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Karlskirche - Kirchengemeinde Kassel-Mitte

Sowohl baulich als auch im allgemeinen Bewußtsein steht die nach dem Landgrafen Karl (1667 - 1730) benannte Kirche für die Aufnahme der Hugenotten vor 300 Jahren. Der Landgraf hatte am 3. August 1698 den Grundstein für die Kirche im Zentrum der neugegründeten französischen Oberneustadt gelegt. Am 12. Februar 1710 wurde das Gotteshaus in seiner Anwesenheit durch den aus Metz geflüchteten Pfarrer Paul Joly eingeweiht. Alljährlich erinnert die Gemeinde in einem Festgottesdienst im Februar an dieses Ereignis.

In Anlehnung an die französischen Predigtkirchen hatte der hugenottische Architekt Paul du Ry (1640 - 1714) einen Zentralbau mit einem langgezogenen Achteck als Grundriß entworfen. Die Kirche diente der französisch-reformierten Gemeinde als Gotteshaus. Bis 1867 wurden regelmäßig Gottesdienste in französischer Sprache gehalten.

Mit der Innenstadt fiel die Kirche am 22. Oktober 1943 den Bomben zum Opfer. Die neue Kirche entwarf 1953 der Kasseler Architekt Walter Seidel; sie wurde am 14. April 1957 eingeweiht. Die alte Kuppel wurde durch ein steiles Walmdach aus Schiefer mit einem in Kupfer eingedeckten quadratischen offenen Glockenturm ersetzt. Dieser beherbergt ein ausschließlich handgespieltes Glockenspiel (Carillon) aus 47 Glocken. Es erklingt seit 1957, am Montag und Mittwoch von 17.30 Uhr bis 18.00 Uhr und Freitag von 11.30 Uhr bis 12.00 Uhr, von ehrenamtlichen Carilloneuren gespielt. Glockenspielkonzerte und sogar ein Glockenspiel-Festival locken zahlreiche Liebhaber.

Seit 1980 ist die Erwachsenenbildung ein Schwerpunkt an der Kirche mit Vorträgen, Predigtreihen, Konzerten, Studienfahrten und Ausstellungen. 1968, 1985 und 2010 fand hier der Deutsche Hugenottentag statt.

In der Kirche finden auch Vespern, häufig zusammen mit orthodoxen Christen, statt.
In der Adventszeit beherbergt die Kirche jeweils eine ökumenische Krippenausstellung, verbunden mit täglichen Adventsandachten. Eine gute Zusammenarbeit besteht mit der benachbarten katholischen Gemeinde St. Elisabeth.

 



Mehr Informationen:

Lage auf dem Stadtplan
Homepage der Gemeinde

Gemeindebrief:

Gemeindebrief "Kirche in der City" - Herbst 2011


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