Start: Obelisk von Olu Oguibe bleibt in Kassel

Kassel (epd). Der Obelisk bleibt der Stadt Kassel erhalten. Das Kunstwerk, das der nigerianisch-amerikanische Künstler Olu Oguibe im vergangenen Jahr für die documenta 14 geschaffen hatte, werde auf dem neuen Standort Treppenstraße nahe dem Friedrichsplatz aufgebaut, teilte die Stad Kassel am Donnerstag mit. Darauf hätten sich Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) und Oguibe geeinigt.

Der Obelisk war im Frühjahr 2017 auf dem Königsplatz in der City errichtet und am 3. Oktober dieses Jahres abgebaut worden, weil sich Stadt und Künstler nicht über dessen künftige Nutzung einigen konnten. Die Stadt hatte ihr Angebot zum Ankauf des Obelisken aber aufrechterhalten. Geselle: «Ich habe immer betont, dass wir weiterhin im Gespräch bleiben werden. Nun möchte ich Olu Oguibe für sein Zugeständnis danken, dass er dem Wunsch vieler Menschen in unserer Stadt, den Obelisken auf der Treppenstraße wieder aufzubauen, nachkommt.»

Dass der Obelisk nunmehr weithin sichtbar auf einer wichtigen Achse von documenta-Außenkunstwerken in der Innenstadt erhalten bleibt, setze ein erfreuliches und deutliches Zeichen, sagte Geselle. Das rund 16 Meter hohe Kunstwerk war von März bis Mai 2017 errichtet worden. Es trägt auf einer Seite als Aufschrift das Bibelzitat «Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt». Die anderen drei Seiten zitieren den Spruch auf Arabisch, Türkisch und Englisch. Der Obelisk soll an die weltweit 60 Millionen Flüchtlinge erinnern.

Der 53-jährige Oguibe blickt selbst auf eigene Fluchterfahrungen zurück. Er hat zwar nach eigenem Bekunden einen Prediger als Vater, ist aber selbst kein Christ. Mit dem Bibelzitat wolle er besonders diejenigen frommen Evangelikalen in den USA provozieren, die sich vehement gegen die Aufnahme von Flüchtlingen wehrten, hatte er bei der Errichtung des Obelisken gesagt.

Der vom Künstler aufgerufene Kaufpreis betrug 600.000 Euro, die vor dem Hintergrund des Millionendefizits der documenta 14 aus Spenden finanziert werden sollten. Letztlich kamen aber lediglich 126.000 Euro zusammen. Oguibe akzeptierte diese Summe aber. Das Geld reiche für den Wiederaufbau am neuen Standort, sagte Geselle. (12.10.2018)

2018-10-12 25919

Überraschende Einigung
Obelisk von Olu Oguibe bleibt in Kassel

Das rund 16 Meter hohe Kunstwerk trägt auf einer Seite als Aufschrift das Bibelzitat «Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt». Die anderen drei Seiten zitieren den Spruch auf Arabisch, Türkisch und Englisch. (Foto: medio.tv/Schauderna)

Kassel (epd). Der Obelisk bleibt der Stadt Kassel erhalten. Das Kunstwerk, das der nigerianisch-amerikanische Künstler Olu Oguibe im vergangenen Jahr für die documenta 14 geschaffen hatte, werde auf dem neuen Standort Treppenstraße nahe dem Friedrichsplatz aufgebaut, teilte die Stad Kassel am Donnerstag mit. Darauf hätten sich Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) und Oguibe geeinigt.

Der Obelisk war im Frühjahr 2017 auf dem Königsplatz in der City errichtet und am 3. Oktober dieses Jahres abgebaut worden, weil sich Stadt und Künstler nicht über dessen künftige Nutzung einigen konnten. Die Stadt hatte ihr Angebot zum Ankauf des Obelisken aber aufrechterhalten. Geselle: «Ich habe immer betont, dass wir weiterhin im Gespräch bleiben werden. Nun möchte ich Olu Oguibe für sein Zugeständnis danken, dass er dem Wunsch vieler Menschen in unserer Stadt, den Obelisken auf der Treppenstraße wieder aufzubauen, nachkommt.»

Dass der Obelisk nunmehr weithin sichtbar auf einer wichtigen Achse von documenta-Außenkunstwerken in der Innenstadt erhalten bleibt, setze ein erfreuliches und deutliches Zeichen, sagte Geselle. Das rund 16 Meter hohe Kunstwerk war von März bis Mai 2017 errichtet worden. Es trägt auf einer Seite als Aufschrift das Bibelzitat «Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt». Die anderen drei Seiten zitieren den Spruch auf Arabisch, Türkisch und Englisch. Der Obelisk soll an die weltweit 60 Millionen Flüchtlinge erinnern.

Der 53-jährige Oguibe blickt selbst auf eigene Fluchterfahrungen zurück. Er hat zwar nach eigenem Bekunden einen Prediger als Vater, ist aber selbst kein Christ. Mit dem Bibelzitat wolle er besonders diejenigen frommen Evangelikalen in den USA provozieren, die sich vehement gegen die Aufnahme von Flüchtlingen wehrten, hatte er bei der Errichtung des Obelisken gesagt.

Der vom Künstler aufgerufene Kaufpreis betrug 600.000 Euro, die vor dem Hintergrund des Millionendefizits der documenta 14 aus Spenden finanziert werden sollten. Letztlich kamen aber lediglich 126.000 Euro zusammen. Oguibe akzeptierte diese Summe aber. Das Geld reiche für den Wiederaufbau am neuen Standort, sagte Geselle. (12.10.2018)


arrow_forward Linktipp:

Weitere Informationen zum documenta-Kunstwerk «Fremdlinge und Flüchtlinge Monument» finden Sie hier: