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22.04.2009 - von Cornelia Barth
Ohne Bodenhaftung

Warum müssen evangelische Christen immer die Bodenhaftung verlieren?
Ob das Cover eines christlichen Ratgebers für gestresste Menschen, ein Plakat, das für einen Jugendgottesdienst wirbt, oder das Faltblatt, das zu einem Glaubenskurs einlädt: Immer wieder trifft man auf den Bildern strahlende junge und offensichtlich sehr sportliche Menschen, die vor blauem Himmel (selten mit weißen Wölkchen, unten mal ein bisschen mehr, mal ein bisschen weniger grüne Wiese) große Sprünge vollführen. Alle lachen oder lächeln zumindest, alle recken, schier platzend vor Energie, die Arme in den Himmel – Lebensfreude pur!

Die Botschaft ist klar, wir sind Gottes Kinder, und Jesus liebt uns, da kann man nur noch abheben. Uns geht es gut, alles easy! Da hat sich ein Bildklischee eingeschlichen, das einem langsam aber sicher sehr auf den Wecker geht.

Getoppt wird dies nun von www.evangelisch.de, der neuen Plattform der evangelischen Kirche (die sich allerdings noch im Aufbau befindet): Da sieht man auf der Startseite zwölf Beinpaare, schick beschuht, die – wie könnte es anders sein – Grasnarbe schon weit unter sich gelassen haben und enthusiastisch in den Himmel aufsteigen:  Hier geht die Post ab. Wenn man weiterklickt, findet man dann die dazugehörigen Oberkörper: fitte und sehr ansehnliche junge und ältere Menschen, die übermütig ihre Arme in den blauen Himmel werfen (ein paar weiße Wölkchen von links).

Ja, die Botschaft des Evangeliums muss ein Lächeln auf unsere Gesichter zaubern, und das Sauertöpferische hat in unserem Glauben, in unseren Gottesdiensten, in unserem Gemeindeleben eigentlich überhaupt keinen Platz. Aber die schönen jungen und jung gebliebenen Menschen, die vor blauem Himmel (unten noch ein bisschen Grün und ein paar weiße Wölkchen von links) in die Höhe springen, habe ich mir doch übergesehen! Wo bleibt denn da die Bodenhaftung?

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11.05.2009, Dauerlächeln | Kommentar

„Sie sprechen mir aus dem Herzen. Ich kann die Gute-Laune der PR-Strategen nicht mehr sehen. Dass die EKD mit so was auf Kundenfang geht, ist mehr als peinlich. Als wenn es den Karfreitag nicht gegeben hätte und die traurigen Momente des Lebens nicht zum Christen dazu gehören. Die "Woche für das Leben" bringt es auf den Punkt. Mit Grenzen leben - das ist unsere schwierige Aufgabe. Und sicher nicht alle können derart in die Luft springen, wie es evangelisch.de suggeriert. So reiht sich der neue Internetauftritt der EKD nur in die lange Liste hilfloser Werbung ein. Völlig bedeutungslos...”

18.07.2011, Spielautomaten | Kommentar

„Krass dass das tatsachlich wahr ist ;) ”

18.01.2011, Tobias am | Kommentar

„In der Tat ein brauchbarer Post. Ich muss echt www.ekkw.de mal häufiger besuchen ;-) ”

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„Also ich bin der Meinung das war eh nur ne Modeerscheinung ”

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„Herzlichen Dank, nun endlich habe ich dies in der Tiefe begriffen ;) ”

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„An sich eine geniale Geschichte, ich frag mich aber, ob dies auch dauerhaft realistisch brauchbar bleibt. ”

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