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Patientenverfügung

Frankfurt a.M. (epd). Eine Patientenverfügung soll die Selbstbestimmung in medizinischen Behandlungsfragen bis zum Lebensende sichern. In dem Papier, das auch Patiententestament genannt wird, kann eine Person sich zu ihren Wünschen äußern, wie sie im Falle einer aussichtslosen Erkrankung behandelt werden will.

Jemand kann darin festhalten, ob er mit medizinischen Maßnahmen am Leben gehalten werden will oder der Arzt dies unterlassen soll. Die Patientenverfügung kann auch eine Vertrauensperson, einen so genannten Gesundheitsbevollmächtigten, festlegen. Wenn der Kranke sich nicht mehr selbst äußern kann, etwa weil er im Koma liegt, kann diese Person dann mit dem Arzt über die Behandlung sprechen.

Seit Beginn des Jahres 2003 gibt es jedoch wegen eines Urteils des Bundesgerichtshofs erhebliche Unsicherheit über den juristischen Wert von Patientenverfügungen. Das Gericht entschied, dass ein Vormundschaftsgericht hinzugezogen werden muss, wenn sich die Meinungen von Vertrauensperson und Arzt unterschieden. Außerdem dürfe dem Wunsch, lebensverlängernde Maßnahmen abzustellen, nur entsprochen werden, wenn eine Krankheit einen unumkehrbaren tödlichen Verlauf habe.

Eine von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) eingesetzte Kommission hatte hingegen Mitte Juni 2004 empfohlen, Patientenverfügungen etwa zur Abschaltung von medizinischen Geräten auch dann gelten zu lassen, wenn eine Krankheit noch keinen unumkehrbar tödlichen Verlauf genommen habe. (01.09.2004)
2005-10-27

Linktipp:

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