imusa in der Dorfkirche Theobaldshof Folklore aus Patagonien zu Gehör bringen, anschließend würden kulinarische Spezialitäten aus der Region serviert, die zu Chile und Argentinien gehört.

In der «Nacht der Nationen» am 9. Juli werden sich ab 20 Uhr in der Tanner Stadtkirche in stündlich wechselnder Besetzung Nationen und Kulturen aus Afrika, USA sowie aus Israel musikalisch vorstellen.
Am 17. und 28. August können Gottesdienstbesucher im Anschluss an die Gottesdienste in der Stadtkirche Orgelmusik aus verschiedenen Jahrhunderten hören. Der Norden Europas wartet am 13. August um 20 Uhr in der Niklaskirche in Tann mit einer Mischung aus traditioneller und moderner Musik aus nordeuropäischen Ländern auf.

Kinder kommen am 28. August um 11 Uhr in der Stadtkirche Tann auf ihre Kosten, wenn es eine musikalische Reise durch das Tierreich gibt. Nach einem Vivaldi-Konzert am 4. September in der Alten Pfarrkirche Tann-Lahrbach findet der Musiksommer am 8. Oktober in der Stadtkirche seinen Abschluss mit russischer Musik, dargebracht von den Don Kosaken. (11.05.2016)

Linktipp:

Weitere Informationen zum Programm des Tanner Musiksommers unter:

tannermusiksommer.de/

Konstituierende Sitzung in Berlin
Evangelischer Theologe Dabrock neuer Vorsitzender des Ethikrats

Berlin (epd/medio). Der evangelische Sozialethiker Peter Dabrock ist neuer Vorsitzender des Deutschen Ethikrats. Der Professor für Systematische Theologie an der Universität Erlangen-Nürnberg wurde am Donnerstag (28.4.) an die Spitze des Gremiums gewählt. Stellvertretende Vorsitzende wurden die Medizinethikerin Claudia Wiesemann, die Neurowissenschaftlerin Katrin Amunts sowie der Psychologe und Gerontologe Andreas Kruse.  


Bischof Martin Hein vertritt evangelische Theologie und Kirche in Gremium

Neben Dabrock vertritt der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, die evangelische Theologie und Kirche im Ethikrat. Hein wurde bereits in der letzten Amtszeit im November 2014 auf Vorschlag der Bundesregierung von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) zum Mitglied des Gremiums berufen.  


Stichwort: Deutscher Ethikrat

Der Ethikrat war zu Beginn seiner neuen vierjährigen Amtszeit in Berlin in neuer Besetzung zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengekommen. Ihm gehören Vertreter aus Medizin, Recht, Naturwissenschaften, Ethik, Kirchen und Verbänden an. Das Gremium berät ethisch umstrittene Fragen und legt der Politik Empfehlungen vor. In der vergangenen Amtszeit hatte sich der Ethikrat unter anderem mit den kontrovers diskutierten Fragen der religiös motivierten Beschneidung, der Sterbehilfe, des Inzestverbots, des Hirntods und der Embryonenspenden beschäftigt.
 
Von den 26 Mitgliedern sind 14 von Bundestagspräsident Lammert neu berufen worden. Zwölf gehörten dem Gremium bereits in der vergangenen Amtszeit an. Jeder Vertreter darf für maximal eine weitere Amtszeit wiedergewählt werden. Die Mitglieder werden je zur Hälfte von den Fraktionen im Bundestag und der Bundesregierung benannt und vom Bundestagspräsidenten berufen. (02.05.2016)

Linktipp:

Den Deutschen Ethikrat finden Sie im Internet unter:

ethikrat.org

125-Jahr-Feier in Kassel
Kurhessischer Pfarrverein will Kontakte zu Theologiestudierenden intensivieren

Kassel (epd). Der Pfarrverein Kurhessen-Waldeck will künftig häufiger mit Theologiestudierenden in Kontakt treten. Ein weiteres wichtiges Vorhaben sei die Diskussion um die geplanten strukturellen Veränderungen in der Landeskirche, die auch die Pfarrer beträfen, sagte der Vorsitzende Frank Illgen auf der 125-Jahr-Feier des Vereins 29. April 2016 in Kassel. Das 1891 formulierte Ziel, berechtigte Anliegen des geistlichen Standes in der Kirche zu vertreten und Pfarrer in Ausübung ihrer Pflichten und Rechte zu schützen, sei nach wie vor aktuell.

Die Prälatin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Marita Natt, gab auf der Veranstaltung bekannt, dass sich in den ersten Monaten des Jahres bereits mehr Studierende auf die landeskirchliche Liste der Theologiestudierenden hätten setzen lassen als im gesamten Jahr zuvor. Auch für das von der Landeskirche seit kurzem angebotene Stipendium für das Studium der Theologie werde stark nachgefragt. Neben der finanziellen Förderung biete die Landeskirche hier zudem ein speziell gestricktes Begleitprogramm an.

Linktipp:

Den Pfarrverein finden Sie im Internet unter:

ekkw.de/pfarrverein

Vom 25. bis 27. April 2016
1. Tagung der 13. Landessynode im Kloster Haydau

Morschen (medio). Die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck trat am 25. April 2016 im Kloster Haydau im nordhessischen Morschen zu ihrer ersten Tagung der Legislaturperiode zusammen. Bischof Martin Hein predigte im Eröffnungsgottesdienst in der Klosterkirche zur Eröffnung der Tagung, in dem die neu hinzugetretenen Mitglieder das Gelöbnis ablegten. Im Anschluss eröffnet der Präses der 12. Landessynode, Kirchenrat Rudolf Schulze, die Sitzung der ersten Tagung der 13. Landessynode in der Orangerie des Klosters. Die öffentlichen Verhandlungen begannen mit einem Grußwort des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier. Danach erfolgte die Wahl des Präsidiums der 13. Landessynode.

Die Schwerpunkte der Synodaltagung, die bis einschließlich Mittwoch, den 27. April, dauerte, waren u.a. die Wahl eines neuen Präses der Landessynode und die des Rates der Landeskirche. Desweiteren standen der Bericht des Bischofs, der Personalbericht der Prälatin und der Finanzbericht des Vizepräsidenten auf der Tagesordnung. (27.04.2016)

Übersicht:

Auf unserer Sonderseite zur Tagung der Landessynode finden Sie Berichte, Fotos und die Dokumentation der Beschlüsse:

zur Tagungsübersicht

Tagesordnung:

Tagesordnung der ersten Tagung (Frühjahr 2016) der 13. Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck vom 25. bis 27. April 2016 in Morschen:

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«Viva la Reformation – Eine bunte Welt»
Schülerprojekttag und Konfirmandentag: Rund 1.400 Jugendliche treffen sich in der Reformationsstadt Homberg

Kassel/Homberg (medio). Unter dem Motto «Viva la Reformation – Eine bunte Welt» lädt die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) am 16. und 17.09.2016 Jugendliche zu einem Schülerprojekttag und einem Konfirmandentag in die Reformationsstadt Homberg/Efze ein. An beiden Tagen beschäftigen sich die Jugendlichen mit Themen der weltweiten Ökumene im Rahmen des diesjährigen Mottos der Reformationsdekade «Reformation und die Eine Welt», teilte die Pressestelle der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck mit.

Schülerprojekttag: Workshops und Bühnenprogramm

Rund 400 Oberstufenschülerinnen und -schüler aus dem Sprengel Hersfeld werden am 16.09. in der Homberger Reformationskirche St. Marien erwartet. Im Plenum und in über 20 Workshops werden sie sich mit Fragen der Menschenwürde, dem Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen, ihrer Verantwortung für Gottes Schöpfung und den Möglichkeiten des Engagements für Gerechtigkeit und Frieden beschäftigen. Referentinnen und Referenten aus dem In- und Ausland werden diesen Tag mitgestalten. Ein Rahmen- und Bühnenprogramm mit Talks, Filmclips und viel Musik soll den Tag für die Schülerinnen und Schüler zu einem besonderen Event machen.

Konfirmandentag: Erlebnistag mit Musik, Talks, Workshops und Mitmachaktionen

Zum Konfirmandentag am 17.09. werden in Homberg rund 1000 Konfirmandinnen und Konfirmanden aus dem Sprengel Hersfeld erwartet. Der Blick soll sich über den heimischen Tellerrand hinaus in die weltweite Christenheit richten und Begegnungen mit Menschen aus der Ökumene ermöglichen. Die Jugendlichen können hautnah erfahren, wie die Reformation die Welt verwandelt und welche Früchte sie in unterschiedlichen Kulturen hervorgebracht hat, so die Veranstalter. Außerdem werden Jugendliche von ihren spannenden Erfahrungen im Ausland als Austauschschüler und als Engagierte im Freiwilligendienst berichten. Auf dem Marktplatz wird es von 14:00 bis 17:30 Uhr ein buntes Programm mit Musik, Talks, Workshops, Mitmachaktionen und einem Markt der Möglichkeiten geben.

Teamer gesucht für den Konfirmandentag

Damit der Konfirmandentag für alle zu einem unvergesslichen Tag wird, werden junge, aufgeschlossene Menschen gesucht, die mit Ideen und Tatkraft als Teamerinnen und Teamer beim Bühnenprogramm, den Workshops, dem Markt der Möglichkeiten und der Organisation und Logistik mithelfen. Das nächste Vorbereitungstreffen findet am Samstag, 25. Juni 2016 von 13:00 bis 17:00 Uhr im evangelischen Gemeindehaus Homberg, Bindeweg 22 statt.

Information und Anmeldung zu den Projekttag erhalten Interessierte beim Projektmanagement der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Telefon (0561) 9378-479, E-Mail: projektmanagement@ekkw.de

Reformationsstadt Homberg/Efze

Ein Jahr vor dem großen Reformationsjubiläum 2017 öffnet sich mit dem Themenjahr «Reformation und die Eine Welt» der Blick für die weltweite Ökumene. Über 400 Millionen Menschen weltweit verbinden ihren Glauben mit der Reformation, die von Wittenberg und anderen europäischen Städten ausgegangen ist. Die Stadt Homberg/Efze blickt in diesem Jahr auf ein historisch bedeutendes Datum in ihrer Geschichte zurück: Nachdem die Stadt bereits wiederholt als Tagungsort hessischer Landtage gedient hatte, tagte im Jahre 1526 unter dem Vorsitz des hessischen Landgrafen Philipp von Hessen die sogenannte Homberger Synode, die zur Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen führte. Die Evangelische Stadtkirche St. Marien diente als Tagungsort der damaligen Synode. Heute erinnert das mittlere Chorfenster in der Reformationskirche an dieses bis heute bedeutende Ereignis für die Geschichte der evangelischen Kirche und des Landes Hessen. Ausgehend von Homberg und Marburg haben sich die Ideen der Reformation weltweit entfaltet. (20.04.2016)

Linktipp:

Mehr Informationen zum Konfirmandentag und zum Schülerprojekttag unter:

viva-la-reformation.de/

Flüchtlinge sind unser gemeinsames Anliegen
Neues Internetportal von Diakonie und Evangelischen Kirchen unterstützt Ehrenamtliche in Hessen und Rheinland-Pfalz

Frankfurt/Darmstadt/Kassel (medio). Ein neues Internetportal unterstützt Ehrenamtliche in Hessen und Rheinland-Pfalz in ihrem Engagement für Flüchtlinge. Auf menschen-wie-wir.de bietet die Diakonie Hessen zusammen mit der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau Informationen und Material rund um die Flüchtlingsarbeit, heißt es in einer gemeinsamen Pressemeldung.

Digitale Karten zeigen Flüchtlingsinitiativen und Kontaktadressen in Diakonie und Kirche. Interessierte sollen schnell die richtigen Ansprechpartner in ihrer Nähe finden. Darüber hinaus präsentiert das Portal erfolgreiche Projekte, die Initiativen aufgreifen und an die eigenen Bedingungen vor Ort anpassen können. Die Seite bietet Ratschläge zur Praxis, gibt Informationen zur Finanzierung und vermittelt evangelische Standpunkte zur Flüchtlingsfrage. Ein hessenweiter Veranstaltungskalender mit Fortbildungsangeboten und Fachtagungen ergänzt das Angebot.

«Die Flüchtlinge sind unser gemeinsames Anliegen» lobten Prof. Dr. Martin Hein, Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, und der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau Dr. Volker Jung die wirkungsvolle Zusammenarbeit der beiden Kirchen und ihrer Diakonie. «Diakonie und Kirche sind wichtige Stimmen im gesellschaftlichen Diskurs über Flucht und Migration», so Hein. «Daher ist es uns ein Anliegen, die vielen Engagierten in unseren Kirchengemeinden mit konkreten und praxisorientierten Hilfestellungen zu begleiten.» Mit evangelischen Standpunkten stärke die Internetseite zudem das Engagement von Christen für Geflüchtete. Dazu gehöre auch konkreter Rat in Fragen des Kirchenasyls sowie zum Umgang mit rechtsextremer Gewalt.

«Die Menschen auf der Flucht sind Menschen wie wir», stellte Kirchenpräsident Jung fest. Diese simple und zugleich aufrüttelnde Erkenntnis habe Tausende Menschen in Hessen und ganz Deutschland dazu gebracht, sich für und mit Geflüchteten zu engagieren. «Viele Menschen in Kirchengemeinden wollen Geflüchtete auf ihrem Weg in unsere Gesellschaft begleiten», so Jung. Gerade in den Kirchen habe man mit so viel Engagement, hauptamtlicher Begleitung, Geldmitteln und Räumen gute Voraussetzungen für diese Arbeit.

Die fachliche Leitung des neuen Portals hat Andreas Lipsch, der Leiter des Bereichs Flucht, Interkulturelle Arbeit und Migration der Diakonie Hessen: «Wichtig ist die gute Koordination der vielen Menschen, die helfen wollen», sagte Lipsch. «Die nach wie vor vielen freiwillig Engagierten in der Flüchtlingsarbeit brauchen fachliche Begleitung und handfeste Unterstützung, um auf lange Sicht arbeiten zu können.» Deshalb sei eine gute Vernetzung mit den Hauptamtlichen in der Flüchtlingsarbeit der Schlüssel, um nachhaltige und tragfähige Strukturen zu etablieren. Nach dem Start des Internetportals erweitert ein Team aus beiden hessischen Kirchen und der Diakonie Hessen die Inhalte. (15.04.2016)

Linktipp:

Das neue Internetportal rund um die Flüchtlingsarbeit in Hessen und Rheinland-Pfalz finden Sie unter:

menschen-wie-wir.de

Textwettbewerb für Traulieder
Bekanntgabe der Gewinner des landeskirchlichen Wettbewerbes für Traulieder nach dem 15. April

Kassel (medio). Mit neuen Texten zu bekannten Kirchenliedern soll in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in Zukunft den veränderten gesellschaftlichen und kirchlichen Einstellungen zu Ehe und Familie kirchenmusikalisch Rechnung getragen werden. Dafür hat die Landeskirche im letzten Jahr einen Textwettbewerb für Traulieder ausgeschrieben.

Die Bekanntgabe der Gewinner des Wettbewerbs, die am 1. März geplant war, werde sich allerdings verschieben. «Wir danken allen, die sich an unserem Wettbewerb beteiligt haben», sagte Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum. Derzeit warte man jedoch noch auf die endgültige Erteilung einer Bearbeitungs- und Veröffentlichungslizenz durch die Rechteinhaber. Alle Preisträger und Preisträgerinnen würden jedoch direkt angeschrieben, erklärte der Landeskirchenmusikdirektor weiter. Bis dahin bitte er um Geduld.

Texte sollen neues Ehe- und Familienbild verständlich und bildreich beschreiben

Laut Ausschreibung wurden Texte gesucht, die in einer verständlichen und bildreichen Sprache das neue Ehe- und Familienbild in religiös-christlicher Perspektive beschreiben. Die Texte sollten auf eine der folgenden Melodien gesungen werden können: «Danke für diesen guten Morgen», «Geh aus, mein Herz, und suche Freud», «Großer Gott, wir loben dich» und «Stern über Bethlehem».

Die prämierten Lieder werden in das neue Beiheft zum Gesangbuch der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck aufgenommen. Das Beiheft ist ein kirchenmusikalischer Beitrag der Landeskirche zum Reformationsjubiläum 2017. Es wird im Rahmen der Landeskirchenmusiktage vom 8. bis 10. September 2017 der Öffentlichkeit feierlich übergeben. (09.03.2016)

«Ein feste Burg ist unser Gott»
Internationaler Kompositionswettbewerb für Orgel solo zum Lutherjahr gestartet

Kassel (epd). Mit einem internationalen Kompositionswettbewerb zum Lutherjahr 2017 will der «Merseburger Verlag» in Kassel zu einer musikalischen Auseinandersetzung mit dem Thema Reformation anregen. Grundlage für den Wettbewerb für Orgel solo sei das Reformationslied «Ein feste Burg ist unser Gott», sagte Renate Matthei, Geschäftsführerin des fast 180 Jahre alten Kirchenmusikverlags, am Donnerstag. Zu dem Thema gebe es bisher noch viel zu wenig Musik. Der erste Preis ist mit 600, der zweite mit 300 und der dritte mit 200 Euro dotiert.

Martin Hein, Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und Schirmherr des Wettbewerbs, wies darauf hin, dass das vermeintliche «Trutzlied der Reformation» eigentlich das Lied eines verzagten Menschen gewesen sei. Es sei früher mit einer Laute gespielt und leise gesungen worden. Die Komponisten ständen nun vor der Aufgabe, eine anspruchsvolle Orgelmusik zu schreiben, die dieses Lied und sein Thema in den Blick nehme.

«Wir befinden uns auf dem Weg, Luther ökumenisch zu entdecken», fügte Hein hinzu. Obwohl die geistliche Musik heute ökumenisch sei und sich dies auch in den Gesangbüchern widerspiegele, habe dieses Lied noch keinen Eingang in das katholische Kirchengesangbuch gefunden. Dies, so ergänzte Regionalkantor und Jurymitglied Thomas Pieper, liege allerdings weniger am Text des Liedes als an seiner Verwendung als «protestantisches Kampflied» in früheren Zeiten.

Nach den Worten von Ideengeber und Kantor Martin Forciniti soll der Kompositionswettbewerb die Botschaft von der befreienden Liebe Gottes, wie sie in dem Lied zum Ausdruck komme, neu beleuchten. Die prämierten Werke sollen am 15. Oktober 2016 in einem Preisträgerkonzert in der Kasseler Elisabethkirche aufgeführt werden. «Wir hoffen, dass die Stücke dann auch zum Reformationstag und beim Reformationsjubiläum gespielt werden», ergänzte Matthei. Sie sei bereit, die prämierten Lieder gegebenenfalls auch zu verlegen.

Die Komposition für Orgel solo ist bis zum 31. Mai 2016 beim Merseburger Verlag, Naumburger Straße 40, 34127 Kassel einzureichen.(19.11.2015)

Linktipp:

Weitere Informationen zum Wettbewerb unter:

merseburger.de/