Lutherkirche

Profil und Öffnungszeiten

Die Lutherkirche ist mit ihrem historischen 76 Metern hohen Turm das höchste Gebäude der Stadt. Der Vorgängerbau der heutigen Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und anschließend bis auf den Turm abgetragen. 1970 wurde ein Neubau errichtet. Der Pfarrbezirk der Lutherkirche umfasst das Gebiet rund um den Haupt- bzw. Kulturbahnhof.

In der Lutherkirche und im benachbarten Gemeindehaus treffen sich regelmäßig ein Frauenkreis und ein Seniorenkreis. Gesprächskreise zu biblischen Texten und Gemeindeseminare zu aktuellen Themen werden ebenfalls angeboten. Predigtnachgespräche mit der Möglichkeit zum gemeinsamen Mittagessen finden regelmäßig statt.

Geschichte

1897, 1. Advent 
Einweihung der Lutherkirche auf dem Altstädter Friedhof. Architekt des neugotischen Baus ist Professor Hugo Schneider.
Die Gemeinde ist „Tochter“ der Alten lutherischen Gemeinde am Graben, deren Gotteshaus (erbaut 1738) die Menschen nicht mehr faßte.  

1930 
Die drei lutherischen Gemeinden Kassels, neben den beiden genannten noch die Friedenskirche als zweite ‚Tochter‘, die vorher einen kleinen Gemeindeverband bildeten, werden endgültig in die Landeskirche integriert.

1943, 22. Oktober  
Beim großen Bombenangriff auf Kassel werden die Alte Lutherische Kirche am Graben und die Lutherkirche - mit Ausnahme des Turms - zerstört.

1949, 1. Advent 
Inmitten der ausgebrannten Reste der Lutherkirche und in Verbindung mit dem Turm wird eine Notkirche errichtet.

1970, 1. Advent
Einweihung der neuen Lutherkirche. Architekt ist Heinz Rall, Stuttgart. Die Kirche ist mit Betonreliefs von Emil Kiess und mit Fenstern von Sigrid von Liebenstein ausgestattet. Zum Komplex gehört ein Gemeindehaus mit Kirche, Saal und einigen Gemeinderäumen.

1989, 12. Dezember 
Die Gemeinde erhält den Naturschutzpreis der Stadt Kassel als Anerkennung für eine jahrelange Begrünungsaktion, die Gebäude und Platz umfasst; man spricht von der „grünen Lunge Lutherplatz“.

1996 
Das Evangelische Forum (www.ev-forum.de) wird gegründet. Es hat seinen zentralen Veranstaltungsort im Gemeindehaus der Lutherkirche.

1997, 1. Advent 
100-jähriges Bestehen der Lutherkirche und ihrer Gemeinde.

2008, 1. Januar 
Vereinigung mit den Kirchengemeinden der Martinskirche, der Karlskirche und der Unterneustädter Kirche zur Kirchengemeinde Kassel-Mitte.

Architektur und Gegenwart

Im Eingangsbereich der neuen Lutherkirche steht auf einem Sockel eine Lutherfigur in Bronzeguß. Der Künstler, Dr. Knud Knudsen, Bad Nauheim, schuf - untypisch - einen jungen, vorandrängenden Luther mit Mönchsfrisur. Das Kunstwerk ist eine Dauerleihgabe der Landeskirche.An der Rückwand unter der Empore hängen vier Grafiken in expressionistschem Stil: ein Passionszyklus des Ennepetaler Künstlers El Shalom. An der linken Kirchenwand hängen zwei Bilder des Kasseler Hofmalers Johann Heinrich Tischbein d.Ä.: die große „Verklärung Christi“ (nach Matthäus 17, 1-9) von 1761, Auftragsarbeit der Alten lutherischen Gemeinde an den Künstler, sowie - in einer restaurierten Kopie - „Christus in Gethsemane“. Gegenüber - rechts vorn in der Kirche - hängt ein zeitgenössisches ,,Gethsemane“ –Gegenstück,  gemalt von O. Stark.

Zwei Werke des Kasseler Künstlers Hermann Pohl prägen den Altarbereich der Kirche: Kreuz und Leuchter. Das 2,70 m hohe und 1,80 m breite mit Figuren geschmückte Bonzekreuz wurde am 1. Advent 1979 der Gemeinde übergeben. In den 135 Figuren sind biblische Geschichten dargestellt. Der Leuchter, ein Pendant zum Kreuz, wurde zu Ostern 1987 der Gemeinde übergeben. Er stellt das Lamm Gottes dar.

In der Kapelle, neben dem Eingangsbereich, stehen ein ovaler Altar aus Holz und darauf eine Figurengruppe „Kreuzigung“ sowie zwei Kerzenständer. Am Pult hängt ein Antependium mit den „sechs Werken der Barmherzigkeit“ (nach Matthäus 25). Bis auf den Altar stammen diese Werke von Hermann Pohl.