Der Leitbildprozess der Evangelischen Kirche in Kassel
Unter dem Motto "gemeinsam evangelisch" hat die Evangelische Kirche in Kassel den im Jahre 1999 begonnenen Leitbildprozess im September 2000 fortgeführt. Über 2600 ehrenamtlich, nebenberuflich und hauptberuflich beschäftigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Kirche waren bisher an dem Leitbildprozess beteiligt.
In der ersten Phase dieses Prozesses wurden Leitsätze in einer Arbeitsgruppe formuliert, in der Gemeinden und Einrichtungen des Gesamtverbandes der Evangelischen Kirchengemeinden in Kassel gleichermaßen vertreten waren. Die Ergebnisse einer Befragungsaktion und die Beiträ-ge der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Evangelischen Kirche in Kassel waren in dieser Prozessphase eine wichtige Arbeitsgrundlage.
Im Frühjahr 2000 sind die 8 Leitsätze mit überwältigender Mehrheit durch die Vertreterversammlung des Gesamtverbandes angenommen worden. Sie stellen nun eine verbindliche Grundlage für die Arbeit der Evangelischen Kirche dar und bieten eine wichtige Orientierung für alle Mitarbeitenden.
Mit den Leitsätzen will die Evangelische Kirche in Kassel Profil zeigen und mit verständlichen Worten sagen, wer sie ist und was ihr wichtig ist.
Unter dem Motto "gemeinsam evangelisch" trat der Leitbildprozess im Jahre 2000 in seine zweite Phase. Die Leitsätze sollen Gestalt annehmen in der täglichen Arbeit in den Gemeinden und Einrichtungen.
Die Kirchenvorstände der 31 Gemeinden und die Leitungen der zahlreichen übergemeindlichen Einrichtungen haben deshalb im Januar 2001 ein Informationspaket erhalten mit der Bitte, einen Leitsatz, der für Ihre Gemeinde (Einrichtung) besonderes Gewicht hat, durch ein Projekt mit Leben zu füllen. In den Projekten sollte vor allem die Zusammenarbeit mit anderen Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen in Kassel gesucht und erprobt werden. Ziel ist, die Kommunikation der unterschiedlichen Gemeinden und Einrichtungen zu fördern, die verschiednen Angebote besser bekannt zu machen und zu vernetzen und die Arbeit damit insgesamt zu verbessern.
Dieser Einladung sind fast alle Gemeinden und Einrichtungen gefolgt. Auf der ersten Infobörse im Mai 2001 stellten über 50 Projekte ihre Arbeit im Rahmen einer Veranstaltung rund um die Lutherkirche vor. Sämtliche Projekte werden bis zum Sommer 2002 durchgeführt worden sein, danach wird eine Auswertung vorgenommen.
Die Infobörse II soll die Diskussion über die Arbeit der Evangelischen Kirche in Kassel anhand der Leitsätze fördern. Personen des öffentlichen Lebens sind eingeladen, eine kritische Außensicht zu formulieren unter dem Motto: Evangelische Kirche in Kassel - Anspruch und Wirklichkeit.
Die Arbeit der Projekte wird erstmals in einer Internetpräsentation vorgestellt, die ab November kontinuierlich ausgebaut wird, um die Kommunikation innerhalb der Projekte in den Gemeinden und Einrichtungen noch weiter zu verbessern.
Die Koordination des Leitbildprozesses und der einzelnen Projekte erfolgt durch eine Lenkungsgruppe, die der Gesamtverbandsvorstand im Auftrag der Vertreterversammlung des Gesamtverbandes eingesetzt hat. Projektleiter ist Pfarrer Hermann Köhler (Kirchengemeinde Wolfsanger). Als externer Berater konnte Herr Dr. Klaus Bartl von der KPMG Consulting AG aus Hamburg, jetzt Frankfurt, gewonnen werden.
November 2001
Abstract zur Diplomarbeit: "Chancen und Grenzen von Leitbildprozessen in sozialen Einrichtungen der Evangelischen Kirche in Kassel"
von Mario Wiegel
Die Arbeit begründet die Aktualität des Themas mit dem Spannungsfeld, in dem sich soziale Einrichtungen heute generell bewegen - zwischen gesetzlichen Vorgaben, Marktteilnahme und organisationstypischen Zielen und Wertvorstellungen. Am Beispiel der Evangelischen Kirche in Kassel wird verdeutlicht, wie sich die Einrichtungen zur Lösung der daraus resultierenden Probleme der Managementstrategie "Corporate Identity" bedienen. Die Arbeit stellt sich der Herausforderung, eine Klärung des aus der Wirtschaft stammenden Begriffs vorzunehmen und diese auf die Besonderheiten des "Unternehmens Kirche" zu beziehen.
Am konkreten Fall wird die sprachliche und inhaltliche Wandlung in eine "Leitbildentwicklung" beschrieben. Es wird herausgearbeitet, dass eine klassische Managementstrategie der Komplexität kirchlicher Strukturen nicht gerecht wird, wohl aber Instrumente liefern kann, die zu den angesichts des gesellschaftlichen Wandels zwingend notwendigen Veränderungen beitragen können. Auf diese Instrumente und die Phasen des Prozesses geht der Autor detailliert ein. Die Arbeit ist in ihrer Diskussionsfreudigkeit und Anwendungsorientierung Praktikern der sozialen Arbeit auch außerhalb der Kirche als Lektüre sehr zu empfehlen.
Mai 2002
(Hinweis: Mehr Informationen zur Diplomarbeit von Mario Wiegel erhalten Sie im Öffentlichkeitsrefereat.)
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Downloads:
"Ohne Kommunikation geht alles zugrunde" - Aufsatz von Hermann Köhler
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