Gebetswoche für die Einheit der Christen
Bischof Hein: 21. Jahrhundert steht im Zeichen der Ökumene

Kassel (epd/medio). Das 21. Jahrhundert wird nach Überzeugung des kurhessischen Bischofs Martin Hein ein Jahrhundert der Ökumene werden. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs sei die Ökumene eine Erfolgsgeschichte, sagte Hein am Mittwochabend bei einem Ökumenischen Gottesdienst im Rahmen der Gebetswoche für die Einheit der Christen (18. bis 25. Mai) in Kassel. Die Zeiten ängstlicher Abgrenzung und Besitzstandswahrung seien endgültig vorbei. «Nur gemeinsam wird unser Zeugnis für Christus in dieser Welt wirken», betonte Hein.

Die Einheit der christlichen Kirchen sei ein Geschenk, sagte der Bischof weiter. Nun komme es darauf an, dieses Geschenk auszupacken und zu entdecken, was den Christen an Reichtum geschenkt werde, wenn sie aufeinander zugingen und gemeinsam feierten. «Was ich uns allen in den Gemeinden wie in den Leitungen der Kirchen wünsche, ist mehr Mut und mehr brennende Liebe, vielleicht sogar mehr Ungeduld», sagte Hein.

Die diesjährige Gebetswoche für die Einheit der Christen steht unter dem Motto «Gib mir zu trinken!». Es zielt auf die momentane Lage in Brasilien, das unter einer großen Dürre zu leiden hat. Im Anschluss an den Gottesdienst, in dem Weihbischof Karlheinz Diez von der katholischen Kirche die Predigt hielt, war Zeit für persönliche Begegnungen in und vor der Kirche.

Stichwort «Gebetswoche für Einheit der Christen»

Traditionell findet die Gebetswoche vom 18. bis 25. Januar zwischen den Gedenktagen für das Bekenntnis des Apostels Petrus und die Bekehrung des Apostels Paulus oder zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten gefeiert statt. Christen aller Konfessionen sollen für ihre Einheit beten. Vorbereitet wird die Gebetswoche jeweils von einer Gruppe ökumenischer Partner in einer bestimmten Region der Welt. Die Gebetswoche wird vom Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen und dem ÖRK getragen. (21.05.2015)

Linktipp:

Informationen und Materialien finden Sie im Internet unter:

oekumene-ack.de/(...)

Jugendempfang in Kassel in der Kasseler Jugendkulturkirche Cross
Beispielhafte Projekte evangelischer Jugendlicher ausgezeichnet

Kassel (epd). Drei beispielhafte Projekte von Jugendlichen aus der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) sind am Samstagabend in Kassel mit Preisen ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung fand im Rahmen des zweiten Jugendempfangs der EKKW in der Kasseler Jugendkulturkirche Cross statt, zu dem 450 Jugendliche gekommen waren. Die EKKW hatte zu einem Wettbewerb mit dem Titel «Evangelische Jugend wirkt» aufgerufen, insgesamt zwölf Projekte wurden eingereicht.

Den ersten, mit 1.500 Euro dotierten Preis erhielt die Evangelische Jugend Niederaula für ihr Projekt «RespekTiere». Die Jugendlichen hatten sich anderthalb Jahre lang auf unterschiedlichste Weise für den Tierschutz engagiert und unter anderem auch eine Wanderausstellung zum Thema erarbeitet.

Den zweiten Preis (750 Euro) errang die Evangelische Jugend im Kirchenkreis Fritzlar-Homberg, die für das Krippenspiel Weihnachten 2014 einen Film mit dem Titel «Die Wohnung» produzierte, in dem das Weihnachtsgeschehen auf moderne Weise dargestellt wird. Den dritten Preis (500 Euro) belegten die evangelischen Jugendlichen aus Söhrewald, die einen generationenübergreifenden Computerkurs in ihrer Gemeinde anboten.

Ein Sonderpreis ging zudem an das Team der Jugendkulturkirche Cross, das einen Werbefilm über diese Einrichtung drehte. Der undotierte Preis sieht vor, dass der Werbefilm in vier Kasseler Programmkinos einige Wochen im Vorprogramm gezeigt werden kann.

Zu Beginn des Empfanges, der mit einem Jugendgottesdienst startete, hatte Bischof Martin Hein die Jugendlichen im Blick auf den zugleich stattfindenden Europatag dazu aufgerufen, sich für Europa zu engagieren. «Wir leben in einem Europa ohne Grenzen, aber wir bauen Europa zur Festung aus. Das geht nicht», sagte er. Die Jugendlichen könnten mit dazu beitragen, diesen Zustand zu überwinden. (09.05.2015)


Impressionen:

«Diakonische Gemeinde – Armut bekämpfen – Teilhabe fördern»
Aktion «Diakonische Gemeinde» bot 1 Mio. Euro Starthilfe für Armutsprojekte

Kassel (medio). Die im Jahr 2010 ins Leben gerufene Aktion «Diakonische Gemeinde – Armut bekämpfen – Teilhabe fördern» der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck wurde heute mit einer Festveranstaltung im Haus der Kirche in Kassel abgeschlossen.

Eingeladen waren dazu die Vertreter der beteiligten vierzehn kirchlichen Projekte, teilte die Pressestelle der Landeskirche mit. Vorgestellt wurde zudem die Evaluation der Aktion.


«An Armut kann und darf Gesellschaft sich nicht gewöhnen»

In seiner Begrüßung machte der Diakoniedezernent der Landeskirche, Oberlandeskirchenrat Horst Rühl, deutlich, dass das Thema Armut in der deutschen Gesellschaft in den letzten fünf Jahren nichts an Brisanz verloren habe, heißt es in der Mitteilung. Die Armut habe sogar noch zugenommen und die Kluft zwischen den gesellschaftlichen Gruppen wachse. Umso mehr sei es Auftrag von Kirche und Diakonie, sich gesellschaftlichen Fehlentwicklungen entgegenzustellen, denn: «An Armut kann und darf Gesellschaft sich nicht gewöhnen», so Rühl weiter. Mit der Aktion «Diakonische Gemeinde» habe die Landeskirche eine Initiative auf den Weg gebracht, an der sich viele Menschen «mit Herz und Hand» beteiligt hätten, um mit anderen «gemeinsam eine gerechtere Gesellschaft zu gestalten». Die vierzehn geförderten Projekte hätten Menschen verändert.

Aktion Diakonische Gemeinde erweist sich als nachhaltig

Der Präses der Synode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Kirchenrat Rudolf Schulze, hob hervor, dass sich bereits jetzt die Nachhaltigkeit der Projekte erweise. Auch nach Auslaufen der kirchlichen Mittel gingen «mit viel Engagement vor Ort und Unterstützung von vielen Seiten die angefangenen Bemühungen selbstständig weiter». Positiv sei auch, dass sich Kirchengemeinden aus allen Regionen der Landeskirche mit Projekten an der Aktion beteiligt hätten. Schulze wies darauf hin, dass die Aktion von der Landessynode im Herbst 2010 als Reaktion auf den Dritten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung initiiert wurde. Die Landeskirche stellte zur Finanzierung der Projekte eine Million Euro bereit. Begleitet wurden die Projekte durch das damalige Diakonische Werk von Kurhessen-Waldeck.

Projekte sensibilisieren für das Thema Armut und bieten Möglichkeiten zur Beteiligung

Ein positives Fazit zog Prof. Dr. habil. Monika Alisch vom Zentrum «Gesellschaft und Nachhaltigkeit» der Hochschule Fulda, die mit einer Evaluation der Aktion beauftragt worden war. Sie berichtete: «Inwieweit für Armut ein Bewusstsein geschaffen werden konnte, hing deutlich davon ab, mit welchen eigenen Vorstellungen von Armut in den Projekten gearbeitet wurde. Auch Partizipation ist nicht einfach herzustellen, sondern immer wieder zwischen Professionellen, Projektnutzenden und Ehrenamtlichen auszuhandeln.» An allen Standorten sei es gelungen, die Zielgruppe zu erreichen, Ehrenamtliche zu gewinnen und für das Thema «Armut» in unterschiedlicher Ausprägung zu sensibilisieren und Teilhabe in vielfältiger Form zu ermöglichen.

Geförderte Projekte bei der Aktion «Diakonische Gemeinde»:

  • Bebra: Netzwerk gegen Armut 
  • Eschwege-Witzenhausen: RadHaus
  • Fulda: Lutherkirche Fulda als Insel der Begegnung und der Befähigung
  • Gelnhausen: Stadtladen
  • Hofgeismar: Lydias Knolle
  • Kassel-Brückenhof: Aufbau sozialer Netzwerke - Integration und Teilhabe vor Ort. Neue Angebote rund um das Sozial- und Kulturzentrum
  • Mittelpunkt im Brückenhof»
  • Kassel-Waldau: Familiengarten 
  • Kirchhain: Familienhilfe in Rauschenberg
  • Korbach: MIT - Migration - Integration - Teilhabe am gesellschaftlichen Leben
  • Marburg-Richtsberg: «auJa-mobil» - aufsuchende und gemeindebezogene Jugendarbeit am Richtsberg vernetzt
  • Schlüchtern: Diakonieladen 
  • Schmalkalden: Leben mit Wenig 
  • Schwalm-Eder: Teilhabe ermöglichen - gegen Armut und Ausgrenzung
  • Wolfhagen: Treffpunkt «Mach mit!»

Die Projekte waren je nach Umfang der Maßnahme auf eine Laufzeit von zwei bis vier (mit Folgeantrag bis zu sechs) Jahren angelegt. Bis jetzt konnten fünf Projekte eine Genehmigung auf eine einmalige Verlängerung erhalten. Sie waren in der Lage, mehr als die Hälfte der Aufwendungen durch Eigen- oder Drittmittel zu decken. (07.05.2015)

Evangelische Kirchen erinnern an den 8. Mai 1945
70 Jahre Kriegsende: «Befreiung und Verpflichtung»

Darmstadt/Speyer/Düsseldorf/Kassel (medio). Die leitenden Geistlichen der evangelischen Kirchen in Rheinland-Pfalz und Hessen haben angesichts des Gedenkens an das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 70 Jahren «dauerhafte Lehren aus dem Dammbruch der Zivilisation in Europa» angemahnt. So sei die «Befreiung vom Nationalsozialismus am 8. Mai 1945 zugleich mit der Verpflichtung verknüpft, auch in Zukunft für die Freiheit und den Frieden sowie gegen Rassismus und radikalen Nationalismus einzutreten», erklärten der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Volker Jung, der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz, Christian Schad, und der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, in einer gemeinsamen Presseerklärung.

Eingeständnis: Nazi-Politik wurde von Kirche mitgetragen

Die Leitenden Geistlichen erinnerten auch an die Mitschuld der evangelischen Kirche an der «menschenverachtenden Politik Nazi-Deutschlands». So hätten sie die «rassistischen und militaristischen Handlungen des NS-Regimes in weiten Teilen mitgetragen» oder mit Blick auf die Verfolgung jüdischer Menschen und anderer Minderheiten «oft sogar im vorlaufenden Gehorsam unterstützt». Nach 1945 habe die evangelische Kirche «ihr beschämendes Verhalten benannt, ihre Mitschuld am millionenfachen Tod bekannt und daraus die Konsequenz gezogen, in Zukunft verantwortungsvoll für Demokratie und Menschenrechte einzutreten».

Kirchenpräsident Jung: In Kriegen wird heute weiter getötet

Nach Ansicht des hessen-nassauischen Kirchenpräsidenten Volker Jung (Darmstadt) habe der Zweite Weltkrieg darüber hinaus gezeigt, wie wirksam «das abgrundtief Böse im Menschen in der Welt» sein könne, das längst nicht überwunden sei. So würden Menschen immer wieder «in Diktaturen entrechtet und in Kriegen getötet». Dies sei gegenwärtig auch eine der Hauptursachen für eine in der jüngsten Geschichte «beispiellose Fluchtbewegung», bei der Menschen auf der Suche nach einem friedlichen Leben oft genug den Tod fänden. Jung wies auch auf die besondere Mitverantwortung Deutschlands für den Frieden in der Welt hin, da es als viertgrößter Exporteur von Militärtechnik gelte. «Die erste Frage darf niemals sein, was durch Waffenlieferungen erreicht werden kann, sondern wie die zivile Entwicklungs- und Friedensarbeit vor Ort gestärkt werden kann», erklärte Jung. 

Kirchenpräsident Schad: Frieden und Völkergemeinschaft stützen

Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz, Christian Schad (Speyer), erinnerte daran, dass die christliche Friedensethik auf der Erfahrung aufbaue, «dass Gott ein Freund des Lebens ist». Darum unterstützten die Kirchen über den Religionsunterricht hinaus die Erziehung «zum gewaltfreien Zusammenleben und zur verpflichtenden Idee der Völkergemeinschaft» und engagierten sich im Netzwerk Friedensbildung Rheinland-Pfalz, das Inhalte und Anschauungsbeispiele gelungener ziviler Konfliktbewältigung in den Schulen bekannt mache. Darüber hinaus unterstütze die pfälzische Landeskirche auch die neu eingerichtete Friedensakademie Rheinland-Pfalz, die sich ausdrücklich in Fragen der Konfliktprävention und zivilen Konfliktbearbeitung engagiere.

Präses Rekowski: Jüdisches Leben fördern

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski (Düsseldorf), verwies auf den zuletzt in Anschlägen und Angriffen erschreckend offen zu Tage getretenen Rassismus gegen Juden in Deutschland. «Wir werden alles tun, was in unserer Macht steht, um die Heimat zu bewahren, die Jüdinnen und Juden nach den Schrecken der Shoa bei uns gefunden haben», sagte Rekowski. Es sei wichtig, weiter «Projekte der Hoffnung und Verständigung zu fördern, denn jüdisches Leben in Deutschland, Europa und unserer Nachbarschaft ist ein Segen».

Bischof Hein: Flüchtlingen Zuflucht bieten

Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein (Kassel), erinnerte an die ungeheuren Flüchtlingsströme nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Insbesondere angesichts der zurückkehrenden Emigranten, denen im Ausland Asyl gewährt worden sei, habe das Grundgesetz bewusst offen formuliert: «Politisch Verfolgte genießen Asylrecht». Für den Wiederaufbau Deutschlands und die Entwicklung seiner politischen Kultur seien sie von entscheidender Bedeutung gewesen. «Gerade die Erinnerung an diese Erfahrungen sollte uns auch heute dazu verpflichten, Menschen, die unter Krieg und Verfolgung leiden, eine sichere Zuflucht zu bieten», so Hein. (06.05.2015)

Prunkvolle Dorfkirchen
Broschüre informiert über Bauern-Barock-Kirchen in den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner

Bad Hersfeld (epd/medio). Eine neue Broschüre informiert über elf sogenannte Bauern-Barock-Kirchen in den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner. Wie Nina Wetekam vom Referat Gemeindeentwicklung und Missionarische Dienste, zuständig für die Offenen Kirchen in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) mitteilte, sei die Broschüre ein Gemeinschaftsprodukt der EKKW und der Tourismusförderung des Landkreises Hersfeld-Rotenburg. Bauern-Barock-Kirchen zeichnen sich durch Biblische Bilder und Texte sowie Gewölbedecken aus, die einen Blick in den Himmel mit musizierenden Engeln freigeben.

Für Samstag, 20. Juni, sei zudem eine besondere Aktion zur Erkundung dieser Kirchen geplant, sagte Wetekam. Auf drei verschiedenen Themenrouten könnten jeweils einige der Kirchen erkundet werden, wobei die Teilnehmer vor Ort fachkundig geführt und teilweise verköstigt würden. Eine Route werde zum Teil mit Traktoren zurückgelegt, eine weitere sei als Fahrradtour gestaltet. Auf einer dritten Route werde es einen kostenlosen Bustransfer geben.

Stichwort: Bauern-Barock-Kirchen

Äußerlich unterscheiden sich die Bauern-Barock-Kirchen nicht von anderen Dorfkirchen in dieser Region. Im Innenraum eröffnet sich jedoch ein bunter barocker Festsaal, der den Besucher durch eine üppige Ausmalung in seinen Bann zieht, heißt es auf der Internetseite der Tourismusförderung des Landkreises Hersfeld-Rotenburg. Außerhalb Osthessens sind die kunsthistorisch einmaligen evangelischen Bauernbarock-Kirchen weitgehend unbekannt. Von einer einstmals viel größeren Gruppe sind heute im ganzen östlichen Hessen nur noch 17 Kirchen erhalten. (06.05.2015)

Linktipp:

Weitere Informationen zu den Bauern-Barock-Kirchen in Osthessen finden Sie unter:

komm-in-die-mitte.de/(...)

Aufruf zu Spenden für Diakonie-Katastrophenhilfe
Soforthilfe für Opfer der Erdbebenkatastrophe: Evangelische Kirchen in Hessen stellen 50.000 Euro bereit

Darmstadt/Kassel (medio). Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) stellen gemeinsam 50.000 Euro Soforthilfe für die Opfer des Erdbebens in Nepal und den in Indien betroffen Regionen zur Verfügung. Am vergangenen Wochenende waren bei der verheerenden Naturkatastrophe vermutlich mehr als 3.000 Menschen ums Leben gekommen. Das Geld geht direkt an die Diakonie Katastrophenhilfe, die bereits seit Samstag mit den langjährigen Projektpartnern im weltweiten kirchlichen Netzwerk ACT Alliance (Action by Churches together) und den Büros vor Ort in Nepal zusammenarbeiten. Beide evangelische Kirchen rufen dringend auch zu weiteren Spenden auf.

Stündlich stiegen die Zahlen der Todesopfer, erklärt Oberkirchenrat Detlev Knoche, Leiter des Zentrums Oekumene in Frankfurt. «Noch ist gar nicht abzusehen, welch katastrophalen Ausmaße das Erdbeben hat. Große Teile der betroffenen Regionen sind noch gar nicht oder nur schwer zugänglich», so Knoche. «Jetzt brauchen die Opfer vor allem Medikamente, Decken, Nahrungsmittel und sauberes Wasser», mahnt Dr. Ruth Gütter, Oberlandeskirchenrätin für Ökumene in der EKKW.

Das Notfallteam der Diakonie Katastrophenhilfe, das sich in Kathmandu aufhält, ist einsatzbereit und koordiniert die Hilfe vor Ort. Straßen sind zerstört, Kathmandu und 30 der 75 Distrikte im Westen und Zentrum Nepals sind von den Folgen des Erdbebens betroffen. Viele Menschen können aus Angst vor Nachbeben nicht in ihre Häuser zurückkehren. Es wird noch Tage dauern, bis alle Verletzten geborgen und alle betroffenen Regionen erreicht sind. Dann erst wird auch das Ausmaß der Katastrophe abzuschätzen sein. Neben der schnellen Versorgung mit medizinischer Hilfe für die Verwundeten wird es in einem nächsten Schritt darum gehen Notunterkünfte aufzubauen und sauberes Trinkwasser bereitzustellen. (27.04.2015)

Spendenkonto

Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin,
Spendenkonto 502 502
Evangelische Bank BLZ 520 604 10
IBAN: DE6852 0604 1000 0050 2502
BIC: GENODEF1EK1.
Stichwort: Nepal Erdbebenhilfe

Linktipp:

Spenden Sie online auch unter:

diakonie-katastrophenhilfe.de(...)

Bischof Hein: «Kirche ist da, wo das Leben ist»
«Himmelszelt» auf der Landesgartenschau Schmalkalden feierlich eröffnet

Kassel/Schmalkalden (medio). Mit der Einweihung des «Himmelszeltes» und einem Festgottesdienst mit Bischof Prof. Dr. Martin Hein wurde gestern auf der 3. Thüringer Landesgartenschau in Schmalkalden das kirchliche Veranstaltungsprogramm feierlich eröffnet, teilte die Pressestelle der Landeskirche in einer Mitteilung mit.

«Kirche ist da, wo das Leben ist», sagte Bischof Hein zur Eröffnung des Himmelszeltes: «Wir freuen uns über das 'Himmelszelt'. Es soll ein Ort sein, an dem Menschen Kirche kennenlernen und erleben. Das ist Kirche: einander begegnen, Gemeinschaft erfahren, Glauben leben.», heißt es in der Mitteilung. Der Dekan des Kirchenkreises, Ralph Gebauer, ergänzte: «Als Kirche sind wir an den Wegen der Menschen. Wir begleiten sie durch die unterschiedlichen Zeiten ihres Lebens. Dies wird deutlich im kirchlichen Programm auf der Landesgartenschau, das unter dem Motto 'Lebenszeitreise' steht.» Der Architekt des «Himmelszeltes», Frank Dorbritz, beschrieb die bewusst offen gestaltete Zeltkonstruktion und deren mobilen Charakter. Darin zeige sich greifbar und auch sinnbildlich, wie Kirche den Menschen begegne, ihnen Räume der Kommunikation eröffne und sie auf ihrer Lebensreise begleite.

Gemeinsam und geschwisterlich gestalten, was wichtig ist und eint

Der Bischof dankte den vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre Bereitschaft, sich in den besonderen kirchlichen Dienst auf der Landesgartenschau zu stellen. Besonders zu betonen und zu würdigen sei dabei, dass auch aus den benachbarten Kirchenkreisen der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, aus der Diakonie, aus den katholischen Gemeinden und den Christlichen Gemeinschaften Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beteiligt seien: «Gemeinsam und geschwisterlich wollen wir gestalten, was uns wichtig ist und eint.»

«Wir alle befinden uns auf dieser einzigartigen Reise unseres Lebens.»

In seiner Festpredigt vor 550 Besucherinnen und Besuchern sagte Bischof Hein: «Inmitten der 'GartenZeitReise' der Landesgartenschau möchten wir dazu anregen, die 'LebensZeitReise' zu bedenken: von ihrem Beginn bis hin zu ihrem Ende. Denn wir alle befinden uns auf dieser einzigartigen Reise unseres Lebens.» Der biblische Schöpfungsbericht zeige deutlich, dass der Mensch als ein Teil der Schöpfung zu verstehen sei. Hier gehe es «in allererster Linie um uns: um unsere Stellung in der Welt, um unsere Beziehung zur Natur – und um unsere Beziehung zu Gott.», so der Bischof. Das Motto «Lebenszeitreise» nehme diese Beziehung des Menschen zu Gott auf: Als Gottes Geschöpf sei die Zeit des Menschen auf dieser Welt begrenzt. Sie habe einen Anfang und ein Ende. Aber die Auferstehung Jesu zeige, dass es auch jenseits der Grenze des Todes Leben gebe: «ein Leben, dass nicht mehr begrenzt, sondern ewig ist. Erst dann ist unsere 'Lebenszeitreise' beendet. Denn dann sind wir bei ihm: bei Gott, dem Ursprung und Ziel unseres Lebens.»

Umdenken ist angesichts des Klimawandels dringend erforderlich

Deutliche Worte fand der Bischof zum Auftrag des Menschen, die Erde zu bewahren: «Es kann doch im Blick auf den Klimawandel nicht so weitergehen! Wir ruinieren schon jetzt die Lebensgrundlagen der Menschen auf der südlichen Halbkugel unserer Erde. Und wenn der Klimawandel ungebremst fortschreitet, werden auch wir hier in Deutschland die Folgen bald zu spüren bekommen.» Doch Hein zeigte sich auch optimistisch: «Noch ist es nicht zu spät zu einem Umdenken, das Rücksicht auf Gottes Schöpfung nimmt.»

Kirche auf der 3. Thüringer Landesgartenschau

Unter dem Motto «Lebenszeitreise» präsentiert die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) auf der 3. Thüringer Landesgartenschau in Schmalkalden vom 24. April bis 4. Oktober 2015 ein umfangreiches Programm. Im Mittelpunkt steht dabei das Himmelszelt, eine mobile Kirche im Westendpark. Jede Woche wird in Anlehnung an das Motto «Lebenszeitreise» einen besonderen Schwerpunkt haben: Zeit für Aufbruch, Zeit für Familie, Zeit für Früchte, Zeit für Stille, Zeit für Wunder und vieles mehr können die Besucherinnen und Besucher hier erfahren. Das Programm reicht von geistlichen Impulsen an jedem Tag – Morgenlob, Mittagsgedanken, Reisesegen – über sonntägliche Gottesdienste und Präsentation der kirchlichen und diakonischen Arbeit. Zusätzlich gibt es über 50 kulturelle Veranstaltungen und Mitmachangebote.

Lebenszeitreise im Internet

Für das Programm der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck auf der Landesgartenschau in Schmalkalden gibt es eine eigens dafür entwickelte Internetseite unter www.lebenszeitreise.de. Neben den Gottesdienstterminen und Beschreibungen der Veranstaltungen im Himmelszelt gibt es auf der Seite auch einen Lageplan, eine Bildergalerie und Grußworte von Bischof Martin Hein und Dekan Ralf Gebauer. Produziert wurde die Seite von dem Medienhaus der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Schmalkalden – Exklave der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck

Schmalkalden, die Thüringer Exklave der hessischen Landgrafen, wurde bereits 1525 evangelisch. 1531 schlossen sich dort die evangelischen Fürsten zum Schmalkaldischen Bund zusammen und bildeten damit eine Allianz gegen den katholischen Kaiser. Bis 1944/45 gehörte Schmalkalden zum Regierungsbezirk Kassel. Obwohl der Kirchenkreis Schmalkalden immer in enger Verbindung mit der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck stand, wurde von 1972 an eine Angliederung an die Evangelisch-Lutherische Kirche von Thüringen vorgenommen. Die Verfassung und die Agende aber blieben kurhessisch. Die Gemeinden waren weiterhin selbstständig, einschließlich Einzug und Verwaltung der Kirchensteuern. Große Freude bereitete die Grenzöffnung 1989, die es möglich machte, viele Kontakte nach Thüringen zu intensivieren und wieder auf zu nehmen. Der Kirchenkreis Schmalkalden konnte dann 1991 in die Landeskirche von Kurhessen-Waldeck zurückkehren. Der Kirchenkreis Schmalkalden zählt heute nahezu 20.000 Gemeindeglieder. (27.04.2015)

Impressionen von der Eröffnung:

Linktipp:

Das kirchliche Programm auf der Landesgartenschau in Schmalkalden finden Sie auf

lebenszeitreise.de

Download:

Hier können Sie die Predigt von Bischof Martin Hein zur Eröffnung der Landesgartenschau herunterladen

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Vom 23. bis 25. April 2015
Frühjahrstagung der Landessynode im Kloster Haydau

Morschen (medio). Die 12. Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck trat vom 23. bis 25. April 2015 zu ihrer 11. Tagung im Kloster Haydau in Morschen im Kirchenkreis Melsungen zusammen.

Schwerpunkte der Tagung waren u.a. der Personalbericht von Prälatin Marita Natt und eine Stellungnahme zur Beihilfe zur Selbsttötung. Außerdem diskutierten die Synodalen die Fragestellungen «Wie wollen wir Volkskirche sein?» und «Welche Volkskirche wollen wir sein?» und die Lage der Christen und der Religionsfreiheit weltweit. (25.05.2015)

Informieren Sie sich hier über die Tagung:

Prälatin Natt: Auf Gott hören und Menschen begleiten sind Grundaufgaben der Kirche

Stellungnahme zur Beihilfe zur Selbsttötung verabschiedet

Landessynode verurteilt Christenverfolgung weltweit und fordert mehr Einsatz für Religionsfreiheit

Landessynode diskutiert zukünftige Gestalt der Volkskirche

Präses Schulze: Es geht darum, zum «Mund der Stummen» zu werden

Vizepräsident Knöppel: Unabhängiges Amt für Revision soll Landeskirche bei künftigen Entscheidungen beraten

Bischof Hein zum Völkermord: Nur Wahrheit ermöglicht Versöhnung

Frühjahrstagung:

Meldungen, Wortlautberichte und Fotos finden Sie auf unseren Sonderseiten zur Frühjahrstagung der Landessynode:

ekkw.de/synode

Tagesordnung:

Tagesordnung der elften Tagung (Frühjahr 2015) der 12. Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck vom 23. bis 25. April 2015 in Morschen:

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Internetradio:

medio-Reporter Siegfried Krückeberg sprach mit Mitgliedern der Synode über das Thema
Ehrenamt und darüber, wie die Volkskirche in Zukunft aussehen soll.

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Kirche und Schule
Bischof Hein: Der Arbeit der Kirche an den Schulen wird eine hohe Wertschätzung entgegengebracht

Marburg (medio). Wie steht es um den Religionsunterricht und wie ist es überhaupt um das Verhältnis von Kirche und Schule bestellt? Diesen Fragestellungen widmete sich der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, auf seiner Visitation vom 20. bis zum 22. April 2015. Mit weiteren Vertretern der Landeskirche besuchte er Schulen, Einrichtungen und Konferenzen in Oberissigheim, Hanau, Steinatal, Kirchhain und Marburg und traf dort auf Verantwortliche aus Schule, Schulbehörde, Wirtschaft und Politik, teilte die Pressestelle der Landeskirche in einer Mitteilung mit. Im abschließenden Pressegespräch zog der Bischof eine durchweg positive Bilanz der Visitation. Die Gespräche hätten gezeigt, dass der Arbeit der Kirche an den Schulen eine hohe Wertschätzung entgegengebracht werde, heißt es in der Mitteilung.

Religionsunterricht und Schulseelsorge gewinnen an Bedeutung

Der schulische Religionsunterricht gewinne in Zeiten einer zunehmenden Säkularisierung an Bedeutung. Er ermögliche allen Kindern religiöse Grunderfahrungen, fördere das gegenseitige Kennenlernen der Religionen und trage so zu einem verständnisvollen Miteinander und gutem Schulklima bei. Immer wichtiger werde für die Schulen auch das Angebot der Schulseelsorge, in der 33 Schulpfarrerinnen und Schulpfarrer neben ihrem Religionsunterricht tätig seien. Sowohl in persönlichen Krisen als auch bei öffentlichen Katastrophen sei ihr Dienst gefragt.

Evangelische Schulen bieten ganzheitlichen Ansatz

Einen ganzheitlicheren Ansatz religiöser Erziehung böten die drei Schulen in landeskirchlicher Trägerschaft. Hein hob hervor, dass diese über den Religionsunterricht und das Angebot der Schulseelsorge hinaus ein deutliches evangelisches Profil entwickelten, das sich in der Gestaltung des schulischen Alltags ebenso zeige wie im Umgang mit Fragen der Bildungsgerechtigkeit und Inklusion, teilte die Pressestelle mit. Beim Besuch der Katharina-von-Bora-Schule in Oberissigheim fand ein Treffen mit dem hessischen Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz statt, der sich bei dieser Gelegenheit einen Eindruck von der Grundschule in evangelischer Trägerschaft verschaffte. Der Kultusminister bekräftigte, dass private Träger zum Schulsystem hinzugehörten und für dieses eine Bereicherung seien.

Religionspädagogisches Institut bietet praktische Unterstützung

Der Bildungsdezernent der Landeskirche, Dr. Eberhard Stock, wies darauf hin, dass die Kirche durch das gemeinsame Religionspädagogische Institut (RPI) beider evangelischer Landeskirchen in Hessen Religionslehrern fachliche Begleitung und praktische Unterstützung anbiete. Das RPI mit Hauptsitz in Marburg und weiteren regionalen Standorten bestehe rechtlich seit dem 1. Januar und werde offiziell unter Beteiligung der beiden Leitenden Geistlichen am 12. September eröffnet.

Eindrücke von der Visitation:

(alle Fotos medio.tv/ Balzer)

Religionsunterricht leistet «religiöse Alphabetisierung»

Bei Gesprächen mit Vertretern aus Kirche, Handwerk, Wirtschaft, Handel und Politik sei man sich einig gewesen, das im schulischen Alltag nicht mehr die Frage der Nationalität, sondern die Religiosität im Vordergrund stehe. Auf diese Funktion des Religionsunterrichtes als Ort einer «religiösen Alphabetisierung» wies der Referent für Schule und Unterricht, Dr. Michael Dorhs, hin. Die kirchlichen Vertreter hätten deutlich gemacht, dass die Fähigkeit, sich reflexiv über die eigene Religion zu äußern, eine Kulturleistung sei und deshalb eingeübt werden müsse. So könne der Religionsunterricht gerade die Pluralitätsfähigkeit steigern und damit einen wesentlichen gesellschaftlichen Beitrag leisten. (24.04.2015)

«Chronik der angekündigten Tode im Mittelmeer endlich beenden»
Evangelische Kirchen in Hessen und Diakonie fordern europäische Seenotrettung und Gesamtkonzept für Flüchtlingsaufnahme

Darmstadt/Kassel/Frankfurt (medio). Angesichts des bisher schlimmsten Massensterbens im Mittelmeer haben die Evangelischen Kirchen in Hessen und die Diakonie Hessen am Montag (20. April) die sofortige Einrichtung eines europäischen Seenotrettungsdienstes gefordert, teilten die Pressestellen der beiden Kirchen und der Diakonie in einer gemeinsamen Erklärung mit. In der Nacht von Samstag auf Sonntag waren vermutlich mehr als 700 Bootsflüchtlinge auf dem Weg von Libyen nach Italien ertrunken. Zuletzt häuften sich die Katastrophen: Allein in den vergangenen zehn Tagen seien damit mehr als 1.000 Flüchtlinge im Mittelmeer zu Tode gekommen, heißt es weiter. Bundesinnenminister Thomas de Maizière hatte den Aufbau einer neuen Seenotrettung in der vergangenen Woche noch einmal explizit abgelehnt.


Europa hat sich schuldig gemacht

«Jetzt erleben wir die schrecklichen Konsequenzen des Beschlusses der EU, die Seenotrettung im Mittelmeer herunterzufahren», sagte der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Jung. «Damit hat Europa, hat Deutschland, ja haben wir alle Mitschuld an dem, was im Mittelmeer passiert. Es ist höchste Zeit umzukehren und Menschen zu retten statt ihnen beim Sterben zuzusehen», so der Kirchenpräsident weiter. In den vergangenen Monaten hatte Jung, der auch Vorsitzender der Kammer für Migration und Integration der Evangelischen Kirche in Deutschland ist, wiederholt eine umfassende europäische Seenotrettung, legale und gefahrenfreie Zugangswege für Flüchtlinge und ein Gesamtkonzept für die Flüchtlingsaufnahme in Europa und in den Mitgliedsstaaten gefordert. Die «Chronik der angekündigten Tode im Mittelmeer muss endlich beendet werden», so Jung.

Konzertierte Flüchtlingsaufnahme

«Angesichts der gegenwärtigen Flüchtlingskrisen im Nahen und Mittleren Osten und am Horn von Afrika muss Europa mehr Verantwortung übernehmen und konzertiert Flüchtlinge aufnehmen», betonte Martin Hein, Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW). Dafür könnten bestehende Instrumente wie humanitäre Aufnahmeprogramme und das Resettlementprogramm deutlich großzügiger genutzt werden. Angesichts der katastrophalen Zustände in Libyen, aus dem zurzeit die meisten Bootsflüchtlinge kommen, forderten Jung und Hein, «die dort verzweifelt ausharrenden Flüchtlinge aus Syrien, Eritrea oder Somalia» schnell außer Landes zu bringen, bevor sie marode Boote bestiegen, heißt es in der Pressemitteilung. «Eine Evakuierung der dort um ihr Überleben kämpfenden Flüchtlinge wäre ein Akt der Menschlichkeit», sagten die beiden Leitenden Geistlichen.

Von der Willkommenskultur zur Willkommensstruktur

Der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Hessen, Wolfgang Gern, machte deutlich, dass die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen eine größer werdende Dauerherausforderung ist. Wer sich die Hauptherkunftsländer der Flüchtlinge anschaue, wisse, dass die Flüchtlingszahlen weiter steigen werden und nur die wenigsten zurückkehren können. «Sie werden bleiben, und es ist unser aller Aufgabe, sie möglichst schnell und gut zu integrieren.» Angesichts des erstaunlich angewachsenen ehrenamtlichen Engagements in der Flüchtlingsarbeit warnte der Diakonie-Chef: «Die viel beschworene Willkommenskultur braucht dringend eine Willkommensstruktur. Wenn wir wollen, dass die vielerorts positive Grundhaltung und Solidarität mit Flüchtlingen bleibt, brauchen wir vernünftige Rahmenbedingungen und nachhaltige Konzepte, die sozialräumlich ausgerichtet sind und sowohl Flüchtlinge als auch Einheimische in den Blick nehmen.»

Weiteres Engagement notwendig

Die Leitenden Geistlichen dankten den Landesregierungen für verstärkte Anstrengungen vor allem bei der Erstunterbringung und –versorgung von Flüchtlingen in Hessen und Rheinland-Pfalz, teilten die Pressestellen mit. Darüber hinaus müssten aber auch die unabhängige Flüchtlingsberatung, die professionelle Koordination und Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements und die psychosoziale Versorgung von Schutzsuchenden stärker unterstützt werden. Diese Arbeit haben Kirche und Diakonie bisher fast ausschließlich aus kirchlichen Eigenmitteln finanziert, heißt es weiter. «Wir hoffen sehr, dass uns die Länder hier zukünftig stärker unterstützen. Als wichtigen Schritt dahin erkennen wir ausdrücklich an, dass das Land Rheinland-Pfalz mittlerweile zehn Stellen in der Flüchtlingsberatung der Wohlfahrtsverbände zum großen Teil finanziert und weitere 500.000 Euro für die Verbesserung der psychosozialen Versorgung zur Verfügung gestellt hat. Was wir zukünftig brauchen, ist eine flächendeckende Struktur und kein Flickenteppich. Dazu wollen wir aber auch als Evangelische Kirchen und Diakonie nach Kräften weiter beitragen», versprachen Jung, Hein und Gern.

Stichwort: Flüchtlingsberatung

Zurzeit finanzieren die EKHN, die EKKW und die Diakonie Hessen insgesamt 10,5 unbefristete Stellen in der unabhängigen Flüchtlingsberatung in Hessen und Rheinland-Pfalz (in Erstaufnahmeeinrichtungen und den Regionen). Darüber hinaus gibt es in der EKHN drei Flüchtlingsseelsorgestellen. Mithilfe zusätzlicher Mittel, die die beiden Landessynoden in 2013 und 2014 bereitgestellt haben (mehr als 1,6 Millionen Euro) konnten weitere sechs befristete Flüchtlingsberatungsstellen finanziert werden sowie 35 Projekte in Gemeinden und Dekanaten zur Unterstützung einer Willkommens- und Aufnahmekultur für Flüchtlinge. (20.04.2015)

Mitmachaktion «Alte Thesen neu gelesen»
Landeskirche startet Wettbewerb für Kirchengemeinden zum Reformationsjubiläum

Kassel (medio). «Alte Thesen neu gelesen» – unter diesem Motto startet die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck am 31. März 2015 einen besonderen  Wettbewerb im Rahmen der Reformationsdekade. Die rund 800 Kirchengemeinden der Landeskirche sind dazu aufgerufen, sich in einem Projekt mit der Frage auseinanderzusetzen, was «evangelisch sein» heute und für die Zukunft bedeutet. Darin soll ein Bogen von den «alten Thesen» über die Gegenwart bis in die Zukunft hinein geschlagen werden, heißt es in einer Mitteilung der Pressestelle.

«Bei der Umsetzung der jeweiligen Projekte sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt», sagte Pfarrerin Petra Schwermann, Reformationsdekadebeauftragte der  Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in Kassel. «Was bedeutet es für uns heute, evangelisch zu sein? Wo liegen die Wurzeln für unser heutiges Gemeindeleben und Glaubensverständnis? Wie gehen wir in diesem Bewusstsein mit aktuellen und künftigen Herausforderungen um? Diesen Fragen stellen wir uns mit diesem Wettbewerb», erläuterte die Beauftragte. Für die Ideenfindung und Projektumsetzung regte Schwermann an, sich mit unterschiedlichen Partnern vor Ort zusammen zu tun. Dies könnten Geschichtsvereine, Schulen, Sportvereine und viele andere Akteure sein. Mit den Worten «Weckt den Luther in Euch!» seien die Gemeinden der Landeskirche zum Mitmachen eingeladen, so Schwermann.

Start am 31. März - 1.000 Euro Startgeld für die schnellsten 95 Gemeinden

Im Zeitraum vom 31. März bis 30. Juni 2015 können Kirchengemeinden und Kirchspiele eine Projektidee entwickeln und die visualisierte Idee im Landeskirchenamt einreichen. Die schnellsten 95 Gemeinden erhalten je ein Startgeld in Höhe von 1.000 Euro. Für die Umsetzung der Idee haben die angemeldeten Gemeinden vom 1. September 2015 bis zum 31. Oktober 2016 Zeit. Die Projektideen werden auf ekkw.de veröffentlicht und nach Umsetzung dokumentiert. Eine Jury wird die Projekte bewerten. Am 6. Mai 2017 werden die drei besten, nachhaltigsten Projekte durch Bischof Prof. Dr. Martin Hein während einer Festveranstaltung in Homberg/Efze ausgezeichnet. Für die drei nachhaltigsten Beiträge sind Preisgelder in Höhe von 5.000, 3.000 und 2.000 Euro ausgelobt.



Stichwort Reformationsjubiläum 2017

1508 kommt der Augustinermönch Martin Luther nach Wittenberg. Zehn Jahre später veröffentlicht er am Vorabend des Allerheiligentages, dem 31. Oktober 1517, seine gegen den Ablasshandel der Kirche gerichteten 95 Thesen, mit denen die Reformation begann. Im Jahr 2008 hat sich die evangelische Kirche mit der «Lutherdekade» auf den zehnjährigen Weg hin zum 500. Reformationsjubiläum 2017 gemacht und will das weite Spektrum der Reformation in Themenjahren aufnehmen und entfalten.

Dazu werden auch in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck vielfältige Veranstaltungen, Tagungen und Aktionen angeboten, die die Schwerpunkte der Themenjahre regional aufgreifen und ausgestalten. Daneben bieten die Lutherstätten im Bereich der Landeskirche, Marburg und Schmalkalden, aber auch die Kirchengemeinden vor Ort die Möglichkeit, das Wirken der Reformation bis in unsere heutige Zeit zu entdecken. (10.03.2015)

Aktionsseite:

Detaillierte Informationen zum Wettbewerb und das Anmeldeformular unter:

alte-thesen-neu-gelesen.de

Reformationsdekade:

Weitere Informationen zur Reformationsdekade in Kurhessen-Waldeck unter:

ekkw.de/reformation2017