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Bischof Hein: Türen für die öffnen, die keiner sieht
650 Jahre Kasseler Martinskirche mit Konzert und Festgottesdienst gefeiert

Kassel (medio/epd). Die Kasseler Martinskirche, die zugleich auch Predigtstätte des Bischofs ist, feiert in diesem Jahr ihr 650jähriges Bestehen. Zum Jubiläum gab es am vergangenen Samstag (18.2.) ein Festkonzert sowie am Sonntag einen Festgottesdienst. In seiner Festpredigt blickte Bischof Prof. Dr. Hein auf das Wirken der Heiligen Elisabeth zurück, die eine der Kirchenpatroninnen der Martinskirche ist. Mit ihrem sozialen Engagement sei die Elisabeth bis heute ein Vorbild für die Innenstadtgemeinde, die vor besonderen Herausforderungen stehe: «Mitten in der Stadt gelegen, wo Kultur, Kommerz und Prekariat oft schroff aufeinander treffen, ist diese Kirche ein Ort, der den Blick und die Türen öffnet für jene, die sonst keiner sieht», so Hein.

An Aktionen, wie 'Ein Tisch für alle' während jeden Sommers oder der wöchentlichen Essensausgabe auf dem Martinsplatz durch die Heilsarmee hätte Elisabeth ihre Freude gehabt. Und sie hätte auch die kulturellen Ereignisse in dieser Kirche zu schätzen gewusst, sagte der Bischof vor der Festgemeinde. Doch Hein rief auch dazu auf nicht jene zu vergessen, denen Elisabeths ganze Aufmerksamkeit und Sorge galt. «Kirche in der Stadt zu sein – und Kirche für die Stadt zu sein», darin wisse man sich bis heute an St. Martin mit seiner Kirchenpatronin Elisabeth verbunden, so Bischof Hein. Weitere Prediger im Gottesdienst waren der der Pfarrer der Martinskirche, Dr. Willi Temme, und Pfarrer Peter Bulowski von der St. Bonifatius-Kirche in Kassel. Oberbürgermeister Bertram Hilgen sprach ein Grußwort.

2017-02-20

Stichwort: Die Kasseler Martinskirche

Die Martinskirche ist die größte Kirche sowie einer der größten Veranstaltungsräume der Stadt Kassel. Sie bietet Platz für 1.400 Besucher. Das zentral in der Stadt gelegene Bauwerk wurde 1367 eingeweiht. Mit dem Übertritt des Landgrafen Philipp 1524 zum evangelischen Glauben wurde das Gotteshaus evangelisch. Vom Beginn des 16. Jahrhunderts bis Ende des 18. Jahrhunderts wurden hier die hessischen Landgrafen beigesetzt. Das Innere der Martinskirche wurde bis zur Zerstörung 1943 wesentlich durch ein kolossales Grabmal des Landgrafen Philipp geprägt, das wie ein Hochaltar den Chorraum der Kirche begrenzte. Nach dem Wiederaufbau der Kirche fand es einen neuen Platz an der Nordwand des Kirchenschiffes. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg wurde die Martinskirche in teilweise veränderter Form wiederaufgebaut. Es ist eine dreischiffige Hallenkirche mit einem zweitürmigen Westbau. Besonders markant ist der vollständige Glasabschluss, ein Lettner aus Betonwaben und Glas, zwischen Chor und Hauptschiff. (20.02.2017)

Linktipp:

Weitere Informatinen zur Martinskirche finden Sie auf den Seiten der Evangelischen Kirchengemeinde Kassel-Mitte:

ekkw.de/kassel-mitte

Download:

Lesen Sie hier die Predigt von Bischof Martin Hein im ökumenischen Festgottesdienst am 19.2.2017 im Wortlaut:

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a22208

Vom 9. bis 18. Juni 2017
«ZeitKirche» ist Motto des evangelischen Kirchenprogramms zum 57. Hessentag in Rüsselsheim

Rüsselsheim/Kassel (medio). Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) und die Diakonie Hessen werden auf dem 57. Hessentag ein gemeinsames Kirchenprogramm zum Thema «ZeitKirche» präsentieren. Dafür soll aus der Stadtkirche im Zentrum Rüsselsheims vom 9. bis 18. Juni ein leuchtender Erlebnisraum werden, heißt es in einer Mitteilung.

In einer Videoinstallation der Mediendesigner Moritz Herdt und Martin Völker wird es um menschliche Sternstunden und Irrwege sowie Themen aus Wissenschaft, Natur, Kultur und Politik gehen. Die ZeitKirche will den Blick auf den eigenen Umgang mit der Zeit öffnen und zu einem Ort werden, von dem aus Menschen gestärkt in den Alltag zurückkehren können, so die Mitteilung.

Gottesdienste, Mittagsgedanken, «ZeitKlänge» und Posaunenserenaden

Eröffnet wird die ZeitKirche am 9. Juni um 18 Uhr mit einem Gottesdienst, zu dem Kirchenpräsident Volker Jung (EKHN), Propst Bernd Böttner (EKKW), der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Hessen, Horst Rühl, und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier erwartet werden. Täglich können die Kirchenbesucher um 12 Uhr Mittagsgedanken sowie um 14 Uhr Stefan Küchlers Improvisationen an der Orgel als sogenannte «ZeitKlänge» erleben. Um 18.30 Uhr sollen Posaunenserenaden auf der Balustrade des Hauses der Kirche erklingen und das Tagesprogramm schließt mit Nachtgedanken auf der Bühne des Ratshausplatzes um 23 Uhr. 

Musik, Kabarett, Diskussionen und Lesungen

2017-02-20
Für die Hessentagswoche hat die Kirche ein vielfältiges Programm mit rund 30 Bühnenveranstaltungen von Kabarett bis Pop und von Lesung bis Podiumsdiskussion zusammengestellt. Unter anderem tritt die Band Fools Garden auf, die mit «Lemon-Tree einen Welthit landete (14. Juni, 20 Uhr). Auch der Soulsänger Stefan Gwildis (16. Juni, 20 Uhr) steht in der Kirche auf der Bühne. Zu weiteren Höhepunkten zählen auch die Auftritte von «LaLeLu», den A-Capella-Trendscouts aus Hamburg (11. Juni, 20 Uhr) und von Lisa Martinek & Blech Pur (10. Juni, 20 Uhr). Das Programm wird am 12. Juni um 20 Uhr durch das Musikkabarett Duo Camillo abgerundet. Zu Benefizveranstaltungen für «Brot für die Welt» spielt schließlich die Frankfurt City Blues Band am 17. Juni um 21 Uhr auf. Zuvor findet am gleichen Tag um 16 Uhr eine musikalische Lesung zugunsten der Aktion «Gitarren statt Gewehre» von Brot für die Welt mit Eva Lind und Wolfgang H. Weinrich und Band statt.


Buchvorstellungen, Polittalk und der «Pianist in den Trümmern»

Doch nicht nur Kunst und Musik sollen am Rüsselsheimer Marktplatz zu hören sein, auch Nachdenkliches und politische Themen werden zur Sprache kommen. So wird am Tag der Religionen (13.6.) die Rundfunkmoderatorin Bärbel Schäfer um 16 Uhr ihr Buch «Ist da oben jemand?» vorstellen. Am 15. Juni wird Fernsehmoderator Michel Friedmann um 18 Uhr eine Talkrunde zum Thema «Hass und Gewalt – Gegenwart in Deutschland» mit dem Kriminologen Rudolf Egg und den Journalistinnen Antje Schrupp und Canan Topçu moderieren. Zudem ist der syrische Musiker Aeham Ahmad am 16. Juni um 16 Uhr zu Gast, der als «Pianist in den Trümmern» bekannt wurde und in Flüchtlingslagern musizierte.


Hintergrund: Seit 1998 evangelisches Engagement beim Hessentag

Die evangelische Kirche bringt ihre Verbundenheit zu den Menschen, dem Bundesland und der Region seit 1998 mit eigenen Programmen auf den Hessentagen zum Ausdruck. Erstmals wurden beim Fest der Hessen in Erbach kulturelle, geistliche und gesellschaftspolitische Akzente gesetzt. Im Mittelpunkt der traditionellen und modernen Ausdrucksformen bei den öffentlichen Auftritten stehe dabei der Auftrag der evangelischen Kirche, Menschen im Leben zu begleiten, ihnen Sinn zu vermitteln, Orientierung zu geben und freundlich für die gute Botschaft Gottes zu werben, so die Mitteilung. (20.02.2017)

Linktipp:

Weitere Informationen zum Kirchenprogramm auf dem 57. Hessentag in Rüsselheim unter:

zeitkirche.de

Programm:

Das komplette Programm der evangelischen Kirche auf einen Blick:

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Linktipp:

Tickets zu allen kostenpflichtigen Kirchenveranstaltungen sind erhältlich unter:

hessentag2017.de

a22205

Für herausragendes kirchenmusikalisches Engagement
Kantor Eckhard Manz zum Kirchenmusikdirektor ernannt

Kassel (medio). Im Rahmen des Festgottesdienstes zum 650jährigen Jubiläum der Martinskirche in Kassel wurde am Sonntag (19.2.) dem Kantor an St. Martin, Eckhard Manz, der Titel «Kirchenmusikdirektor» verliehen. Manz erhielt die Ehrung, die von Bischof Prof. Dr. Martin Hein verliehen wurde, für sein herausragendes kirchenmusikalisches Engagement, insbesondere in der Chorleitung, in der Aus- und Fortbildung und als Organist mit dem besonderen Schwerpunkt «Neue Musik», teilte die Pressestelle der Landeskirche mit.

Als Initiator des Orgelneubaus und Leiter der Arbeitsgruppe «Neue Orgel in St. Martin» habe Manz wesentlich zum Gelingen des auch künstlerisch renommierten Orgelprojektes beigetragen, heißt es in der Mitteilung.  Darüber hinaus engagiert sich der Kantor in der von ihm initiierten «Kulturplattform St. Martin e.V.» und war von 2011 bis 2016 Vorsitzender des Verbandes Evangelischer Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Auf der Suche nach zeitgemäßen kirchenmusikalischen Verkündigungsformen

2017-02-20
In seiner Laudatio hob Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum neben seinem breiten Repertoire besonders die Gabe von Eckhard Manz hervor, Menschen für die Neue Musik begeistern zu können. Manz sei stets auf der Suche nach zeitgemäßen und hochwertigen kirchenmusikalischen Verkündigungsformen und repräsentiere «den zeitgenössischen Klang der Avantgarde verbunden mit der hochkarätigen Interpretation des klassischen Repertoires», so der Landeskirchenmusikdirektor.

Als Leiter von 'Neue Musik in der Kirche', Initiator von Kompositionsaufträgen, Dramaturg der Veranstaltungsreihe, Musiker, Organist und Dirigent sei Manz Multiplikator und sorge für ein besonderes und unvergleichlich breites stilistisches Klangspektrum, so Maibaum weiter. Zudem initiiere er Neukompositionen und erweitere damit das kirchenmusikalische Literaturspektrum. Hinzu komme sein regelmäßiges kirchliches Engagement im Rahmen der Kasseler Documenta und der Kasseler Musiktage. (20.02.2017)

Linktipp:

Weitere Informationen zur musikalischen Arbeit an der Kasseler Martinskirche finden Sie unter:

musik-martinskirche.de

a22181

Vom Eichhof in Bad Hersfeld bis nach Heringen
95 Traktoren pilgern auf Lutherweg im Kirchenkreis Hersfeld

Bad Hersfeld (epd). Unter dem Motto «Pilgern mit Traktoren» steht eine für den 29. April geplante Aktion des Evangelischen Kirchenkreises Hersfeld aus Anlass des Reformationsjubiläums. Hierfür sollen ab zehn Uhr mindestens 95 Traktoren eine 40 Kilometer lange Strecke auf dem Lutherweg vom Eichhof in Bad Hersfeld bis nach Heringen zurücklegen und so einen Teil des Weges Martin Luthers, den dieser vor fast 500 Jahren durch die Region nahm, nachfahren, sagte Pröpstin Sabine Kropf-Brandau dem Evangelischen Pressedienst (epd). In Heringen werde es ein großes Abschlussfest geben, zu dem auch der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, erwartet werde. Eingeladen sei zudem der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU).

Bisher hätten sich 86 Traktoristen für die Aktion gemeldet, sagte Kropf-Brandau. Der Kirchenkreis sei zuversichtlich, bis zum Start die angestrebte Zahl von mindestens 95 Traktoren zu erreichen. Etwa 30 Traktoren würden von Kirchengemeinden gestaltete Motivwagen ziehen. Diese würden Themen, wie etwa was Reformation heiße, was Glauben heute bedeute oder wie die Kirche in Zukunft aussehen werde, illustrieren, sagte Kropf-Brandau.

Unterwegs seien kurze Unterbrechungen im Kurpark Bad Hersfeld, in Sorga, Friedewald, Ausbach und Heimboldshausen geplant. Hier würden jeweils drei bis vier Kirchengemeinden ein Rahmenprogramm sowie einen Empfang der Traktoristen vorbereiten. An allen Orten komme zudem ein kurzes Anspiel über Luther zur Aufführung. Das Ende der Aktion werde gegen 16 Uhr in Heringen sein, wo ein Gottesdienst mit weiteren Anspielen und viel Musik gefeiert werden soll.

Erlaubt sind bei dem Zug Traktoren aller Baujahre, die eine Mindestgeschwindigkeit von 16 km/h erreichen. Während der Fahrt dürfen sich keine Personen auf den Motivwagen aufhalten. Die Fahrzeuge müssen der Straßenverkehrsordnung entsprechen. (15.02.2017)

2017-02-16

Linktipp:

Den Evangelischen Kirchenkreis Hersfeld, der die Aktion veranstaltet, finden Sie unter:

kirchenkreis-hersfeld.de

Linktipp:

Den Verlauf des Lutherwegs 1521 und weitere Informationen finden Sie unter:

lutherweg1521.de

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«So viel du brauchst ...» - #klimafasten
Fastenaktion für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit startet am 1. März

Kassel (medio). «So viel du brauchst ...» – unter diesem biblischen Leitwort steht eine besondere Fastenaktion der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit. Von Aschermittwoch (1. März) bis Ostersonntag (16. April) will die Kampagne Interessierten Impulse dazu geben, das eigene Handeln im Alltag zu überdenken, Neues auszuprobieren oder etwas zu verändern, teilte die Landeskirche mit. Zum Begleitmaterial gehört u.a. eine Fasten-Broschüre, die praktische Anregungen zum Umgang mit Energie, zur Ernährung oder zum eigenen Konsumverhalten gibt.

«Die Passionszeit ist für viele Menschen ein Anlass, den eigenen Lebensstil zu hinterfragen», erläuterte Pröpstin Katrin Wienold-Hocke bei der Vorstellung. Die Aktion biete Gelegenheit, in den sieben Fasten-Wochen auszuprobieren, was der Mensch im Leben wirklich braucht und worauf er gut verzeichten kann, so Wienold-Hocke, die die Klimafastenaktion für die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck am 5. März um 10 Uhr in der Kasseler Karlskirche eröffnen wird. Pfarrer Stefan Weiß, Klimaschutzmanager der Landeskirche ergänzte: «Es geht darum zu erleben: Klimafasten tut Leib und Seele gut, lässt uns achtsamer werden, verändert mich und auch die Welt.»

Neben der kurhessischen Landeskirche beteiligen sich an der Initiative die Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg, die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, die Evangelische Kirche von Westfalen, die Lippische Landeskirche, die Evangelische Kirche im Rheinland und die Evangelische Landeskirche in Baden. Die Organisatoren der Fastenaktion laden dazu ein, Rückmeldungen und Fasten-Erfahrungen in den sozialen Medien mit dem Hashtag «#klimafasten» zu teilen. Außerdem stehen über die Website zur Aktion weitere Arbeitshilfen und Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit bereit. (15.02.2017)

2017-02-15

Linktipp:

Im Internet finden Sie weitere Arbeitshilfen und Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit unter:

klimafasten.de

Material & Bestellung:

Materialien können kostenlos bestellt werden bei: Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, Aktion Klimafasten, Wilhelmshöher Allee 330,34131 Kassel, Tel:0561/9378-321

E-Mail an klimafasten@ekkw.de

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«Wilhelmshöher Impuls»
Margot Käßmann: Akzent gegen Macht des Geldes setzen

Kassel (epd/medio). Die Reformationsbotschafterin Margot Käßmann hat die Zivilgesellschaft aufgerufen, einen eigenen Akzent gegen die Macht des Geldes zu setzen. Schon Martin Luther sei seinerzeit um die immer stärkere Macht des sich verselbstständigenden Geldes besorgt gewesen und mit dem Kaufmannsgeschlecht der Fugger in Augsburg im Streit gelegen, sagte sie am 8. Februar bei der Vortragsveranstaltung «Wilhelmshöher Impuls» in Kassel. Die sechste Ausgabe der Veranstaltungsreihe des Referats Wirtschaft-Arbeit-Soziales der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck fragte danach, was Wirtschaft und Gesellschaft heute von Martin Luther lernen können.

Käßmann erinnerte an die Katechismuserklärung des 1. Gebotes durch Luther: «Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott.» Diese Gefahr bestehe auch heute. Sie kritisierte die regelmäßigen Börsennachrichten vor der Tagesschau. Offenbar hänge das Herz der Gesellschaft daran. «Es wäre besser, wir würden jeden Tag hören, wie viele Kinder geboren wurden oder wie viele Flüchtlinge eine Wohnung bekommen haben», sagte sie. Sozialer Friede werde nicht durch den freien Lauf der Marktgesetze gewährleistet.

2017-02-09

Käßmann wandte sich auch gegen überzogene Gehälter. Ein bis zu 30-facher Unterschied sei noch vertretbar. Ein Manager, der jedoch 17 Millionen Euro im Jahr verdiene, habe einen Stundenlohn, der so hoch sei wie der Monatslohn einer Erzieherin. «Das ist nicht mehr tragbar», sagte sie.

Die Reformationsbotschafterin warnte ferner davor, die Bedeutung von Erwerbsarbeit überzubewerten. Es müsse auch Anerkennung für unbezahlte Leistungen wie etwa Kindererziehung geben. «Jeder wird gebraucht, jeder ist begabt, jeder hat die Fähigkeit, sich einzubringen», sagte sie. Die Beteiligung am Erwerbsleben dürfe nicht zu einer «heilsbringenden Sache» hochstilisiert werden. Kinder und Alte brauchten sich nicht zu schämen, wenn sie nicht arbeiteten.

Die Evangelische Kirche wendet sich mit der Veranstaltungsreihe «Wilhelmshöher Impuls» an Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Führungskräfte in Betrieben, Behörden und Kirche. Im Zentrum der Veranstaltungen steht der Austausch über persönliche Werte, Sinn und moderne Unternehmenskultur.(09.02.2017)

Linktipp:

Das Referat Wirtschaft-Arbeit-Soziales finden Sie unter:

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a22148

«Delta-Lima-Fünf-Null-Null-Mike-Lima»
Funkamateure begleiten Reformationsjubiläum mit Sonderrufzeichen und Aktionen

Baunatal (medio/epd). Mit dem Sonderrufzeichen «DL500ML» ging die Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) am 8. Februar von Baunatal aus auf Sendung und viele Funkamateure versuchten, Kontakt mit ihr aufzunehmen. Der Deutsche Amateur-Radio-Club (DARC) e.V. konnte Margot Käßmann als Schirmherrin für die Funkaktivitäten des Clubs anlässlich des Jubiläumsjahres gewinnen, heißt es in einer Mitteilung.

Das Sonderrufzeichen ist eine Abkürzung für die Bezeichnung «Deutschland, 500 Jahre Reformation» sowie die Initialen von «Martin Luther» und sei von der Bundesnetzagentur vergeben worden, sagte Heinz Mölleken, Koordinator der Funkaktivitäten des DARC. Es sei schon jetzt unter den Funkern heiß begehrt. «Auch bei uns geht es darum, den Nächsten zu erreichen, wie im Glauben und in der Kirche», so Mölleken. Luther habe schon vor 500 Jahren als großer Kommunikator gegolten und seine Thesen europaweit verbreitet.

2017-02-09
Neben dem Sonderrufzeichen beteiligen sich die Funkamateure vom DARC noch mit weiteren Funkaktionen am Jubiläumsjahr der Reformation. Dabei werde man sich vor allem an den Standorten des «Europäischen Stationenweges» orientieren und Funkbrücken zu diesen Veranstaltungsorten aufbauen, so Mölleken.

«Was mir am Amateurfunk gefällt, ist die Tatsache, dass er Grenzen überschreitet», sagte Käßmann bei ihrem Besuch bei den Funkern in Baunatal. Für das Reformationsjubiläum wünscht sich die Theologin, dass die Menschen ungeachtet ihrer sozialen und ethnischen Herkunft in Kontakt kommen. Außerdem sieht Käßmann im Amateurfunk Parallelen zum christlichen Glauben: «Dieses Grenzüberschreitende, das ist wirklich verbindend», so die Botschafterin. (09.02.2017)

Linktipp:

Weitere Informationen zum Sonderrufzeichen und zum Deutschen Amateur-Radio-Club (DARC) e.V. finden Sie unter:

darc.de/(...)

a22124

Mitmachaktion zum Reformationsjubiläum
Finale von «Alte Thesen neu gelesen» am 6. Mai in Homberg

Homberg/Efze (medio). Für alle Gemeinden, die sich am Wettbewerb «Alte Thesen neu gelesen» der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck zum Reformationsjubiläum 2017 beteiligt haben, ist der 6. Mai 2017 ein wichtiges Datum. An dem Samstag werden in Homberg/Efze die drei besten, nachhaltigsten Projekte während einer Festveranstaltung ausgezeichnet. Den Gewinnern, die von einer Jury ermittelt werden, winken  Preisgelder in Höhe von insgesamt 10.000 Euro, teilte Pfarrer Eckhard Käßmann, Projektleiter der Mitmachaktion «Alte Thesen neu gelesen», mit.

Nach einer Begrüßung durch Hombergs Bürgermeister Nico Ritz und Bischof Martin Hein um 11 Uhr werden auf dem Marktplatz die Preisträger mit ihren Projekten vorgestellt. Daran schließt sich ein attraktives Bühnenprogramm vor der Marienkirche mit Musik und Talk an. Moderiert wird die Veranstaltung von dem Anwalt und RTL-Moderator Christopher Posch, der zu der Festversammlung als Reformationsbotschafter kommen wird. Den Abschluss bildet um 14 Uhr eine Andacht mit Bischof Martin Hein unter dem Motto «Evangelisch glauben und leben».

Stichwort: Mitmachaktion «Alte Thesen neu gelesen»

Unter dem Motto «Alte Thesen neu gelesen» startete die Landeskirche am 31. März 2015 einen besonderen Wettbewerb im Rahmen der Reformationsdekade. Alle Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck waren dazu aufgerufen, sich in einem eigenen Projekt mit der Frage auseinanderzusetzen, was «evangelisch sein» heute und für die Zukunft bedeutet. Die ersten 95 eingereichten Projektideen erhielten je ein Startgeld in Höhe von 1.000 Euro und mussten bis zum 31. Oktober 2016 umgesetzt und dokumentiert werden. Während der Veranstaltung am 6. Mai 2017 in Homberg werden die drei nachhaltigsten Beiträge dann noch einmal Preisgelder in Höhe von 5.000, 3.000 und 2.000 Euro erhalten. (08.02.2017)

Alle Beiträge der Kirchengemeinden im Überblick

2017-02-08

Linktipp:

Sämtliche Beiträge der Kirchengemeinden dokumentieren wir auf ekkw.de auf den Sonderseiten zum Reformationsjubiläum 2017 unter:

ekkw.de/reformation2017

Download:

Den Einladungsflyer zur Veranstaltung mit detailliertem Programm finden Sie hier:

PDF-Dokument

a22131

«Martin Luther - aus besonderem Holz geschnitzt»
Marionettentheater über Luther begeisterte Publikum in Hanauer Marienkirche

Hanau (medio). Luthers Leben als Dialogtheater zwischen Mensch und Marionette faszinierte am 28. Januar 2017 rund 200 Besucherinnen und Besucher in der Hanauer Marienkirche. Roland Richter spielte unter dem Titel «Martin Luther – aus besonderem Holz geschnitzt“ Szenen aus dem Leben des Reformators mit einer 75 cm großen Marionette auf offener Bühne vor dem Altar. Der Leiter des Hanauer Marionettentheaters habe die Figur «mit beeindruckender Spielkunst» zum Leben erweckt, berichtete Pfarrerin Ines Fetzer aus Maintal. Die Kindergottesdienstbeauftragte für den Sprengel Hanau hatte das Stück geschrieben.

Die überwiegend erwachsenen Besucher der Premiere seien bis zur letzten Minute fasziniert und begeistert über die außergewöhnliche Art und Weise gewesen, das Leben des Reformators auf diese Weise in Szene zu setzen, so Fetzer weiter. Mit Hilfe weniger Requisiten habe der Spieler Ablassstreit und Thesenanschlag, den Reichstag zu Worms, das Leben auf der Wartburg und die Zeit Luthers als Reformator in Wittenberg lebendig gemacht. Dabei sei viel Raum für Phantasie geblieben, die durch die Dialoge und die musikalische Untermalung durch den Kantor der Marienkirche, Christian Mause, geweckt wurde, so die Pfarrerin.

2017-02-20

Für das Stück, das die Evangelische Stadtkirchengemeinde Hanau in Kooperation mit dem Hanauer Marionettentheater realisierte, wurde eigens eine 75 cm große Luther-Marionette von der renommierten Theater-Figurenbaufirma Weinhold in Berlin angefertigt.

  Die Idee hatte Leiterin der Evangelischen Kindertagesstätte der Marienkirche, Christel Sippel, sie sich auch für die Verwirklichung einsetze und die Marionette persönlich in Berlin abholte. Anliegen für Kindergottesdienstbeauftragte und Kita-Leiterin sei es, Kindern und Erwachsenen die Person und das Wirken von Martin Luther anschaulich präsentieren zu können.

Die Organisatorinnen der Veranstaltung zeigten sich glücklich über die gelungene Umsetzung dieses ungewöhnlichen Projekts, erklärte Fetzer. Der Aufführung waren eine Begrüßung durch Pfarrerin Heike Mause und ein Grußwort des Propstes des Sprengel Hanaus,  Bernd Böttner, sowie einführende Worte von Christel Sippel, Ines Fetzer und Roland Richter vorausgegangen. Eine kleine Premierenfeier schloss sich an. (08.02.2017)

Linktipp:

Weitere Informationen zum Dialogtheater «Martin Luther – aus besonderem Holz geschnitzt» finden Sie auf den Seiten des Hanauer Marionettentheaters unter:

hanauer-marionettentheater.de

Internetradio:

Medienhausleiter Pfarrer Christian Fischer hat mit Marionettenspieler Roland Richter gesprochen:

Anhören...

Linktipp:

Die Evangelische Stadtkirchengemeinde Hanau finden Sie im Internet unter:

stadtkirchengemeinde-hanau.de

a22110

Workshops, Vorträge und Berichte
Bei der Pfarrer-Kirchenmusiker-Konferenz stand die Zukunft der Kirchenmusik im Focus

Schlüchtern (medio). Die Zukunft der Kirchenmusik stand am 30. und 31. Januar 2017 bei der Pfarrer-Kirchenmusiker-Konferenz der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in Schlüchtern im Mittelpunkt. Mit der alle zwei Jahre stattfindende Konferenz sollen Kirchenmusikerinnen und -musiker untereinander vernetzt und die gemeinsame Arbeit mit den Pfarrerinnen udn Pfarrern intensiviert werden, erklärte der Landeskirchenmusikdirektor der EKKW, Uwe Maibaum, gegenüber der landeskirchlichen Medienagentur «medio». Auf dem Programm der Konferenz stehen Workshops, Vorträge und Berichte zu Themen rund um die Kirchenmusik.

«Wie soll Kirche 2026 klingen?»

Schwerpunkt der diesjährigen Tagung war laut Maibaum die Zukunft der Kirchenmusik in der Landeskirche, besonders hinsichtlich der anstehenden Reformen. «Wie soll Kirche 2026 klingen?» fragte der Landeskirchenmusikdirektor die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in seinem Jahresbericht und stellte den Reformprozess in den Kontext der Reformation vor 500 Jahren. Eine aktive Gestaltung dieses Prozesses sei wesentlich bei den anstehenden Veränderungen, so Maibaum.

2017-02-06

Weitere Themen seines Berichts waren die Landeskirchenmusiktage, die 2017 vom 8. bis 10. September in Marburg ausgerichtet werden. Dann soll das neue Beiheft "EG Plus" mit 166 neuen Liedern für den Gottesdienst präsentiert werden. Die Großveranstaltung im Reformationsjahr werde drei Tage lang mit zahlreichen Workshops für Chöre und Kirchenmusiker, öffentlichen Konzerten und Gottesdiensten in Kirchen und auf Plätzen das Bild der Stadt  mitprägen, so der Landeskirchenmusikdirektor. (02.02.2017)

Linktipp:

Weitere Informationen zur Kirchenmusik in der Landeskirche finden Sie unter:

ekkw.de/kirchenmusik

a22106

Präsenz am Sitz der Hessischen Landesregierung
Evangelisches Büro in Wiesbaden stellt sich neu auf

Wiesbaden (medio). Angesichts zunehmender diakonischer und juristischer Fragestellungen haben sich die evangelischen Kirchen in Hessen entschlossen, ihre Präsenz am Sitz der Landesregierung zu erweitern und fachkundig zu verstärken. «Die Neuaufstellung des evangelischen Büros in Wiesbaden wird Mitte des Jahres abgeschlossen sein», teilt Jörn Dulige, Beauftragter der evangelischen Kirchen in Hessen am Sitz der Landesregierung, mit. Getragen werde das Büro in Wiesbaden von den drei evangelischen Kirchen in Hessen: der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sowie der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), so Dulige. Als weiterer Träger komme die Diakonie Hessen hinzu. 

Seit Mai 2016 arbeite Sven Hardegen als juristischer Referent mit im Büro, heißt es in einer Mitteilung der Pressestelle der EKKW. Die Ausschreibung einer weiteren Stelle für die Vertretung der Diakonie Hessen werde in diesen Tagen in den Amtsblättern der EKHN und EKKW erscheinen. Im Zuge dieser Neuaufstellung der Vertretung am Sitz der Landesregierung haben die Kirchen dem derzeitigen Beauftragten Jörn Dulige den Titel «Oberkirchenrat» verliehen, heißt es abschließend. (01.02.2017)

2017-02-01

Linktipp:

Informationen zur Hessischen Landesregierung finden hier:

hessen.de/(...)

a22077

Nach Reise in den Irak und nach Kurdistan
Bischof Hein: Christen im Irak fordern Schutzzonen

Kassel/Bagdad (epd/medio). Die im Irak verbliebenen Christen sowie andere religiöse Minderheiten fordern international gesicherte Schutzzonen im Land. Darauf machte am Freitag (27.1.) der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, aufmerksam.

Hein hatte vom 20. bis 24. Januar mit einer Delegation des Weltkirchenrates den Irak und Kurdistan besucht. Wenn es so weitergehe wie bisher, werde es in 20 Jahren keine Christen mehr in dem Land geben, warnte Hein in Kassel.

Die Zahl der Christen sei von 1,6 Millionen im Jahr 2003 auf nunmehr nur noch 300.000 gesunken. Hein machte deutlich: «Solange Sicherheit für das eigene Leben nicht gewährleistet ist, wird der Druck anhalten, das Land zu verlassen.» Dies sei für die Führer der verschiedenen alten christlichen Kirchen eine «ganz bittere Perspektive», befänden sich doch einige der bekanntesten biblischen Stätten dort.

Auslöser für die Flucht der Christen aus dem Irak sei die militärische Invasion der Amerikaner im Jahr 2003 gewesen, sagte Hein. Die meisten Muslime hätten die Amerikaner mit dem Christentum verbunden und ihre Wut gegen die seit 1.800 Jahren im Land lebenden Christen gerichtet. «Die US-Invasion war ein Desaster», sagte Hein.

2017-01-30
Zwar finde keine organisierte Christenverfolgung statt, doch gebe es ständig Diskriminierungen. Bei der Vertreibung seien vielen Christen ihr Eigentum und ihr Land weggenommen und an Muslime verteilt worden. Eine Chance, dass diese Christen ihr Eigentum zurückbekämen, bestehe laut Hein nicht. Sie seien somit «displaced», heimatlos. Dies sei für den Bischof besonders bei dem Besuch in einem christlichen Camp am Rande von Erbil in Kurdistan deutlich geworden: Menschen, die zuvor in Mossul gelebt hätten, lebten nun dort unter schwierigen klimatischen Bedingungen in Flüchtlingscontainern ohne Aussicht auf Veränderung.

Die Regierung habe zudem im Oktober ein Alkoholverbot erlassen, was insbesondere die orthodoxen Kirchen als Angriff auf die Religionsfreiheit sähen, da sie bei der Feier des Abendmahls traditionell Wein verwendeten. In Kurdistan allerdings sei die Lage der Christen deutlich besser als in anderen Regionen, hier gebe es beispielsweise dieses Verbot nicht.

Die Delegation des Weltkirchenrates, der Hein als Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland angehörte, war außer von Kirchen- und Religionsführern auch von dem Staatspräsidenten, Ministerpräsidenten und Innenminister der Zentralregierung zu Gesprächen empfangen worden. Die Regierung bemühe sich zwar um Stabilität und Versöhnung, doch die Umsetzung sei schwierig, sagte Hein. So gebe es 66 bewaffnete Milizen im Lande, überall seien Checkpoints und bewaffnete Menschen zu sehen. Bagdad habe der Bischof als «geschlossene Stadt» erlebt: «Ich habe in keiner Stadt so viele Mauern erlebt wie in Bagdad», so Hein.

Wie die irakische Zentralregierung die Sicherheit der verbliebenen religiösen Minderheit gewährleisten könne, sei für den Bischof fraglich. Wer keine Sicherheit für sein Leben verspüre, habe keine Perspektive, im Land zu bleiben oder in das Land zurückzukehren, sagte Hein.

Mit dem Islamischen Staat gebe es von keiner Seite Gespräche und Verhandlungen, so Hein weiter. «Der IS muss militärisch bekämpft werden», sagte der Bischof. Den Kämpfern des IS fehle jede «zivilisatorische Attitüde». Auch muslimische Vertreter hätten sich gegenüber der Terrorgruppe deutlich abgegrenzt. Die Mehrzahl der Flüchtlinge vor dem Terror des IS seien schließlich auch Muslime.

Es sei nun Aufgabe anderer Staaten sowie der Kirchen, den verbliebenen Christen unmittelbar vor Ort zu helfen. Dies werde vielerorts auch schon getan. Mit dem Besuch habe den irakischen Christen gezeigt werden sollen, dass sie nicht vergessen seien, sagte Hein. (27.01.2017)

Impressionen von der Besuchsreise

Stationen der Reise vom 20. bis 24. Januar waren die Stadt Bagdad und die Stadt Erbil in der Region Kurdistan. (alle Fotos: privat)

Aktuelle Studie:

Zur Lage der religiösen und ethnischen Minderheiten im Irak und in Syrien hat der Ökumenische Rat der Kirchen eine aktuelle Studie herausgegeben. Das englischsprachige Dokument mit dem Titel «The protection needs of minorities from Syria and Iraq» finden Sie hier:

oikoumene.org/(...)

a22048

Mittelübergabe für Projekte in 9 Kirchenkreisen
Stiftung Kirchenerhaltungsfonds fördert 9 Kirchen mit insgesamt 418.300 Euro

Kassel (medio). Die Stiftung Kirchenerhaltungsfonds der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck hat in einer Feierstunde am Mittwochnachmittag (25.1.) in Kassel die Förderbewilligungen für das Jahr 2016 überreicht. Dabei konnten neun Bauvorhaben in neun Kirchenkreisen mit einem Gesamtbetrag von 418.300 Euro gefördert werden, teilte die Pressestelle der Landeskirche mit.
2017-01-26
In seiner Begrüßung würdigte Vizepräsident Dr. Volker Knöppel den Kirchenerhaltungsfonds als ein bedeutendes Instrument zum Erhalt der Kirchen.

Aus diesem Grund habe sich die Landessynode angesichts der Niedrigzinsphase entschieden, mit der Verabschiedung des Doppelhaushalts 2016 / 2017 den Kapitalstock um 500.000 Euro pro Jahr aufzustocken, heißt es weiter.

In einem Grußwort zeigte sich der Regierungspräsident des Regierungsbezirks Kassel, Dr. Walter Lübcke, «ausgesprochen dankbar, dass die Stiftung mit beachtlichen Mitteln den Erhalt unserer kulturellen und denkmalgeschützten kirchlichen Schätze unterstützt».

Dass nun zum 16. Mal die Vergabe der jährlichen Fördermittel beschlossen werden konnte, wertete Lübcke als einen großen Erfolg. In der Phase der «Null-Zins-Politik der EZB» sei es momentan sehr schwierig, den Stiftungszweck zu erfüllen, so der Regierungspräsident.

Der Vorstand der Stiftung, Andreas Fehr, machte in seiner Ansprache deutlich, dass sich die Stiftung bei ihrer Arbeit von dem Gedanken der Nachhaltigkeit leiten lasse. Dies bedeute generell, nicht nur respektvoll und pfleglich mit dem Anvertrauten umzugehen, sondern auch Verantwortung für ein wertvolles Erbe und seine fernere Zukunft zu übernehmen.

Das gelte insbesondere für Kirchen, die «gebaute Nachhaltigkeit» seien. «Sie strahlen eine innere Kraft aus, die immer wieder Menschen ermutigt, ihre Kirche in Respekt vor der Vergangenheit zu erhalten und zugleich phantasievoll für eine zeitgemäße Nutzung fortzuentwickeln, und ihre Türen für die ganze örtliche Gemeinschaft zu öffnen», sagte Fehr.

Kirchen dienten als einladende Orte, um Ruhe und Einkehr zu finden, um das eigene Leben zu bedenken und seine Zäsuren zu begehen, so der Vorstand. In ihnen könne man allein oder in Gemeinschaft danken oder  trauern, singen oder einfach schweigen und beten. Fehr betonte: «Wegen dieser den Menschen unmittelbar dienenden Aufgabe wollen wir sie für die Zukunft erhalten, wie dies bereits die früheren Generationen in wirtschaftlich meistens viel beengteren Zeiten für uns getan haben.»

Impressionen von der Feierstunde in Kassel

Die Förderobjekte 2016: 9 Projekte aus 9 Kirchenkreisen

Der Stiftungsvorstand hat in seiner Sitzung am 2. Dezember 2016 die Förderung von 9 Baumaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von 418.300 Euro beschlossen. Förderschwerpunkte sind im Jahr 2016 Maßnahmen der Innenrenovierung und der künstlerischen Gestaltung in denkmalgeschützten Kirchen.

Während der Laufzeit der Projektliste vom 21. Juni bis 18. November 2016 haben die Kirchengemeinden durch vielfältige Vorortaktivitäten ein Spendenergebnis von 417.990,88 Euro erzielt, das von der Stiftung entsprechend der Stiftungsverfassung verdoppelt wird.

Folgende Kirchengemeinden werden von der Stiftung gefördert:

 Johanneskirchengemeinde Alheim, Kirchenkreis Rotenburg, Innenrenovierung der Kirche in Oberellenbach,

Gesamtförderung: 82.100 Euro







  Evangelische Kirchengemeinde Altendorf, Kirchenkreis Wolfhagen, Innenrenovierung der Bonifatiuskirche,

Gesamtförderung: 41.800 Euro







  Evangelische Kirchengemeinde Buchen, Kirchenkreis Hanau, Innenrenovierung der Kirche in Wachenbuchen,

Gesamtförderung: 53.900 Euro






  Evangelische Kirchengemeinde Diemelsee, Kirchenkreis Twiste-Eisenberg, Innenrenovierung der Kirche in Adorf,

Gesamtförderung: 96.500 Euro






  Evangelische Kirchengemeinde Herrenbreitungen, Kirchenkreis Schmalkalden, Innenrenovierung der Kirche in Herrenbreitungen,

Gesamtförderung: 33.600 Euro






  Evangelische Kirchengemeinde Niestetal, Kirchenkreis Kaufungen, Sanierung des Innenraumes der Kirche in Heiligenrode,

Gesamtförderung: 40.000 Euro






  Evangelische Kirchengemeinde Odensachsen, Kirchenkreis Hersfeld, Innenraumsanierung der Kirche in Odensachsen (beschränkt auf Elektro- und Malerarbeiten),

Gesamtförderung: 37.000 Euro





  Evangelische Kirchengemeinde Schönstadt, Kirchenkreis Kirchhain, Innenrenovierung der Kirche in Schwarzenborn,

Gesamtförderung: 12.500 Euro






  Evangelisch-Reformierte Kirchengemeinde Wiesenfeld, Kirchenkreis der Eder, lnnenrenovierung Kirche in Wiesenfeld (beschränkt auf die Neuverbleiung der drei Buntfenster im Chorraum),

Gesamtförderung: 20.900 Euro




 

Der Anlass: Die Erhaltung denkmalgeschützter Kirchen

Zu den Schätzen der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck gehören ihre denkmalgeschützten Kirchengebäude. Sie zu erhalten, ist Verpflichtung der Landeskirche und ihrer Gemeinden. Im Jahr 2000 hat die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck die Errichtung einer kirchlichen Baustiftung beschlossen. Ziel ist es, einen finanziellen Grundstock zu schaffen, aus dessen Erträgnissen die Bauunterhaltung denkmalgeschützter kirchlicher Gebäude und ihrer Ausstattungsstücke gefördert werden kann. Die Neuanschaffung von Ausstattungsstücken ist nach der Stiftungsverfassung nicht förderfähig.


Die Finanzierung: Geldmittel der Landeskirche und Zustiftungen

Die Landeskirche hat die Stiftung bei der Gründung mit einem Stiftungskapital von 15,838 Mio. Euro ausgestattet, das nach der Stiftungsverfassung in seinem Bestand zu erhalten ist. Ende 2013 stockte die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck das Stiftungskapital noch einmal um weitere 10 Mio. Euro auf. Erträgnisse des Stiftungskapitals und Spenden dürfen nur für die verfassungsmäßigen Zwecke verwendet werden. (26.01.2017)

Internetradio:

Was die Gemeinden alles auf die Beine gestellt haben, um Geld für die Kirchensanierung zu sammeln, können Sie im Beitrag von medio-Reporter Siegfried Krückeberg hören:

Anhören...

Linktipp:

Die Stiftung Kirchenerhaltungsfonds finden Sie im Internet unter:

kirchenerhaltungsfonds.de