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Buddhismus

Frankfurt a.M. (epd). Der Buddhismus ist eine der ältesten Weltreligionen. Weltweit folgen ihm Schätzungen zufolge mehr als 350 Millionen Menschen. In Deutschland sind es wohl etwa 100.000. Die Religion gründet sich auf die Lehre des Buddha - des Erwachten - der als Siddharta Gautama als Sohn eines Fürsten um 560 vor Christus in Nordindien geboren wurde. Bis zu seinem Tod um das Jahr 480 lehrte der Buddha den Weg zur Aufhebung allen Leidens durch innere Distanz und heitere Gelassenheit zur Welt.

Vielfach wird der Buddhismus als «Religion ohne Gott» beschrieben. Tatsächlich aber hat der Buddha selbst die Frage nach der Existenz eines Gottes nie beantwortet, sondern als unwesentlich auf dem Weg zur Erlösung abgetan. Allerdings verehren später entstandene buddhistische Schulen zahlreiche gottähnliche Wesenheiten, die den Menschen auf dem Weg zur Befreiung helfen sollen. Zugleich entwickelte der Buddhismus eine höchst anspruchsvolle Ethik.

Wie Christentum und Islam hat sich auch der Buddhismus in den 2.500 Jahren seiner Geschichte in verschiedene Schulen und Zweige aufgespalten, etwa in den strengeren Theravadaund den volksnahen Mahayana-Buddhismus. Trotz zum Teil scharfen Auseinandersetzungen um die rechte Lehre gab es im Buddhismus jedoch keine Glaubenskriege. Eine besondere Form des Buddhismus entwickelte sich seit dem siebten Jahrhundert in Tibet. Dort wurde im 15. Jahrhundert der erste Dalai Lama als Oberhaupt inthronisiert.

Im Buddhismus entwickelte Meditationstechniken werden von vielen westlichen Menschen als Lebenshilfe praktiziert. Die kontemplative Praxis soll die geistige Reifung fördern. Letztes Ziel im religiösen Sinne ist in der Regel die Erleuchtung des Geistes. Heute werben zahlreiche Dialogzentren in Japan, Europa und Nordeuropa für den buddhistisch-christlichen Dialog. Sie suchen Gemeinsamkeiten in der spirituellen Praxis jenseits von Worten und Lehren, die in die Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts passen. (22.05.2003)
2005-10-27

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