Über uns

Konzept für das Evangelische Bildungszentrum
für die zweite Lebenshälfte

1. Einführung

Unser Konzept als PDF-Dokument laden.

Das Evangelische Bildungszentrum (ebz) für die zweite Lebenshälfte Bad Orb ist eine Einrichtung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Im Rahmen der landeskirchlichen Bildungsarbeit hat das ebz den Auftrag, einen Beitrag zur Lebensphase Alter aus kirchlicher Perspektive zu leisten. Es soll Menschen dabei begleiten, die Chancen und Schwierigkeiten dieser Lebensphase in der ganzen Bandbreite zwischen Aufbruch und Abschied wahrzunehmen und zu gestalten.

Leitend ist dabei die Einsicht des Glaubens, dass der Mensch zum Ebenbild Gottes bestimmt ist. Dies bedeutet, dass die Beziehung zu Gott, zu sich selbst und zu der Mitwelt für das Menschsein konstitutiv ist. Die Wertschätzung des Menschen als Individuum, die Achtung vor der unabdingbaren Bezogenheit auf seine Mitmenschen und die getroste Akzeptanz der Endlichkeit des menschlichen Lebens bestimmen Wahrnehmung von und Zugang zu Lebenssituationen des Alters. Sie führen zu einem ganzheitlichen Bildungsansatz, der Menschen gleichermaßen in ihrer Einzigartigkeit annimmt und stärkt, authentische und solidarische Beziehungen zwischen ihnen fördert und menschliches Leben in seiner Begrenztheit und Verletzlichkeit achtet und begleitet.

Daraus ergibt sich ein dreifacher Auftrag:

- Fachlicher Diskurs

Das ebz fördert den Dialog in Kirche, Gesellschaft, Politik und Wissenschaft im Hinblick auf die Situation älterer Menschen und zeigt damit neue Perspektiven auf. Aus dem kontinuierlichen, interdisziplinären Dialog entstehen Anregungen zur systematischen Entwicklung eines eigenständigen Profils kirchlicher Altenarbeit und zur Sicherstellung von Vernetzung und Nachhaltigkeit.

- Fortbildung

Das ebz trägt dazu bei, die Altenarbeit der EKKW in den Kirchenkreisen und Kirchengemeinden und Einrichtungen zu unterstützen, zu qualifizieren und weiterzuentwickeln.

- Wegbegleitung

Das ebz entwickelt eigene Veranstaltungen, die sich am Bedarf und den Lebenswelten älter werdender Menschen orientieren und führt diese durch.

Inhaltlich leitend ist das Positionspapier der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Altenarbeit in der EKD (EAfA), Alter und ältere Menschen in Kirche und Gesellschaft. Positionen der EAfA (Hannover 2002).

Das ebz setzt sich personell aus einem Fachbeirat, hauptamtlichen Mitarbeitenden, sowie einem nebenamtlichen Kollegium zusammen. Das ebz ist weiterhin auch ein Beleghaus und offen für Gruppen in den Bereichen Bildung und Erholung.

2. Die Aufgaben im Einzelnen

2.1 Fachlicher Diskurs

  • Frage- und Problemstellungen aus der vorhandenen kirchlichen Arbeit und der gesamtgesellschaftlichen Situation sollen erarbeitet werden.
  • Der Transfer neuerer Erkenntnisse, Erfahrungen und Entwicklungen im Kontext kirchlicher Altenarbeit soll geleistet werden.
  • Die Ergebnisse sollen der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

2.2 Fortbildung

  • Fort- und Weiterbildungsangebote werden sowohl für ehren- und hauptamtliche Mitarbeitende als auch für Menschen an der Schwelle zum dritten Lebensalter bereitgestellt. Die Inhalte leiten sich sowohl aus dem Bedarf vor Ort als auch aus den im fachlichen Diskurs entstandenen Fragestellungen, sowie dort erkannten Defiziten und Erfordernissen ab.
  • Neue modellhafte Arbeitsansätze sollen gesammelt, entwickelt und bereitgestellt werden.
  • Kooperationen und kollegiale Beratungen zwischen Gemeinden und Kirchenkreisen zur jeweiligen Praxis der Altenarbeit sollen initiiert werden.
  • Ein Informationspool soll in Zusammenarbeit mit dem Referat Erwachsenenbildung entwickelt und bereitgestellt werden.

2.3 Wegbegleitung

  • Veranstaltungen werden entwickelt und durchgeführt
    1. für Menschen im dritten und vierten Lebensalter,
    2. für Menschen, die mit Hochaltrigen und Pflegebedürftigen zu tun haben,
    3. die generationsübergreifendes Lernen ermöglichen.
  • Dies beinhaltet die ständige Evaluation und ggf. Modifikation der Angebote hinsichtlich Form, Inhalt und Akzeptanz und den Austausch mit anderen Trägern ähnlicher Angebote.
  • Die Angebote orientieren sich an den Impulsen des fachlichen Diskurses, den Erfahrungen aus den Fortbildungen, den aktuellen Themen des Alterns und den Bedürfnissen und Wünschen der Teilnehmenden.
  • Die Mitarbeitenden des Hauses sind bei Bedarf bei der Planung, Organisation und Durchführung von Seniorenfreizeiten der Kirchengemeinden im ebz behilflich.

3. Kooperationen und Kontakte

  • Zielsetzungen für Kooperationen sind gegenseitige Information und Unterstützung, fachlicher Austausch, ggf. Kooperationsveranstaltungen und Vertretung von gemeinsamen Interessen gegenüber Dritten.
  • Kontakte und Arbeitsbeziehungen zu anderen Trägern von Altenarbeit sollen aufgebaut und gepflegt werden.
  • Personelle und kommunikative Beziehungen zu folgenden Organisationen sollen sichergestellt werden:
    1. Evang. Arbeitsgemeinschaft für Altenarbeit in der EKD (EAfA)
    2. Deutsche evangelische Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (DEAE): hier der Ausschuss für die Bildungsarbeit mit älteren Menschen
    3. Arbeitsgemeinschaft Erwachsenenbildung (AG EB) in der EKKW.

Bad Orb, den 11. Oktober 2006