Elisabeths WirkungDer Marburger Theologe und Universitätsprofessor Karl Wilhelm Justi veröffentlicht 1797 die erste moderne, aus historischen Quellen erarbeitete Biografie Elisabeths. Das Buch erscheint 1835 in einer überarbeiteten und verbesserten Auflage.

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Titelblatt der Elisabeth-Biografie von Karl Wilhelm Justi von 1797. (Hessisches Staatsarchiv Marburg)

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Charles Forbes René Comte de Montalembert verfasst 1836 in Frankreich die wichtigste Biografie des 19. Jh. über Elisabeth. Das Werk erlebt zahlreiche Ausgaben und Auflagen. Im deutschsprachigen Raum findet es in Übersetzung weite Verbreitung. Bis heute prägt es maßgeblich ein romantisches und in Teilen überholtes Elisabeth-Bild.

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Montelambert, Charles Forbes René Comet det: deutsche Übersetzung seines Elisabeth-Buches. (Hessisches Staatsarchiv Marburg)

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Elisabeth Busse-Wilson, Pädagogin und Frauenrechtlerin, publiziert 1931 zum 700. Todestag Elisabeths eine psychoanalytische Studie nach der Lehre von Sigmund Freud. Darin wird Elisabeth einer teilweise radikalen Kritik unterzogen, entmystifiziert und als problematischer Charakter dargestellt. Thomas Mann und Hermann Hesse äußern sich positiv über das Buch. Viele Historiker lehnen Busse-Wilsons Sichtweise ab.

Den heute noch weitestgehend aktuellen Forschungsstand dokumentierten die Kataloge zu zwei Marburger Ausstellungen: zum 750. Todestag Elisabeths 1981/82 und zum 700. Jahrestag der Weihe der Elisabeth-Kirche 1983.

Charles Forbes René Comte de Montalembert

Er ist der wichtigste Elisabeth-Biograf des 19. Jh., wird am 15. April 1810 in London als Sohn eines französischen Emigranten und einer schottischen Protestantin geboren. Er arbeitet als Journalist und Historiker in Frankreich und entwickelt sich zu einer führenden Persönlichkeit des liberalen Katholizismus. 1835 wird er unter Bürgerkönig Louis Philippe Mitglied der Pairskammer und nach dessen Sturz 1848 Abgeordneter der Nationalversammlung sowie 1851 Mitglied der Academie française. Er stirbt am 13. März 1870 in Paris.

Elisabeth Busse-Wilson

Sie analysiert Elisabeth nach Freuds Lehre: Sie wird am 19. Februar 1890 als Tochter des Geheimen Justizrates Karl Wilson in Sondershausen in Thüringen geboren. Sie studiert Kunstgeschichte, Geschichte und Ethnologie in Jena, Leipzig, Bonn und München und erlangt 1914 in Leipzig den Doktortitel. 1915 heiratet sie Dr. Kurt Busse. Sie arbeitet als Lehrerin im thüringischen Haubinda und in Gaienhofen am Bodensee. Daneben nimmt sie aktiv an der Frauen- und Jugendbewegung teil und entfaltet eine lebhafte schriftstellerische Tätigkeit. Sie stirbt am 6. November 1974 in Oberursel im Taunus.

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Elisabeth Busse-Wilson. Portraitfotografie 1933, Original im Besitz von Dr. Konrad Busse, Lauter-
bach. (Foto: Hessisches Staatsarchiv Marburg)

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