Elisabeth heuteElisabeth von Thüringen behauptet ihren Platz im Heiligenkalender Deutschlands trotz Aufklärung, Säkularisation und Industriezeitalter in beachtenswerter Präsenz. Mit Franz von Assisi und Vinzenz von Paul bildet sie ein Dreigestirn exemplarischer Christusnachfolge.

Hunderte Kirchen, Krankenhäuser oder Altenheime tragen Elisabeths Namen. In Fulda und Erfurt ist sie mit St. Bonifatius Bistumspatronin, ebenso wie die Thüringische Franziskanerprovinz verehrt der Deutsche Orden sie als Schutzheilige.

Bild von Elisabeth
Elisabeth-Glasfenster in der Kapelle des Helios St.-Elisabeth-Kranken-
hauses Hünfeld, ca. 1. Viertel des 20. Jahr-
hunderts. (Foto: Römer)

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Im geteilten Deutschland verkörperten Elisabeth und ihre aus Andechs stammende Tante Hedwig von Schlesien kirchliche Heimat und nationale Einheit - nicht zuletzt für die Heimatvertriebenen.

Die Elisabethverehrung wurzelt in der langen Tradition der von Ordensschwestern und ehrenamtlichen Kräften getragenen Armen- und Krankenpflege. Die derzeit 3000 Elisabeth- oder Caritas-Konferenzen Deutschlands (CKD), in denen 80 000 katholische Frauen ehrenamtlich tätig sind, fußen auf Initiativen 1840 in Trier und 1842 in München. Nachdem es beim Elisabethjubiläum 1931 zur Vereinigung mit den im Geiste des hl. Vinzenz wirkenden weiblichen Karitaskreisen zur Reichsgemeinschaft der Elisabeth- und Frauen-Vinzenz-Vereine Deutschlands gekommen war, schlossen sich die dann sog. Elisabethkonferenzen Deutschlands 1951 der Weltvereinigung der Dames de la Charité in Paris an. Das Generalsekretariat der CKD befindet sich in Freiburg. Als Ehrenzeichen verleiht die Gemeinschaft das Elisabeth-Kreuz.

Elisabeth, die völkerverbindende Schutzfrau! Wie Katharina von Siena und Edith Stein verdient Elisabeth von Thüringen den Ehrentitel Patronin Europas.




Prof. Dr. Hans Jürgen Brandt
Universität der Bundeswehr München