Konstituierende Sitzung in Berlin
Evangelischer Theologe Dabrock neuer Vorsitzender des Ethikrats

Berlin (epd/medio). Der evangelische Sozialethiker Peter Dabrock ist neuer Vorsitzender des Deutschen Ethikrats. Der Professor für Systematische Theologie an der Universität Erlangen-Nürnberg wurde am Donnerstag (28.4.) an die Spitze des Gremiums gewählt. Stellvertretende Vorsitzende wurden die Medizinethikerin Claudia Wiesemann, die Neurowissenschaftlerin Katrin Amunts sowie der Psychologe und Gerontologe Andreas Kruse.  


Bischof Martin Hein vertritt evangelische Theologie und Kirche in Gremium

Neben Dabrock vertritt der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, die evangelische Theologie und Kirche im Ethikrat. Hein wurde bereits in der letzten Amtszeit im November 2014 auf Vorschlag der Bundesregierung von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) zum Mitglied des Gremiums berufen.  


Stichwort: Deutscher Ethikrat

Der Ethikrat war zu Beginn seiner neuen vierjährigen Amtszeit in Berlin in neuer Besetzung zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengekommen. Ihm gehören Vertreter aus Medizin, Recht, Naturwissenschaften, Ethik, Kirchen und Verbänden an. Das Gremium berät ethisch umstrittene Fragen und legt der Politik Empfehlungen vor. In der vergangenen Amtszeit hatte sich der Ethikrat unter anderem mit den kontrovers diskutierten Fragen der religiös motivierten Beschneidung, der Sterbehilfe, des Inzestverbots, des Hirntods und der Embryonenspenden beschäftigt.
 
Von den 26 Mitgliedern sind 14 von Bundestagspräsident Lammert neu berufen worden. Zwölf gehörten dem Gremium bereits in der vergangenen Amtszeit an. Jeder Vertreter darf für maximal eine weitere Amtszeit wiedergewählt werden. Die Mitglieder werden je zur Hälfte von den Fraktionen im Bundestag und der Bundesregierung benannt und vom Bundestagspräsidenten berufen. (02.05.2016)

Linktipp:

Den Deutschen Ethikrat finden Sie im Internet unter:

ethikrat.org

«Solidarität - Mehr statt weniger»
Ökumenischer Gottesdienst zum Tag der Arbeit in Kassel

Kassel (medio). Mit einem ökumenischen Gottesdienst wurde in Kassel am 1. Mai der Demonstrationszug zum «Tag der Arbeit» eröffnet. Zum traditionellen kirchlichen Auftakt hielt in diesem Jahr Diakoniepfarrer Gerd Bechtel, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Kassel, die Ansprache zum Thema «Solidarität - Mehr statt weniger» halten, teilte Martina Spohr vom Kirchlichen Dienst der Arbeitswelt (KDA) der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck mit. Der Gottesdienst wurde in der katholischen Kirche St. Elisabeth am Friedrichsplatz gefeiert.

Bechtel griff das diesjährige Motto des DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund) auf und beleuchtete es aus christlich-ethischer Sicht, so Spohr. Wenn in einer Gesellschaft Solidarität ins Abseits gerate, dann sei es nicht mehr weit zu der Haltung «Jeder gegen Jeden». In einer solchen Gesellschaft würden Gruppenegoismen gepflegt und Grenzen der Solidarität beschworen, so Spohr weiter. Wenn wir anders leben möchten, sind wir aufgerufen, wieder mehr (statt weniger) Solidarität zu üben. Musikalisch wurde der Gottesdienst von Regionalkantor Thomas Pieper an der neu installierten Orgel begleitet.

Stichwort: Gottesdienst zum 1. Mai in Kassel

Seit 1995 leisten die beiden Kirchen einen nachdenklichen Impuls zum «Tag der Arbeit» in Kassel. Bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens beleuchten im Gottesdienst sozialethisch aktuelle Themen zu Gesellschaft, Wirtschaft und Arbeitswelt.
Der Gottesdienst wurde in diesem Jahr ausgerichtet vom Referat Wirtschaft-Arbeit-Soziales der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, der Katholischen Kirche in Kassel, der Katholischen Arbeitnehmerbewegung, der Kolpingsfamilie Kassel-Zentral, dem Deutschen Gewerkschaftsbund und der Industriegewerkschaft Metall Nordhessen. (02.05.2016)

Wechsel im Vorsitz
Bischof Hein zum Kuratoriumsvorsitzenden der Stiftung Diakonie Hessen gewählt

Frankfurt a.M / Kassel. Prof. Dr. Martin Hein, Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, ist der neue Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung Diakonie Hessen. In ihrer konstituierenden Sitzung wählten die Mitglieder des dreizehnköpfigen Kuratoriums den Theologen an ihre Spitze, teilte die Diakonie Hessen mit. Hein tritt damit die Nachfolge des ehemaligen Kirchenpräsidenten Peter Steinacker an, der im Frühjahr 2015 verstorben ist. Den stellvertretenden Vorsitz übernimmt Pfarrer Dr. Wolfgang Gern, der noch bis Ende April 2016 den Vorstandsvorsitz der Diakonie Hessen innehat.

Das Kuratorium der Stiftung Diakonie Hessen ist prominent besetzt mit Persönlichkeiten aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Zu ihnen zählen u.a. Landtagspräsident Norbert Kartmann (CDU) sowie die ehemaligen Staatsminister Karl-Peter Bruch, Armin Clauss (beide SPD) und Jens Goebel (CDU). Auch der ehemalige Bundesminister Hans Eichel (SPD) gehört dem Gremium an, heißt es in der Mitteilung.

Stichwort: Stiftung Diakonie Hessen

Die Stiftung Diakonie Hessen wurde 2005 mit einem Stiftungskapital von 250.000 Euro in Hessen und Nassau gegründet und 2013 auf das Gebiet von Kurhessen-Waldeck ausgeweitet. Das aktuelle Stiftungskapital beläuft sich den Angaben zufolge auf 7,22 Mio. Euro. In den ersten zehn Jahren ihres Bestehens wurden diakonische Projekte mit einem Gesamtbetrag von über 1,68 Mio. Euro unterstützt. Die Stiftung Diakonie Hessen betreut vier Stiftungsfonds und derzeit 20 regionale Unterstiftungen, die treuhänderisch verwaltet werden. (26.04.2016)

Linktipp:

Die Stiftung Diakonie Hessen finden Sie im Internet unter:

sinn-stiften.de

Vom 25. bis 27. April 2016
1. Tagung der 13. Landessynode im Kloster Haydau

Morschen (medio). Die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck trat am 25. April 2016 im Kloster Haydau im nordhessischen Morschen zu ihrer ersten Tagung der Legislaturperiode zusammen. Bischof Martin Hein predigte im Eröffnungsgottesdienst in der Klosterkirche zur Eröffnung der Tagung, in dem die neu hinzugetretenen Mitglieder das Gelöbnis ablegten. Im Anschluss eröffnet der Präses der 12. Landessynode, Kirchenrat Rudolf Schulze, die Sitzung der ersten Tagung der 13. Landessynode in der Orangerie des Klosters. Die öffentlichen Verhandlungen begannen mit einem Grußwort des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier. Danach erfolgte die Wahl des Präsidiums der 13. Landessynode.

Die Schwerpunkte der Synodaltagung, die bis einschließlich Mittwoch, den 27. April, dauerte, waren u.a. die Wahl eines neuen Präses der Landessynode und die des Rates der Landeskirche. Desweiteren standen der Bericht des Bischofs, der Personalbericht der Prälatin und der Finanzbericht des Vizepräsidenten auf der Tagesordnung. (27.04.2016)

Übersicht:

Auf unserer Sonderseite zur Tagung der Landessynode finden Sie Berichte, Fotos und die Dokumentation der Beschlüsse:

zur Tagungsübersicht

Tagesordnung:

Tagesordnung der ersten Tagung (Frühjahr 2016) der 13. Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck vom 25. bis 27. April 2016 in Morschen:

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Neue Pfarrerinnen und Pfarrer gesucht
Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck legt umfangreiches Stipendienprogramm für Theologiestudierende auf

Kassel (medio). Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck möchte Menschen für den Pfarrdienst in der Landeskirche gewinnen und fördert die Aufnahme und erfolgreiche Durchführung eines Studiums der Evangelischen Theologie nun mit einem umfangreichen Stipendienprogramm, teilte die Pressestelle der Landeskirche mit.

100 Stipendien für zukünftige Pfarrerinnen und Pfarrer

Ab sofort stellt die Landeskirche bis zu 100 Stipendien für Theologiestudierende zur Verfügung, die auch noch rückwirkend zum 1. April 2016 (Beginn des Sommersemesters) beantragt werden können. Alle Stipendiaten erhalten eine Förderung von monatlich 500,-EUR sowie das Angebot eines begleitenden theologischen Fortbildungs- und Mentoringprogramms.

Keine Leistungs- oder Sozialklausel

Bewerbungsvoraussetzung für das Stipendienprogramm ist die Mitgliedschaft in der Evangelischen Kirche sowie die Immatrikulation im Studiengang Evangelische Theologie mit dem Abschluss der Ersten Theologischen Prüfung an einer deutschen Universität oder kirchlichen Hochschule. Außerdem setzt das Stipendium die für das Theologiestudium erforderlichen, bestandenen Sprachprüfungen (Latinum, Graecum und Hebraicum) voraus. Weitere Voraussetzungen wie etwa besondere Schul- oder Studienleistungen sowie Sozialklauseln gibt es nicht. Das Stipendium wird höchstens bis einschließlich zum 14. Fachsemester gewährt.

Jobgarantie in der Landeskirche

Als Gegenleistung für die umfangreiche Förderung durch die Landeskirche sind alle Stipendiaten dazu verpflichtet, sowohl ihr Vikariat (zweite Ausbildungsphase incl. 2. Theol. Examen) als auch den pfarramtlichen Probedienst in Kurhessen-Waldeck zu absolvieren und dann mindestens entsprechend der in Anspruch genommenen Stipendiendauer in der Landeskirche als Pfarrerin oder Pfarrer zu arbeiten.

Förderung von Masterstudiengang

Auch für Studierende eines Masterstudiengangs Evangelische Theologie, wie er etwa am Fachbereich Evangelische Theologie in Marburg angeboten wird, wurde eine Studienbeihilfe in Höhe der Studiengangs- und Semestergebühren beschlossen. Die Landeskirche übernimmt Absolventen dieses berufsbegleitenden Weiterbildungsstudiengangs in das Vikariat und den Pfarrdienst.

Events für Schülerinnen und Schüler

Um bereits Schülerinnen und Schüler für die spannenden Fragen der Theologie zu begeistern, bietet die Evangelische Landeskirche von Kurhessen Waldeck in diesem Jahr erstmals ein spezielles Programm an: Unter dem Titel «Events für Sinnsucher» hat Pfarrer Johannes Meier, Fachreferent für theologische Nachwuchsgewinnung, vielfältige Veranstaltungsangebote für junge Menschen von 16-20 Jahren zusammengestellt. Diese umfassen z.B. eine theologische Segelfreizeit auf dem Ijsselmeer in Holland, einen Schnuppertag an der Universität Marburg oder ein Persönlichkeits-Coaching. (21.04.2016)

Linktipp:

Mehr Informationen zum Theologiestudium in Kurhessen-Waldeck erhalten Sie unter:

theologiestudium-ekkw.de/

Linktipp:

Das Veranstaltungsprogramm «Events für Sinnsucher» können Sie hier herunterladen:

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«Viva la Reformation – Eine bunte Welt»
Schülerprojekttag und Konfirmandentag: Rund 1.400 Jugendliche treffen sich in der Reformationsstadt Homberg

Kassel/Homberg (medio). Unter dem Motto «Viva la Reformation – Eine bunte Welt» lädt die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) am 16. und 17.09.2016 Jugendliche zu einem Schülerprojekttag und einem Konfirmandentag in die Reformationsstadt Homberg/Efze ein. An beiden Tagen beschäftigen sich die Jugendlichen mit Themen der weltweiten Ökumene im Rahmen des diesjährigen Mottos der Reformationsdekade «Reformation und die Eine Welt», teilte die Pressestelle der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck mit.

Schülerprojekttag: Workshops und Bühnenprogramm

Rund 400 Oberstufenschülerinnen und -schüler aus dem Sprengel Hersfeld werden am 16.09. in der Homberger Reformationskirche St. Marien erwartet. Im Plenum und in über 20 Workshops werden sie sich mit Fragen der Menschenwürde, dem Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen, ihrer Verantwortung für Gottes Schöpfung und den Möglichkeiten des Engagements für Gerechtigkeit und Frieden beschäftigen. Referentinnen und Referenten aus dem In- und Ausland werden diesen Tag mitgestalten. Ein Rahmen- und Bühnenprogramm mit Talks, Filmclips und viel Musik soll den Tag für die Schülerinnen und Schüler zu einem besonderen Event machen.

Konfirmandentag: Erlebnistag mit Musik, Talks, Workshops und Mitmachaktionen

Zum Konfirmandentag am 17.09. werden in Homberg rund 1000 Konfirmandinnen und Konfirmanden aus dem Sprengel Hersfeld erwartet. Der Blick soll sich über den heimischen Tellerrand hinaus in die weltweite Christenheit richten und Begegnungen mit Menschen aus der Ökumene ermöglichen. Die Jugendlichen können hautnah erfahren, wie die Reformation die Welt verwandelt und welche Früchte sie in unterschiedlichen Kulturen hervorgebracht hat, so die Veranstalter. Außerdem werden Jugendliche von ihren spannenden Erfahrungen im Ausland als Austauschschüler und als Engagierte im Freiwilligendienst berichten. Auf dem Marktplatz wird es von 14:00 bis 17:30 Uhr ein buntes Programm mit Musik, Talks, Workshops, Mitmachaktionen und einem Markt der Möglichkeiten geben.

Teamer gesucht für den Konfirmandentag

Damit der Konfirmandentag für alle zu einem unvergesslichen Tag wird, werden junge, aufgeschlossene Menschen gesucht, die mit Ideen und Tatkraft als Teamerinnen und Teamer beim Bühnenprogramm, den Workshops, dem Markt der Möglichkeiten und der Organisation und Logistik mithelfen. Das nächste Vorbereitungstreffen findet am Samstag, 25. Juni 2016 von 13:00 bis 17:00 Uhr im evangelischen Gemeindehaus Homberg, Bindeweg 22 statt.

Information und Anmeldung zu den Projekttag erhalten Interessierte beim Projektmanagement der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Telefon (0561) 9378-479, E-Mail: projektmanagement@ekkw.de

Reformationsstadt Homberg/Efze

Ein Jahr vor dem großen Reformationsjubiläum 2017 öffnet sich mit dem Themenjahr «Reformation und die Eine Welt» der Blick für die weltweite Ökumene. Über 400 Millionen Menschen weltweit verbinden ihren Glauben mit der Reformation, die von Wittenberg und anderen europäischen Städten ausgegangen ist. Die Stadt Homberg/Efze blickt in diesem Jahr auf ein historisch bedeutendes Datum in ihrer Geschichte zurück: Nachdem die Stadt bereits wiederholt als Tagungsort hessischer Landtage gedient hatte, tagte im Jahre 1526 unter dem Vorsitz des hessischen Landgrafen Philipp von Hessen die sogenannte Homberger Synode, die zur Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen führte. Die Evangelische Stadtkirche St. Marien diente als Tagungsort der damaligen Synode. Heute erinnert das mittlere Chorfenster in der Reformationskirche an dieses bis heute bedeutende Ereignis für die Geschichte der evangelischen Kirche und des Landes Hessen. Ausgehend von Homberg und Marburg haben sich die Ideen der Reformation weltweit entfaltet. (20.04.2016)

Linktipp:

Mehr Informationen zum Konfirmandentag und zum Schülerprojekttag unter:

viva-la-reformation.de/

Ein Beispiel für die Umwandlung von «Schwertern zu Pflugscharen»
Bischof Hein besucht Einrichtungen für Geflüchtete in Hanau-Wolfgang

Hanau (medio). Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, besuchte am 22.04. die städtische Gemeinschaftsunterkunft und die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen in Hanau-Wolfgang. Die beiden Einrichtungen liegen auf dem Gelände der Sportsfield Housing, auf dem früher US-Soldaten mit ihren Familien lebten, direkt nebeneinander, werden aber von unterschiedlichen Trägern betrieben, teilte der Medienbeauftragte des Sprengels Hanau, Jens Heller, mit. Nach dem Abzug des amerikanischen Militärs gab es bereits Pläne zur Umwidmung und Bebauung des Areals, bevor die stark steigende Zahl an Geflüchteten dazu führte, dass die Wohnungen nun für Asylbewerber bereitgestellt werden.

Bischof Hein zeigte sich beeindruckt von der klugen Nutzung der ehemaligen Kaserne und der engagierten Arbeit der Verantwortlichen. Besonders würdigte er das an vielen Stellen sichtbare ehrenamtliche Engagement, berichtete Heller weiter. Gerade in ehemals militärisch genutzten Gebäuden werde so anschaulich, was es bedeuten könne, wenn «Schwerter zu Pflugscharen» gemacht würden. Das Boot sei nicht voll und es bleibe die Aufgabe einer Gesellschaft, wie der unseren, den Schutzbedürftigen diesen Schutz auch zu gewähren. Hanau sei dafür ein gutes Beispiel. Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid betonte, dass Hanau ein sehr guter Standort für die Erstaufnahme sei und viele Chancen böte. Auch Peter Kaimer vom Landesvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe freute sich darüber, dass an diesem Standort eine breite Zusammenarbeit möglich sei. Man habe hier eine Einrichtung mit Vorbildcharakter.

Integration ist mehr als Obdach

Die Delegation startete den Besuch in der Gemeinschaftsunterkunft, in der zurzeit 600 Menschen leben und bis zu 1300 Bewohner untergebracht werden könnten. Integrationsarbeit gehe jedoch weit über die Grundversorgung mit Wohnraum und Lebensmitteln hinaus, erklärte Uwe Triebel, Leiter des Fachbereiches Bildung, Soziale Dienste und Integration. In den vier Handlungsfeldern Vernetzung, Grundversorgung, Soziale Begleitung und Integration werde daran gearbeitet, die Menschen auf ein eigenständiges Leben vorzubereiten und ihnen zu helfen, ihr Leben selbst zu gestalten, so Treibel weiter.

Integration in Stadtteil und Kirchengemeinde

Bei einem Rundgang über das Gelände konnte sich die Delegation einen Eindruck von den Bedingungen und Gegebenheiten verschaffen. Viele freundliche und lachende Gesichter bestätigten, dass die Asylbewerber sich hier wohlfühlten, so Jens Heller. Die einfach ausgestatteten Wohnungen werden mit bis zu acht Personen belegt. Neben einem städtischen Koordinationsbüro gibt es eine Betreuungseinrichtung für Kinder und auch einen Raum für medizinische Betreuung. Soziale Betreuung und Koordinierung von Maßnahmen werden ebenfalls angeboten. Sprachkurse finden in der Robinsonschule, einer ehemaligen Grundschule statt, die in unmittelbarer Nachbarschaft zum Gelände gelegen ist und wieder hergerichtet wurde.

Auch die örtliche Kirchengemeinde hat mit dem Begegnungscafè Oase eine Möglichkeit geschaffen, die Menschen vor Ort miteinander ins Gespräch zu bringen. Pfarrer Wolfgang Bromme erläuterte der Delegation, dass aus einer Idee des Kirchenvorstandes ein Netzwerk von Vereinen und Trägern wurde, die nun alle gemeinsam ein wöchentliche Begegnungsangebot tragen. Dort träfen sich jeden Mittwochnachmittag etwa ein Drittel Hanauer Bürger und zwei Drittel Geflüchtete aus den Einrichtungen. Der Gefahr einer «Ghettobildung» begegne man hier direkt, indem man gezielt auch Angebote außerhalb mache, Begegnung ermögliche und Bürgerinnen und Bürger von Anfang an einbeziehe und informiere.

Nachbarschaft bietet Chance zu enger Kooperation

Eine Besonderheit in Hanau ist die Tatsache, dass die städtische Gemeinschaftsunterkunft und die Erstaufnahmeeinrichtung(EAE) des Landes Hessen unmittelbar nebeneinander liegen, nur getrennt durch einen Metallzaun. Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist vom Land Hessen mit dem Betrieb der Einrichtung beauftragt worden. Bis zu 1700 Menschen finden in der EAE Hanau Platz und Versorgung für die ersten Wochen und Monate, bevor die Verteilung z.B. in Gemeinschaftsunterkünfte erfolgt. Auf diesem Teil des Geländes liegen sowohl das Schulgebäude wie auch der ehemalige Kindergarten, die nun wieder in ihrer alten Funktion genutzt werden. Derzeit leben hier etwa 300 Menschen. (29.04.2016)

Hessischer Hochschulpreis des Evangelischen Bundes
Hessischer Hochschulpreis geht an zwei junge Theologen aus Kurhessen-Waldeck

Eisenstadt (medio). Erstmals haben zwei Theoplogiestudierende aus Kurhessen den Hessischen Hochschulpreis des Evangelischen Bundes erhalten. Der Preis zur Förderung wissenschaftlich-theologischer Arbeit wurde Johanna Hestermann aus Cölbe bei Marburg und André Flimm aus Immichenhain im Rahmen einer Tagung des Evangelischen Bundes Hessen in Eisenstadt verliehen, teilte Prof. Dr. Regina Sommer, zuständig für Ausbildung zum Pfarrdienst und zum Diakonenamt in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, mit.

Johanna Hestermann, die am Ökumenischen Institut in Heidelberg promoviert erhielt den mit 1000,- Euro dotierten Hauptpreis für ihre Arbeit über den Briefwechsel zwischen dem neuenglisch-puritanischen Theologen Cotton Mather und dem Vertreter der deutschen pietistischen Reformbewegung August Herrmann Francke. André Flimm bereitet er sich gerade auf das Erste Theologische Examen vor. Er erhielt den mit 300,- Euro dotierten Sonderpreis für seine Arbeit zur Frage nach der Fortschreibung und Auslegung biblischer Texte ausgehend von Jeremia 36. (21.04.2016)

Linktipp:

Weitere Informationen zum Evangelischer Bund Hessen erhalten Sie unter:

evangelischer-bund.de

Grundfragen des Menschenbildes in Theologie, Recht und Medizin
8. Evangelisches Juristenforum ging der Frage nach dem Zusammenhang von Hirntod und Organspende nach

Kassel (medio). Ab wann ist ein Mensch tot? Kann der Übergang vom Leben zum Tod als ein Moment bestimmt werden oder handelt es sich vielmehr um einen Sterbeprozess? Welche Konsequenzen hat die Beantwortung dieser Fragen für die Organtransplantation? Diesen Fragen gingen am 19.04.2016 beim 8. Evangelischen Juristenforum Experten aus den Gebieten Recht, Theologie und Medizin nach. Zu der Veranstaltung im Elisabeth-Selbert-Saal des Bundessozialgerichts waren über 120 Interessierte gekommen, teilte die Pressestelle der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck mit.

Margot Papenheim, Verbandsreferentin der Evangelischen Frauen in  Deutschland, stellte die Kampagne ihrer Organisation zu einem «anderen Organspendeausweis» vor. Nach dieser Auffassung ist der Hirntod nicht mit dem Tod selbst gleichzusetzen, denn Hirntote seien Sterbende. Für eine Organentnahme, in die ein Mensch im Falle seines Hirntodes eingewilligt habe, sei daher unbedingt eine Vollnarkose erforderlich, was der vorgestellte Organspendeausweis berücksichtige.

Dem widersprach der Jurist Prof. Dr. Reinhard Merkel, Mitglied im deutschen Ethikrat. Der Hirntod sei die plausibelste Definition des Todes. Denn mit dem vollständigen Tod des Gehirns sei das integrierende Steuerungszentrum des Gesamtorganismus irreversibel erloschen. Er verwies in diesem Zusammenhang zudem auf den Gesetzgeber, dem diese normative Setzung des Todeszeitpunkts obliege. Diese trennscharfe Definition bräuchten alle Beteiligten, um Rechtssicherheit zu haben. Einem Sterbenden könnten keine Organe entnommen werden.

Der Theologe Prof. Dr. Dietrich Korsch stellte heraus, dass die Bereitschaft zur Organspende nicht als Christenpflicht proklamiert werden könne. Der Mensch gehöre nach dem Tod allein Gott. Eine Organspende sei zwar ein lobenswerter Akt der Gnade, dürfe aber nicht als allgemeinverbindlich oder moralisch geboten dargestellt werden.

Der Mediziner und Neurologe Prof. Dr. Andreas Ferbert machte deutlich, dass die Frage nach dem Hirntod häufig unabhängig von der Frage der Organspende im Klinikalltag entscheidend sei. Zwar gebe es zur Feststellung des Hirntodes klare Richtlinien, an die sich die Ärzte halten müssten. Allerdings, räumte Ferbert ein, spalte das «lebendige Erscheinungsbild» oft die Angehörigen, wenn es um die Abschaltung von lebenserhaltenden Apparaten von hirntoten Patienten gehe.

In der sich anschließenden Diskussion, die von Alois Theisen, Fernsehchefredakteur des Hessischen Rundfunks, geleitet wurde, kamen die unterschiedlichen Positionen auch durch die Redebeiträge aus dem Publikum zum Ausdruck. Gleichwohl hatten die Diskussionsteilnehmer Verständnis für die jeweils andere Position. Man war sich einig, dass jegliche Todesdefinition eine gesellschaftliche Konvention bleibe. Wissenschaftlich beweisen lasse sich der Todeszeitpunkt nicht.

Stichwort Evangelisches Juristenforum

Seit dem Jahr 2012 bietet das Evangelische Juristenforum des Bundessozialgerichts und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck zweimal jährlich eine bundesweite Plattform für Diskussionen im Schnittfeld von Recht und Theologie. In den vergangenen Jahren diskutierten renommierte Juristen und Theologen neben der Frage des assistierten Suizids unter anderem die Themen des Kirchlichen Arbeitsrechts, der Familie, Ehe und Partnerschaft, des Ehrenamtes, der Religionsfreiheit und Säkularisierung in europäischer Perspektive sowie einer gelungenen Willkommenskultur. (20.04.2016)

«PurPurDom» in Herborn:
Erstmals evangelisches Kinder- und Familienprogramm zum Hessentag

Herborn (medio). Erstmals bietet die evangelische Kirche auf einem Hessentag ein spezielles Kinder- und Familienprogramm an. Rund um den eigens für das Fest in Herborn gestalteten «PurPurDom» an der Hessentagsmeile wird es vom 21. bis 28. Mai Mitmachmöglichkeiten und Konzerte für Klein und Groß geben, heißt es in einer Mitteilung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. So sorgen Petra Denker und ihr Team mit einem Mitmachprogramm am Samstag (21. Mai, 15 Uhr) dafür, dass für jeden Farbe ins Leben kommt. Bei dem Taschenlampenkonzert der Berliner Band «Rumpelstil» wartet am 23. Mai um 16 Uhr für alle eine Handleuchte als Geschenk. Sie kommt beim Auftritt der Gruppe zum Einsatz und soll mit Hunderten Lichtpunkten den PurPurDom verzaubern.

Die Kinderliedermacherin Anke Drape tritt gleich zweimal am darauffolgenden Hessentags-Samstag (28. Mai) um 14 Uhr und 16 Uhr mit ihrem Programm «Bunt und munter» auf. Sie will mit ihren Ohrwürmern den Nerv von Kindern zwischen drei und acht Jahren samt mitgebrachten Erwachsenen treffen, heißt es. Jeden Mittag wird es in dem bunten Kirchenbau um 12 Uhr auch ein «Intermezzo» mit Musik sowie nachdenkliche und heitereTexte für alle Altersgruppen geben Das evangelische Kinderprogramm wird vom Versicherer im Raum der Kirchen und der Firma Eitzenhöfer Herborn unterstützt. (20.04.2016)

Linktipp:

Weitere Informationen zum Programm und zu den Tickets unter der Tickethotline: 0180 60 90 60 0 oder hier auf ekkw.de:

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Bischofsvisitation im Kirchenkreis Kaufungen
Bischof Hein: «Ehrenamtliche in der Kirche sind ein Segen»

Kaufungen (medio). Zu einem mehrtägigen Besuch (Visitation) kam der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, vom 13. bis 17. April 2016 in den Kirchenkreis Kaufungen. Während der Visitation traf sich der Bischof mit vielen Vertreterinnen und Vertretern der Kirchengemeinden, der Kommunen sowie Einrichtungen und Institutionen zum Gedankenaustausch, um sich über die Lage im Kirchenkreis zu informieren. Unter anderem besuchte Hein die Baunataler Diakonie Kassel und nahm am Ehrenamtstag des Kirchenkreises Kaufungen teil. Weiterhin standen der Besuch der Flüchtlingsunterkunft in Fuldatal-Rothwesten und des VW-Werkes in Baunatal auf dem Programm.

In Gesprächen mit der Pfarrkonferenz und dem Kirchenkreisvorstand wurde die Entwicklung des Kirchenkreises nach dem Zusammenschluss aus den Kirchenkreisen Kassel-Land und Kaufungen beleuchtet und es war Gelegenheit, aktuelle Fragen und Herausforderungen mit dem Bischof zu beraten. Am Ende der Visitation stand am Sonntag ein Gottesdienstbesuch in der Gemeinde Eiterhagen. Auf einer Pressekonferenz am Samstag in Kaufungen äußerten sich Bischof Hein, die Pröpstin des Sprengels Kassel, Katrin Wienold-Hocke, sowie die gastgebende Dekanin des Kirchenkreises Kaufungen, Carmen Jelinek, sehr zufrieden über den Verlauf des Besuchs: «Der Besuch des Bischofs bedeutet für unsere Kirche im Kirchenkreis eine große Wertschätzung», sagte Dekanin Jelinek. 

Hein: «Ehrenamt ist in unserer Kirche unverzichtbar!»

Im Rahmen seiner Visitation sprach Bischof Hein am Samstag vor 200 Ehrenamtlichen, die zu einem Impulstag zusammenkamen. Er betonte: «Das Ehrenamt ist in unserer Kirche unverzichtbar!» - Auf einen Hauptamtlichen kämen in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck 3,5 Ehrenamtliche. Insgesamt seien 5 Prozent der Gemeindemitglieder aktiv. Allein im Kirchenkreis Kaufungen engagierten sich ca. 2.600 Freiwillige in vielfältigen Bereichen. Dabei gelte nach wie vor: «Die Kirche ist weiblich». Von den ca. 41.000 Ehrenamtlichen seien 29.000 Frauen und 12.000 Männer.

Der Bischof stellte die vor kurzem verabschiedeten «Standards für die Ehrenamtsarbeit» vor und versicherte: «Die Landeskirche ist in der Pflicht, ehrenamtliches Engagement zu fördern.» Dazu gehöre es, dass die Erwartungen beiderseits genau beschrieben, Auslagen erstattet würden und es auch ein Ehrenamt auf Zeit geben dürfe. Nicht aus einem in der Gemeinde festgestellten Defizit heraus, sondern aus den Gaben der Ehrenamtlichen solle deren Engagement entstehen. Ehrenamt sei zudem auch eine Möglichkeit, sich weiterzubilden und eine Gelegenheit, eigene Fähigkeiten zu profilieren. Dazu biete ein solcher Impulstag, an dem 17 unterschiedliche Workshops vom Singen neuer Kirchenlieder über die Information zu Kirchenfinanzen bis hin zu Fragen der Altargestaltung oder auch Methoden der Gesprächsführung angeboten wurden, eine gute Gelegenheit.

«Ja, Sie sind ein Segen!»

Ehrenamtliche hätten einen genauen Blick dafür, wo in den Gemeinden der Schuh drückt, beschrieb der Bischof. Da sie zumeist länger in den Gemeinden lebten als die Pfarrerinnen und Pfarrer, seien sie verlässliche Ansprechpartner und Sachverständige für die Interessen und berechtigten Anliegen der Gemeinde. Das Ehrenamt sei ein bedeutsames und unverzichtbares bürgerschaftliches Engagement, betonte der Bischof und rief seinen Zuhörerinnen und Zuhörern abschließend zu: «Ja, Sie sind ein Segen!» (18.04.2016)

Impressionen von der Kirchenkreisvisitation

Stiftskirche Kaufungen , Ehrenamtstag und Gottesdienst in der Kirche zu Eiterhagen mit Pfarrerin Ulrike Grimmell-Kühl. (Fotos: medio.tv/Schauderna und Boettger)

Im Wortlaut:

Lesen Sie hier die Predigt von Bischof Hein im Gottesdienst am Sonntag in der Kirche zu Eiterhagen:

PDF-Dokument

Download:

Die Broschüre «Standards für die Ehrenamtsarbeit» mit Erläuterungen und Handlungsempfehlungen ist ekkw.de-Servicebereich abrufbar:

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Flüchtlinge sind unser gemeinsames Anliegen
Neues Internetportal von Diakonie und Evangelischen Kirchen unterstützt Ehrenamtliche in Hessen und Rheinland-Pfalz

Frankfurt/Darmstadt/Kassel (medio). Ein neues Internetportal unterstützt Ehrenamtliche in Hessen und Rheinland-Pfalz in ihrem Engagement für Flüchtlinge. Auf menschen-wie-wir.de bietet die Diakonie Hessen zusammen mit der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau Informationen und Material rund um die Flüchtlingsarbeit, heißt es in einer gemeinsamen Pressemeldung.

Digitale Karten zeigen Flüchtlingsinitiativen und Kontaktadressen in Diakonie und Kirche. Interessierte sollen schnell die richtigen Ansprechpartner in ihrer Nähe finden. Darüber hinaus präsentiert das Portal erfolgreiche Projekte, die Initiativen aufgreifen und an die eigenen Bedingungen vor Ort anpassen können. Die Seite bietet Ratschläge zur Praxis, gibt Informationen zur Finanzierung und vermittelt evangelische Standpunkte zur Flüchtlingsfrage. Ein hessenweiter Veranstaltungskalender mit Fortbildungsangeboten und Fachtagungen ergänzt das Angebot.

«Die Flüchtlinge sind unser gemeinsames Anliegen» lobten Prof. Dr. Martin Hein, Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, und der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau Dr. Volker Jung die wirkungsvolle Zusammenarbeit der beiden Kirchen und ihrer Diakonie. «Diakonie und Kirche sind wichtige Stimmen im gesellschaftlichen Diskurs über Flucht und Migration», so Hein. «Daher ist es uns ein Anliegen, die vielen Engagierten in unseren Kirchengemeinden mit konkreten und praxisorientierten Hilfestellungen zu begleiten.» Mit evangelischen Standpunkten stärke die Internetseite zudem das Engagement von Christen für Geflüchtete. Dazu gehöre auch konkreter Rat in Fragen des Kirchenasyls sowie zum Umgang mit rechtsextremer Gewalt.

«Die Menschen auf der Flucht sind Menschen wie wir», stellte Kirchenpräsident Jung fest. Diese simple und zugleich aufrüttelnde Erkenntnis habe Tausende Menschen in Hessen und ganz Deutschland dazu gebracht, sich für und mit Geflüchteten zu engagieren. «Viele Menschen in Kirchengemeinden wollen Geflüchtete auf ihrem Weg in unsere Gesellschaft begleiten», so Jung. Gerade in den Kirchen habe man mit so viel Engagement, hauptamtlicher Begleitung, Geldmitteln und Räumen gute Voraussetzungen für diese Arbeit.

Die fachliche Leitung des neuen Portals hat Andreas Lipsch, der Leiter des Bereichs Flucht, Interkulturelle Arbeit und Migration der Diakonie Hessen: «Wichtig ist die gute Koordination der vielen Menschen, die helfen wollen», sagte Lipsch. «Die nach wie vor vielen freiwillig Engagierten in der Flüchtlingsarbeit brauchen fachliche Begleitung und handfeste Unterstützung, um auf lange Sicht arbeiten zu können.» Deshalb sei eine gute Vernetzung mit den Hauptamtlichen in der Flüchtlingsarbeit der Schlüssel, um nachhaltige und tragfähige Strukturen zu etablieren. Nach dem Start des Internetportals erweitert ein Team aus beiden hessischen Kirchen und der Diakonie Hessen die Inhalte. (15.04.2016)

Linktipp:

Das neue Internetportal rund um die Flüchtlingsarbeit in Hessen und Rheinland-Pfalz finden Sie unter:

menschen-wie-wir.de

www.archiv-ekkw.de
Landeskirchliches Archiv Kassel mit neuem Auftritt im Internet

Kassel (medio). Einen neuen Internetauftritt präsentiert das Landeskirchliche Archiv Kassel. Unter der Adresse archiv-ekkw.de gibt es Informationen zur Arbeit des Archivs. Entwickelt und programmiert wurde die neue Seite von dem Medienhaus der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.
 
Im Landeskirchlichen Archiv werden beispielsweise Kirchenbücher von Gemeinden übernommen, aufbewahrt und so gesichert. Ziel ist es, die Archivalien dauerhaft nutzbar zu machen. Kirchen- und Amtsbücher sowie ältere theologische Werke, deren Einbände schadhaft sind oder die Fehlstellen aufweisen, werden restauriert. Landeskirchliche Archivalien werden erschlossen, indem jede Akte eine fortlaufende Nummer erhält und so für Recherchen leicht zu finden ist. Das Archiv ist zudem für die Fachaufsicht über das Archivwesen und die Archivpflege in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck zuständig.

Das Landeskirchliche Archiv Kassel ist dienstags bis donnerstags von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr geöffnet. Wer die Bestände des Landeskirchlichen Archivs Kassel zur privaten Familienforschung nutzt, muss eine Gebühr zahlen. Sie beträgt derzeit 5,00 € für halbtägige und 8,00 € für ganztägige Besuche. (08.03.2016)

Linktipp:

Mehr Informationen zum Landeskirchlichen Archiv Kassel erhalten Sie unter:

archiv-ekkw.de

Textwettbewerb für Traulieder
Bekanntgabe der Gewinner des landeskirchlichen Wettbewerbes für Traulieder nach dem 15. April

Kassel (medio). Mit neuen Texten zu bekannten Kirchenliedern soll in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in Zukunft den veränderten gesellschaftlichen und kirchlichen Einstellungen zu Ehe und Familie kirchenmusikalisch Rechnung getragen werden. Dafür hat die Landeskirche im letzten Jahr einen Textwettbewerb für Traulieder ausgeschrieben.

Die Bekanntgabe der Gewinner des Wettbewerbs, die am 1. März geplant war, werde sich allerdings verschieben. «Wir danken allen, die sich an unserem Wettbewerb beteiligt haben», sagte Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum. Derzeit warte man jedoch noch auf die endgültige Erteilung einer Bearbeitungs- und Veröffentlichungslizenz durch die Rechteinhaber. Alle Preisträger und Preisträgerinnen würden jedoch direkt angeschrieben, erklärte der Landeskirchenmusikdirektor weiter. Bis dahin bitte er um Geduld.

Texte sollen neues Ehe- und Familienbild verständlich und bildreich beschreiben

Laut Ausschreibung wurden Texte gesucht, die in einer verständlichen und bildreichen Sprache das neue Ehe- und Familienbild in religiös-christlicher Perspektive beschreiben. Die Texte sollten auf eine der folgenden Melodien gesungen werden können: «Danke für diesen guten Morgen», «Geh aus, mein Herz, und suche Freud», «Großer Gott, wir loben dich» und «Stern über Bethlehem».

Die prämierten Lieder werden in das neue Beiheft zum Gesangbuch der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck aufgenommen. Das Beiheft ist ein kirchenmusikalischer Beitrag der Landeskirche zum Reformationsjubiläum 2017. Es wird im Rahmen der Landeskirchenmusiktage vom 8. bis 10. September 2017 der Öffentlichkeit feierlich übergeben. (09.03.2016)

«Ein feste Burg ist unser Gott»
Internationaler Kompositionswettbewerb für Orgel solo zum Lutherjahr gestartet

Kassel (epd). Mit einem internationalen Kompositionswettbewerb zum Lutherjahr 2017 will der «Merseburger Verlag» in Kassel zu einer musikalischen Auseinandersetzung mit dem Thema Reformation anregen. Grundlage für den Wettbewerb für Orgel solo sei das Reformationslied «Ein feste Burg ist unser Gott», sagte Renate Matthei, Geschäftsführerin des fast 180 Jahre alten Kirchenmusikverlags, am Donnerstag. Zu dem Thema gebe es bisher noch viel zu wenig Musik. Der erste Preis ist mit 600, der zweite mit 300 und der dritte mit 200 Euro dotiert.

Martin Hein, Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und Schirmherr des Wettbewerbs, wies darauf hin, dass das vermeintliche «Trutzlied der Reformation» eigentlich das Lied eines verzagten Menschen gewesen sei. Es sei früher mit einer Laute gespielt und leise gesungen worden. Die Komponisten ständen nun vor der Aufgabe, eine anspruchsvolle Orgelmusik zu schreiben, die dieses Lied und sein Thema in den Blick nehme.

«Wir befinden uns auf dem Weg, Luther ökumenisch zu entdecken», fügte Hein hinzu. Obwohl die geistliche Musik heute ökumenisch sei und sich dies auch in den Gesangbüchern widerspiegele, habe dieses Lied noch keinen Eingang in das katholische Kirchengesangbuch gefunden. Dies, so ergänzte Regionalkantor und Jurymitglied Thomas Pieper, liege allerdings weniger am Text des Liedes als an seiner Verwendung als «protestantisches Kampflied» in früheren Zeiten.

Nach den Worten von Ideengeber und Kantor Martin Forciniti soll der Kompositionswettbewerb die Botschaft von der befreienden Liebe Gottes, wie sie in dem Lied zum Ausdruck komme, neu beleuchten. Die prämierten Werke sollen am 15. Oktober 2016 in einem Preisträgerkonzert in der Kasseler Elisabethkirche aufgeführt werden. «Wir hoffen, dass die Stücke dann auch zum Reformationstag und beim Reformationsjubiläum gespielt werden», ergänzte Matthei. Sie sei bereit, die prämierten Lieder gegebenenfalls auch zu verlegen.

Die Komposition für Orgel solo ist bis zum 31. Mai 2016 beim Merseburger Verlag, Naumburger Straße 40, 34127 Kassel einzureichen.(19.11.2015)

Linktipp:

Weitere Informationen zum Wettbewerb unter:

merseburger.de/