Online-Chats mit Bischof Martin Hein
Nächste Chats:
Bischof Hein chattet regelmäßig zweimal im Jahr. Die Bischofchats im Jahr 2013 sind am 10. April und am 21. November, jeweils von 20 bis 21 Uhr.
ekkw.de-Chat:
Der Onlinechat auf ekkw.de ist rund um die Uhr geöffnet:
zum Chat
Chat-Rückblick:
- 21.11.2012: Bischofschat zum Thema «Geschlossene Gesellschaft?»
- 17.04.2012: Gott und die Frage nach der Gerechtigkeit – Bischof chattete im Internet
- 17.11.2011: Bischofschat zum Buß- und Bettag - «Genug ist genug»
- 12.04.2011: Bischofschat «Wer trägt uns, wenn wir leiden?»
- 18.11.2010: «Worauf es sich zu warten lohnt» – Bischof Hein chattet zum Buß- und Bettag
- 15.04.2010: «Ostern heißt Befreiung»
- 19.11.2009: «Was zählt noch?» – Bischof Hein chattet mit mehr als 40 Interessierten
- 23.04.2009: Über 20 Chatter diskutierten mit Bischof Hein über die Wirtschaftskrise
- 20.11.2008: Bischof Hein: «Mehr Mut zur Ehrlichkeit - es lohnt sich!»
- 10.04.2008: Bischof Hein im Chat: «Gegen jede Doppelmoral!» und: «Ehrlich miteinander umgehen!»
- 22.11.2007: Chat zum Buß- und Bettag - Bischof Hein: «Warum-Fragen brauchen Zeit»
- 17.04.2007: Bischof Hein: «Verantwortlicher Umgang mit der Freiheit ist wichtiger als Verbote!»
- 23.11.2006: Chat zum Buß- und Bettag - Bischof Hein: «Verantwortung beginnt dort, wo ich mich nicht immer herausrede»
- 03.05.2006: Bischof Hein zur Fußball-WM: Lehmann klar die Nummer eins
- 17.11.2005: Bischof Hein: «Keiner hat ein reines Gewissen, wir leben alle aus der Vergebung»
- 12.04.2005: Kontroverse Debatte um Sterbehilfe im Bischofschat
- 18.11.2004: Bischof Hein segnet «Chattergemeinde»
- 19.04.2004: Gottesdienste am Karfreitag und «Ist Bonifatius katholisch?»
- 17.11.2003: Worauf kann man überhaupt noch vertrauen?
- 16.04.2003: Suche nach Zeichen der Hoffnung im Krieg
- 21.11.2002: Glaubensfragen standen im Chat im Mittelpunkt
- 27.03.2002: Tod Jesu und seine Bedeutung heute
- 23.11.2000: «Alles gleich gültig?»
- 06.09.2000: Rechtsradikalismus Thema im «Bischofschat»
- 08.05.2000: Neu gewählter Bischof Dr. Martin Hein ging online
Martin Hein chattete zum Buß- und Bettag mit 35 Teilnehmern
21.11.2012: Bischofschat zum Thema «Geschlossene Gesellschaft?»
Heidi zum Beispiel schreib: «Für Schwache ist doch bei uns gar kein Platz mehr - das fühle und erlebe ich im Moment ganz stark.» Mamalucia kritisierte: «Wenn man es richtig machen will und nach Gottes Geboten lebt, dann wird man schon mal als 'abgedreht' angesehen.» Herr Luebcke monierte: «Ich war letztens in Berlin und kam mit dem Kinderwagen nicht in ein Bistro - da habe ich mich ausgeschlossen gefühlt.»
Bischof Hein zeigte sich mit den Chattern solidarisch und sagte: «Ich glaube, in unserer Gesellschaft haben Schwache kaum Chancen, weil sie immer wieder ausgegrenzt werden.» Dagegen könne und müsse die Kirche Zeichen setzen und ein offenes Ohr für die Schwachen haben.In einem längeren Teil des Gesprächs ging es auch um die Frage, welche Rolle die Kleidung und andere äußerliche Faktoren bei der Ausgrenzung spielen. Häufig würden schon Kinder dafür bestraft und ausgegrenzt, wenn sie nicht gängige Markenmode tragen würden, berichteten die Chatter und forderten Eltern, Pfarrer und Lehrer dazu auf, dem entgegenzuwirken.
Ausgrenzung beim Abendmahl - Chatter kritisieren trennende Praxis in der Ökumene
Angesprochen auf ausgrenzende Erfahrungen in der Kirche sprachen viele Teilnehmer das unterschiedliche Abendmahlsverständnis in katholischer und evangelische Kirche an: Closer etwa sagte: «Jesus hat auch alle an den Tisch eingeladen - wir lassen uns so sehr von Regeln beeinflussen, die wir leicht überwinden könnten.» Gast schrieb: «Am Tisch des Herrn sind alle willkommen. Groß und Klein, stark und schwach, man muss natürlich auch seine Chance sehen.» Hein entgegnete: «Bei uns sind alle zum Abendmahl willkommen, die zur Gemeinschaft mit Jesus gehören wollen. Aber ich muss respektieren, was eine andere Kirche denkt und behutsam dazu beitragen, dass sie sich öffnet.»
Bischof spendet Segen im Internet
Zum Schluss wurde es im Chat andächtig, als mehrere Teilnehmer Bischof Hein um seinen Segen baten. Hein kam der Bitte gerne nach und segnete die Internetgemeinde spontan mit den Worten: «Gott schenke euch den Mut, Grenzen zu überwinden, er lasse euch erfahren, dass jenseits der eigenen Grenzen ein weites, offenes Land liegt und er behüte euch, wenn ihr es wagt, dorthin zu gehen!» – Die Chatter dankten dem Bischof und antworteten mit einem vielstimmigen «Amen».
Der Chat bildete den Höhepunkt der diesjährigen Buß und Bettagskampagne unter dem Motto »Geschlossene Gesellschaft?». Mit Gottesdiensten, Zeitungsanzeigen, dem Internetangebot auf busstag.de und Aktionen bei Facebook setzte die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) ein Zeichen zur Selbstbesinnung. Der Erfolg der Kampagne übertraf in diesem Jahr die Erwartungen der Veranstalter. So wurden von den Internetnutzer die Seiten der Kampagne mehr als 32.000 mal abgefragt, zahlreiche Menschen trugen sich in die Gebetsforen ein und beantworteten im interaktiven Bereich die Frage «Wo stehen Sie vor verschlossenen Türen und fühlen sich ausgeschlossen?» – «Angesichts immer stärkerer Abschottungstendenzen in der Gesellschaft spricht die Kampagne ein Thema an, das viele Menschen beschäftigt», sagte Pfarrer Christian Fischer, Internetbeauftragter der EKKW, nach dem Chat. Die Resonanz zeige, dass viele Menschen kein Verständnis dafür haben, dass Alte, Kinder und Kranke ausgegrenzt und in geschlossene Gesellschaften abgeschoben werden, so Fischer. Die Kirche sei genau der richtige Raum, darüber untereinander und mit Gott ins Gespräch zu kommen. (21.11.2012)Linktipp:
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter:
busstag.de
17.04.2012: Gott und die Frage nach der Gerechtigkeit – Bischof chattete im Internet
Mona kritisierte: «Ich finde es ungerecht, dass gerade Frauen schlechter entlohnt werden als Männer, obwohl sie gleiches leisten!»
Bischof Hein zeigte sich nachdenklich, fühlte mit den Chattern und ergriff auch klar Position. Die ungerechte Bezahlung von Frauen nannte er «total ungerecht» und verwies darauf, dass in der Kirche eine andere Praxis geübt werde. Bei der Frage nach den ungerechten Eltern, schrieb Hein, dass er sich als Vater immer bemüht habe, nicht ungerecht zu sein, er aber auch die andere Perspektive sehr gut verstehen könne.
Hein: Gottes Gerechtigkeit ist seine Barmherzigkeit
Theologisch interessant wurde es im Chat bei der Frage, ob Gott denn gerecht sei. Dies wurde von mehreren Teilnehmern deutlich verneint, weil er zu viel Ungerechtigkeit und Leid zulasse. Hein entgegnete: «Gott ist ungerecht, weil er barmherzig ist». Auf Rückfragen erläuterte Hein diese These mit Beispielen aus der Bibel und verwies in diesem Zusammenhang auch auf seine eigene Biografie: Beim Jurastudium hätte ihn die Frage der Gerechtigkeit angezogen, später habe er etwas gesucht, was darüber hinausgeht. «Ich bin Theologe geworden, weil ich von der Barmherzigkeit Gottes fasziniert war», so Bischof Hein im Chat. Hein brachte es in dem Gespräch auf die Formel: «Gottes Gerechtigkeit ist seine Barmherzigkeit!»In der letzten Phase des Gesprächs ging es um das Thema, wie Christen selbst dazu beitragen können, dass es gerechter und damit auch barmherziger zugeht. «Jeden einzelnen Menschen ernst nehmen» – «Nicht alle über einen Kamm scheren» – «Der alten und der jungen Generation gute Chancen geben» - die Teilnehmer gaben sich gegenseitig Tipps, wie sich mehr Gerechtigkeit herstellen lasse. Dabei waren sich alle im Chat einig, dass dazu auch politische Entscheidungen notwendig sind. «Wer hat, kann geben», meinte Bischof Hein im Blick auf die Menschen, die über hohe Einkommen verfügen. Letztlich sei dies aber nur ein Aspekt der Debatte. Hein sagte zum Schluss des Gesprächs: «Gerechtigkeit und Barmherzigkeit - dazwischen spielt sich unser Leben ab. Und in allem gilt Gottes Barmherzigkeit! Wie gut!» (17.04.2012)
17.11.2011: Bischofschat zum Buß- und Bettag - «Genug ist genug»
Das Motto stellte zum einen die Sorge um die Erde und unsere Gesellschaft in den Mittelpunkt, fragte aber auch danach, was wirklich zum Leben ausreicht. (Motiv: Orange Cube Werbeagentur)
Bischof Hein für europäische Finanzpolitik / Beten gegen die Angst
Angesprochen auf die Finanzkrise bekannte der Bischof, dass er selbst Schwierigkeiten habe, den Überblick zu behalten. Allerdings glaube er nicht, dass eine gerechtere Verteilung von selbst gelingt. Er votierte demgegenüber für ordnungspolitische Maßnahmen und sprach sich für Transfersteuern, die Begrenzung des Einflusses von Ratingagenturen sowie eine gemeinsame europäische Finanzpolitik aus. Viele Chatter bekannten ihre Ohnmacht angesichts riesiger Schuldenberge. Heidi sagte: «Ich bete gegen die Angst, das hilft zwar nicht immer, aber es ist beruhigend, das man sich an Gott wenden kann.» Bischof Hein forderte die Teilnehmer auf, auch darum zu beten, «dass die Verantwortlichen klaren Kopf behalten».Sympathien für Occupy – Bewegung / Wie können wir der Erde helfen?
Positiv im Chat wurden die Aktionen der Occupy - Bewegung in Frankfurt und Berlin bewertet. Bischof Hein sagte: «Ich war vor drei Wochen eigens vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt, um mir die Aktionen dort persönlich anzuschauen. Ich war da, um zu hören, was andere bewegt.» Hein bekannte seine Sympathien für die Bewegung und nannte sie ein wichtiges Signal, angesichts der oft hilflosen Wut. Positiv wurde von den Chattern das Motiv der diesjährigen Buß- und Bettagskampagne aufgenommen, das die Erde zeigt, die von einer Schraubzwinge ausgepresst wird.
«Was brauchen wir für ein erfülltes Leben?»
Zum Schluss ging es in dem einstündigen Gespräch um die Frage «Was brauchen wir wirklich für ein erfülltes Leben?» - Die Teilnehmer waren sich einig: «Liebe gehört dazu, Gesundheit, Freude und Gott». Andere meinten: «Zufriedenheit, Entschleunigung und Solidarität». Und Bischof Hein ergänzte: «Das Entscheidende ist die Erfahrung, dass ich so sein darf, wie ich bin und dass Gott mich so liebt!»
Erfolgreiche Kampagne zum Buß und Bettag
Der Chat bildete einen wichtigen Teil der diesjährigen Buß- und Bettagskampagne unter dem Motto «Genug ist genug!». Mit Gottesdiensten, Zeitungsanzeigen, Radiospots und dem Internetangebot auf www.busstag.de setzte die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) in diesen Tagen ein Zeichen zur Selbstbesinnung. So beteiligten sich zahlreiche Internetnutzer in den interaktiven Bereichen der Internetseite, trugen sich in die Gebetsforen ein, oder stimmten bei der Umfrage «In welchem Bereich halten Sie ein Umdenken aktuell am dringendsten für erforderlich?» ab.
«Angesichts von Schuldenkrise und unsicherer Zukunft spricht die Kampagne ein Thema an, das viele Menschen beschäftigt», sagte Pfarrer Christian Fischer, Internetbeauftragter der EKKW, nach dem Chat am Montag. Die Resonanz zeige, dass viele Menschen eine große Wut darüber in sich tragen, wie mit den endlichen Ressourcen umgegangen wird und dass sie zu einem Umdenken bereit sind. Die Kirche sei genau der richtige Raum, darüber untereinander und mit Gott ins Gespräch zu kommen. Dies zeigten auch die Reaktionen auf Facebook, wo die Kirche erstmals eine eigene Aktionsseite unter www.facebook.com/busstag eingerichtet hatte. Die Kampagne erreichte am Buß- und Bettag ihren Höhepunkt, als in zahlreichen Gottesdiensten die Menschen zum Gebet zusammen kamen. (17.11.2011)
Linktipp:
Die Internetseite zur Kampagne 2011 «Genug ist genug» und weitere Informationen zum Buß- und Bettag finden Sie im Internet unter:
busstag.de
12.04.2011: Bischofschat «Wer trägt uns, wenn wir leiden?»

Ein nachdenklicher Bischof Hein beim Chat in der medio-Redaktion in Kassel (Foto: medio.tv/Schauderna)
Der Chat endete mit einem spontanen Gebet
Besinnlich wurde es im Chat, als sich die Teilnehmer in der Schlussphase darüber austauschten, was wirklich hilft, wenn es einem schlecht geht. Bischof Hein berichtete davon, dass es ihm Kraft bringt, wenn er ein Lied singt, das ihn erfüllt. Und dann gab es Tipps, wie man Menschen in einer schwierigen Situation helfen kann: «Zuhören», sagte Steffi, «Augen auf und anderen beistehen», schrieb Malena, «Solidarität üben und in den Arm nehmen», ergänzte Regina. Bischof Hein zeigte sich tief beindruckt von den vielen Ideen und der Ernsthaftigkeit des Gesprächs. Als Peter schrieb «Beten Sie für uns, bitte!» wurde es ganz still im Chat und Bischof Hein beendete die Chatrunde mit einem spontan formulierten Gebet. «Das Leiden hat nicht das letzte Wort» waren sich die Teilnehmer mit dem Bischof einig. Und «Tschüss, bis zum nächsten Mal!» (12.4.2011)
Linktipp:
Den Zugang zum Chat finden Sie rund um die Uhr auf ekkw.de unter:
www.ekkw.de
Bischofschat zum Buß- und Bettag
18.11.2010: «Worauf es sich zu warten lohnt» – Bischof Hein chattet zum Buß- und Bettag
Ja zu Mindestlohn / «Gerechtigkeit ist schwierige Sache»
Hein sprach sich klar für die Einführung eines Mindestlohns in Deutschland aus, damit die Menschen auch von ihrer Arbeit leben können und nicht zusätzlich auf Hartz 4 angewiesen sind. Allerdings sei es nicht einfach, gerechte Löhne zu zahlen, wenn die Konkurrenz groß sei und der betriebswirtschaftliche Druck steige. «Gerechtigkeit ist eine schwierige Sache», sagte der Bischof im Chat und machte deutlich, dass zum Beispiel in der Diakonie die kirchlichen Einrichtungen leider oft nicht konkurrenzfähig sind, wenn sie Tariflöhne bezahlen. «Mindestlöhne müssen finanzierbar sein», betonte der Bischof ohne von seiner Forderung nach gerechten Löhnen abzurücken.
Wenn man den richtigen Zeitpunkt verpasst – vom vergeblichen Warten
Ein intensiver Gesprächsgang im Chat drehte sich um die Frage, ob man einen Zeitpunkt verpassen kann, wenn man zu lange wartet. Viele Chatter erzählten hier dem Bischof von ihren Erfahrungen, zum Beispiel in der Liebe. So schrieb Ede: «Ich habe jemand verletzt und jetzt ist alles zu spät. Das ist ganz bitter.» Bischof Hein machte Mut, verwies aber zugleich auf eigene Versäumnisse. «Auch ich kam einmal zu spät», so der Bischof. «Ich war als Pfarrer an ein Sterbebett gerufen worden, habe zu lange gewartet und kam zu spät. Das begleitet mich bis heute. Jetzt geh ich immer – sofort», bekannte Bischof Hein vor der Chattergemeinde, die er am Ende des über einstündigen Gesprächs im Internet mit einem Segensgruß verabschiedete.
Erfolgreiche Kampagne zum Buß und Bettag
Der Chat bildete den Abschluss der diesjährigen Buß und Bettagskampagne unter dem Motto: »Worauf wartest Du?». Mit Gottesdiensten, Zeitungsanzeigen und dem Internetangebot auf busstag.de hatte die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) ein Zeichen zur Selbstbesinnung gesetzt. Der Erfolg der Kampagne übertraf in diesem Jahr die Erwartungen der Veranstalter. So riefen mehr als 30.000 Internetnutzer binnen weniger Tage die Seiten der Kampagne auf, zahlreiche Menschen trugen sich in die Gebetsforen ein, über 500 Menschen beantworteten im interaktiven Bereich die Frage «Worauf wartest Du?» - «Wir haben mit der Frage nach den Versäumnissen und Hoffnungen in unserem Leben in diesem Jahr ein Thema in den Mittelpunkt gestellt, die viele Menschen beschäftigt,» sagte Pfarrer Christian Fischer, Internetbeauftragter der EKKW, nach dem Chat. Die Resonanz zeige, dass viele Menschen große Sehnsüchte in sich tragen und die Kirche der richtige Raum sei, darüber untereinander und mit Gott ins Gespräch zu kommen. (18.11.2010)
Linktipp:
Alles über den Buß- und Bettag 2010 finden Sie im Internet unter:
www.busstag.de/10
35 Chatter diskutierten mit Bischof Hein über die Auferstehung Jesu
15.04.2010: «Ostern heißt Befreiung»
Breiten Raum in der Diskussion nahm die Frage ein, wie man sich die Auferstehung Jesu konkret vorstellen könne und wie ein Leben nach dem Tod aussieht. Hein sprach von einer «wunderbaren Verwandlung» und von einer «neuen Dimension des Lebens, die weiter reicht als Raum und Zeit.» Teilnehmerin «Maja» ergänzte, sie stelle sich das Leben nach der Auferstehung «hell und freundlich» vor, und sagte: «Ich wünsche mir unendliches Wissen und Verstehen, das wäre toll». – «Wenn ich frei habe, sonntags oder im Urlaub, das ist für mich wie Ewigkeit», ergänzte «Heidi» und «Ebru» meinte: «Eins sein mit mir selbst, keine Neurosen, kein Neid, keine Zweifel, das wäre es für mich!»
Hein: «Ewigkeit ist wie ein Augenblick intensiver Liebe»
Bei dem Thema Auferstehung kamen auch die Sehnsüchte der Teilnehmer im Chat zur Sprache. Viele wünschten sich endlich Frieden in Afghanistan und eine Kirche, die ehrlich mit sich selbst und ihren Fehlern umgeht. Allerdings überwogen in dem einstündigen Gespräch ganz deutlich die hoffnungsvollen Signale. Die Auferstehung Jesu eröffne für jeden Menschen immer wieder neue Anfänge und breche selbst die Macht des Todes – darin waren sich viele Chatter einig. Und als Bischof Hein formulierte, was er sich unter Ewigkeit vorstelle, lauschte die Chattergemeinde gespannt. «Ich stelle es mir so vor», schrieb Hein: «Es ist wie in den Augenblicken intensiver Liebe. Dann spielt die Zeit keine Rolle, niemand schaut auf die Uhr und wir sind – wie der Volksmund sagt – im siebten Himmel. Das ist Ewigkeit!»Der nächste Bischofschat findet wieder auf ekkw.de am Donnerstag, 18.11.2010, von 20 Uhr bis 21 Uhr statt – zum Buß und Bettag. (15.04.2010)
ekkw.de-Chat:
Der Onlinechat auf ekkw.de ist rund um die Uhr geöffnet:
zum Chat
Bischofschat zum Buß- und Bettag
19.11.2009: «Was zählt noch?» – Bischof Hein chattet mit mehr als 40 Interessierten
Aber auch der Bischof selbst wurde im Chat nach seinen persönlichen Werten befragt: «Kann man sich als Bischof auch Schwäche leisten?» fragten gleich zwei Teilnehmer. Bischof Hein entgegnete: «Es ist schwierig. Die einen erwarten von mir, dass ich nicht übermächtig bin, die anderen wiederum hätten gerne, dass ich als Bischof alle Probleme löse.» Schwer falle es ihm, auf Erwartungen zu reagieren, die er nicht erfüllen könne, so der Bischof.
Tod von Robert Enke: Kritik an den Medien
Angesichts des Todes von Robert Enke kritisierten die Chatter die Berichterstattung in den Medien. «Schrecklich, was die Medien aus dem Tod Enkes gemacht haben», meinte «Schmiddi» und «Nils» kommentierte «Alles wird tot geredet». Bischof Hein antwortete: «Enke ist ins übermenschliche gehoben worden, das wird ihm, glaube ich, nicht gerecht». Gleichzeitig zeigte er Verständnis für die große Angst zu versagen und warnte vor voreiligen Analysen: Niemand kann letztlich die Beweggründe eines Menschen verstehen, der sich endgültig von uns verabschiedet», so Bischof Hein. Auf die Frage eines Chatters, ob denn Selbsttötung eine Sünde sein, sagte Hein: «Nein, aber sie ist auch keine Lösung».
«Mit Studierenden an den Hochschulen solidarisch»
Solidarisch zeigte sich Hein im Chat mit den Studierenden, die zurzeit an den Hochschulen protestieren. «Ich bin jede Woche an der Universität», sagte Hein, «und ich erlebe, wie beengt die Verhältnisse sind. Ich kann vollkommen verstehen, dass die Studenten zurzeit protestieren, sie haben meine Solidarität.» Auf Nachfrage erläuterte er auch, wie er seine Solidarität ausdrückt: «Ich nutze die politischen Kontakte, um auf die Missstände hinzuweisen,» versicherte der Bischof.
Erfolgreiche Kampagne zum Buß und Bettag
Der Chat bildete den Abschluss der diesjährigen Buß und Bettagskampagne unter dem Motto: «Was zählt noch?». Mit Gottesdiensten, Zeitungsanzeigen und dem Internetangebot auf www.busstag.de hatte die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) ein Zeichen zur Selbstbesinnung gesetzt. Der Erfolg der Kampagne übertraf in diesem Jahr die Erwartungen der Veranstalter. So riefen die Internetnutzer binnen weniger Tage mehr als 80.000 mal die Seiten der Kampagne auf, zahlreiche Menschen trugen sich in die Gebetsforen ein, über 500 Menschen beantworteten im interaktiven Bereich die Frage «Was zählt für Dich?» - «Wir haben mit der Frage nach den persönlichen Werten und Überzeugungen in diesem Jahr eine Frage gestellt, die viele Menschen beschäftigt», sagte Pfarrer Christian Fischer, Internetbeauftragter der EKKW, nach dem Chat. Die Resonanz zeige, dass viele Menschen sehr gut wissen, für welche Werte sie sich einsetzen wollen und die Kirche der richtige Raum sei, darüber ins Gespräch zu kommen. (19.11.2009)
Linktipp:
Alles über den Buß- und Bettag 2009 unter:
busstag.de/09
ekkw.de-Chat:
Der Onlinechat auf ekkw.de ist rund um die Uhr geöffnet:
zum Chat
«Entdecken, was uns wirklich trägt»
23.04.2009: Über 20 Chatter diskutierten mit Bischof Hein über die Wirtschaftskrise
Der Forderung nach einer einfachen Zuordnung der Schuld für die Krise erteilte der Bischof eine Absage: «Auf die Banker und raffgierigen Manager lässt sich leicht schimpfen!» entgegnete Hein. Vielmehr sei die verbreitete «Raff-Mentaltität» des «Immer mehr» für die Auswüchse in der Finanzwirtschaft mitverantwortlich. Niemand hätte sich mehr mit Zinsen unter 5 Prozent zufrieden gegeben, selbst normale Verbraucher seien zu Spekulanten geworden. Sein Rat für die Zukunft: Mehr Bescheidenheit, Sorgsamkeit und Augenmaß!
Religiöse Fragen standen in der Schlussphase des Chats im Mittelpunkt. Mehrere Teilnehmer fragten den Bischof, woher er die Zuversicht angesichts der Krise nehme. Hein antwortete, die Zuversicht komme aus seinem Gottvertrauen, denn Gottes große Verheißungen gelten nach wie vor. In der Krise könne man zudem durchaus etwas lernen: «Wir können entdecken, was uns wirklich trägt», betonte Hein. (23.4.2009)
Bischofschat zum Thema: «Ehrlichkeit?»
20.11.2008: Bischof Hein: «Mehr Mut zur Ehrlichkeit - es lohnt sich!»
Bischof Hein hatte unter dem Motto «Ehrlich?» zu der Diskussion eingeladen und beantwortete die Fragen der Chatter im Sekundentakt: «Wer glaubt denn derzeit noch einem Politiker in Hessen, was er sagt?», fragte eine Teilnehmerin. Bischof Hein nahm allerdings die Politiker vor pauschalen Verurteilungen in Schutz: «Ich wehre mich dagegen, Politiker immerfort abzustempeln als solche, die es mit der Wahrheit nicht ernst nehmen», so Hein. «Ich glaube und vertraue auch Politikern, wenn ich fühle, die meinen es ehrlich». Hein erntete dafür Zustimmung in der Gesprächsrunde: «Niemand hat für alle Probleme eine Patenlösung, das müssen wir auch Politikern zugestehen», urteilten einzelne Teilnehmer.
Hein: «Moralische Instanz ist nicht die Kirche sondern Wort Gottes»
Die Politik benötige dringend Menschen, die ihre eigene Meinung ehrlich vertreten, schließlich seien herausragende Politiker auch keine Mitläufer gewesen, sagte Hein. Er unterstrich, dass auch in den Kirchen gestritten und diskutiert werden müsse, wenn es ehrlich zugehen soll. Auf die mehrfach geäußerte Bitte, die Kirche solle sich als moralische Instanz deutlicher zu Wort melden, entgegnete Hein: «Die moralische Instanz ist nicht die Kirche, sondern das Wort Gottes und darauf hat die Kirche zu verweisen!» Wenn sie an Gottes Willen glaubwürdig erinnere, dann werde die Kirche auch ernst genommen, so der Bischof.
Erfolgreiche Kampagne zum Buß und Bettag
Der Chat bildete den Abschluss der diesjährigen Buß und Bettagskampagne unter dem Motto: «Ehrlich». Mit Gottesdiensten, Zeitungsanzeigen und dem Internetangebot auf busstag.de hatte die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) ein Zeichen zur Selbstbesinnung setzen wollen. Der Erfolg der Kampagne übertraf in diesem Jahr die Erwartungen der Veranstalter. So riefen die Internetnutzer binnen weniger Tage mehr als 100.000 mal die Seiten der Kampagne auf, zahlreiche Menschen trugen sich in die Gebetsforen ein, über 500 Menschen beteiligten sich allein an einer Abstimmung zur Frage «Wo ist Ihnen Ehrlichkeit am wichtigsten?». - «Wir haben mit dem Thema Ehrlichkeit in diesem Jahr den Finger auf eine Wunde gelegt, die vielen Menschen zu schaffen macht», sagte Pfarrer Christian Fischer, Internetbeauftragter der EKKW, nach dem Chat. (20.11.2008)
Linktipp:
Die Website zum Buß- und Bettag 2008 finden Sie unter:
busstag.de
Chat zum Thema: «Ethik am Ende - Wer rettet die Moral?»
10.04.2008: Bischof Hein im Chat: «Gegen jede Doppelmoral!» und: «Ehrlich miteinander umgehen!»
Bischof Hein hatte unter dem Motto «Ethik am Ende - Wer rettet die Moral?» zu der Diskussion eingeladen und beantwortete die Fragen der Chatter im Sekundentakt: «Was sagen Sie zu einem möglichen Boykott der olympischen Spiele in China? Wie sehen Sie die politische Lage in Hessen nach der Wahl?» wollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wissen und der Bischof antwortete ganz offen: «Ich kann verstehen, das manche einen Boykott der Spiele fordern. Aber alle wussten doch vorher, dass China kein demokratisches Land ist. Trotzdem wollen viele weiter dort Geschäfte machen. Das nenne ich Doppelmoral!» Er empfahl statt eines Boykotts öffentliche Kritik und Formen des Protests, wie zum Beispiel das Fernbleiben bei der Eröffnungsfeier.
Glaubwürdigkeitsdefizit nach der Wahl in Hessen
In Hessen beklagte Hein ein Glaubwürdigkeitsdefizit nach der Wahl: «Wir sollten uns auf das verlassen können, was vor der Wahl versprochen wurde. Inzwischen muss man damit rechnen, dass hinterher alles anders ist. Das trägt nicht zur Glaubwürdigkeit bei und betrifft nicht nur die SPD...», sagte Bischof Hein im Chat. Die Leute hätten das permanente Taktieren satt. Die beiden letzten Monate in Hessen hätten der Politik insgesamt sehr geschadet. Sein Rat an die Politiker in Hessen: «Ehrlich miteinander umgehen!»Scharfe Kritik an Steuerhinterziehung - Suche nach glaubwürdigen Vorbildern
Breiten Raum nahm im Chat auch die Diskussion um Steuerhinterziehung und Vorbilder ein. Scharfe Kritik übte der Bischof an Bürgern, die auf der einen Seite die Vorteile Deutschlands ausnutzten aber mit dem eigenen Geld aus der Solidargemeinschaft ausscherten. «Die Segnungen dieses Staates nutzen, aber sich persönlich nicht daran beteiligen zu wollen, etwa durch Steuerhinterziehung, ist unmoralisch», so Hein.
Allgemein bedauert wurde im Chat, dass es immer weniger Vorbilder gebe. Viele Teilnehmer nannten dann aber doch ihre persönlichen Vorbilder für ihren Glauben und Ihre moralischen Grundsätze. Ob Oma, Pfarrer oder Lehrer - zum Schluss des Chats erzählten die Teilnehmer offen über ihre persönlichen Vorbilder. Und auch der Bischof bekannte: «Von meinen Eltern habe ich Verlässlichkeit gelernt und den sorgfältigen Umgang mit dem, was wir haben.» (10.04.2008)
22.11.2007: Chat zum Buß- und Bettag - Bischof Hein: «Warum-Fragen brauchen Zeit»
Die Frage nach dem «Warum», so Hein, sei nicht sinnlos, wie mancher Teilnehmer vermutete. Selbst wenn man auf diese Frage keine unmittelbare Antwort erhalte, helfe sie doch weiter. Auch Jesus am Kreuz hätte auf seine Frage «Vater, warum hast Du mich verlassen» keine unmittelbare Antwort erhalten. Die Antwort sei wenig später gekommen: «Gott hat ihn von den Toten auferweckt». Dies zeige auch: «Warum-Fragen brauchen Zeit», so der Bischof im Chat.
Zum Ende des einstündigen Chats wurde es persönlich und still, als Hein die Frage gestellt wurde: «Haben Sie auch schon nach dem Warum gefragt und keine Antwort erhalten?» - Hein bejahte diese Frage und berichtete den Chattern von persönlichen Momenten seines Lebens. Er bekannte auch, dass er manchmal keine schlüssige Antwort gefunden habe. Aber: «Mein Leben hat trotzdem seinen Sinn behalten. Mein Grundgefühl ist eine tiefe Geborgenheit in Gott», bekannte der Bischof, «komme was da kommen mag».
Der Chat bildete den Abschluss der diesjährigen Buß und Bettagskampagne unter dem Motto: «Warum?» Mit Gottesdiensten, Zeitungsanzeigen und dem Internetangebot auf www.busstag.de hatte die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) ein Zeichen zur Selbstbesinnung setzen wollen. Der Erfolg der Kampagne überraschte selbst die Veranstalter. So riefen die Internetnutzer binnen weniger Tage mehr als 80.000 mal die Seiten der Kampagne auf, zahlreiche Menschen trugen sich in die Gebetsforen ein. «Die große Nachfrage zeigt, dass viele Menschen Warum-Fragen mit sich herum tragen und vor Gott bringen wollen», sagte Pfarrer Christian Fischer, Internetbeauftragter der EKKW, nach dem Chat. (22.11.2007)
Linktipp:
Die Website zum Buß- und Bettag 2007 finden Sie unter:
busstag.de
ekkw.de-Chat:
Der Onlinechat auf ekkw.de ist rund um die Uhr geöffnet:
zum Chat

Gibt es in Deutschland zu viele oder zu wenige Verbote? Antworten darauf gab es im Chat mit Bischof Hein. (Fotomontage: medio.tv/Fischer/Küster)
17.04.2007: Bischof Hein: «Verantwortlicher Umgang mit der Freiheit ist wichtiger als Verbote!»
Gegenüber mehr als 30 Chattern plädierte der Bischof am Dienstagabend (17.04.) nicht zu sehr auf Verbote zu setzen: «Verbote sind Wegweiser und Grenzmarken, sie sind die ultima ratio, die letzte Möglichkeit», sagte der Bischof. Der Glaube an Christus befähige demgegenüber zur Freiheit, daher müsse man nicht alles sofort verbieten.
Der Bischof hatte unter dem Motto «Wie viele Verbote braucht der Mensch?» zu der Diskussion eingeladen und beantwortete die Fragen der Chatter im Sekundentakt: «Wie stehen Sie zum Rauchverbot in Gaststätten und zum Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen? Sollten PC-Killerspiele nicht verboten werden?» wollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wissen und der Bischof antwortete ganz persönlich: «Ich habe früher geraucht und wenig Rücksicht darauf genommen, dass andere sich davon belästigt fühlten», bekannte Hein.
Inzwischen sehe er es als ein Gebot der Rücksicht, nicht in Gegenwart anderer zu rauchen und sie einzunebeln. Er unterstütze daher eine gesetzliche Regelung: «Ich möchte nicht, dass in öffentlichen Räumen geraucht wird, im Restaurant mag es Raucherecken geben, aber klar gekennzeichnet. Überall sonst bin ich der Meinung, dass man sich aus Rücksicht gegenüber anderen an ein Verbot halten sollte», sagte der Bischof. Das gelte auch für den Umgang mit Alkohol: «Es ist schrecklich zu sehen, wie Teenies beim Kampftrinken umkippen», sagte Hein. Im Zweifelsfall müsse es auch Verbote geben, die durchgesetzt werden können.
PC-Killerspiele verbieten / Umgang mit Internet einüben
«Wenn es gelänge, gegen die PC-Killerspiele ein Verbot durchzusetzen, wäre ich dafür», sagte Hein. Viel wichtiger als Verbote sei jedoch der verantwortliche Umgang mit der eigenen Freiheit: «Das Internet ist ein Raum der Freiheit und verlangt darum nach Verantwortung. Ich plädiere dafür, den Umgang mit diesem Medium einzuüben und Kinder und Jugendliche in die Lage zu versetzen, entscheiden zu können.» Medienpädagogik müsste Schulfach sein, forderte der Bischof.Plädoyer für eine lebenswerte Gesellschaft, die keine Verbote braucht
«Besser und lebenswerter wäre ohnehin eine Gesellschaft, die keine Verbote braucht», unterstrich Hein im Chat. Er warb bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, sich für eine «ideale Gemeinschaft» einzusetzen. Das brauche aber «Überwindung und Selbstdisziplin». Allgemein bedauert wurde im Chat, dass es immer weniger Vorbilder für diesen Weg gebe. Hein empfahl, nicht nach den großen unerreichbaren Idolen zu schauen, sondern sich selbst etwas vorzunehmen und nie alles auf einmal zu versuchen. Der Glaube an Christus mache eigenständig, daher könne jeder auch selbst seine Vorbilder finden, «bloß bitte keine Abziehbilder oder Schablonen», mahnte der Bischof. (17.04.2007)
23.11.2006: Chat zum Buß- und Bettag - Bischof Hein: «Verantwortung beginnt dort, wo ich mich nicht immer herausrede»
Bei den Ladenöffnungszeiten waren sich die Teilnehmer mit dem Bischof weitgehend einig, dass eine Ausweitung unnötig sei und Familienbetriebe Nachteile zu erwarten hätten. Hein zeigte sich im Chat enttäuscht, dass sich das kirchliche Engagement gegen eine Ausweitung der Ladenöffnungszeiten im hessischen Landtag nicht durchgesetzt habe und der Konsum immer mehr in den Vordergrund gerückt werde. Heins Vorschlag: «Man muss nicht mitmachen!». Verärgert zeigte sich der Bischof darüber, dass in Kassel schon vor dem Ewigkeitssonntag die Weihnachtsbeleuchtung brenne und in Frankfurt der Weihnachtsmarkt geöffnet sei. Den Chattern empfahl der Bischof: «Abwarten bis der 1. Advent da ist und dann entspannt über den Weihnachtsmarkt schlendern».
Bei der Frage nach Verantwortung gegenüber der Umwelt wurde im Chat allgemein bedauert, dass das Engagement für die Umwelt in den letzten 20 Jahren nachgelassen habe. Und dass, obwohl es «unserer Erde an den Kragen gehen könnte», wie Bischof Hein im Chat unterstrich. Für ihn fange auch bei der Umwelt Verantwortung im Kleinen an, erklärte er den Chattern. So fahre er heute deutlich mehr mit der Bahn und versuche kleinere Wege zu Fuß zu erledigen.
Hein: «Familie größte Sozialeinrichtung»
Positiv würdigte der Bischof das große Engagement, das einige Besucher des Chats für ihre Familien zeigten. «Ich weiß, wie viele sich in der Familie aufreiben», sagte der Bischof. Mit der Gründung einer Familie beginne eine lebenslange Verantwortung, vor der sich leider heute viele drückten. Die Unternehmen erinnerte Hein an ihre soziale Verantwortung, rief aber gleichzeitig zur Differenzierung auf: «Es sind nicht die «bösen Unternehmer», sondern es sind die Auswüchse, dass auf der einen Seite die Vorstandsgehälter in manchen Unternehmen um ein Drittel erhöht werden und auf der anderen Seite 4000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen werden, die Kritik nötig erscheinen lassen», so Hein. Für ihn sei das Modell der sozialen Marktwirtschaft nach wie vor das Leitbild.
Theologisch interessant wurde es in der Schlussphase des Chats, als ein Teilnehmer die Frage stellte, warum man überhaupt Verantwortung übernehmen solle. Hein entgegnete: Jeder Mensch sei nicht nur sich selbst und anderen, sondern Gott gegenüber verantwortlich. «Wir werden mal von Gott gefragt werden: Was hast Du aus Deinem Leben gemacht?», so Hein. Wer diese Frage im Blick habe, für den werde das Leben nicht unbedingt leichter, aber sinnvoller und reicher, unterstrich der Bischof. Es lohne daher jeden Tag neu zu fragen, was der Wille Gottes sei und sich Zeit zu nehmen, um in der Bibel zu lesen und zu beten. Jeder, der Verantwortung übernehme, mache auch Fehler. Deshalb sei die Beziehung zu Gott wichtig: «Auch ich lebe davon, dass mir vergeben wird», sagte Bischof Hein.
Großes Interesse an Bußtagskampagne
Der Chat bildete den Abschluss der diesjährigen Buß- und Bettagskampagne unter dem Motto: «Viel Raum für Verantwortung». Mit Gottesdiensten, Zeitungsanzeigen und dem Internetangebot auf busstag.de hatte die Evangelische Kirche von Kurhessen Waldeck (EKKW) zu mehr Selbstverantwortung aufgerufen. Schon seit mehreren Jahren übernehme die Landeskirche damit eine Vorreiterrolle in Deutschland, sagte Pfarrer Christian Fischer, Internetbeauftragter der EKKW, nach dem Chat. Bischof Hein sei bundesweit zudem der einzige evangelische Bischof, der sich regelmäßig den unzensierten Gesprächsrunden im Internet stelle. Nach Auskunft der landeskirchlichen Medienagentur medio! ist der nächste Bischofschat für April 2007 geplant. (24.11.2006)
Linktipp:
Alles über den Buß- und Bettag 2006 unter:
busstag.de
03.05.2006: Bischof Hein zur Fußball-WM: Lehmann klar die Nummer eins

Vorfreude auf die Fußball-WM: Bischof Hein chattet in den mit Fahnen teilnehmender Nationen dekorierten medio-Redaktionsräumen in Kassel. (Foto: medio.tv/küster)
Lehmann klar die Nummer eins - Gegen Fußballübertragung in Kirchen
Große Einigkeit herrschte dagegen bei der Frage, wer für die deutsche Mannschaft im Tor stehen soll. Hein wörtlich: «Lehmann ist 'Torspieler', Kahn 'Torsteher'!» Daher sei Lehmann Kahn vorzuziehen. Viele der Teilnehmer wollen sich die Spiele bei der von evangelischen Kirchengemeinden angebotenen Übertragung in Gemeindehäusern ansehen. Auch der Bischof begrüßte diese Möglichkeit: «Ich habe vor, selbst mal in eine Gemeinde zu fahren», sagte Hein, ohne allerdings zu verraten in welche. Deutlich sprach er sich allerdings gegen eine Fußballübertragung in Kirchen aus: «Wir haben genügend andere Räume und feiern das Gemeindefest ja auch nicht in der Kirche selbst», sagte der Bischof. Dann gebe es auch keine Probleme mit dem Alkohol im Gotteshaus.
Lebensberatung für Spieler - Ratschläge für Fußballskeptiker
Am Rande wurde im Chat bedauert, dass die nordhessischen Vereine zur zeit keinen Spitzenfußball anbieten. Die Idee eines Teilnehmers, die Evangelische Kirche solle einzelne Vereine unterstützen, griff Bischof Hein auf («das habe ich auch schon mal überlegt») und schlug Trikotwerbung mit der Aufschrift «Evangelische Kirche» vor. Die Teilnehmer ermunterten den Bischof, das Ziel weiter zu verfolgen («Das wäre eine witzige Idee»). Durchaus ernst gemeint, war die Frage, ob jungen Spielern nicht verstärkt Seelsorge angeboten werden sollte. Hein: «Spieler wie Schweinsteiger oder Podolski brauchen Lebensberatung und zwar uneigennützige!»
Und schließlich sorgten sich die WM-Chatter auch um die Menschen, die während der Fußball-WM nichts vom Fußball hören und sehen wollen. Ihnen schlugen einige Teilnehmer vor, für «vier Wochen ins Kloster» zu gehen. Hein empfahl den Fußballskeptikern dagegen, «einfach aus der Halbdistanz mitmachen, mal zuschauen und wenn`s nicht klappt, gibt`s genug fußballfreie Zonen» so der Bischof. Er lud alle Fans und Skeptiker zum WM-Eröffnungsgottesdienst am Pfingstmontag um 11 Uhr auf den Römerberg nach Frankfurt am Main ein. (03.05.2006)
ekkw.de-Chat:
Der Onlinechat auf ekkw.de ist rund um die Uhr geöffnet:
zum Chat
Chat zum Buß- und Bettag
17.11.2005: Bischof Hein: «Keiner hat ein reines Gewissen, wir leben alle aus der Vergebung»
Angesprochen auf den Fall des ermordeten Jungen Tim in Elmshorn, sagte der Bischof, der Mörder könne nie ein reines Gewissen bekommen, denn das würde ihn ins Recht setzen. Allerdings könne selbst einem Mörder seine Sünde vergeben werden. Gegenüber «gewissenlosen» Menschen plädierte Hein für Klarheit und Deutlichkeit.
Hein: Zehn Gebote sind «zehn große Freiheiten»
Nach einer langen Diskussion verständigten sich die Chatterinnen und Chatter auf die zehn Gebote der Bibel als dem wesentlichen Fundament der Werte. Gegenüber Skeptikern im Chat regte Hein an, die Zehn Gebote als die «Zehn Ermöglichungen» zu lesen. Hein: «Also nicht: Du sollst nicht stehlen, sondern: Du brauchst nicht stehlen». Der Bischof forderte die Chattergemeinde auf: «Probiert`s mal» und bekannte, dass er die Zehn Gebote als «zehn große Freiheiten» erlebe.
Zum Ende des einstündigen Chats wurde es persönlich: «Welcher Wert ist für den Bischof am wichtigsten?» fragte eine Teilnehmerin. «Verlässlichkeit» entgegnete Hein, denn Verlässlichkeit sei die Grundlage für jede vertrauensvolle Beziehung. «Und für welchen Wert würden Sie kämpfen, Herr Bischof?» - «Ich liebe die Freiheit, und für diesen Wert würde ich auch kämpfen» antwortete der Bischof, um später hinzuzufügen: «... auch wenn ich nicht zum Helden geboren bin.».
Großes Interesse an Bußtagskampagne
Der Chat bildete den Abschluss der diesjährigen Buß- und Bettagskampagne unter dem Motto: «Reines Gewissen? - Was sind Ihre Werte wert?». Mit Gottesdiensten, Zeitungsanzeigen und dem Internetangebot auf busstag.de hatte die Evangelische Kirche von Kurhessen Waldeck (EKKW) Anregungen zur Selbstbesinnung geben wollen. Der Erfolg der Kampagne überraschte selbst die Veranstalter. So riefen die Internetnutzer binnen weniger Tage mehr als 80.000 mal die Seiten der Kampagne auf, zahlreiche Menschen trugen sich in die Gebetsforen ein. «Die große Nachfrage zeigt, dass sich viele Menschen Gedanken um ihr Gewissen machen», sagte Pfarrer Christian Fischer, Internetbeauftragter der EKKW, nach dem Chat. (17.11.2005)
Linktipp:
Die Website zur Kampagne finden Sie unter:
busstag.de
Radiospot:
Der Spot war zu hören am Buß- und Bettag auf Hit Radio FFH:
Anhören...
Themenchat
12.04.2005: Kontroverse Debatte um Sterbehilfe im Bischofschat
Weitgehend begrüßt wurde von den Teilnehmern die sog. Patientenverfügungen. «Eine solche Verfügung zwingt uns dazu, uns mit dem eigenen Tod auseinanderzusetzen», so Bischof Hein. «Ich trete sehr für die Patientenverfügung ein», sagte Hein, und warb gleichzeitig für eine fürsorgliche Sterbebegleitung, wie sie in den Hospizen geleistet wird. Verständnis zeigt der Bischof auch für die von vielen Chattern geäußerte Angst vor dem eigenen Sterben und dem Verlust naher Angehöriger: «Trotz aller Hoffnung auf die Auferstehung fällt es uns schwer, einander loszulassen», sagte Hein.
Zu Beginn des Chats tauschten sich die Teilnehmer auch über den Tod Johannes Paul II. aus. Heftig kritisiert wurde der «Medienrummel» um das Sterben des Papstes und die oft nicht sachkundige Berichterstattung insbesondere im Fernsehen. Bischof Hein fand nachdenkliche Worte zum Tod des Papstes: «Es war beeindruckend, zu sehen, wie der Glaube an der Grenze zum Tod einen Menschen trägt».
Der nächste Chat mit Bischof Hein findet am 17.11.2005 statt. Das Thema wird dann kurzfristig auf der landeskirchlichen Internetseite www.ekkw.de veröffentlicht. (12.04.2005)
Chat zum Buß- und Bettag
18.11.2004: Bischof Hein segnet «Chattergemeinde»
Zuvor hatten die ca. 30 Chatter eine Stunde über die schwierige wirtschaftliche Lage in Nordhessen, Arbeitslosigkeit und Hartz IV kontrovers mit dem Bischof diskutiert.. «Ich finde die Situation in Deutschland zur Zeit sehr deprimierend, mir geht das richtig nahe», sagte ein Chatter. Einig war man sich mit dem Bischof, dass die Streichung eines Feiertages «nichts bringt» um den Schuldenberg der öffentlichen Kassen abzubauen.
Zum Verhältnis von Christen und Muslimen in Deutschland befragt, zeigte sich der Bischof deutlich skeptischer als noch vor wenigen Jahren: «Als Dekan habe ich auf den regelmäßigen Dialog gesetzt, inzwischen erlebe ich, wie schwierig es ist, sich überhaupt zu begegnen und dann verstehen zu lernen.» Im Chat erteilte er einem EU- Beitritt der Türkei zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine klare Absage, sprach sich aber gleichzeitig für einen islamischen Religionsunterricht aus «unter gleichen Bedingungen wie es evangelischen und katholischen Religionsunterricht gibt.»
Der Chat bildete den Abschluss der diesjährigen Buß und Bettagskampagne unter dem Motto: «Der erste macht das Licht an. Dein Glaube verändert die Welt.» Mit Gottesdiensten, Zeitungsanzeigen und dem Internetangebot auf www.busstag.de hatte die Evangelische Kirche von Kurhessen Waldeck (EKKW) ein Zeichen gegen die Resignation setzen wollen. Der Erfolg der Kampagne überraschte selbst die Veranstalter. So riefen die Internetnutzer binnen weniger Tage mehr als 70.000 mal die Seiten der Kampagne auf, zahlreiche Menschen trugen sich in die Gebetsforen ein. «Die große Nachfrage zeigt, dass sich viele Menschen nach einer Veränderung sehnen und Glauben jeden Tag die Welt verändern kann», sagte Pfarrer Christian Fischer, Internetbeauftragter der EKKW, nach dem Chat. (18.11.2004)
Themenchat
19.04.2004: Gottesdienste am Karfreitag und «Ist Bonifatius katholisch?»
Die Forderung nach einer Kleiderordnung für Pfarrerinnen und Pfarrer wies der Bischof weit von sich: «Ich finde, inzwischen wissen die meisten Pfarrer und Pfarrerinnen genau, wie sie wo auftreten, da hat sich manches gewandelt,» entgegnete Hein. Auch die These dass es mehr Castingshows für Pfarrer geben sollte, wies Hein zurück. «Ich finde, wir haben ganz viele Superpfarrer und Superpfarrerinnen», sagte der Bischof und außerdem könne es nicht darum gehen, «immer super, immer fit» zu sein, wie es die Superstarshows suggerierten.
Befragt nach der Akzeptanz von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften in der Kirche unterstrich Hein: «Wir respektieren in der evangelischen Kirche diese Form des Zusammenlebens und ich akzeptiere sie auch». Gleichzeitig erteilte er dem Zusammenleben gleichgeschlechtlicher Paare im Pfarrhaus eine klare Absage.
Besinnlich wurde es im Chat als in der Schlussphase die Teilnehmer ihre Erfahrungen zum Thema Beten austauschten. «Ich erwarte eigentlich keine Hilfe», sagte ein Chatter, während ein anderer entgegnete: «Bei mir helfen die Gebete schon, weil ich die Dinge erst mal aus dem Kopf bekomme». Auch der Bischof zeigte sich nachdenklich: «Bei mir gibt es eine ganze Menge Fragen, die mir auf der Seele brennen und deshalb bete ich zu Gott und das tut sehr, sehr gut!» (19.04.2004)
Themenchat
17.11.2003: Worauf kann man überhaupt noch vertrauen?
Montagabend dazu auf, sich nicht zu verstecken, sondern das Wagnis einzugehen und zu sich selbst und seinem Glauben zu stehen. Gerade der Buß- und Bettag zeige, dass «wir immer eine zweite Chance haben». «Wer Schuld eingesteht, hat die Chance, neu anzufangen», sagte Hein im Kreise von über 25 interessierten Chattern auf www.ekkw.de .
Zum Fall Hohmann befragt, schränkte Hein jedoch ein, dass im Hinblick auf die Nazizeit «wir uns die Schuld nicht selbst vergeben können». Die deutsche Geschichte sei wahrlich nicht dazu angetan, mit stolzer Brust durch die Gegend zu laufen, so Hein.
Im bisweilen recht turbulenten Chat wurde es sehr konzentriert, als die Teilnehmer ihre persönlichen Glaubenserfahrungen austauschten. Auf die Frage eines Teilnehmers: «Worauf vertraut denn ein Bischof?» antwortete Hein: «Ich nenne Gott all´ die Dinge, die mich bewegen, und mir ist es wichtig, dass ich Menschen habe, auf die ich mich total verlassen kann.»
Als die Zeit abgelaufen war, hatten alle Teilnehmer die Chance noch eine konkrete Frage an den Bischof zu stellen, die er umgehend beantwortete. Angesichts der guten Resonanz plant medio, die Medienagentur der EKKW, weitere Chats mit Bischof Hein. Infos über Termine gibt es auf der landeskirchlichen Website www.ekkw.de. (17.11.2003)
Themenchat
16.04.2003: Suche nach Zeichen der Hoffnung im Krieg
Die Ohnmachtsgefühle hätten viel mit der Passionszeit zu tun, so Bischof Hein, auch dort gehe es um eine «tiefe Ohnmachtserfahrung». Der Bischof zeigte im Chat aber auch seine Sympathie für Amerika: «Ich mag Amerika, wirklich, aber ich mag nicht die Politik der gegenwärtigen Regierung», so Hein wörtlich und fügte hinzu: «Krieg zu führen ist die eine Sache, einen gerechten Frieden zu schaffen, ist viel schwerer.» Um diese Aufgabe des Friedens zu bewältigen bedürfe es viel Hoffnung und Kraft.
Kurz vor Karfreitag rief der Bischof dazu auf, die Osterbotschaft ernst zu nehmen: «Ich wünsche Euch, dass die Botschaft vom Leben Euch erreicht!», appellierte Hein an die Chatter, die sich dann auch auf die Suche nach Zeichen der Hoffnung machten. Die zahlreichen Demonstrationen, die Haltung der Bundesregierung und die gemeinsame Position von katholischer und evangelischer Kirche wurden als Hoffnungszeichen gesehen, den Weg des Friedens zu gehen. Und so endete der Chat hoffnungsfroh mit dem Ostergruß: «Christus ist wahrhaftig auferstanden!» (16.04.2003)
Themenchat
21.11.2002: Glaubensfragen standen im Chat im Mittelpunkt
In dem turbulenten Gespräch wurde es auch zeitweise sehr still, zum Beispiel als eine Teilnehmerin gemeinsam mit dem Bischof ein Gebet sprach. Bischof Hein zeigte sich von der Ernsthaftigkeit des Gesprächs beeindruckt. Als die Zeit abgelaufen war, verlängerte er den Chat spontan um weitere 15 Minuten. Angesichts der guten Resonanz plant medio, die Medienagentur der EKKW, weitere Chats mit Bischof Hein. Infos über Termine gibt es auf der landeskirchlichen Website www.ekkw.de. (21.11.02)
Themenchat
27.03.2002: Tod Jesu und seine Bedeutung heute
Themenchat
23.11.2000: «Alles gleich gültig?»
In der ersten Phase des Chats war das beherrschende Thema, wieviel Toleranz gegenüber anderen Kulturen in Deutschland entgegengebracht werden sollte. Während manche Chatter die Dominanz einer deutschen Kultur einforderten, konnte sich die Mehrzahl der Teilnehmer schnell mit dem Gedanken anfreunden, dass neben Kirchenglocken auch in der Nachbarschaft die Stimme von einem Minarett erschallt. Die Diskussion um die «Leitkultur» erfuhr eine interessante Bereicherung als eine Teilnehmerin angesichts des Buß- und Bettages eine neue «Leidkultur» einforderte.
Auch die Frage der persönlichen Buße wurde mit dem Bischof angesprochen. Die meisten Teilnehmer signalisierten, dass Ihnen persönlich Buße und Vergebung sehr viel bedeutet und dass sie solche Gesten auch von der Kirche erwarten. Erfreut zeigten sich fast alle Teilnehmer, dass Bischof Dr. Martin Hein an Demonstrationen gegen Fremdenfeindlichkeit teilgenommen hatte. «Super», sagte ein Teilnehmer, «das hatte ich von einem Bischof nicht erwartet.»
In der letzten Phase des Chats befragten zahlreiche Teilnehmer den Bischof auch zur gleichen Gültigkeit verschiedener Lebensformen. Mehrere Chatter forderten den Bischof dazu auf, auch gleichgeschlechtliche Lebensformen als gleichwertig gegenüber der Ehe anzuerkennen. Andere verwiesen auf die Toleranzfährigkeit der Gemeinden, die in diesem Punkt stark gefordert wäre. Der Bischof unterstricht in diesem Zusammenhang die hohe Bedeutung der landeskirchlichen Stellungnahme «Was dem Leben dient», die auch im Internet zur Verfügung steht. (23.11.2000)
Themenchat
06.09.2000: Rechtsradikalismus Thema im «Bischofschat»
Großes Interesse zeigten die »Chatter» auch am bischöflichen Privatleben: Fragen nach seinen Lieblingsurlaubsorten («am liebsten in der Nähe von Städten, z.B. New York, Rom oder Stockholm») beantwortete Hein ebenso bereitwillig wie zu seinen sportlichen Interessen («ich mag die Frankfurter Eintracht seit 1964, damals war ich gegen Stuttgart zum ersten Mal im Waldstadion»).
Über 150 Chatter beteiligten sich an der Chatpremiere, darunter auch eine 80-jährige Dame aus Kassel, die am Computer mit ihrem Enkel Platz genommen hatte, um sich an der regen Diskussion zu beteiligen. Hein zeigte sich erfreut, über die große Resonanz: «Ich finde es einfach klasse, daß immer mehr Leute dieses neue Medium nutzen, auch in der Unbefangenheit, auch in der Unverbindlichkeit, mit der das zunächst geschieht, und trotzdem begeben sich viele Leute rein.» (06.09.2000)
«Chat zur Bischofswahl»
08.05.2000: Neu gewählter Bischof Dr. Martin Hein ging online
So konnten die Nutzerinnen und Nutzer den Verlauf der Wahl live im parallel stattgefundenen Chat miterleben, in dem jeweils die aktuellsten Wahlergebnisse der Durchgänge bekannt gegeben wurden. Am Abend begab sich der designierte Bischof der EKKW, Dr. Martin Hein, auch ins Internet, um sich den Menschen, die im Chat gerade online waren, vorzustellen. (08.05.2000)











