achtmal alte brüderkirche
wirklichkeit (er)finden - Notturno

Sonntag, 5. Juli, 18:00 Uhr
Alte Brüderkirche, Brüderstraße

Sprache: Karl Waldeck

Musik: Ji-Youn Song, Klavier; Nina Osina, Violine
Werke von Hans Werner Henze, John Cage, George Crumb

Kunst: Flaut Michael Rauch, Installation

Zur Musik

Ji-Youn Song

Geboren 1975 in Seoul/Süd Korea. 1996 zum Musikstudium nach Deutschland; in Detmold: „Künstlerische Ausbildung“ - „Musikpädagogik“ - „Neue Musik“ 2004 Stipendiatin der „Internationale Ensemble Modern Akademie“; Solo- und Kammermusikabende mit Werken des 20. und 21. Jahrhunderts; Uraufführungen; Projekte mit Komponisten und Künstlern; Mit/veranstalterin von:  „achtmal alte brüderkirche“, „Vier, Drei Zwei, Eins!“, „Horror hoch drei“, „SCALILIHU“ - 2005 Trägerin des Kasseler Kunstpreises; 2007 Trägerin des Kasseler Kulturpreises; seit 2005 Lehrauftrag am „Institut für Musik“/ Universität Kassel; 2006 und 2012 Gastauftritte bei den „Kasseler Musiktagen“; seit 2012 Mitglied des Musikerverbundes des „Ensemble Modern“

Nina Osina

Nina Osina ist in Kazan (Russland) geboren. Seit September 2008 lebt sie in Deutschland. Ihren ersten Geigenunterricht erhielt sie im Alter von sechs Jahren an der Spezial-Musikschule am staatlichen Kazaner Konservatorium bei Elena Quinn und später bei Lenar Aikaev. Im Jahr 2010 legte Nina Osina die künstlerische Reifeprüfung sehr gut ab. Davor absolvierte sie mit Auszeichnung N. A .Rimsky-Korsakov Sankt-Petersburg Staatskonservatorium. Die Violinistin überzeugte bereits bei diversen internationalen Wettbewerben und erhielt zahlreiche Preise (Ufa/ Russland, Sankt-Petersburg/Russland, Uralsk/Kazakhstan, Takasaki/Japan). Es folgten internationale Engagements als Solistin z.B. mit Violinkonzerten von Vivaldi, Mozart und Sibelius. Aber auch als Kammermusikerin sowie als Mitglied diverser Orchester und Ensembles sammelte sie schon in jungen Jahren ausgewählte Erfahrung. Nina Osina verfügt über ein großes Repertoire und spielt Solo- sowie Kammerkonzerte in Deutschland und Russland.

Zur Kunst

Flaut Michael Rauch, geboren 1979 in Mühlhausen, studierte Freie Kunst an der Kunsthochschule Kassel und wurde Meisterschüler von Urs Lüthi. Bis 2012 war er künstlerisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Basisklasse.

Novus ordo seclorum

Schon kam das letzte Zeitalter nach der Prophezeiung der Sibylle von Cumae
und die große Abfolge der Jahrhunderte beginnt von Neuem.
Schon kehrt auch die Jungfrau Astraea zurück, es kehrt zurück die Herrschaft des Saturnus,
schon wird neue Nachkommenschaft vom hohen Himmel gesandt.
Vergil

Die Skulptur Novus ordo seclorum bildet eine Formel ab. Der Stoff aus dem die Träume sind, das Molekül der Nahtoderfahrung oder Lebenskraft in ihrer extremsten Manifestation, schamanisches Fahrzeug, körpereigener Stoff und stärkste halluzinogene Droge überhaupt. DMT (DiMethylTryptamin) eröffnet unserem Bewusstsein einen Zugang zu all unsere Erwartungen übersteigenden Dimensionen, Visionen, Gedanken und Gefühlen. Es stößt die Tür zu Welten auf, die jenseits dessen liegen, was wir uns vorstellen können und für die unsere Sprache nicht ausreicht. Wirklicher als die Wirklichkeit.

In unserem Körper und überall im Pflanzen- und Tierreich. DMT ist in dieser Blume dort, in jenem Baum da drüben und dahinten in dem Tier. Es ist ganz einfach überall, wohin wir unseren Blick zu richten geneigt sind. So gehört DMT auch zur Normalausstattung des Menschen! Dunkelheit und extreme Traumata wie Geburt und Tod bewegen die Zirbeldrüse zur Ausschüttung enormer Dosen DMTs. Da DMT uns bei übermässiger Ausschüttung die Wahrnehmungs-Filter raushaut, kann es im Zusammenhang mit Angststörungen, Psychosen und Persönlichkeitsspaltung gesehen werden. In dieser kleinen Drüse im Zentrum des Gehirns, Zirbeldrüse oder auch Epiphyse genannt, befindet sich dieser Stoff. Es erscheint auf den ersten Blick weitaus weniger bedeutungsvoll, als es in Wahrheit ist. Es wird behauptet, dass die Zirbeldrüse der „Prinzipielle Sitz der Seele“ ist und eine wichtige Rolle in der Mythologie der Ägypter, Tibet-Buddhisten, der römisch-katholischen Kirche, bei Philosophen, Wissenschaftlern und auch bei den Gründungsvätern der USA spielt. Die Drüse hat Lichtrezeptoren (ähnlich wie unsere Augen), die Einblicke in unser „geistiges Auge“ erschaffen. Es scheint, dass es Verbindungen zu Träumen, Halluzinationen, Nahtoderfahrungen und auch Visionen gibt. Es zieht uns in Welten hinein, die nur ihm selbst bekannt sind. Wir müssen uns dabei gut festhalten und darauf vorbereitet haben, denn die spirituellen Bereiche umfassen Himmel und Hölle, Fantasie und Albtraum.

Material: Laborglas, Salzteig, Fruchtgummi, Kampfer, Licht
Dank an: Jürgen Rauch | Die Glaswerkstatt in Kassel  

Ausstellungen 2015/2014
Aua (Auf und Ab im Kunstmarkt) Westwerk Hamburg
Science/Fiction Frankfurt Basis
Fringe Arts Bath Festival 2015 UK
Krieg und Frieden 30. Kongress des Bad Wildunger Arbeitskreis für Pychotherapie
BBK Kassel Kulturbahnhof Kassel „Nirgendwo“
31st Hamburg International Short FilmFestival
27th Festival Les Instants Vidéo Marseille
Mixed-Arts-Festival in Münster
The Idling Galerie „Helloween & PRE-Opening Show“ The Idling Galerie Berlin „Freitag der 13.“
Reinraum ev.
Residenz Idling Mobil Bottrop, Datteln
NOPRESSION Kunstverein Kassel


Nina Osina, Ji-Youn Song ©

Karl Waldeck ©

Zum Themenjahr: Reformation - Bild und Bibel
Judith Röder: Bilder des Lebendigen

Ausstellung und Predigtreihe

Zum Themenjahr der Reformationsdekade „Reformation – Bild und Bibel“ wird in der Karlskirche Kassel die Ausstellung „Bilder des Lebendigen“ der Künstlerin Judith Röder gezeigt. Judith Röder arbeitet auf poetisch-subtile Weise mit Glas und bewegten Lichtprojektionen. Judith Röders Arbeiten thematisieren Momente großer Einfachheit. Ihre künstlerische Zuwendung beseelt das vermeintlich Banale, adelt es.
Alltägliches wird beobachtet, scheinbar Unbedeutendes wird herausgefiltert. Die Sicht auf die Welt ist am Beginn, als Idee, sehr real und am Ende, nachdem sie eine Ausformung mit Glas und Technik erfahren hat, eine Erscheinung, welche sich nun in abstrahierter Form darstellt.

Zur Ausstellung gibt es begleitende Vorträge und eine Predigtreihe in der Karlskirche.

Eröffnung am Sonntag, 21. Juni 2015

10.00 Uhr Gottesdienst (Beginn der Predigtreihe) Pfarrerin Gabriele Heppe-Knoche, Thema: Bilder des Lebendigen;
Musik von Georg Philipp Telemann: Studierende der Musikakademie „Louis Spohr“, Kassel

11.30 Uhr Ausstellungseröffnung; Einführung: Dr. Gerd Mörsch, Leiter documenta Archiv

Eine Kooperation von:
Kirchengemeinde Kassel-Mitte/Karlskirche
Evangelisches Forum Kassel


achtmal alte brüderkirche 2015
wirklichkeit (er)finden

Im Jahr 2015 steht bei den acht Abenden der Reihe achtmal alte brüderkirche die Frage nach der Wahrnehmung von Wirklichkeit im Vordergrund. Der subjektiven Konstruktion von Wirklichkeit steht die Annahme der Möglichkeit von Erfahrungen einer gemeinsamen Realität gegenüber. Die wiederkehrenden Versuche, diese gemeinsame Realität zu konstruieren und gemeinschaftlich zu erleben, führen allerdings häufig zur Konfrontation mit fremden Positionen. Überraschend findet man sich als TouristIn im eigenen Alltag wieder.

Konzeption:

  • Gabriele Heppe-Knoche
  • Kathrin Jahns
  • Susanne Jakubczyk
  • Olaf Pyras
  • Melanie Vogel