Aktuelles

Konzert zum Abschied des geliehenen Flügels
Unterneustädter Kirche sucht neuen Konzertflügel

Die Musikerinnen und Musiker freuen sich über ein gelungendes Abschiedskonzert. Mit dabei Pfarrerin Dr. Renja Rentz (links) und Sopranistin Traudl Schmaderer (2. von rechts). Foto: Axel Rüdiger Fast zwei Jahre stand ein Flügel als Leihgabe in der Unterneustädter Kirche und wurde dort für Musikunterricht, Konzerte und Gottesdienste genutzt. Nun kehrt er wieder in die Räume des Leihgebers Thorsten Peters zurück. Mit einem Abschiedskonzert haben Musikerinnen und Musiker den geliehenen Flügel Mitte April zum letzten Mal in der Unterneustädter Kirche zum Klingen gebracht.

Die Unterneustädter Kirche hat sich in den letzten Jahren zu einem Musikertreff entwickelt. Damit dieser weiter bestehen kann sucht die Gemeinde einen neuen Flügel-Leihgeber.

„Beim Abschiedskonzert hatten wir einen sehr stimmungsvollen Abend in einer vollbesetzten Kirche, der viele Menschen begeistert hat“, sagt Pfarrerin Dr. Renja Rentz. Zu Gehör kam ein breites Spektrum klassischer Musikbeiträge, die vor allem von jungen Musikerinnen und Musikern vorgetragen wurden. Der Flügel war solo, im Dialog mit der Orgel sowie zusammen mit Horn und Fagott zu hören. Den Abend gestalteten Gesangsschülerinnen der Sopranistin und Gesangspädagogin Traudl Schmaderer, Schülerinnen und Schüler der Musikwerkstatt Anklang (Carola Rink und Axel Rüdiger) sowie weitere Musiker aus dem Raum Kassel. Ein Programmpunkt war auch ein Dialog zwischen Orgel und Flügel, gespielt von Akiko Hikita (Orgel) und Felix Werthschulte (Flügel). "Die sehr positive Resonanz des Publikums hat gezeigt, wie wichtig der Flügel für die Kirchengemeinde ist. Wir hoffen sehr, einen neuen Konzert-Flügel zu finden“, sagt Rentz.

Kontakt: Pfarrerin Dr. Renja Rentz, E-Mai: renja.rentz@ekkw.de, Telefon 0561/49 17 71 19

Unser Bild: Die Musikerinnen und Musiker freuen sich über ein gelungendes Abschiedskonzert (v. l.): Pfarrerin Dr. Renja Rentz, Lotta Rink, Mathis Rink, Clara Hintze, Felix Werthschulte, Martha Rüdiger, Isabelle Meemann, Emma Töppler, Traudl Schmaderer, Janina Hirnet. Nicht im Bild: Carina Halfar, Akiko Hikita, Anne-Cécile Thomas. Foto: Axel Rüdiger

360 Grad-Panorama
Virtuelle Rundgänge - Martinskirche und neue Orgel

Im Jahr 2017 wurde die umfassende Renovierung der Martinskirche abgeschlossen und die neue große Orgel eingeweiht. Die Orgel hat bundesweit Beachtung erfahren. Sie ist ein Werk der österreichischen Orgelbaufirmer Rieger in Schwarzach (Österreich) in Zusammenarbeit mit dem norwegisch-deutschen Künstler Yngve Holen, der in Kooperation mit dem Architekten Ivar Heckheim, den avantgardistischen Orgelprospekt entworfen hat.

Besuchen Sie die Martinskirche und die neue Orgel in einem virtuellen Rundgang.

"Lobet den Herrn mit Posaunen"


    Foto: Hessen Brass

Gottesdienste in der Karwoche und an Ostern

Martinskirche
Gedenkgottesdienst zum 50. Todestag von Martin Luther King


Foto:Pixabay

 

Martinskirche
Predigtreihe zur Passionszeit: Luthers Theologie des Kreuzes von 1518

an allen Sonntagen im März 2018 | jeweils 10.00 Uhr | Martinskirche | Martinsplatz

Vor genau 500 Jahren unternahm der junge Theologieprofessor Martin Luther eine Reise nach Heidelberg. Unter anderem sollte er dort ein wissenschaftliches Streitgespräch leiten, für das er die Textvorlage lieferte. Es ist dies die sogenannte Heidelberger Disputation von 1518, einer der schönsten theologischen Texte überhaupt. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung einer theologia crucis (Kreuzestheologie) in Abgrenzung zu einer theologia gloriae (Theologie der Herrlichkeit).

In den von ihm aufgestellten Thesen zur Disputation vermittelte Luther den Grundgedanken seiner neuen Theologie, die Befreiung des Menschen allein durch die Gnade Gottes.

In den Gottesdiensten an den vier Passionssonntagen im März wird jeweils ein Ausschnitt aus Luthers Thesen bedacht. Die Predigtreihe wird musikalisch durch Improvisationen an den Klangsteinen begleitet. Nicht nur die Orgel, auch die Klangsteine der Martinskirche stellen ein außergewöhnliches Musikinstrument dar. Olaf Pyras und Eckhard Manz werden im Wechsel improvisierte Kommentare zu den ausgesuchten Luthertexten an den Steinen spielen. Im Abschlussgottesdienst der Reihe werden die beiden Musiker an der Orgel und den Klangsteinen gemeinsam improvisieren.

Die Termine im einzelnen:

4. März: mit Pröpstin Katrin Wienold-Hocke
11. März: mit Pfarrer Dr. Willi Temme
18. März: mit Pfarrerin Gabriele Heppe-Knoche
25. März: mit Prof. Dr. Helmut Umbach, Predigt und Dekan Jürgen Renner, Liturgie


(25.02.2018 / Bild: Marie-Lan Nguyen)

 

Weltgebetstag 2018
Gottes Schöpfung ist gut!

WGT Poster 2018 Surinam Gottes Schöpfung ist gut!Fr | 02.03.2018 | 10.00 Uhr | Kapelle der Heilsarmee, Graben 12

Surinam, wo liegt das denn? Das kleinste Land Südamerikas ist so selten in den Schlagzeilen, dass viele Menschen nicht einmal wissen, auf welchem Kontinent es sich befindet. Doch es lohnt sich, Surinam zu entdecken: Auf einer Fläche weniger als halb so groß wie Deutschland vereint das Land afrikanische und niederländische, kreolische und indische, chinesische und javanische Einflüsse.

Der Weltgebetstag am 2. März 2018 bietet Gelegenheit, Surinam und seine Bevölkerung näher kennenzulernen. „Gottes Schöpfung ist sehr gut!“ heißt die Liturgie surinamischer Christinnen, zu der Frauen in über 100 Ländern weltweit Gottesdienste vorbereiten. Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche – alle sind herzlich eingeladen.

Martinskirche
Evangelische Messe zu Lichtmess

Wenn die Tage wieder länger werden, feiert die Kirche 40 Tage nach Weihnachten Lichtmess, das Fest der Darstellung des Herrn im Tempel, volkstümlich auch Mariä Lichtmess genannt. Eine Evangelische Messe zu Lichtmess findet am Freitag, 2. Februar um 18.00 Uhr mit einem Team rund um Akademiedirektor Karl Waldeck und Dekan Jürgen Renner in der Martinskirche statt. Die Gottesdienstteilnehmer ziehen während des Gottesdienstes in einer Lichterprozession mit Kerzen durch die dunkle Kirche.

Lichtmess, auch Fest der „Darstellung des Herrn” genannt, wird vierzig Tage nach Weihnachten als Abschluss der Weihnachtszeit gefeiert. Lichtmess erinnert an die Geschichte bei Lukas im Neuen Testament, in der Jesu Eltern mit dem Kind vierzig Tage nach der Geburt den Tempel in Jerusalem aufsuchten, um Jesus vor Gott zu bringen. Das erstgeborene Kind galt als Eigentum Gottes und musste zum Opferritual in einen Tempel gebracht werden. Hier trafen Maria und Joseph auf Simeon und auf die Prophetin Hanna, die Jesus als "das Licht, das die Heiden erleuchtet" erkannten (Lukasevangelium 2, 22 - 40). Sie sahen in Jesus den Messias. (16.01.2018)
Foto: Heike Schaaf

Einführung am 2. Advent
Dr. Renja Rentz – Die neue Pfarrerin für die Unterneustadt

Am 2. Advent wurde Dr. Renja Rentz als neue Pfarrerin in der Unterneustadt eingeführt. Sie tritt die Nachfolge von Pfarrer Reinhard Natt an.

Hier lesen Sie eine kurze Vorstellung von Pfarrerin Dr. Rentz:

Dr. Renja Rentz - die neue Pfarrerin in der Unterneustadt.Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist, weil Leben heißt: sich regen, weil Leben wanden heißt.
Diese Liedzeile aus dem Gesangbuch (EG 395) kommt mir in diesen Tagen des Übergangs von der alten zur neuen Pfarrstelle häufiger in den Sinn. Leben ist Veränderung, bedeutet immer wieder Abschied von Altem und Aufbruch zu Neuem. Neue Wege zu gehen ist schön und aufregend zugleich.
Ich hoffe, dass es mit der Renovierung der Pfarrdienstwohnung klappt und ich ab dem 15. Dezember als neue Pfarrerin in der Unterneustadt für Sie da sein kann!

Geboren und aufgewachsen in Oberkaufungen ist mir Kassel vertraut. Der Unterneustadt fühle ich mich insofern verbunden, als ich an der Herderschule mein Abitur gemacht habe. Die Gemeindearbeit in Oberkaufungen mit ihrer lebendigen Kinder- und Jugendarbeit hat mich geprägt und war mit ausschlaggebend für meine Entscheidung, Pfarrerin zu werden.

Nach dem Abitur hat es mich allerdings erstmal in die Ferne gezogen. Ich war für ein halbes Jahr in Bolivien und habe dort in einer Gastfamilie gelebt und in einem Kinderheim gearbeitet.
Theologie studiert habe ich vor allem in Marburg. Zwischendurch war ich für ein Studienjahr in Buenos Aires. Nach meinem Vikariat in der Kirchengemeinde Ahnatal-Weimar habe ich mich intensiver mit dem Thema Seelsorge befasst, habe mit einer praktischen Seelsorgeausbildung begonnen und eine Doktorarbeit zum Thema „Schuld in der Seelsorge“ geschrieben.

Die vergangenen zwei Jahre war ich Gemeindepfarrerin zweier Landgemeinden im Werra-Meißner-Kreis. Dort konnte ich die ganze Bandbreite der Gemeindearbeit kennen lernen und erproben. Die Arbeit mit den Menschen dort hat mir Spaß gemacht und doch freue ich mich nun auf das Leben und Arbeiten in der Stadt.

Bei einem Spaziergang durch die Unterneustadt habe ich schon gesehen, dass sich seit meiner Schulzeit viel entwickelt und verändert hat und freue mich darauf, das Stadtviertel neu zu entdecken und vor allem darauf Sie kennen zu lernen! Ich bin gespannt auf die neuen Wege, die nun für uns als Gemeinde vor uns liegen und gehe sie zuversichtlich an, mit der Liedzeile im Kopf: Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit. Die Tore stehen offen. Das Land ist hell und weit.

In diesem Sinne grüßt Sie herzlich
Ihre Pfarrerin Renja Rentz

Foto: privat 

Impressionen von der Einführung von Pfarrerin Dr. Renja Rentz

Einführung von Pfarrerin Dr. Rentz - Kirchenvorstand Dr. Horn, Dekan Renner, Frau WielandDr. Rentz bei ihrer Einführungs-Predigt Pfarrerin Böhle, Pfarrerin Dr. Rentz, Pfarrer Dr. Temme - Gemeindepfarrer in der Kirchengemeinde Kassel-Mitte

Fotos: Claus-Dieter Suß

Renovierung der Karlskirche steht bevor
Noch sind viele Spenden nötig

Viele Menschen besuchen Jahr für Jahr die Karlskirche zu Gottesdiensten und Gebet, zu Konzerten und Vorträgen. Sie kommen in großer Zahl zur jährlichen Krippenausstellung und hören gern das Glockenspiel. Die Karlskirche ist für viele Menschen ein besonderer Ort, der weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist.

Spenden für die Renovierung der Karlskirche Vor mehr als 300 Jahren wurde sie gebaut. Sie ist die größte Hugenottenkirche in Nordhessen. Ein wichtiges Kulturdenkmal der Stadt- und Regionalgeschichte. Während des Hessentages 2013 wurde sie sogar zur Zukunftskirche.
60 Jahre sind seit dem Wiederaufbau der Kirche vergangen. Seither hat es keine grundlegende Renovierung gegeben. Nun ist die Zeit gekommen, sie im Inneren zu renovieren.
Neben den elektrischen Leitungen rufen die Lautsprecheranlage, die Heizung, die Beleuchtung, der Fußboden nach Erneuerung. Schon lange wünschen sich Besucher erreichbare Toiletten. Der Zugang zur Kirche soll behindertengerecht werden. Ein Gemeinderaum unter der Empore wird entstehen und auch eine Küche, damit man sich mit Kaffee, Tee und anderem auf leichtem Weg versorgen kann.
Die Pläne wurden der Gemeinde nach einem Gottesdienst vorgestellt und für gut befunden. Im Herbst 2017 wird es vorbereitende Arbeiten in der Kirche geben. Von Erntedank bis Silvester 2017 können wir noch Gottesdienst in der Kirche feiern. 2018 bleibt die Kirche dann wegen der Renovierung geschlossen.
Für die Finanzierung wurde das alte Gemeindehaus Ecke Friedrichstraße veräußert. Die Landeskirche und der Stadtkirchenkreis steuern ebenfalls Mittel bei. Aber es reicht noch nicht. 300.000 € fehlen noch.
Wir brauchen Ihre Unterstützung! Sagen Sie es weiter. Helfen sie uns, die Karlskirche zukunftsfähig zu machen, damit sie ein besonderer Ort für viele bleiben kann und wir uns danach gern bei Gottesdiensten, Ausstellungen, Konzerten und anderem wiedersehen.
Allen Spenderinnen und Spendern danke ich im Namen des Kirchenvorstandes im Voraus.

Ihre
Pfarrerin Inge Böhle

Spendenkonto

Kirchengemeinde Kassel-Mitte/Karlskirche
IBAN: DE78 5205 0353 0000 0549 91 | BIC: HELADEF1KAS
Stichwort: Renovierung Karlskirche

Flyer zur Renovierung der Karlskirche hier zum Download (PDF).


Vorarbeiten haben begonnen

Orgel der Karlskirche wurde für die Zeit der Renovierung eingehaust.Bereits jetzt haben die ersten Vorarbeiten für die Renovierung begonnen. Damit unsere Orgel bei den Bauarbeiten nicht verschmutzt oder beschädigt wird, wurde sie aufwändig eingehaust. In den nächsten Tagen werden Bohrungen im Fußboden zur Untersuchung des Baugrunds ausgeführt.

Mit einem festlichen Jahresschlussgottesdienst wollen wir uns am 31. Dezember von der Karlskirche verabschieden.
Ab 1. Januar 2018 ist die Karlskirche dann für voraussichtlich ein Jahr wegen der Renovierung geschlossen. Fußboden, Heizung, Elektrik, behindertengerechter Zugang und Toiletten, Einbauten unter der Empore, Beleuchtung, Mikrofonanlage...
Es gibt viel zu tun, damit die Karlskirche weiterhin ein guter Ort für viele bleiben kann

Gottesdienste während der Renovierungszeit

Jeden 1. Sonntag im Monat können wir im Saal der Musikakademie einen Gottesdienst mit Abendmahl feiern. Der Saal liegt im Untergeschoß und ist per Aufzug oder Treppe gut erreichbar. Wir danken der Musikakademie, dass sie uns ihren Raum zur Verfügung stellt. Wie schön ist solche Nachbarschaft!

An den anderen Sonntagen eines Monats sind die Gemeindeglieder in die Unterneustädter Kirche oder in die Martinskirche eingeladen. Pfarrerin Inge Böhle wird dort auch Gottesdienste halten.

Eingehauste Orgel der Karlskirche - Foto: Claus-Dieter Suß

Das Klangkunstwerk wurde an Pfingsten eingeweiht
Neue Orgel an St. Martin

Nach siebenjähriger Planungs- und Bauzeit wurde die neue Orgel am Pfingstsonntag im Festgottesdienst in der Kasseler Martinskirche feierlich eingeweiht. Die Festpredigt hielt Bischof Prof. Dr. Martin Hein.



Der Weg zur neuen Orgel
Ein Orgelneubau an St. Martin sei seit über 25 Jahren im Gespräch. „Dem besonderen Auftrag der Kirchenmusik an St. Martin, zeitgenössische Kirchenmusik durch Uraufführungen, Kompositionsaufträge und Konzerte zu entwickeln und zu pflegen genügte das Vorgänger-Instrument seit langem nicht“, sagt Pfarrer Dr. Willi Temme. Dem jetzt realisierten Orgelneubau ging ein mehrjähriger Beratungs- und Konsultationsprozess mit Sachverständigen und Kirchenmusikern aus ganz Deutschland voraus. In der letzten Phase begleiteten Experten und engagierte Ehrenamtliche in einer Orgel-, einer Prospekt- und einer Spendenkommission das Projekt. „Wir freuen uns nun mit allen Beteiligten, mit Gemeindemitgliedern, Bürgerinnen und Bürgern Kassels und vielen Besuchern auf einzigartigen Hörgenuss“, so Temme.

(v.l.): Stephan Niebler und Georg Pfeifer (Rieger-Orgelbau), Kirchenmusikdirektor Eckard Manz, Pfarrer Dr. Willi Temme, Dr. Hans Helmut Horn, Petra Feist-Dietrich (Vorsitzende Kulturplattform St. Martin). Foto: schauderna/medio.tvDie Kosten von in Höhe von 2,5 Mio. Euro wurde aus Eigenmitteln der Kirchengemeinde Kassel-Mitte, der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und mit großzügigen Zuwendungen von Sponsoren und Spendern finanziert. „Wir danken unseren Unterstützern und den vielen Spendern und Pfeifenpaten ohne die wir das Orgelprojekt nicht hätten realisieren können“, sagt Dr. Hans Helmut Horn, Vorsitzender des Kirchenvorstandes der Kirchengemeinde Kassel-Mitte. „Wir sind geradezu überwältigt von der großen Resonanz in der Stadtöffentlichkeit.“

Die Orgel
Mit einem Gewicht von 25 Tonnen und 500 Raummetern umbauten Raum gehört des Instrument zu den ambitioniertesten Orgelneubauten der letzten Jahrzehnte. „Auf dem Klangkunstwerk kann die gesamte Orgelliteratur auf höchstem ästhetischem Niveau zu Gehör gebracht werden“, sagt Kirchenmusikdirektor Eckhard Manz. „Vor allem der Entwicklung und Darstellung zeitgenössischer Musik trägt das neue Instrument Rechnung.“ Außerdem vereinten sich in dem Instrument auf einzigartige Weise Expressivität, Mikrotonalität und eine radikal künstlerische Gestaltung.

Der Künstler Yngve Holen in Kooperation mit dem Architekten Ivar Heggheim
Der norwegisch-deutsche Künstler Yngve Holen hat gemeinsam mit dem Architekten Ivar Heggheim die spektakuläre neue Orgel für St. Martin gestaltet. Mit einer ungewöhnlichen Breite von gut 20 Metern nimmt das von Orgelbau Rieger aus Schwarzach (Österreich) gebaute Instrument nahezu die gesamte Westwand des Kirchenschiffes ein. In aufwändiger, dreijähriger Arbeit hat der Künstler von der Verteilung der rund 5700 Pfeifen bis hin zur Beschriftungen des Spieltisches den gesamten Orgelprospekt bis ins Detail bestimmt. Holen wurde bei einem Wettbewerb auf Vorschlag von Susanne Pfeffer, Direktorin des Fridericianum, Kassel, von einer Expertenkommission ausgewählt, die neue Orgel zu entwerfen. „Yngve Holens bildhauerische Arbeiten lassen uns in einer sehr gegenwärtigen Weise darüber nachdenken, wie sich die globalisierten ökonomischen und technologischen Strukturen in vertraut wirkenden Alltagsobjekten materialisieren“, so Pfeffer.

Courtesy the artist and Galerie Neu, Berlin. Foto: Stefan KorteEs war die Entscheidung des Künstlers, den Orgelkörper nicht wie üblich kompakt zu halten, sondern so breit und so flach wie möglich zu lagern. In enger Abstimmung mit Orgelbau Rieger konnte dies bei voller Klangleistung umgesetzt werden. Die Verteilung der bis zu neun Meter hohen Pfeifen folgt ebenfalls dem Entwurf des Künstlers. Im unteren Bereich des Orgelprospektes halten 71 Ventilatoren mehrere Bahnen schwarzen Kunsthaares in Bewegung.

Die Orgelkonstruktion
Die Orgelkonstruktion auf der Empore besteht aus vier begehbaren Kammern. Das Instrument verfügt über 90 Register und rund 5700 Pfeifen. 80 Prozent der Pfeifen sind sie aus Metall gefertigt. Die übrigen Pfeifen bestehen aus Holz. Die kleinste Pfeife ist sechs Millimeter lang, wiegt wenige Gramm, die längste Pfeife misst neun Meter und ist mit 400 Kilogramm die schwerste. "Die Orgel ist ohne Frage ein ganz spezielles Instrument, auf das die Kasseler wirklich stolz sein können. In dieser Größe und diesen musikalischen Möglichkeiten ist das Instrument eine absolute Ausnahme“, sagt Orgelbauer Georg Pfeifer, Rieger Orgelbau.

Hintergrund
Der Künstler Yngve Holen Yngve Holen beschäftigt sich als Bildhauer in seinen Werken mit den Implikationen technologischer Entwicklungen auf die menschliche (körperliche) Verfassung. Seine Material- und Designanalysen lenken das Augenmerk auf die Fetischisierung bestimmter, auch alltäglicher Objekte und verweisen auf die zugrundeliegenden sozialen und ökonomischen Zusammenhänge.

Holen schloss seinen Master of Arts an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste, Städelschule Frankfurt am Main ab. Er ist Preisträger des Ars Viva-Preises 2014/2015 sowie des Robert-Jacobsen-Preises 2017 und national wie international in zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen vertreten - u.a. LUMA Foundation, Gstaad (2017), Kunsthalle Basel (2016), The Jewish Museum, NY (2016), Stuart Shave/Modern Art, London (2015), Galerie Neu, Berlin (2015)

Der Orgelbauer – Rieger Orgelbau
Rieger Orgelbau beschäftigt an ihrem Betriebsstandort Schwarzach/Vorarlberg nahezu 60 Mitarbeiter aus verschiedenen Nationen. Das Unternehmen baut klassische Pfeifenorgeln für Kirchen und Konzertsäle in der ganzen Welt. Diese werden vorwiegend in handwerklicher, traditioneller, mechanischer Bauweise gefertigt und zeichnen sich durch herausragende Qualität aus. Jedes Instrument ist eine individuelle Einzelanfertigung, die für den jeweiligen Bestimmungsort gefertigt wird. Rieger-Orgelbau gilt in der Branche als innovativstes Unternehmen weltweit.

Neue Orgel St. Martin
mit freundlicher Unterstützung von:

B. Braun I Evangelische Bank I Fehr I Förderverein R. D. e.V. I Gerhard-Fieseler-Stiftung I Hübner I Kasseler Bank I Kasseler Sparkasse I Kulturstiftung des Bundes I Sparda-Bank Hessen eG I Stadt Kassel I Wintershall
und zahlreichen Pfeifenpaten und Spendern
Schirmherr: Oberbürgermeister Bertram Hilgen

Bildrechte:
Orgel: Courtesy the artist and Galerie Neu, Berlin. Foto: Stefan Korte / Gruppenbild: schauderna/medio.tv