Diakoniestationen müssen häusliche Kinderkrankenpflege einstellen

Nach mehr als 20 Jahren stellen die Diakoniestationen der Evangelischen Kirche in Kassel ihre Arbeit in der häuslichen Kinderkrankenpflege ein. Grund dafür sei ein dramatischer Mangel an Pflegefachkräften, sagte Geschäftsführer Martin Müller. Die Arbeit der Abteilung, die sich um die häusliche Intensivpflege kranker Kinder kümmerte, sei auf eine Größe geschrumpft, die eine Sicherstellung der Versorgung nicht mehr gewährleisten könne.

Schon in der Vergangenheit mussten wiederholt Anfragen abgelehnt und Patienten sogar gekündigt werden. "Es schmerzt uns sehr, diesen wichtigen Arbeitsbereich nicht aufrechterhalten zu können", sagte Müller. Er hoffe für die betroffenen Familien, dass andere Pflegedienste aus der Region die Versorgungen übernehmen könnten.

Müller appellierte angesichts der Entwicklung an die Politik, endlich Druck auf die Krankenkassen aufzubauen, damit die häusliche Kinderkrankenpflege besser bezahlt und gegenüber der stationären Pflege attraktiver werde. "Was wir in der jüngsten Vergangenheit in Entgeltverhandlungen mit den Krankenkassen an unwürdigem Geschacher um Centbeträge erlebt haben, ist unsäglich", sagte Müller. Zudem begünstige das neue Pflegepersonal-Stärkungsgesetz einseitig die Krankenhäuser, die ambulante Pflege drohe auf der Strecke zu bleiben. 

Die Diakoniestationen der Evangelischen Kirche in Kassel gGmbH sind mit 260 Mitarbeitern die größte ambulante Pflegeeinrichtung in der Region Kassel. Träger sind der Evangelische Stadtkirchenkreis Kassel und die Stiftung Kurhessisches Diakonissenhaus Kassel. (epd/25.03.2019)