a995

Kirchenasyl

Berlin (epd). Das Kirchenasyl ist eine Zuflucht für Menschen, denen durch Abschiebung Gefahren für Leib, Leben und Freiheit drohen. Die Kirchen und ihre Gemeinden sehen in ihm einen letzten, legitimen Versuch, Flüchtlingen durch zeitlich befristete Aufnahme die Möglichkeit für eine erneute, sorgfältige Überprüfung ihres staatlich garantierten Schutzanspruchs zu verschaffen.

Mit ihrer Entscheidung, verfolgte und bedrängte Menschen in ihrer Kirche oder anderen Gemeinderäumen aufzunehmen, übernehmen die christlichen Gemeinden zugleich eine Vermittlerrolle zwischen Behörden und Flüchtlingen. Die Gemeinden gewähren ihren Beistand immer gewaltfrei und zumeist öffentlich.

Dabei soll die Öffentlichkeit nicht nur zum Schutz der Flüchtlinge beitragen, sondern auch zu mehr Transparenz in den asylrechtlichen Verfahren. Damit setzen sich die Gemeinden zugleich für das grundgesetzlich verankerte Recht auf Schutz von Menschenwürde, Freiheit und körperlicher Unversehrtheit ein.

Eine Untersuchung der Bundesarbeitsgemeinschaft «Asyl in der Kirche» ergab, dass nahezu drei von vier Kirchenasylfällen erfolgreich beendet werden konnten. Untersucht wurden 240 der insgesamt 271 in den vergangenen fünf Jahren bekannt gewordenen Fälle von Kirchenasyl, an denen insgesamt 909 Personen in 133 Familien beteiligt waren.

Wie kirchliche Leitungen wiederholt betont haben, richtet sich dieser Beistand nicht gegen die staatliche Rechtsordnung, auch wenn es im Einzelfall zu Spannungen zwischen Behörden und der Kirche kommen kann. (5.1.2003)
2005-10-27

Übersicht

Hier gelangen Sie wieder zurück zur vorherigen Übersicht:

zurück