drei in eins. musik kunst sprache
Drahtseilakt - Schmaler Grat

MUSIK: Nina Osina, Violine; Ji-Youn Song, Klavier

KUNST: Stephanie Imbeau, Installation

SPRACHE: Pfarrer Uwe Jakubczyk

ORT: Karlskirche 

TERMIN: 26.9.2021, 18 Uhr

Anmeldung erforderlich: ev.forum.kassel@ekkw.de. Es gelten die 3G-Regeln, Nachweis bei Eintritt erforderlich.

 

Informationen zu den Beteiligten

Nina Osina absolvierte ihr Studium am Staatlichen Sankt Petersburger Konservatorium „N. A. Rimski-Korsakow“ bei Prof. Ilya Ioff. Internationale Engagements führen Nina Osina schon während ihres Studiums durch Russland, nach Kasachstan, später nach Finnland und Lettland. Sie konzertiert mit verschiedenen Ensembles und Orchestern und begeistert auch als Solokünstlerin mit Violinkonzerten von Vivaldi, Mozart, Mendelssohn und Sibelius. Bei zahlreichen Wettbewerben, so im russischen Sankt Petersburg, in Uralsk in Kasachstan und im japanischen Takasaki erhielt Nina Osina Preise und Auszeichnungen. www.nina-osina.de

Ji-Youn Song arbeitet und lebt seit ihrem Studium in Detmold und einem Stipendium an der Ensemble Moderne Akademie in Kassel. Sie ist eine viel konzertierende Pianistin, arbeitet auch als Pädagogin mit innovativen Ansätzen, die sie mit Publikationen und bei Vorträgen vorstellt. Außerdem veranstaltet sie Konzertreihen mit Neuer Musik („achtmal alte brüderkirche“, „Vier, Drei Zwei, Eins!“, „Horror hoch drei“, "Inne Hallen“…) und ist Trägerin des Kasseler Kunstpreises 2005, sowie des Kasseler Kulturpreises 2007. www.iamsong.de

Stephanie Imbeau:
Stephanie Imbeau’s practice investigates the way individuals seek community, personal security and a place to belong. She uses representations of protective structures as anthropomorphisms to explore this universal human impulse. These basic forms of shelter also provide the framework for a conceptual mapping of the barriers drawn to create safety and claim meaning using physical spaces. The simple outline of a house, for example, is both a boundary and a claim, “I am here” – with walls and a roof.  

“Shifting Security (on Memory)” is a response to the deep resonance the artist finds between what is below and above the floor of Karlskirche. Huguenot graves, just underfoot, echo the form and motivations of her artistic practice. www.stephanieimbeau.com

Uwe Jakubczyk:
Pfarrer, Studienleiter an der Evangelischen Akademie Hofgeismar mit den Schwerpunkten Jugendpolitische Bildung, Kinder- und Schülerakademie, Pädagogik. 1996 - 2001 Ausbildung zum Spiel- und Theaterpädagogen (AGS) und Ausbildung zum Coach (EAS).


Ji-Youn Song, Nina Osina

Stephanie Imbeau

Uwe Jakubczyk

drei in eins. musik kunst sprache
Drahtseilakt

Die Veranstaltungsreihe „drei in eins. musik kunst sprache“ wird am 11. Juli, um 18 Uhr in der Karlskirche eröffnet. Sie steht unter dem Thema „Drahtseilakt“. Die eingeladenen Künstler*innen, Musiker*innen und Theolog*innen lassen sich von dem Thema Balance inspirieren. Schwingen, wippen, sich vortasten, in der Schwebe bleiben, das Gleichgewicht suchen, ins Stolpern geraten, sich im Kreis drehen oder bei der Stange bleiben, sich zwischen zwei Polen aufhalten, ins Ungewisse springen und Haltung bewahren. Für die einen Leichtsinn, für die anderen Hochspannung – ein Drahtseilakt.

Termine: 11.7., 22.8., 26.9., 10.10., 24.10., jeweils 18-19 Uhr
Ort: Karlskirche, Kassel
Anmeldung: ev.forum.kassel@ekkw.de
Eintritt: frei, Spenden erbeten

Lesereihe
Väter. Mütter. Kinder

Drei prominente Stimmen der europäischen Literatur kommen in den ausgewählten Erzäh­lungen von Vätern, Müttern und Kindern zu Wort. In Einsamkeit und Gemeinsamkeit schei­nen sie den Lauf der Welt demonstrieren zu wollen.

Kinder unterschiedlichen Alters stehen im Mit­telpunkt der Erzählungen. Sie leiden an Gefühlen der Demütigung durch Erwachsene, was in der Folge zu Selbsthass, Boshaftigkeit und Zerstö­rungswut führt. Ihnen gegenüber stehen die mit sich selbst beschäftigten Erwachsenen einer Wohlstandsgesellschaft. Neben dem Verständnis für das Verhalten der Kinder stellt sich zuneh­mend ein vorsichtiges Verstehenwollen gegen­über den Motiven von Müttern und Vätern ein.

Die einzelnen Veranstaltungen und deren Sendetermine entnehmen Sie bitte dem Flyer!

Unterstützung Erklärung Rat der Religionen

Mit Blick auf die Veröffentlichung einer sog. „Islamism Map" für Kassel unterstützen wir nachfolgende Erklärung des Rates der Religionen.

Insbesondere als Akteur im interreligiösen Dialog in unserer Stadt, der auf gegenseitigem Respekt und Toleranz basiert, lehnt das Evangelische Forum Kassel jede Form von Diskriminierung und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit ab.

Erklärung des Rats der Religionen Kassel

Unter dem Titel „Region Kassel von Islamisten unterwandert? Karte gibt neue Hinweise“ wurde am 31.05.2021 ein Artikel in der HNA veröffentlicht, der fast alle muslimischen Gemeinden in Kassel als Gefahrenpotenziale darstellt und auf der Recherche einer anonymen und fragwürdigen Gruppierung basiert. Eine ähnliche „Islam-Landkarte“ wurde vor einigen Wochen in Österreich präsentiert und umgehend vom Europarat gerügt. Der Kasseler Rat der Religionen sieht hier vor Ort den Versuch, mittels der Karte, welche von den Verursachern als „Islamism Map“ bezeichnet wurde, alle gläubigen Muslimas und Muslime Kassels als islamistisch, radikal oder nationalistisch zu diffamieren.

Seit den 1960er Jahren leben Angehörige des muslimischen Glaubens in unserer Stadt. Kassel ist schon längst zu ihrer Heimat geworden. Viele muslimische Gemeinden bieten jährlich am 3. Oktober den Tag der offenen Moschee an, unterstreichen so ihre Zugehörigkeit zur Stadtgesellschaft und ihren Willen zum Dialog. Deshalb entsenden die Gemeinden auch Vertreter in den Rat der Religionen der Stadt Kassel. Dieser versteht sich als freiwilliger Zusammenschluss der in Kassel vertretenen Religionsgemeinschaften und verfolgt das Ziel, den Stadtfrieden durch das Vorleben eines respektvollen, gleichberechtigten und friedlichen Miteinanders zu fördern und zu sichern.

Die Mitglieder des Rates lehnen jede Form von Diskriminierung, Terror und Gewalt ab. Zur Grundlage des gemeinsamen Handelns gehören die Achtung der Menschenrechte, die Unverletzlichkeit der Würde des Menschen und die Achtung des religiösen Bekenntnisses des jeweils Anderen.

An diesem offenen Dialog können alle Menschen teilhaben. Wir bitten alle Beteiligten und Akteure um einen angemessenen Umgang mit den Themen des Glaubens und der Glaubensgemeinschaften. Der Versuch einer Gleichsetzung des Islams mit dem Begriff Islamismus diskriminiert zu Unrecht tausende Menschen in Kassel.

Kassel, im Juni 2021
Der Sprecherrat

Mahmut Eryilmaz, Esther Haß, Dekanin Barbara Heinrich

Schalom-Botschaft rollt auf Straßenbahnschienen durch Kassel

„Schalom Kassel!“ – so steht es ab sofort in Deutsch und Ivrit (Neu-Hebräisch) auf der „Schalom-Straßenbahn“, welche die Deutsch-Israelische Gesellschaft e. V. – Arbeitsgemeinschaft Kassel entworfen hat.
„Wir wollen mit der Bahn zum Nachdenken darüber anregen, wie lange bereits jüdische Mitmenschen in Deutschland leben und wie nachhaltig und positiv sie dieses Land über 1700 Jahre geprägt haben“, sagt der Vorsitzende Markus Hartmann.
Im Jahr 321 erlaubte Kaiser Konstantin die Berufung von jüdischen Männern in den Kölner Stadtrat. Dieses Edikt weist nach, dass jüdische Menschen sich engagiert in die Gesellschaft und Politik eingebracht haben – sicher auch schon lange vor diesem Datum. Der erste Abschnitt der drei Straßenbahn-Teile widmet sich daher dem Jubiläum „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ und erinnert an jüdisch-deutsche Persönlichkeiten, welche beispielhaft auf der Bahn genannt werden: Albert Einstein, Hans Rosenthal, Anne Frank, Moses Mendelssohn u.v.m.

Der zweite Abschnitt der Straßenbahn stellt die Geschichte des jüdischen Lebens in Kassel dar. Auch hier gibt es im Jahr 2022 ein Jubiläum zu feiern: 750 Jahre seit der ersten schriftlichen Erwähnung einer „Judengasse“ in Kassel. Einige historische Daten zeigen die wechselvolle Geschichte für jüdische Menschen in Kassel. Sechs von ihnen sind auf der Bahn mit Portrait-Fotos abgebildet und werden auf der Website www.digkassel.de mit einer ausführlichen Biografie vorgestellt.

Der dritte Abschnitt der Straßenbahn präsentiert die gemeinnützige Arbeit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft AG Kassel, welche u. a. einen Israeltag am 25.09.2021 auf dem Königsplatz veranstaltet, bei dem auch die beiden Jubiläen gefeiert werden. Des Weiteren wird anhand exemplarischer Wörter auf der Bahn veranschaulicht, wie die deutsche mit der jiddischen Sprache eng verbunden ist. Welche Jugendliche wissen schon, dass das Wort „Zocken“ einen jüdischen Ursprung hat?

Mit der Schalom-Bahn soll ebenfalls auf den stetig wachsenden Antisemitismus und anti-jüdische Vorurteile aufmerksam gemacht werden. Dazu befindet sich neben jeder Straßenbahntür der Text ‚Geschlossen gegen Antisemitismus‘ in Anlehnung an die Aktion ‚Geschlossen gegen Ausgrenzung – Offen für Vielfalt‘, welche nach dem Mord an Walter Lübcke von Kasseler Unternehmen ins Leben gerufen wurde. „Je mehr Menschen sich mit der Geschichte des Judentums und Israels ehrlich und offen auseinandersetzen, desto weniger haben Verschwörungstheorien, Falschinformationen und insbesondere Hass eine Chance“, verdeutlicht Markus Hartmann nachdrücklich.
Die DIG AG Kassel dankt herzlich allen, die großzügig gespendet haben: Statt einer geplanten Fahrtzeit von drei Monaten konnten durch die überwältigend hohe finanzielle Unterstützung 14 Monate finanziert werden, in der die Schalom-Bahn die Botschaft für Frieden und Erinnerung in Kassel verbreiten wird.

Kassel, den 10. Mai 2021

Markus Hartmann Vorsitzender Deutsch-Israelische Gesellschaft e. V. – Arbeitsgemeinschaft Kassel E-Mail: kassel@digev.de / Web: www.kassel@digev.de

Deutsch-Israelische Gesellschaft e.V. Arbeitsgemeinschaft Kassel
Vorsitzender: Markus Hartmann
E-Mail: kassel@digev.de / Web: www.digkassel.de
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DIG e.V. Kassel ©

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