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Charta Oecumenica

Berlin (epd). Die «Charta Oecumenica» ist eines der bedeutendsten gemeinsamen Dokumente der christlichen Kirchen in Europa. Das Papier schreibt erstmals seit rund 1.000 Jahren die Zusammenarbeit der Kirchen verbindlich fest.

Der Text wurde zum Abschluss eines «Millennium-Gipfels» im April 2001 in Straßburg von der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und dem katholischen Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) verabschiedet. Beide Organisationen repräsentieren fast alle reformatorischen, orthodoxen und katholischen Christen auf dem Kontinent. Die Charta wurde inzwischen in 30 Sprachen übersetzt.

Einigkeit unter den Kirchen sei Voraussetzung für Frieden unter den Nationen, heißt es in dem Text. Die Trennung der Christenheit soll langfristig überwunden werden. Die Gemeinschaft im Abendmahl ist dabei ein Ziel unter vielen. Zugleich soll der Dialog zum Islam, Judentum und anderen Weltreligionen ausgebaut werden.

In der Ökumene-Charta verpflichten sich die Kirchen zudem, Frieden und soziale Gerechtigkeit in Europa zu fördern. Zugleich wird die Verantwortung für die Armen in aller Welt hervorgehoben. Die Charta hat allerdings keinen lehramtlichen oder kirchenrechtlichen Anspruch und wird vom Vatikan nicht mitverantwortet. Auch die Mitgliedskirchen der KEK und des CCEE sind nicht zur Übernahme verpflichtet. Vielmehr wird die Charta den europäischen Kirchen und Bischofskonferenzen «zur Annahme und Umsetzung in ihrem jeweiligen Kontext» empfohlen. (30.5.2003)
2005-10-27

Linktipp:

Leitlinien für die wachsende Zusammen-arbeit unter den Kirchen in Europa:

Charta Oecumenica

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