a21846

Adventsempfang der Landeskirche mit 240 Gästen
Käßmann: Reformationsjubiläum wird ökumenisch, weltoffen und international

Kassel (epd/medio). Das Reformationsjubiläum 2017 wird der Reformationsbotschafterin Margot Käßmann zufolge ein ökumenisches, weltoffenes und internationales Ereignis werden. Die Reformation sei eine breite Bewegung gewesen, die alles verändert habe, auch die katholische Kirche, sagte Käßmann am Freitagabend (02.12.2016) auf dem Adventsempfang der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Die Protestanten gingen mit ausgestreckter Hand in das Jubiläumsjahr. «Uns verbindet mehr, als uns trennt», sagte Käßmann.
 
2016-12-02
Käßmann warnte in ihrem Vortrag davor, den christlichen Glauben zu privatisieren. Es gelte vielmehr, die politische Dimension des Glaubens immer neu zu diskutieren. Aus dem Nationalsozialismus habe man gelernt, dass Christen im Widerstand ein deutlicheres Zeugnis abgelegt hätten als andere. Aber auch in der ehemaligen DDR hätten sich Christen der staatlichen Ideologie glaubwürdig widersetzt.
 
Martin Luther habe seinerzeit die modernen Medien wie etwa den Buchdruck genutzt, um seine Ideen zu verbreiten, so Käßmann weiter. So seien ein Drittel aller gedruckten Schriften im 16. Jahrhundert von Luther gewesen. Luther habe in deutscher Sprache und kurz geschrieben, so dass auch der «kleine Mann» ihn verstehen konnte. Luther sei es stets auch um einen gebildeten Glauben gegangen. «Zu fragen und über die Bibel zu diskutieren ist Protestantismus», sagte sie.
  Zuvor hatte der Bischof Martin Hein darauf hingewiesen, dass die zehn Jahre Vorbereitung auf das Jubiläum während der Reformationsdekade nicht zu einer Ermüdung in den Kirchen geführt hätten.

«Wir haben die Reformation und ihre Folgen in ihrer ganzen Vielfältigkeit kennengelernt», sagte der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldecker. Der sensationelle Erfolg der neuen Revision der Lutherbibel, die in kurzer Zeit ausverkauft war, habe gezeigt, dass es auch hier ein hohes Interesse gebe.

Begeistert nahmen die 240 Gäste im Haus der Kirche in Kassel die musikalischen Beiträge des evangelischen Kinder- und Jugendchores der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Korbach unter der Leitung des Korbacher Stadtkantors Eberhard Jung auf. Der Kinder- und Jugendchor stimmte mit adventlichen Liedern zum Mitsingen auf die Adventszeit ein. Im Anschluss an den Vortrag von Margot Käßmann hatten die Gäste aus Kirche, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im großen Saal im Haus der Kirche in Bad-Wilhelmshöhe reichlich Gelegenheit, alte Bekannte zu treffen, neue Kontakte zu knüpfen und sich in der vorweihnachtlichen Hektik eine kurze Auszeit zu nehmen. (02.12.2015)
 

a21841

Ökumenischer Gottesdienst zu 70 Jahre Hessen
Bischöfe Hein und Algermissen betonen Rolle der Kirche in Staat und Gesellschaft

Wiesbaden (epd). Bischöfe der christlichen Kirchen haben zum 70-jährigen Bestehen des Landes Hessen für ein angemessenes Verhältnis von Staat und Religion im Umgang miteinander plädiert. Bei einem Ökumenischen Gottesdienst in der Wiesbadener Marktkirche aus Anlass des Landesgeburtstags äußerten sich am Donnerstag (1.12.) sowohl der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, als auch der katholische Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen zu diesem Thema.

An dem Gottesdienst unmittelbar vor dem offiziellen Festakt zur Gründung des Landes Hessen vor 70 Jahren nahmen auch Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und weitere Kabinettsmitglieder sowie Landtagspräsident Norbert Kartmann (CDU) und Abgeordnete der Parlamentsfraktionen teil.

Bischof Hein stellte seiner Predigt den Ausspruch von Jesus Christus vor den Pharisäern aus dem Markus-Evangelium voran: «Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.» Geblieben sei aus der Zeit des Herodes vor 2000 Jahren neben den Steuern auch die Frage, wie Staat und Religion zueinander stehen. Der evangelische Geistliche verwies auf die Bestimmung in der vor 70 Jahren bei einer Volksabstimmung gebilligten hessischen Verfassung: «Die Kirchen, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften haben sich, wie der Staat, jeder Einmischung in die Angelegenheiten des anderen Teils zu enthalten.» Wie den Verfassungsvätern beim demokratischen Neuanfang nach der nationalsozialistischen Diktatur sei es auch Jesus unter der Okkupation der Römer darum gegangen, «der Verwechslung und Vermischung von Staat und Religion zu wehren».

«Er verkündigte nicht den Gottesstaat», sagte Hein. Staatliche Ordnung sei nicht dazu da, sich um das Heil zu kümmern. Sonst werde sie totalitär, wie gerade die deutsche Geschichte zeige. Die Kirchen betrachteten die ihnen von der demokratischen Verfassung geschenkte Freiheit als «Verpflichtung, unseren Beitrag für die Gestaltung unseres Gemeinwesens zu leisten». Hein erinnerte an Diakonie und Caritas, kirchliche Kindertageseinrichtungen, Jugend- und Seniorenarbeit sowie das hohe Engagement bei der Aufnahme geflüchteter Menschen. Dass die Kirchen manchmal auch Kritik übten, führte Hein auf ihre «Leidenschaft für unser Bundesland» zurück.

Der Fuldaer Bischof Algermissen zeigte sich dankbar für vieles in den letzten sieben Jahrzehnten Erreichte, vor allem für 70 Jahre ohne Krieg. Die christliche Botschaft der Hoffnung treffe aber auf eine Gesellschaft und Menschen, die ihrerseits belastet, irritiert, suchend und fragend oder auch kategorisch jedweder Botschaft ablehnend gegenüberstünden. «Angst aber bedeutet Sinnverlust», warnte der katholische Geistliche.

«Dieser Befund macht mich unruhig und offenbart, dass unser Land Hessen sein achtes Jahrzehnt in turbulenten Zeiten beginnt», fuhr Algermissen fort. Daraus erwachse für die Christinnen und Christen die Verpflichtung, Zeugen für eine lebensbestimmende Hoffnung zu sein, die weder Illusion noch billige Vertröstung sei.

Der Bischof sagte, der Glaube an Jesus Christus und sein Evangelium mit politischen Konsequenzen habe die Wertewelt dieses Landes geprägt. Bei allem Streit, in Krisen und Konflikten sei die Hoffnung auf Versöhnung und Vergebung nie aufgegeben worden. An den Christen sei es, begründete Hoffnung auf Zukunft zu geben. «Ohne sie ginge es uns wie einer Lunge ohne Sauerstoff», fügte Algermissen hinzu. (01.12.2016)

2016-12-01

Im Wortlaut:

Lesen Sie hier die Predigt von Bischof Martin Hein im Festgottesdienst im Wortlaut:

PDF-Dokument

Nachgefragt:

Bischof Martin Hein im medio-Interview darüber, warum dieses Jubiläum für ihn wichtig ist und was ihn ganz persönlich mit Hessen verbindet:

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a21857

Zeichen der Solidarität mit den Menschen in Syrien
Landeskirchliche Syrienhilfe ermöglicht erste Operationen im Krankenhaus Al Hosn

Kassel (medio). Seit etwa zwei Jahren unterstützt die Syrienhilfe der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck das Krankenhaus Al Hosn in der Nähe von Homs in Syrien mit medizinischen Geräten und weiterer technischer Ausstattung. Jetzt teilte die Krankenhausleitung in einem Dankesschreiben mit, dass die ersten 17 Operationen mit der Hilfe der Spenden aus Kurhessen-Waldeck erfolgreich durchgeführt werden konnten, berichtete Oberlandeskirchenrätin Dr. Ruth Gütter, Dezernentin für Diakonie und Ökumene. Von den ersten Erfolgen des Projektes konnte sich auch Bischof Prof. Dr. Martin Hein und Dekan Dr. Martin Lückhoff bei ihrem Besuch im November 2016 in Syrien überzeugen.
 
2016-12-02
Ergänzend zur Finanzierung und Lieferung von medizinischen Geräten sei Mitte 2016 auf Bitte der Krankenhausleitung vereinbart worden, dass über die Syrienhilfe auch die Kosten für Operationen in Höhe von 8.000 Euro pro Jahr übernommen werden, so Gütter weiter. Diese Zusage sei für die Jahre 2016 bis 2018 gegeben worden, wodurch sich die Landeskirche für Spenden in Höhe von 24.000 Euro verpflichtete, so die Dezernentin. Die zuständigen Ärzte hätten in Aussicht gestellt, dass sie mit den ersten 8.000 Euro insgesamt 75 Menschen operieren können, denen ohne diese Spenden medizinische Hilfe verwehrt bleiben würde.

Dezernentin Gütter unterstrich, dass die Spendenbereitschaft für die Syrienhilfe nach wie vor erfreulich hoch sei und sprach allen Spendern im Namen der Partner ihren Dank aus. Gleichzeitig warb sie für weitere Spenden, um die Zusagen einlösen zu können. «Damit können wir ganz konkret helfen und ein kleines Zeichen der Solidarität und der Hoffnung setzen für Menschen in Syrien, die ganz besonders auf unsere Hilfe angewiesen sind», sagte Gütter. (02.12.2016)

Spenden für die Syrienhilfe werden erbeten auf das Konto:

BIC: GENODEF1EK1
IBAN: DE33520604100000003000
Stichwort: Syrienhilfe

a21833

«Gottesfrage im säkularen Kontext»
Kirchenleitung traf Leitung der Diözese Fulda

Fulda/Kassel (medio). Zum Treffen der Kirchenleitungen der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der katholischen Diözese Fulda sind am Montag (28.11.) im Fuldaer Priesterseminar 20 Vertreterinnen und Vertreter beider Kirchen zusammengekommen. Im Mittelpunkt des Jahrestreffen stand die «Gottesfrage im säkularen Kontext», teilte Christof Ohnesorge, Pressesprecher des Bistums Fulda mit.

Außerdem nahmen wurde Rückblick und Ausblick auf gemeinsame Gottesdienste und Veranstaltungen genommen nehmen, vor allem im Hinblick auf das Reformationsjubiläum im Jahr 2017, so Ohnesorge weiter. An der Tagung nahmen der Bischof der Evangelischen Kirche Kurhessen Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, der Bischof des Bistums Fulda, Heinz Josef Algermissen, und weitere 18 führende Persönlichkeiten aus den Kirchen teil. (30.11.2016)

2016-12-01

Linktipp:

Hier finden Sie die Internetseite des Bistums Fulda:

bistum-fulda.de/

a21834

Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland
Ökumenisches Spitzentreffen in Darmstadt

Darmstadt (medio). Zum turnusmäßigen ökumenischen Treffen der leitenden Geistlichen in den Bundesländern Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland haben sich am Dienstag (29.11.) in Darmstadt Repräsentanten der evangelischen Landeskirchen und der katholischen Bistümer getroffen. Auf der Tagesordnung standen Berichte zur Situation in den Bistümern und Landeskirchen, sowie aktuelle Fragen zur Ökumene.

Die vier Landeskirchen wurden vertreten von Bischof Prof. Dr. Martin Hein (Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck), Kirchenpräsident Dr. Volker Jung (Evangelische Kirche in Hessen und Nassau), Kirchenpräsident Christian Schad (Evangelische Kirche in der Pfalz) und Präses Manfred Rekowski (Evangelische Kirche im Rheinland). Die vier Bistümer repärsentierten Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), Bischof Dr. Georg Bätzing (Limburg), Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (Speyer) und Diözesanadministrator Dietmar Giebelmann (Mainz). (29.11.2016)

2016-12-01
a21801

«Zukunft braucht gesunde Ernährung»
Am 1. Advent: Brot für die Welt eröffnet neue Spendenaktion

Bad Hersfeld (medio). Die Ernährung in den wachsenden Städten der Entwicklungsländer steht im Zentrum der bundesweiten Spendenaktion 2016 des evangelischen Hilfswerks «Brot für die Welt». Grund für die Themenwahl sei die Prognose, dass «bis 2050 zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten leben» werden, teilte das Hilfswerk mit. Auftakt der Aktion für die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW)) und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau war ein Gottesdienst am 1. Advent in der Martinskirche in Bad Hersfeld, in dem Bischof Prof. Dr. Martin Hein predigte.
 
2016-11-28
Bei dem Gottesdienst mit dabei waren Konfirmandinnen und Konfirmanden, Mitglieder des Ensembles Mehrgenerationen-Singspiel, ein Obermeister der Bäckerinnung sowie Vertreterinnen und Vertreter beider Landeskirchen, teilte Dr. Ute Greifenstein, Referentin für Brot für die Welt im Zentrum Oekumene der Landeskirchen mit. Im Anschluss war Gelegenheit, gegen Spende Brote zu erwerben, die von Bad Hersfelder Konfirmandinnen und Konfirmanden am Sonntagmorgen frisch gebacken wurden. Der Erlös der Backaktion, die zur 5000-Brote-Aktion der hessischen Landeskirchen gehörte, fließe in drei Jugendbildungsprojekte von Brot für die Welt in Kolumbien, Ghana und Bangladesch, so Greifenstein.

Außerdem konnten Interessierte in der Martinskirche Kunstwerke von Konfirmanden besichtigten, die im Rahmen der Brot für die Welt-Eröffnung entstanden, so Greifenstein weiter. Hinzu kam die Ausstellung «Bloss weg von hier - Warum Menschen flüchten» von Brot für die Welt, die vom Zentrum Oekumene im Auftrag beider Landeskirchen erstellt wurde, so die Referentin. Schon am Tag zuvor wurde in der Kirche ein «Mehrgenerationensingspiel» mit dem Titel «Wasser des Lebens» aufgeführt, das an die gleichnamige Geschichte der Brüder Grimm erinnerte.

Stichwort «Brot für die Welt»

Das weltweit tätige Hilfswerk der evangelischen Landes- und Freikirchen in Deutschland «Brot für die Welt» wurde 1959 gegründet und folgt bis heute dem Grundsatz «Wirkliche Hilfe muss den Armen helfen, sich selbst zu helfen.» Traditionell ist die Weihnachtskollekte in den rund 14.000 evangelischen Gemeinden für Projekte der Hilfsorganisation bestimmt. Die Aktion «Satt ist nicht genug – Zukunft braucht gesunde Ernährung» ist die 58. ihrer Art. (28.11.2016)

Impressionen von der Eröffnung

Linktipp:

Mehr Informationen, Spendenkonto und Downloads zur Aktion finden Sie im Internet unter:

brot-fuer-die-welt.de/...

Download:

Lesen Sie hier die Predigt von Bischof Prof. Dr. Martin Hein zum Predigttext des Gottesdienstes Sacharja 9,9:

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a21832

Last-Minute-Adventskalender
Mit Bibelsprüchen die Tage bis Weihnachten zählen

Kassel (medio). Für die Vorfreude auf Weihnachten gibt es auch Last-Minute noch einen Adventskalender. Der SMS-Adventskalender der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Evangelische Gehörlosenseelsorge e.V. verspricht jeden Tag eine SMS mit Texten, Informationen, Rätseln, Rezepten und Gedanken zum Advent, heißt es auf der Internetseite der Gehörlosenseelsorge der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Den SMS-Kalender können Interessierte bestellen indem sie eine SMS mit dem Text «ADVENT» an die 84343 schicken. Die Anmeldung kostet einmalig 19 Cent sowie den Preis einer netzinternen SMS Ihres Anbieters. Der Empfang des SMS-Kalenders ist kostenlos. (30.11.2016)
2016-11-30

Linktipp:

Weitere Informationen zum SMS-Adventskalender:

gehoerlosenseelsorge-ekkw.de/

a21809

Sicherheitslage in Afghanistan
Hessische Landeskirchen fordern Abschiebestopp für Afghanen

Frankfurt a.M./Darmstadt/Kassel (epd). Einen Tag vor dem Beginn der Innenministerkonferenz in Saarbrücken haben das Zentrum Oekumene der beiden hessischen Landeskirchen und die Diakonie Hessen einen Abschiebestopp für afghanische Asylbewerber gefordert. Die Sicherheitslage in Afghanistan sei «weiterhin prekär, fragil, unvorhersehbar und hat sich in den letzten Wochen weiter dramatisch verschlechtert», heißt es in der am Montag in Frankfurt am Main, Darmstadt und Kassel veröffentlichten Erklärung. Fast täglich komme es zu Selbstmordanschlägen und bewaffneten Auseinandersetzungen.

Eine innerstaatliche Fluchtalternative stehe faktisch nicht zur Verfügung, heißt es in der Erklärung. Die humanitäre Situation sei desolat, die medizinische Versorgung unbefriedigend und die Menschenrechtslage besorgniserregend. Daher sollten die deutschen Behörden alle Maßnahmen aussetzen, die der Rückkehrförderung dienen. Stattdessen solle der Nachzug von Familienangehörigen erleichtert werden. Auch sollten afghanische Ortskräfte der Bundeswehr und von Hilfsorganisationen sowie die Familienangehörigen beschleunigt aufgenommen werden. (28.11.2016)

2016-11-28

Download:

Lesen Sie hier die Kasseler Erklärung «Rückkehr nach Afghanistan in Sicherheit und Würde derzeit nicht zumutbar» im Wortlaut:

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a21807

Kranzniederlegung zum 25. Todestag
Landeskirche gedenkt des ehemaligen Bischofs Dr. Hans-Gernot Jung

Kassel (medio). Anlässlich des 25. Todestages hat am Samstag (26.11.) die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck ihres ehemaligen Bischofs Hans-Gernot Jung mit einer Kranzniederlegung auf dem Kasseler Westfriedhof gedacht. Bischof Prof. Dr. Martin Hein würdigte ihn als «beeindruckenden Theologen und Bischof, der unsere Kirche geprägt hat!»

Jung sei ein Mann voller Tatkraft und hoher Intellektualität gewesen, so Hein. Die öffentliche Verantwortung der Kirche habe er in zahlreichen Beiträgen immer wieder thematisiert. Dabei sei Jungs kirchenleitende Maxime gewesen, «die Fenster der Kirche zur modernen Welt hin zu öffnen».

2016-11-28
Mit viel Herzblut und unermüdlichen Engagement habe er sich seinen Aufgaben gestellt. Sein Blick habe sich auch weit über die Landeskirche hinaus gerichtet. Bei seinem ganzen Tun habe er sich von den Motiven Freiheit, Mündigkeit, Bildung, Ökumene und Frieden leiten lassen. Bischof Hein betonte: «Sie sind heute in gleicher Weise aktuell, wie sie es damals waren!»
 

Der Lebensweg Dr. Gernot Jungs

Hans-Gernot Jung war von 1978 bis 1991 Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Als Bischof vertrat er die Landeskirche im Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland, wurde zu dessen stellvertretenden Vorsitzenden gewählt und war Mitglied im Präsidium der Konferenz Europäischer Kirchen. Am 26. November 1991 verstarb Hans-Gernot Jung im Alter von 61 Jahren. (28.11.2016)

Im Wortlaut:

Lesen Sie hier die Ansprache von Bischof Martin Hein im Wortlaut:

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a21687

Die Flüchtlingsfrage und die eigene Sehnsucht nach dem Ankommen
Bischof Hein im Online-Chat: «Ich bin noch nicht angekommen... und das ist gut so»

Kassel (medio). Die Kontroverse um das «Einwanderungsland Deutschland» sowie die Sehnsucht nach dem Ankommen «bei sich selbst und bei Gott» dominierten den «Bischofschat» am Abend des Buß- und Bettages auf www.busstag.de. Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) chattete mit über 60 Menschen zum Thema «Ankommen» als Teil einer Themenkampagne zum Buß- und Bettag. Diskutiert wurde unter anderem die Frage, ob Deutschland ein Einwanderungsland sei. Während «Fritz» betonte, dass Asyl und Einwanderung voneinander zu trennen seien, entgegnete «Noel»: «Natürlich sind wir ein Einwanderungsland, und das ist schön. Einwanderer sind eine Bereicherung. Wir brauchen die Menschen. Allein im Handwerk, in der Dienstleistung!»
 
2016-11-21
Bischof Hein unterstrich: «Zunächst mal wollen alle, die angekommen sind, der Not entrinnen». Ob sie bleiben, das werde sich noch entscheiden, so Hein. «Wir  haben die Tore weit aufgemacht», betonte der Bischof. «Bernhard» ergänzte, dass schon immer die Menschen nach Deutschland eingewandert seien. «Die andere Sache ist, dass so viele Menschen wie nie zuvor auf der Flucht sind. Und die auf dem Mittelmeer sterben zu lassen, ist keine Lösung», so der Chatter weiter. Der Bischof entgegnete: «Wir müssen die Fluchtursachen beseitigen, das wird jedoch ein Jahrzehnt in Anspruch nehmen.» Er sprach von dem Dreischritt «Entkommen – Ankommen – Willkommen», den die Flüchtlinge und auch die Gesellschaft zu bewältigen hätte.


Die große Sehnsucht: Bei sich selbst ankommen

Eine ganz andere Blickrichtung im zweiten Teil des Chats: «Regina» schrieb, bei sich selbst anzukommen hätte auch etwas mit dem eigenen Willen zu tun. «Sage ich zu meinem Weg 'Ja'?!» «FritzLars1» entgegnete wiederum: «Manche sagen: Der Weg ist das Ziel. Dann wäre Ankommen gar nicht wichtig.» Bischof Hein stellte fest, dass die Reise zu sich selbst die längste Reise des Lebens sei. Er bekannte für sich: «Ich bin noch nicht angekommen... und das ist gut so».  Auf die Frage von «Moni», wo er ankommen wolle, antwortete Hein: «In Gottes Reich, da sehe ich die Bestimmung meines Weges.» Der Chatter «Wellensittich» erzählte im Chat, wie er sich Gottes Reich vorstelle: «Da werde ich Inlinescater fahren und Skilaufen! Denn das geht hier halt nicht, weil ich eben behindert bin. Inlinerfahren ist mein eigenes Ankommensziel im Himmel.»

Mal offener Ort für Begegnung, mal geschlossene Gesellschaft: Kirchen als Ort des Ankommens

«Lotti73» klagte, dass  sie gerne mehr in ihren neuen Ort und der Kirchengemeinde ankommen würde. «Jenny» ergänzte, dass Kirchengemeinden oft geschlossene Gesellschaften seien. Die Chatterin «Bine» riet den beiden: «Manchmal muss man sich eine neue Gemeinde erst 'erarbeiten'. Und es passt auch nicht jede Gemeinde zu jedem Christen. Ich habe auch lange gesucht.» Bischof Hein ergänzte: «So wünsche ich mir eine Kirchengemeinde: offen, zugewandt, neugierig auf andere, tief verwurzelt im Evangelium, herzhaft evangelisch, ansteckend fröhlich.»

Bei dem Thema «Ankommen bei Gott» gaben die Chatter zu bedenken, dass dies nicht in ihrer Macht stehe, sondern allein in Gottes Hand ist. Bischof Hein ergänzte: «Deshalb singen wir ja auch: Komm, o mein Heiland Jesus Christ.» Die Nähe Gottes spüren die Chatter dennoch in unterschiedlichen Situationen, erklärten sie am Ende des einstündigen Chats. Während «Regina» seine Nähe spürt, wenn sich Wege zeigen, die sie für nicht möglich gehalten habe, schrieb «Jan»: «Ich spüre Gottes Nähe, wenn ich meinem Kind tief in die Augen sehe.» Bischof Hein sagte: «Ich erfahre Gott im Gebet oder wenn ich eine Predigt schreibe und die mich selbst überzeugt oder wenn ich höre, was Menschen ertragen können, weil Gott sie trägt.»
Mit einem spontan formulierten «Reisesegen» verabschiedete sich der Bischof um 21 Uhr von den Chattern: «Gott segne euch auf der Reise eures Lebens. Er segne alle, die dem Tod entkommen wollen, um bei uns anzukommen. Er selbst sei unsere Hoffnung! und unser Ziel!»

Erfolg der Internetseite busstag.de und der Interaktion in Social Media

Unter www.busstag.de und in den Social Media-Kanälen der Kampagne hatten sich zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer über ihre Sehnsucht nach Heimat und Geborgenheit und die Frage, wie anderen Menschen das Ankommen erleichtert werden kann, ausgetaucht. «Mit der Kampagne haben wir uns bewusst dem Thema 'Ankommen, bei uns selbst, bei Gott und in unserer Gesellschaft' gestellt. Dabei gehe es keinesfalls nur um Flüchtlinge sondern um jeden Menschen, der sich nach einem Ankommen sehne», sagte der Internetbeauftragte der EKKW, Pfarrer Christian Fischer, gegenüber der landeskirchlichen Medienagentur «medio». Der Gesprächsverlauf und die rege Teilnahme im Chat hätten gezeigt, dass die Landeskirche ein wichtiges Thema aufgegriffen habe, das die Menschen bewegt. Das zeigten auch die Nutzerzahlen, freute sich Fischer. «Rund 50.000 Menschen haben wir allein über die Facebook-Seite zur Kampagne erreicht, fast 1.000 neue Fans hinzugewonnen. Allein in der letzten Woche wurde die Internetseite rund 12.000 mal abgefragt!»
 

Themenkampagnen zum Buß- und Bettag seit 1996

Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck bewirbt mit ungewöhnlichen Ideen bereits seit 1996 den Buß- und Bettag und nimmt damit eine Vorreiterrolle in Deutschland ein. Sie will mit den Kampagnen auch Menschen ansprechen, die sich sonst keine Gedanken zum Buß- und Bettag machen. Seit einigen Jahren beteiligt sich auch die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern an den Aktionen, in diesem Jahr kamen die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau sowie die badische Landeskirche hinzu. Entwickelt und durchgeführt werden die Kampagne zusammen mit der Agentur orange-cube und der landeskirchlichen Medienagentur medio GmbH, so Fischer. (16.11.2016)

Linktipp:

Die Internetseite zum Buß- und Bettag 2016 mit Impulsen und Materialien finden Sie unter:

busstag.de

Facebook und Twitter:

Im den sozialen Netzwerken können Sie diskutieren und die Kampagne mit eigenen Ideen weiterentwickeln:

facebook.com/busstag
twitter.com/busstag

Download:

Lesen Sie hier die Kanzelabkündigung von Bischof Martin Hein, die in den Gottesdiensten am Buß- und Bettag in den Gemeinden verlesen wird:

PDF-Dokument

a21709

Aufgearbeitete Geschichte
Eschweger Dekan bringt Regionalstudie über Kirche und NS-Zeit heraus

Eschwege (epd). Die Rolle der evangelischen Kirche im Kirchenkreis Eschwege während der Zeit des Nationalsozialismus hat der amtierende Dekan des Kirchenkreises, Martin Arnold, in einem jetzt erschienenen Buch aufgearbeitet. Es sei ihm wichtig, dass sich die Kirchengemeinden mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzten, sagte Arnold am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Er habe herausfinden wollen, ob die Kirche Motor des Nationalsozialismus oder Sand in dessen Getriebe gewesen sei. Eine einfache Antwort hierauf gebe es zwar nicht, doch sei die Rolle der evangelischen Kirche «kein Ruhmesblatt» gewesen, sagte er.

Gleichwohl müsse das Verhalten der Kirche und der evangelischen Christen differenziert betrachtet werden, sagte Arnold weiter. So habe es viele Konflikte zwischen der Kirche und der NS-Führung gegeben. «Wenn die Hitlerjugend eine Konfirmandenfreizeit gesprengt hat, gab es heftigste Proteste», nannte Arnold ein Beispiel. Aber auch der Versuch der Deutschen Christen, kirchliche Parallelstrukturen aufzubauen, sei auf Widerstand gestoßen. Gegenüber der Leidenssituation von Juden, Kommunisten oder anderen Opfern des Nationalsozialismus aber habe die Kirche geschwiegen. «Da gab es blinde Flecken», sagte Arnold.

2016-11-17
Arnold hat für sein Buch in den vergangenen zwei Jahren unterschiedlichste Dokumente wie etwa Kirchenvorstandsprotokolle, Pfarrchroniken oder auch Lageberichte der Gestapo ausgewertet. «Die Evangelische Kirche als ganze, aber auch ihre Verantwortungsträger in der Region Eschwege haben den Nationalsozialismus lange verkannt", bilanzierte Arnold. Leider habe nach 1945 kaum ein Amtsträger den Mut gefunden, die eigene Rolle während der NS-Zeit kritisch zu beleuchten.

Das Buch «Der Kirchenkreis Eschwege und der Nationalsozialismus» von Martin Arnold, erschienen beim Evangelischen Medienverband Kassel, ISBN 978-3-89477-890-3, ist im Buchhandel für 15 Euro erhältlich. (14.11.2016)

Linktipp:

Hier finden Sie das Buch im Online-Shop des Evangelischen Medienverbandes:

ekkw.de/emv/...

Linktipp:

Hier finden Sie die Webseite des Kirchenkreis Eschwege:

kirchenkreis-eschwege.de/

a21701

Projekt «nachhaltig predigen»
Ökumenische Predigthilfen zum neuen Kirchenjahr ab 1. Advent zum Thema «Schuld»

Kassel (medio). «Was ist Schuld?», «Gibt es strukturelle Schuld?» oder «Wie müssen wir mit Schuld umgehen?» - diesen und weiteren Fragen widmen sich im kommenden Kirchenjahr die Texte der ökumenischen Predigthilfe «nachhaltig predigen». Start der Reihe, die auf der Webseite www.nachhaltig-predigen.de abgerufen werden kann, ist der 1. Advent (27.11.), teilte die Dezernentin für Diakonie und Ökumene der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), Oberlandeskirchenrätin Dr. Ruth Gütter, mit. «Die Seite ist eine gute Quelle für alle, die Anregungen dazu suchen, was die Bibel zu den großen Fragen von Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung sagt», so die Dezernentin.

Die Predigten auf der ökumenischen Plattform stammen von Autoren aus verschiedenen Kirchen, zu denen im Kirchenjahr 2016/17 aus der EKKW Dr. Ruth Gütter (Kassel), Umweltpfarrer Uwe Hesse (Frankenberg) und Pfarrer Stefan Weiß (Hanau) gehören, so Gütter weiter. In den Anregungen werde jeder biblische Predigttext daraufhin befragt, was er zu den gesellschaftlichen Zukunftsfragen zu sagen habe, beschreibt Gütter das Projekt. Bei «nachhaltig predigen» gehe es um die Erinnerung an christliche Wurzeln: Nachhaltigkeit sei keine Neuerfindung, sondern im Glauben angelegt und könne gelebt werden. Das Projekt sei Ausdruck des Einsatzes für nachhaltige Entwicklung «in ökumenischer Einigkeit», betonte die Ökumenedezernentin.

Stichwort Predigtreihe «nachhaltig predigen»

Das ökumenische Projekt «nachhaltig predigen» wurde im Jahr 2005 gestartet. Mittlerweile beteiligen sich 24 Landeskirchen und Bistümer daran. Jedes  Kirchenjahr wird unter ein Schwerpunktthema gestellt. Zuletzt war es das Thema «Heimat-los». (11.11.2016)

2016-11-11

Linktipp:

Besuchen Sie hier die Webseite des Projekts «nachhaltig predigen»:

nachhaltig-predigen.de

a21378

Wie alles vor 20 Jahren begann
ekkw.de feiert Jubiläum / Dank an Nutzerinnen und Nutzer

Kassel, 1.Oktober 2016 (medio). Auf den Tag genau 20 Jahre ist es her, dass die Landeskirche zum ersten mal im Internet ein Lebenszeichen von sich gab. Am 1.10.1996 um 0:00 Uhr erblickte ekkw.de das Licht der Internetwelt. Gestaltet und programmiert von dem engagierten Kasseler Schüler Jonas Pasche, inhaltlich gefüllt und verantwortet von dem späteren Internetbeauftragten Pfarrer Christian Fischer und begleitet von dem damaligen Leiter der Medienzentrale, Gerhard Jost. «Wir drei trafen uns an diesem Abend zu einem gemeinsamen Essen und waren alle richtig aufgeregt», erinnert sich Fischer heute. «Und einen gehörigen Schreck mussten wir an diesem Abend auch verdauen, denn ein Fehler in der Veranstaltungsdatenbank, auf die wir besonders stolz waren, hatte alle großen Veranstaltungen der Landeskirche kurzerhand in die Schnepfenkapelle in Großenlüder-Oberbimbach verlegt». Dass dieser Veranstaltungsort Platz für höchstens 20 Personen bot, jagte den Pionieren einen gehörigen Schrecken ein, war dieser Fehler doch jetzt «weltweit» zu lesen. «Aber – zum Glück für uns - war die Internetgemeinde ja damals noch überschaubar», so Fischer, den Fehler hätten höchstens fünf Leute gemerkt und war am Tag darauf korrigiert.
 
2016-09-30

Und heute? 20 Jahre danach ist das kleine Jubiläum für die Onliner im Medienhaus ein Grund zum Innehalten und Feiern. Viel ist passiert in der Zwischenzeit. Der Schüler von damals leitet schon lange eine eigene IT-Firma. Aus dem freien Mitarbeiter Christian Küster wurde bald ein fester Onlineredakteur, Jens Breitbarth-Horn betreut mittlerweile als Webentwickler die Website, zu der der Fotodesigner Christian Schauderna die Bilder zusteuert. In den letzten Jahren wurde mit der Social Media Sparte ein neues Arbeitsfeld entdeckt, das die Social Media - Redakteurin Ramona Kopec bearbeitet. Vieles ist noch zu tun, etwa die Weiterentwicklung von ekkw.de für Smartphones und Tablets, auch ein neues Layout ist in der Entwicklung. Aber geblieben ist in der ganzen Zeit der Spaß an der Aufgabe und der Teamgeist in der Onlineredaktion des Medienhauses der Landeskirche. «Wir sind alle sehr froh, dass wir dieses Kapitel Mediengschichte in unserer Landeskirche mitgestalten können», so Medienhausleiter Fischer zum Jubiläum. «Und wir sind sehr dankbar über die große Unterstützung aus unseren Gemeinden, von den Nutzerinnen und Nutzer weltweit und von der Kirchenleitung.»
 

Und das sind die Fakten zum Jubiläum:

In zwanzig Jahren wurden mehr als 15.000 Fotos, Logos & Imagebilder veröffentlicht und über 5.000 Meldungen geschrieben und publiziert. Bischof Hein stand in mehr als 30 «Bischofschats» auf ekkw.de Rede und Antwort.
Zurzeit sind über 1.500 statische und weitere hunderte dynamische Internet Seiten abrufbar. Pro Woche besuchen weit über 3.000 unterschiedliche Besucher aus über 118 Ländern ekkw.de. Sie rufen pro Woche über 7.000 Seiten auf, und downloaden mehr als 622 Dateien. Ihre durchschnittliche Verweildauer beträgt 3,42 Minuten.