Sie möchten mit dem Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck chatten? Auf dieser Seite finden Sie die nächsten Termine und Rückblicke auf vergangene Bischofschats.
Kassel (medio). «Wie kann man sich die Auferstehung Jesu heute vorstellen?» oder «Warum lohnt es sich zu leben?» – Zwei von zahlreichen Fragen, die über 30 «Chatter» am Donnerstagabend (15.4.) dem Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Martin Hein, im «Bischofschat» auf dem landeskirchlichen Internetserver ekkw.de stellten. Der Bischof hatte unter dem Motto «10 Tage nach Ostern... – Was bedeutet die Auferstehung Jesu heute?» zu der Diskussion eingeladen und beantwortete die Fragen im Sekundentakt: «Auferstehung heißt für mich Befreiung», schrieb der Bischof, «Befreiung aus einengenden Zwängen, aus der Angst vor Missgunst und Neid, aus der Angst, auf einmal allein auf weiter Flur zu stehen und Befreiung aus der Angst, sterben zu müssen», so der Bischof.
Breiten Raum in der Diskussion nahm die Frage ein, wie man sich die Auferstehung Jesu konkret vorstellen könne und wie ein Leben nach dem Tod aussieht. Hein sprach von einer «wunderbaren Verwandlung» und von einer «neuen Dimension des Lebens, die weiter reicht als Raum und Zeit.» Teilnehmerin «Maja» ergänzte, sie stelle sich das Leben nach der Auferstehung «hell und freundlich» vor, und sagte: «Ich wünsche mir unendliches Wissen und Verstehen, das wäre toll». – «Wenn ich frei habe, sonntags oder im Urlaub, das ist für mich wie Ewigkeit», ergänzte «Heidi» und «Ebru» meinte: «Eins sein mit mir selbst, keine Neurosen, kein Neid, keine Zweifel, das wäre es für mich!»
Hein: «Ewigkeit ist wie ein Augenblick intensiver Liebe»
Bei dem Thema Auferstehung kamen auch die Sehnsüchte der Teilnehmer im Chat zur Sprache. Viele wünschten sich endlich Frieden in Afghanistan und eine Kirche, die ehrlich mit sich selbst und ihren Fehlern umgeht. Allerdings überwogen in dem einstündigen Gespräch ganz deutlich die hoffnungsvollen Signale. Die Auferstehung Jesu eröffne für jeden Menschen immer wieder neue Anfänge und breche selbst die Macht des Todes – darin waren sich viele Chatter einig. Und als Bischof Hein formulierte, was er sich unter Ewigkeit vorstelle, lauschte die Chattergemeinde gespannt. «Ich stelle es mir so vor», schrieb Hein: «Es ist wie in den Augenblicken intensiver Liebe. Dann spielt die Zeit keine Rolle, niemand schaut auf die Uhr und wir sind – wie der Volksmund sagt – im siebten Himmel. Das ist Ewigkeit!»
Der nächste Bischofschat findet wieder auf ekkw.de am Donnerstag, 18.11.2010, von 20 Uhr bis 21 Uhr statt – zum Buß und Bettag. (15.04.2010)
Der Onlinechat auf ekkw.de ist rund um die Uhr geöffnet:
Das nächste Mal können Sie mit Bischof Martin Hein am 18. November 2010 (Donnerstag) von 20 bis 21 Uhr chatten.
Die thematische Ausrichtung dieses Bischofschats geben wir frühzeitig bekannt.
Kassel (medio). «Zählt in dieser Gesellschaft nur noch das Geld?» – «Was tun, wenn der eigene Arbeitsplatz gefährdet ist?» – Zwei von zahlreichen Fragen, denen sich der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, am Donnerstagabend (19.11.) im «Bischofschat» auf www.busstag.de stellte. Im Gespräch mit ca. 40 Chattern zeigte der Bischof große Anteilnahme mit den Problemen der Teilnehmer: Er habe den Eindruck, dass sehr oft über die Köpfe vieler hinweg entschieden werde, so Hein, und er fügte hinzu: «Ich finde es schrecklich, dass es so ist.» Zugleich bot er den Betroffenen an, sich noch einmal persönlich um ihre Anliegen zu kümmern.
Aber auch der Bischof selbst wurde im Chat nach seinen persönlichen Werten befragt: «Kann man sich als Bischof auch Schwäche leisten?» fragten gleich zwei Teilnehmer. Bischof Hein entgegnete: «Es ist schwierig. Die einen erwarten von mir, dass ich nicht übermächtig bin, die anderen wiederum hätten gerne, dass ich als Bischof alle Probleme löse.» Schwer falle es ihm, auf Erwartungen zu reagieren, die er nicht erfüllen könne, so der Bischof.
Tod von Robert Enke: Kritik an den Medien
Angesichts des Todes von Robert Enke kritisierten die Chatter die Berichterstattung in den Medien. «Schrecklich, was die Medien aus dem Tod Enkes gemacht haben», meinte «Schmiddi» und «Nils» kommentierte «Alles wird tot geredet». Bischof Hein antwortete: «Enke ist ins übermenschliche gehoben worden, das wird ihm, glaube ich, nicht gerecht». Gleichzeitig zeigte er Verständnis für die große Angst zu versagen und warnte vor voreiligen Analysen: Niemand kann letztlich die Beweggründe eines Menschen verstehen, der sich endgültig von uns verabschiedet», so Bischof Hein. Auf die Frage eines Chatters, ob denn Selbsttötung eine Sünde sein, sagte Hein: «Nein, aber sie ist auch keine Lösung».
«Mit Studierenden an den Hochschulen solidarisch»
Solidarisch zeigte sich Hein im Chat mit den Studierenden, die zurzeit an den Hochschulen protestieren. «Ich bin jede Woche an der Universität», sagte Hein, «und ich erlebe, wie beengt die Verhältnisse sind. Ich kann vollkommen verstehen, dass die Studenten zurzeit protestieren, sie haben meine Solidarität.» Auf Nachfrage erläuterte er auch, wie er seine Solidarität ausdrückt: «Ich nutze die politischen Kontakte, um auf die Missstände hinzuweisen,» versicherte der Bischof.
Erfolgreiche Kampagne zum Buß und Bettag
Der Chat bildete den Abschluss der diesjährigen Buß und Bettagskampagne unter dem Motto: «Was zählt noch?». Mit Gottesdiensten, Zeitungsanzeigen und dem Internetangebot auf www.busstag.de hatte die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) ein Zeichen zur Selbstbesinnung gesetzt. Der Erfolg der Kampagne übertraf in diesem Jahr die Erwartungen der Veranstalter. So riefen die Internetnutzer binnen weniger Tage mehr als 80.000 mal die Seiten der Kampagne auf, zahlreiche Menschen trugen sich in die Gebetsforen ein, über 500 Menschen beantworteten im interaktiven Bereich die Frage «Was zählt für Dich?» - «Wir haben mit der Frage nach den persönlichen Werten und Überzeugungen in diesem Jahr eine Frage gestellt, die viele Menschen beschäftigt», sagte Pfarrer Christian Fischer, Internetbeauftragter der EKKW, nach dem Chat. Die Resonanz zeige, dass viele Menschen sehr gut wissen, für welche Werte sie sich einsetzen wollen und die Kirche der richtige Raum sei, darüber ins Gespräch zu kommen. (19.11.2009)
Alles über den Buß- und Bettag 2009 unter:
Der Onlinechat auf ekkw.de ist rund um die Uhr geöffnet:
Kassel (medio). «Wer ist an der Krise schuld?» oder «Ist die Krise nicht eine einzige Inszenierung der Medien? – Zwei von zahlreichen Fragen, die über 20 «Chatter» am Donnerstagabend dem Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Martin Hein, im «Bischofschat» auf dem landeskirchlichen Internetserver ekkw.de stellten. Der Bischof hatte unter dem Motto «Krise und keine Ende ... – Was kann wirklich helfen?» zu der Diskussion eingeladen und beantwortete die Fragen im Sekundentakt: «Ich spüre die Auswirkungen noch nicht persönlich», schrieb der Bischof, «allerdings glaube ich auch, dass noch sehr viel schwierigere Zeiten kommen werden, weil nicht alles durch Schulden kompensierbar ist». Mitte des Jahres werde sich zeigen, ob die Konjunkturprogramme wirken, so Heins Einschätzung. Der Bischof kritisierte an der Politik, dass «vieles zu kurzatmig läuft. Alle blicken auf die Bundestagswahl. Nachhaltigkeit verlangt mehr Zeit und mehr Gemeinsamkeit, als sie derzeit erkennbar ist», so der Bischof.
Der Forderung nach einer einfachen Zuordnung der Schuld für die Krise erteilte der Bischof eine Absage: «Auf die Banker und raffgierigen Manager lässt sich leicht schimpfen!» entgegnete Hein. Vielmehr sei die verbreitete «Raff-Mentaltität» des «Immer mehr» für die Auswüchse in der Finanzwirtschaft mitverantwortlich. Niemand hätte sich mehr mit Zinsen unter 5 Prozent zufrieden gegeben, selbst normale Verbraucher seien zu Spekulanten geworden. Sein Rat für die Zukunft: Mehr Bescheidenheit, Sorgsamkeit und Augenmaß!
Religiöse Fragen standen in der Schlussphase des Chats im Mittelpunkt. Mehrere Teilnehmer fragten den Bischof, woher er die Zuversicht angesichts der Krise nehme. Hein antwortete, die Zuversicht komme aus seinem Gottvertrauen, denn Gottes große Verheißungen gelten nach wie vor. In der Krise könne man zudem durchaus etwas lernen: «Wir können entdecken, was uns wirklich trägt», betonte Hein. (23.4.2009)
Kassel (medio). «Kann man mit Ehrlichkeit Erfolg haben?» und «Wo sind Notlügen erlaubt?» - Zwei von zahlreichen Fragen, denen sich der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, am Donnerstagabend im «Bischofschat» auf busstag.de stellte. Im Gespräch mit ca. 30 Chattern machte der Bischof Mut zu mehr Ehrlichkeit, weil nur Ehrlichkeit Vertrauen schaffe: «Wenn ich flunkere, wird das ganz schnell durchschaut, privat wie beruflich», sagte Hein im Chat. Die Kirche sei der richtige Raum, um ehrlich über Stärken und Schwächen zu sprechen, zum Beispiel am Buß- und Bettag.
Bischof Hein hatte unter dem Motto «Ehrlich?» zu der Diskussion eingeladen und beantwortete die Fragen der Chatter im Sekundentakt: «Wer glaubt denn derzeit noch einem Politiker in Hessen, was er sagt?», fragte eine Teilnehmerin. Bischof Hein nahm allerdings die Politiker vor pauschalen Verurteilungen in Schutz: «Ich wehre mich dagegen, Politiker immerfort abzustempeln als solche, die es mit der Wahrheit nicht ernst nehmen», so Hein. «Ich glaube und vertraue auch Politikern, wenn ich fühle, die meinen es ehrlich». Hein erntete dafür Zustimmung in der Gesprächsrunde: «Niemand hat für alle Probleme eine Patenlösung, das müssen wir auch Politikern zugestehen», urteilten einzelne Teilnehmer.
Hein: «Moralische Instanz ist nicht die Kirche sondern Wort Gottes»
Die Politik benötige dringend Menschen, die ihre eigene Meinung ehrlich vertreten, schließlich seien herausragende Politiker auch keine Mitläufer gewesen, sagte Hein. Er unterstrich, dass auch in den Kirchen gestritten und diskutiert werden müsse, wenn es ehrlich zugehen soll. Auf die mehrfach geäußerte Bitte, die Kirche solle sich als moralische Instanz deutlicher zu Wort melden, entgegnete Hein: «Die moralische Instanz ist nicht die Kirche, sondern das Wort Gottes und darauf hat die Kirche zu verweisen!» Wenn sie an Gottes Willen glaubwürdig erinnere, dann werde die Kirche auch ernst genommen, so der Bischof.
Erfolgreiche Kampagne zum Buß und Bettag
Der Chat bildete den Abschluss der diesjährigen Buß und Bettagskampagne unter dem Motto: «Ehrlich». Mit Gottesdiensten, Zeitungsanzeigen und dem Internetangebot auf busstag.de hatte die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) ein Zeichen zur Selbstbesinnung setzen wollen. Der Erfolg der Kampagne übertraf in diesem Jahr die Erwartungen der Veranstalter. So riefen die Internetnutzer binnen weniger Tage mehr als 100.000 mal die Seiten der Kampagne auf, zahlreiche Menschen trugen sich in die Gebetsforen ein, über 500 Menschen beteiligten sich allein an einer Abstimmung zur Frage «Wo ist Ihnen Ehrlichkeit am wichtigsten?». - «Wir haben mit dem Thema Ehrlichkeit in diesem Jahr den Finger auf eine Wunde gelegt, die vielen Menschen zu schaffen macht», sagte Pfarrer Christian Fischer, Internetbeauftragter der EKKW, nach dem Chat. (20.11.2008)
Kassel (medio). Mehr Glaubwürdigkeit in der Politik und eine besondere Verantwortung der Eliten im Umgang mit Macht und Geld hat der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Martin Hein, im «Bischofschat» auf dem landeskirchlichen Internetserver www.ekkw.de angemahnt. Gegenüber mehr als 50 Chattern plädierte der Bischof am Donnerstagabend so zu leben, dass Reden und Tun übereinstimmen: «Ich muss mich auf andere verlassen können. Das halte ich für einen ungemein hohen Wert im Leben», sagte der Bischof.
Bischof Hein hatte unter dem Motto «Ethik am Ende - Wer rettet die Moral?» zu der Diskussion eingeladen und beantwortete die Fragen der Chatter im Sekundentakt: «Was sagen Sie zu einem möglichen Boykott der olympischen Spiele in China? Wie sehen Sie die politische Lage in Hessen nach der Wahl?» wollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wissen und der Bischof antwortete ganz offen: «Ich kann verstehen, das manche einen Boykott der Spiele fordern. Aber alle wussten doch vorher, dass China kein demokratisches Land ist. Trotzdem wollen viele weiter dort Geschäfte machen. Das nenne ich Doppelmoral!» Er empfahl statt eines Boykotts öffentliche Kritik und Formen des Protests, wie zum Beispiel das Fernbleiben bei der Eröffnungsfeier.
Glaubwürdigkeitsdefizit nach der Wahl in Hessen
In Hessen beklagte Hein ein Glaubwürdigkeitsdefizit nach der Wahl: «Wir sollten uns auf das verlassen können, was vor der Wahl versprochen wurde. Inzwischen muss man damit rechnen, dass hinterher alles anders ist. Das trägt nicht zur Glaubwürdigkeit bei und betrifft nicht nur die SPD...», sagte Bischof Hein im Chat. Die Leute hätten das permanente Taktieren satt. Die beiden letzten Monate in Hessen hätten der Politik insgesamt sehr geschadet. Sein Rat an die Politiker in Hessen: «Ehrlich miteinander umgehen!»
Scharfe Kritik an Steuerhinterziehung - Suche nach glaubwürdigen Vorbildern
Breiten Raum nahm im Chat auch die Diskussion um Steuerhinterziehung und Vorbilder ein. Scharfe Kritik übte der Bischof an Bürgern, die auf der einen Seite die Vorteile Deutschlands ausnutzten aber mit dem eigenen Geld aus der Solidargemeinschaft ausscherten. «Die Segnungen dieses Staates nutzen, aber sich persönlich nicht daran beteiligen zu wollen, etwa durch Steuerhinterziehung, ist unmoralisch», so Hein.
Allgemein bedauert wurde im Chat, dass es immer weniger Vorbilder gebe. Viele Teilnehmer nannten dann aber doch ihre persönlichen Vorbilder für ihren Glauben und Ihre moralischen Grundsätze. Ob Oma, Pfarrer oder Lehrer - zum Schluss des Chats erzählten die Teilnehmer offen über ihre persönlichen Vorbilder. Und auch der Bischof bekannte: «Von meinen Eltern habe ich Verlässlichkeit gelernt und den sorgfältigen Umgang mit dem, was wir haben.» (10.04.2008)
Kassel (medio). «Warum ist ein lieber Mensch unheilbar krank?» und «Warum zerstören wir unser Klima und Gott lässt das zu?» - Zwei von vielen Fragen, die mehr als 30 Chatterinnen und Chatter am Donnerstagabend dem Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen Waldeck, Martin Hein auf www.busstag.de stellten. Dabei äußerten die Chatter vor dem Bischof ganz offen ihre Sorgen: «Mich macht das ganz fertig wenn ich sehe wie andere für unsere Klimasünden büßen, zum Beispiel in Bangladesh», schrieb ein Teilnehmer. Bischof Hein entgegnete: «Der Buß- und Bettag kann uns die Augen dafür öffnen, dass wir nicht nur für uns, sondern auch für andere Verantwortung haben» und empfahl, in seiner unmittelbaren Umgebung für einen aktiven Klimaschutz einzutreten.
Die Frage nach dem «Warum», so Hein, sei nicht sinnlos, wie mancher Teilnehmer vermutete. Selbst wenn man auf diese Frage keine unmittelbare Antwort erhalte, helfe sie doch weiter. Auch Jesus am Kreuz hätte auf seine Frage «Vater, warum hast Du mich verlassen» keine unmittelbare Antwort erhalten. Die Antwort sei wenig später gekommen: «Gott hat ihn von den Toten auferweckt». Dies zeige auch: «Warum-Fragen brauchen Zeit», so der Bischof im Chat.
Zum Ende des einstündigen Chats wurde es persönlich und still, als Hein die Frage gestellt wurde: «Haben Sie auch schon nach dem Warum gefragt und keine Antwort erhalten?» - Hein bejahte diese Frage und berichtete den Chattern von persönlichen Momenten seines Lebens. Er bekannte auch, dass er manchmal keine schlüssige Antwort gefunden habe. Aber: «Mein Leben hat trotzdem seinen Sinn behalten. Mein Grundgefühl ist eine tiefe Geborgenheit in Gott», bekannte der Bischof, «komme was da kommen mag».
Der Chat bildete den Abschluss der diesjährigen Buß und Bettagskampagne unter dem Motto: «Warum?» Mit Gottesdiensten, Zeitungsanzeigen und dem Internetangebot auf www.busstag.de hatte die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) ein Zeichen zur Selbstbesinnung setzen wollen. Der Erfolg der Kampagne überraschte selbst die Veranstalter. So riefen die Internetnutzer binnen weniger Tage mehr als 80.000 mal die Seiten der Kampagne auf, zahlreiche Menschen trugen sich in die Gebetsforen ein. «Die große Nachfrage zeigt, dass viele Menschen Warum-Fragen mit sich herum tragen und vor Gott bringen wollen», sagte Pfarrer Christian Fischer, Internetbeauftragter der EKKW, nach dem Chat. (22.11.2007)
Die Website zum Buß- und Bettag 2007 finden Sie unter:
Der Onlinechat auf ekkw.de ist rund um die Uhr geöffnet:
Kassel (medio). Ein klares Bekenntnis zum verantwortlichen Umgang mit der Freiheit hat der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Martin Hein, im «Bischofschat» auf dem landeskirchlichen Internetserver ekkw.de abgelegt.
Gegenüber mehr als 30 Chattern plädierte der Bischof am Dienstagabend (17.04.) nicht zu sehr auf Verbote zu setzen: «Verbote sind Wegweiser und Grenzmarken, sie sind die ultima ratio, die letzte Möglichkeit», sagte der Bischof. Der Glaube an Christus befähige demgegenüber zur Freiheit, daher müsse man nicht alles sofort verbieten.
Der Bischof hatte unter dem Motto «Wie viele Verbote braucht der Mensch?» zu der Diskussion eingeladen und beantwortete die Fragen der Chatter im Sekundentakt: «Wie stehen Sie zum Rauchverbot in Gaststätten und zum Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen? Sollten PC-Killerspiele nicht verboten werden?» wollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wissen und der Bischof antwortete ganz persönlich: «Ich habe früher geraucht und wenig Rücksicht darauf genommen, dass andere sich davon belästigt fühlten», bekannte Hein.
Inzwischen sehe er es als ein Gebot der Rücksicht, nicht in Gegenwart anderer zu rauchen und sie einzunebeln. Er unterstütze daher eine gesetzliche Regelung: «Ich möchte nicht, dass in öffentlichen Räumen geraucht wird, im Restaurant mag es Raucherecken geben, aber klar gekennzeichnet. Überall sonst bin ich der Meinung, dass man sich aus Rücksicht gegenüber anderen an ein Verbot halten sollte», sagte der Bischof. Das gelte auch für den Umgang mit Alkohol: «Es ist schrecklich zu sehen, wie Teenies beim Kampftrinken umkippen», sagte Hein. Im Zweifelsfall müsse es auch Verbote geben, die durchgesetzt werden können.
PC-Killerspiele verbieten / Umgang mit Internet einüben
«Wenn es gelänge, gegen die PC-Killerspiele ein Verbot durchzusetzen, wäre ich dafür», sagte Hein. Viel wichtiger als Verbote sei jedoch der verantwortliche Umgang mit der eigenen Freiheit: «Das Internet ist ein Raum der Freiheit und verlangt darum nach Verantwortung. Ich plädiere dafür, den Umgang mit diesem Medium einzuüben und Kinder und Jugendliche in die Lage zu versetzen, entscheiden zu können.» Medienpädagogik müsste Schulfach sein, forderte der Bischof.
Plädoyer für eine lebenswerte Gesellschaft, die keine Verbote braucht
«Besser und lebenswerter wäre ohnehin eine Gesellschaft, die keine Verbote braucht», unterstrich Hein im Chat. Er warb bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, sich für eine «ideale Gemeinschaft» einzusetzen. Das brauche aber «Überwindung und Selbstdisziplin». Allgemein bedauert wurde im Chat, dass es immer weniger Vorbilder für diesen Weg gebe. Hein empfahl, nicht nach den großen unerreichbaren Idolen zu schauen, sondern sich selbst etwas vorzunehmen und nie alles auf einmal zu versuchen. Der Glaube an Christus mache eigenständig, daher könne jeder auch selbst seine Vorbilder finden, «bloß bitte keine Abziehbilder oder Schablonen», mahnte der Bischof. (17.04.2007)
Kassel (medio). Mit einem eindringlichen Appell von Bischof Martin Hein, selbst Verantwortung im eigenen Leben zu übernehmen, endete nach einer Stunde am Donnerstagabend (23.11.) der Themenchat zum Buß- und Bettag auf busstag.de. Zuvor hatte der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck mit rund 50 Chatterinnen und Chattern über geänderte Ladenöffnungszeiten, wachsende Umweltzerstörung und die soziale Verantwortung von Unternehmen in Deutschland debattiert.
Bei den Ladenöffnungszeiten waren sich die Teilnehmer mit dem Bischof weitgehend einig, dass eine Ausweitung unnötig sei und Familienbetriebe Nachteile zu erwarten hätten. Hein zeigte sich im Chat enttäuscht, dass sich das kirchliche Engagement gegen eine Ausweitung der Ladenöffnungszeiten im hessischen Landtag nicht durchgesetzt habe und der Konsum immer mehr in den Vordergrund gerückt werde. Heins Vorschlag: «Man muss nicht mitmachen!». Verärgert zeigte sich der Bischof darüber, dass in Kassel schon vor dem Ewigkeitssonntag die Weihnachtsbeleuchtung brenne und in Frankfurt der Weihnachtsmarkt geöffnet sei. Den Chattern empfahl der Bischof: «Abwarten bis der 1. Advent da ist und dann entspannt über den Weihnachtsmarkt schlendern».
Bei der Frage nach Verantwortung gegenüber der Umwelt wurde im Chat allgemein bedauert, dass das Engagement für die Umwelt in den letzten 20 Jahren nachgelassen habe. Und dass, obwohl es «unserer Erde an den Kragen gehen könnte», wie Bischof Hein im Chat unterstrich. Für ihn fange auch bei der Umwelt Verantwortung im Kleinen an, erklärte er den Chattern. So fahre er heute deutlich mehr mit der Bahn und versuche kleinere Wege zu Fuß zu erledigen.
Positiv würdigte der Bischof das große Engagement, das einige Besucher des Chats für ihre Familien zeigten. «Ich weiß, wie viele sich in der Familie aufreiben», sagte der Bischof. Mit der Gründung einer Familie beginne eine lebenslange Verantwortung, vor der sich leider heute viele drückten. Die Unternehmen erinnerte Hein an ihre soziale Verantwortung, rief aber gleichzeitig zur Differenzierung auf: «Es sind nicht die «bösen Unternehmer», sondern es sind die Auswüchse, dass auf der einen Seite die Vorstandsgehälter in manchen Unternehmen um ein Drittel erhöht werden und auf der anderen Seite 4000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen werden, die Kritik nötig erscheinen lassen», so Hein. Für ihn sei das Modell der sozialen Marktwirtschaft nach wie vor das Leitbild.
Theologisch interessant wurde es in der Schlussphase des Chats, als ein Teilnehmer die Frage stellte, warum man überhaupt Verantwortung übernehmen solle. Hein entgegnete: Jeder Mensch sei nicht nur sich selbst und anderen, sondern Gott gegenüber verantwortlich. «Wir werden mal von Gott gefragt werden: Was hast Du aus Deinem Leben gemacht?», so Hein. Wer diese Frage im Blick habe, für den werde das Leben nicht unbedingt leichter, aber sinnvoller und reicher, unterstrich der Bischof. Es lohne daher jeden Tag neu zu fragen, was der Wille Gottes sei und sich Zeit zu nehmen, um in der Bibel zu lesen und zu beten. Jeder, der Verantwortung übernehme, mache auch Fehler. Deshalb sei die Beziehung zu Gott wichtig: «Auch ich lebe davon, dass mir vergeben wird», sagte Bischof Hein.
Der Chat bildete den Abschluss der diesjährigen Buß- und Bettagskampagne unter dem Motto: «Viel Raum für Verantwortung». Mit Gottesdiensten, Zeitungsanzeigen und dem Internetangebot auf busstag.de hatte die Evangelische Kirche von Kurhessen Waldeck (EKKW) zu mehr Selbstverantwortung aufgerufen. Schon seit mehreren Jahren übernehme die Landeskirche damit eine Vorreiterrolle in Deutschland, sagte Pfarrer Christian Fischer, Internetbeauftragter der EKKW, nach dem Chat. Bischof Hein sei bundesweit zudem der einzige evangelische Bischof, der sich regelmäßig den unzensierten Gesprächsrunden im Internet stelle. Nach Auskunft der landeskirchlichen Medienagentur medio! ist der nächste Bischofschat für April 2007 geplant. (24.11.2006)

Kassel (medio). Wenn Bischof Hein Recht behält, dann stehen sich im Endspiel der Fußball-WM in Berlin Deutschland und Brasilien gegenüber. Diese Prognose wagte der Bischof am Ende des einstündigen Chats am Mittwochabend (3.5.) auf dem landeskirchlichen Server ekkw.de. Aber auch wenn die deutsche Mannschaft nicht so gut abschneide, sei dies «keine nationale Katastrophe» so Hein. Zuvor hatte Hein mit den rund 20 vorwiegend männlichen Teilnehmern über Chancen und Risiken des Fußballereignisses diskutiert. Manche Teilnehmer kritisierten heftig die kommerziellen Vermarktung der Fußball-WM durch die FIFA, andere zeigten sich besorgt über die gewaltbereiten Fangruppen und mögliche Anschläge während der WM.
Große Einigkeit herrschte dagegen bei der Frage, wer für die deutsche Mannschaft im Tor stehen soll. Hein wörtlich: «Lehmann ist 'Torspieler', Kahn 'Torsteher'!» Daher sei Lehmann Kahn vorzuziehen. Viele der Teilnehmer wollen sich die Spiele bei der von evangelischen Kirchengemeinden angebotenen Übertragung in Gemeindehäusern ansehen. Auch der Bischof begrüßte diese Möglichkeit: «Ich habe vor, selbst mal in eine Gemeinde zu fahren», sagte Hein, ohne allerdings zu verraten in welche. Deutlich sprach er sich allerdings gegen eine Fußballübertragung in Kirchen aus: «Wir haben genügend andere Räume und feiern das Gemeindefest ja auch nicht in der Kirche selbst», sagte der Bischof. Dann gebe es auch keine Probleme mit dem Alkohol im Gotteshaus.
Am Rande wurde im Chat bedauert, dass die nordhessischen Vereine zur zeit keinen Spitzenfußball anbieten. Die Idee eines Teilnehmers, die Evangelische Kirche solle einzelne Vereine unterstützen, griff Bischof Hein auf («das habe ich auch schon mal überlegt») und schlug Trikotwerbung mit der Aufschrift «Evangelische Kirche» vor. Die Teilnehmer ermunterten den Bischof, das Ziel weiter zu verfolgen («Das wäre eine witzige Idee»). Durchaus ernst gemeint, war die Frage, ob jungen Spielern nicht verstärkt Seelsorge angeboten werden sollte. Hein: «Spieler wie Schweinsteiger oder Podolski brauchen Lebensberatung und zwar uneigennützige!»
Und schließlich sorgten sich die WM-Chatter auch um die Menschen, die während der Fußball-WM nichts vom Fußball hören und sehen wollen. Ihnen schlugen einige Teilnehmer vor, für «vier Wochen ins Kloster» zu gehen. Hein empfahl den Fußballskeptikern dagegen, «einfach aus der Halbdistanz mitmachen, mal zuschauen und wenn`s nicht klappt, gibt`s genug fußballfreie Zonen» so der Bischof. Er lud alle Fans und Skeptiker zum WM-Eröffnungsgottesdienst am Pfingstmontag um 11 Uhr auf den Römerberg nach Frankfurt am Main ein. (03.05.2006)
Kassel (medio). «Wie bekomme ich ein reines Gewissen?» und «Auf welche Werte baue ich in meinem Leben?» - Diese Fragen diskutierten mehr als 50 Chatterinnen und Chatter am Donnerstagabend mit dem Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen Waldeck, Martin Hein auf busstag.de. Dabei beriet der Bischof die Teilnehmer seelsorgerlich bei ihren kleinen und großen Gewissensnöten. So fragte ein Teilnehmer: «Soll ich meiner Frau sagen, dass sie acht Kilo zuviel hat und die ihr nicht gut stehen?», ein anderer: «Ist es eine Sünde, wenn ich mich in eine andere Frau verliebe und eine nicht mehr schöne Beziehung dafür aufgebe?» - Der Bischof unterstrich, dass die reine Wahrheit manchmal sehr lieblos sein könne. Er plädierte in Beziehungskonflikten dafür, ehrlich zu sein und sich Mühe zu geben, dem anderen seine Gefühle zu erklären. Konkret riet er dem frisch verliebten jungen Mann: «Wenn es vorbei ist, dann gestalte den Abschied wenigstens liebevoll.»
Angesprochen auf den Fall des ermordeten Jungen Tim in Elmshorn, sagte der Bischof, der Mörder könne nie ein reines Gewissen bekommen, denn das würde ihn ins Recht setzen. Allerdings könne selbst einem Mörder seine Sünde vergeben werden. Gegenüber «gewissenlosen» Menschen plädierte Hein für Klarheit und Deutlichkeit.
Hein: Zehn Gebote sind «zehn große Freiheiten»
Nach einer langen Diskussion verständigten sich die Chatterinnen und Chatter auf die zehn Gebote der Bibel als dem wesentlichen Fundament der Werte. Gegenüber Skeptikern im Chat regte Hein an, die Zehn Gebote als die «Zehn Ermöglichungen» zu lesen. Hein: «Also nicht: Du sollst nicht stehlen, sondern: Du brauchst nicht stehlen». Der Bischof forderte die Chattergemeinde auf: «Probiert`s mal» und bekannte, dass er die Zehn Gebote als «zehn große Freiheiten» erlebe.
Zum Ende des einstündigen Chats wurde es persönlich: «Welcher Wert ist für den Bischof am wichtigsten?» fragte eine Teilnehmerin. «Verlässlichkeit» entgegnete Hein, denn Verlässlichkeit sei die Grundlage für jede vertrauensvolle Beziehung. «Und für welchen Wert würden Sie kämpfen, Herr Bischof?» - «Ich liebe die Freiheit, und für diesen Wert würde ich auch kämpfen» antwortete der Bischof, um später hinzuzufügen: «... auch wenn ich nicht zum Helden geboren bin.».
Großes Interesse an Bußtagskampagne
Der Chat bildete den Abschluss der diesjährigen Buß- und Bettagskampagne unter dem Motto: «Reines Gewissen? - Was sind Ihre Werte wert?». Mit Gottesdiensten, Zeitungsanzeigen und dem Internetangebot auf busstag.de hatte die Evangelische Kirche von Kurhessen Waldeck (EKKW) Anregungen zur Selbstbesinnung geben wollen. Der Erfolg der Kampagne überraschte selbst die Veranstalter. So riefen die Internetnutzer binnen weniger Tage mehr als 80.000 mal die Seiten der Kampagne auf, zahlreiche Menschen trugen sich in die Gebetsforen ein. «Die große Nachfrage zeigt, dass sich viele Menschen Gedanken um ihr Gewissen machen», sagte Pfarrer Christian Fischer, Internetbeauftragter der EKKW, nach dem Chat. (17.11.2005)
Die Website zur Kampagne finden Sie unter:
Der Spot war zu hören am Buß- und Bettag auf Hit Radio FFH:
Kassel (medio). Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), Dr. Martin Hein, hat sich im Bischofschat auf www.ekkw.de am Dienstagabend entschieden gegen aktive Sterbehilfe ausgesprochen. Bezug nehmend auf den Fall der in den USA verstorbenen Terry Schiavo, sprach Hein von «Mord», denn Schiavos Leben sei keineswegs am Ende gewesen. Ein Teil der über 40 «Chatter» teilte die Meinung des Bischofs, andere widersprachen ihm: «Gott hätte sie schon lange zu sich geholt», sagte ein Gesprächsteilnehmer mit Verweis auf die die moderne Medizin, die das Leben künstlich verlängern könne.
Weitgehend begrüßt wurde von den Teilnehmern die sog. Patientenverfügungen. «Eine solche Verfügung zwingt uns dazu, uns mit dem eigenen Tod auseinanderzusetzen», so Bischof Hein. «Ich trete sehr für die Patientenverfügung ein», sagte Hein, und warb gleichzeitig für eine fürsorgliche Sterbebegleitung, wie sie in den Hospizen geleistet wird. Verständnis zeigt der Bischof auch für die von vielen Chattern geäußerte Angst vor dem eigenen Sterben und dem Verlust naher Angehöriger: «Trotz aller Hoffnung auf die Auferstehung fällt es uns schwer, einander loszulassen», sagte Hein.
Zu Beginn des Chats tauschten sich die Teilnehmer auch über den Tod Johannes Paul II. aus. Heftig kritisiert wurde der «Medienrummel» um das Sterben des Papstes und die oft nicht sachkundige Berichterstattung insbesondere im Fernsehen. Bischof Hein fand nachdenkliche Worte zum Tod des Papstes: «Es war beeindruckend, zu sehen, wie der Glaube an der Grenze zum Tod einen Menschen trägt».
Der nächste Chat mit Bischof Hein findet am 17.11.2005 statt. Das Thema wird dann kurzfristig auf der landeskirchlichen Internetseite www.ekkw.de veröffentlicht. (12.04.2005)
Kassel (medio). Mit einem ergreifenden Moment der Andacht und Stille endete der Chat mit Bischof Dr. Martin Hein am Donnerstagabend, als er auf vielfachen Wunsch den Segen für die «Chattergemeinde» erteilte. «Der dreieinige Gott segne uns alle, die fröhlichen und die traurigen, die begeisterten und frustrierten, die enttäuschten und die hoffnungsvollen, die voller Ideen und die, die ihre Ideen längst begraben haben, er segne uns alle», so Hein im Chat, bevor er ein Kreuzzeichen einfügte. Die Chattergemeinde zeigte sich sichtlich berührt und antwortete mit einem spontanen «Amen». Hein nach dem Chat: «So etwas habe ich noch nicht erlebt».
Zuvor hatten die ca. 30 Chatter eine Stunde über die schwierige wirtschaftliche Lage in Nordhessen, Arbeitslosigkeit und Hartz IV kontrovers mit dem Bischof diskutiert.. «Ich finde die Situation in Deutschland zur Zeit sehr deprimierend, mir geht das richtig nahe», sagte ein Chatter. Einig war man sich mit dem Bischof, dass die Streichung eines Feiertages «nichts bringt» um den Schuldenberg der öffentlichen Kassen abzubauen.
Zum Verhältnis von Christen und Muslimen in Deutschland befragt, zeigte sich der Bischof deutlich skeptischer als noch vor wenigen Jahren: «Als Dekan habe ich auf den regelmäßigen Dialog gesetzt, inzwischen erlebe ich, wie schwierig es ist, sich überhaupt zu begegnen und dann verstehen zu lernen.» Im Chat erteilte er einem EU- Beitritt der Türkei zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine klare Absage, sprach sich aber gleichzeitig für einen islamischen Religionsunterricht aus «unter gleichen Bedingungen wie es evangelischen und katholischen Religionsunterricht gibt.»
Der Chat bildete den Abschluss der diesjährigen Buß und Bettagskampagne unter dem Motto: «Der erste macht das Licht an. Dein Glaube verändert die Welt.» Mit Gottesdiensten, Zeitungsanzeigen und dem Internetangebot auf www.busstag.de hatte die Evangelische Kirche von Kurhessen Waldeck (EKKW) ein Zeichen gegen die Resignation setzen wollen. Der Erfolg der Kampagne überraschte selbst die Veranstalter. So riefen die Internetnutzer binnen weniger Tage mehr als 70.000 mal die Seiten der Kampagne auf, zahlreiche Menschen trugen sich in die Gebetsforen ein. «Die große Nachfrage zeigt, dass sich viele Menschen nach einer Veränderung sehnen und Glauben jeden Tag die Welt verändern kann», sagte Pfarrer Christian Fischer, Internetbeauftragter der EKKW, nach dem Chat. (18.11.2004)
Kassel (medio). «Warum sind die Gottesdienste am Karfreitag nur so schlecht besucht?» oder «Ist Bonifatius katholisch?» – Zwei von zahlreichen Fragen, die über 30 «Chatter» am Montagabend dem Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Martin Hein, im «Bischofs-Chat» auf dem landeskirchlichen Internetserver www.ekkw.de stellten. Der Bischof hatte unter dem Motto «Was mir auf der Seele brennt» zu der Diskussion eingeladen und beantwortete die Fragen im Sekundentakt: «Um Karfreitag machen wir lieber einen großen Bogen, weil sich an Karfreitag zeigt, was das 'Böse' in dieser Welt ist», schrieb der Bischof. Und in Bezug auf Bonifatius verteidigte er das gemeinsame Erbe: «Er ist unser gemeinsamer Heiliger und gehört ebenso in die evangelische Kirchengeschichte hinein.»
Die Forderung nach einer Kleiderordnung für Pfarrerinnen und Pfarrer wies der Bischof weit von sich: «Ich finde, inzwischen wissen die meisten Pfarrer und Pfarrerinnen genau, wie sie wo auftreten, da hat sich manches gewandelt,» entgegnete Hein. Auch die These dass es mehr Castingshows für Pfarrer geben sollte, wies Hein zurück. «Ich finde, wir haben ganz viele Superpfarrer und Superpfarrerinnen», sagte der Bischof und außerdem könne es nicht darum gehen, «immer super, immer fit» zu sein, wie es die Superstarshows suggerierten.
Befragt nach der Akzeptanz von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften in der Kirche unterstrich Hein: «Wir respektieren in der evangelischen Kirche diese Form des Zusammenlebens und ich akzeptiere sie auch». Gleichzeitig erteilte er dem Zusammenleben gleichgeschlechtlicher Paare im Pfarrhaus eine klare Absage.
Besinnlich wurde es im Chat als in der Schlussphase die Teilnehmer ihre Erfahrungen zum Thema Beten austauschten. «Ich erwarte eigentlich keine Hilfe», sagte ein Chatter, während ein anderer entgegnete: «Bei mir helfen die Gebete schon, weil ich die Dinge erst mal aus dem Kopf bekomme». Auch der Bischof zeigte sich nachdenklich: «Bei mir gibt es eine ganze Menge Fragen, die mir auf der Seele brennen und deshalb bete ich zu Gott und das tut sehr, sehr gut!» (19.04.2004)
Kassel (medio). Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Martin Hein, forderte im Internetchat am
Montagabend dazu auf, sich nicht zu verstecken, sondern das Wagnis einzugehen und zu sich selbst und seinem Glauben zu stehen. Gerade der Buß- und Bettag zeige, dass «wir immer eine zweite Chance haben». «Wer Schuld eingesteht, hat die Chance, neu anzufangen», sagte Hein im Kreise von über 25 interessierten Chattern auf www.ekkw.de .
Zum Fall Hohmann befragt, schränkte Hein jedoch ein, dass im Hinblick auf die Nazizeit «wir uns die Schuld nicht selbst vergeben können». Die deutsche Geschichte sei wahrlich nicht dazu angetan, mit stolzer Brust durch die Gegend zu laufen, so Hein.
Im bisweilen recht turbulenten Chat wurde es sehr konzentriert, als die Teilnehmer ihre persönlichen Glaubenserfahrungen austauschten. Auf die Frage eines Teilnehmers: «Worauf vertraut denn ein Bischof?» antwortete Hein: «Ich nenne Gott all´ die Dinge, die mich bewegen, und mir ist es wichtig, dass ich Menschen habe, auf die ich mich total verlassen kann.»
Als die Zeit abgelaufen war, hatten alle Teilnehmer die Chance noch eine konkrete Frage an den Bischof zu stellen, die er umgehend beantwortete. Angesichts der guten Resonanz plant medio, die Medienagentur der EKKW, weitere Chats mit Bischof Hein. Infos über Termine gibt es auf der landeskirchlichen Website www.ekkw.de. (17.11.2003)
Kassel (medio). Auf die Suche nach Zeichen der Hoffnung angesichts des Krieges im Irak machten sich die Teilnehmer im «Bischofschat» am Mittwochabend ab 20 Uhr auf ekkw.de. Viele Chatter berichteten dem Bischof von einem Gefühl der Ohnmacht, als der Krieg begonnen hatte. Sie begrüßten die vielen Demonstrationen gerade von jungen Menschen und erzählten von ihrem persönlichen Protest: «Ich hab kein Fernsehen mehr angesehen, es war wie eine innere Hemmung gegen die Reduzierung des Schreckens auf ein Videospiel, das war meine Art von Protest», schilderte ein Teilnehmer sein Verhalten in den ersten Kriegstagen. Zugleich wurde die Befürchtung laut, der Krieg werde nun in weitere Länder getragen.
Die Ohnmachtsgefühle hätten viel mit der Passionszeit zu tun, so Bischof Hein, auch dort gehe es um eine «tiefe Ohnmachtserfahrung». Der Bischof zeigte im Chat aber auch seine Sympathie für Amerika: «Ich mag Amerika, wirklich, aber ich mag nicht die Politik der gegenwärtigen Regierung», so Hein wörtlich und fügte hinzu: «Krieg zu führen ist die eine Sache, einen gerechten Frieden zu schaffen, ist viel schwerer.» Um diese Aufgabe des Friedens zu bewältigen bedürfe es viel Hoffnung und Kraft.
Kurz vor Karfreitag rief der Bischof dazu auf, die Osterbotschaft ernst zu nehmen: «Ich wünsche Euch, dass die Botschaft vom Leben Euch erreicht!», appellierte Hein an die Chatter, die sich dann auch auf die Suche nach Zeichen der Hoffnung machten. Die zahlreichen Demonstrationen, die Haltung der Bundesregierung und die gemeinsame Position von katholischer und evangelischer Kirche wurden als Hoffnungszeichen gesehen, den Weg des Friedens zu gehen. Und so endete der Chat hoffnungsfroh mit dem Ostergruß: «Christus ist wahrhaftig auferstanden!» (16.04.2003)
Kassel (medio). Braucht ein Bischof Hilfe? Wie lerne ich beten? und andere Glaubensfragen standen im Mittelpunkt des «Bischofschats» mit Dr. Martin Hein, Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) am Donnerstagabend auf www.ekkw.de. Über 30 Internetbegeisterte nutzten die Möglichkeit mit dem Bischof persönlich über ihre Fragen zu sprechen. So waren einige Schüler aus Fulda von einem Busstagsgottesdienst mit dem Bischof am Tag zuvor zu dem Chat animiert worden.
In dem turbulenten Gespräch wurde es auch zeitweise sehr still, zum Beispiel als eine Teilnehmerin gemeinsam mit dem Bischof ein Gebet sprach. Bischof Hein zeigte sich von der Ernsthaftigkeit des Gesprächs beeindruckt. Als die Zeit abgelaufen war, verlängerte er den Chat spontan um weitere 15 Minuten. Angesichts der guten Resonanz plant medio, die Medienagentur der EKKW, weitere Chats mit Bischof Hein. Infos über Termine gibt es auf der landeskirchlichen Website www.ekkw.de. (21.11.02)
Kassel (medio). Zwei Tage vor Karfreitag stellte sich Bischof Dr. Martin Hein am Mittwoch, 27. März 2002 von 20 bis 21 Uhr den Fragen der Chatterinnen und Chatter auf ekkw.de. Thema war diesmal im Bischofschat: Der Tod Jesu und seine Bedeutung für unser Leben heute. Hat die Glaubensaussage «Jesus Christus für mich gestorben» noch Gültigkeit und wenn ja, welche? Wie ist die Aufforderung Jesu: »Verleugne Dich selbst, nimm dein Kreuz auf dich und folge mir nach!» zweitausend Jahre später zu verstehen? - Der Chat gab allen interessierten Internetnutzern die Möglichkeit, intensiver über Glaubensfragen mit dem Bischof unserer Landeskirche ins Gespräch zu kommen. (19.03.2002)
Kassel (medio). Ein voller Erfolg war der erste Themenchat mit Bischof Dr. Hein am 23.11.2000 von 20-21.30 Uhr. Zahlreiche Chatter diskutierten mit dem Bischof über das diesjährige Motto zum Buß- & Bettag «Alles gleich gültig?».
In der ersten Phase des Chats war das beherrschende Thema, wieviel Toleranz gegenüber anderen Kulturen in Deutschland entgegengebracht werden sollte. Während manche Chatter die Dominanz einer deutschen Kultur einforderten, konnte sich die Mehrzahl der Teilnehmer schnell mit dem Gedanken anfreunden, dass neben Kirchenglocken auch in der Nachbarschaft die Stimme von einem Minarett erschallt. Die Diskussion um die «Leitkultur» erfuhr eine interessante Bereicherung als eine Teilnehmerin angesichts des Buß- und Bettages eine neue «Leidkultur» einforderte.
Auch die Frage der persönlichen Buße wurde mit dem Bischof angesprochen. Die meisten Teilnehmer signalisierten, dass Ihnen persönlich Buße und Vergebung sehr viel bedeutet und dass sie solche Gesten auch von der Kirche erwarten. Erfreut zeigten sich fast alle Teilnehmer, dass Bischof Dr. Martin Hein an Demonstrationen gegen Fremdenfeindlichkeit teilgenommen hatte. «Super», sagte ein Teilnehmer, «das hatte ich von einem Bischof nicht erwartet.»
In der letzten Phase des Chats befragten zahlreiche Teilnehmer den Bischof auch zur gleichen Gültigkeit verschiedener Lebensformen. Mehrere Chatter forderten den Bischof dazu auf, auch gleichgeschlechtliche Lebensformen als gleichwertig gegenüber der Ehe anzuerkennen. Andere verwiesen auf die Toleranzfährigkeit der Gemeinden, die in diesem Punkt stark gefordert wäre. Der Bischof unterstricht in diesem Zusammenhang die hohe Bedeutung der landeskirchlichen Stellungnahme «Was dem Leben dient», die auch im Internet zur Verfügung steht. (23.11.2000)
Kassel (medio), 6.9.2000. Rechtsradikalismus war das beherrschende Thema beim ersten online-Chat mit Bischof Dr. Martin Hein am Dienstagabend auf der landeskirchlichen Website «ekkw.de». In dem zweistündigen Chat wurde von den Teilnehmern ein kirchliches Netzwerk gegen rechte Gewalt und Aktionen gegen Ausländerfeindlichkeit in den Kirchengemeinden angeregt. Mehrere Teilnehmer forderten zudem verstärktes Engagement der Kirche im Bildungsbereich und der Jugendarbeit. Ziel müsse es sein, vorbeugend gegen Fremdenfeindlichkeit zu wirken. «Aktionen beginnen in den Gemeinden», sagte Bischof Dr. Hein im Chat. «Wer persönlich mit Ausländern Kontakt hat, wird sich anders auf Menschen einstellen können, die vielleicht nicht so sind wie wir», so Hein. Er forderte dazu auf, eindeutig Position zu beziehen und nach den Ursachen der rechten Gewalt zu forschen.
Großes Interesse zeigten die »Chatter» auch am bischöflichen Privatleben: Fragen nach seinen Lieblingsurlaubsorten («am liebsten in der Nähe von Städten, z.B. New York, Rom oder Stockholm») beantwortete Hein ebenso bereitwillig wie zu seinen sportlichen Interessen («ich mag die Frankfurter Eintracht seit 1964, damals war ich gegen Stuttgart zum ersten Mal im Waldstadion»).
Über 150 Chatter beteiligten sich an der Chatpremiere, darunter auch eine 80-jährige Dame aus Kassel, die am Computer mit ihrem Enkel Platz genommen hatte, um sich an der regen Diskussion zu beteiligen. Hein zeigte sich erfreut, über die große Resonanz: «Ich finde es einfach klasse, daß immer mehr Leute dieses neue Medium nutzen, auch in der Unbefangenheit, auch in der Unverbindlichkeit, mit der das zunächst geschieht, und trotzdem begeben sich viele Leute rein.» (06.09.2000)
Hofgeismar (medio). Der neue Bischof von Kurhessen-Waldeck ist gewählt! Im dritten Wahlgang wählten die Synodalen Dr. Martin Hein mit 66 Ja-Stimmen, 8 Nein-Stimmen, 14 Enthaltungen und einer ungültigen Stimme. Medio - die Medienagentur der EKKW berichtete zeitnah von den Geschehnissen der Bischofswahl im Internet.
So konnten die Nutzerinnen und Nutzer den Verlauf der Wahl live im parallel stattgefundenen Chat miterleben, in dem jeweils die aktuellsten Wahlergebnisse der Durchgänge bekannt gegeben wurden. Am Abend begab sich der designierte Bischof der EKKW, Dr. Martin Hein, auch ins Internet, um sich den Menschen, die im Chat gerade online waren, vorzustellen. (08.05.2000)