Laurentiuskirche

Alte Dorfstraße 34
63594 Hasselroth

Informationen zur Kirche

Sehenswertes

Kirchenführung

Außen fällt der geschweifte Ostgiebel der Kirche auf. (siehe umseitiges Bild ) Diese Form, eigentlich für die Renaissance charakteristisch, findet sich selten bei Barockkirchen. Über der Haupteingangstür ist die Bauinschrift von 1780 eingemeißelt.
Der frühromanische Kirchturm auf der Westseite wird vom Kirchenschiff fast erdrückt. Das Bodenniveau des Kirchenschiffs liegt erheblich über dem des Turms. Durch Bodenerhöhung infolge von Bestattungen im Zeitraum einiger Jahrhunderte rund um die Kirche ist der Turm quasi im Boden versunken.
Auf der Südseite, über einem runden Oculus (lat. Auge) und einem Rundfenster ist eine leider stark verwitterte Schreckmaske eingemauert. (siehe Bild links) Eine weitere, besser erhaltene Schreckmaske, sowie ein Löwenrelief (Bild rechts) findet sich auf der Ostseite des Turms, vom Kirchendach verdeckt.

Betritt man die Kirche, so befindet man sich zunächst im Vorraum. In diesem befinden sich noch heute zwei Grabplatten aus der Zeit vor 1780. Eine Platte sieht man gleich links vor der Glastüre zum Kirchraum und die zweite Platte befindet sich in der Ecke unter der Treppe zur Empore.

Geht man nun die Treppe hinauf, erreicht man die U-förmige Empore, die im Kern noch aus der Erbauungszeit der Kirche stammt. Die auf der Empore stehende Orgel wurde 1855 durch den Orgelbauer Ratzmann aus Gelnhausen im neugotischen Stil erbaut.


Auffällig im Kircheninneren ist die Kargheit des Raums, die jedoch mit den streng reformierten Grundsätzen zusammenhängt.


Die schlichte spätbarocke Kanzel ist mit typischen Pinienzapfen verziert.
Der groß gewachsene Kirchenbesucher achtet auf seinen Kopf. ;-)


Rechts neben der Kanzel ist ein gotisches Sakramentshäuschen eingemauert, das aus dem Chor der Vorgängerkirche stammt. Möglicherweise wurde es schon vor 1780 als Aufbewahrungsort für Abendmahlsgeräte verwendet und daher im Neubau wieder eingemauert.

Geschichtliches

Laurentiuskirche Niedermittlau
Geschichtliches

Die Laurentiuskirche in Niedermittlau ist eines der ältesten kirchlichen Gebäude im mittleren Kinzigtal.
Der Kirchturm, der wahrscheinlich älteste Turm im Altkreis Gelnhausen, wurde vermutlich in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts erbaut. Dies ergaben chronologische Untersuchungen.
Das Kirchenschiff wurde 1780 aufgrund schwerer Beschädigungen (u.a. aus dem 30-jährigen Krieg) neu gebaut. Die letzte Renovierung der Kirche erfolgte im Jahr 2000. Im Jahr 2015 wurde der Dachstuhl teilerneuert und das Dach neu eingedeckt.

Der Namensgeber der Kirche, Laurentius, war ein Diakon unter Papst Sixtus II. (3.Jh.). Er war Verwalter der Kirchenbücher und hatte im Zuge der Verfolgungen die Kirchenschätze nicht dem Staat ausgeliefert, sondern diese unter den Armen verteilen lassen. Deshalb wurde er im Jahre 258 auf einem Eisenrost unter Feuer zu Tode gemartert. Er gilt u.a. als Heiliger der Bibliothekare.
Die Bedeutung der Laurentiuskirche wird durch ihre Funktion als Haupt- und Pfarrkirche des Kirchspiels Niedermittlau dokumentiert. Dieses etwa seit Ende des 13. Jh. bestehende Kirchspiel umfasste ursprünglich neben Niedermittlau die Orte Gondsroth, Neuenhaßlau, Hailer und Meerholz. Die Kirche in Gondsroth und eine nicht mehr existierende Kapelle in Neuenhaßlau waren Filialen von Niedermittlau; der Pfarrer in Niedermittlau war außerdem der Seelsorger der Nonnen des Klosters Meerholz.

In Hailer und Meerholz existierten keine Dorfkirchen; die Einwohner waren auf die Niedermittlauer Kirche angewiesen.

1744 wurde das 1525 protestantisch gewordene Kirchspiel Niedermittlau verkleinert, denn die Isenburger Herrschaft stellte ab diesem Jahr die inzwischen zur Schlosskirche umgebaute Meerholzer Klosterkirche den Bewohnern von Hailer und Meerholz zur Verfügung.

Das Kirchspiel Niedermittlau bestand noch bis 1965 und bis zu diesem Jahr wurden alle evangelischen Jugendlichen aus Gondsroth und Neuenhaßlau in Niedermittlau konfirmiert.

Danach bildeten Neuenhaßlau und Gondsroth eine eigene Kirchengemeinde.
Die Gemeinde Hasselroth hat im politischen Bereich die Nachfolge des alten Kirchspiels angetreten.
Diese über Jahrhunderte währende Kontinuität zeigt, dass die Laurentiuskirche ein Bauwerk Hasselroths ist, mit dem sich alle Bürgerinnen und Bürger identifizieren können.



Weitere Informationen

  • Wir nehmen am Programm "Offene Kirchen in Kurhessen-Waldeck teil.
  • Wir führen das Signet "Verlässlich geöffnete Kirche".
  • Bei uns kann man in der Bibel lesen.
  • Wir sind auf behinderte Menschen eingestellt.
  • Wir liegen an einem Rad- oder Wanderweg.

Öffnungszeiten

Montag von 09:30 bis 18:00 Uhr
Dienstag von 09:30 bis 18:00 Uhr
Mittwoch von 09:30 bis 18:00 Uhr
Donnerstag von 09:30 bis 18:00 Uhr
Freitag von 09:30 bis 18:00 Uhr
Samstag von 09:30 bis 18:00 Uhr
Sonntag von 09:30 bis 18:00 Uhr

Infokontakt

Küsterin C. Trosien
kuesterin@evk-niedermittlau.de
+4915170020285

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Übersicht

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