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Kirchenrechnungen und Bibeln mit Einbänden aus mittelalterlichen Handschriften

In zahlreichen Pfarrarchiven lagern mittelalterliche Handschriftenfragmente aus Pergament, die nicht selten von hohem historischen Wert sind. So enthält das Pfarrarchiv Allendorf Handschriftenfragmente aus dem 9. Jahrhundert.

Es war im 17. Jahrhundert durchaus nicht selten, dass lateinische oder auch hebräische Handschriften aus Bibliotheken für Texte des Teufels gehalten und geplündert wurden. Fragmente dieser Pergamenthandschriften wurden dann zu Umschlägen "weiterverarbeitet".

Eine im September 2003 durchgeführte Umfrage zu mittelalterlichen Handschriftenfragmenten brachte die Existenz von weiteren Fragmenten zu Tage.

Inzwischen liegen 120 Fragmente aus 31 kirchlichen Archiven vor. Zeitlich und inhaltlich nach DFG-Regeln bestimmt sind 33 und digitalisiert 46 Fragmente (Stand September 2004). Für die zeitliche und inhaltliche Bestimmung konnte Dr. Konrad Wiedemann, Leiter der Handschriftenabteilung der Landesbibliothek in Kassel gewonnen werden, die Digitalisierung leistet Ralf Gerstheimer, interArchiv-software, beide ehrenamtlich. Die bisher bestimmten Fragmente stammen hauptsächlich aus dem 12. bis 15. Jahrhundert, zwei sogar aus dem 9. Jahrhundert. Inhaltlich handelt es sich häufig um liturgische Texte (Missale, Graduale, Breviarium, Antiphonale). Bestimmt werden konnten auch Texte aus der Bibel, Texte der Kirchenväter und juristische Texte.

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Pergamenteinband,
Stift Rotenburg

 

Kirchenbuch Weet´scher Kalender 17. Jahrhundert

Kalender und Almanache gehören zu den frühesten Erzeugnissen des Buchdrucks. Fest im astronomisch-astrologischen Wissensbereich verankert, wurde in ihnen hauptsächlich astromedizinisches Gedanken- und Lehrgut verbreitet. Inhalt der Astromedizin ist die Abhängigkeit des Menschen, seiner Krankheiten und deren Heilmittel von den sieben Planeten, den zwölf Tierkreiszeichen und deren Konstellationen.

Mitte des 16. Jahrhunderts entstand durch Falten der Bögen der "Schreibkalender" in Quarto. Seither befanden sich die Monatskalendarien auf den Versoseiten. Die Rectoseiten, die zunächst leer blieben, wurden schon bald mit Jahresprognostik und astromedizinischem Gedankengut, später auch mit geographischen und historischen Fortsetzungsgeschichten gefüllt. Bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts hielt sich diese Struktur unverändert.

Die Kalendermacher waren sehr einflussreich und können als "Hefe der damals schreibenden Welt" charakterisiert werden. Die Kalender hatten eine Auflage von durchschnittlich 10.000 Stück und lieferten dem bäuerlichen Publikum oft die einzigen "aktuellen" Informationen der Zeitgeschichte. "Die Bibliothek des gemeinen Mannes besteht gewöhnlich aus Bibel, Gesangbuch, Katechismus, Gebetbuch und Kalender. In einer so kleinen Sammlung ist alles wichtig, und kann zehnfach wirken", so Rektor Fischer in den "Fliegenden Blättern" 1783 über das Kalenderwesen.

 

 

 

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Kalender und Kirchenbuch 1690 (Weet´scher Kalender)

 

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Kalender und Kirchenbuch 1690 - April

 

Die teilweise leeren Rectoseiten führten 1690 in Altenhasungen dazu, dass die Kirchenbuchaufzeichnungen bis 1701 in den dort verbreiteten "Hessischen Schreib-, Märckte- und Chronicken-Calender" eingetragen wurden. Da es sich um ungewöhnliche Kirchenbücher handelt, galten sie lange Zeit als verschollen. Äußerlich von traditionellen Kalendern nicht zu unterscheiden, warteten sie auf ihre Entdeckung durch das Landeskirchliche Archiv Kassel. Hier angekommen wurden die Kirchenbuch-Kalender im Rahmen der Kirchenbuchsicherungs- verfilmung von einer Fachfirma auf Microfiches gebannt. Kirchenbücher werden verfilmt, um dieses historisch einmalige Archivgut vor unsachgemäßer Behandlung wie auch vor häufigem sachgemäßen Gebrauch zu schützen. Nach der Mikroverfilmung werden die Originale nicht mehr vorgelegt. Das Landeskirchliche Archiv führt das Kirchenbuchsicherungs- programm seit 1996 durch.

 

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Aufwendungen für Kirchenbuchsicherungs- verfilmungen

 

Der Kalender war durch Tintenfraß geschädigt, also restaurierungsbedürftig und wurde nach der Sicherungs- verfilmung wie andere Kirchenbücher in ähnlichem Zustand in einer Restaurierungswerkstatt restauriert. Das Landeskirchliche Archiv bietet Kirchengemeinden den kostenfreien Service der Vermittlung von Restaurierungsaufträgen seit 1997 an.

 

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Restaurierungsaufträge aus Kirchengemeinden

 

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