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Spiritualität

Berlin (epd). Immer mehr Menschen der modernen Informationsgesellschaft sehnen sich nach unmittelbarer religiöser Erfahrung als Alternative zu Rationalismus und Materialismus. Soziologen sprechen von einer Renaissance der Spiritualität - nicht nur innerhalb der Kirchen. Religiöse und mystische Erfahrung sowie transzendente Erlebnisse sind nach Auffassung von Psychologen für die seelische Gesundheit des Menschen unbedingt notwendig.

Spiritualität - vom lateinischen «spiritus» für Wind, Hauch, Atem und Geist - zielt darauf, sich für eine größere Wirklichkeit zu öffnen, im christlichen Sinn für die Gegenwart Gottes. Alle Religionen haben spirituelle Techniken wie Meditation oder Rituale entwickelt, um eine «Wirklichkeit hinter der Wirklichkeit» wahrnehmen zu können. Zugleich soll damit ein Zustand tiefer innerer Ruhe und des Glücks erreicht werden. Meditierende fühlen sich oft «eins mit dem Universum».

Für einen «kosmischen Optimismus» als spirituelle Grundhaltung plädieren Religionsphilosophen. Dieser Optimismus gründe sich in einem absoluten Vertrauen darauf, dass das Universum einen Sinn hat. Dies könne auch über die dunkelsten Momente im Leben hinweghelfen. Spiritualität ist daher auch Weisheitswissen, das in der Bibel und bedeutenden Texten der nichtreligiösen Weltliteratur vermittelt wird.

Spiritualität soll im christlichen Verständnis immer den ganzen Menschen mit allen Sinnen ansprechen. Sie ist keineswegs nur an religiös-fromme Rituale gebunden. Die spirituelle Lebenshaltung aber auch christliche Frömmigkeit charakterisiert sich Theologen zufolge vor allem durch Gelassenheit. Spiritualität schließe Ruhe, Frieden und Toleranz ein. Gesunde Spiritualität müsse allerdings fest im Alltag verwurzelt sein. Sie habe nichts mit esoterischen Heilswegen oder Selbsterlösung zu tun. (29.05.2003)
2005-10-27

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