Vom 19. bis 20. Februar 2016
13. Tagung der 12. Landessynode im Kloster Haydau

Kassel/Morschen (medio). Die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck tritt am Freitag, dem 19. Februar, im Kloster Haydau im nordhessischen Morschen zu ihrer letzten Tagung der Legislaturperiode zusammen.

Die Schwerpunkte der Synodaltagung, die bis einschließlich Samstag, den 20. Februar, dauern soll, sind die Verabschiedung des Haushaltsgesetzes und des Haushaltsplanes für die Rechnungsjahre 2016 und 2017 sowie die Beratungen über das Konzept für die theologische Nachwuchsgewinnung und Studierendenförderung und das Projekt Kirche Unterwegs. Auch die «Flüchtlingssituation in unserer Landeskirche» verliert nicht an Aktualität und steht somit auch wieder auf der Tagesordnung.

Eröffnet wird die öffentliche Tagung am 19. Februar um 10 Uhr mit einem Gottesdienst in der Klosterkirche in Morschen, in dem Predigerseminardirektor Dr. Manuel Goldmann predigen wird. Beginn der Beratungen ist um 11:30 Uhr in der Orangerie des Klosters. Zum Abschluss der Legislaturperiode wird Präses Kirchenrat Rudolf Schulze am Samstag einen Rückblick geben. (08.02.2016)

Übersicht:

Auf unserer Sonderseite zur Tagung der Landessynode finden Sie die Tagesordnung und den Verlaufsplan.

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«Hoffnung nach Tschernobyl»
Evangelische Kirchen in Hessen eröffnen 23. Spendenaktion «Hoffnung für Osteuropa»

Kassel/Darmstadt (medio). Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau laden zum zweiten Mal gemeinsam zur Eröffnung der Spendenaktion «Hoffnung für Osteuropa» ein. Die Veranstaltung beginnt am Sonntag, den 14. Februar 2016, um 10 Uhr in der Marienkirche Gelnhausen. Im Mittelpunkt stünden diesmal von der Tschernobyl-Katastrophe betroffene Kinder und ihre Familien aus Weißrussland, teilten die Pressestellen der Landeskirchen mit.

Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, weist darauf hin, dass Kinder infolge der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl unter der Schwächung der Immunsysteme, Diabetes und auch unter Krebserkrankungen leiden würden. «Es ist Aufgabe der Kirchen, diese Kinder und ihre Familien nicht mit ihrem Schicksal allein zu lassen!», betont der kurhessische Bischof.

1994 wurde nahe der weißrussischen Hauptstadt Minsk das Zentrum «Nadeschda» eröffnet. Dies Zentrum wird auch von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau gefördert. Deren Dezernentin für Kirchliche Dienste, Oberkirchenrätin Christine Noschka unterstreicht, dass das Zentrum als ein weißrussisch-deutsches Projekt gegründet wurde, um Hilfs- und Förderprogramme für die betroffenen jungen Menschen zu entwickeln. «Sein Name ist Programm» erläutert Noschka: «Das weißrussische Wort ‚Nadeschda‘ heißt auf Deutsch ‚Hoffnung‘!»

Im Zentrum Nadeschda werden jährlich über 4000 Kinder von ausgebildeten Fachkräften ganzheitlich betreut und medizinisch versorgt. In Handwerkskursen, ökologischer Landwirtschaft, musikalischen und sportlichen Angeboten können die Kinder neue Fähigkeiten entdecken und entwickeln und zu neuem Lebensmut und neuer Lebensfreude finden. «Wir freuen uns, dass wir als hessische Kirchen dies mit unterstützen und so neue Hoffnung wecken können», betont Noschka.

Bischof Hein macht deutlich, dass «die hessischen Kirchen mit der Aktion «Hoffnung für Osteuropa» auf ganz unterschiedliche Projekte hinweisen wollen, die unsere östlichen Nachbarn dabei unterstützen, Entwicklungschancen aufzubauen und zu stärken. Gerade auch in kritischen Zeiten sollen die Menschen in Osteuropa spüren, dass wir an sie denken». Die Projekte würden auch Überlebende des Zweiten Weltkriegs und des Holocaust unterstützen sowie Jugendliche in ihrer handwerklichen Ausbildung fördern.

Nach dem festlichen Gottesdienst - unter Mitwirkung von Bischof Dr. Martin Hein sowie des Kammerchores Gelnhausen - wird es einen Empfang im Romanischen Haus geben, bei dem in einer Ausstellung unterschiedliche Gruppen aus beiden Kirchen über ihre Projekte in osteuropäischen Ländern informieren.

Weitere Projekte:

Berufliche Fortbildung in Projekten der Bauunterhaltung von Kirchenburgen, Rumänien

Das Projekt ermöglicht rumänischen Jugendlichen fünfmonatige Kurse in klassischen Handwerksberufen - insbesondere Maurer, Zimmermann, Dachdecker und Klempner. Die Ausbildung erfolgt durch deutsche Handwerksmeister im Ruhestand. Im Rahmen der staatlich anerkannten Kurse arbeiten die rumänischen Jugendlichen in renovierungsbedürftigen alten Kirchenburgen und leisten praktische Beiträge gegen den Zerfall dieser Kulturgüter. In den Kursen werden rumänische, siebenburger-sächsische und Roma-Jugendliche integriert, sodass die Auszubildenden auch Zugänge zu den unterschiedlichen Herkünften und Kulturen in Rumänien gewinnen und sich gruppenübergreifend kennenlernen können.

Altwerden in Würde, Weißrussland

In diesem Programm werden Freiwillige in Minsk, Weißrussland, und Umgebung ausgebildet, um ehemalige Opfern des Naziterrors und des stalinistischen Regimes zu unterstützen. Es geschieht elementare Hilfe beim Einkauf, bei kleineren Reparaturen und bei Behördengängen. Soweit wie möglich werden die Betreuten auch zu Bildungsangeboten (Sprachkurse, Geschichtsseminare) und auch zu Freizeitangeboten eingeladen und abgeholt.

Fröbelkindergarten in Antonovka, Ukraine

Der von der ukrainischen Stadt Cherson in Kooperation mit der dortigen Universität gegründete Fröbelkindergarten unterstützt in einem Wohngebiet mit einfachen und sehr beengten Wohnverhältnissen Kinder, die in ihrer motorischen Entwicklung eingeschränkt sind. Das Projekt bezuschusst zurzeit die Anschaffung von Bewegungsmaterialien und fördert eine Fortbildung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sodass für die betroffenen Kinder Bewegungsprogramme entwickelt und durchgeführt werden können.

Stichwort: «Hoffnung für Osteuropa»

«Hoffnung für Osteuropa» wurde 1994 von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck ins Leben gerufen. Gefördert werden soziale Projekte im Gesundheitswesen, der Gewaltprävention, der Erziehung und Ausbildung in Mittel-, Südost- und Osteuropa. Die Aktion findet seit 2015 abwechselnd in einer der beiden hessischen Kirchen statt. (04.02.2016)

Mehr Informationen zum Projekt «Nadeshda» erhalten Sie im Internet unter:

freunde-nadeshda.de/

Hinweis:

Spendenkonto EKKW
Bank: Evangelische Bank
IBAN: DE33 520 604 10 000 000 3000
Verwendungszweck: 3120000000 HfO

Praktisch-theologischer Fachtag in Kassel
«Taufpraxis im Wandel» – Was steht für Kirche auf dem Spiel?

Kassel (medio). Tauffest am Fluss, im Bergpark, im Maisfeld – neue Taufformen werden mittlerweile vielerorts praktiziert. Sie zeigen an, dass sich viel verändert hat – rund um die Taufe. Mit diesen Veränderungen beschäftigte sich ein praktisch-theologischer Fachtag zum Thema «Taufpraxis im Wandel» am vergangenen Donnerstag, dem 28. Januar 2016 in Kassel. Der Fachtag war als Austausch zwischen Universität und Kirche konzipiert. Im Zentrum standen vier Workshops zu wesentlichen Herausforderungen der gegenwärtigen Taufpraxis, teilte Prof. Dr. Regina Sommer mit.

Prof. Dr. Ulrike Wagner-Rau war mit Studierenden aus Marburg angereist und bot zusammen mit Propst Helmut Wöllenstein einen Workshop zur Frage der Taufpredigt an. Ob Taufe zwingend mit dem Eintritt in die Kirche verbunden sein müsse, diskutierte Prof. Dr. Christian Grethlein aus Münster mit Studienleiterin Dr. Insa Rohrschneider. «Was bewegt konfessionslose Eltern, ihr Kind taufen zu lassen?», fragten Prälatin Natt und Prof. Dr. Regina Sommer in einer Arbeitsgruppe mit Vikarinnen, Mentoren und Mitgliedern der Kirchenleitung. «Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es für den Umgang mit Paten, die nicht in der Kirche sind?», dieses Thema erörterten Prof. Lutz Friedrichs und Pröpstin Wienold-Hocke mit Studierenden und Praxisvertretern.

«Die Taufe», so zogen Regina Sommer und Lutz Friedrichs ihr Fazit, «ist wie ein Schatz in irdenen Gefäßen.» Sie sei nach wie vor sehr geschätzt, aber nicht mehr selbstverständlich. Die Menschen dächten offener, unkonventioneller, oft auch gegen das, was bisher als klar geregelt gelte. So seien die irdenen Gefäße der Taufe vielfach zu eng geworden. Damit zeige die Taufpraxis eine Herausforderung, die für die Kirche als Ganze gelte: Soll sie an bestehenden Regeln und Formen festhalten? Soll sie diese gar verschärfen, um besser erkennbar zu werden? Oder ist es Zeit, sich weiter zu öffnen? Über vieles, besonders die Mitgliedschaftsfrage, müsse noch weiter diskutiert werden, so Regina Sommer.

Prälatin Natt hatte zu diesem Fachtag aus Anlass der Ernennung von Dr. Regina Sommer zur «Außerplanmäßigen Professorin» und Dr. Lutz Friedrichs zum «Außerplanmäßigen Professor» eingeladen. Beide arbeiten als Referenten im Dezernat «Theologisches Personal und Gemeindeentwicklung». Regina Sommer lehrt Praktische Theologie in Marburg und Lutz Friedrichs in Göttingen. (01.02.2016)

Farbige Vielfalt im evangelischen PurPurDom
Kirche auf dem Hessentag 2016 in Herborn mit Konzerten, Kabarett und Gottesdiensten

Herborn (medio). Auf dem Hessentag 2016 in Herborn präsentieren sich vom 20. bis 29. Mai die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und die Diakonie Hessen dieses Jahr mit rund 50 Veranstaltungen.

Im Mittelpunkt steht der Purpurdom. Damit bringe die evangelische Kirche eine besondere Farbe ins Spiel, teilten die Veranstalter mit. In dem achteckigen Zelt und auf einer Aktionsfläche direkt an der Hessentags-Straße am Haus der Kirche und Diakonie (Am Hintersand) sowie an der Herborner Stadtkirche (Kirchberg) präsentieren sich die beiden Landeskirchen und die Diakonie Hessen. Dazu gehören Popkonzerte und Kabarettauftritte ebenso wie Lesungen, Gespräche und Gottesdienste.

Programm von Max Mutzke und Fools Garden bis zu den «Müttern»

So ist unter anderem der Sänger und Eurovision-Song-Contest-Teilnehmer Max Mutzke zu Gast (27. Mai). Die Band Fools Garden wird mit dem christlichen Liedermacher Clemens Bittlinger auftreten (24. Mai). Zudem gestaltet der Pfarrer und Autor Wolfgang Weinrich gemeinsam mit der Sopranistin Eva Lind eine musikalische Erlebnislesung (22. Mai). Die Lachmuskeln werden der Kabarettist Piet Klocke (26. Mai), das Erste Allgemeine Babenhäuser Pfarrer(!)Kabarett (21. Mai) und «Die Mütter» mit einer Ladies Night (22. Mai) strapazieren. Daneben wird ein leidenschaftliches Musical zu Katharina von Bora unter dem Titel «Wenn Engel lachen…» aufgeführt (25. Mai). 

Spezielles Kinderprogramm und mittägliches Intermezzo

In diesem Jahr bietet die evangelische Kirche nachmittags auf dem Hessentag auch ein spezielles Kinder- und Familienprogramm an. Ein Kinder-Mitmachkonzert mit Propsteikantorin Petra Denker (21. Mai) eröffnet die Großveranstaltungen im PurPurDom. Die Berliner Band Rumpelstil (23. Mai) lädt zu einem Taschenlampenkonzert ein und Kinderliedermacherin Anke Drape lässt es im farbigen Zelt mit ihrem Programm «Bunt und munter» zugehen (28. Mai). Am 24. Mai liest die Schauspielerin Leslie Malton aus ihrem neuen Buch «Briefe an meine Schwester». Jeden Mittag wird es in dem mobilen Kirchenbau auch ein «Intermezzo» mit Musik und nachdenklichen Texten zum Innehalten geben. Geistliche Andachten unter dem Motto «Nach(t) klang» beenden den Tag.

Öffentliches Kochen und Tee bei der Königin

Am 20. Mai wird unter anderem Bischof Martin Hein (EKKW) den PurPurDom eröffnen. Kirchenpräsident Volker Jung (EKHN) wird darüber hinaus im Festgottesdienst (29. Mai) predigen. Der künftige Vorstandsvorsitzende der Diakonie Hessen, Horst Rühl, ist beim Tag der Diakonie am 27. Mai zu Gast beim «public cooking». Neben verschiedenen Kreativangeboten kann dort jeder Besucher den Alters-Simulationsanzug anziehen und erleben, wie es sich anfühlt, 80 Jahre alt zu sein. Schließlich wartet auf alle Musikinteressierten jeden Nachmittag um 16 Uhr ein besonderer Leckerbissen: Unter dem Titel «Zum Tee bei der Königin» sind in der Herborner Stadtkirche erst Orgelklänge und am Abend um 18.30 Uhr am PurPurDom Posaunentöne zu hören.

PurPurDom will besonderen geistlichen Raum schaffen

Der fast 300 Plätze fassende PurPurDom will den Besucherinnen und Besuchern neben dem Veranstaltungsprogramm auch einen besonderen geistlichen Raum bieten, in dem Spiritualität und Kreativität erfahrbar werden. Das umfangreiche Programm und verschiedene Sinn-Stationen sollen jedem die Möglichkeit geben, den christlichen Glauben und die evangelische Kirche auf besondere Weise zu erleben. Die zentrale Farbe des Auftritts in Herborn spielt dabei auf das Violett an, das in der Kirche eine besondere Bedeutung hat. Es steht traditionell für Buße und damit für neue Orientierungen im Leben. Die im Purpur vorhandenen Nuancen zwischen Rot und Blau versteht die evangelische Kirche zudem als Sinnbild für die Vielfalt, die auf Hessentagen einen besonderen Ausdruck findet.

Bischof Hein: »Der PurPurDom trägt ein Geheimnis in sich»

Bischof Martin Hein freut sich, dass die bewährte Zusammenarbeit der evangelischen Kirchen in Hessen auch in Herborn fortgesetzt werde. Er hofft, dass der PurPurDom «mit seinen Veranstaltungen, die bunt wie das Leben sind», viele Menschen einlädt. «Ein Hauch von Geheimnis liegt über diesem Ort und seinem Namen: PurPurDom! Ich freue mich auf Gäste und Begegnungen unter seinem Dach», so Hein weiter.

Kirchenpräsident Jung: »Menschen verständlich ansprechen»

Laut Kirchenpräsident Volker Jung, «kommt die evangelische Kirche auf dem großen Fest der Hessen zu den Menschen». Ein Jahr vor dem 500.Geburtstag der Reformation wolle die evangelische Kirche zudem, wie einst der Reformator Martin Luther, den Menschen im wahrsten Sinne «auf’s Maul» schauen. «In einer Sprache und mit Mitteln, die Menschen heute ansprechen und begeistern, sollen christlicher Glaube und die evangelische Kirche erlebt werden.» Dazu gehöre ein attraktives Programm im PurPurDom und an den verschiedenen Auftrittsorten der evangelischen Kirche in Herborn, sagte Jung.

Diakonie-Chef Gern: »Kirche und Diakonie gehören untrennbar zusammen»

Wolfgang Gern, der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Hessen, setzt auf die gute Zusammenarbeit mit den beiden evangelischen Kirchen: «Kirche und Diakonie gehören untrennbar zusammen.» Er freut sich, dass auch regionale Angebote der Diakonie zum Programm gehören. Gern erklärte weiter: «Gerade jetzt in der Flüchtlingsarbeit im Aufbau einer Willkommensstruktur, ist es wichtig zusammen zu halten.»

Projektleiterin Becher: »Auftritt in Herborn ohne viele Helfer nicht denkbar»

Nach Ansicht von Pfarrerin Jutta Becher, der Projektleiterin des Auftritts von Kirche und Diakonie in Herborn, setzt der PurPurDom «die Tradition der evangelischen Themenkirchen auf Hessentagen fort». Becher wies darauf hin, dass das Projekt ohne «die vielen Helferinnen und Helfer aus Herborn und der Region» nicht möglich sei und sie zum Gelingen beitrügen. «Ich freue mich, wenn Menschen wieder neugierig zur Kirche kommen, wenn sie das mit allen Sinnen erleben, was der Glaube zu bieten hat. Wenn sie spüren können, dass mit Gott Farbe ins Leben kommt.»

Stichwort Evangelische Kirchen auf dem Hessentag

Seit 1998 bringt die evangelische Kirche ihre Verbundenheit zu den Menschen, dem Bundesland und der Region mit einem eigenen Programm auf den Hessentagen zum Ausdruck. Erstmals wurden beim Fest der Hessen in Erbach kulturelle, geistliche und gesellschaftspolitische Akzente gesetzt. Im Mittelpunkt der traditionellen und modernen Ausdrucksformen bei den öffentlichen Auftritten steht dabei der Auftrag der evangelische Kirche, Menschen im Leben zu begleiten, ihnen Sinn zu vermitteln, Orientierung zu geben und freundlich für die gute Botschaft Gottes zu werben. (20.01.2016)

Linktipp:

Erfahren Sie mehr über das Programm der evangelischen Kirchen auf dem Hessentag unter:

purpurdom.de

Linktipp:

Erfahren Sie mehr über den Hessentag unter:

hessentag2016.de

Bischof Hein zum Attentat in Istanbul

Kassel (medio). Bei dem Anschlag in Istanbul sind auch Menschen aus Kurhessen Waldeck unter den Opfern. Bischof Hein zeigte sich am Mittwoch bestürzt von dem Attentat. Wir dokumentieren seine Erklärung im Wortlaut:

«Mit großer Bestürzung musste ich erfahren, dass bei dem Attentat in Istanbul auch ein Mensch aus der mittelhessischen Region zu Tode kam. Seine Frau liegt mit schwersten Verletzungen im Krankenhaus. Durch diese Meldung rückt uns das Attentat ganz nah. Wir müssen erfahren, was Terrorismus konkret bedeutet: Unschuldige und unbeteiligte Menschen werden ohne Grund und Anlass umgebracht oder in den lebenslangen Schmerz getrieben. Ich möchte allen Betroffenen und Hinterbliebenen mein tiefes Mitgefühl ausdrücken und meine ebenso tiefe Abscheu angesichts solcher Taten betonen. Dass sie im Namen Gottes oder einer Religion geschehen, macht das Geschehen noch schlimmer. Wir dürfen nicht zulassen, dass solche Untaten uns in unserer Freiheit und in unserer Selbstbestimmung einschränken. Nun gilt es, besonnenes politisches Handeln zu wahren, aber auch Entschlossenheit zu zeigen.»

Prof. Dr. Martin Hein,
Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck

Ein Studium mit Perspektive
Kostenlose Infotage zum Theologiestudium

Kassel (medio). Wie lebt es sich im Pfarrhaus? Wie ist es, in einer Gemeinde zu arbeiten oder als Religionslehrer in der Schule? Diese und andere Fragen sollen bei einer Informationstagung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck  beantwortet werden.

Die Info-Tage über das Theologiestudium finden am Freitag und Samstag, 29. und 30. Januar 2016, statt und richten sich an Schülerinnen und Schüler in der Qualifizierungsphase sowie an Teilnehmer des Bundesfreiwilligendienstes. Veranstaltungsort ist die Kirchliche Fort- und Ausbildungsstätte in Kassel. 
 
«Theologie studieren und sich den Fragen des Lebens stellen», lautet der Titel der Info-Tage zum Pfarrberuf und Theologielehramt. Professoren/innen, Ausbildungsverantwortliche der Landeskirche, Pfarrer/innen und Religionslehrer/innen werden von Ihrem Beruf erzählen, erklärt Pfarrer Johannes Meier, Referent für theologische Nachwuchsförderung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Ein Student werde über das Theologiestudium in Göttingen und ein Lehramtsstudent über seine Erfahrungen an der Uni Kassel berichten.
 
Das anspruchsvolle Theologiestudium sei vor allen Dingen für junge Menschen zu empfehlen, die Spaß an theologischen Fragen haben. Das geisteswissenschaftliche Studium befähige nicht nur zum Lehr- und Pfarramt, sondern auch zu anderen Berufszweigen, etwa Tätigkeiten in der Wirtschaft, sagte Meier.
 
Weitere Fragen und Anmeldung zur Tagung am 29. und 30. Januar bei Pfarrer Johannes Meier unter johannes.meier@ekkw.de oder 0561/ 9378-338.  Die Kosten für An- und Abreise, Übernachtung und Verpflegung werden von der Landeskirche übernommen.(13.01.2016)

Linktipp:

Weitere Informationen zum Theologiestudium unter

theologiestudium-ekkw.de

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Bischof Hein besucht die Flüchtlingsunterkunft in Hessisch Lichtenau
«Flüchtlinge nicht unter Generalverdacht stellen»

Kassel (medio). Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, hat am 11. Januar, begleitet von Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke, die Erstunterbringungseinrichtung für Flüchtlinge in Hessisch Lichtenau besucht. Die Unterkunft wird derzeit von 198 Flüchtlingen bewohnt und wird perspektivisch für eine Unterbringung von bis zu 1200 Flüchtlingen ausgebaut.

Konsequenzen aus den Übergriffen in der Silvesternacht

Die Frage nach Konsequenzen aus den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln und anderen Städten stand im Mittelpunkt des Gesprächs, teilte die Pressestelle der Landeskirche mit. «Ich warne vor Vorverurteilungen, solange die Hintergründe der üblen Übergriffe in Köln nicht eindeutig geklärt sind,» sagte Hein. «In den derzeitigen Deutungen mischen sich kulturelle und religiöse Fragen mit Fakten der Beschaffungskriminalität und Mutmaßungen über abgestimmte Vorgänge in mehreren Großstädten. Übergriffe gegen Frauen und weitere kriminelle Handlungen sind auf das Schärfste zu verurteilen, und es gilt, die Täter konsequent zur Rechenschaft zu ziehen. Flüchtlinge unterschiedlicher Herkunft und Religion unter einen Generalverdacht zu stellen, spielt dagegen denen in die Hände, die in diesen Tagen rassistische Parolen vertreten.»

Soziale Bedingungen des Lebens in der Erstaufnahme

Weiterhin wurden die sozialen Bedingungen des Lebens in der Erstaufnahme in den Blick genommen. Die Mitarbeiter erläuterten, dass derzeit vorwiegend Familien in der Unterkunft lebten, und dass diese ein hohes Interesse an einem friedlichen Miteinander hätten. Konflikte seien oftmals durch Missverständnisse verursacht. Doch mit der Unterstützung von Dolmetschern seien diese gut zu lösen. Der Bischof lobte das Engagement der Mitarbeiter des Regierungspräsidiums: «Es ist beeindruckend und vorbildlich, mit welchem Einfühlungsvermögen und welcher Einsatzbereitschaft diese Mitarbeiter, die sonst in der Verwaltung tätig sind, das Leben in der Erstaufnahme gestalten.»

Religion und Sexualität dürfen nicht tabuisiert werden

Bei einem Rundgang zeigte sich, dass erste Schritte zur Integration bereits vor Ort geleistet werden. Es werden beispielsweise Sprachkurse und eine Kinderbetreuung angeboten. Auch gibt es bald Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung. Über religiöse Angebote im unmittelbaren Umfeld der Einrichtung soll künftig in Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde und den islamischen Gruppierungen stärker informiert werden. «Zwei wichtige Aspekte des menschlichen Lebens, die nicht verdrängt werden sollten, sind Religion und Sexualität. Werden diese nicht in den Blick genommen und wird ihnen kein Raum gegeben, so kann dies zu schwelenden Konflikten führen,» gab der Bischof zu bedenken. (12.01.2016)

Impressionen aus der Einrichtung:

Sie tanzen über Grenzen hinweg
Interkulturelles Projekt bringt Kinder verschiedener Nationalitäten und Sprachen gemeinsam auf eine Bühne

Marburg (medio). Sie stammen aus Syrien, Albanien, Iran, Türkei und Deutschland, doch auf der Bühne spielt das keine Rolle. 15 Kinder standen bei einem interkulturellen Projekt in Marburg gemeinsam auf der Bühne. Das Marburger Bündnis der Evangelischen Familien-Bildungsstätte, der Asylbegleitung Mittelhessen und der Sophie-von-Brabant-Schule hatten «Tanz um einen Baum» mit dem Musicaltheater tic aus Kassel organisiert. Aufgeführt wurde es Ende Oktober in der Waggonhalle in Marburg. Das Tanzprojekt ist eins von vielen Projekten in Kurhessen-Waldeck, das sich mit Flüchtlingen beschäftigt.

Die 15 Schülerinnen und Schüler der Sophie-von-Brabant-Schule hatten zuvor gemeinsam mit Projektleiterin Jeanette Biba und der Choreografin und Tänzerin Loreen Fajgel aus Kassel das Stück in einem Workshop erarbeitet. Muttersprachen spielten, so die Veranstalter, in dieser Zeit kaum eine Rolle für die Regelschüler und Schüler der Sprachintensivklassen. Wichtig sei vielmehr gewesen, durch das gemeinsame Tanzen aufeinander zuzugehen, die anderen kennenzulernen und sich selbst neu zu erfahren. Gerade für die teilweise noch in Flüchtlingseinrichtungen lebenden Kinder sei es eine Möglichkeit gewesen, Erlebtes aufzuarbeiten.
 
Größter Erfolg des Workshops seien die gegenseitige Rücksicht und neue Freundschaften über Sprachbarrieren hinweg gewesen, sagte Jeanette Biba gegenüber der landeskirchlichen Medienagentur «medio!». Besonders für Kinder, die noch kein Deutsch sprechen, sei der «Tanz als sprachlose Kunst» von großem Vorteil gewesen, so die Choreografin Loreen Fajgel.
 
Das Projekt wurde durch das Förderprogramm «Kultur macht stark» des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie durch den Bundesverband «Tanz in Schulen» gefördert. (12.01.2016)

 

Weihnachtsbotschaft
Bischof Hein: Weihnachten erzählt eine Geschichte vom Gelingen in schwierigen Zeiten

Kassel (medio). Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, betont in seiner Weihnachtsbotschaft, dass Frieden hilft, Angst zu überwinden. Die Geschichte von der Geburt Jesu sei eine Geschichte von Unbehaustheit und Unsicherheit, Flucht und Gewalt, zugleich aber auch eine Geschichte von Bewahrung und Behütung, von Hoffnung und Aufbruch, so Hein.

Lesen Sie hier die Weihnachtsbotschaft im Wortlaut:

«In diesem Jahr bekommt die Weihnachtsbotschaft vom Frieden ein ganz besonderes Gewicht: Sie hilft uns, die Angst zu überwinden. Denn die Angst malt Bilder des Schreckens, der Glaube malt Bilder des Gelingens. Die Geschichte von der Geburt Jesu ist eine Geschichte von Unbehaustheit und Unsicherheit, Flucht und Gewalt, sie ist aber auch eine Geschichte von Bewahrung und Behütung, von Hoffnung und Aufbruch. Menschen warten in schwierigen Zeiten wie denen, die wir gegenwärtig erleben, auf ein klärendes und wegweisendes Wort. Genau dieses Wort ist die alte Botschaft des Engels: «Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren».

Wir leben in schwierigen Zeiten. Die einen engagieren sich, um den Flüchtlingen, die zu uns kommen, zu helfen, die anderen geben ihren Sorgen und Ängsten Ausdruck. Hinter alledem gibt es eine diffuse Angst vor Krieg und Verlust. Was sollen wir davon halten, worauf können wir uns verlassen?

Weihnachten erzählt eine Geschichte vom Gelingen in schwierigen Zeiten, vom Trost und von der Kraft, die uns die Verheißung des Engels schenkt: Friede auf Erden! Wir werden sie dieses Jahr ganz besonders deutlich hören! Gott gebe es, dass wir zueinander finden: Fremde, Einheimische, Engagierte und Besorgte. Denn auch davon erzählt die Weihnachtsgeschichte: Die Angst überwinden wir, wenn wir einander begegnen wie die Hirten und die Weisen an der Krippe. Hier erfahren wir: Gott geht es um uns Menschen. Er steht in Liebe zu seiner Welt.»

Martin Hein, Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck»
(24.12.2015)

«Brot statt Böller»
Brot für die Welt ruft zu Silvester-Spenden-Aktion auf

Hamburg (medio). Unter dem Motto «Brot statt Böller – Freude teilen!» ruft das evangelische Hilfswerk «Brot für die Welt» zum Jahreswechsel wieder zu Spenden auf. «Wir laden dazu ein, das neue Jahr mit einem Geschenk an Menschen in Not zu beginnen. Der Spaß, den ein Feuerwerk macht, ist nur kurz. Die Freude, die durch Teilen entsteht, ist von Dauer», sagt die Präsidentin von Brot für die Welt, Cornelia Füllkrug-Weitzel. Allein in Deutschland werden zu Silvester mehr als 100 Millionen Euro für Feuerwerk ausgegeben. Das entspreche etwa 45 Millionen Broten.

Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, Silvester lieber leiser zu begehen und auf Raketen und Knallfrösche zu verzichten. Geht ein Teil des gesparten Geldes an Brot für die Welt, können davon zum Beispiel Projekte zum Kampf gegen Hunger unterstützt werden. Obwohl heute rund um den Globus genügend Lebensmittel erzeugt werden, hungert jeder achte Mensch. Cornelia Füllkrug-Weitzel: «Dank der Spenden können wir gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen vor Ort Menschen in armen Ländern des Südens dabei unterstützen, das Land, auf dem sie leben, zu bebauen und sich selbstständig mit Brot, Reis oder Kartoffeln zu versorgen.»

Stichwort «Brot statt Böller»

Vor über 25 Jahren nahm die evangelische Kirchengemeinde in Bargteheide (Schleswig-Holstein) die Silvesterknallerei zum Anlass, unter dem Slogan 'Brot statt Böller' zu Spenden für die Hilfsorganisation 'Brot für die Welt' aufzurufen. Damit wurde die Tradition begründet, auf ein paar Raketen zu verzichten und mit der ersten oder letzten Überweisung eines Jahres neue Lebenschancen zu eröffnen. (28.12.2015)

Spendenkonto:

Bank für Kirche und Diakonie, IBAN: DE10100610060500500500, BIC: GENODED1KDB, Stichwort: «Brot statt Böller» oder online spenden unter:

brot-fuer-die-welt.de

«Gott kommt zu denen, die in Angst und Not sind»
Bischof Hein besucht die Flüchtlingsunterkunft in der Landesfeuerwehrschule in Kassel

Kassel (medio). Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Martin Hein, hat heute (23.12.), begleitet von Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke, die Erstunterbringungseinrichtung für Flüchtlinge in der Landesfeuerwehrschule in Kassel besucht, die derzeit von 379 Flüchtlingen bewohnt wird, teilte die Pressestelle der Landeskirche mit.

«Weihnachten wird es gerade dort, wo Gegenwart und Zukunft ungewiss sind.»

Hein äußerte, es sei ihm ein Bedürfnis, gerade vor den Weihnachtstagen Menschen zu besuchen, die fern ihrer Heimat die Feiertage verbringen. Er wisse, dass viele der Flüchtlinge voller Sorge um Familienangehörige und Freunde seien, die in den umkämpften Gebieten Syriens zurück geblieben seien. Andere fragten sich, welche Zukunft sie in unserem, ihnen noch fremden Land erwarte. Ihnen allen gelte die Botschaft: «Weihnachten wird es gerade dort, wo Gegenwart und Zukunft ungewiss sind. Gott kommt zu denen, die in Angst und Not sind», so der Bischof.

Deutliche Zeichen gelebter Gastfreundschaft und geteilter Weihnachtsfreude

Dankbar zeigte sich Bischof Hein angesichts des Engagements der Hilfsorganisationen, sozialen Dienste, Initiativen und Kirchengemeinden. Viele von ihnen öffneten gerade in diesen Tagen ihre Türen für Menschen, die das Weihnachtsfest allein und fern der Heimat verbringen: «Dies ist ein deutliches Zeichen gelebter Gastfreundschaft und geteilter Weihnachtsfreude.» Aber auch die Christen in Deutschland bereichere diese Erfahrung: Hier werde ihnen vor Augen geführt, «wie kostbar der Friede ist, in dem wir seit nunmehr siebzig Jahren unsere Weihnachtstage verbringen können.» (23.12.2015)

Impressionen:

Unterstützung in schwierigen Zeiten
Vorweihnachtlicher Besuch bei Bischof Hein von rum-orthodoxer Kirche in Syrien

Kassel (medio). Der Direktor der Abteilung für Ökumene und Entwicklung der rum-orthodoxen Kirche in Syrien Vater Alexi Chehadeh besuchte nur wenige Tage vor Weihnachten (am 22.12.) den Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck Prof. Dr. Martin Hein. Er überbrachte herzliche Weihnachtsgrüße des Patriarchen von Antiochia Johannes X. und unterstrich die hohe Bedeutung der Kirchenfreundschaft für die rum-orthodoxe Kirche in Syrien. «Besonders in diesen schwierigen Zeiten spüren wir, wie wichtig es ist, dass Geschwister in Deutschland für uns beten und uns unterstützen», so Vater Alexi.

Im Namen des Patriarchen bedankte er sich für die Unterstützung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck für das kirchliche Krankenhaus al Hosn nahe der libanesischen Grenze. Der von der kurhessischen Landeskirche in 2015 finanzierte neue Generator leiste wertvolle Dienste. Man sei dabei, das Krankenhaus zu erweitern, um noch mehr Menschen – vor allem die vielen Binnenflüchtlinge und Opfer des Bürgerkrieges - behandeln zu können.

Bei dem Gespräch, an dem auch der Vorsitzende des Syrienausschusses der Landeskirche Dekan Dr. Martin Lückhoff und die Ökumenedezernentin Oberlandeskirchenrätin Dr. Ruth Gütter teilnahmen, wurden weitere Maßnahmen zur Unterstützung des Krankenhauses verabredet sowie erste Ideen für das Begehen des 25-jährigen Jubiläums der Kirchenfreundschaft entwickelt, das in 2016 ansteht.

Abschließend überreichte Bischof Hein eine Geldspende für die humanitäre Arbeit der rum orthodoxen Kirche. «Die Spendenbereitschaft in unserer Kirche für diese Arbeit ist nach wie vor hoch, sie liegt vielen unseren Kirchenmitgliedern sehr am Herzen», betonte Bischof Hein bei der Spendenübergabe. (23.12.15)

Download:

Lesen Sie hier einen Bericht von Elias Bagdhan über Weihnachten in Syrien. Bagdhan lebt in Marburg und hat ein Stipendium von Brot für die Welt.

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Gottesdienste an Weihnachten und Neujahr live im Radio

Kassel (medio). Feiertagsgottesdienste aus Kassel sind am 1. Weihnachtstag und am Neujahrstag live im Radio zu hören. Am 25. Dezember überträgt der Sender hr4 von 10.05 Uhr bis 11 Uhr einen Gottesdienst aus der evangelischen Adventskirche in Kassel. Der Gottesdienst unter dem Motto «Bewegte Weihnachten»wird von Pröpstin Katrin Wienhold-Hocke gehalten, teilte die Rundfunkbeauftragte der Landeskirche, Pfarrerin Claudia Rudolff, mit.
 
Schon vor 2000 Jahren habe die Geschichte von der Geburt Jesu im Stall von Bethlehem die Menschen bewegt. Damit befasst sich Pröpstin Wienhold-Hocke in ihrer Predigt am 25. Dezember. Im Gottesdienst kommen auch Heike Schaumann, Leiterin einer Hausgemeinschaft für Demenzkranke, und ihre Mitarbeiterin Maren Blumenstein zu Wort. Sie werden davon berichten, welche Gedanken und Sorgen sie in ihrer Arbeit in der Weihnachtszeit bewegen. Mit dabei wird auch hr4 Moderatorin Marie-Louise Cardell sein.
Nach dem Gottesdienst können Hörerinnen und Hörer mit Pröpstin Katrin Wienold-Hocke telefonieren: Sie ist von 11 bis 12.30 Uhr unter der Telefonnummer 0561–92001260 erreichbar.
 
Der Deutschlandfunk überträgt am Neujahrstag ab 10.05 Uhr einen Gottesdienst aus der Kirche des Diakonissenhauses in Kassel. Prälatin Marita und Pfarrer Reinhard Natt werden im Rundfunkgottesdienst der Frage nachgehen, wie Gott tröstet. Trotz mancher Sorgen wünschten sich viele Menschen, getrost ins neue Jahr zu gehen. Die Jahreslosung mache Mut dazu und spreche Gottes Beistand aus: «Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet!» (Jesaja  66,13).
Nach dem Gottesdienst können Hörerinnen und Hörer mit Rundfunkpfarrerin Claudia Rudolff sprechen: Sie ist von 11 bis 12.30 Uhr unter der Telefonnummer 0561 – 1002 4600 erreichbar. (14.12.2015)

«Religion in der säkularen Gesellschaft»
Bischof Hein: Kirche ist «kritisches Gegenüber» zum Staat

Frankfurt a.M./Kassel (epd). Die freiheitliche Demokratie ist nach Ansicht des kurhessischen Bischofs Martin Hein die geeigneteste aller Staatsformen, weil sie es ermögliche, Freiheit zu verwirklichen. Die Übernahme von Verantwortung und bürgerschaftliches Engagement in der verbesserbaren Demokratie sei Pflicht des Christenmenschen, sagte der Bischof von Kurhessen-Waldeck am Samstag in Frankfurt am Main.

«Es gibt keinen christlichen Staat als exklusives Modell», sagte Hein laut Redetext. Der Staat müsse den Schutz der Schwachen, Eindämmung von Gewalt, Partizipation «und natürlich auch die Freiheit der Religionsausübung» ermöglichen. Die Kirche werde immer ein «kritisches Gegenüber» zum Staat darstellen. Sie erinnere ihn an die Verpflichtung zu Barmherzigkeit und Gerechtigkeit, sowie an die Sünde als Bedrohungspotenzial für Freiheit, erklärte der evangelische Theologe.

Im Idealfalle richte sich der Staat an der göttlichen Barmherzigkeit aus, weil darin die Begründung zu finden sei, die er selbst nicht geben könne. «Der Staat als solcher ist immer säkular», sagte Hein bei einer Veranstaltung des Arbeitskreises Jüdischer Sozialdemokraten zum Thema «Religion in der säkularen Gesellschaft».
Die Staatsbürger könnten Christen sein und «als solche gute Demokraten». Sie begegneten dem demokratischen Staat in «kritischer Solidarität».

Der Arbeitskreis Jüdischer Sozialdemokraten wurde 2007 gegründet. Er vereint Juden in Deutschland, die sich der SPD verbunden fühlen. (21.12.2015)

Neue Beauftragte der Bibelgesellschaft Kurhessen-Waldeck
Pfarrerin Svenja Neumann möchte neue Impulse für die Arbeit mit der Bibel in der Landeskirche setzen

Kassel (medio). Die Bibelgesellschaft Kurhessen-Waldeck hat eine neue Beauftragte. Pfarrerin Svenja Neumann wird am 24. Januar 2016, um 10.00 Uhr, in einem Gottesdienst in der Reformationskirche in Homberg (Efze) in ihr Amt eingeführt und tritt damit die Nachfolge von Pfarrer Horst Jung an, der in den Ruhestand gegangen ist, teilte der Referatsleiter für Gemeindeentwicklung und Missionarische Dienste Pfarrer Reinhard Brand mit.

Die 46jährige Pfarrerin freut sich auf ihre neue Aufgabe: «Ich hoffe, neue Impulse für die Arbeit mit der Bibel in unserer Landeskirche setzen zu können.» Svenja Neumann hat viele Jahre im Gemeindedienst in den Kirchengemeinden Homberg (Efze), Langenstein und Wetter gearbeitet. Sie war auf der Landesgartenschau in Gießen als «LichtKirchenpfarrerin» tätig und hat für die Neukirchener Verlagsgesellschaft gearbeitet.

Stichwort Bibelgesellschaft Kurhessen-Waldeck

Die Bibelgesellschaft Kurhessen-Waldeck möchte Menschen aller Altersgruppen das Lesen und Verstehen der Bibel leichter machen. Darüber hinaus soll die Bibel möglichst vielen Menschen zur Verfügung stehen. Die Gemeinden und Einrichtungen der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck haben die Möglichkeit, gemeindebezogene Projekte zum Thema «Bibel» fördern zu lassen. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite der Bibelgesellschaft Kurhessen-Waldeck (siehe Link).

Die nächste Veranstaltung der Bibelgesellschaft Kurhessen-Waldeck ist am 03. Februar mit Altbischof Prof. Dr. Christoph Kähler, der über eine Revision der Lutherbibel referieren wird. Die überarbeitete Lutherbibel soll zum Reformationstag 2016 erscheinen. Der Vortrag beginnt um 11 Uhr in der Kapelle im Landeskirchenamt. (17.12.2015)

Linktipp:

Informationen über die gemeindebezogenen Projekte der Bibelgesellschaft Kurhessen-Waldeck finden Sie unter:

ekkw.de/bibelgesellschaft/

Aussendungsfeier in Fuldaer Christuskirche
Friedenslicht aus Bethlehem kommt nach Hessen

Fulda (medio/epd). Das Friedenslicht aus Betlehem ist in Hessen angekommen. Mit einer ökumenischen Aussendungsfeier im Fuldaer Dom startete am Sonntag, 13. Dezember, die Verteilung des Friedenslichts in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) und im Bistum Fulda. Der Gottesdienst, der von katholischen und evangelischen Pfadfindern veranstaltet wurde, wurde von Bischof Martin Hein (EKKW) und Bischof Heinz Josef Algermissen (Bistum Fulda) gestaltet, teilte die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) mit. Von Fulda aus wurde das Licht entlang der Bahnlinien Fulda – Hanau, Fulda – Gießen, Fulda – Kassel, Kassel – Marburg, Kassel – Wolfhagen, Fulda – Witzenhausen und Fulda – Gersfeld weitergegeben.
 
In ihren Ansprachen in Fulda betonten Bischof Hein und Bischof Algermissen, dass Frieden möglich sei. «Wir geben Frieden weiter, wie wir einander sein Licht weiterreichen. So wird Frieden konkret», sagte Bischof Hein. Und Bischof Algermissen erläuterte: «Das Licht, um das es heute hier geht, ist ein Zeichen für Christus, das Licht der Welt.» In Fulda wurde das Friedenslicht aus Bethlehem am Sonntagnachmittag noch als interreligiöses Friedenszeichen an die türkisch-muslimische Gemeinde in der Ohmstraße und die jüdische Gemeinde weitergegeben. In den kommenden Tagen wird es in vielen evangelischen und katholischen Gemeinden von den Pfadfindern weiter verbreitet. Ziel sei es, dass das Licht an Heiligabend so viele Menschen wie möglich mit der Weihnachtsbotschaft vom Frieden unter den Menschen erreiche. Die Friedenslichtaktion 2015 in Deutschland steht unter dem Motto: «Hoffnung schenken – Frieden finden» und soll Zeichen für Gastfreundschaft und für Menschen auf der Flucht setzen, so die DPSG. Alle Pfadfinder seien ermutigt, auch Flüchtlinge zum Friedenslicht einzuladen und einzubinden.

Stichwort «Friedenslicht aus Bethlehem»

Jedes Jahr wird eine Kerze von einem Kind in der Geburtsgrotte von Jesus Christus in Bethlehem entzündet und dann per Flugzeug nach Österreich gebracht. In Wien findet die zentrale Aussendungsfeier statt. Mit der Bahn bringen Delegationen von Pfadfindern das Friedenslicht über Nacht in deutsche Städte. Die Geschichte des Friedenslichts begann 1986 mit der Initiative «Licht aus Bethlehem» des Österreichischen Rundfunks. Seit 1989 wird es europaweit verbreitet. (15.12.15)

«Es braucht nichts als Stille»
Meinhard von Gerkans Kapelle im Predigerseminar Hofgeismar

Hofgeismar (medio). Wie kann zeitgemäßes sakrales Bauen aussehen? Die von Meinhard von Gerkan neu gestaltete Kapelle im Predigerseminar der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in Hofgeismar kann eine Antwort darauf geben. Unter dem Titel «Es braucht nichts als Stille» ist ein Band von Bischof Prof. Dr. Martin Hein und Prof. Dr. Thomas Erne erschienen, der sich diesem besonderen sakralen Ort widmet, teilte die Pressestelle der Landeskirche mit.

Das Resultat ist eine Kapelle von expliziter Modernität

In seinem Vorwort beschreibt Bischof Hein den Charakter des 2009 fertiggestellten Umbaus: «Das Resultat ist eine Kapelle von expliziter Modernität, die sich doch voller Respekt in das historische Ensemble fügt.» In einem ausführlichen Interview schildert der Architekt Meinhard von Gerkan, wie er einen vorgegebenen Raum so gestaltet, dass er «nicht nur Ruhe ausstrahlt, sondern auch Ruhe gebietet». Dafür habe er unter anderem Recycling-Material verwendet, weil «gerade im Einfachen Schönheit und Würde» zu entdecken seien». Zwar wirke der Raum auf den ersten Eindruck karg, aber, so hält Bischof Hein fest: «Es ist ein Raum der Ruhe, der inneren Einkehr und der Begegnung mit Gott ... wir brauchen Klarheit und Konzentration». Thomas Erne, Mitherausgeber und Leiter des Instituts für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart, bemerkt in seinem Geleitwort, dass diese Kapelle etwas Besonderes sei, weil sie ein «wichtiger liturgischer Lernort für künftige Vikare und Pfarrer dieser Landeskirche ist».

«Es braucht nichts als Stille. Architekt Meinhard von Gerkan in Hofgeismar» ist in der Reihe der Veröffentlichungen des Instituts für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart in Marburg erschienen. Die Herausgeber sind Martin Hein und Thomas Erne, erschienen ist es im Jonas-Verlag. (11.12.2015)

«Wir haben wunderbare Menschen kennengelernt»
25 Jahre Diakonische Flüchtlingshilfe im Main-Kinzig-Kreis

Nidderau (medio). Eine ganze Generation an der Seite von Flüchtlingen – daran erinnere das Jubiläum der Diakonischen Flüchtlingshilfe im Main-Kinzig-Kreis, sagte deren Vorsitzender Pfarrer Otto Löber bei einer Feierstunde zum 25-jährigen Bestehen am Freitag, 11. Dezember.

Hauptredner an diesem Abend war der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck Prof. Dr. Martin Hein. Das Flüchtlingsthema sei wie vor 25 Jahren ganz oben in der Politik und bei Kirche und Diakonie angesiedelt, betonte Bischof Hein gegenüber der landekirchlichen Medienagentur «medio!». Kirche und Diakonie stellten Räume zur Verfügung, kümmerten sich um Flüchtlinge und stellten Geld für die langfristige Integration bereit. Für eine gutes Miteinander müssten wir jedoch alle lernen, so Hein weiter: «Wir müssen lernen, offen zu sein für die Menschen, die kommen. Wir müssen lernen, uns zu verändern, weil sich unsere Gesellschaft verändert. Wir müssen lernen, unsere Angst zu überwinden, damit wir uns nicht in unserem eigenen Land fremd vorkommen.»
 
Die Diakonische Flüchtlingshilfe beging ihr Jubiläum trotz der sich zur Zeit überschlagenden Ereignisse und den Bildern von flüchtenden Menschen in Regen und Schnee, von Grenzzäunen und von verängstigten Menschen, so Löber. Auch vor 25 Jahren habe die Flüchtlingshilfe an vielen Stellen Grenzen überwunden und sei dann wieder auf noch mehr bittere Grenzen gestoßen. «Oft schienen sie unüberwindbar. Dabei sind wir Lernende geblieben und wir haben wunderbare Menschen aus vielen Sprachräumen der Welt kennengelernt.» Und auch heute erlebe er «ein Engagement von Ehrenamtlichen in den Kommunen, das vor einem halben Jahr kein Mensch für möglich hielt», erklärte Löber.
 
An dem Abend wurde auch der Christiane-Braeunlich-Preis, eine Auszeichnung der Diakonischen Flüchtlingshilfe im Main-Kinzig-Kreis für herausragendes Engagement in der Flüchtlingsbegleitung, verliehen. Der Preis ging an Axel Rudzinski aus Hanau, den Gruppenpreis bekam die Initiative «Lampedusa in Hanau» überreicht. (14.12.2015)

Internetradio:

medio-Reporter Siegfried Krückeberg sprach mit Bischof Martin Hein bei der Jubiläumsfeier der Diakonischen Flüchtlingshilfe:

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Internetradio:

In Hanau haben 40 Flüchtlinge selbst einen Deutschkurs organisiert. medio-Reporter Siegfried Krückeberg hat mit ihnen gesprochen:

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Thüringer Adventsempfang der evangelischen Kirchen
Bischof Hein: Syrien-Einsatz droht Gesellschaft zu spalten

Erfurt (epd). Der Kasseler Bischof Martin Hein sieht im deutschen Militäreinsatz in Syrien die Gefahr einer Spaltung der Gesellschaft. In dieser Frage seien «besonders viel Fingerspitzengefühl» sowie «Transparenz und Partizipation bei den politischen Entscheidungen» gefordert, sagte Hein am Montagabend im Erfurter Augustinerkloster auf dem Thüringer Adventsempfang der evangelischen Kirchen. Zur kurhessischen Kirche mit Sitz in Kassel gehört aus historischen Gründen der Südthüringer Kirchenkreis Schmalkalden.

Die Beteiligung Deutschlands an der militärischen Bekämpfung des sogenannten Islamischen Staates werde am Ende mehr sein als die bisher geleisteten humanitären oder eher polizeilichen Aufgaben der Bundeswehr, stellte Bischof Hein fest. Die Diskussion darüber sei auch in den Kirchen in Gang gekommen, «und der Gesprächsbedarf ist hoch». Alle Anstrengungen müssten jedoch darauf ausgerichtet sein, Frieden zu schaffen ohne Waffen. «Das ist und bleibt die allererste Option!», fügte der Bischof hinzu.

Als bleibende Herausforderung im eigenen Land bezeichnete Hein das Bemühen «um eine ernsthafte Integration der Menschen, die zu uns kommen und bei uns bleiben». Das gelte für Christen wie für Muslime oder Angehörige einer anderen Religion. «Unsere Gesellschaft wird sich verändern, und wir tun alle gut daran, diesen Prozess offensiv zu gestalten und zu begleiten.» Dabei müssten auch die Wunden geheilt werden von Flüchtlingen, die «mit Religion in ihrer schrecklichsten Form Erfahrungen gemacht» haben.

Zu dem traditionellen Empfang in der Adventszeit laden die evangelischen Kirchen in Thüringen alljährlich Vertreter aus Politik und Gesellschaft ins Erfurter Augustinerkloster ein. Die Andacht zum Auftakt gestaltete die mitteldeutsche Bischöfin Ilse Junkermann. Zu den Gästen in diesem Jahr gehörten Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und Landtagspräsident Christian Carius (CDU) sowie zahlreiche Mitglieder der Landesregierung und Abgeordnete des Erfurter Landtags. (07.12.2015)

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«Menschen auf der Flucht als theologische Herausforderung»
Kirchenleitungskonferenz der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der Diözese Fulda

Kassel/Fulda (bpf). Am Montag fand im Haus der Kirche in Kassel das turnusmäßige Jahrestreffen der Kirchenleitungen der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) und der Diözese Fulda statt.

Die Tagung, an der neben dem Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen und dem Kasseler Bischof Prof. Dr. Martin Hein 14 führende Persönlichkeiten beider Kirchen teilnahmen, bot Anlass zu Informations- und Meinungsaustausch und Rückblick sowie Ausblick auf gemeinsame Gottesdienste und Veranstaltungen, vor allem im Hinblick auf das Reformationsgedenken im Jahr 2017.

Schwerpunktthema des Jahrestreffens war «Menschen auf der Flucht als theologische Herausforderung an unsere Kirchen – Wie gehen wir persönlich-spirituell mit der Thematik um?»
(07.12.2015)

«Ein feste Burg ist unser Gott»
Internationaler Kompositionswettbewerb für Orgel solo zum Lutherjahr gestartet

Kassel (epd). Mit einem internationalen Kompositionswettbewerb zum Lutherjahr 2017 will der «Merseburger Verlag» in Kassel zu einer musikalischen Auseinandersetzung mit dem Thema Reformation anregen. Grundlage für den Wettbewerb für Orgel solo sei das Reformationslied «Ein feste Burg ist unser Gott», sagte Renate Matthei, Geschäftsführerin des fast 180 Jahre alten Kirchenmusikverlags, am Donnerstag. Zu dem Thema gebe es bisher noch viel zu wenig Musik. Der erste Preis ist mit 600, der zweite mit 300 und der dritte mit 200 Euro dotiert.

Martin Hein, Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und Schirmherr des Wettbewerbs, wies darauf hin, dass das vermeintliche «Trutzlied der Reformation» eigentlich das Lied eines verzagten Menschen gewesen sei. Es sei früher mit einer Laute gespielt und leise gesungen worden. Die Komponisten ständen nun vor der Aufgabe, eine anspruchsvolle Orgelmusik zu schreiben, die dieses Lied und sein Thema in den Blick nehme.

«Wir befinden uns auf dem Weg, Luther ökumenisch zu entdecken», fügte Hein hinzu. Obwohl die geistliche Musik heute ökumenisch sei und sich dies auch in den Gesangbüchern widerspiegele, habe dieses Lied noch keinen Eingang in das katholische Kirchengesangbuch gefunden. Dies, so ergänzte Regionalkantor und Jurymitglied Thomas Pieper, liege allerdings weniger am Text des Liedes als an seiner Verwendung als «protestantisches Kampflied» in früheren Zeiten.

Nach den Worten von Ideengeber und Kantor Martin Forciniti soll der Kompositionswettbewerb die Botschaft von der befreienden Liebe Gottes, wie sie in dem Lied zum Ausdruck komme, neu beleuchten. Die prämierten Werke sollen am 15. Oktober 2016 in einem Preisträgerkonzert in der Kasseler Elisabethkirche aufgeführt werden. «Wir hoffen, dass die Stücke dann auch zum Reformationstag und beim Reformationsjubiläum gespielt werden», ergänzte Matthei. Sie sei bereit, die prämierten Lieder gegebenenfalls auch zu verlegen.

Die Komposition für Orgel solo ist bis zum 31. Mai 2016 beim Merseburger Verlag, Naumburger Straße 40, 34127 Kassel einzureichen.(19.11.2015)

Linktipp:

Weitere Informationen zum Wettbewerb unter:

merseburger.de/