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Nachgefragt...

Foto: Bischof Martin Hein (l.) im Interview mit Pfarrer Christian Fischer. (Archiv-Foto: medio.tv/Schauderna) Bischof Martin Hein (l.) im Interview mit Pfarrer Christian Fischer. (Archiv-Foto: medio.tv/Schauderna)
Bischof Prof. Dr. Martin Hein stellte sich den Fragen des Leiters des Medienhauses der EKKW, Pfarrer Christian Fischer, am 16.11.2016 in Kassel.

Fischer: Herr Bischof, Sie werden am 01. Dezember einen Gottesdienst mitgestalten zum Thema «70 Jahre Hessen». Warum ist für Sie dieses Jubiläum wichtig?
 
Bischof Hein: Hessen ist, ursprünglich gesehen, ein Kunststaat, 1946 durch die Amerikaner in einer Deklaration gegründet. Es verbindet in sich ganz unterschiedliche geschichtliche Gebiete: Hessen-Darmstadt, Hessen-Kassel, Nassau, Waldeck, die ehemals Freie Reichsstadt Frankfurt und viele kleinere Territorien. Zurückblickend kann man sagen: Die Geschichte der Integration dieser unterschiedlichen Teile, aber auch der Menschen, die durch Flucht und Vertreibung nach Hessen gekommen sind, ist eine große Erfolgsgeschichte. Deswegen können wir nach 70 Jahren voller Dankbarkeit auf die Geschichte dieses Bundeslandes zurückschauen, das unbestritten als eines der potentesten in Deutschland gilt. Hessen ist auch eines der Länder, die sich als ausgesprochen kulturoffen darstellen: gastfrei, international, tolerant. All diese Erfahrungen können wir in einem Gottesdienst dankbar vor Gott bringen. Wir stehen weiterhin vor großen Herausforderungen, und da tut es gut, sich in einem Gottesdienst der Begleitung und des Segens Gottes zu vergewissern.

Fischer: Was verbinden Sie ganz persönlich mit Hessen?

Bischof Hein: Zunächst einmal die Tatsache, dass ich mich komplett als Hesse fühle, obwohl ich leider nicht in Hessen geboren bin, sondern erst mit fünf Jahren nach Hanau kam. Wenn ich heute unter Freunden bin, dann spreche ich gerne einmal frankfurterisch, wo ich meine gesamte Schulzeit und Teile meines Studiums zugebracht habe. Es gibt wunderbare Gegenden in Deutschland, aber mein Herz schlägt denn doch für Hessen. Und seit 1982 bin ich bekennender Nordhesse.

Fischer: 70 Jahre Hessen. Was wollen Sie den Menschen, den Hessen und auch den Nicht-Hessen an diesem ersten Dezember mit auf den Weg geben?

Bischof Hein: Es lohnt sich, in Hessen zu leben, sei es im Süden oder im Norden, und es lohnt sich, die Offenheit, die dieses Land kennzeichnet, weiterhin in politischer, kultureller und religiöser Weise zu zeigen. Es geht heute darum, den Menschen Mut zu machen, auch im ländlichen Raum die Entwicklungspotentiale zu entdecken. Schauen wir also, wie wir angesichts der vielen Menschen, die zu uns kommen, auch weiterhin so tolerant und weltoffen sein können.

Fischer: Herr Bischof, vielen Dank für das Gespräch!

(01.12.2016)

2016-12-01

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