Aktuelles

Renovierung der Karlskirche steht bevor
Noch sind viele Spenden nötig

Viele Menschen besuchen Jahr für Jahr die Karlskirche zu Gottesdiensten und Gebet, zu Konzerten und Vorträgen. Sie kommen in großer Zahl zur jährlichen Krippenausstellung und hören gern das Glockenspiel. Die Karlskirche ist für viele Menschen ein besonderer Ort, der weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist.

Spenden für die Renovierung der Karlskirche Vor mehr als 300 Jahren wurde sie gebaut. Sie ist die größte Hugenottenkirche in Nordhessen. Ein wichtiges Kulturdenkmal der Stadt- und Regionalgeschichte. Während des Hessentages 2013 wurde sie sogar zur Zukunftskirche.
60 Jahre sind seit dem Wiederaufbau der Kirche vergangen. Seither hat es keine grundlegende Renovierung gegeben. Nun ist die Zeit gekommen, sie im Inneren zu renovieren.
Neben den elektrischen Leitungen rufen die Lautsprecheranlage, die Heizung, die Beleuchtung, der Fußboden nach Erneuerung. Schon lange wünschen sich Besucher erreichbare Toiletten. Der Zugang zur Kirche soll behindertengerecht werden. Ein Gemeinderaum unter der Empore wird entstehen und auch eine Küche, damit man sich mit Kaffee, Tee und anderem auf leichtem Weg versorgen kann.
Die Pläne wurden der Gemeinde nach einem Gottesdienst vorgestellt und für gut befunden. Im Herbst 2017 wird es vorbereitende Arbeiten in der Kirche geben. Von Erntedank bis Silvester 2017 können wir noch Gottesdienst in der Kirche feiern. 2018 bleibt die Kirche dann wegen der Renovierung geschlossen.
Für die Finanzierung wurde das alte Gemeindehaus Ecke Friedrichstraße veräußert. Die Landeskirche und der Stadtkirchenkreis steuern ebenfalls Mittel bei. Aber es reicht noch nicht. 300.000 € fehlen noch.
Wir brauchen Ihre Unterstützung! Sagen Sie es weiter. Helfen sie uns, die Karlskirche zukunftsfähig zu machen, damit sie ein besonderer Ort für viele bleiben kann und wir uns danach gern bei Gottesdiensten, Ausstellungen, Konzerten und anderem wiedersehen.
Allen Spenderinnen und Spendern danke ich im Namen des Kirchenvorstandes im Voraus.

Ihre
Pfarrerin Inge Böhle

Spendenkonto

Kirchengemeinde Kassel-Mitte/Karlskirche
IBAN: DE78 5205 0353 0000 0549 91 | BIC: HELADEF1KAS
Stichwort: Renovierung Karlskirche

Flyer zur Renovierung der Karlskirche hier zum Download (PDF).

Adventliches Benefiz zur Kirchenrenovierung

Am Nachmittag des 1. Advents nach der kurzen Andacht um 17.00 Uhr planen wir eine Benefizveranstaltung zugunsten der Renovierung der Karlskirche. Es erwartet Sie ein buntes Rahmenprogramm mit Musik von Wilhelm Ritter und Gesang von Musa Nkuna. Es ist der Auftakt für die Aktion "Bauen Sie mit an der Karlskirche! – Erwerben Sie einen Renovierungsstein". Sie können einen Renovierungsstein spenden. Jeder Stein kann mit dem Namen versehen werden und einen Platz im Kirchenraum finden.

Darüber hinaus können Sie sich ein Lied auf dem Glockenspiel wünschen. Dazu werden unsere Glockenspieler im Sommer 2018 bei einem Glockenspielkonzert Ihr Wunschlied spielen. Schließlich können sie Origami-Faltsterne von Herrn Eichel erwerben. Alle Spenden werden der Renovierung der Karlskirche zu Gute kommen.

Vorarbeiten haben begonnen

Orgel der Karlskirche wurde für die Zeit der Renovierung eingehaust.Bereits jetzt haben die ersten Vorarbeiten für die Renovierung begonnen. Damit unsere Orgel bei den Bauarbeiten nicht verschmutzt oder beschädigt wird, wurde sie aufwändig eingehaust. In den nächsten Tagen werden Bohrungen im Fußboden zur Untersuchung des Baugrunds ausgeführt.

Mit einem festlichen Jahresschlussgottesdienst wollen wir uns am 31. Dezember von der Karlskirche verabschieden.
Ab 1. Januar 2018 ist die Karlskirche dann für voraussichtlich ein Jahr wegen der Renovierung geschlossen. Fußboden, Heizung, Elektrik, behindertengerechter Zugang und Toiletten, Einbauten unter der Empore, Beleuchtung, Mikrofonanlage...
Es gibt viel zu tun, damit die Karlskirche weiterhin ein guter Ort für viele bleiben kann

Gottesdienste während der Renovierungszeit

Jeden 1. Sonntag im Monat können wir im Saal der Musikakademie einen Gottesdienst mit Abendmahl feiern. Der Saal liegt im Untergeschoß und ist per Aufzug oder Treppe gut erreichbar. Wir danken der Musikakademie, dass sie uns ihren Raum zur Verfügung stellt. Wie schön ist solche Nachbarschaft!

An den anderen Sonntagen eines Monats sind die Gemeindeglieder in die Unterneustädter Kirche oder in die Martinskirche eingeladen. Pfarrerin Inge Böhle wird dort auch Gottesdienste halten.

Eingehauste Orgel der Karlskirche - Foto: Claus-Dieter Suß

Einführung am 2. Advent
Dr. Renja Rentz – Die neue Pfarrerin für die Unterneustadt

Am 2. Advent wird Dr. Renja Rentz als neue Pfarrerin in der Unterneustadt eingeführt. Sie tritt die Nachfolge von Pfarrer Reinhard Natt an.

Hier lesen Sie eine kurze Vorstellung von Pfarrerin Dr. Rentz:

Dr. Renja Rentz - die neue Pfarrerin in der Unterneustadt.Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist, weil Leben heißt: sich regen, weil Leben wanden heißt.
Diese Liedzeile aus dem Gesangbuch (EG 395) kommt mir in diesen Tagen des Übergangs von der alten zur neuen Pfarrstelle häufiger in den Sinn. Leben ist Veränderung, bedeutet immer wieder Abschied von Altem und Aufbruch zu Neuem. Neue Wege zu gehen ist schön und aufregend zugleich.
Ich hoffe, dass es mit der Renovierung der Pfarrdienstwohnung klappt und ich ab dem 15. Dezember als neue Pfarrerin in der Unterneustadt für Sie da sein kann!

Geboren und aufgewachsen in Oberkaufungen ist mir Kassel vertraut. Der Unterneustadt fühle ich mich insofern verbunden, als ich an der Herderschule mein Abitur gemacht habe. Die Gemeindearbeit in Oberkaufungen mit ihrer lebendigen Kinder- und Jugendarbeit hat mich geprägt und war mit ausschlaggebend für meine Entscheidung, Pfarrerin zu werden.

Nach dem Abitur hat es mich allerdings erstmal in die Ferne gezogen. Ich war für ein halbes Jahr in Bolivien und habe dort in einer Gastfamilie gelebt und in einem Kinderheim gearbeitet.
Theologie studiert habe ich vor allem in Marburg. Zwischendurch war ich für ein Studienjahr in Buenos Aires. Nach meinem Vikariat in der Kirchengemeinde Ahnatal-Weimar habe ich mich intensiver mit dem Thema Seelsorge befasst, habe mit einer praktischen Seelsorgeausbildung begonnen und eine Doktorarbeit zum Thema „Schuld in der Seelsorge“ geschrieben.

Die vergangenen zwei Jahre war ich Gemeindepfarrerin zweier Landgemeinden im Werra-Meißner-Kreis. Dort konnte ich die ganze Bandbreite der Gemeindearbeit kennen lernen und erproben. Die Arbeit mit den Menschen dort hat mir Spaß gemacht und doch freue ich mich nun auf das Leben und Arbeiten in der Stadt.

Bei einem Spaziergang durch die Unterneustadt habe ich schon gesehen, dass sich seit meiner Schulzeit viel entwickelt und verändert hat und freue mich darauf, das Stadtviertel neu zu entdecken und vor allem darauf Sie kennen zu lernen! Ich bin gespannt auf die neuen Wege, die nun für uns als Gemeinde vor uns liegen und gehe sie zuversichtlich an, mit der Liedzeile im Kopf: Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit. Die Tore stehen offen. Das Land ist hell und weit.

In diesem Sinne grüßt Sie herzlich
Ihre Pfarrerin Renja Rentz

Foto: privat 

Ehrung
Seit 50 Jahren zieht Wilhelm Ritter die richtigen Register

Wilhelm Ritter ist seit 50 Jahren Organist an der Kasseler Martinskirche. Dafür hat ihn die Kirchengemeinde Kassel-Mitte jetzt geehrt. „Seit 50 Jahren ziehen Sie die richtigen Register“, sagte Dr. Hans Helmut Horn anlässlich der Ehrung Ritters im Gottesdienst am 12. November in der Martinskirche. „Dafür sind wir sehr dankbar“, so Horn weiter. 1000 Gottesdienste habe Ritter in einem halben Jahrhundert begleitet, so Horn.

Zu Ritters Ehrentag hatte sich die Gemeinde etwas Besonderes ausgedacht: Zwei Pfeifen der neuen Rieger-Orgel werden mit Metallplättchen versehen, deren Inschriften Ritter gewidmet sind: "Die Evangelische Kirchengemeinde Kassel-Mitte dankt Wilhelm Ritter für 50 Jahre Orgeldienst in St. Martin. 12.11.2017." Welche Pfeifen mit den Metallplättchen versehen werden, das dürfen der Organist und seine Frau Gabriela selbst bestimmen. Bereitsvor vielen Jahren bekam Ritter die Philipp-Nicolai-Medaille der Landeskirche verliehen für mehr als 24 Jahre kirchenmusikalischen Dienst mit überdurchschnittlichen Leitungen.

Sichtlich bewegt danke Ritter der Gemeinde. Er sei als 17-jähriger Schüler in der Martinskirche sehr freundlich aufgenommen worden und habe so schnell eine neue Heimat in Kassel gefunden, so Ritter.

Ritter stammt aus Orferode bei Bad Soden-Allendorf und begann mit 12 Jahren das Orgelspiel. Schon damals faszinierte ihn die Orgel der Martinskirche. Als er dann als junger Mann nach Kassel kam vertrat er seinen Musiklehrer Hans Martin Ziegler, der zugleich stellvertretender Organist an der Martinskirche war. „Ich war der Vertreter des Vertreters“, sagt Ritter. Und er blieb. Vier Bischöfe hat Ritter an St. Martin erlebt, ebenso viele Pfarrer, Dekane und Küster. Und jüngst auch den Orgelneubau. Ganz selbstverständlich nimmt Ritter auch auf der Orgelbank dieses beeindruckenden Instrumentes Platz und zieht, wie soll es anders sein, die richtigen Register. Auch an diesem Sonntag der Ehrung ist seine Frau Gabriela an seiner Seite, die ihm die Orgelblätter umschlägt und die Liebe zur Musik mit ihm teilt. (HS/14.11.2017)

Bild: Freuen sich über die Ehrung: Dr. Hans Helmut Horn, Wilhelm Ritter, Gabriela Ritter und Pfarrer Dr. Willi Temme.  (Foto: Heike Schaaf)

Martinstag an St. Martin – Zwei Tage später!

Da der Martinstag (11.11.) in diesem Jahr auf einen Samstag fällt, feiert die Martinskirche diesen Gedenktag zwei Tage später, also am Montag, 13. November.

Bereits um 8.00 Uhr findet der traditionelle Frühgottesdienst mit anschließendem Martinsfrühstück statt.

Um 16.30 Uhr startet der traditionelle Laternenumzug auf dem Martinsplatz. Die Laternenträger überqueren die Fulda auf der Karl-Branner-Brücke, wo sich die Kinder aus der Unterneustadt dem Zug anschließen. Gemeinsam geht es dann über die Drahtbrücke wieder zurück in die Martinskirche, wo es gegen 17.30 Uhr eine Andacht mit Pfarrer Dr. Willi Temme gibt. Zum Schluss bekommen alle Kinder einen süßen Martinswecken mit auf den Weg. (08.11.2017)
Foto: Dieter Schütz/pixelio.de

Auszeichnung
Georg Kleinschmidt mit Martinsmedaille geehrt

Georg Kleinschmidt, der ehemalige Direktor der Kasseler Bank, ist mit der Martinsmedaille der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck ausgezeichnet worden. Bischof Prof. Dr. Martin Hein ehrte Kleinschmidt am vergangenen Sonntag in der Kasseler Martinskirche für sein außerordentliches ehrenamtliches Engagement im Rahmen des Orgelneubaus in St. Martin.  

Mit der Martinsmedaille ausgezeichnet: Georg Kleinschmidt (vorne, links) freut sich mit Ehefrau Erika über die Auszeichnung. Dahinter v.l.n.r.: Dr. Hans Helmut Horn, Bischof Prof. Dr. Martin Hein, Pfarrer Dr. Willi Temme. Foto: Brigitte Stache

 Auch der Vorsitzende des Kirchenvorstands der Kirchengemeinde Kassel-Mitte, Dr. Hans Helmut Horn, würdigte Kleinschmidts Rolle bei der Werbung von Spendern und Unterstützern für den Orgelneubau. Horn erinnerte an den Anfang der Arbeit der Spendenkommission, die sich zum ersten Mal am Reformationstag 2012 zusammengefunden hatte. Neben Kleinschmidt, Pfarrer Dr. Willi Temme und Horn gehörten dem Arbeitskreis auch Kantor Eckhard Manz, die Kirchenvorsteherin Heike Schaaf sowie Hans Dieter Schröder an.

„Gemeinsam entwickelten wir eine Strategie, wie die Summe von 500.000 Euro, die die Kirchengemeinde an Spenden benötigte, zusammengebracht werden könnte“, so Pfarrer Dr. Willi Temme. Hierbei und auch bei der praktischen Spendenakquise habe Georg Kleinschmidt seine Erfahrungen als Finanzfachmann eingebracht und Außerordentliches geleistet. Zum Zeitpunkt der Orgeleinweihung am diesjährigen Pfingstfest hatte die Kirchengemeinde mehr als 800.000 Euro Spenden- und Sponsorengelder eingeworben. „Eine enorme Summe, die half, die Lücke in der Finanzierung des Orgelneubaus möglichst überschaubar zu halten“, so Temme weiter. „Dass dieses große Unternehmen Orgelbau so erfolgreich abgeschlossen werden konnte, dafür gebührt Georg Kleinschmidt auch im Namen unserer Kirchengemeinde ein herzliches Dankeschön.“

Die Martinsmedaille wird von der Landeskirche für sehr hohes Engagement und besondere Verdienste an hauptberufliche und ehrenamtliche Mitarbeiter verliehen. Die Verleihung der Martinsmedaille ist eine der höchsten Auszeichnungen der Landeskirche. (15.08.2017)

Das Klangkunstwerk wurde an Pfingsten eingeweiht
Neue Orgel an St. Martin

Nach siebenjähriger Planungs- und Bauzeit wurde die neue Orgel am Pfingstsonntag im Festgottesdienst in der Kasseler Martinskirche feierlich eingeweiht. Die Festpredigt hielt Bischof Prof. Dr. Martin Hein.



Der Weg zur neuen Orgel
Ein Orgelneubau an St. Martin sei seit über 25 Jahren im Gespräch. „Dem besonderen Auftrag der Kirchenmusik an St. Martin, zeitgenössische Kirchenmusik durch Uraufführungen, Kompositionsaufträge und Konzerte zu entwickeln und zu pflegen genügte das Vorgänger-Instrument seit langem nicht“, sagt Pfarrer Dr. Willi Temme. Dem jetzt realisierten Orgelneubau ging ein mehrjähriger Beratungs- und Konsultationsprozess mit Sachverständigen und Kirchenmusikern aus ganz Deutschland voraus. In der letzten Phase begleiteten Experten und engagierte Ehrenamtliche in einer Orgel-, einer Prospekt- und einer Spendenkommission das Projekt. „Wir freuen uns nun mit allen Beteiligten, mit Gemeindemitgliedern, Bürgerinnen und Bürgern Kassels und vielen Besuchern auf einzigartigen Hörgenuss“, so Temme.

(v.l.): Stephan Niebler und Georg Pfeifer (Rieger-Orgelbau), Kirchenmusikdirektor Eckard Manz, Pfarrer Dr. Willi Temme, Dr. Hans Helmut Horn, Petra Feist-Dietrich (Vorsitzende Kulturplattform St. Martin). Foto: schauderna/medio.tvDie Kosten von in Höhe von 2,5 Mio. Euro wurde aus Eigenmitteln der Kirchengemeinde Kassel-Mitte, der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und mit großzügigen Zuwendungen von Sponsoren und Spendern finanziert. „Wir danken unseren Unterstützern und den vielen Spendern und Pfeifenpaten ohne die wir das Orgelprojekt nicht hätten realisieren können“, sagt Dr. Hans Helmut Horn, Vorsitzender des Kirchenvorstandes der Kirchengemeinde Kassel-Mitte. „Wir sind geradezu überwältigt von der großen Resonanz in der Stadtöffentlichkeit.“

Die Orgel
Mit einem Gewicht von 25 Tonnen und 500 Raummetern umbauten Raum gehört des Instrument zu den ambitioniertesten Orgelneubauten der letzten Jahrzehnte. „Auf dem Klangkunstwerk kann die gesamte Orgelliteratur auf höchstem ästhetischem Niveau zu Gehör gebracht werden“, sagt Kirchenmusikdirektor Eckhard Manz. „Vor allem der Entwicklung und Darstellung zeitgenössischer Musik trägt das neue Instrument Rechnung.“ Außerdem vereinten sich in dem Instrument auf einzigartige Weise Expressivität, Mikrotonalität und eine radikal künstlerische Gestaltung.

Der Künstler Yngve Holen in Kooperation mit dem Architekten Ivar Heggheim
Der norwegisch-deutsche Künstler Yngve Holen hat gemeinsam mit dem Architekten Ivar Heggheim die spektakuläre neue Orgel für St. Martin gestaltet. Mit einer ungewöhnlichen Breite von gut 20 Metern nimmt das von Orgelbau Rieger aus Schwarzach (Österreich) gebaute Instrument nahezu die gesamte Westwand des Kirchenschiffes ein. In aufwändiger, dreijähriger Arbeit hat der Künstler von der Verteilung der rund 5700 Pfeifen bis hin zur Beschriftungen des Spieltisches den gesamten Orgelprospekt bis ins Detail bestimmt. Holen wurde bei einem Wettbewerb auf Vorschlag von Susanne Pfeffer, Direktorin des Fridericianum, Kassel, von einer Expertenkommission ausgewählt, die neue Orgel zu entwerfen. „Yngve Holens bildhauerische Arbeiten lassen uns in einer sehr gegenwärtigen Weise darüber nachdenken, wie sich die globalisierten ökonomischen und technologischen Strukturen in vertraut wirkenden Alltagsobjekten materialisieren“, so Pfeffer.

Courtesy the artist and Galerie Neu, Berlin. Foto: Stefan KorteEs war die Entscheidung des Künstlers, den Orgelkörper nicht wie üblich kompakt zu halten, sondern so breit und so flach wie möglich zu lagern. In enger Abstimmung mit Orgelbau Rieger konnte dies bei voller Klangleistung umgesetzt werden. Die Verteilung der bis zu neun Meter hohen Pfeifen folgt ebenfalls dem Entwurf des Künstlers. Im unteren Bereich des Orgelprospektes halten 71 Ventilatoren mehrere Bahnen schwarzen Kunsthaares in Bewegung.

Die Orgelkonstruktion
Die Orgelkonstruktion auf der Empore besteht aus vier begehbaren Kammern. Das Instrument verfügt über 90 Register und rund 5700 Pfeifen. 80 Prozent der Pfeifen sind sie aus Metall gefertigt. Die übrigen Pfeifen bestehen aus Holz. Die kleinste Pfeife ist sechs Millimeter lang, wiegt wenige Gramm, die längste Pfeife misst neun Meter und ist mit 400 Kilogramm die schwerste. "Die Orgel ist ohne Frage ein ganz spezielles Instrument, auf das die Kasseler wirklich stolz sein können. In dieser Größe und diesen musikalischen Möglichkeiten ist das Instrument eine absolute Ausnahme“, sagt Orgelbauer Georg Pfeifer, Rieger Orgelbau.

Hintergrund
Der Künstler Yngve Holen Yngve Holen beschäftigt sich als Bildhauer in seinen Werken mit den Implikationen technologischer Entwicklungen auf die menschliche (körperliche) Verfassung. Seine Material- und Designanalysen lenken das Augenmerk auf die Fetischisierung bestimmter, auch alltäglicher Objekte und verweisen auf die zugrundeliegenden sozialen und ökonomischen Zusammenhänge.

Holen schloss seinen Master of Arts an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste, Städelschule Frankfurt am Main ab. Er ist Preisträger des Ars Viva-Preises 2014/2015 sowie des Robert-Jacobsen-Preises 2017 und national wie international in zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen vertreten - u.a. LUMA Foundation, Gstaad (2017), Kunsthalle Basel (2016), The Jewish Museum, NY (2016), Stuart Shave/Modern Art, London (2015), Galerie Neu, Berlin (2015)

Der Orgelbauer – Rieger Orgelbau
Rieger Orgelbau beschäftigt an ihrem Betriebsstandort Schwarzach/Vorarlberg nahezu 60 Mitarbeiter aus verschiedenen Nationen. Das Unternehmen baut klassische Pfeifenorgeln für Kirchen und Konzertsäle in der ganzen Welt. Diese werden vorwiegend in handwerklicher, traditioneller, mechanischer Bauweise gefertigt und zeichnen sich durch herausragende Qualität aus. Jedes Instrument ist eine individuelle Einzelanfertigung, die für den jeweiligen Bestimmungsort gefertigt wird. Rieger-Orgelbau gilt in der Branche als innovativstes Unternehmen weltweit.

Neue Orgel St. Martin
mit freundlicher Unterstützung von:

B. Braun I Evangelische Bank I Fehr I Förderverein R. D. e.V. I Gerhard-Fieseler-Stiftung I Hübner I Kasseler Bank I Kasseler Sparkasse I Kulturstiftung des Bundes I Sparda-Bank Hessen eG I Stadt Kassel I Wintershall
und zahlreichen Pfeifenpaten und Spendern
Schirmherr: Oberbürgermeister Bertram Hilgen

Bildrechte:
Orgel: Courtesy the artist and Galerie Neu, Berlin. Foto: Stefan Korte / Gruppenbild: schauderna/medio.tv

 

Ehrung für herausragende kulturelle Arbeit
Citykirchen erhalten Sonderpreis des Kulturförderpreises der Stadt Kassel

Martinskirche; © medio.tv; Foto: schaudernaDie evangelische Kirchengemeinde Kassel-Mitte an der Martinskirche und die katholische Pfarrei Sankt Elisabeth erhalten den undotierten Sonderpreis des Kulturförderpreises der Stadt Kassel. Geehrt würden die Gemeinden für ihre herausragende kulturelle Arbeit in der Innenstadt, teilte die Stadt Kassel am Mittwoch, 1. Juni mit. Die beiden Kirchen stünden für eine kontinuierliche künstlerische und musikalische Programmgestaltung auf höchstem Niveau. Sie eine darüber hinaus ihr außergewöhnliches Engagement für die Orgel als nicht nur kirchenmusikalisch tragendes Instrument.

Durch die Überführung der historischen Bosch-Bornefeld-Orgel von der Martinskirche zur Elisabethkirche hätten sich beide Gemeinden für den Erhalt eines wertvollen musikalischen Zeugnisses eingesetzt und zugleich den Weg geebnet für einen beeindruckenden Orgelneubau in der Martinskirche.

Den mit insgesamt 7.500 Euro dotierten Preis teilen sich ferner der Verein Klang Keller, der für eine Förderung musikalischer Jugendkultur ausgezeichnet wird, der Veranstaltungsort "Lage" für sein interdisziplinäres Programm an der Schnittstelle von zeitgenössischer Kunst, Fashion, Design und Performance sowie der Verein Vikonauten, der Führungen zu schwer zugänglichen, verborgenen Orten in Kassel anbietet.

Mit dem Kulturförderpreis werden seit 1987 Künstler, Kulturinitiativen und Kulturprojekte gefördert. Die Preisverleihung findet am Sonntag, 3. Dezember, im Schauspielhaus des Staatstheaters Kassel statt. (epd/Stadt Kassel, 31.05.17)
Foto: schauderna/medio.tv

Gemeindepfarrer im Pfarrbezirk Unterstadt tritt in den Ruhestand
Verabschiedung von Pfarrer Reinhard Natt

Am Sonntag Kantate wurde Reinhard Natt, Gemeindepfarrer in der Unterneustädter Kirche, aus dem aktiven Dienst durch Dekan Jürgen Renner in den Ruhestand verabschiedet.

Pfarrer Reinhard Natt bei seiner Verabschiedung in der Unterneustädter Kirche (Foto: Peter Natt)Als „Springer“ hatte Reinhard Natt  im August 2014 seinen Dienst im Pfarrbezirk Unterneustadt der Kirchengemeinde Kassel-Mitte übernommen. Zunächst als Vertretung für den erkrankten Pfarrer Stephan Rudolph wurde er im Juni 2015 Stelleninhaber der Pfarrstelle. Zuvor war er nach über zwölf Jahren in der Bundespolizei-Seelsorge tätig.

Der Gottesdienst stand unter dem Wort des Wochenspruchs aus Psalm 98: „Singet dem Gut gefüllt war die Unterneustädter Kirche zur Verabschiedung von Pfarrer Natt.Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!“ Der Psalm 98 klingt mit Blick auf das Ende der Geschichte – und darüber hinaus – nach „Vor-Freude, einem Leben in Vorfreude, bei dem alte und neue Lieder zum Lobe Gottes angestimmt werden und ohne Ende musiziert wird – rund um den Globus. Da ist kein Raum mehr, um Trübsal zu blasen, - da gelten auch nicht einzelne Misstöne und ebensolche Stimmungen; da wird alles zusammengeführt zur großen Harmonie; – vielleicht ist es das, – das neue Lied?!“, so Pfarrer Natt in seiner Predigt.

Zu seiner Verabschiedung wünschte sich der scheidende Pfarrer einen fröhlichen, bunten Kantate-Gottesdienst. Dieser Wunsch wurde ihm von allen Mitwirkenden reichlich erfüllt: dem Singkreis unter Leitung von Antje Gerth, die auch den Gemeindegesang an der Orgel begleitete, der Pianistin und Organistin Akiko Hikita am Flügel zusammen mit der Sopranistin Michaela Krusche, Valentin Tollhopf am Flügel und Jurij Greschko am Akkordeon. Claudia Alsenz und Bärbel Dahlhaus mit Kinder aus dem „Hafen 15/17“ überbrachten Segenswünsche auf selbstgenähten Textilfähnchen, die Bewohnerinnen und Zahlreiche gute Wünsche wurden dem scheidenden Pfarrer mit auf den Weg gegeben.Bewohner aus den benachbarten Wohngruppen der BDKs (Baunataler Diakonie Kassel) und der EFW (Erich-Freudenstein-Wohnanlage) in der Geibelstraße übergaben ihrem scheidenden Pfarrer Geschenke, zum Verzehr und Gebrauch gedacht, mit denen ein Rucksack für die neue Wegstrecke gefüllt wurde.

Als zukünftiger Pensionär mit mehr Freizeit wurde Reinhard Natt seitens der Gemeinde u.a. Gottesdienstbesucher mit Kultur-Gutscheinen verschiedener Art beschenkt.   

Fotos: Peter Natt

Leuchtturm für Lampedusa auf der Karlskirche
Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck präsentiert Ausstellung in Kassel zum Reformationsjubiläum

«Ein Leuchtturm für Lampedusa!» mitten in Kassel.  Mit Hilfe von Material von Flüchtlingsbooten hat der Künstler Thomas Kilpper den Kirchturm der Kasseler Karlskirche zum Leuchtturm umgestaltet. Der Kirchturm und die Ausstellung in der Kasseler Karlskirche sind Teil des Ausstellungsprojektes «Luther und die Avantgarde». Die Ausstellung in Kassel wurde am Sonntag (21.05.) mit einem feierlichen Gottesdienst mit Bischof Martin Hein eröffnet. Die Ausstellung läuft vom 19. Mai bis zum 17. September 2017. Zentraler Ausstellungsort des Projektes «Luther und die Avantgarde» ist das Alte Gefängnis in der Lutherstadt Wittenberg, in dem 66 Künstler ihre Arbeiten zeigen, teilte die Pressestelle der Evangelischne Kirche von Kurhessen-Waldeck mit. In der Karlskirche in Kassel sind Einzelpräsentationen der indischen Künstlerin Shilpa Gupta und der Künstler Thomas Kilpper (Berlin, Bergen) & Massimo Ricciardo (Turin) zu sehen. (medio)

Weitere Informationen zur Ausstellung in der Kasseler Karlskirche:
www.luther-avantgarde-kassel.de

So viel du brauchst
Klimafastenaktion wird in der Karlskirche eröffnet

Am Sonntag,den 5. März wird Pröpstin Katrin Wienhold-Hocke die Klimafastenaktion im Gottesdienst am ersten Sonntag in der Passionszeit um 10 Uhr in der Karlskirche in Kassel offiziell eröffnen. Der Gottesdienst wird musikalisch begleitet von Josef Heger, Orgel und Regine Brunke, Cello.

Herzliche Einladung zum Klimafasten 2017

Von Aschermittwoch bis Ostersonntag

Fasten für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit tut Leib und Seele gut lässt achtsamer werden verändert mich und die Welt

"So viel du brauchst…" wir laden Sie ein, Ihre Fastenzeit unter diesen biblischen Leitsatz zu stellen. Sieben Wochen vor dem Osterfest inne halten, sich auf das Wesentliche konzentrieren und Gottes Schöpfung mit Herz und Verstand in den Blick nehmen – so lässt sich neu erfahren, was wir brauchen.

(S. Foto, mediotv/schauderna)In diesem Jahr laden sieben evangelische Landeskirchen Sie gemeinsam ein. Wir freuen uns über alle, die mitmachen und wünschen Ihnen allen eine gesegnete Fastenzeit mit vielen guten Gesprächen, Ideen und Erfahrungen.
http://www.klimafasten.de/

Bild: Pröpstin Katrin Wienold-Hocke und Pfarrer Stefan Weiß bei der Präsentation der Aktion in der Karlskirche. - Foto: medio.tv/schauderna

Kantor an St. Martin
Eckhard Manz zum Kirchenmusikdirektor ernannt

Im Rahmen des Festgottesdienstes zum 650-jährigen Jubiläum der Martinskirche in Kassel wurde am 19. Februar dem Kantor an St. Martin, Eckhard Manz, von Bischof Dr. Martin Hein der Titel „Kirchenmusikdirektor“ verliehen.

Manz erhielt diese Ehrung für sein herausragendes kirchenmusikalisches Engagement, insbesondere in der Chorleitung, in der Aus- und Fortbildung und als Organist mit dem besonderen Schwerpunkt „Neue Musik“. Als Initiator des Orgelneubaus und Leiter der Arbeitsgruppe „Neue Orgel in St. Martin“ trug Manz wesentlich zum Gelingen des auch künstlerisch renommierten Orgelprojektes bei. Darüber hinaus engagiert sich der Kantor in der von ihm initiierten „Kulturplattform St. Martin e.V.“ und war von 2011 bis 2016 Vorsitzender des Verbandes Evangelischer Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Auf der Suche nach zeitgemäßen kirchenmusikalischen Verkündigungsformen

Das Bild zeigt Eckhard Manz (l.) und Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum (Foto: medio.tv/Schauderna)In seiner Laudatio würdigte Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum neben seinem stilistisch breiten Repertoire die Gabe von Eckhard Manz, Menschen für die Neue Musik zu begeistern: „Er ist Leiter von ´Neue Musik in der Kirche´
- Initiator von Kompositionsaufträgen - Dramaturg der Veranstaltungsreihe
- Musiker - als Organist, als Dirigent. Er ist Multiplikator und sorgt damit für ein besonderes und unvergleichlich breites stilistisches Klangspektrum.“ Zudem initiiere er Neukompositionen und erweitere damit das kirchenmusikalische Literaturspektrum. Hinzu komme sein regelmäßiges kirchliches Engagement im Rahmen der Kasseler Documenta und der Kasseler Musiktage. Stets sei er auf der Suche nach zeitgemäßen und hochwertigen kirchenmusikalischen Verkündigungsformen und „repräsentiere den zeitgenössischen Klang der Avantgarde verbunden mit der hochkarätigen Interpretation des klassischen Repertoires“.

Inmitten von Kultur und Kommerz die Türen für die öffnen, die keiner sieht

In seiner Festpredigt blickte Bischof Dr. Hein auf das Wirken der heiligen Elisabeth zurück, einer der Kirchenpatroninnen der Martinskirche. Mit ihrem sozialen Engagement sei diese bis heute ein Vorbild für die Innenstadtgemeinde, die vor besonderen Herausforderungen stehe: „Mitten in der Stadt gelegen, wo Kultur, Kommerz und Prekariat oft schroff aufeinander treffen, ist diese Kirche ein Ort, der den Blick und die Türen öffnet für jene, die sonst keiner sieht. ´Ein Tisch für alle´ – diese Aktion während jeden Sommers oder die wöchentliche Essensausgabe auf dem Martinsplatz durch die Heilsarmee: Daran hätte Elisabeth ihre Freude gehabt! Und sie hätte auch all die wunderbare Kulturarbeit, die in dieser Kirche geschieht, zu schätzen gewusst – wenn wir nur jene nicht vergessen, denen Elisabeths ganze Aufmerksamkeit und Sorge galt.“ „Kirche in der Stadt zu sein – und Kirche für die Stadt zu sein“, darin wisse man sich bis heute an St. Martin mit seiner Kirchenpatronin Elisabeth verbunden.

Den Text der Predigt von Bischof Dr. Hein lesen Sie hier im Wortlaut: PDF-Download.

Foto: Eckhard Manz (l.) wurde durch Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum gewürdigt
(Foto: medio.tv/Schauderna)

Festprogramm
Jubiläum: 650 Jahre Martinskirche

Es sind 650 Jahre vergangen, seit die Martinskirche als Gottesdienststätte geweiht wurde. Das war im Jahr 1367. Dieses Jubiläum wird im Februar gefeiert. Doch 1367 war längst noch nicht alles fertig! Es dauerte noch bis 1450, bis der Kirchenraum vollständig errichtet war. 

Das Jahr 2017 ist für die evangelische Kirche insgesamt ein großes Jubiläumsjahr. Wir feiern 500 Jahre Reformation. Und so verbindet sich in unserer Kirchengemeinde Kassel-Mitte das Reformationsjubiläum mit dem Jubiläum der Martinskirche. Und das passt sehr gut. Denn beide Feste handeln davon, dass Kirche immer im Wandel ist. Luther hat einmal gesagt, die Kirche sei semper reformanda – was so viel heißt wie: die Kirche muss sich ständig erneuern, sonst macht sie etwas falsch.

Wie schön, dass wir die Veränderung der Kirche und ihre Erneuerung gerade jetzt am Gebäude der Martinskirche so sinnfällig erleben können. Die Renovierung ist so gut wie abgeschlossen und der Orgelneubau schreitet planmäßig voran. Zu wünschen ist, dass der Geist der Erneuerung auch in unserer Gemeinde – nicht nur an den Gebäuden – Spuren hinterlässt, sondern dass der Geist der Erneuerung auch in unserem eigenen Leben Raum bekommt, sich zu entfalten und Neues zu gestalten.
Dr. Willi Temme, Auszug aus dem Gemeindebrief 01/2017

 

Pfarrer Dr. Temme feiert 20jähriges Dienstjubiläum an der Martinskirche
Seelsorger, Netzwerker, Praktiker

Am 1. Februar 2017 feierte Dr. Willi Temme sein 20jähriges Jubiläum als Gemeindepfarrer und Citykirchenpfarrer an der Martinskirche Kassel.
In einem kleinen Vorgespräch zu diesen Zeilen war ihm mehrmals wichtig zu erwähnen, dass an Vielem Viele beteiligt sind, dass er vernetzt arbeitet, gemeinsam und im Austausch mit anderen. So steht es auch in der Überschrift und gilt daher für alles, was jetzt kommt.

Seit seinem Dienstantritt am 1. Februar 1997 hat er zahlreiche Akzente gesetzt, Ideen gepflanzt, Projekte begleitet. Ein Schwerpunkt sind die Gottesdienstreihen, wie etwa „Inspiriert! – Theater im Gottesdienst“, in Kooperation mit dem Staatstheater, oder auch die Reihe „Sommer in St. Martin“. Im Rahmen letzterer hat er das Angebot „Rent a Pastor“ initiiert, quasi den Pfarrer zum Mieten, das überregional Beachtung fand und bundesweit großes Medieninteresse hervorrief.

In seine Dienstzeit fällt die Fusion der ehemals vier selbständigen Kirchengemeinden Martinskirche, Karlskirche, Lutherkirche und Kirche Unterneustadt zur Kirchengemeinde Kassel-Mitte. Diesen nicht einfachen Prozess hat er umsichtig begleitet. Der Zusammenschluss gilt in der Evangelischen Kirche in Kassel als vorbildlich; die Gemeinde arbeitet mit einem relativ kleinen Kirchenvorstand – für ein kleines, arbeitsfähiges Gremium hat er immer geworben - sehr erfolgreich.

Die Gründung des Fördervereins Martinskirche fällt ebenfalls in seine Amtszeit. Der Verein ermöglicht u.a. das Projekt „Ein Tisch für alle“, das jeden Sommer an drei Tagen auf dem Martinsplatz eine große Schar von Gästen zu Tisch bittet. An der großen Tafel kommen Gemeindeglieder, Geschäftsleute und viele Menschen zusammen, die nur wenig Geld zur Verfügung haben. Sein Tischgebet wird immer mit Beifall und Zustimmungsbekundungen gewürdigt, bevor das gute Mittagessen serviert wird. Dieses soziale Projekt ist spürbar eines seiner Herzensanliegen.
Alle Foto: medio.tv/schauderna

In den letzten Jahren war er zudem intensiv mit den Bauvorhaben in und um die Martinskirche befasst. Nach der langjährigen Renovierung der Außenfassade, wurde das Haus an St. Martin saniert. Die darin befindliche Pfarrwohnung wurde aufgelöst. Dr. Temme nahm Wohnung in der Unterneustadt und blieb nah bei der Gemeinde. Das Haus an St. Martin selbst wurde umgestaltet, u.a. mit einem Glasgang versehen. Dieser wurde, wie auch die Kanzel, der Altar und das Lesepult in der Kirche künstlerisch ausgestaltet. Hier hat er viel ästhetisches und theologisches Gespür eingebracht. Auch die Entscheidung, die alten Kirchenbänke durch eine neue Bestuhlung zu ersetzten hat er maßgeblich vorangetrieben und sich für die finanzielle Realisierung stark gemacht. In jüngster Zeit erfolgte die Innenrenovierung der Martinskirche, die derzeit noch andauert. Sein Organisationsgeschick, seine Vermittlung, sein Sachverstand und vor allem sein langer Atem sind dabei sehr gefragt. Das momentan spannendste Projekt, der bereits in den 1990er Jahren diskutierte Orgelneubau, findet nun u.a. mit seiner Begleitung derzeit seine Realisierung.

Die Konzeption und Umsetzung der genannten großen Projekte machen es erforderlich, neue Finanzierungsquellen zu erschließen. Dafür hat Dr. Temme unzählige Gespräche und Korrespondenzen geführt und vor allem Menschen begeistert; er hat ein Klima geschaffen, in dem Unternehmen, Organisationen wie auch Einzelpersonen Projekte gerne unterstützen.

Alles in allem ist Pfarrer Dr. Willi Temme ein großartiger Teamplayer und Netzwerker. Immer im gutem Austausch mit der Kirchenmusik, dem Kirchenvorstand, dem Förderverein, den vielen Aktiven in der Gemeinde, mit politisch Verantwortlichen, Kulturschaffenden, Geschäftsleuten und noch vielen mehr. Er ist ein großartiger Vermittler von Interessen, einer der Konflikte nicht scheut und deshalb gute Kompromisse findet und auch einer, der sich von guten Argumenten überzeugen lässt. Er ist Menschenfänger im besten Sinne und vor allem ein Pfarrer, ein Seelsorger wie eine Gemeinde sich ihn wünscht.

Heike Schaaf
Fotos: medio.tv/schauderna
 

Martinskirche
Reformationstag: Bischof Hein überreichte neue Altarbibeln

Am Reformationstag überreichte Bischof Prof. Dr. Martin Hein im Gottesdienst in der Martinskirche mehrere Exemplare der jüngst revidierten Lutherbibel an Vertreter von Kirchengemeinden aus dem Kooperationsraum Kassel-Mitte.

Als "Sound des Protestantismus" bezeichnete Bischof Martin Hein die Lutherbibel. Die Übersetzung Martin Luthers, sei kein Denkmal vergangener Zeit, sondern ein lebendiger Ausdruck evangelischer Frömmigkeit, sagte Hein zur Feier des Reformationstages in der Martinskirche. Neben dem Kirchengesangbuch sei der gemeinsame Gebrauch der Lutherbibel das, was die evangelischen Landeskirchen bei aller bekenntnismäßigen Verschiedenheit vereine.

Wort Gottes begegnet in der Bibel
In der Bibel begegne dem Leser die unmittelbare Anrede des Wortes Gottes, so Hein weiter. Allerdings sei das Christentum keine Buchreligion. "Nicht das Buch selbst ist das Wort Gottes, sondern es ist in ihm enthalten", sagte Hein. Wer in der Bibel lese, begegne dem Wort Gottes. Wenn sich allein die Christen an das halten würden, was ihnen in der Bibel begegne, sähe es in der Gesellschaft und der Welt ganz anders aus. "Weniger Hass und Krieg, mehr Liebe und Versöhnung, weniger Egoismus, mehr Solidarität, weniger Ich, mehr Wir", sagte er.

Geschenk für alle Predigtstätten
Hein wies in dem Gottesdienst in der Martinskirche ferner darauf hin, dass die Landeskirche allen Predigtstätten in Kurhessen-Waldeck eine neue Altarbibel als Geschenk zur Verfügung stelle. Von dem Angebot sei 1.551-mal Gebrauch gemacht worden. Auch in anderen Kasseler Gemeinden und Predigtstätten werden die neuen Altarbibeln in Gebrauch genommen. (epd/HS 31.10.16)
Fotos: schauderna/medio.tv

Café HALLO
Mitarbeitende gesucht für Begegnungscafé mit Flüchtlingen

Im Juni 2016 ist im Haus des CVJM in der Wolfsschlucht 21 das "Café HALLO" ein Begegnungscafé mit Flüchtlingen gestartet.

Das Café ist zunächst jeden Freitagnachmittag geöffnet.
Weiter suchen wir nach Freiwilligen, die gern mitarbeiten möchten.

Die Ev. Kirchengemeinde Kassel-Mitte und der CVJM Kassel arbeiten zusammen. Interessiert an der Mitarbeit können im Café vorbeischauen.

Informationen bei

Pfarrerin Inge Böhle, Karlskirche, Telefon (0561) 772376, E-Mail: pfarramt5.kassel-mitte@ekkw.de
Sekretär Volker Klebaum (CVJM) Telefon (0561) 15073, E-Mail: volker.klebaum@CVJM-kassel.de
 

Karlskirche
Abschied vom Gemeindehaus Obere Karlsstraße 3 - 5

Seit den frühen fünfziger Jahren war das Gemeindehaus ein wichtiger Ort für das Gemeindeleben. Bevor die Karlskirche wiederaufgebaut war, diente der Saal für die Gottesdienste der Oberneustädter-Evangelischen Kirchengemeinde. Später sammelten sich die vielfältigen Gruppen und Kreise der Gemeinde in den Räumen und belebten Saal und Nebenräume angefangen bei den Kleinkindern bis hin zum Seniorenkreis. Auch der Kirchenvorstand tagte in den Räumlichkeiten. In den achtziger Jahren zog das Büro der Erwachsenenbildung mit Frau Massely ein. Gleich nebenan lag das Gemeindebüro.

Strukturelle Entscheidungen brachten Veränderungen. Die Erwachsenenbildung wechselte zum Evangelischen Forum an den Lutherplatz. Die Pfarrstelle wurde auf eine halbe Stelle reduziert. Große Ausstellungen, Konzerte und andere Ereignisse rückten die Karlskirche in den Mittelpunkt des gemeindlichen Lebens. Sie hat sich zum Zentrum des Pfarrbezirks entwickelt.

Im Gemeindehaus standen umfangreiche Maßnahmen zur Erhaltung und Modernisierung an. Gleichzeitig ergab eine bauliche Prüfung der Karlskirche, dass auch hier ein erheblicher Investitionsbedarf ansteht.
Die Mieteinnahmen hätten nicht für die Renovierung beider Gebäude gereicht. So hat sich der Kirchenvorstand im vergangenen Jahr nach längerem Abwägen entschieden, das Gemeindehaus zu veräußern, um die die Karlskirche renovieren zu können. Sie ist fraglos das Gebäude mit der größeren Bedeutung für die Gemeinde wie für die Stadt Kassel. Mit dem Verkaufserlös ist nun eine Grundlage zur Renovierung der Karlskirche geschaffen. Ob der Betrag für die anstehenden Aufgaben reichen wird? Wir werden sehen.

Im Februar wurde das Gemeindehaus geräumt und am 1. März in neue Hände übergeben. Was bleibt sind vielzählige Erinnerungen und die Inschrift „l‘Hopital des Refugiés“ auf der Seite der Friedrichstraße. Sie wird an die Geschichte des Ortes erinnern.

Spendenaktion
Tradition gestalten – Neue Stühle für die Martinskirche

Liebe Gemeindemitglieder,
sehr geehrte Damen und Herren,

noch ist unsere Martinskirche eine Baustelle, bald jedoch können wir sie frisch renoviert und dennoch vertraut Titelbild des Flyers zur Spendenaktion - Foto: Steffen Ackermann, Fotodesign: Daphnis Georghiouerleben. Die Kirche erhält einen neuen Farbanstrich, der Bodenbelag wurde bereits erneuert und die Stromleitungen werden saniert. Neue Deckenleuchten werden den Kirchenraum ins rechte Licht setzen. All dies kann aus Kirchensteuermitteln finanziert werden. Dafür sind wir sehr dankbar.

Das Gesamtkonzept der Erneuerung der Kirche sieht außerdem die Anschaffung einer neuen Bestuhlung vor. Die Stühle sollen sich harmonisch in den Raum einfügen und angenehmes Sitzen ermöglichen. Zugleich soll die Möglichkeit geschaffen werden, die Kirche auf unterschiedliche Weise zu nutzen. Bei einem Orgelkonzert zum Beispiel lassen sich dann die Stühle zur Orgel hin ausrichten. Auch sonst bieten sich vielfältige und neue Raumgestaltungen.
Stuhlpatenschaften für die Martinskirche - Foto: Steffen Ackermann
Für die Finanzierung der neuen Stühle benötigen wir Ihre Hilfe. Insgesamt brauchen wir 895 Stühle, die ca. 183.000 Euro kosten werden: 325 Stühle (à 300 Euro), die im Mittelschiff stehen und 570 Stühle (à 150 Euro), die bei Bedarf, zum Beispiel bei großen Konzerten, gestellt werden.

Bitte unterstützen Sie die Anschaffung neuer Stühle für die Martinskirche mit Ihrer Spende. Tragen sie dazu bei, dass die Martinskirche auch in Zukunft eine attraktive Kirche für uns und für die ganze Stadt bleibt. Wir freuen uns über jeden Euro, über kleine und große Spenden, ganz nach Ihren Möglichkeiten. Haben Sie Fragen zu unserem Vorhaben? Gerne können Sie mich anrufen.

Mit freundlichen Grüßen und herzlichem Dank

Ihr
Pfarrer Dr. Willi Temme

Die Bankverbindung bei der Evangelischen Bank lautet:

Förderverein Martinskirche
Spendenzweck: „Neue Stühle“
IBAN: DE48 5206 0410 0000 8026 89

Flyer zur Spendenaktion "Tradition gestalten - neue Stühle für die Martinskirche" zum Herunterladen.

Martinskirche
Auf der Zielgeraden – Die Innenrenovierung der Martinskirche

Erste Innenrenovierung seit Wiederaufbau - Arbeiten im Zeitplan - Baukosten rund 2,7 Millionen Euro - Festgottesdienst am Ostersonntag

Mit dem biblischen Satz „Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der Herr allein lenkt seinen Schritt“ (Sprüche 16,9), hat sich der Kirchenvorstand und vor allem sein Bauausschuss bereits vor Jahren auf den Weg gemacht, über die Innenrenovierung der Martinskirche nachzudenken und zu planen. 

Mitgewirkt haben in diesem vorbereitenden Prozess nicht nur die Architekten und Fachingenieure sondern auch viele Fachkundige anderer Disziplinen, die hier aus Platzgründen gar nicht alle genannt werden können. Nach Abschluss der Planungsarbeiten und Klärung der Finanzierung konnten dann am 4. August 2014 die Bauarbeiten mit dem Ausbau der alten Orgel beginnen.

Nach dem Schutz der Kunstwerke, insbesondere durch Einhausung des Philipps-Epitaphs, und des Ausbaus des alten Sandstein-Bodenbelags wurde eine Fußbodentemperierung eingebaut. Danach wurden die neuen dunklen Werkbeton-Platten verlegt sowie die Haustechnik installiert. Insgesamt handelte es sich um ca. 1000 m² Platten und rund 21.000 Meter Kabelmaterial.

Während der Bauarbeiten in der Martinskirche wurde ein beeindruckendes Gerüst in der Kirche aufgestellt (Foto: Suß)Die Arbeiten zur Sanierung des Gewölbes starteten im März 2015 mit dem Aufbau einer beeindruckenden Gerüstinstallation aus über 150 t Stahlgerüstmaterial. In einer Höhe von ca. 14 Metern entstand so als Arbeitsboden eine zweite Geschossebene aus Holzbohlen, von der aus mit fahrbaren kleineren Gerüsten die aufwändige Sanierung bis in die Gewölbespitzen durchgeführt werden konnte. Dabei stand auch die Restaurierung der am Gewölbe über dem Altarraum befindlichen Medaillons auf dem Plan.

Die gesamten Wandflächen erhielten neue Akustikplatten und das Emporengestühl wurde überarbeitet. Auch die bisherigen z. T. beschädigten Leuchtkörper wurden stilgerecht ergänzt. Optisch sind sie von den „alten“ Leuchten nicht zu unterscheiden. Neu hinzugekommen sind mit stromsparenden LED-Leuchtmitteln versehene Deckenstrahler, die es ermöglichen, das Gewölbe ansprechend zu illuminieren. Dies alles bedurfte schließlich auch noch einer entsprechenden Steuerungselektronik. Mit der Überarbeitung der Eingangsbereiche am Süd- und am Westportal wird der Gesamteindruck abgerundet.

Insgesamt stehen für die Innenrenovierung des Hauptraumes und der Chorkirche 2,7 Mio. Euro zur Verfügung. Davon allein für den Hauptraum 2,5 Mio. Dafür, dass dies möglich ist, gebührt unserer Landeskirche und ihrer Stiftung Kirchenerhaltungsfonds der besondere Dank der Kirchengemeinde. Es handelt sich bei dieser Baumaßnahme um die erste grundlegende Sanierung der Kirche seit ihrem Wiederaufbau in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Insbesondere wegen der erkennbaren Gewölbeschäden und der sehr in die Jahre gekommenen Infrastruktur war diese dringend geboten.

Bei den Renovierungs- und Sanierungsarbeiten wird die Formensprache des Wiederaufbaus, so wie sie der Aufbau-Architekt Heinrich Otto Vogel gewählt hatte, beibehalten und durch einen Fußboden aus dunklem Werkbetonstein vollendet.

Mit den neuen Stühlen, für die die Kirchengemeinde noch Spender Unterstützung benötigt (Spendenkonto: Evangelische Bank, Förderverein Martinskirche, Spendenzweck: „Neue Stühle“, IBAN: DE48 5206 0410 0000 8026 89), wird unsere Kirchengemeinde am Ostersonntag wieder ihre Gottesdienste im Hauptraum der Martinskirche durchführen können.

Dann steht noch die vom Aufwand her deutlich geringere Arbeit in der Chorkirche (Anstrich, Elektroinstallation) an.

Die gute beruhigende Botschaft ist: Wir liegen voll im Zeitplan und werden auch das Kostenbudget einhalten können. Gott sei Dank und allen, die zum Gelingen dieses Gesamtwerks beigetragen haben.

Dr. Hans Helmut Horn

Die Martinskirche als Großbaustelle - Foto: Claus-Dieter Suß