Aktuell: Ausstellung zeigt zentrale Stationen und Einsichten der Hanauer Union

Hanau (medio). Eine Ausstellung in der neuen Alten Johanneskirche in Hanau präsentiert die zentralen Stationen und Einsichten der Hanauer Union. Vor 200 Jahren haben sich in der Grafschaft Hanau-Münzenberg Lutheraner und Reformierte zu einer evangelischen Kirche zusammengeschlossen. An dieses Ereignis wird in der Region Hanau unter dem Motto «200 Jahre - Zusammen in Vielfalt glauben» erinnert.

Bei der Eröffnung der Ausstellung am 22. Mai hob Bischof Prof. Dr. Martin Hein die Bedeutung der Union hervor. Konfessionen seien kulturbildend und wirken so bis heute in die Gesellschaft hinein. Die Ausstellung erlaube verschiedene Blickwinkel auf das Geschehen vor rund 200 Jahren und das rege an, «tiefer zu graben und zu bohren», berichtete Pfarrer Jens Heller, Medienbeauftragter des Sprengels Hanau.

Der Kulturbeauftragte der Stadt Hanau, Martin Hoppe, sagte, dass die Ausstellung Kultur für alle bringe. Fakten müssten immer wieder neu erzählt werden. Deshalb beteilige sich die Stadt gerne und werde die Ausstellung auch im Stadtladen präsentieren, kündigte Hoppe an. Eine Besonderheit der Hanauer Union war, dass sie nicht von oben verordnet wurde, sondern sich „von unten“, also aus synodalen Prozessen heraus entwickelte, erläuterte Historiker Erhard Bus, der für die Ausstellung verantwortlich ist. In der Ausstellung können man z.B. die erste Auflage des gemeinsamen Katechismus aus dem Jahre 1907 sehen, in dem Luthers kleiner Katechismus und der Heidelberger Katechismus in einem gemeinsamen Band herausgegeben wurden. Dieser Band brachte der Hanauer Union den auch den Beinamen «Buchbinderunion» ein, so Bus. Die Ausstellung wird jetzt in der neuen Alten Johanneskirche gezeigt, danach wandert sie in die Marienkirche und von dort in den Stadtladen am Neustädter Markt, wo sie bis zum Unionsfest am 16. September zu sehen ist, so der Historiker.

2018-06-05 25299

Jubiläumsprogramm zum 200-jährigen Bestehen
Ausstellung zeigt zentrale Stationen und Einsichten der Hanauer Union

Unser Foto zeigt zwei von insgesamt 10 Ausstellungstafeln, die jetzt in der in der neuen Alten Johanneskirche gezeigt werden und danach in die Marienkirche und den Stadtladen in Hanau wandern werden. (Foto: medio.tv/Heller, Montage Küster)

Hanau (medio). Eine Ausstellung in der neuen Alten Johanneskirche in Hanau präsentiert die zentralen Stationen und Einsichten der Hanauer Union. Vor 200 Jahren haben sich in der Grafschaft Hanau-Münzenberg Lutheraner und Reformierte zu einer evangelischen Kirche zusammengeschlossen. An dieses Ereignis wird in der Region Hanau unter dem Motto «200 Jahre - Zusammen in Vielfalt glauben» erinnert.

Bei der Eröffnung der Ausstellung am 22. Mai hob Bischof Prof. Dr. Martin Hein die Bedeutung der Union hervor. Konfessionen seien kulturbildend und wirken so bis heute in die Gesellschaft hinein. Die Ausstellung erlaube verschiedene Blickwinkel auf das Geschehen vor rund 200 Jahren und das rege an, «tiefer zu graben und zu bohren», berichtete Pfarrer Jens Heller, Medienbeauftragter des Sprengels Hanau.

Der Kulturbeauftragte der Stadt Hanau, Martin Hoppe, sagte, dass die Ausstellung Kultur für alle bringe. Fakten müssten immer wieder neu erzählt werden. Deshalb beteilige sich die Stadt gerne und werde die Ausstellung auch im Stadtladen präsentieren, kündigte Hoppe an. Eine Besonderheit der Hanauer Union war, dass sie nicht von oben verordnet wurde, sondern sich „von unten“, also aus synodalen Prozessen heraus entwickelte, erläuterte Historiker Erhard Bus, der für die Ausstellung verantwortlich ist. In der Ausstellung können man z.B. die erste Auflage des gemeinsamen Katechismus aus dem Jahre 1907 sehen, in dem Luthers kleiner Katechismus und der Heidelberger Katechismus in einem gemeinsamen Band herausgegeben wurden. Dieser Band brachte der Hanauer Union den auch den Beinamen «Buchbinderunion» ein, so Bus. Die Ausstellung wird jetzt in der neuen Alten Johanneskirche gezeigt, danach wandert sie in die Marienkirche und von dort in den Stadtladen am Neustädter Markt, wo sie bis zum Unionsfest am 16. September zu sehen ist, so der Historiker.

Dekan Dr. Martin Lückhoff (Evangelischer Kirchenkreis Hanau, vorne links) begrüßt die Gäste bei der Ausstellungseröffnung. (Foto: medio.tv/Heller)

Vorträge und «Unionsfest» im September

Durch das ganze Jahr ziehen sich Vorträge, bei denen regionale und überregionale Kenner Aspekte der Hanauer Union beleuchten. Den Auftakt gab am 23. April die frühere Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, in der Hanauer Christuskirche. Käßmann berichtete von den Erfahrungen aus dem Jubiläum der 500. Wiederkehr der Reformation Martin Luthers. Am 15. Mai sprach der Generalsekretär der Gemeinschaft evangelischer Kirchen in Europa, Michael Bünker, über den Beitrag evangelischer Kirchen für den Zusammenhalt des Kontinents. Und am 22. Mai setzte sich der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), Prof. Dr. Martin Hein, mit der Bedeutung der Hanauer Union für die Entwicklung der Landeskirche auseinander.

«Quo vadis Ökumene?» fragt am 13. August die katholische Tübinger Theologieprofessorin Johanna Rahner. Die Reihe beschließt der langjährige Bundestagsabgeordnete der Grünen, Volker Beck. Sein Thema lautet «Trennung und Partnerschaft von Kirche und Staat in Deutschland» (25. September 2018, 19.30 Uhr). Musikalisch hat das Programm ein Konzert mit der Hanauer Kantorei und Solisten am 27. Oktober in der Marienkirche zu bieten. Zu erleben ist dann die «Mass in blue» des englischen Komponisten Will Todd. Den Abschluss der Jubiläumsfeierlichkeiten bildet am 16. September (Sonntag) um 14 Uhr ein Unionsfest auf dem Hanauer Marktplatz.

Stichwort: «Hanauer Union»

Vor 200 Jahren haben sich in der Grafschaft Hanau-Münzenberg Lutheraner und Reformierte zu einer evangelischen Kirche zusammengeschlossen. Heftigen Streit zwischen lutherischen und reformierten Christen habe es damals zum Beispiel über die Abendmahlspraxis, die Liturgie und das Vaterunser gegeben, erläuterte Prälat Böttner. Ein wichtiger Impuls für deren Einigung sei von dem 300-Jahr-Jubiläum der Reformation 1817 ausgegangen. Nach der Synode am 1. Juni 1818 seien die neuen Vereinbarungen mit großem diplomatischen Geschick und erst nach und nach umgesetzt worden. «Es gab keine Rücksichtslosigkeit, keinen Zwang», hob Böttner hervorhob, «sondern eine große Bereitschaft, aufeinander zuzugehen.» Gerade in Zeiten wie diesen könne man von den Protagonisten der Union viel lernen. (05.06.2018)


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Weitere Informationen zum Jubiläum und Festprogramm finden Sie im Internet unter: