05.06.2009 - von Cornelia Barth
Was macht eine Schule evangelisch?
In unserem Magazin „Aufbruch“ berichteten wir über die Evangelische Grundschule der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck im Bruchköbeler Stadtteil Oberissigheim, die aufgrund einer Elterninitiative 2003 gegründet wurde und seit dem Schuljahr 2004/2005 in einem neuen Gebäude untergebracht ist.
Eine Leserin des blick-magazins, seit 30 Jahren im staatlichen Schuldienst, schrieb uns darauf hin eine kritische Mail, in der sie sich auf die Aussage der stellvertretenden Schulleiterin bezog, die im Artikel folgendermaßen zitiert wird: „Ich fühle mich zum Beispiel nicht nur als Deutsch- oder Mathelehrerin, sondern versuche auch mit ganzem Herzen, den Kindern Werte zu vermitteln, ihrem Schulalltag Ordnung und Struktur zu geben, ihnen Wege der friedlichen Konfliktlösung aufzuzeigen und Respekt füreinander beizubringen.“
Diese Art einer Selbstdarstellung, die das Engagement tausender anderer Lehrer in zum Teil schwierigen Arbeitsumfeldern mit Kindern aus problematischen sozialen Verhältnissen so darstellt, als seien sie nur Wissensvermittler ist in einer christlichen Zeitschrift nicht ganz passend. (...)“
Selbstverständlich hatten wir nicht beabsichtigt, das Engagement der Lehrerinnen und Lehrer in staatlichen Schulen zu ignorieren und das in christlichen Schulen als einzigartig herauszustellen! (Und ganz sicher beabsichtigte das auch nicht die zitierte Lehrerin der Evangelischen Grundschule in Oberissigheim.) Für uns stand das Stichwort „Aufbruch“, den „Mut und die Tatkraft“ (wie sie Bischof Martin Hein im Editorial beschreibt) der Eltern, die diese Schule wollten und gemeinsam mit der Landeskirche realisierten, im Mittelpunkt, ihr besonderes ehrenamtliches Engagement für zusätzliche Angebote und im Förderverein. Das soll allerdings keine Entschuldigung dafür sein, dass wir in der Redaktion schärfer hätten hinschauen und den Subtext des Geschrieben erkennen müssen.
Gern stellen wir hier noch einmal heraus, was die Evangelische Grundschule in Oberissigheim anders macht: Ihr Ziel ist „bei der Gestaltung des Unterrichts- und Erziehungsangebots und des Schullebens hohe pädagogische und fachliche Qualität (...) mit dem evangelischen Bildungs- und Erziehungsverständnis zu verzahnen“. Und damit kommt das evangelische Profil ins Spiel: das Weitergeben „der christlichen Welt- und Lebensdeutung“, die „Verankerung der evangelischen Dimension“ im Schulleben, Religionsunterricht für alle Schülerinnen und Schüler, die Einbeziehung christlicher Rituale und Feste in den Unterricht sowie die „Leitung und Leistungsbeurteilung im Horizont des christlichen Weltverständnisses“ (Quelle: www.evgs-oi.de)
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