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Märtyrer

Frankfurt a.M. (epd). Der Begriff Märtyrer heißt übersetzt «Zeuge». In der christlichen Religionsgeschichte werden damit Menschen bezeichnet, die wegen ihres Glaubens verfolgt und getötet wurden. Als erster christlicher Märtyrer in diesem Sinne gilt der als heiliger Polykarp in die Kirchenbücher eingegangene Bischof von Smyrna, der Mitte des zweiten Jahrhunderts hingerichtet wurde.

Das Martyrium als Zeugnis für die eigene Weltanschauung oder den eigenen Glauben findet sich auch in anderen Religionen, Kulturkreisen und Epochen. So wurde bereits der wegen Gottlosigkeit zum Tod verurteilte griechische Philosoph Sokrates (470-399 v. Chr.) «Märtyrer der Wahrheit» genannt.

Das «Blutzeugnis» der Märtyrer hat in der Geschichte der Weltreligionen oft große Bewegungen ausgelöst und den Wunsch nach Nachfolge geweckt. «Jeder, der sich Gott ganz hingibt im Kampf gegen seine eigenen Wünsche, ist ein Märtyrer», heißt es etwa im Islam. Religionsgeschichtler verweisen allerdings auch auf irrationale Strukturen in einzelnen Martyriumsgeschichten. (07.07.2003)
2005-10-27

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