80. Jahrestag: Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht

Zum Gedenken an die Novemberpogrome von 1938 finden in Kassel am Mittwoch, 7. November, drei Veranstaltungen statt. Die sogenannte Reichspogromnacht jährt sich in diesem Jahr zum 80. Mal.

Sie fand in Kassel bereits zwei Tage früher als im übrigen Deutschland statt, nämlich am 7. November 1938. Aus diesem Anlass findet am Mittwoch, 7. November, um 22 Uhr ein ökumenisches Friedensgebet in der Martinskirche statt. Zum Gedenken an die Opfer des Judenpogroms wird kurz vor 22 Uhr die große Osanna-Glocke tönen, von Hand betätigt.  Die Ausschreitungen vor 80 Jahren begannen zur selben Uhrzeit. Es erklingt Musik aus den Rosenkranzsonaten von Heinrich Ignaz Franz Biber. Die Liturgen sind Pastoralreferentin Beatrix Ahr und Pfarrer Dr. Willi Temme.

Bereits um 14 Uhr findet auf dem alten jüdischen Friedhof, Fasanenweg in Bettenhausen, eine Kranzniederlegung am Mahnmal für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus statt. Im Namen des Magistrats der Stadt Kassel wird Stadtrat Dirk Stochla einen Kranz niederlegen, Dechant Harald Fischer wird für die christlichen Kirchen in Kassel Worte des Gedenkens sprechen.

Am Abend folgt dann ab 18 Uhr eine Gedenkfeier im Bürgersaal des Kasseler Rathauses. Bei der Gedenkveranstaltung im Bürgersaal wirken Schülerinnen und Schüler des Friedrichsgymnasiums bei einem szenischen Spiel und Lesungen zu Berichten von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen der "Reichskristallnacht" mit. Außerdem steht ein Vortrag von Prof. Dr. Ditfried Krause-Vilmar unter dem Titel "Den Rechtsstaat stärken – Eine Lehre aus dem Terror im November 1938" auf dem Programm. Veranstalter der Gedenkfeier sind die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und die Stadt Kassel in Kooperation mit dem Evangelischen Stadtkirchenkreis Kassel, Katholischen Dekanat Kassel, der VHS Region Kassel, Gedenkstätte Breitenau, Deutsch-Israelischen Gesellschaft und dem Sara-Nussbaum-Zentrum Kassel, Verein "Gegen Vergessen – für Demokratie". (06.11.2018)