Neue Orgel in der Martinskirche ab Pfingsten zu hören

Der spektakuläre Orgelneubau wird am Pfingstsonntag in der Kasseler Martinskirche um 10 Uhr in einem Gottesdienst mit Bischof Martin Hein eingeweiht.

Die 2,5 Millionen Euro teure Orgel, die die österreichische Firma Rieger zusammen mit dem norwegischen Künstler Yngwe Holen und dem Architekten Ivar Heggheim konstruierte, sei ein Instrument, das seinesgleichen suche, sagte Hans Helmut Horn, Vorsitzender des Kirchenvorstands der Kirchengemeinde Kassel-Mitte. Das Projekt habe eine ungewöhnlich breite Unterstützung in der Stadtgesellschaft und darüber hinaus gefunden. Unter anderem stehe es unter der Schirmherrschaft von Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen.

Finanziert werde der Bau mit 1,1 Millionen Euro aus dem Orgeletat der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, rund 900.000 Euro kämen von Sponsoren und Spendern. Den Rest trage die Kirchengemeinde. Allerdings seien 200.000 Euro noch nicht finanziert, so dass man auf weiter Spender und Sponsoren hoffe, sagte Horn.

Pfarrer Willi Temme von der Martinskirche wies darauf hin, dass auf der bisherigen Orgel viele moderne Stücke nicht sachgerecht vorgeführt werden konnten. Die neue Orgel könne hingegen Töne hervorbringen, die man nicht vermute. So könne sie etwa wie ein Akkorden an- und abschwellen. Der Wind, die "Seele der Orgel", werde durch mehrere Bahnen schwarzen Kunsthaares symbolisiert, die unter der Orgel hängen und von 71 Ventilatoren in Bewegung gehalten werden.

Die neue Orgel hat rund 5.700 Pfeifen und 90 Register. Eine Besonderheit ist ein Manual, das nicht in die nicht in Halb-, sondern in Vierteltöne unterteilt ist. "Auf diesem Klangkunstwerk kann die gesamte Orgelliteratur auf höchstem ästhetischen Niveau zu Gehör gebracht werden", sagte Kirchenmusikdirektor Eckhard Manz. An den Gottesdienst zu Pfingsten schließt sich ein bis zum 27. August dauerndes Orgelfestival an, das von der Bundeskulturstiftung mit 53.000 Euro gefördert wird. (epd/1.6.17)