Elisabeths WirkungGut 30 Jahre nach ihrer Übersiedlung nach Marburg wird die verstorbene Elisabeth zur Patronin Hessens.
Dem ging jedoch ein längerer Familienstreit voraus:

Ihr Schwager, Landgraf Heinrich Raspe von Thüringen und Gegenkönig zu Friedrich II., stirbt 1247 ohne männliche Erben. Sofort erheben Elisabeths Tochter Sophie und ihr Mann Herzog Heinrich II. von Brabant für ihren unmündigen Sohn Heinrich Anspruch auf die Landgrafschaft Thüringen und die dazugehörige Grafschaft Hessen. Für ebenfalls erbberechtigt hält sich Markgraf Heinrich III. von Meißen, weil seine Mutter Jutta eine Halbschwester der Landgrafen Ludwig und Heinrich Raspe war.

Bild von Elisabeth


Siegel der Herzogin Sophie von Brabant. (Foto: Hessisches Staatsarchiv Marburg)

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Erst 1264 endet der Streit mit einem Kompromiss: Der Markgraf von Meißen erhält die Landgrafschaft Thüringen. Sophie setzt sich für ihren Sohn Heinrich durch. Er bekommt die Grafschaft Hessen, den Landgrafentitel und darf den Löwen als Wappen beibehalten.

Von 1269 bis 1376 zeigen die Landgrafen von Hessen auf ihren Rücksiegeln ihre Abstammung von Elisabeth. Landgraf Hermann II. lässt um 1400 Münzen mit dem Bild Elisabeths schlagen.

1502 wird sie auf einem Silbergulden Landgraf Wilhelms II. offiziell als "Gloria rei publice", als "Ruhm des Staates", bezeichnet. Noch während der Reformation wird Elisabeth als Ahnfrau des hessischen Fürstenhauses und Landespatronin dargestellt.