achtmal alte brüderkirche 2017
8 VERSIONEN VOM VERSCHWINDEN - WegUndDa

2. Juli 2017, 18 Uhr --- Alte Brüderkirche, Brüderstraße --- Spenden erbeten

Musik

Ji-Youn Song, Piano.
Werke von John Cage (And the earth shall bear again, 1942, für präpariertes Klavier; In the name of the Holocaust, 1942, für präpariertes Klavier), Julia Wolfe (Compassion, 2001), Violeta Dinescu (Schlachtfeld von Marathon, 2011), Morton Feldman (Last Pieces, 1959)

Kunst               

Alexander Gehring, Fotografie

Sprache

Pfarrer Lars Hillebold

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INFORMATIONEN

 

ZUR MUSIK

Violeta Dinescu
geb. 1953, rumänische Pianistin, Komponistin, Hochschullehrerin.

Zu ihrem Klavierwerk „Schlachtfeld von Marathon“: „… wie ein musikalischer Diskurs über Carl Rottmann’s Bild „Schlachtfeld von Marathon“  und Edgar Allan Poe’s Erzählung „Das Manuskript in der Flasche“.  (V.D.)


Morton Feldman
1926-1987, amerikanischer Komponist, Künstler.

Feldman hat die Frage nach der niedrigen Dynamik seiner Werke folgendermaßen beantwortet: „Wenn es laut ist, kann man den Klang nicht hören. Man hört den Anschlag. Dann hört man den Ton nicht mehr, nur seinen Verfall. (…) meine Musik ist eher ein Monolog, der keiner Ausrufezeichen, keines Doppelpunkts bedarf, sie bedarf dieses allen nicht…” (M.F.)


Julia Wolfe
geb. 1958, US-amerikanische Komponistin und Hochschullehrerin.

Julia Wolfes kompositorisches Schaffen fußt im Post-Minimalismus. Das Klavierwerk „Compassion“ schrieb sie kurz nach dem Terroranschlag am 11. September 2001 in New York.


John Cage
1912-1992

Über das präparierte Klavier: Nachdem ich beschlossen hatte, den Klang des Klaviers zu ändern, um eine passende Musik für Syvilla Forts Bacchanale herzustellen, ging ich in die Küche, nahm einen Küchenteller, brachte ihn ins Wohnzimmer und legte ihn auf die Saiten des Klaviers. Dann spielte ich auf einigen Tasten. Der Klang des Klaviers hatte sich verändert, aber der Küchenteller sprang infolge der Schwingungen herum, …. Da wurde mir klar, dass Schrauben und Bolzen ihre Position beibehalten würden. Das taten sie auch, und ich war erfreut festzustellen, dass mittels einer einzigen Präparierung zwei verschiedene Klänge produziert werden konnten. J.C.

 

MUSIKERIN

Ji-Youn Song: Nach dem Studium in Detmold und einem Stipendium an der Ensemble Moderne Akademie arbeitet und lebt sie in Kassel. Sie ist eine viel konzertierende Pianistin, Pädagogin und veranstaltet verschiedene Reihen mit Neuer Musik (achtmal alte brüderkirche, Vier, Drei, Zwei, Eins!, Horror hoch drei, Inne Hallen). 2005 Trägerin des Kasseler Kunstpreises. 2007 Trägerin des Kasseler Kulturpreises. 2006 und 2012 Gast bei den Kasseler Musiktagen. Seit 2012 Mitglied des Musikerverbundes Ensemble Modern.

 

ZUR KUNST

Der Künstler und Fotograf Alexander Gehring geht in seiner Arbeit für die Brüderkirche auf das langsame Verschwinden des analog-fotografischen Bildes im Angesicht einer digitalen Revolution der Medien ein. In seiner raumgreifenden Installation aus großformatigen Fotografien und antiken Möbeln formuliert er gleichermaßen einen Abgesang wie einen Nachruf auf die analoge Fotografie. 

Die klassische Fotografie, die sich kulturell wie kein zweites Medium in unserer Bildwelt verankert hat und sich nun gezwungen sieht in einer digitalen Überproduktion von Bildmaterial aufzulösen und zu verschwinden, wird in den Mittelpunkt gerückt und auf ihre Relevanz hin untersucht. Dabei schlägt die Arbeit einen Bogen zu vergangenen Kulturepochen und ihrer Ikonografie, genauso wie sie Fragen zu Repräsentationsformen von Historie aufwirft. Innerhalb der Installation wird der Betrachter aufgefordert sich mit dem Verschwinden auseinanderzusetzen und sich aktiv zu beteiligen. 


KUENSTLER

Alexander Gehring (*1981) studierte Fotografie und Neue Medien an der Fachhochschule Bielefeld bei Katharina Bosse und Roman Bezjak sowie am London College of Communication bei Beverly Carruthers. Seine Arbeiten sind von einem reflexiven Ansatz geprägt und stellen Fragen an das Medium Fotografie. Er arbeitet an einem erweiterten Bildbegriff, der die Geschichte der Fotografie thematisiert und sie in Beziehung zu unserer modernen Bildkultur setzt. In Auseinandersetzung mit verschiedenen fotografischen Genres lotet Alexander Gehring die Potentiale der Fotografie aus und reflektiert seine eigene Arbeitsweise als Fotograf. Seine Arbeiten werden national und international in Galerien und Museen ausgestellt, unter anderem im Museum Morsbroich und der Aperture Gallery in New York. 2016 erhielt er den renommierten Merck Preis der Tage der Fotografie in Darmstadt. 

Alexander Gehring lebt und arbeitet in Berlin. 

 

ZUR SPRACHE

Lars Hillebold ist Pfarrer an der Christuskirche. Seine ausgewählten Texte schlagen eine Brücke zwischen Musik und Kunst.

50 SCHRITTE ZUR KUNST

Sie sind kunstbegeistert? Sie lieben Kunst? Dann teilen Sie doch Ihre Begeisterung! Laden Sie in diesem Sommer jemanden zur gemeinsamen Kunstbetrachtung und einem Gang über die documenta 14 ein. Finden Sie dazu einen Menschen, der mit Ihnen zum ersten Mal eine documenta besucht. Gehen Sie gemeinsam erste Schritte, wir gehen ein Stückchen mit Ihnen.


AUFTAKTVERANSTALTUNG

Mittwoch den 31. Mai 2017 um 19 Uhr im Evangelischen Forum, Lutherplatz 11

„Blick hinter die Kulissen"
mit Annette Kulenkampff, Geschäftsführerin der documenta und Museum Fridericianum gGmbH

„Kunst ist eine Körperhaltung"
Impulsvortrag mit Dorothea Jöllenbeck, Bewegungspädagogin


ANMELDUNG

EVANGELISCHES FORUM KASSEL
0561 28760 21
susanne.jakubczyk@ekkw.de
ev-forum.de

Gefördert aus Mitteln des Landes Hessen im Rahmen
von HESSENCAMPUS 2017
Unterstützt vom Kulturamt der Stadt Kassel

achtmal alte brüderkirche 2017
8 Versionen vom Verschwinden

Ort: Alte Brüderkirche, Brüderstraße, Kassel Termine: 23. April - 7. Mai - 21. Mai - 5.Juni (Pfingstmontag) - 2. Juli - 20. August - 24. September - 22. Oktober - jeweils 18 Uhr Eintritt frei, Spenden erbeten

Im Jahr 2017 macht die Reihe 8 Versionen vom Verschwinden sichtbar und hörbar. Unterschiedliche Aspekte vom Verschwinden können wahrgenommen werden: ein bewusstes Sich-Entziehen, die Momente vor und nach dem Verschwinden, die Trauer um einen Verlust wie Reminiszenzen an Dagewesenes. In dieser Reihe untersuchen und erforschen Künstler, Musiker und Theologen verschiedene Vorgänge und Möglichkeiten des Verschwindens.

ERÖFFNUNG: Was war und was sein könnte
Sonntag, 23. April 2017, 18 Uhr
Sprache Ursel Wicke-Reuter
Musik Olaf Pyras Schlagwerk / Komposition
Tanz Roland Walter, Deborah Smith-Wicke

ReVisionen
Sonntag, 7. Mai 2017, 18 Uhr
Sprache Stefan Nadolny
Musik Sirwan Ahmadiyan Gesang, Ji-Youn Song Klavier, Olaf Pyras Schlagwerk
traditionelle iranische und kurdische Gesänge sowie
Werke von Moritz Eggert und Franz Schubert
Kunst Olaf Val Medieninstallation

found and lost
Sonntag, 21. Mai 2017, 18 Uhr
Sprache Gabriele Heppe-Knoche
Musik Gabriele Hasler Stimme, Günter Baby Sommer, Schlagzeug
Musik von Gabriele Hasler und Günter Baby Sommer
Kunst Rosa-Violetta Grötsch Installation

TransFormer
Pfingstmontag, 5. Juni 2017, 18 Uhr
Sprache Frank Bolz
Musik Andreas Roth Posaune
Werke von Hrabanus Maurus, Giacianto Scelsi, Tom Johnson, Kunsu Shim, Luciano Berio und John Cage
Kunst Sperrmüllpiloten mit Josef Michael Ruhl, Christian Schneider und Ursel Arndt Installation

WegUndDa
Sonntag, 2. Juli 2017, 18 Uhr
Sprache Lars Hillebold
Musik Ji-Youn Song Klavier
Werke von Morton Feldman, Violeta Dinescu, Julia Wolf und John Cage
Kunst Alexander Gehring Fotografie

Vom Verschwinden der Dinge
Sonntag, 20. August 2017, 18 Uhr
– Besucher bitte Teetasse mitbringen –
Sprache Markus Himmelmann
Musikperformance Kunsu Shim und Gerhard Stäbler
Werke von Kunsu Shim und Gerhard Stäbler (UA)

sich den Augen geschwinde entziehen
Sonntag, 24. September 2017, 18 Uhr
Sprache Uwe Jakubczyk
Musik Schlagzeugensemble der Uni Kassel, Olaf Pyras Leitung
Schülerinnen und Schüler der Bossentalschule, Christine Weghoff Leitung
Werk von Earle Brown
Kunst Christof Kalden Mobile

a long glance
Sonntag, 22. Oktober 2017, 18 Uhr
Sprache Kathrin Jahns
Musik Trio Omphalos, Stefan Hülsermann Klarinette, Ji-Youn Song Klavier, Olaf Pyras Schlagwerk
Werke von Christopher Hobbs, Michael Parsons und Gordon Kampe
Kunst Christine Wassermann Videoinstallation

Eintritt frei, Spenden erwünscht

Veranstaltungsort
Alte Brüderkirche, Brüderstraße, Kassel

Weitere informationen
Evangelisches Forum Kassel, 0561 2876021

Konzeption
Gabriele Heppe-Knoche, Kathrin Jahns, Susanne Jakubczyk, Olaf Pyras, Ji-Youn Song, Melanie Vogel