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Treffen mit Papst Franziskus und Besuch konfessioneller Einrichtungen
ACK-Vorstand in Rom: «Das Reformationsjahr ist eine Chance für die Ökumene»

Rom (medio). Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) ist davon überzeugt, dass das Reformationsjahr 2017 eine Chance für die Ökumene ist.
Bestärkt wurden die Vorstandsmitglieder jetzt darin auch von Papst Franziskus, dem sie während einer Besuchsreise vom 11. bis 15. Juni in Rom von den Aktivitäten der ACK zum Reformationsjahr berichteten.

2017-06-23
Papst Franziskus habe die ACK in ihren Bemühungen bestärkt, die Gemeinsamkeiten der Kirchen zu betonen und das Miteinander zu fördern, teilte die ACK mit.

Der Papst bedankte sich besonders für das Engagement der Kirchen für den ökumenischen Tag der Schöpfung. Der Vorstand der ACK hatte ihm zudem das Wort «Versöhnt miteinander» überreicht, das die Mitgliederversammlung zu 500 Jahren Reformation verabschiedet hatte.

Der Papst erhielt außerdem den Bericht einer Tagung, die sich mit den Ergebnissen des Zweiten Vatikanischen Konzils aus multilateraler ökumenischer Perspektive beschäftigt hatte.

Zuvor war Die Delegation mit Kurt Kardinal Koch zusammengetroffen. Der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen lobte die gemeinsamen Aktivitäten der deutschen Kirchen und bat sie, sich besonders mit der Vision der Einheit der Kirchen auseinanderzusetzen und eine gemeinsame Sicht dieser Einheit zu entwickeln. Das Jahr 2017 sei nur der Anfang eines Prozesses, der sich immer mehr in Richtung der Einheit der Kirchen entwickeln müsse, so der Kardinal. Als Perspektive nannte Koch das Jahr 2030, in dem man auf 500 Jahre Confessio Augustana zurückblicken könne.

  Das Dokument, in dem sich die Kirchen «so nah wie noch nie» gewesen seien, sollte Ansporn sein, noch mehr Einheit zu suchen und dafür konkrete Perspektiven zu entwickeln, so der Präsident.

Außerdem besuchte der Vorstand die Fakultät der Waldenser, an der sich protestantische Studierende aus aller Welt auf einen Dienst in einer Gemeinde vorbereiten. Die Situation der Minderheitskirchen in Italien habe sich in den letzten Jahren verbessert, sagte Lothar Vogel, Vizedekan der Fakultät. So habe man nicht nur seitens der evangelischen Kirchen in Italien zu mehr Einheit finden können, sondern auch die Beziehungen zur katholischen Kirche seien gewachsen.

Im Anglican Centre hatte der Botschafter der Anglikanischen Kirche in Rom, Erzbischof David Moxon, diesen Eindruck bestätigt. Er berichtete dem Vorstand der ACK von der ersten anglikanischen Vesper im Petersdom im Frühjahr dieses Jahres.

  «Wir sehen in dieser Zeit einen großen Kairos für weitere ökumenische Schritte», zog Bischof Karl-Heinz Wiesemann (Speyer), Vorsitzender der ACK in Deutschland, eine erste Bilanz des Besuchs in Rom.  Der Vorstand sei in seinem Bemühen gestärkt worden, die geistliche Ökumene zu stärken und aus gemeinsam aus den Impulsen der Reformation zu lernen. Weitere Stationen der Reise waren das Collegium Germanicum et Hungaricum, an dem deutsche und osteuropäische Studierende auf das Priesteramt vorbereitet werden, sowie die Deutsche Botschaft am Heiligen Stuhl.

Der Delegation der ACK gehörten an: Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (Bistum Speyer, ACK-Vorsitzender), Bischöfin i.R. Rosemarie Wenner (Evangelisch-methodistischen Kirche, EmK), Bischof Prof. Dr. Martin Hein (Evangelische Kirche in Deutschland, EKD), Erzpriester Constantin Miron (Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland, OBKD), Reverend Christopher Easthill (Anglikaner), Dr. Elisabeth Dieckmann (ACK-Geschäftsführerin), Pfarrer Marc Witzenbacher (Ökumenische Centrale, ÖC). (19.06.2017)

Linktipp:

Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland finden Sie unter:

oekumene-ack.de

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Führungen, Musik und Gottesdienste
Einladung zur «Nacht der offenen Kirchen» in Kassel

Kassel (medio). Eine Nacht voller faszinierender Bilder, beeindruckender Klänge und inspirierender Begegnungen verspricht die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Kassel (ACK) zur «Nacht der offenen Kirchen» am 23. Juni 2017. 41 Kirchengemeinden und christliche Gemeinschaften öffnen für interessierte Besucherinnen und Besucher ihre Kirchengebäude und Häuser verteilt über die ganze Stadt.

An jedem dieser Orte haben sich engagierte Menschen vorbereitet, Besucherinnen und Besucher zu begrüßen, etwas zu zeigen, zu erfreuen und zu inspirieren, verspricht das Programm zur «Nacht der offenen Kirchen». Es gäbe auch die Möglichkeit ins Gespräch zu kommen, heißt es weiter.

Geplant seien Aktionen für Kinder und Jugendliche, Musik, Turmbesteigungen, Führungen, Meditationen, Kunstausstellungen, Lesungen, Andachten, Gottesdienste und vieles mehr. «Sie sind eingeladen zum Schauen, zum Hören, zum Verweilen und zum Mitmachen in verschiedensten Formen», so Stadtdekanin Barbara Heinrich, Vorsitzende der ACK. «Manche Kirchen und Orte sind Ihnen vertraut; manche werden für Sie eine Entdeckung sein, weil es noch nie einen Anlass gab, hinter diese Türen zu treten», verspricht Heinrich.

«Begegnung und Miteinander zu erleben, Bekanntes und Unbekanntes in ungewohntem oder neuem Lichte zu entdecken, hat für viele Menschen in unserer Stadt - so hat es sich seit 2005 gezeigt – einen ganz besonderen Reiz», freut sich der noch amtierende Oberbürgermeister der Stadt Kassel, Bertram Hilgen (SPD), über das bunte Programm der sechsten «Nacht der offenen Kirchen» in Kassel.

Stichwort: Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Kassel

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Kassel ist ein ökumenischer Zusammenschluss, dem die evangelische und die katholische Kirche, die orthodoxen, Frei- und Bekenntniskirchen sowie christliche Gemeinschaften als Voll- bzw. Gastmitglieder angehören. Die in der Arbeitsgemeinschaft vertretenen Mitglieder wollen ihrer Gemeinsamkeit im Glauben an den einen Herrn Jesus Christus in Zeugnis und Dienst gerecht werden, heißt es in der Präambel der Ordnung der ACK. (09.05.2017)

2017-05-09

Linktipp:

Weitere Informationen zum Programm der «Nacht der offenen Kirchen» finden Sie unter:

nachtderkirchenkassel.de

a23033

«Hit-From-Heaven»-Sonntag am 10. September 2017
Max Giesingers Hit «Wenn sie tanzt» Thema in vielen Gottesdiensten

Kassel (medio). Unter dem Motto «Wenn sie tanzt» stehen am 10. September 2017 die Sonntagsgottesdienste in einigen Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Der Song von Max Giesinger steht dabei im Mittelpunkt des «Hit-From-Heaven-Sonntags». Alle Kirchengemeinden in ganz Hessen sind eingeladen, sich an der Aktion zu beteiligen, teilte der Beauftragte für privaten Rundfunk, Pfarrer Prof. Dr. Siegfried Krückeberg, gegenüber der landeskirchlichen Medienagentur «medio», mit.

Der hessische Privatradiosender «Hit Radio FFH» stellt den Song in seinem Programm vor und berichtet im Kirchenmagazin «Kreuz und Quer», das sonntags zwischen 6 und 9 Uhr zu hören ist, über die Gottesdienste, sagte der Beauftragte weiter.

«Kleine Ausflüchte helfen zu schätzen was man hat»

2017-06-21
Zum dritten Mal findet die Gottesdienstaktion zu einem Popsong statt. Dabei zeigen die Gemeinden, dass sie gegenüber den musikalischen Vorlieben vieler Menschen offen sind und diese Art von Musik auch in der Kirche Platz hat. «Es kommt zum Ausdruck, dass die Inhalte vieler Popsongs gute Impulse für das Leben (als Christ) geben können», ergänzte Dekan Dr. Martin Lückhoff, der die Idee zu der Aktion gemeinsam mit Krückeberg hatte. Die beiden Pfarrer hoffen, dass die Besucher die Kirche am Ende des Gottesdienstes beschwingt und vielleicht auch passend zum Song tanzend verlassen. «Kleine Ausflüchte helfen zu schätzen was man hat, auch wenn es mal stressig ist», sagte der Sänger Max Giesinger im Interview mit Krückeberg zur Botschaft seines Songs «Wenn sie tanzt». Für den einen könne dies eine Joggingrunde sein, für den anderen das Tanzen.
 

Materialpaket zum Download

Für die Vorbereitung und Bekanntmachung der «Hit-From-Heaven»-Sonntage steht ein umfangreiches Materialpaket bereit, das u.a. einen Gottesdienstentwurf, mit Gebeten, Liedern und Predigt enthält. Außerdem sind darin die Gitarrengriffe des Songs «Wenn sie tanzt», Gemeindebriefvorlagen und gestaltbare Plakatvorlagen enthalten. Die Materialien erhalten Sie recht im Download. Weitere Infos zum Song und Anmeldung zum Gottesdienst unter hitfromheaven@medio.tv.
Die Gottesdienstzeiten können frei gewählt werden. Hit Radio FFH berichtet laut Krückeberg am 17. August in der Sendung «Kreuz und Quer», die von bis zu 432.000 Hörern gehört wird, über die Gottesdienste. (21.06.2017)

Max Giesinger mit dem Song «Wenn sie tanzt»

Hier können Sie das offizielle Video ansehen:

Veranstaltungskalender:

Wenn sich auch Ihre Kirchengemeinde am «Hit-From-Heaven»-Sonntag beteiligt, dann tragen Sie sich in unseren Veranstaltungskalender ein (bitte am Ende des Formulars der Rubrik «Hit-From-Heaven-Sonntag» zuordnen!) oder schauen Sie sich an, welche Gemeinden schon mitmachen:

Gottesdienst eintragen...
Gottesdienste ansehen...

Linktipp:

Die Noten für den Song können Sie hier kostenpflichtig runterladen:

notendownload.com(...)

Materialpaket

Im Materialpaket zum «Hit-From-Heaven»-Sonntag finden Sie u.a. einen Gottesdienst- und Predigtentwurf und gestaltbare Plakatvorlagen:

Download als ZIP-Archiv

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Reformationssommer 2017
Rund 1.300 Konfirmanden fahren zu «KonfiCamps» nach Wittenberg

Wittenberg / Kassel (medio). Konfirmandinnen und Konfirmanden aus ganz Deutschland sind eingeladen, den Reformationssommer 2017 in der Lutherstadt Wittenberg zu verbringen und in «KonfiCamps» die Gemeinschaft Gleichgesinnter zu erleben. Aus der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) machen sich dazu etwa 1.000 Konfis vom 21. bis 25. Juni auf den Weg in die Lutherstadt. Begleitet werden sie von den Pfarrerinnen und Pfarrern ihrer Gemeinden und haupt- und ehrenamtlichen Teamern, teilte Pfarrerin Katja Friedrichs-Warnke vom Religionspädagogischen Institut der EKKW und der EKHN (RPI) mit.

Den Konfis steht ein spannendes und erlebnisreiches Programm bevor, zu dem Workshops in Kleingruppen, Ausflüge nach Wittenberg zur «Weltausstellung Reformation» und zu den Orten der Reformation gehören. Ein besonderer Höhepunkt werde der Besuch von Bischof Martin Hein im Camp am 23. Juni in Wittenberg sein, so die Pfarrerin. Für das Camp im Juni hatte die Landeskirche Plätze für 1.000 Personen vorreserviert, doch die Nachfrage sei wesentlich höher gewesen, berichtete Friedrichs-Warnke. Deshalb habe man weitere 300 Konfis in einem anderen Zeitfenster in Wittenberg unterbringen können.

2017-06-02

Vorbereitungstage für Teamer und Zuschuss der Landeskirche für Teilnehmer

Unterstützt in Vorbereitung und Durchführung der Wittenberger KonfiCamps werden die hauptberuflichen und ehrenamtlichen Teamer der Kirchengemeinden vom RPI (Bereich Konfirmandenarbeit) und vom Referat Kinder- und Jugendarbeit. Zudem erhalten alle beteiligten Kirchengemeinden von der Landeskirche einen Zuschuss von 30 Euro pro Teilnehmer. Die Mitarbeit jugendlicher ehrenamtlicher Teamer sei ein wesentliches konzeptionelles Merkmal der Camps, erläuterte Friedrichs-Warnke. Denn für fünf Konfis sei ein mitfahrender Teamer wünschenswert. Deshalb hatten RPI und Referat besondere Schulungstage für Teamer in Kassel und Großauheim angeboten. Info-Kontakt: Referat Kinder- und Jugendarbeit, Diakonin Elke Hartmann, Tel.: (05 61) 93 78-340, E-Mail: elke.hartmann@ekkw.de (02.06.2017)

Linktipp:

Informationen zu den «KonfiCamps» in Wittenberg im Internet unter:

r2017.org

Internetradio:

medio-Reporter Torsten Scheueremann hat mit Konfirmanden aus Obermeiser und Westuffeln gsprochen, die schon im Konficamp in Wittenberg waren:

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Internetradio:

medio-Reporter Siegfried Krückeberg hat mit den Pfarrern Marvin Lange und Christian Pfeifer aus Fulda über das Camp gesprochen. Beide sind mit Konfirmanden in Wittenberg:

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a22990

Bischof Hein berichtet über Begegnung mit dem Papst in Rom:
Emeriti-Sommerempfang der Landeskirche im Kasseler Haus der Kirche

Kassel (medio).  Am Samstag (17.6.) hatte die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck ihre emeritierten Funktionsträger zum Sommerempfang ins Haus der Kirche geladen. Der Einladung folgten rund 60 Ehemalige, teilte die Pressestelle der Landeskirche mit.

Einen Sommerempfang für Emeriti werde alle zwei Jahre ausgerichtet, um mit den Ehemaligen über kirchenpolitisch und theologisch relevante Themen ins Gespräch zu kommen, so die Mitteilung.

2017-06-20
Prälatin Marita Natt griff in ihrer Andacht zu Beginn des Treffens eine gemeinsame Aktion der Initiative für eine offene Gesellschaft und der Diakonie Deutschland auf, die für den 17. Juni zum «gemeinsamen Essen in der Öffentlichkeit» aufgerufen hatte. Dem Aufruf folgend versammele man sich überall in Deutschland – auch vor dem Haus der Kirche, sichtbar und hörbar für alle Passanten, so die Prälatin. Laut Natt solle damit auf einladende Weise gezeigt werden: «Wir stehen für das Evangelium, wir bekennen uns zu unserem dreieinigen Gott, das war und ist es, was unser Leben bestimmt hat und weiterhin bestimmt.»

  Bischof Prof. Dr. Martin Hein schilderte in einem Vortrag seine Beobachtungen zur Ökumene und zur Situation der katholischen Kirche, die er von der Reise mit einer Delegation der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) nach Rom mitgebracht hatte. Im Vatikan gäbe es kirchenreformerische Ansätze, die gleichermaßen in die Ökumene, aber auch in die Weltpolitik ausstrahlten, sagte Hein. So habe der Papst im Gespräch mit der ACK-Delegation im Hinblick auf seine Begegnungen mit Waldensern, Anglikanern und Lutheranern davon gesprochen, dass die Stunde der «versöhnten Verschiedenheit» gekommen sei. Bischof Hein wertete das als Mut machendes ökumenisches Signal.

Angesichts der Tatsache, dass der Heilige Stuhl als souveräner Staat zu ca. 180 Ländern diplomatische Beziehungen unterhalte und der Papst ein eigenes Völkerrechtssubjekt sei, verfüge der Heilige Stuhl über wichtige weltpolitische Informationen. Die Stimme des Papstes sei daher in aktuellen politischen Fragen von großer Bedeutung, so Hein. Die päpstliche Haltung zu Schöpfungsverantwortung (Enzyklia «Laudato si»), zu Flüchtlingsfragen (z.B. Besuch des Papstes auf Lampedusa) und zur Afrikapolitik habe insofern auch Auswirkungen auf den bevorstehenden G20-Gipfel. (19.06.2017)

Impressionen vom Emeriti-Sommerempfang

(alle Fotos: medio.tv/Socher)

a22988

Prof. Dr. Lutz Friedrichs wird neuer Direktor des Evangelischen Studienseminars Hofgeismar

Kassel (medio). Prof. Dr. Lutz Friedrichs wird Direktor des Evangelischen Studienseminars in Hofgeismar. Der Rat der Landeskirche berief in seiner heutigen Sitzung den 53jährigen Pfarrer, der zurzeit das Referat Gottesdienst, Kirchenmusik und theologische Generalia im Landeskirchenamt leitet und als Studienleiter Gemeinden und Kirchenkreise in Fragen des Gottesdienstes berät. Friedrichs wird damit Amtsnachfolger von Pfarrer Dr. Manuel Goldmann. Amtsbeginn wird der 1. Oktober 2017 sein.

Lutz Friedrichs wurde 1963 in Kassel geboren. Nach dem Abitur im Jahr 1983 studierte er evangelische Theologie in Göttingen und Basel. Nach seiner Marburger Promotion zum Thema «Autobiographie und Religion der Spätmoderne» (1999) begann Friedrichs im Jahr 1997 sein Vikariat in Großseelheim, Kleinseelheim und Schönbach (Kirchenkreis Kirchhain). Im Jahr 1999 wurde er in Fritzlar durch Bischof Dr. Zippert ordiniert. Von 1999 bis 2001 versah Friedrichs seinen Dienst als Gemeindepfarrer in Heringen (Kirchenkreis Hersfeld), ehe er 2001 zum Kirchenamt der EKD wechselte. Dort leitete er die Arbeitsstelle für gottesdienstliche Fragen. In diese Zeit fällt auch seine Münsteraner Habilitation «Kasualpraxis in der Spätmoderne. Studien zu einer Praktischen Theologie der Übergänge» (2006). Im Jahr 2009 kehrte Friedrichs in die Landeskirche zurück; dort war er zunächst jeweils mit einem halben Stellenumfang in der Arbeitsstelle Gottesdienst sowie als Pfarrer in der Kirchengemeinde Kassel-Wehlheiden tätig. Seit dem Jahr 2011 bekleidet Friedrichs seine jetzige Funktion.

Neben seiner hauptamtlichen Tätigkeit lehrt Prof. Dr. Friedrichs das Fach Praktische Theologie an der Theologischen Fakultät der Georg-August Universität in Göttingen. Er ist Mitheraus- geber der renommierten Zeitschrift «Pastoraltheologie». Sein besonderes Interesse gilt der Religion in Literatur und Film. Darüber hinaus engagiert sich der 53jährige Theologe in verschiedenen landeskirchlichen Gremien und Arbeitsgruppen, unter anderem in der Liturgischen Kammer und dem Ausschuss für Pfarrerfortbildung.

Lutz Friedrichs, der gern skandinavische Krimis sieht und sich beim Joggen entspannt, ist verheiratet; das Ehepaar, das zwei erwachsene Kinder hat, engagiert sich in der Flüchtlingsarbeit. (19.06.2017)

2017-06-19
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57. Hessentag
Fast 100.000 besuchten ZeitKirche mit dem lebendigen Fenster in Rüsselsheim

Rüsselsheim / Darmstadt / Kassel / Frankfurt. (medio). Mit einem Festgottesdienst ist der Auftritt der evangelischen Kirche beim diesjährigen Hessentag am Sonntag (18. Juni) zu Ende gegangen. Fast 100.000 Gäste sahen und besuchten die Präsentationen rund um die ZeitKirche, die zu einem wesentlichen Bestandteil des Hessentags wurde, teilten die Pressestellen der Evangelischen Kieche von Kurhessen und Waldeck und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau mit. Zehn Tage lang präsentierten sich Kirche und Diakonie mit über 30 Veranstaltungen in Rüsselsheim in der zur ZeitKirche umgestalteten Stadtkirche direkt an der Hessentagsstraße sowie auf Aktionsflächen vor dem benachbarten evangelischen Dekanat mit Konzerten, Lesungen und geistlichen Angeboten. Vor allem die abgedunkelte ZeitKirche entwickelte sich mit Europas einzigem lebendigen Kirchenfenster zu einem besonderen Ort des Nachdenkens mitten im Hessentagstrubel. Die Installation im Inneren der Kirche, die die Besucherinnen und Besucher mit großformatigen Licht- und Fotoprojektionen auf eine Reise durch die Menschheitsgeschichte und zu sich selbst einlud, wurde als sehr inspirierend gewürdigt, so die Landeskirchen.
 
2017-06-19

Von Postkarte bis Hilfsaktion

Über 2.000 Besucherinnen und Besucher nutzten zudem die «Schreibstube» in der Kirche. Hier konnten sie an sich selbst Postkarten verfassen, die ihnen aber erst in der Weihnachtszeit 2017 zugesandt werden. Das sollte für das Phänomen Zeit sensibel machen. Für Aufmerksamkeit sorgte auch die Hilfsaktion «Gitarren statt Gewehre» für ehemalige Kindersoldaten in Afrika. Dabei wurde eine von namhaften Popstars wie Herbert Grönemeyer oder Peter Maffay signierte Elektrogitarre verlost. Genau 5.555 Euro kommen so ehemaligen Kindersoldaten zugute. In der ZeitKirche gastierten auch bekannte Künstler, darunter die Band Fools Garden oder der Soulsänger Stefan Gwildis. Bei einer Talkrunde mit dem Fernsehmoderator Michel Friedmann sowie den Journalistinnen Canan Topcu und Antje Schrupp ging es um Hass und Gewalt in Deutschland.

Zeit ist mehr als Termindruck

Beim Abschlussgottesdienst am Sonntag wies die Stellvertretende hessen-nassauische Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf auf die wichtige Rolle von Unterbrechungen im Alltag hin. Scherf: «Unterbrechung ist die kürzeste Definition von Religion.» Die ZeitKirche habe mit ihren Angeboten zunächst dazu beigetragen, die besondere Bedeutung der Zeit persönlich begreifbar zu machen. Dabei sei «Zeit ist nicht Geld, sie muss nicht gewinnbringend genutzt werden. Sie darf empfangen und genossen werden.» Zeit sei vor allem von Gott geschenkte Zeit, erklärte sie in der Feier, an der auch der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Hessen, Horst Rühl und der kurhessische Propst Helmut Wöllenstein teilnahmen. Zeit bietet nach Scherf Raum für alles, was wichtig ist. Dazu gehöre beispielsweise Freude ebenso wie Trauer. Es sei gut, dass die ZeitKirche mit ihren Aktionen daran erinnert habe «dass meine Zeit nicht nur Termine sind, nicht nur Hektik, nicht nur Pflichterfüllung und Leistung – sondern so viel mehr». So könne sogar scheinbar nicht genutzte Zeit sinnvoll sein. Aus christlicher Perspektive könne die Einsicht befreiend wirken, dass wir «nicht Rädchen im Getriebe, sondern freie Menschen sind, von Gott gewollt und geliebt.»

Herausforderung Hessentag

Für die Veranstalter war es eine Herausforderung, in einer multikulturellen Stadt und in dem weltlichen Umfeld eines Hessenfestes ein eigenes evangelisches Programm  zu präsentieren. Mithilfe von über 100 Ehrenamtlichen sei es aber gelungen, Menschen mit einer zeitgemäßen Präsentation in Form einer Videoprojektion in einer traditionellen Kirche zu überraschen, erklärte Wolfgang H. Weinrich, Leiter der Kommunikationsprojekte in der hessen-nassauischen Kirche. Er erhofft sich, dass Kirche und Diakonie damit einen Anstoß zum Nachdenken gegeben haben. Dass dies gelungen sei, hätten die mehr als 6000 Menschen gezeigt, die an sich selbst eine Postkarte in der Schreibstube adressiert hätten. Für Weinrich war es der letzte Hessentag als Projektleiter für den evangelischen Auftritt. Der Pfarrer geht Ende des Jahres in den Ruhestand.

Seit 1998 evangelisches Engagement beim Hessentag

Verantwortlich für das evangelische Programm zum Hessentag waren die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) und die Diakonie Hessen. Die evangelische Kirche bringt ihre Verbundenheit zu den Menschen, dem Bundesland und der Region seit 1998 mit einem eigenen Programm auf den Hessentagen zum Ausdruck. Erstmals wurden beim Fest der Hessen in Erbach kulturelle, geistliche und gesellschaftspolitische Akzente gesetzt. Im Mittelpunkt der traditionellen und modernen Ausdrucksformen bei den öffentlichen Auftritten steht dabei der Auftrag der evangelischen Kirche, Menschen im Leben zu begleiten, ihnen Sinn zu vermitteln, Orientierung zu geben und freundlich für die gute Botschaft Gottes zu werben. (19.06.2017)

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Evangelische und katholische Christen eint heute mehr als sie trennt
Ökumenischer Gottesdienst zum Reformationsjubiläum mit dem Bistum Fulda

Foto: Gemeinsamer Gottesdienst zum Reformationsgedenken im St. Petri-Dom zu Fritzlar. Unser Foto zeigt die Bischöfe beim anschließenden Empfang vor dem Dom. (Foto: medio.tv/Schauderna)
Gemeinsamer Gottesdienst zum Reformationsgedenken im St. Petri-Dom zu Fritzlar. Unser Foto zeigt die Bischöfe beim anschließenden Empfang vor dem Dom. (Foto: medio.tv/Schauderna)
Fritzlar (medio). Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) und das Bistum Fulda haben am Trinitatissonntag (11.6.) im St. Petri-Dom zu Fritzlar einen festlichen ökumenischen Gottesdienst zum gemeinsamen Gedenken an den Beginn der Reformation vor 500 Jahren gefeiert. Möglich geworden sei die Feier durch ein Aufeinanderzugehen beider Konfessionen in den vergangenen Jahren und der daraus gewachsenen Erkenntnis, dass evangelische und katholische Christinnen und Christen «heute mehr eint als trennt», heißt es in einer Mitteilung der Landeskirche. Der Gottesdienst mit über 500 Besuchern war die zentrale gemeinsame Veranstaltung des Bistums Fulda und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck zum Reformationsgedenken.


Bischof Hein: «Wir bilden nur zusammen den Leib Christi!»

2017-06-20
Bischof Martin Hein betonte in seiner Predigt zu 1. Kor. 12, 12-31, dass seit der frühen Christenheit  immer wieder die Frage zu bedenken sei, wie sich die in Christus geschenkte Einheit zur Verschiedenheit der Kirchen verhalte. Für den Apostel Paulus gelte, dass legitime Vielfalt und unbedingte Einheit in Christus unaufgebbar miteinander verbunden seien. 2.000 Jahre nach dem Brief des Apostels an die Korinther und 500 Jahre nach Luthers Thesenanschlag bedeute dies in einer Zeit des zunehmenden Säkularismus, «dass unsere Kirchen und Gemeinden sich in aller Unterschiedlichkeit und Vielfalt als Glieder am einen Leib Christi erkennen.» Bischof Hein hob hervor: «Wir bilden nur zusammen den Leib Christi! Nur gemeinsam wird dieser Leib in unserer Welt sichtbar und erfahrbar – und das gerade darin, dass wir nicht alle gleich sein müssen.»

Bleibende Aufgabe im ökumenischen Zeitalter sei es, Einheit und Unterschiedlichkeit stets in Beziehung zu bringen. Leitend sei dabei der Gedanke, wie die Einheit gewahrt oder erreicht werden könne. Hein äußerte sich zuversichtlich, dass sich im Verständnis der Feier der Eucharistie und des Abendmahls «schon in den nächsten Jahren Wege finden lassen, die zumindest eine Teilnahme an der jeweiligen Feier des Mahles Jesu Christi eröffnen.» Der gemeinsam gefeierte Festgottesdienst sei ein wunderbarer Ausdruck der Einheit in Christus und zugleich ein starker Auftrag, auf dem Weg der ökumenischen Gemeinschaft weiterzugehen.

Bischof Algermissen: Spaltung der Christenheit ist ein Ärgernis für die Welt

Der Bischof von Fulda, Heinz Josef Algermissen, erinnerte an die theologischen Grundlagen der ökumenischen Bewegung. Das Dekret des Zweiten Vatikanischen Konzils über den Ökumenismus von 1964 habe den Mut gehabt, die bestehende Spaltung der Christenheit als «Ärgernis für die Welt» zu bezeichnen und damit die Situation der getrennten Christen beim Namen zu nennen. «Dass nämlich Christen, die an Jesus Christus als den Erlöser der Welt glauben und in seinen eigenen Leib hinein getauft sind, weiterhin in voneinander getrennten Kirchen leben, ist das große Ärgernis, das die Christenheit der heutigen Welt bietet und das es verdient, als Skandal bezeichnet zu werden», so der Bischof. An die Christen sei die selbstkritische Frage gestellt, «ob wir den schmerzhaften Skandal der Trennung des einen Leibes Christi wirklich noch verspüren oder ob wir uns mit ihm bereits abgefunden haben».

  Im Kontext mit dem Reformationsgedenken bedürfe es des gegenseitigen Eingeständnisses von Schuld und der Erkenntnis, dass es auf beiden Seiten Verantwortung für die Spaltung gebe. «Es kann tatsächlich ohne Bekehrung keinen wahren Ökumenismus geben. Sie ist das Lebenselixier einer wahrhaften Ökumene.» Es gehe um die jeweils eigene Bekehrung, die die Bereitschaft voraussetze, eigene Schwächen und Defizite selbstkritisch wahrzunehmen, so Bischof Algermissen. Solche Bekehrung setze vor allem das ständige Maßnehmen am Evangelium Jesu Christi und den Willen zur Wiederherstellung der Einheit voraus.

An dem Festgottesdienst waren weiterhin beteiligt: Oberlandeskirchenrätin Dr. Ruth Gütter, Pfarrer Wolfgang Kallies (beide Evangelische Kirche von Kurhessen Waldeck), Diakon Dr. Stefan Wick (Bistum Fulda), Pfarrer Holger Degen (SELK/ACK Fritzlar und Umgebung), Dekanin Sabine Tümmler (evangelischer Kirchenkreis Fritzlar-Homberg), Dechant Jörg-Stefan Schütz (katholisches Dekanat Fritzlar). Musikalisch wurde der Gottesdienst gestaltet durch den Evangelischen Posaunenchor Homberg (Efze) und Gunther Hehenkamp an der Orgel.

Stichwort: Ökumenische Gottesdienste zum Reformationsjubiläum

Der Gottesdienst in Fritzlar war der zweite Gottesdienst der Reihe von insgesamt drei ökumenischen Feiern zum Reformationsjubiläum, die die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck mit den katholischen Bistümern in ihrem Bereich feiert. Damit will die Landeskirche die ökumenische Perspektive des Jubiläums unterstreichen. Einen Gottesdienst mit dem Erzbistum Paderborn feierte die Landeskirche bereits am 13. März in Bad Wildungen. Den Abschluss bildet am 31. Oktober ein Festgottesdienst in Schmalkalden mit dem Bistum Erfurt. Der Kirchenkreis Schmalkalden ist eine in Thüringen liegende Exklave der Landeskirche.  (12.06.2017)

Impressionen vom Gottesdienst in Fritzlar

(alle Fotos: medio.tv/Schauderna)

Im Wortlaut:

Lesen Sie hier die Predigt von Bischof Martin Hein im ökumenischen Gottesdienst zum Reformationsjubiläum im Wortlaut:

PDF-Dokument

Im Wortlaut:

Die zentralen Texte des Gottesdienstes im Fritzlaer Dom mit den Worten der Bischöfe Hein und Algermissen können Sie hier im Wortlaut lesen:

PDF-Dokument

Arbeitshilfe:

Hier finden Sie die gemeinsame Handreichung «Christus gemeinsam bezeugen» der Landeskirche und des Bistums Fulda mit Anregungen und Praxisbeispielen für ökumenische Gottesdienste, Veranstaltungen und Projekte im Jahr 2017:

PDF-Dokument

Linktipp:

Das Bistum Fulda finden Sie im Internet unter:

bistum-fulda.de

Internetradio:

Bischof Martin Hein über den ökumenischen Gottesdienst in Fritzlar, die Ökumene an sich und darüber, was er an katholischen Gottesdiensten schätzt. Ein Beitrag von medio-Reporter Torsten Scheuermann:

Anhören...

a22941

Symposion in Kassel
Landeskirche feiert 50-jähriges Bestehen ihrer Grundordnung

Kassel (medio/epd). Mit einem Symposion im Kasseler Haus der Kirche erinnerte die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck am Freitag (9.6.) an ihre vor 50 Jahren beschlossene Grundordnung. Bei der Veranstaltung mit dem Titel «Miteinander und Gegenüber» wurden die theologischen, juristischen und zeitgeschichtlichen Aspekte dieses Ereignisses in den Blick genommen, heißt es in einer Mitteilung der Pressestelle.

In seiner Begrüßung betonte Bischof Prof. Dr. Martin Hein den prägenden Einfluss der Grundordnung auf die Landeskirche: «Erst durch die Grundordnung ist die Evangelische Kirche das geworden, was sie ist.» Hein beschrieb die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck als «ein eigentümliches Gebilde» und bezog sich auf ihre verwickelte konfessionelle Geschichte. Die Landeskirche hätte mehr als zwanzig Jahre mit einem Provisorium ausgekommen müssen, bei dem der Kirchenverfassung von 1923/24 ein von der Notsynode in Treysa verabschiedetes «Leitungsgesetz» angehängt worden sei, so der Bischof rückblickend.

2017-06-12
Der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Prof. Dr. Wolfgang Huber (Berlin), beleuchtete in seinem Referat die Ordnung der Kirche in theologischer Perspektive. Darin betonte Huber, dass die kirchliche Rechtsordnung der Botschaft des Evangeliums diene und daher nachgeordnet sei. Das inhaltliche Prinzip kirchlicher Leitungsstrukturen folge dabei der «unaufgebbaren Einheit von geistlicher und rechtlicher Leitung». Wenn auch in den 50 Jahren ihres Bestehens nur vereinzelt verändert an der Grundordnung vorgenommen worden seien, gelte auch für sie: «Aus evangelischer Perspektive gibt es keinen Zustand, von dem aus es nichts mehr zu verändern gilt», so der Theologe.

Dr. Hendrik Munsonius vom kirchenrechtlichen Institut der EKD (Göttingen) bezeichnete in seinem Beitrag das kirchliche Verfassungsrecht als «schlicht und pathetisch» zugleich. Eine Besonderheit der Grundordnung zeige sich in den sogenannten  «Pathosformeln», wie zum Beispiel «Leiten im Miteinander und Gegenüber». Deren paradoxe Struktur irritiere und löse damit ein Nach- und Weiterdenken aus, so der Kirchenrechtler. Die Formeln seien somit die «Einbruchsstellen in die Transzendenz des Kirchenrechts». Die Grundordnung stelle den Einzelnen vor die Aufgabe zu prüfen, ob das eigene Handeln der kirchlichen Norm genüge und ob es zugleich auch dem kirchlichen Geist entspreche. 

Der Marburger Historiker Prof. Dr. Eckart Conze ordnete schließlich die Grundordnung in den zeitgeschichtlichen Kontext ein. In seinen Ausführungen griff er Bob Dylans Song «The Times They Are A-Changin‘» aus dem Jahr 1964 auf und erläuterte, dass die Grundordnung in einem Jahrzehnt des Wandels entstanden sei. Die Gesellschaft habe sich soziokulturell verändert und politisiert. Die Kirche sei als «Kirche in der Welt» integraler Bestandteil dieser Dynamik gewesen. Die Grundordnung selbst sei das Ergebnis eines kirchenöffentlichen, demokratischen Prozesses gewesen, so der Historiker. Den früheren Bundeskanzler Willi Brandt zitierend sagte Conze: «Auf den Weg zur Grundordnung hat Kirche ‚Demokratie gewagt‘.»

Schwerpunkt der abschließenden Diskussion sei die Frage nach notwendigen künftigen Veränderungen der Grundordnung angesichts des gesellschaftlichen Wandels gewesen, so die Mitteilung. Bischof Huber gab zu bedenken, dass der Begriff der «Gemeinde» inzwischen über die Parochialgemeinde hinaus reichen müsse. Auch Personal- und Profilgemeinden seien in den Blick zu nehmen. Eine Diskrepanz zwischen möglichen und von Gemeindegliedern real genutzten Beteiligungsformen wurde von Munsonius ins Gespräch gebracht. Gegen Tendenzen einer Konsumhaltung müssten partizipatorische Formen «zum Leben erweckt werden». Wolfgang Huber ergänzte: «Recht in der Kirche ist dazu da, sinnvolle Beteiligungsformen zu ermöglichen».

In seinem Schlussstatement wies Vizepräsident Dr. Volker Knöppel darauf hin, dass der Veränderungsdruck in den nächsten Jahren zunehmen werde. In diesem Zusammenhang dürfe es keine Frage geben, die nicht gestellt werden dürfe. Zuversichtlich schloss Knöppel mit den Worten: «Wir stellen uns in vielen Formen dem Veränderungsprozess!»

Impressionen vom Symposion in Kassel

(Alle Fotos: medio.tv/Schauderna)

Stichwort: Grundordnung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck

Die kirchliche Verfassung wurde am 22. Mai 1967 von der Landessynode in Hofgeismar verabschiedet und trat zum 1. Januar 1968 in Kraft. Seither sind fast 40 Änderungen der Grundordnung erfolgt, zuletzt auf der Frühjahrssynode im Hinblick auf die Einführung von sogenannten Pfarrstellenbudgets in den Kirchenkreisen. Änderungen bedürfen stets einer Zweidrittelmehrheit der Synode.

Die Grundordnung besteht aus sieben Abschnitten: Einleitende Bestimmungen, die Kirchengemeinde, der Kirchenkreis, die missionarischen und diakonischen Dienste, die Leitung und die Verwaltung der Landeskirche, die kirchliche Gerichtsbarkeit sowie Überleitungs- und Schlussbestimmungen. Vorangestellt ist der Grundordnung eine Präambel, in der sich die Kirche unter anderem zum Dienst am Evangelium und zum Eintreten für die ökumenische Gemeinschaft der Kirchen in der Welt bekennt. (09.06.2017)

Wir dokumentieren die Präambel der Grundordnung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck vom 22. Mai 1967 im Wortlaut:

Präambel

(1) Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck ist gerufen zum Dienst am Evangelium von Jesus Christus, das in der Botschaft der Heiligen Schrift gegeben und im Bekenntnis der Reformation bezeugt ist.

(2) Sie tritt ein für die Gemeinschaft der Evangelischen Kirche in Deutschland und für die ökumenische Gemeinschaft der Kirchen in der Welt.

(3) Sie ist vor allem durch das Augsburgische Bekenntnis und die von ihm aufgenommenen altkirchlichen Symbole geprägt und in der Vielfalt der überlieferten Bekenntnisse der Reformation zu einer Kirche zusammengewachsen.

(4) In dieser geschichtlich gewordenen Einheit und in Wahrnehmung des gemeinsamen Auftrages hat die Landeskirche mit ihren Gemeinden und allen ihren Gliedern die Verantwortung, das Evangelium in Wort und Sakrament, in Seelsorge, Unterweisung, Mission und Diakonie in rechter Weise auszurichten.

(5) Zur Erfüllung dieses Auftrages gibt sich die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck die folgende Ordnung: ...

[hier weiterlesen]

Linktipp:

Den Wortlaut der Grundordnung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck finden Sie hier:

kirchenrecht-ekkw.de/(...)

Nachgefragt:

Vizepräsident Dr. Volker Knöppel im Interview zu den tragenden Prinzipien und Besonderheiten der Grundordnung:

Interview lesen...

a22929

Ruth Gütter übernimmt «Referat für Nachhaltigkeit»
Dezernentin für Diakonie und Ökumene wechselt zur EKD

Kassel/Hannover (medio). Die Dezernentin für Diakonie und Ökumene der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Oberlandeskirchenrätin Dr. Ruth Gütter, wird ab 1. August 2017 in das Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wechseln. Dort wird sie das neu eingerichtete «Referat für Nachhaltigkeit» übernehmen.

Ruth Gütter war bereits von 2007 bis 2012 Referentin für Afrika und Entwicklungspolitik im Kirchenamt der EKD und wurde 2013 vom Rat der Landeskirche zur Dezernentin für Ökumene berufen. 2016 übernahm sie zusätzlich das Dezernat für Diakonie.

In ihrer Zeit als Dezernentin für Ökumene war sie maßgeblich am Aufbau des gemeinsamen Zentrums Oekumene der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau beteiligt. Neben der Bearbeitung struktureller Herausforderungen im Bereich der Ökumene setzte sie Schwerpunkte  in der Thematisierung aktueller friedensethischer, ökumenischer und entwicklungspolitischer Fragen sowie in der Initiierung internationaler Partnerkonsultationen. Im Bereich Diakonie machte sie die Willkommenskultur und die Integration von Flüchtlingen ihrem Anliegen.

Zu ihren Wechsel zur EKD sagte Frau Dr. Gütter: «Ich folge dem Ruf meines Herzens, weiß aber auch, was ich verlieren werde.» Das Thema Nachhaltigkeit sei für sie eine der wichtigsten Herausforderung der Gegenwart, mit der sie sich schon seit vielen Jahren befasse und die ihr sehr wichtig sei. (07.06.2017)

2017-06-07

Hinweis:

Die Verabschiedung durch Bischof Prof. Dr. Martin Hein findet am 7. August 2017 um 11 Uhr im Haus der Kirche in Kassel statt.

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Ehrung in Schlüchtern
Karin Dannenmeier zur Kirchenmusikdirektorin ernannt

Schlüchtern (medio). Am Pfingstmontag (5.6.) wurde Bezirkskantorin Karin Dannenmeier in Schlüchtern für ihre Verdienste auf dem Gebiet der Kirchenmusik mit dem Titel «Kirchenmusikdirektorin» geehrt. Die Auszeichnung erfolgte am Ende eines Konzertes in der Stadtkirche, teilte die Pressestelle der Landeskirche mit.

Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum würdigte Dannenmeier als «engagierte und vielseitig begabte Kirchenmusikerin»: «Sie arbeitet auf hohem künstlerischem Niveau, ohne die musikalischen Gegebenheiten einer kleinstädtischen Gemeinde und eines ländlichen Kirchenkreises aus den Augen zu verlieren.» Durch ihre sympathische Offenheit gelinge es ihr, viele Menschen für die Kirchenmusik zu gewinnen, heißt es weiter. Eine besondere Begabung habe Dannenmeier in der musikalischen Arbeit mit Kindern und als Musikpädagogin. Ihre konzeptionelle und pädagogische Mitarbeit an der Kirchenmusikalischen Fortbildungsstätte in Schlüchtern mit dem Schwerpunkt «Musizieren mit Kindern» strahle landeskirchenweit aus, so Maibaum. Ebenfalls von überregionaler Bedeutung sei ihr großes Engagement in landeskirchlichen Gremien sowie ihre Mitarbeit an der Erstellung von liturgischem und hymnologischem Material.

Zur Person:

Karin Dannenmeier arbeitet seit 1989 als Bezirkskantorin im Kirchenkreis Schlüchtern, zunächst mit Dienstsitz in Bad Soden-Salmünster, seit 2008 mit Dienstsitz in Schlüchtern. Auf gemeindlicher Ebene leitet sie die Kantorei Schlüchtern und drei Kinderchöre in unterschiedlichen Altersstufen. Auf Ebene des Kirchenkreises ist die Bezirkskantorin für die Planung und Durchführung verschiedener musikalischer Projekte zuständig, z. B. Klangreisen, Kantatenprojekte für den gesamten Kirchenkreis, regionale Chortreffen, Projekte mit dem Kreisposaunenchor und ökumenische Forbildungstage für Chorsänger und Chorleiter. Auf der Ebene der Landeskirche engagiert sich die 49jährige in verschiedenen Gremien und Arbeitsgruppen, so als Mitglied der Liturgischen Kammer, des Ausschusses zur Entwicklung des EG plus (Beiheft zum Evangelischen Gesangbuch), des Projektausschusses «Abendmahl mit Kindern» und des Beirats der Kirchenmusikalischen Fortbildungsstätte. Außerdem ist Dannenmeier die Vertreterin des Leiters der Kirchenmusikalischen Fortbildungsstätte.

Stichwort: Kirchenmusikdirektor

Seit 2007 verleiht der Bischof besonders verdienten hauptamtlichen Kirchenmusikern, die sich durch langjährige und hervorragende kirchenmusikalische Tätigkeit in der Landeskirche ausgezeichnet haben, den Titel Kirchenmusikdirektor. Mit ihrer qualitativ herausragenden kirchenmusikalischen Tätigkeit wirken die Musiker als Multiplikatoren in die landeskirchlichen Arbeitsbereiche hinein und tragen zur Weiterentwicklung der Kirchenmusik bei. Weitere Kriterien sind eine mindestens 10jährige Tätigkeit als hauptberuflicher Kirchenmusiker in der Landeskirche sowie eine abgelegte A-Prüfung. (06.06.2017)

2017-06-06
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Pfingsten als drittes Hauptfest des Kirchenjahres
Christen feierten das «Fest des Heiligen Geistes»

Kassel (medio). Am Wochenende (4./5. Juni) begingen die Christen in den Gemeinden der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck das Pfingstfest. Das «Fest des Heiligen Geistes» ist nach Weihnachten und Ostern das dritte Hauptfest des christlichen Kirchenjahres. In Erinnerung an die in der Apostelgeschichte geschilderte Ausgießung des Heiligen Geistes wird Pfingsten auch als Geburtstag der Kirche und Beginn der weltweiten Mission verstanden.

Die Bibel schildert nach Jesu Tod am Kreuz, der Auferstehung Christi und Himmelfahrt eine neue Gemeinschaft der Jünger: «Sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an, zu predigen in anderen Sprachen», heißt es in der Apostelgeschichte. Bei dem Treffen der Jünger «sah man etwas wie Feuer, das sich zerteilte, und auf jeden von ihnen ließ sich eine Flammenzunge nieder», heißt es. Petrus rief die Menschen in seiner Pfingstpredigt dazu auf, Buße zu tun und sich auf den Namen Jesu Christi taufen zu lassen. Seiner Aufforderung folgten laut Pfingsterzählung an dem Tag rund 3.000 Menschen.

Bischof Hein: «Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit!»

2017-06-09
Im Festgottesdienst am Pfingstsonntag (4.6.) in der Kasseler Martinskirche sagte der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein: «Freiheit ist und bleibt das entscheidende Geschenk des Heiligen Geistes: Und das meint auch Freiheit vom Zwang der Sünde, die ständig gegen Gott rebellieren will und darauf aus ist, ihn zu entmachten, Freiheit von der Last der Schuld, die müde macht und uns den Mut nimmt, neu zu beginnen, Freiheit von dem Drang, aus diesem Leben alles herauspressen zu müssen, weil wir es einengen auf die wenigen Jahre unseres Lebens, die uns dafür zur Verfügung stehen.» Die Menschen könnten nicht oft genug angestoßen werden, das Lied der Freiheit zu wagen. «An Pfingsten müssen wir es: Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit!», so der Bischof.

  Auf die außergewöhnliuche Gestaltung der neuen Orgel der Martinskirche bezogen sagte Hein, dass nichts konventionell sein müsse. Die Freiheit verlocke zum Experimentieren – auch zum Experimentieren mit unseren bisherigen Hörgewohnheiten. «Manches wird uns fremd vorkommen, ungewohnt, überraschend, verblüffend. Aber so ist es eben, wenn Pfingsten in dieser Welt Wirklichkeit wird», so der Bischof. Es könne kein schöneres Fest der Christenheit geben als dieses, an dem die neue Orgel zum ersten Mal erklingt, «ertönt, erschallt und unsere Ohren in eine neue Freiheit führt», so Bischof Hein.

In dem Gottesdienst wurde nach siebenjähriger Planungs- und Bauzeit die neue Orgel der Martinskirche ihrer Bestimmung übergeben. Der norwegische Künstler Yngve Holen hat in Zusammenarbeit mit dem Architekten Ivar Heggheim die neue Orgel gestaltet. Gebaut wurde sie von der österreichischen Firma Rieger Orgelbau und gilt als ein herausragendes Kunstwerk, mit dem neue kirchenmusikalische Akzente gesetzt werden sollen, teilte die Evangelische Kirchengemeinde Kassel-Mitte mit. Fotoimpressionen und weitere Informationen zur Orgeleinweihung finden Sie hier.

Impressionen vom Gottesdienst zur Orgeleinweihung an Pfingstsonntag

(Alle Fotos: medio.tv/Schauderna)

hr4-Radio-Gottesdienst am Pfingsmontag aus Bad Hersfeld

Am Pfingstmontag hat die Hörfunkwelle hr4 des Hessischen Rundfunks einen Gottesdienst mit der Pröpstin des Sprengels Hersfeld, Sabine Kropf-Brandau, live aus der Evangelischen Stadtkirche in Bad Hersfeld übertragen. In dem Gottesdienst unter dem Motto «Geist-reich leben» ging es darum, welche Bedeutung das Pfingswunder für die Christen vor über 2000 Jahren hatte und wie der Heilige Geist noch heute die Menschen verändern kann.

Der Name «Pfingsten» geht auf das griechische Wort «pentekoste» (der Fünfzigste) zurück, weil das Pfingstfest seit etwa Ende des vierten Jahrhunderts fünfzig Tage nach Ostern gefeiert wird. Bis zum vierten Jahrhundert wurde an Pfingsten zugleich Christi Himmelfahrt gefeiert. Erst später entwickelten sich daraus zwei eigenständige Feiertage. Im Kirchenkalender endet mit Pfingsten die österliche Festzeit. (06.06.2017)

Aus der Bibel: «Das Pfingstwunder»

(nach der Apostelgeschichte des Lukas, Kapitel 2, 1 bis 12)

«Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle beieinander an einem Ort. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt und wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab.

Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde verstört, denn ein jeder hörte sie in seiner  eigenen Sprache reden. Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, Galiläer? Wie hören wir sie denn ein jeder in seiner Muttersprache? Parther und Meder und Elamiter und die da wohnen in Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, Pontus und der Provinz Asia, Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Römer, die bei uns wohnen, Juden und Proselyten, Kreter und Araber: Wir hören sie in unsern Sprachen die großen Taten Gottes verkünden. Sie entsetzten sich aber alle und waren ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden?»

(Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart, Bibelstelle aufrufen)

Im Wortlaut:

Lesen Sie hier die Predigt von Bischof Prof. Dr. Martin Hein im Festgottesdienst zur Einweihung der neuen Orgel der Kasseler Martinskirche am Pfingstsonntag im Wortlaut:

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Im Wortlaut:

Lesen Sie hier die Predigt von Pröpstin Sabine Kropf-Brandau im hr4-Hörfunkgottesdienst am Pfingstmontag aus Bad Hersfeld im Wortlaut:

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Internetradio:

Bischof Martin Hein zur Herkunft des Pfingstfestes und dessen Bedeutung heute:

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Internetradio:

Was ist der Heilige Geist? Dazu medio-Reporter udn Pfarrer Siegfried Krückberg im Hörbeitrag:

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Nachgefragt:

Pfarrer Jan Friedrich Eisenberg von der Evangelischen Kirchengemeinde Vöhl zur Bedeutung des Heiligen Geistes und wo man ihm begegnen kann:

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a22884

Gottesdienst an Pfingstsonntag und Festival
Spektakulärer Orgelneubau in Kasseler Martinskirche ab Pfingsten zu hören

Foto: Beeindruckendes Inmstrument: Die neue Orgel mit 5.700 Pfeifen und 90 Registern. (Foto: Courtesy the artist and Galerie Neu, Berlin / Stefan Korte)
Beeindruckendes Inmstrument: Die neue Orgel mit 5.700 Pfeifen und 90 Registern. (Foto: Courtesy the artist and Galerie Neu, Berlin / Stefan Korte)
Kassel (epd/medio). Ein spektakulärer Orgelneubau wird am Pfingstsonntag in der Kasseler Martinskirche in einem Gottesdienst mit Bischof Martin Hein eingeweiht. Die 2,5 Millionen Euro teure Orgel, die die österreichische Firma Rieger zusammen mit dem norwegischen Künstler Yngwe Holen und dem Architekten Ivar Heggheim konstruierte, sei ein Instrument, das seinesgleichen suche, sagte Hans Helmut Horn, Vorsitzender des Kirchenvorstands der Kirchengemeinde Kassel-Mitte, am Donnerstag (1.6.) in Kassel. Das Projekt habe eine ungewöhnlich breite Unterstützung in der Stadtgesellschaft und darüber hinaus gefunden. Unter anderem stehe es unter der Schirmherrschaft von Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD).

Finanziert werde der Bau mit 1,1 Millionen Euro aus dem Orgeletat der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, rund 900.000 Euro kämen von Sponsoren und Spendern. Den Rest trage die Kirchengemeinde. Allerdings seien 200.000 Euro noch nicht finanziert, so dass man auf weiter Spender und Sponsoren hoffe, sagte Horn.

2017-06-02
Pfarrer Willi Temme von der Martinskirche wies darauf hin, dass auf der bisherigen Orgel viele moderne Stücke nicht sachgerecht vorgeführt werden konnten. Die neue Orgel könne hingegen Töne hervorbringen, die man nicht vermute. So könne sie etwa wie ein Akkorden an- und abschwellen. Der Wind, die «Seele der Orgel», werde durch mehrere Bahnen schwarzen Kunsthaares symbolisiert, die unter der Orgel hängen und von 71 Ventilatoren in Bewegung gehalten werden.

Die neue Orgel hat rund 5.700 Pfeifen und 90 Register. Eine Besonderheit ist ein Manual, das nicht in die in Halb-, sondern in Vierteltöne unterteilt ist. «Auf diesem Klangkunstwerk kann die gesamte Orgelliteratur auf höchstem ästhetischen Niveau zu Gehör gebracht werden», sagte Kirchenmusikdirektor Eckhard Manz.

Internationales Orgelfestival bis zum 27. August

An den Gottesdienst zu Pfingsten schließt sich ein bis zum 27. August dauerndes internationales Orgelfestival an. Am Abend des Pfingstsonntags gab Kirchenmusikdirektor Eckhard Manz das Eröffnungskonzert mit Stücken aus allen Epochen der Musikgeschichte, teilte das Musikbüro Sankt Martin am Mittwoch mit. Für das Festival seien verschiedene Konzerte für Orgel solo mit internationalen Organisten oder auch im Zusammenspiel mit Künstlern und Ensembles aus Kassel geplant, heißt es. Eine Besonderheit seien täglich stattfindende, mehrstündige «Improvisationen», in denen Organisten das Instrument spielend erkundeten.

Die Martinskirche ist seit dem ausgehenden Mittelalter das kirchenmusikalische Zentrum der Stadt und der Region. Die 1502 gegründete Hofkapelle übernahm hier auch liturgische Aufgaben. In den 1960er Jahren begründete Klaus-Martin Ziegler den Ruf der Martinskirche als einem national und international renommierten Zentrum für Neue Musik in der Kirche. Der Chor der Kantorei Sankt Martin beherrscht das gesamte Oratorienrepertoire und reist regelmäßig zu Gastauftritten auch ins Ausland. (06.06.2017)

Impressionen von der neuen Orgel

(Fotos Reihe 1: Courtesy the artist and Galerie Neu, Berlin / Stefan Korte; Reihe 2: medio.tv/Schauderna)

Impressionen vom Gottesdienst zur Orgeleinweihung an Pfingstsonntag

(Alle Fotos: medio.tv/Schauderna)

Im Wortlaut:

Lesen Sie hier die Predigt von Bischof Prof. Dr. Martin Hein im Festgottesdienst zur Einweihung der neuen Orgel der Kasseler Martinskirche am Pfingstsonntag im Wortlaut:

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Internetradio:

Hören Sie hier einen Beitrag zum Thema von medio-Reporter Torsten Scheuermann:

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Linktipp:

Weitere Informationen und das Programm des Orgelfestivals finden Sie auf den Seiten der Kirchenmusik an St. Martin:

musik-martinskirche.de

Linktipp:

Informationen zur Martinskirche und zur Evangelischen Kirchengemeinde Kassel-Mitte finden Sie unter:

kirchengemeinde-kassel-mitte.de

a22903

Bischofsvisitation nimmt Gefängnisseelsorge in den Fokus
Bischof Hein besucht Gefangene: «Sie sind nicht allein»

Kassel (medio). «Sie sind nicht allein. Christus hört Sie und begleitet Sie auf Ihrem Weg.» Diese Botschaft richtete Bischof Prof. Dr. Martin Hein an die Gefangenen der Kasseler Justizvollzugsanstalt II (JVA), als er sie mit einer Delegation der Landeskirche am Donnerstag (1.6.) besuchte. Der Bischof hat die Gefängnisseelsorge zum Thema seiner Visitation vom 31. Mai bis 2. Juni gemacht, bei der er Gefängnisse in Kassel, Merxhausen, Schwalmstadt-Ziegenhain, Gelnhausen, Hünfeld, Fulda und Kassel auf dem Reiseplan hat.

In der Sozialtherapeutischen Anstalt, der JVA II, sprach der Bischof mit einem Kreis freikirchlicher Ehrenamtlicher über ihre Erfahrungen. Unter anderem nehmen diese regelmäßig Gefangene, die dafür eine Erlaubnis haben, mit in die Gottesdienste. «Die Ehrenamtlichen schlagen Brücken nach draußen», sagte Dekan Jürgen Renner (Kassel) gegenüber medio-Redakteur Olaf Dellit.

Impressionen vom Besuch in der JVA Kassel II

(alle Fotos: medio.tv/Dellit)

2017-06-06

Im Gottesdienst feierte die Kirchendelegation mit den Ehrenamtlichen, den Insassen und Gefängnispfarrer Wilfried Ulrich einen Gottesdienst. In einer Gesprächsrunde wurde unter anderem darüber nachgedacht, wie die Kirche Gefangenen helfen könne, nach der Haft in die Gesellschaft zu finden. Dafür müsse es «Empfangsräume» geben, sagte Pfarrerin Nicola Haupt, Referentin für Sonderseelsorge der Landeskirche.

  Als Schlusslied sang der Chor der Insassen «Meine Zeit steht in deinen Händen» und besonders laut, so schien es, klang die Zeile: «Herr, ich rufe: Mach mich frei!» Die Botschaft des Bischofs an die Gefangenen war klar: «Hier sitzt niemand grundlos, aber das heißt nicht, dass Sie abgeschoben sind. Sie sind Teil unserer Gemeinde.» Die Sozialtherapeutische Anstalt in Kassel hat 140 Haftplätze. Die Gefangenen sind in Wohngruppen untergebracht, denen jeweils mehrere Hafträume zugeordnet sind. Sie tragen Zivilkleidung und müssen diese auch selbst waschen. Die Insassen nehmen an Gruppen- und Einzeltherapiesitzungen teil.


Besuch in in der Jugendarrestanstalt in Gelnhausen und den JVAs in Hünfeld und Fulda

Am Freitag standen die Jugendarrestanstalt in Gelnhausen, die JVA in Hünfeld und die JVA in Fulda auf dem Besuchsprogramm der Delegation um Bischof Hein, berichtete Pfarrer Jens Heller, Medienbeauftragter des Sprengels Hanau.

In der Jugendarrestanstalt in Gelnhausen verbringen Jugendliche vom Wochenendarrest bis hin zu vier Wochen Jugendarrest, um sich ihrer Situation bewusst werden zu können, so Pfarrer Heller. Das Leben in der Anstalt sei stark eingeschränkt: Handys, Fernseher oder Internet oder Zigaretten sind nicht gestattet und die Jugendlichen müssen zudem selbst putzen. «Das ist für viele eine völlig neue Situation, auf die sie sich erst einstellen müssen», erläuterte Abteilungsleiter Werner Sonne. Nach wenigen Tagen seien die Jugendlichen aber aufnahmefähiger als vorher und könnten in dem breit aufgestellten Behandlungs-, Beratungs- und Beschäftigungsangebot der Anstalt neue Impulse bekommen. Ziel sei es, Grenzen zu setzen und Perspektiven zu öffnen.

(Fotoimpressionen: medio.tv/Heller)

«Wir kriegen die Jugendlichen hier an einem Scheidepunkt in ihrem Leben», erläutert Werner Sonne. «Es geht um die Frage: Wohin will ich in Zukunft? An dieser Stelle können wir hier noch justieren und wir machen erfreulicherweise auch die Erfahrung, dass wir etwas bewirken.» Im Gespräch mit dem Bischof sagten die Jugendlichen mehrheitlich, dass Sie verstanden hätten, so nicht weitermachen zu können.

In der JVA in Hünfeld mit ihren rund 500 Strafplätzen verbüßen erwachsene Männer Freiheitsstrafen bis zu 60 Monaten. Anstaltsleiter Lars Streitberger sieht den Auftrag der JVA einerseits in der Sicherung und andererseits in der Resozialisierung der Insassen. Die Aufgabe der Resozialisierung sei aber oft dadurch erschwert, dass viele der einsitzenden Männer nie eine Sozialisation erfahren hätten, so Streitberger gegenüber der Delegation.

Bischof Hein erläuterte im Gespräch die Motivation der Gefangenenseelsorge: «Der Vollzug findet zwar unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Dennoch bleiben die Insassen Teil unserer Gemeinden und der Gemeinschaft», so Hein. Der evangelische Gefängnisseelsorger Pfarrer Dr. Andreas Leipold biete mit seinem katholischen und muslimischen Kollegen Dr. Meins Coetsier und Imam El Mustapha Azarfane Gottesdienste und seelsorgerliche Begleitung für die Gefangenen an. Dabei spielten Musik und Kreativität eine wesentliche Rolle, so der Pfarrer.

Zuletzt besuchte Bischof Hein die JVA in Fulda, in der 77 Haftplätze und 9 Plätze im offenen Vollzug vorgehalten werden. Die Gefangenen verbüßen dort Freiheitsstrafen von bis zu 24 Monaten. Wegen der kleineren Einrichtungsgröße sei der persönliche Kontakt intensiver und die Situation insgesamt etwas familiärer, erläutert Anstaltsleiter Winfried Michel. «Das ist oft hilfreich», unterstrich der Leiter. An 25 Arbeitsplätzen einer eigens dafür zertifizierten Werkstatt fertigen die Gefangenen vor allem Teile für die Automobilindustrie. Daneben gebe es aber auch z. B. kunstpädagogische Projekte und Angebote, so Pfarrer Heller. Bis zu 30 Ehrenamtliche unterstützten die Arbeit in der Anstalt.

Eine Besonderheit sind die bunten Kirchengemälde auf den Fluren im Zellentrakt im Kontrast zu den grauen Wänden: «Wir hatten einen ausgebildeten Kirchenmaler hier als Insassen, der uns diese Gemälde hinterlassen hat», erklärte Anstaltsleiter Michel der Delegation erfreut. Dr. Andreas Leipold, der auch in Fulda tätig ist, erläuterte in der Kapelle, dass seine Arbeit in der JVA nicht nur den Gefangenen gelte, sondern auch den Mitarbeitenden. Für sie bietet er zusammen mit seinem katholischen Kollegen regelmäßige Wochenenden im Kloster an, bei denen die Arbeit geistig und geistlich reflektiert werde. Bischof Hein bedankte sich bei den Verantwortlichen für einen bewegenden Einblick in das Leben und die Arbeit einer JVA und die seelsorgerliche Begleitung durch die Pfarrer. (06.06.2017)

Linktipp:

Informationen zu den Justizvollzugseinrichtungen in Hessen finden Sie unter:

verwaltung.hessen.de/(...)

a22897

Kompositionswettbewerb des Merseburger Verlags
Preisträgerstück «Ein feste Burg ist unser Gott» zum Lutherjahr uraufgeführt

Kassel (epd). Das Siegerstück des internationalen Kompositionswettbewerbes zum Lutherjahr 2017 für Orgel solo des Merseburger Verlags wurde am 30. Mai in der katholischen Elisabethkirche Kassel uraufgeführt.  Grundlage für den Ende 2015 ausgeschriebenen Wettbewerb, an dem sich 36 Komponisten beteiligt hatten, sei das Reformationslied «Ein feste Burg ist unser Gott», teilte der Verlag in Kassel mit. Der siegreiche Komponist, Michael Töpel, war im September vergangenen Jahres bekanntgegeben worden. Sein Stück «Confessio: ein feste Burg» ist von dem Kantor an der Johanniskirche in Saalfeld, Andreas Marquardt, vorgetragen worden.

Mit dem internationalen Wettbewerb, der unter der Schirmherrschaft des kurhessischen Bischofs Martin Hein stand, wollte der Verlag zu einer musikalischen Auseinandersetzung mit dem Thema Reformation anregen. «Wir brauchen eine Musik, die als Musik verkündigt. Das war schon immer die Herausforderung evangelischer Kirchenmusik», sagte Bischof Hein. Die ökumenische Dimension des Wettbewerbes hob Regionalkantor Thomas Pieper von der katholischen Kirche hervor. «Der Wettbewerb und die daraus hervorgehende Komposition kann das Lied endlich auch dem katholische Zuhörer zugänglich und verfügbar machen», sagte er.

Der Merseburger Verlag in Kassel ist einer der ältesten Verlage für geistliche Musik, dessen Werke international verbreitet werden. Viele der bei Merseburger erschienenen Werke sind zudem im Evangelischen Gesangbuch, im Gotteslob (katholisches Gesangbuch), in Schulbüchern und gängigen Liederbüchern anderer Verlage vertreten. Das prämierte Lied von Michael Töpel ist ebenfalls bei dem Verlag publiziert worden. (02.06.2017)

2017-06-02

Linktipp:

Weitere Informationen zum Wettbewerb finden Sie auf den Seiten des Merseburger-Verlags:

merseburger.de

Im Wortlaut:

Lesen Sie hier den Festvortrag von Bischof Prof. Dr. Martin Hein beim Preisträgerkonzert am 30.05.2017 in der St. Elisabethkirche Kassel im Wortlaut:

PDF-Dokument

a22846

Deutscher Evangelischer Kirchentag in Berlin und Wittenberg
Evangelische Christen aus Kurhessen-Waldeck erlebten Tage des Dialogs

Berlin/Wittenberg (medio/Olaf Dellit). 120.000 Menschen haben zum Abschluss des 36. Deutschen Evangelischen Kirchentages einen Festgottesdienst in den Elbauen bei Wittenberg gefeiert.

Damit endete die Veranstaltung, die unter dem Bibelwort «Du siehst mich» (1. Mose 16,13) stand. 106.000 Dauerkarten für die Zeit von Mittwoch bis Sonntag waren verkauft worden, hinzu kamen tausende Tagesbesucher.

2017-06-01
Spekakulärer Höhepunkt in Berlin war der gemeinsame Auftritt von Ex-US-Präsident Barack Obama mit Bundeskanzlerin Angela Merkel vor dem Brandenburger Tor vor geschätzten 70.000 Zuschauern. Diese mussten, wie während des gesamten Kirchentags, verschärfte Sicherheitskontrollen über sich ergehen lassen. So wurden immer wieder Taschen und Rucksäcke durchsucht, schwer bewaffnete Polizisten und Straßensperren gehörten zum Stadtbild. Obama diskutierte mit Merkel über das sehr weit gefasste Thema «Engagiert Demokratie gestalten», die Moderation hatten Kirchentagspräsidentin Christina aus der Au und EKD-Chef Heinrich Bedford-Strohm übernommen.
  Großer Andrang herrschte auch bei der gemeinsamen Bibelarbeit von Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der EDK, und Reinhard Kardinal Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, die gemeinsam die Geschichte der Versöhnung von Jakob und Esau auslegten und Bezüge zur Ökumene suchten. Versöhnung brauche feste Absprachen, aber auch Zeichen und Riten, sagte Marx. Und Bedford-Strohm erinnerte in diesem Zusammenhang an den gemeinsamen Gottesdienst («Healing of Memories») zum Reformationsgedenken in Hildesheim. Im Gegensatz zu Jakob und Esau gebe es zwischen den beiden Kirchen keine Konkurrenz um den Segen, denn dieser sei wunderbarerweise in Fülle da, so Bedford-Strohm.

  Aus Kurhessen-Waldeck waren viele Menschen nach Berlin und Wittenberg gereist, sowohl als Teilnehmer als auch als Mitwirkende. Am Stand des Kirchentags-Landesausschusses Kurhessen-Waldeck auf dem «Markt der Möglichkeiten» konnten Kirchentagsbesucher sprichwörtlich «aus dem Rahmen fallen».Dort stellte sich am Freitag die Evangelische Jugend des Kirchenkreises Eder vor. Sie initierte eine Fotoaktion unter der Überschrift «Wir sind hier. Wo bist du?». Gäste wurden in einem Bilderrahmen abgelichtet, das Foto wurde dann an eine Landkarte angeheftet, um die Herkunft der Besucher zu zeigen. Die Jugendlichen - das Team bestand aus 26 Personen - hatten sichtlich Freude. Anstrengend sei das nicht, sagte Fiona Menne aus Höringshausen: «Wir sprechen doch über Dinge, die uns Spaß machen.»

Am ersten Tag auf dem Messegelände hatte sich dort der Mittagstisch Ziegenhain präsentiert, am Samstag das Begegnungscafé Oase aus Hanau. Ausgewählt hatte die Projekte der Landesausschuss, der zudem ebenfalls eine Fotoaktion anbot. Man habe kleinere Projekte ausgesucht, die nicht die Kapazitäten für einen eigenen Stand hätten, sagte Pfarrer Christian Rehkate vom Ausschuss, zudem habe man auf die geografische und altersmäßige Verteilung geachtet. Wer den Stand besuchte, bekam einen Eindruck von der Vielfalt der Landeskirche. Und er konnte erfahren, wo sie sich genau befindet: Die Eder-Jugendlichen hatten sich die geografischen Koordinaten des Edersees auf ihre T-Shirts drucken lassen.

Bischof Prof. Martin Hein setzte auf dem Kirchentag seinen Dialog mit dem Islam fort. Mit seiner – teils umstrittenen – These, dass Juden, Christen und Muslime zum selben Gott beteten, hatte Hein im vergangenen Jahr für Aufsehen gesorgt. Beim Kirchentag legte er die Bibelgeschichte des Zöllners Zachäus (Lukas 19, 1-10) im Dialog mit Taoufik Hartit aus, dem Gründungspräsidenten des Bundes Moslemischer Pfadfinder und Pfadfinderinnen Deutschland. 

Hein begann mit seiner eigenen Zachäus-Erfahrung und beschrieb launig, wie sich seine kindliche Solidarität mit dem kleinen Mann gewandelt habe, als er selbst immer weiter gewachsen sei: «Wer hinter mir im Theater seinen Sitzplatz hat, ist alles andere als erfreut.» Nachdem ihm die Geschichte in einer «Überdosis an Kinderbibeln» immer wieder begegnet sei, habe er sich durch die Theologie zunächst von ihr distanzieren müssen, um sie dann neu zu deuten. Der Bischof sagte, dass Jesus sich dem ungeliebten, ausgegrenzten Zöllner bedingungslos zugewendet habe. Da treffe sich das christliche Bild von Gott, der sich ohne Vorleistungen öffne, mit der Bezeichnung Gottes als «Allerbarmer» und «Allvergebendem» im Islam.

Hartit interpretierte die Figur des Zachäus gänzlich anders. Er sei schon vor der Begegnung mit Jesus ein rechtschaffener Mann gewesen, der ausgegrenzt wurde. Das System zwinge ihn zwar dazu, den Menschen hohe Zölle abzunehmen, aber er habe es ihnen schon bisher vierfach zurückgezahlt. Deswegen sei der Text «...wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück» auch im Präsens formuliert. Diese Botschaft der Barmherzigkeit, so Hartit, vereine Christen und Muslime.

So galt für diese Bibelarbeit wie für die gesamte Zeit in Berlin und Wittenberg: Es waren Tage der Begegnung und des Dialogs. (29.05.2017)

Impressionen

(Fotos. medio.tv/ Dellit / A.Fischer / Scheuermann)

Bibelarbeit:

Hier können Sie die Dialog-Bibelarbeit «Jesus sieht Zachäus» von Bischof Martin Hein auf dem Kirchentag am 27.5.2017 in Berlin zu Lukas 19,1-10 herunterladen:

PDF-Dokument

Bibelarbeit:

Hier können Sie die Bibelarbeit «Esau versöhnt sich mit Jakob» von Bischof Martin Hein beim «Kirchentag auf dem Weg» im Augustinerkloster Erfurt am 26.05.2017 über 1. Mose 33,1-17 herunterladen:

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Internetradio:

Bereits beim Abend der Begegnung war eine feierliche Stimmung auf dem Kirchentag zu vernehmen. medio-Reporter Torsten Scheuermann hat sich unter die Besucher gemischt:

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Internetradio:

Fünf Paare haben sich auf dem Kirchentag trauen lassen und alle Kirchentagsbesucher waren dazu eingeladen. medio-Reporter Götz Greiner war bei einer der Trauungen dabei:

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Internetradio:

Biblische Geschichten mit Legosteinen erzählen - das konnte man auf dem Kirchentag machen. Der 10-jährige Janne hat die Teilung des Meeres durch Mose nachgebaut. medio-Reporter Torsten Scheuermann hat sich das angeschaut:

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a22779

HOCH HINAUS! Ein Fest der Kirchenmusik
Landeskirchenmusiktage in Marburg vom 8. bis 10. September 2017

Kassel (medio). Über 1.000 Musizierende werden zu den Landeskirchenmusiktagen in Marburg vom 8. bis 10. September 2017 erwartet. Im 500. Jahr der Reformation lädt die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck zum gemeinsamen Singen, Flöten, Blasen oder Zuhören ein nach Marburg ein, teilte die Pressestelle der Landeskirche mit.

«Viele unserer Chöre und Ensembles werden die Marburger Straßen und Plätzen mit Musik beleben», freut sich Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum. «Bei den Konzerten und Auftritten in Marburg lässt die Kirchenmusik hören, wie quicklebendig sie ist. Und jedermann kann kommen und oft auch mitsingen.» Ab sofort können sich Musikbegeisterte anmelden unter www.landeskirchenmusiktage.de.

Für Zuhörende und Aktive werde ein vielfältiges Programm geboten: ein Wandel-Gottesdienst wandert am Freitagabend (8.9.) durch die Stadt, in Workshops erproben die Musiker neue Lieder, mitten in der Stadt treten Chöre auf und animieren anschließend zum gemeinsamen Marburger Singen auf dem Marktplatz, zwei Konzerte laden Samstagabend (9.9.) zu Hörerlebnissen ein, der feierliche Gottesdienst mit Bischof Prof. Dr. Martin Hein nutzt die große Bühne des Marburger Marktplatzes für ein Fest der Stimmen und Klänge.

Reformation ist der Beginn einer großen Sing- und Musizierbewegung

2017-05-10
«Die Reformation war eine Singbewegung, der wir bis heute viel verdanken. Kirchenmusik und Gemeindegesang sind Geschenke der Reformation, ohne die unser heutiges Gemeindeleben undenkbar ist», erklärt Bischof Hein.

Luthers reformatorischer «Anschlag» auf verhärtete kirchliche Strukturen war der Beginn einer großen Sing- und Musizierbewegung, heißt es in der Mitteilung weiter, denn der Reformator sei davon überzeugt gewesen, dass Singen und Beten in der eigenen Sprache ein ganz persönliches Glaubensbekenntnis und eine Botschaft an alle sein könne. Als begabter Dichter und Komponist von bis heute beliebten Kirchenliedern trat er für den musikalisch gestalteten Gottesdienst ein, der die ganze Gemeinde zum Singen einlade.

Heute sorgen in der kurhessischen Landeskirche über 800 Chöre verschiedener musikalischer Stile und Instrumente für die gute musikalische Grundlage evangelischer Verkündigung. Fast 17.500 Mitglieder singen und musizieren in den Gruppen - ehrenamtlich, freiwillig und mit hohem Engagement. Ein Einsatz, der bei über 800 Konzerten und fast 3.000 weiteren Veranstaltungen allein im Jahr 2016 zu hören war.

Beiheft «EGplus» zum Evangelischen Gesangbuch

Neu erscheint im Reformationsjahr ein Beiheft «EGplus» zum Evangelischen Gesangbuch, das in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau neue und populäre Lieder einführt. Am 14. Mai, dem Sonntag «Kantate», ertönt in vielen Gottesdiensten erstmals Gesang nach der neuen Auswahl. Wer ein Teilnahme-Paket für die Landeskirchenmusiktage bucht, erhält ein EGplus in besonderer Gestaltung. Bischof Hein freut sich, «dass im Reformationsjahr mit dem EGplus ein Begleitheft zum Gesangbuch entstanden ist, das die Vielfalt und belebende Kraft der neuen geistlichen Lieder in unsere Gemeinden trägt.» (10.05.2017)

Linktipp:

Anmeldung und Programm zu den Landeskirchenmusiktagen:

landeskirchenmusiktage.de/