Elisabeths LebenBereits als Vierjährige wird Elisabeth zu einer Schachfigur im großen europäischen Machtspiel um die Zentralgewalt im Heiligen Römischen Reich. Die Gründe dafür: In der Wahlmonarchie des Heiligen Römischen Reiches wurden die Könige und Kaiser von den Reichsfürsten bestimmt. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts rivalisierten zwei miteinander verwandte Hochadelsgeschlechter um die Führung: Staufer und Welfen.

Staufer-Kaiser Heinrich VI. erwarb 1194 durch Heirat das Königreich Sizilien, sein Bruder König Philipp von Schwaben hatte den Thron 1198 bis 1208 inne. Nach der Ermordung Philipps 1208 setzte sich der Welfe Otto IV. als König und späterer Kaiser durch.

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Siegel König Philipps von Schwaben. (Foto: Hessisches Staatsarchiv Marburg)

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Nach seiner Kaiserkrönung 1209 in Italien versuchte Otto IV., seinen staufischen Gegenspieler Friedrich II., Sohn von Heinrich VI. und König von Sizilien, zu besiegen.

Der französische König und Papst Innozenz III. sammelten zugunsten Friedrichs II. einen beachtlichen Teil der deutschen Reichsfürsten hinter sich. Unter Führung von Landgraf Hermann I. von Thüringen wurde der Welfe Otto IV. 1211 von seinen Gegnern für abgesetzt erklärt und der Staufer Friedrich II. zum König gewählt und später zum Kaiser gekrönt.

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Kaiser Friedrich II. lässt diese Goldmünze, »Augustalis«, 1231 für das Königreich Sizilien prägen.(Foto: Hessisches Staatsarchiv Marburg)

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Um die Fürstenallianz für Friedrich II. zu stärken, wurden Königin Gertrud und ihr Gemahl König Andreas II. von Ungarn überredet, ihre erst vierjährige Tochter mit einem Sohn von Landgraf Hermann I. von Thüringen zu verloben. So reist die kleine Ungarnprinzessin Elisabeth, begleitet von einer Gouvernante und weiteren Bediensteten, 1211 nach Deutschland.

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Elisabeth und ihr späterer Ehemann, Landgraf Ludwig IV. von Thüringen, als kindliche Verlobte. (Lübeck, Heiligen-Geist-Spital, Foto: Jost)

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