Wechsel an der Spitze der Diakonie Hessen
Horst Rühl tritt 2016 die Nachfolge von Diakonie-Chef Gern an

Frankfurt a.M./Kassel (medio). Pfarrer Horst Rühl wird im nächsten Jahr die Nachfolge von Pfarrer Dr. Wolfgang Gern an der Spitze der Diakonie Hessen (DH) antreten. Dies hat der Aufsichtsrat des Verbandes in seiner Sitzung am 2. Juli 2015 einstimmig beschlossen, teilte die Diakonie Hessen mit. Horst Rühl, bisher Theologischer Vorstand, tritt seine neue Aufgabe am 1. Mai 2016 an. Mit diesem Datum wird der jetzige Vorstandsvorsitzende Dr. Wolfgang Gern in den Ruhestand gehen, heißt es weiter.

Bereits seit Mai 2000 stand Gern als Vorstandsvorsitzender an der Spitze des Diakonischen Werks in Hessen und Nassau (DWHN), das im Jahr 2013 mit dem Diakonischen Werk Kurhessen-Waldeck zur Diakonie Hessen fusionierte. Außerdem beschloss der Aufsichtsrat, dass die DH mit dem Ausscheiden von Dr. Gern in knapp einem Jahr von einem dreiköpfigen statt wie bisher von einem vierköpfigen Vorstand geleitet wird.

Zu den Personen

Horst Rühl war von 2012 bis 2013 Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks in Kurhessen-Waldeck und ist Diakoniedezernent der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Seit dem Jahr 2013 gehört er als Theologischer Vorstand dem vierköpfigen Vorstand der Diakonie Hessen an. Rühl engagiert sich seit Beginn seiner Berufstätigkeit in vielen diakonischen Arbeitsfeldern sowie aktuell zudem im Bundesverband der Diakonie. Rühl bringt außerdem Erfahrungen aus seiner fünfjährigen Tätigkeit als Vorsteher des Waldeckschen Diakonissenhauses Sophienheim mit Hauptsitz in Bad Arolsen mit, dem Einrichtungen der Jugend- und Altenhilfe, ambulante Pflegedienste sowie eine Altenpflegeschule angehören und in dem etwa 400 Mitarbeitende beschäftigt sind. Der 1958 geborene Theologe und Diakoniewissenschaftler ist verheiratet und hat eine Tochter und einen Sohn.

Wolfgang Gern ist Mitglied in Spitzengremien der Diakonie Deutschland und der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Von 2007 bis 2011 war der Theologe Sprecher der Nationalen Armutskonferenz. Als Vorstandsvorsitzender hatte Gern dazu beigetragen, dass sich das DWHN und später die DH zu einem sozialpolitisch aktiven Verband entwickeln konnte, der in Hessen und Rheinland Pfalz Bedeutung für landes- und darüber hinaus auch für bundespolitische Entwicklungen hatte. Der Theologe gehört unter anderem dem Integrationsbeirat der Hessischen Landesregierung an, er war Vorsitzender der Liga Hessen und Mitglied des Rundfunkrates des Hessischen Rundfunks. Gern, Jahrgang 1951, ist verheiratet und hat einen Sohn. (03.07.2015)

 

Linktipp:

Die Diakonie Hessen finden Sie im Internet unter:

diakonie-hessen.de

«Vielfalt - Stadt - Einfalt»
Marburger Religionsgemeinschaften wollen Zeichen für Flüchtlinge setzen

Marburg (medio/epd). Vertreter der Marburger Religionsgemeinschaften wollen am Sonntag (5. Juli) ein Zeichen für Flüchtlinge setzen. Um 11.30 Uhr sind alle Bürgerinnen und Bürger zu einer Fürbitte auf den Marktplatz eingeladen. Die Veranstaltung steht unter dem Motto «Vielfalt - Stadt - Einfalt» und soll in diesem Jahr den umstrittenen Marktfrühschoppen in Marburg ersetzen, teilte Propst Helmut Wöllenstein gegenüber der landeskirchlichen Medienagentur «medio» mit.

Juden, Muslime und Christen werden bei der Veranstaltung mit Texten aus ihren heiligen Schriften zum Thema Gastfreundschaft vorlesen, so Wöllenstein weiter. «Und dann wird jede Religion ein Gebet sprechen für Flüchtlinge ganz konkret, für Menschen, die in Not sind, die unterwegs sind auf dem Land, die in den Lagern sind, die im Mittelmeer gefährdet sind. Und auch für die, die Verantwortung tragen», erklärt der Propst. Auf dem Marburger werde außerdem Hiba Sino, die in Marburg Zuflucht gefunden hat, über ihr persönliches Flüchtlingsschicksal berichten.

Die Idee für die Veranstaltung stammt vom Marburger Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD). Vaupel verstehe die Ängste der Menschen vor dem Fremden: «Natürlich bestehen Ängste, wenn neue Nachbarschaft kommt. Was weiß man, wer das dann ist? Die Leben ganz anders und sprechen auch noch anders», so Vaupel gegenüber «medio». Mit Begegnungen will er den Ängsten der Menschen entgegen kommen, denn sein Wunsch ist, dass Flüchtlinge in Marburg eine zweite Heimat finden. «So wie wir die Menschen kennen lernen, werden diese Ängste vergehen», zeigte sich der Oberbürgermeister hoffnungsvoll.

Stichwort: Marktfrühschoppen

Der Marburger Marktfrühschoppen am ersten Sonntag im Juli geht auf eine Tradition von Marburger Studiernden aus dem 20. Jahrhundert zurück. In den vergangenen Jahren führten Besuche rechtsorientierter Burschenschaften immer wieder zu Protesten. 2013 wollte die Stadt dem Fest die Genehmigung verweigern, scheiterte jedoch damit vor Gericht. (03.07.2015)

Zur Debatte im Bundestag
Kirchen dringen auf Verbot organisierter Suizidhilfe

Hannover/München/Morschen (epd/medio). Vor der ersten Beratung des Bundestags über die Vorschläge zum Umgang mit Sterbehilfe-Vereinen haben die evangelische und die katholische Kirche an die Abgeordneten appelliert, organisierte Hilfe beim Suizid zu verbieten. «Wir müssen verhindern, dass die Suizidbeihilfe in unserem Land zur alltäglichen Selbstverständlichkeit wird», heißt es in einer am Mittwoch (1.7.) veröffentlichten Erklärung des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, und des Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx.

Ohne ein entsprechendes gesetzliches Zeichen sei eine «zunehmende Aufweichung des Tötungstabus in unserer Gesellschaft» zu befürchten, schreiben die Bischöfe weiter. Gerade Menschen, die aufgrund des Alters von Gebrechlichkeit oder schwerer Krankheit in einer schwierigen Lebenssituation sind und Angst haben, anderen zur Last zu fallen, würden unter Druck geraten.

Stellungnahme zur Beihilfe zur Selbsttötung der Landessynode

Bereits im April 2015 hatte die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck eine Stellungnahme zur Beihilfe zur Selbsttötung verabschiedet und sich an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages gewendet. Die Synodalen bitten darum, kommerzielle und geschäftsmäßige Beihilfe zur Selbsttötung zu verbieten und auf weitergehende gesetzliche Regelungen zur Sache zu verzichten.

Außerdem werden die Abgeordneten darum gebeten, die Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen durch Seelsorge, Palliativversorgung und Hospizarbeit so auszubauen, dass Menschen die Selbsttötung nicht als letzten Ausweg sehen müssen. Zudem solle eine vertiefte öffentliche Debatte über die Bedingungen und Grenzen menschlicher Selbstbestimmung gefördert werden.

Erste Lesung über die vorliegenden Gesetzentwürfe

Der Bundestag hat am Donnerstag (2.7.) in erster Lesung über die vorliegenden Gesetzentwürfe zum sogenannten assistierten Suizid beraten. Insgesamt liegen fünf Vorschläge vor. Die Bandbreite reicht von einem Komplettverbot der Suizidbeihilfe, die derzeit erlaubt ist, bis zu einer Erlaubnis für Sterbehilfevereine.

Die Kirchen befürworten ein Verbot der organisierten Suizidbeihilfe durch Vereine und Einzelpersonen. Für diese Position steht ein Antrag einer überfraktionellen Parlamentariergruppe um Michael Brand (CDU) und Kerstin Griese (SPD), der bislang auch die meisten Unterstützer hinter sich versammelt hat. (02.07.2015)

Linktipp:

Weitere Informationen zur Debatte und die Gesetzesentwürfe im Wortlaut unter:

http://www.bundestag.de/(...)

Hintergrund:

Weitere Informationen zum Thema und die Stellungnahme der Landessynode vom 24.4.2015 im Wortlaut unter:

ekkw.de/synode/(...)

EKD trauert um Eduard Lohse
Bedford-Strohm würdigt früheren Ratsvorsitzenden als beindruckenden Theologen und leidenschaftlichen Kirchenführer

Kassel (medio). Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) trauert um ihren ehemaligen Ratsvorsitzenden, Prof. Dr. Eduard Lohse. Lohse ist am Dienstag im Alter von 91 Jahren in Göttingen verstorben, teilte die Pressestelle der EKD mit. Lohse war von 1971 bis 1988 Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Das Amt des Vorsitzenden des Rates der EKD hatte er von 1979 bis 1985 inne.

Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, würdigte Lohse als beeindruckenden Theologen und leidenschaftlichen Kirchenführer. «Seine unverbrüchliche Liebe zum Evangelium hat sowohl Eduard Lohses wissenschaftliche Arbeit als auch sein Wirken als Landesbischof und Ratsvorsitzender geprägt.» In seinen Ämtern habe Lohse für klare Positionen gestanden, das Eintreten für seine Überzeugungen sei aber immer verbunden gewesen mit der ihm eigenen seelsorgerlichen Tiefe, so Bedford-Strohm. «Für Generationen von Studentinnen und Studenten ist Lohses Name mit großer Hochachtung verbunden, seine Kirche blickt mit großer Dankbarkeit auf sein segensreiches Wirken zurück.»

Die Landessynode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers hatte den Göttinger Professor für Neues Testament am 24. November 1970 zum Landesbischof gewählt. 1971 trat Eduard Lohse das Amt an, das er bis zu seinem Ruhestand am 1. Juni 1988 innehatte. Von 1975 bis 1978 war Lohse zudem Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland (VELKD)  und von 1979 bis 1985 Vorsitzender des Rates der EKD. 1977 übernahm er das Amt des Abts zu Loccum. Eduard Lohse war Präsident des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes, 1988 wurde er zum Präsidenten des Weltbundes der Bibelgesellschaft gewählt. Die Revision der Lutherbibel in seiner Zeit als Vorsitzender der Deutschen Bibelgesellschaft war für Lohse eines der wichtigsten Ereignisse seiner Amtszeit. (24.06.2015)

«Gespräch mit Wissenschaften für Theologie unverzichtbar»
Bischof Hein gibt Vorsitz im Vorstand der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) nach dreizehn Jahren ab

Kassel (medio). Bischof Prof. Dr. Martin Hein gibt den Vorsitz im Vorstand der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) in Heidelberg nach dreizehn Jahren ab, um sich «neuen Aufgaben zu widmen». Dies teilte der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck am Dienstag in Kassel mit. Er wird im Vorsitz durch den Bischof der badischen Landeskirche, Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh, abgelöst, teilte die Pressestelle der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck mit. Dies beschloss die Mitgliederversammlung der FEST am 22. Juni 2015 in Heidelberg einstimmig.

Der wissenschaftliche Leiter, Prof. Dr. Klaus Tanner, dankte Hein für die langen Jahre guter und weiterführender Zusammenarbeit. «Das Gespräch mit den Wissenschaften, vor allem auch mit den Naturwissenschaften, ist für die Theologie unverzichtbar und für die betreffenden Wissenschaften eine Bereicherung», sagte Hein. «Eine Kirche, die am öffentlichen Gespräch teilnehmen will, ist auf die Arbeit der FEST angewiesen. Ich hatte wunderbare Begegnungen mit Menschen, die meinen Horizont weiteten und meine Fragen vertieften», so Hein. Er wünschte seinem Nachfolger, der lange Jahre in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck tätig war, ebenfalls gute Erfahrungen und eine erfolgreiche Amtszeit.

Stichwort: FEST

Die Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) ist ein interdisziplinär arbeitendes Forschungsinstitut, das von der Evangelischen Kirche in Deutschland, evangelischen Landeskirchen sowie dem Deutschen Evangelischen Kirchentag und den Evangelischen Akademien in Deutschland getragen wird. Nach ihrer Satzung hat die Studiengemeinschaft die Aufgabe, «die Grundlagen der Wissenschaft in der Begegnung mit dem Evangelium zu klären und die Kirche bei ihrer Auseinandersetzung mit den Fragen der Zeit – auch durch Untersuchungen und Gutachten für die Mitgliedskirchen – zu unterstützen». (24.06.2015)

Bereits über 90 Gemeinden angemeldet
Mitmachaktion «Alte Thesen neu gelesen» - Anmeldefrist endet am 30. Juni

Kassel (medio). «Alte Thesen neu gelesen» – unter diesem Motto hat die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck am 31. März 2015 einen besonderen Wettbewerb im Rahmen der Reformationsdekade gestartet. Die rund 800 Kirchengemeinden der Landeskirche sind dazu aufgerufen, sich in einem Projekt mit der Frage auseinanderzusetzen, was «evangelisch sein» heute und für die Zukunft bedeutet.

«Der Kreativität sind in diesem Wettbewerb keine Grenzen gesetzt», sagte Pfarrerin Petra Schwermann, Reformationsdekadebeauftragte der Landeskirche in Kassel. Für den Wettbewerb sind schon über 90 Projekte eingereicht worden, zeigte sich Schwermann begeistert und hob den Ideenreichtum bei den Anmeldungen hervor. Für die Ideenfindung und Projektumsetzung regte Schwermann an, sich mit unterschiedlichen Partnern vor Ort zusammen zu tun. Dies könnten Geschichtsvereine, Schulen, Sportvereine und viele andere Akteure sein. Mit den Worten «Weckt den Luther in Euch!» sind die Gemeinden zum Mitmachen eingeladen, so Schwermann - auch über die Marke von 95 Anmeldungen hinaus.

Noch bis zum 30. Juni 2015 besteht die Möglichkeit, sich anzumelden. Die schnellsten 95 Gemeinden erhalten je ein Startgeld in Höhe von 1.000 Euro. Für die Umsetzung der Idee haben die angemeldeten Gemeinden vom 1. September 2015 bis zum 31. Oktober 2016 Zeit. Eine Jury wird die Projekte dann bewerten und am 6. Mai 2017 die drei nachhaltigsten mit Preisgeldern in Höhe von 5.000, 3.000 und 2.000 Euro auszeichnen. Dafür ist eine Festveranstaltung mit Bischof Prof. Dr. Martin Hein in Homberg/Efze in der Planung.


Wir stellen vier Projekte aus den Regionen der Landeskirche vor:

«Trost-Worte» der Gemeinde Wippershain bei Bad Hersfeld

Die Kirchengemeinde Wippershain bei Bad Hersfeld plant, die Mauer des örtlichen Friedhofs neu zu gestalten. An einem Ort, wo Menschen oft «sprachlos» sind, sollen «Trost-Worte» gesprochen werden, heißt es in der Projektanmeldung. Auf alten Schieferplatten, die ursprünglich auf dem Dach der Friedhofskapelle waren, werden Trostworte aufgeschrieben und an der Mauer befestigt. In der Auswahl der Trostworte hoffen die Projektteilnehmer auch Antworten auf die Frage zu finden, was für sie «Evangelisch sein» bedeutet: «Was sind unsere Worte heute für Trost? Für Trauer? Für unsere Hoffnung? Für unseren Glauben?», heißt es weiter.

Video-/Trickfilmprojekt der Kasseler Hoffnungskirchengemeinde

Mit einem Video-/Trickfilmprojekt startet die Hoffnungskirchengemeinde in Kassel in den Wettbewerb. Die Filme sollen laut Anmeldung die historischen Wurzeln beider Gemeindeteile aufarbeiten: Die Alte Brüderkirche, die im  13. Jahrhundert als Klosterkirche der Karmeliter erbaut und in der Reformationszeit die erste evangelische Gemeindekirche in Hessen wurde. Und die 1936 erbaute Erlöserkirche Fasanenhof mit großen Figuren von Luther und Zwingli, die davon zeugen, dass die damals entstandene Gemeinde nur evangelisch sein wollte, nicht mehr lutherisch oder reformiert. Die Trickfilme sollen mit selbst geschrieben Liedern untermalt werden.

Bierbrauen in der Kirchengemeinde Hanau-Kesselstadt

Die Kirchengemeinde Hanau-Kesselstadt will mit ihrem Projekt besonders die Männer in die Kirche locken. Mit einem Bierbrauer soll an einem Wochenende in der Kirche gemeinsam mit viel Handarbeit nach alten Vorbildern und Rezepten Bier gebraut werden, so der Plan. Der Bieranstich sei z.B. zu Christi Himmelfahrt denkbar um die «Vatertags»-Tradition mit der Kirche zu verbinden, heißt es.

Theaterstück «Der geklaute Kirchenschlüssel» in Münchhausen

Mit dem Theaterstück «Der geklaute Kirchenschlüssel» möchte die Kirchengemeinde Münchhausen (Sprengel Waldeck und Marburg) ihre eigene Kirchengeschichte aufarbeiten, die lutherische und reformierte Wurzeln aufweist. In den Jahren 1687/88 sollte im Zuge der «Reformen» von Landgraf Moritz ein reformierter Pfarrer im lutherischen Kirchspiel Münchhausen tätig werden, heißt es in der Projektanmeldung. Der Versuch habe große Widerstände hervorgerufen und führte dazu, dass bis zum 31. Dezember 1962 eine lutherische und eine reformierte Gemeinde vor Ort nebeneinander existierten. Die Projektgruppe erhofft sich, mit dem Stück die Frage zu beantworten, wie es zu einer solchen Zuspitzung kommen konnte und welche Lehren daraus für heutige interkonfessionelle Spannungen und interreligiöse Konfliktlagen gezogen werden können.



Stichwort: Reformationsjubiläum 2017

1508 kommt der Augustinermönch Martin Luther nach Wittenberg. Zehn Jahre später veröffentlicht er am Vorabend des Allerheiligentages, dem 31. Oktober 1517, seine gegen den Ablasshandel der Kirche gerichteten 95 Thesen, mit denen die Reformation begann. Im Jahr 2008 hat sich die evangelische Kirche mit der «Lutherdekade» auf den zehnjährigen Weg hin zum 500. Reformationsjubiläum 2017 gemacht und will das weite Spektrum der Reformation in Themenjahren aufnehmen und entfalten. Dazu werden auch in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck vielfältige Veranstaltungen, Tagungen und Aktionen angeboten, die die Schwerpunkte der Themenjahre regional aufgreifen und ausgestalten. (18.06.2015)

Aktionsseite:

Detaillierte Informationen zum Wettbewerb und das Anmeldeformular unter:

alte-thesen-neu-gelesen.de

Reformationsdekade:

Weitere Informationen zur Reformationsdekade in Kurhessen-Waldeck unter:

ekkw.de/reformation2017

Linktipp:

Hier finden Sie eine Karte mit den Gemeinden, die am Wettbewerb teilnehmen:

weiter…

Am vergangenen Samstag in der Hanauer Christuskirche
Erstes Europaforum der hessischen Landeskirchen thematisierte Ukrainekrise

Hanau (medio). Am vergangenen Samstag (20.6.) folgten rund 50 Interessierte der Einladung des Zentrums Oekumene zum ersten Europaforum der hessischen evangelischen Landeskirchen nach Hanau. Thema der Veranstaltung war «Europa am Abgrund - ein Versuch, die Ukrainekrise zu verstehen», teilte Ökumenedezernentin Dr. Ruth Gütter gegenüber der landeskirchlichen Medienagentur «medio» mit.

Dr. Andriy Mykhaleyko, Dozent für Kirchengeschichte der Ukrainischen Katholischen Universität in Lemberg in der Ukraine, setzte sich bei dem Forum mit der Rolle der Kirchen in dem Konflikt auseinander. Trotz großer geschichtlicher und theologischer Differenzen in den orthodoxen und katholischen Kirchen des Landes sei es gelungen, dass die Kirchen und Religionen während der Zeit der Demonstrationen auf dem Maidan gemeinsam für ein Ende der Gewalt eingetreten seien, so Mykhaleyko.

Mit Blick auf die gesellschaftliche und politische Perspektive sagte Dr. Matthias Dembinsiki von der hessischen Stiftung für Frieden- und Konfliktforschung, dass sowohl die Europäische Union (EU) als auch Russland durch nicht gelungene Kommunikation in den Konflikt «hineingestolpert» seien, so Gütter. Dadurch hätte die Ukraine vor der problematischen Wahl gestanden, sich zwischen dem westlichen oder östlichen Bündnis entscheiden zu müssen. Für Dembinsiki sei es nötig, dass die Gespräche wieder in Gang kommen, um einen tragfähige Kompromiss finden zu können. Dabei sei wichtig, dass die Mitgliedsstaaten der G7 wieder mit Russland reden. Weder in der Teilung der Ukraine noch in der Durchsetzung russischer Siegerinteressen sieht der Konfliktforscher eine Lösung. Denkbar sei für Dembinsiki, dass die Ukraine Mitglied der EU, nicht aber Mitglied der NATO werde.

In der anschließenden Diskussion berichteten Vertreter von Initiativen, die Kontakte in die Ukraine pflegen und dort humanitäre Arbeit leisten,  von der Situation vor Ort. Dabei brachten Vertreter einer Delegation aus Kirgisien zum Ausdruck, dass die Ukrainekrise auch in Kirgisien Ängste auslöse. Insgesamt sprachen sich die Teilnehmer dafür aus, dass die Kirchen in der Krisenregion aber auch in Europa eine wichtige Rolle bei der  Suche nach einer Lösung des Konfliktes spielen könnten, so die Dezernentin.

Laut Dezernentin Gütter soll das Europaforum zukünftig einmal jährlich veranstaltet werden. Dabei sollen aktuelle Fragen im europäischen Kontext aufgegriffen und Initiativen und Partnerschaften ihre Kontakte und Projekte besonders in Osteuropa pflegen und vernetzen können. Ansprechpartner für das Europaforum: Pfarrer Friedhelm Pieper, Europareferent im Zentrum Oekumene in Frankfurt am Main. (22.06.2015)

Linktipp:

Das Zentrum Oekumene finden Sie im Internet unter:

zentrum-oekumene-ekhn.de/

Dankesbrief aus Syrien
Patriarch Johannes X aus Syrien für ein Schweigen der Waffen und für friedlichen politischen Dialog

Kassel (medio). Der Patriarch der griechisch orthodoxen Kirche von Antiochien und dem ganzen Orient mit Sitz in Damaskus Johannes X. hat in einem Schreiben an Bischof Dr. Hein der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck für die vielfältige humanitäre Hilfe gedankt. Insbesondere die Mittel für das kirchliche Krankenhaus in Hosn werden dankend erwähnt, teilte Ökumenedezernentin Dr. Ruth Gütter gegenüber der landeskirchlichen Medienagentur «medio» mit. Zugleich weise der Patriarch darauf hin, dass seine Kirche versuche in diesen schweren Zeiten Menschen aller Religionen zu helfen, weil man so zu Frieden und Versöhnung zwischen den verfeindeten Parteien beitragen wolle.

Einer militärischen Lösung der Konflikte erteilt Johannes der X. eine klare Absage. Wörtlich  heißt es in dem Brief «Wir sind der Überzeugung, dass die einzige fruchtbare Lösung für das Land der friedliche politische Dialog zwischen den Konfliktparteien ist. Das Leiden der Menschen wird nicht durch weitere kriegerische  Auseinandersetzungen abgemildert, sondern eher dadurch, dass in diesem Konflikt die Waffen schweigen und der Vernunft Platz eingeräumt wird. Wir hoffen sehr auf die Unterstützung der … Kirchen und der Regierung in Deutschland, den Dialog der Syrer voranzutreiben». (23.06.2015)

Führungen, Musik und Gottesdienste
Viele Interessierte bei Kasseler «Nacht der offenen Kirchen»

Kassel (medio). Am Freitag (26.6.) hat die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Kassel (ACK) zur «Nacht der offenen Kirchen» eingeladen. 41 Kirchengemeinden und christliche Gemeinschaften öffneten bereits zum fünften Mal für interessierte Besucherinnen und Besucher ihre Kirchengebäude und Häuser und boten eine Vielzahl von Veranstaltungen an. Die Türen waren von 6 Uhr am Abend bis Mitternacht geöffnet, teilte der Evangelische Stadtkirchenkreis Kassel mit. Im Programmheft fanden sich rund 200 Angebote, darunter Ausstellungen, Tanz, Theater, Klang- und Lichtinstallationen, Meditationen, Gottesdienste und Andachten. Außerdem gab es auch viele Mitmachaktionen und Programmpunkte extra für Kinder. Wer sich auf den Weg durch Kassels Kirchen machte, konnte auch an sonst verschlossene Orte gelangen. So luden z.B. Führungen in die Gewölbe oder auf die Türme der Kirchen zur Erkundung ein.

Besonderes Augenmerk hatten die Veranstalter auf die Musik gelegt: Die Bandbreite reichte von Klassik, Gospel, Blues, Jazz, Pop und Weltmusik, von Vokalmusik mit Kinder-, Jugend- und Kirchenchören, über Orgelspiel und Posaunenklänge bis hin zu Meditativem. Und auch die Gastfreundschaft wurde gepflegt: In Kirchgärten und -höfen wurde zu regionalen und internationalen Speisen und Getränken eingeladen. Zum Abschluss der Nacht wurden in nahezu allen Kirchen die Besucherinnen und Besucher mit Abendliedern, einer Meditation, einem Gebet oder Segen zur guten Nacht auf den Heimweg verabschiedet, heißt es.

Kirchräume einmal ganz anders erleben

«Eine gemeinsame Nacht lang die Türen zu öffnen und Menschen Zeit zu geben, hier und da zu schauen, zu verweilen und Kirchenräume noch einmal ganz anders zu erleben, das ist das Besondere und Faszinierende an dieser Nacht und in dieser Nacht», freute sich Stadtdekanin Barbara Heinrich, Vorsitzende der ACK. Alle zwei Jahre habe die Nacht der offenen Kirchen ihren festen Platz im Kulturkalender der Stadt Kassel, so Heinrich.

«Mit großem Engagement und viel Kreativität wurde von den Initiatoren auch in diesem Jahr wieder ein ansprechendes und anspruchsvolles Programm zusammengestellt», freute sich der Oberbürgermeister der Stadt Kassel, Bertram Hilgen (SPD), über das Angebot der Kirchen.  Es lud nicht nur Kirchenmitglieder, sondern alle interessierten Menschen herzlich ein, «Kirche als Ort und mit allen Sinnen, vielleicht auch auf ungewöhnliche Weise, individuell oder in der Gemeinschaft neu zu erleben», so der Oberbürgermeister.
 

Stichwort: Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Kassel

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Kassel ist ein ökumenischer Zusammenschluss, dem die evangelische und die katholische Kirche, die orthodoxen, Frei- und Bekenntniskirchen sowie christliche Gemeinschaften als Voll- bzw. Gastmitglieder angehören. Die in der Arbeitsgemeinschaft vertretenen Mitglieder wollen ihrer Gemeinsamkeit im Glauben an den einen Herrn Jesus Christus in Zeugnis und Dienst gerecht werden, heißt es in der Präambel der Ordnung der ACK. (27.06.2015)

Die Kreuzkirche bei heranbrechender Nacht:

Download:

Das Programm zur «Nacht der offenen Kirchen» finden Sie unter

PDF-Dokument

Linktipp:

Weitere Informationen zur «Nacht der offenen Kirchen» finden Sie unter

nachtderkirchenkassel.de/

Willkommenskultur mit Willkommensstrukturen unterstützen
Evangelische Kirchen und Diakonie in Hessen fordern: Mehr Flüchtlinge aufnehmen und schneller integrieren

Frankfurt/Darmstadt/Kassel (medio). Anlässlich des Internationalen Tages des Flüchtlings am Samstag (20. Juni) appellieren die Evangelischen Kirchen in Hessen und die Diakonie Hessen an Bund und Länder, mehr Flüchtlinge aufzunehmen und sie von Anfang an besser zu integrieren. Sie sehen in der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen zudem eine «Generationenaufgabe» und versichern, dass sich die Evangelischen Kirchen und die Diakonie weiterhin und verstärkt dafür engagieren werden, teilten die Diakonie Hessen, die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau in einer gemeinsamen Presseerklärung mit.

Willkommenskultur mit Willkommensstrukturen unterstützen

«Die Flüchtlinge werden bleiben, und es ist unsere Aufgabe, sie vom ersten Tage an zu integrieren», sagt der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), Dr. Martin Hein, und lobt das bemerkenswerte ehrenamtliche Engagement in der Flüchtlingsarbeit. Hier sei allerdings mehr Unterstützung und Förderung als bisher notwendig. «Die Willkommenskultur braucht nachhaltige Willkommensstrukturen. Wenn wir wollen, dass die vielerorts positive Grundhaltung und Solidarität mit Flüchtlingen bleibt, brauchen wir mehr hauptamtliche Begleitung und Qualifizierung des Ehrenamts und den Ausbau der unabhängigen Flüchtlingsberatung.»

Aufnahme syrischer und irakischer Flüchtlinge verstärken

Bischof Hein betont die besondere Verantwortung von Bund und Ländern für die Aufnahme von Flüchtlingen. «Der Bund sollte das Aufnahmekontingent für syrische Bürgerkriegsflüchtlinge großzügig erweitern und ein weiteres für irakische Flüchtlinge schaffen. Und die Bundesländer müssen ihre eigenen Aufnahmeprogramme unbedingt weiterführen», appelliert Hein. Angesichts der gegenwärtigen Kriege und Krisenherde sei die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen eine größer werdende «Dauerherausforderung». Wer sich die Hauptherkunftsländer der Flüchtlinge anschaue, wisse, dass die Flüchtlingszahlen weiter steigen werden und nur die wenigsten zurückkehren können.

In Griechenland droht humanitäre Katastrophe

Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Dr. Volker Jung, hat sich außerordentlich besorgt über die  Lage der Flüchtlinge in den europäischen Erstaufnahmeländern gezeigt. Vor allem in Griechenland, wo seit Jahresbeginn rund 50.000 Flüchtlinge angekommen seien und es kein Aufnahme- und Schutzsystem für Flüchtlinge gebe, spitze sich die Lage dramatisch zu. «In Griechenland droht eine humanitäre Katastrophe», warnt Jung und appelliert an die europäischen Staaten, umgehend humanitäre Hilfe vor Ort zu leisten und Flüchtlinge in andere europäische Länder weiterreisen zu lassen, insbesondere, wenn sie dort Verwandte haben. «Gerade im wirtschaftsstarken Deutschland können und sollten wir mehr dieser Flüchtlinge aufnehmen», so Jung.

Zufluchtsland frei wählen lassen

Kritisch sieht der Kirchenpräsident die aktuelle Debatte, Flüchtlinge nach Quoten auf die EU-Staaten zu verteilen. «Das ist realitätsfern und lebensfremd, weil es die berechtigten Interessen der Schutzsuchenden nicht berücksichtigt», gibt Jung zu bedenken. Flüchtlinge suchten nach familiären, sprachlichen und kulturellen Anknüpfungspunkten, gerade das fördere ihre Integration. «Die Menschen sollten selbst entscheiden dürfen, wo sie ihren Asylantrag stellen. Länder, die überdurchschnittlich viele Flüchtlinge aufnehmen, könnten mithilfe eines Europäischen Ausgleichsfonds finanziell unterstützt werden. Und Personen, die in einem EU-Staat als schutzbedürftig anerkannt wurden, sollte Freizügigkeit in der EU gewährt werden», schlägt Jung vor.

In die Zukunft der Gesellschaft investieren

Für ein grundsätzliches Umdenken in der Flüchtlingspolitik wirbt der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Hessen, Dr. Wolfgang Gern. «Wir müssen aus dem Notfallmodus, der bisher herrscht, herauskommen, und die Flüchtlingsaufnahme als zentrales Politikfeld der nächsten Jahrzehnte begreifen», so Gern. Es bedürfe erheblicher öffentlicher Investitionen in Bildung, Ausbildung, Gesundheitsversorgung und den Bau von bezahlbarem Wohnraum. «Das sind aber nicht nur Belastungen, das sind Investitionen in die Zukunft unserer Gesellschaft, in der Flüchtlinge eine wichtige Rolle spielen sollen», betont der Diakonie-Chef.

Flüchtlinge erster und zweiter Klasse vermeiden

Erste Schritte in diese Richtung seien mit einigen Verabredungen bei der Ministerpräsidentenkonferenz am 18. Juni gemacht worden. Gern begrüßt unter anderem die Öffnung der Integrationskurse für Asylbewerber, bedauert allerdings, dass dies nur für eine bestimmte Gruppe mit «guter Bleibeperspektive» geschehen soll. «Damit würden Flüchtlinge erster und zweiter Klasse geschaffen. Das ist diskriminierend und schadet dem gesellschaftlichen Klima», sagt Gern. Wichtig sei auch die Ankündigung, dass sich der Bund dauerhaft an der Finanzierung der Flüchtlingsaufnahme beteiligen werde.

Unabhängige Asylverfahrensberatung staatlich fördern

Im Blick auf die aktuelle Situation in den Erstaufnahmeeinrichtungen betont Gern die zentrale Bedeutung einer unabhängigen Verfahrensberatung, die in Hessen überhaupt nicht und in vielen anderen Bundesländern nicht ausreichend finanziert werde. «Für die Asylantragsteller ist die Verfahrensberatung existentiell wichtig. Es kann nicht sein, dass die öffentlichen Aufnahmestrukturen jetzt besser finanziert werden, für die Beratung der Flüchtlinge aber das Geld fehlt», kritisiert Gern.

Stichwort: Flüchtlingsberatung

Zurzeit finanzieren die EKHN, die EKKW und die Diakonie Hessen insgesamt 10,5 unbefristete Stellen in der unabhängigen Flüchtlingsberatung in Hessen und Rheinland-Pfalz (in Erstaufnahmeeinrichtungen und den Regionen). Darüber hinaus gibt es in der EKHN drei Flüchtlingsseelsorgestellen. Mithilfe zusätzlicher Mittel, die die beiden Landessynoden in 2013 und 2014 bereitgestellt haben (mehr als 1,6 Millionen Euro) konnten weitere sechs befristete Flüchtlingsberatungsstellen finanziert werden sowie mehr als 50 Projekte in Gemeinden und Dekanaten zur Unterstützung einer Willkommens- und Aufnahmekultur für Flüchtlinge. (19.06.2015)

Wenn Menschen in Krisensituationen stürzen
Konferenz des Sprengels Waldeck und Marburg thematisierte Notfallseelsorge

Marburg (medio). Die Pfarrerinnen und Pfarrer des Sprengels Waldeck und Marburg setzten sich auf ihrer Sprengelkonferenz am Mittwoch (17.6.) mit dem Umgang mit traumatisierten Menschen in Krisensituationen auseinander. Im Zentrum stand dabei die Notfallseelsorge. Eingeladen hatte Propst Helmut Wöllenstein nach Marburg in das Gebäude der Evangelischen Studierendengemeinde und des Religionspädagogischen Instituts, berichtete Pfarrer Karl-Günter Balzer, Medienbeauftragter des Sprengels.

Neben Katastrophen, wie dem Absturz der German-Wings-Maschine in den Französischen Alpen im März, seien es oft weniger medial wirksame Unglücksfälle, die Menschen in schwer zu bewältigende Situation stürzten, so Balzer. Erste Gesprächspartner sind dann z.B. bei einem Unfall oder dem Tod eines geliebten Menschen oft Pfarrerinnen oder die Pfarrer. Referent des Tages war der Diplom-Psychologe und Leiter des Instituts für Traumabewältigung in Friebertshausen, Dr. Georg Pieper, der sich seit den 80er Jahren mit dem Thema beschäftigt und schon bei Unglücken, wie dem Grubenunglück in Borken-Stolzenbach oder dem Amoklauf in Erfurt hinzugezogen wurde.

Laut Pieper gelte es unmittelbar nach einem Unglück den Menschen in seinem Leid einfach so wahrzunehmen, wie er ist. Zuhören sei gefragt und ehrliche Informationen nötig. Zudem könnten einfachste Hilfestellungen, wie das Angebot einer Decke, helfen. Für den Psychologen kommt es besonders darauf an, das Leid einfach mitzuleiden in dem Wissen, dass es nicht weggenommen werden kann. Therapeutische Fragen, Vertröstungen oder schonende Worte lehnt Pieper unmittelbar nach dem Unglück ab. Für Therapie sei später Zeit und Möglichkeit. In der anschließenden Diskussion machte Dr. Georg Pieper deutlich, wie wichtig ihm das Gebet und das Vertrauen in Gott für seine Arbeit sei.

Stichworte: Sprengel und Sprengelkonferenz

Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck teilt sich in vier Sprengel: Kassel, Hanau, Hersfeld sowie Waldeck und Marburg. Der Sprengel Waldeck und Marburg liegt im Gebiet der Landkreise Waldeck-Frankenberg und Marburg-Biedenkopf und umfasst vier Kirchenkreise Eder, Kirchhain, Marburg und Twiste- Eisenberg. Propst des Sprengels ist Helmut Wöllenstein. Die Pfarrerinnen und Pfarrer eines Sprengels treffen sich regelmäßig auf Einladung der Pröpstin oder des Propstes zu einer Sprengelkonferenz mit Andacht, Vortrag und Austausch. (18.06.2015)

Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen
Landeskirche ruft zu Gedenken der Opfer an den EU-Grenzen auf

Kassel (medio). Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck ruft dazu auf, in den Gottesdiensten am kommenden Sonntag besonders der Opfer an den Grenzen der Europäischen Union (EU) zu gedenken. Anlass ist der Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen am 20. Juni, zu dem Kirchen und Menschenrechtsinitiativen auf die tödlichen Folgen der Abschottung der Außengrenzen der EU hinweisen, teilte die Pressestelle der Landeskirche mit.

Die Landeskirche schließt sich dem Aufruf der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) an, die zur Vorbereitung einen Gottesdienstentwurf und weitere Materialien in englischer und deutscher Sprache veröffentlicht hat (s. Linktipp rechts), heißt es weiter.

Stichwort: Konferenz Europäischer Kirchen

Die Konferenz Europäischer Kirchen ist ein Zusammenschluss von protestantischen, orthodoxen, anglikanischen und altkatholischen Kirchen. Gegründet wurde die regionale Ökumene-Organisation 1959 von Christen aus Ost- und Westeuropa. Die KEK (englisch CEC) hat ihren Sitz im Ökumenischen Zentrum in Genf (Schweiz). In Brüssel und Straßburg sind außerdem Büros. Die KEK ist eine eigenständige Organisation, die jedoch eng mit dem Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) zusammenarbeitet. Ihr ständiges Anliegen ist die Förderung der Einheit der Christen und des Dienstes an der ganzen Gemeinschaft. (18.06.2015)

Linktipp:

Den Gottesdienstentwurf und weitere Materialien finden Sie im Internet unter:

ccme.be/(...)

«Armut überwinden – in Kinder investieren»
Einsatz gegen Kinderarmut beim Jahresempfang der Diakonie Hessen im Mittelpunkt

Kassel (medio). Rund 250 Gäste aus Politik, Kirche und Gesellschaft waren am Mittwoch (17.6.) der Einladung zum Jahresempfang der Diakonie Hessen nach Kassel in das Evangelische Fröbelseminar gefolgt. Zum Schwerpunktthema des Empfangs «Armut überwinden – in Kinder investieren» stellte der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Hessen, Pfarrer Dr. Wolfgang Gern, fest: «Zur Bekämpfung der Kinderarmut brauchen wir nicht nur individuelle, sondern auch strukturelle Lösungsansätze».

Die Politik müsse eine Kindergrundsicherung beschließen, die oberhalb der Armutsgrenze liege, die öffentliche Infrastruktur weiter ausbauen und Sozialräume gestalten, heißt es in einer Mitteilung der Diakonie Hessen.

Auch Prof. Dr. Martin Hein, Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, nahm in seinem geistlichen Impuls die Förderung armer Familien in den Blickpunkt. «Deshalb setzen wir uns als Kirche und Diakonie für Kinder ein – in den vielen Kindertagesstätten, in Kindergruppen und Kinderbetreuung», sagte Hein. «Es gibt noch viel zu tun, bis die Armut bei Kindern und Familien überwunden ist.»

Laut Wolfgang Gern lebt in Hessen fast jedes sechste Kind unter 15 Jahren in Armut. «Das bedeutet für diese Kinder und Jugendlichen ganz konkret den Ausschluss von gesellschaftlicher Teilhabe und von Zukunftschancen», so der Vorstandsvorsitzende. Eine große Bedeutung für die Armutsbekämpfung habe die frühkindliche Bildung. Kindertagesstätten könnten wesentlich dazu beitragen, dass Armut entweder gefestigt oder aufgebrochen werde.

125 Jahre Fröbelseminars - Freimut Schirrmacher neuer Direktor

Im Rahmen des Jahresempfangs wurde auch das 125-jährige Bestehen des Evangelischen Fröbelseminars in Kassel und Korbach gewürdigt und der neue Direktor, Pfarrer Freimut Schirrmacher (50) in sein Amt eingeführt. Schirrmacher folgt Eckehard Zühlke (65), der in den Ruhestand trat. Die Einführung erfolgte durch die beiden Theologischen Vorstände der Diakonie Hessen, Dr. Wolfgang Gern und Oberlandeskirchenrat Horst Rühl.

Stichwort: Evangelisches Fröbelseminar

Evangelisches Fröbelseminar ist eine Ausbildungsstätte für sozial- und heilpädagogische Berufe, die sich an der Pädagogik von Friedrich Fröbel orientiert. Fröbel hat mit seiner Pädagogik und der Gründung des ersten Kindergartens in Deutschland (1840) maßgeblich zur Entwicklung einer Pädagogik beigetragen, die das Kind in den Mittelpunkt stellt. Das Evangelische Fröbelseminar wurde 1890 von der Fröbelschülerin Bertha von Marenholtz-Bülow und Hanna Mecke gegründet. (18.06.2015)

Download:

Hier können Sie den geistlichen Impuls von Bischof Martin Hein beim Jahresempfang der Diakonie Hessen herunterladen

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Linktipp:

Weitere Informationen zur Arbeit der Diakonie in Hessen finden Sie unter:

diakonie-hessen.de/

Linktipp:

Weitere Informationen zum Evangelischen Fröbelseminar der Diakonie in Hessen unter:

froebelseminar.de/

«Die größte Katastrophe ist das Vergessen»
EKD und Bischofskonferenz starten Spendenaktion für Syrer und Iraker

Hannover/Bonn/Kassel (epd/medio). Unter dem Motto «Die größte Katastrophe ist das Vergessen» rufen die beiden großen Kirche über ihre Hilfswerke zu Spenden für Syrer und Iraker auf. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die katholische Deutsche Bischofskonferenz forderten am Mittwoch zudem, dass Deutschland mehr Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak aufnehmen solle. Die Spendenaktion läuft über die beiden Hilfswerke Diakonie Katastrophenhilfe und Caritas International.

Die Lage der Flüchtlinge, Vertriebenen und Gewaltopfer sei im fünften Jahr des syrischen Bürgerkriegs «so verzweifelt wie nie zuvor», schreiben die Kirchen unter Verweis auf den Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, der an diesem Samstag begangen wird. Die Menschen bräuchten «unsere Hilfe und unsere Solidarität», heißt es im Aufruf. Mehr als zwölf Millionen Syrer und zwei Millionen Iraker seien auf der Flucht.

Landeskirche hilft mit eigener Hilfsinitiative in Syrien

Die mit der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck befreundete Rum-Orthodoxe Kirche in Syrien versucht, das Leiden der Flüchtlinge innerhalb von Syrien zu lindern - egal welchem Glauben sie angehören. Die Gemeindeeinrichtungen der Rum-Orthodoxen Kirche bieten Unterkunft und Schutz, heißt es in einem Informationsblatt der landeskirchlichen Syrienhilfe. Für viele sei dies die letzte Rettung. Aber nach Jahren des Krieges fehle es auch in den Einrichtungen an den nötigsten Dingen und es herrsche ein unvorstellbarer Mangel an allem. Um die Not zu lindern werden Unternehmen gesucht, die dringend benötigte Artikel (z.B. Hygieneartikel, Nahrungsergänzungsmittel, Windeln, Verbandszeug und Decken für die Flüchtlinge in Syrien spenden. (18.06.2015)

Linktipp:

Weitere Informationen zur EKD-Spendenaktion mit Spendenkonten unter:

ekd.de/(...)

Linktipp:

Informationen zur landeskirchlichen Syrienhilfe mit Ansprechpartnern unter:

ekkw.de/unsere_kirche/aktionen(...)

Frühgotische Klosterkirche und -anlage im Kellerwald
Jubiläumsjahr zur Grundsteinlegung des Klosters Haina eröffnet

Haina (medio/epd). Mit einem Festtag am vergangenen Sonntag (14.6.) im Kloster Haina ist an dessen Grundsteinlegung vor 800 Jahren erinnert und ein Jubiläumsjahr eröffnet worden. Im Jahr 1215 hatten Zisterziensermönche mit dem Bau der Klosteranlage begonnen. Auftakt für die Jubiläumsfeierlichkeiten war ein Gottesdienst in der Klosterkirche mit Bischof Prof. Dr. Martin Hein, Dekanin Petra Hegmann und Pfarrerin Beate Ehlert. Eingeladen hatten die Kirchengemeinde und Freunde des Klosters, teilte der Landeswohlfahrtsverband(LWV) Hessen mit.

Bischof Hein würdigte die Klosterkirche als eine der schönsten Kirchen in der Evangelischen Landeskirche von Kurhessen-Waldeck, berichtete Pfarrer Karl-Günter Balzer, Medienbeauftragter im Sprengel Waldeck und Marburg. Hein erinnerte gleichzeitig daran, dass in der täglich geöffneten Klosterkirche Menschen Entlastung und Ermutigung erfahren könnten. «Seit 800 Jahren ist uns die Gegenwart Jesu Christi in dieser Kirche verheißen», so der Bischof.

Dass seit 1953 der Landeswohlfahrtsverband Hessen auf dem Gelände der Klosteranlage ein Fachkrankenhaus für Psychiatrie betreibt, entspreche laut Bischof Hein durchaus dem ursprünglichen Geist des Klosters. Denn in der Einrichtung erhalten Menschen Hilfe und Unterstützung, die ihr Leben nicht mehr eigenverantwortlich führen könnten. Das entspreche dem Ruf Jesu an die Mühseligen und Beladenen und dem Geist der Reformation, so der Bischof und verwies auf Landgraf Philipp, der 1533 das Kloster zu einem Hospital für die arme Landbevölkerung machte.

Impressionen aus dem Gottesdienst

(Fotos: medio.tv/ Balzer)


Vorläufer des Klosters auf nahgelegener Aulesburg entdeckt

Eine «Sensation» präsentierte Uwe Brückmann, Direktor des LWV Hessen und Aufsichtsratsvorsitzender des Klinik-Betreibers «Vitos» beim anschließenden Empfang: Auf der nahgelegenen Aulesburg bei Löhlbach haben Archäologen einen Vorläufer des Klosters gefunden. Mittels Bodenradar sei der Grundriss einer 27 Meter langen und 7,5 Meter breiten Kirche mit Apsis und Strebepfeilern entdeckt worden. «Damit haben wir nach Jahrhunderten die Kirche auf der Aulesburg wieder gefunden», freute sich Brückmann. Zudem erklärte Brückmann, dass der LWV auch zukünftig Klosterkirche und -anlagen erhalten werde.

Vorträge, Führungen, «Zisterziensertag» und Hubertus-Gottesdienst

Der Festtag war Auftakt eines umfangreichen Programms zum Jubiläumsjahr der Grundsteinlegung der mittelalterlichen Anlage. Bis zum 13. September stehen Vorträge zur Geschichte und Architektur des Klosters sowie eine archäologische und naturkundliche Wanderung durch die zum Kloster gehörenden Forsten auf dem Programm. Am 4. Juli wird es den Angaben zufolge ab 11 Uhr einen «Zisterziensertag» im Kloster geben, der von der Zisterzienserabtei Marienstatt veranstaltet wird und ein Hochamt sowie gregorianische Gesänge umfasst. Zudem soll in einem Vortrag um 17 Uhr das Leben und Wirken dieses Ordens gewürdigt werden. Abschluss des Festjahres bildet ein Hubertus-Gottesdienst am 13. September um 10 Uhr, zu dem ein Sternblasen verschiedener Bläsergruppen vorgesehen ist.

Impressionen aus der Kirche

Fotos: medio.tv/ Schauderna


Stichwort: Kloster Haina

Im Jahr 1188 gründeten Zisterzienser-Mönche aus Altenberg vier Kilometer von Haina entfernt das Kloster Aulisburg. Von dort verlegte der Orden das Kloster in das fruchtbarere Tal der Wohra und begann 1215 in Haina mit dem Bau der Klosteranlage. Das Kloster wurde 1527 im Zuge der Reformation aufgelöst und in eine Stiftung überführt. Seit 1953 gehört es dem Landeswohlfahrtsverband Hessen, das hier ein Fachkrankenhaus für Psychiatrie mit angegliederten teilstationären und ambulanten Angeboten, zwei Wohnheime sowie eine Klinik für forensische Psychiatrie betreibt. Das Kloster Haina zählt heute zu den besterhaltenen Zisterzienserklöstern Deutschlands. (15.06.2015)

Linktipp:

Informationen zum Festtag und den weiteren Festveranstaltungen finden Sie im Internet unter:

klosterhaina.de/

Download:

Hier können Sie die Predigt von Bischof Martin Hein zum Festtag in Haina herunterladen:

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Kirgisien, Südafrika und Ost-Java
Delegationen aus drei Partnerländern waren zu Gast in der Landeskirche

Kassel (medio). In der vergangenen Woche begrüßte der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, Delegationen aus drei Nationen im Kasseler Haus der Kirche. Die Gäste aus Kirchen, zu denen auf landeskirchlicher oder Kirchenkreisebene partnerschaftliche Beziehungen bestehen, hatten zuvor den Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart besucht, teilte Pfarrer Bernd Müller, Referent für Kirchliche Partnerschaften der Landeskirche im
Zentrum Ökumene, mit.

Am Montag (8.6.) kam Bischof Hein mit Bischof Alfred Eichholz von der Evangelisch Lutherischen Kirche in Kirgisien (ELKKK) zusammen, zu der die Landeskirche seit 20 Jahren eine Partnerschaft pflegt. Zentrales Thema der Begegnung mit der sechsköpfigen Delegation um Bischof Eichholz sei das diakonisches Engagement in der Kirche gewesen. Noch bis zum 22.6. sorgt der zuständige Kirgisien-Ausschuss für ein Programm mit zahlreichen Praxisbeispielen aus der Diakonie in verschiedenen Regionen der Landeskirche, so Müller.

Unser Foto zeigt die Delegation aus Kirgisien mit weiteren Vertretern (v.l.): Aleksandr Keksel, Akmaral Eremeeva, dahinter Inge Rühl, Larissa Eichholz, dahinter Valerii Nevremin, Doris Krause, Bischof Hein, dahinter Wilfried Henning, Bischof Alfred Eichholz, dahinter Pfarrer Bernd Müller, Tatiana Shlebaeva, dahinter Pfarrerin Martina Tirre, Thorsten Gerhold, Joachim Gebauer und Mariia Vorobeva.

Am Mittwoch (10.6.) traf Bischof Hein auf eine vierköpfige Delegation aus der Herrnhuter Kirche im östlichen Kap (Südafrika), zu der der Kirchenkreis Kaufungen seit 33 Jahren eine Partnerschaft unterhält und besonders junge Studierende durch einen Stipendienfonds unterstützt.

Das Thema der Begegnung in Kassel war «Gesundheit, Ernährung und Landwirtschaft». Dabei ging es u.a. um die in Südafrika verbreiteten Volkskrankheiten Diabetes, Bluthochdruck, Fettleibigkeit.

Unser Foto zeigt die Delegation aus Südafrika mit weiteren Vertretern (v.l.): Pfarrerin Andrea Brede-Obrock, Pfarrer  Thomas Dilger, Mr Simbongile Nkonyana, Bischof Hein, Rev. Ms Noma-Efese Vuthuza, Mr Siphiwo Maqungo, Vuyelwa Mntambo, Egbert Weisheit.

Am Freitag (12.6.) begrüßte Bischof Hein sechs Delegierte der «GKJW», einer christlichen Kirche aus Ost-Java, die in den beiden Partnerkirchenkreisen Twiste-Eisenberg und Eder zu Gast sind. Im Mittelpunkt dieser Begegnung stand das Thema «sauberes Wasser» als Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung. Vor dem Hintergrund der ökologischen Probleme der Bevölkerung Indonesiens arbeiten Partnerschaftsgruppen seit mehreren Jahren am Umweltbewusstseins und der Rolle der Christen im Blick auf einen verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung, so Pfarrer Müller.

Der Besuch bei Bischof Hein war der Abschluss der Reise unter der Leitung der Partnerschaftsvorsitzenden Pfarrerin Silke Kohlwes (Diemelstadt) und des indonesischen Delegationsleiters Pfarrer Budi Cahyono.

Unserer Foto zeigt die die Delegation aus Ost-Java mit weiteren Vertretern (v.l.): Dekanin Petra Hegmann, Frau Rödiger, Pfarrerin Silke Kohlwes, Kerstin Hartge, Kristanto Kristanto, dahinter Pfarrer Thomas Dilger, Frau Retno Suryanti (indones. Student aus Kassel), Kukuh Supitono, dahinter Herr Rödiger, Dyah Ayu Krismawati (indones. Theologin aus Wuppertal), Pfarrer Bernd Müller, Budi Cahyono, Hardiyan Triasmoroadi und Bischof Hein. (15.06.2015)

Jetzt Gruppen zum 9. Aktionstag des RPI anmelden
Schüleraktionstag am 7. Juli in Kassel zum Thema «HOMErun»

Kassel (medio). Das Religionspädagogische Institut der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (RPI) und die «CROSS jugendkulturkirche kassel» veranstalten am 7. Juli 2015 in der Jugendkulturkirche am Lutherplatz den «Schüleraktionstag 9.0». Zum Aktionstag mit dem Motto «HOMErun» sind Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen aller Schulen im Schulamtsbezirk Kassel eingeladen, teilte Anna-Maria Plischke vom RPI mit. Schirmherr der Veranstaltung ist der Oberbürgermeister der Stadt Kassel, Bertram Hilgen (SPD).

«HOMErun» soll die Jugendlichen dazu anregen, sich mit dem eigenen «Zuhause» zu beschäftigen, so Plischke weiter. Dabei sei es dem Organisationsteam besonders wichtig, dass die Jugendlichen dies nicht nur für sich persönlich tun. Sie sollen mit dem Aktionstag auch dazu motiviert werden, sich auch für ihre Stadt, ihre Nachbarn, Mitbürger und heimatlose Menschen einzusetzen um zu zeigen, wie wichtig jeder einzelne im Gesamtgefüge der Gemeinschaft ist.

Das Motto sei aus der Fragestellung entstanden, welche Bedeutung Heimat und Zuhause für Jugendliche unserer Gesellschaft haben. Dabei soll auch der Blick auf die aktuelle Flüchtlings- und Migrationssituation in Deutschland gerichtet werden. Für den Tag konnten viele Ehrenamtliche aus den Bereichen Pädagogik, Kultur, Diakonie und kirchlicher Jugendarbeit der Stadt Kassel gewonnen werden, hob Plischke hervor.

Die Veranstaltung beginnt um 8 Uhr in der CROSS Jugendkulturkirche mit einem Grußwort des Schirmherrn und einer Einführung in das Thema «HOMErun». Dabei werden Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Herkunft beschreiben, was für Sie "zu Hause" heißt, so Plischke. Im Anschluss können sich die Teilnehmer in rund 20 Workshops kreativ oder sportlich mit dem Thema auseinandersetzen. Um 13 Uhr ist ein gemeinsamer Abschluss des Aktionstages vorgesehen.

Lehrerinnen und Lehrer können ihre Klassen ab sofort über die Homepage des Schüleraktionstages anmelden (s. Linktipp rechts). Den Angaben zufolge können rund 350 Schülerinnen und Schüler teilnehmen. Info-Kontakt: Pfarrerin Anna-Maria Plischke, Tel.: (0561) 9307-172,  E-Mail: Anna-Maria.Plischke@ekkw.de (08.06.2015)

Linktipp:

Anmeldungen zum Aktionstag sind ab sofort möglich unter

schueleraktionstag.de

Evangelische Kirchen auf dem Hessentag
«MärchenKirche» weckte Kindheitsgefühle

Hofgeismar / Kassel / Darmstadt / Frankfurt (medio). Am Sonntag endete das Projekt «MärchenKirche» der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau auf dem Hessentag 2015 in Hofgeismar. Rund 52.000 Menschen besuchten die MärchenKirche und ihre Veranstaltungen, heißt es in einer Mitteilung der Landeskirchen. Mehr als 100 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende haben das zehntägige Programm vorbereitet und begleitet, rund 300 Mitwirkende präsentierten die mehr als 35 Veranstaltungen.


Bischof Prof. Dr. Martin Hein: «Das Projekt 'Märchenkirche' ist ein voller Erfolg!»

Bischof Prof. Dr. Martin Hein sagte am Sonntag zum Abschluss des Hessentages: «Das Projekt 'Märchenkirche' ist ein voller Erfolg! Es ist gelungen, Kinder und Erwachsene gleichermaßen für die märchenhaft gestaltete Kirche zu begeistern. Die grundlegenden Erfahrungen und tiefen Lebensweisheiten, die uns in biblischen Geschichten und Märchen begegnen, haben die Besucherinnen und Besucher berührt. Dies war immer wieder zu spüren. Die besondere Inszenierung und das bunte Leben rund um die Kirche haben bestätigt, dass es gelungen ist, Kirche mitten im Geschehen des Hessentages zu einem besonderen Anziehungspunkt zu machen.»

Dr. Wolfgang Gern: «Diakonie und Kirche prägen das Geschehen in seiner kulturellen und fröhlichen Vielfalt mit.»

Auch der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Hessen, Dr. Wolfgang Gern, zog ein positives Resümee des evangelischen Auftritts: «Diakonie und Kirche sind als wichtige Teile der Gesellschaft bei den Hessentagen präsent und prägen das Geschehen in seiner kulturellen und fröhlichen Vielfalt mit. Sie prägen auch den Sinn einer interkulturellen Vielfalt mit, den wir in den nächsten Jahren brauchen werden - auch den Sinn dafür, dass Flüchtlinge, die zu uns kommen, unser Land positiv bereichern». Der hessische Diakonie-Chef sagte weiter: «Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus diakonischen Einrichtungen und Initiativen haben den Besuchern die Arbeit der Diakonie hier in Hofgeismar in unterhaltsamer Weise nahegebracht. Ihnen gilt unser großer Dank. Sie haben mit ihrem Engagement dazu beitragen, dass auch der 55. Hessentag für die Diakonie Hessen ein Erfolg geworden ist.»

Impressionen aus dem Abschlussgottesdienst:

Hessentagskirchen – eine Erfolgsgeschichte

«Der Erfolg der MärchenKirche zeigt sich auch darin, dass uns inzwischen zahlreiche Anfragen erreicht haben, die Installation auch an anderen Orten zu zeigen,» sagte Pfarrer Dieter Dersch, Hessentagsbeauftragter der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. «Mich freut besonders, dass die MärchenKirche häufig als 'die Hessentagskirche' bezeichnet wurde. Dies unterstreicht ihre Einmaligkeit», sagte Pfarrer Wolfgang H. Weinrich, Hessentagsbeauftragter der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

Fünf Jahre gemeinsam gestaltete Themenkirchen, wie zum Beispiel die Lichterkirche in Langenselbsold und die Traumkirche in Oberursel, hätten diese zu einem attraktiven Zentrum im Hessentagsgeschehen gemacht. Mit Spannung werde bereits jetzt das kirchliche Programm beim Hessentag 2016 in Herborn erwartet, so Weinrich.
 
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen in der MärchenKirche war frei. Gesammelt wurde für die Syrienhilfe der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, die Menschen auf der Flucht innerhalb Syriens unterstützt. Das Spendenergebnis beläuft sich auf über 6.000 Euro.

Ehrenamtliche gaben der MärchenKirche ein Gesicht

«Am Erfolg der MärchenKirche haben die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer aus Hofgeismar und darüber hinaus maßgeblichen Anteil», sagte Pfarrer Dieter Dersch, Hessentagsbeauftragter der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. «Sie haben die Besucher durch die MärchenKirche geleitet, unzählige Gespräche geführt und tatkräftig angepackt, wo immer es nötig war, kurz: sie haben der MärchenKirche ein Gesicht gegeben.»

Märchenhaft inszenierter Erlebnisraum

Die Altstädter Kirche in Hofgeismar war für zehn Tage in eine MärchenKirche verwandelt worden. Dort wartete ein märchenhaft inszenierter Erlebnisraum auf die Besucher. Der Kasseler Bühnenbildner Oliver Doerr griff in seiner Raumgestaltung die Architektur der 865 Jahre alten Kirche und ihre Besonderheiten auf und schuf neue Perspektiven. In einer Installation mit großformatigen, mehrschichtigen Scherenschnitten setzte er das Motiv des Märchenwaldes auf neue Weise in Szene. Klanginstallationen und Lichtprojektionen ermöglichten sinnliche Erfahrungen.

Viele hundert Gästebucheinträge zeugen davon, dass die MärchenKirche Menschen für besondere Erfahrungen öffnete. Ein Besucher schrieb: «Vielen Dank für ein wiederentdecktes Kindheitsgefühl.» Ein anderer hielt fest: «Hier habe ich die alten Geschichten nochmal neu kennen gelernt.»

Impressionen von der märchenhaft gestalteten Altstädter Kirche:

Sprituelles und kulturelles Programm

Das Programm in der MärchenKirche reichte von spirituellen Angeboten bis hin zu einem Kulturprogramm mit Musik, Kabarett und Kleinkunst. Täglich gab es die gut besuchten «Mittagsgedanken» um 12:00 Uhr und «Nachtgedanken» zum Tagesabschluss um 23:00 Uhr. An den Hessentags-Sonntagen wurden ein ökumenischer Gottesdienst und ein Evangelischer Festgottesdienst in der voll besetzten MärchenKirche gefeiert. Das Kulturprogramm knüpfte in vielfältigen Formen an das Thema «Märchen» an, und setzte es in Bezug zu aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen. Talks und Gespräche zum Thema Bibel und Märchen, beispielsweise mit dem Berliner Religionswissenschaftler Dr. Martin Bauschke taten dies ebenso wie die Pop-Märchensongs der Band nadolny&seydler. In einen Dialog traten Bischof Prof Dr. Martin Hein und Ministerpräsident Volker Bouffier im Rahmen eines Talks mit dem Thema «Erzähl mir keine Märchen…! Glaubwürdigkeit in Kirche und Politik.» Zu Gast waren außerdem die Schauspielerin und Märchenerzählerin Andrea C. Ortolano und der Kasseler Mundart-Kabarettist Karl Garff. Mr. Joy alias Karsten Strohhäcker faszinierte sein Publikum mit Artistik, Jonglage und Täuschungskunst ebenso wie der Poetry Slamer Lars Ruppel mit seiner Reimkunst. In der bis auf den letzten Stehplatz gefüllten MärchenKirche  brachten drei Gospelchöre bei der Gospelnacht die Besucher zum Swingen. (07.06.2015)

Linktipp:

Viele weitere Fotos und Informationen zur MärchenKirche unter:

maerchenkirche.de/

Im Wortlaut:

Lesen Sie hier die Predigt von Bischof Martin Hein im Abschlussgottesdienst des Hessentags im Wortlaut:

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35. Deutscher Evangelischer Kirchentag
Kurhessische Gruppen gestalteten Kirchentag in Stuttgart mit

Stuttgart (medio). Am Sonntag (7.6.) ging in Stuttgart der 35. Deutsche Evangelische Kirchentag zu Ende, bei dem viele tausend Menschen unter dem Motto «… damit wir klug werden» (Psalm 90,12) beteten, diskutierten und feierten. Auch aus der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck hatten sich viele Christen auf den Weg gemacht. Zentraler Treff für alle Kurhessen war der Kurhessen-Treffpunkt im Gemeindehaus Johanneshof, den der Landesausschuss Kurhessen-Waldeck am Donnerstag und am Freitag organisierte.

Unsere medio-Reporter haben aktuelle Fotoimpressionen auf dem Kirchentag eingefangen, darunter Bilder vom Eröffnungsgottesdienst vor dem Schloss sowie vom Abend der Begegnung und vom Abendsegen. Wir präsentieren Impressionen vom Markt der Möglichkeiten vom Pop-Oratorium mit dem Gospelchor der Landeskirche «Get Up!» unter der Leitung von Popkantor Peter Hamburger sowie der Formation «Soul Train». Außerdem waren wir beim Kurhessen-Treffpunkt. Die Fotos zeigen u.a. den Ökumenischen Kirchentagschor Mecklar aus dem Kirchenkreis Hersfeld (Foto-Reihen 1 bis 5: medio.tv/Dellit).

In ganz Stuttgart war der Kirchentag sichtbar und die Menschen drängten bei 30 Grad in die Veranstaltungen. Allerdings gab es auch Zeit für Ruhe und Erholung. Das Foto in der letzten Reihe rechts zeigt Lydia und Heinz Daume aus Großkrotzenburg am Stand der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Halle 1 (Foto-Reihen 6 bis 7: medio.tv/A.Fischer).

Wir stellen Ihnen hier ausgewählte Veranstaltungen vor, die von Gruppen aus Kurhessen-Waldeck mit gestaltet wurden.

Projektchor aus dem Kirchenkreis Eder

Aus dem Kirchenkreis Eder war ein Projektchor mit 42 Sängerinnen und Sänger dabei, die aus allen Teilen des weitläufigen Kirchenkreisgebietes kamen. Zusammengeführt hatte sie die Bezirkskantoren Ulrike Tetzer und Daniel Gárdonyi. Das Programm des Chores bestand aus einer Mischung aus Klassik, Gospel und Taizé. Der Projektchor trat am Freitag um 11 Uhr auf dem Vorplatz der Erlöserkirche und am Samstag um 14 Uhr auf dem Vorplatz der Liederhalle auf.

Jugendtheater Wachenbuchen

Das Jugendtheater Wachenbuchen aus dem Kirchenkreis Hanau unter der Leitung von Christoph Goy führte u.a. das Episodenstück «Fundament» von Jan Neumann auf. Darin geht es u.a. um die Frage, welche Glaubensinhalte unser Menschsein bestimmen und welche Rolle die Zeit spielt, die vor und hinter uns liegt. In dem Kirchentagsprojekt spielten Menschen aus unterschiedlichen Generationen zusammen. Die Auftritte im Theaterhaus Stuttgart waren am Freitag um 11 Uhr und um 20 Uhr.

Kirchentagsprojektchor Mecklar

Aus dem Kirchenkreis Hersfeld war der Kirchentagsprojektchor Mecklar in Stuttgart mit dabei. Moderne Choräle und Kirchentagslieder waren bisher in den unterschiedlichen Chören des Kirchenkreises Hersfeld nur vereinzelt vertreten. Für den Kirchentag konnte aber mit Matthias Weber aus Obersuhl ein Chorleiter gefunden werden, der sich mit kirchlicher Popularmusik auskennt und die 60 Sänger und Sängerinnen anleitete. Beim Kirchentag veranstaltete der Kirchentagsprojektchor Mecklar zwei offene Singen (Freitag um 13.30 in der Schwabenlandhalle Fellbach, Samstag um 18 Uhr am Feuersee) und sang am Donnerstag um 13:30 Uhr beim Kurhessen-Treffpunkt der Landeskirche.

Evangelische Jugend Kassel

Die Evangelische Jugend Kassel gestaltete auf dem Kirchentag einen Jugendgottesdienst mit dem Titel «Besser geht nicht ohne anders». Der Gottesdienst war am Freitag um 14.30 Uhr im Zentrum Jugend in der Zelthalle 19. Die Jugendlichen beleuchteten mit Theaterszenen, einer Dialogpredigt, Moderation und Liedern Fragen, wie z.B. Wann ist es gut, nicht immer alles so zu machen wie alle anderen auch? Wann will man anders sein? Und traut man sich das?

Bischof Hein auf dem Kirchentag

Auch der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein war an Veranstaltungen beteiligt. So diskutierte Hein z.B. am Freitag um 15 Uhr über das Thema "Homosexualität im kirchlichen Spannungsverhältnis" im Zentrum Regenbogen auf dem Kirchentag. Thema war laut Ankündigung auch die Situation sexueller Minderheiten in Hongkong und Kamerun, kluge Modelle zur Annäherung mit Kirchen in Indonesien und Handlungsbedarfe in der weltweiten Ökumene sein. An der Diskussion beteiligte sich neben weiteren Theologen auch die Juristin und Menschenrechtlerin Alice Nkom aus Kamurun.

Außerdem nahm Hein im Rahmen des traditionellen Empfangs des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD (SI) auf dem Kirchentag an einer Gesprächsrunde teil, die sich mit der Basis der evangelischen Kirche beschäftigt. Anlass war die Vorstellung die Ergebnisse der repräsentativen Studie «Wie geht's der Kirchengemeinde?», die das SI kürzlich veröffentlichte. Heins Gesprächspartner waren nach Angaben des SI Gabriele Wulz, Prälatin in Ulm bei der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und Prof. Dr. Gerhard Wegner vom SI. (08.06.2015)

Linktipp:

Meldungen, Berichte und Fotos vom Deutschen Evangelischen Kirchentag 2015 finden Sie im Internet unter:

kirchentag.de

Internetradio:

Zum Abend der Begegnung gehörten rund 250 Verpflegungsständen, 100 Mitmachaktionen und Programm auf neun Bühnen. medio-Reporter Torsten Scheuermann hat sich umgehört:

Anhören...

Internetradio:

Umgang mit dem Tod: Künstler ließen Kirchentagsbesucher im Sarg probeliegen. Ein Beitrag von medio-Reporter Siegfried Krückeberg:

Anhören...

Martin Hein und Ilse Junkermann für anderen Organspende-Ausweis
Tag der Organspende: Evangelische Frauen in Deutschland starten Kampagne für Organspende mit Vollnarkose

Hannover/Kassel/Magdeburg (medio). Am Samstag (6. Juni 2015) eröffnen die Evangelischen Frauen in Deutschland e.V. (EFiD) auf dem Kirchentag in Stuttgart eine Kampagne für einen anderen Organspende-Ausweis. Martin Hein, Bischof der Evangelischen Kirche in Kurhessen-Waldeck, und Ilse Junkermann, Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, sind die ersten BotschafterInnen für den anderen Organspende-Ausweis, teilten die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland und die Evangelischen Frauen in Deutschland e.V. in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit. Bischof Hein und Bischöfin Junkermann sich auch Erstunterzeichnende einer Kirchentagsresolution der EFiD für die Option der Vollnarkose im Organspende-Ausweis.

Hein: Der andere Organspende-Ausweis wirft wichtige Fragen auf

«Der andere Organspende-Ausweis der Evangelischen Frauen in Deutschland wirft wichtige Fragen rund um die Organspende auf, nicht zuletzt die, wann ein Mensch tot ist», sagt Martin Hein. Zwischen Hirntod und Tod sei genau zu unterscheiden, sagt der kirchenleitende Theologe, der auch Mitglied des Deutschen Ethikrates ist. «Diese wie auch andere Fragen sind wichtig und werden bisher nicht ausreichend beantwortet. Das müssen wir aber, und deshalb unterstütze ich die Kampagne der EFiD.» Nur mit Offenheit könne das Vertrauen in die Transplantationsmedizin erhalten und befördert werden.

Junkermann: Der andere Organspende-Ausweis unterscheidet zwischen Hirntod und Tod

«In der öffentlichen Diskussion geht es hauptsächlich um die Organspende, die Leben retten kann. Im Spenderausweis geht es aber um zwei Spenden, um Organ- und um Gewebespende. Die Voraussetzungen für diese beiden Spendearten unterscheiden sich aber deutlich, sie sollten daher nicht vermischt werden», erklärt Ilse Junkermann. Über die Gewebespende werde wenig informiert und diskutiert, sie werfe aber viele unbeantwortete ethische Fragen auf, so die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. «Der andere Organspende-Ausweis der Evangelischen Frauen unterscheidet zwischen Hirntod als Voraussetzung der Organspende und Tod als Voraussetzung der Gewebespende. Das finde ich richtig und gut und deshalb unterstütze ich die Kampagne der EFiD.»

Der andere Organspende-Ausweis der EFiD bietet zwei Spende-Ausweise in einem: einmal für die Organspende und einmal für die Gewebespende. Weiterhin bietet der andere Organspende-Ausweis die Option, einer Organentnahme im Falle eines Hirntodes unter der Bedingung zuzustimmen, dass die Organentnahme unter Vollnarkose erfolgt. Zudem berücksichtigt er die Bedeutung einer Organspende für die Angehörigen. Ihre Zustimmung zur Spende wie auch – im Falle einer Organentnahme – die Sterbebegleitung während der Entnahmeoperation wird durch den anderen Organspende-Ausweis der Evangelischen Frauen ermöglicht.

Einladung zur offiziellen Kampagnen-Eröffnung

Die EFiD-Kampagne «Organspende.entscheide ich.» zum anderen Organspende-Ausweis wird offiziell eröffnet auf dem Kirchentag in Stuttgart am Samstag (6. Juni 2015). Am Tag der Organspende sollen die anderen Organspende-Ausweise auf dem Kirchentag in der Stuttgarter Innenstadt verteilt werden von 10.30-11.00 Uhr, Stauffenbergplatz/Mahnmal hinter dem alten Schloss (Planie/Ecke Münzstraße). Auch Bischof Martin Hein werde anwesend sein. (03.06.2015)

Linktipp:

Weitere Informationen zur EFiD-Kampagne «Organspende.entscheide ich.» online unter

organspende-entscheide-ich.de

Download:

Laden Sie hier den «anderen Organspende-Ausweis» der EFiD herunter

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Linktipp:

Die Kirchentagsresolution «Vollnarkose als Option für den Organspende-Ausweis» finden Sie unter

kirchentag.de/no_cache/(...)

Festakt von EKD und Landeskirche in Schwalmstadt-Treysa
Erinnerung an Gründung der EKD vor 70 Jahren

Schwalmstadt-Treysa (medio). Vor siebzig Jahren entstand die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) im hessischen Treysa. Am Samstag (30.5.) erinnerten aktuelle und ehemalige Mitglieder des Rates der EKD gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck bei einem Festakt im Hessischen Diakoniezentrum «Hephata» an die Gründung.

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der EKD, blickte in seiner Predigt in der Andacht zur Eröffnung auf die Anfänge im Jahr 1945. Kurz nach Ende des Krieges seien die 120 hohen Herren in schäbigen Anzügen und mit Kartoffeln im Gepäck nach Treysa gereist, teilte die EKD mit. «Die Versammelten haben nicht nur Kartoffeln mitgebracht, sondern auch Pläne für einen Neuanfang der Evangelischen Kirche – Pläne, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können», sagte der Ratsvorsitzende.

Der Historiker Jochen-Christoph Kaiser zeichnete in einem Vortrag unter dem Titel «Kontinuität und Neubeginn» die unterschiedlichen Pläne nach: Menschen verschiedener evangelischer Bekenntnisse und Lebensläufe kamen in Treysa zusammen. Drei Tage diskutierten sie im August 1945, wie es mit der Kirche nach der Katastrophe des Nationalsozialismus weitergehen soll.

In seiner Ansprache ging Heinrich Bedford-Strohm der Frage nach, woher die in Treysa Versammelten die Kraft nahmen und sagte: «Die Antwort ist im Grunde ganz einfach, und im Konkreten doch ein unablässiges und oft mühevolles Unterfangen: Durch das Hören und Sich-Ausrichten auf Gottes Wort und Gottes Geist.»

Und dies gelte auch heute noch für die Kirche, die durch die Zeit immer wieder neuen Herausforderungen begegne, denn aus dem Glauben wachse auch eine Verantwortung: «Dass wir uns heute mit Denkschriften an die Öffentlichkeit wenden, hat in dieser auf dem Boden von viel Irrtum und daraus entstandenen Leid gewachsenen Erkenntnis seine Wurzel.»

Auch Martin Hein, Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, wies in seiner Begrüßung auf das hin, was die Aufgabe der Kirche damals und heute verbindet: «Wir erleben einen tiefgreifenden Wandel. Die Zeit der Selbstverständlichkeiten ist vorbei. Für unsere Landeskirchen heißt das: enger zusammenrücken, Strukturen vereinfachen und verflüssigen, aber auch: entschieden, klar, deutlich und vernehmlich die Stimme des Evangeliums laut werden lassen», so der Bischof.

Bereits im Vorfeld des Festaktes zeigte sich Bischof Hein stolz darüber, dass sich der Beginn der EKD auf dem Kirchengebiet der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck vollzogen hat: «Wir freuen uns, dass der gesamte gegenwärtige Rat der EKD in Treysa ist, um in Augenschein zu nehmen, wo die Gründung des Rates stattgefunden hat», so Hein gegenüber der landeskirchlichen Medienagentur «medio».

Die Konferenz im August 1945 habe gezeigt, dass der Wille, eine gemeinsame evangelische Kirche zu gründen, deutlich vorhanden war. Es habe damals zwar immer noch starke konfessionelle Gegensätze zwischen Lutheranern, Unierten und Reformierten gegeben. Doch 70 Jahre später sieht Hein diese weitgehend überwunden. «Ich glaube, dass 1945 von Treysa aus ein guter Weg zu mehr Gemeinsamkeit des Protestantismus in Deutschland beschritten worden ist. Treysa war gewissermaßen kurz nach dem Krieg die Initialzündung», so der Bischof.

Im Hephata-Kirchsaal war nach der Andacht ein Empfang vorgesehen, bei dem Pfarrer Maik Dietrich-Gibhardt für den Vorstand des Hessischen Diakoniezentrums «Hephata» und Dekan Christian Wachter für den Evangelischen Kirchenkreis Ziegenhain Grußworte sprachen. Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Begegnungstagung in Treysa war neben der amtierenden Präses Irmgard Schwaetzer auch Jürgen Schmude, der von 1985 bis 2003 Präses der Synode der EKD war. Die ehemaligen Ratsvorsitzenden Landesbischof i. R. Klaus Engelhardt, Bischof i. R. Wolfgang Huber, Bischof i. R. Martin Kruse und Präses i. R. Nikolaus Schneider nahmen ebenfalls an der Tagung teil. Bereits am Freitag (29.5.) tagte der Rat der EKD regulär im Kasseler Haus der Kirche.


Impressionen vom Festakt in Schwalmstadt-Treysa

Stichwort: Evangelische Kirche in Deutschland und Rat der EKD

In Deutschland gibt es zurzeit 20 evangelische Landeskirchen, die die Evangelische Kirche in Deutschland bilden. Die EKD besteht seit 1945, als am 31. August die Kirchenkonferenz von Treysa die vorläufige Ordnung der EKD beschloss und einen Rat einsetzte. Die Grundordnung wurde am 13. Juli 1948 in Eisenach verabschiedet. Sie definiert die EKD als «Bund lutherischer, reformierter und unierter Kirchen».

Die EKD hat nach ihrer Grundordnung drei Leitungsorgane: die Synode, die Kirchenkonferenz und den Rat. Die Synode besteht aus 126 von den synodalen Organen der Gliedkirchen gewählten und zwanzig vom Rat berufenen Mitgliedern; sie ist gesetzgebende Gewalt, beschließt den Haushalt der EKD und wählt in Gemeinschaft mit der Kirchenkonferenz den 15-köpfigen Rat, an dessen Spitze zurzeit Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm als Vorsitzender steht. Der Rat führt die Geschäfte zwischen den jährlich stattfindenden Synoden. Die Kirchenkonferenz wird von den Kirchenleitungen der Gliedkirchen gebildet. Sitz ist das Kirchenamt in Hannover. (30.05.2015)

Im Wortlaut:

Lesen Sie hier den Vortrag von Prof. Dr. Jochen-Christoph Kaiser zum Thema «Treysa, August 1945 – Kontinuität und Neubeginn» im Wortlaut:

PDf-Dokument

Internetradio:

Diakonin Martina Bender von der Besucherbegleitung in Hephata und Bischof Martin Hein über die Ereignisse im August 1945. Ein Beitrag von medio-Reporter Thorsten Scheuermann:

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Linktipp:

Informationen zur Evangelischen Kirche in Deutschland finden Sie im Internet unter:

ekd.de