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Schächten

Düsseldorf (epd). Beim islamischen Opferfest spielt das Schächten eine zentrale Rolle. Das Schächten ist im Judentum und Islam die rituelle Schlachtung eines Schafes, Rindes oder einer Ziege. Dabei werden dem Tier ohne Betäubung Halsschlagader und Luftröhre aufgeschnitten, so dass es ausblutet. Tierschützer in Europa protestieren gegen diese Schlachtmethode, die für die Tiere sehr schmerzhaft sei.

Das Opferfest (türkisch: «Kurban Bayram» und arabisch: «Eid al-Adha») ist neben dem Ramadan-Fest das höchste muslimische Fest. An den heiligen Stätten in Mekka haben sich mehr als zwei Millionen Pilger versammelt. Das Fest erinnert an die in Koran und Bibel überlieferte Glaubensprüfung Abrahams, der auf Gottes Aufforderung hin seinen Sohn opfern sollte. Der Überlieferung zufolgte schickte Gott einen Widder als Opfertier und rettete dem Sohn damit das Leben. Die Muslime verehren Abrahams Sohn als Stammvater des Propheten Mohammed. Beim Opferfest feiern sie seine Rettung. Nach der Tradition soll jede Familie ein Tier schächten und das Fleisch mit Verwandten, Nachbarn und Armen teilen. Einige Hilfswerke fordern dazu auf, das Geld zu spenden, damit in armen Ländern Fleisch verteilt werden kann.

In Nordrhein-Westfalen ist das Schächten ohne vorherige Betäubung während des Opferfestes bis auf ganz wenige, schwer erfüllbare Ausnahmefälle verboten. Mit einem entsprechenden Erlass hatte Düsseldorf Ende Januar die islamische Schlachtpraxis nach der Aufnahme des Tierschutzes in das Grundgesetz neu geregelt.

Die 3,2 Millionen Muslime in Deutschland berufen sich auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Januar 2002, in dem das Schächten als «religiöse Grundhaltung» für zulässig erklärt wird. Im Juli 2002 wurde der Tierschutz, der das Schlachten ohne Betäubung verbietet, ins Grundgesetz aufgenommen. Damit stehen sich Religionsfreiheit und Tierschutz als Verfassungsgüter gegenüber. (10.2.2003)
2005-10-27

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