 |
 |
 |
|
|
|
| |
Wichtiger Bestandteil des Studiums sind Praktika in Kirchengemeinden oder in kirchlichen
Handlungsfeldern, wie z. B. in diakonischen Einrichtungen, in der Industrie, in
der Landwirtschaft oder im Bereich der Medien. Es entsteht ein Schatz an gesammelten
Erfahrungen und die Entdeckung von vorher ungeahnten Fähigkeiten. Ziel ist
es, erworbenes Wissen in die Praxis umzusetzen, die eigenen Perspektiven für
den späteren Beruf zu eröffnen und neue Impulse für das Studium
zu gewinnen.
|
|
 |
 |
|
| |
"Wann und wo wurde ich berufen?"
Die wenigsten werden dies als Ereignis zeitlich bestimmen können. Entscheidend
ist das Durchdenken von Erfahrungen, die jede und jeder für sich als Ruf
Gottes erkennt. "Berufung" könnte vielmehr als der persönliche
Glaubens- und Lebensweg beschrieben werden. Dieser Weg kann ganz unterschiedlich
verlaufen. Gespräche über die Motivation zum Studium, über die
neuen Eindrücke, Hoffnungen und Befürchtungen, aber auch über die
eigenen Vorstellungen für die spätere Berufspraxis, sind dabei von großer
Bedeutung.
Das Theologiestudium fordert die eigene Person und deren Einstellung zur Welt
und zu Gott heraus. Es fragt nach und verändert. Das wissenschaftliche Studium
schafft dadurch eine zunächst ungewohnte Distanz zur Praxis des Glaubens.
Dennoch sollte der eigene Glaube nicht zu kurz kommen. Denn Theologie und die
eigene Biographie sind eng miteinander verknüpft. Selbstreflexion gehört
zum Studium dazu, ebenso wie die Bereitschaft, sich auf andere einzulassen.
Es gibt viele Möglichkeiten, das wissenschaftliche Studium mit dem persönlichen
Glauben zu verbinden. Studierendengemeinden, Universitätsgottesdienste, Seminare,
Studienfahrten oder christlich geprägte Wohnheime bieten Gelegenheiten, den
eigenen Glauben in der christlichen Gemeinschaft zu leben, zu gestalten und zu
prägen.
|
|
 |
 |
|
| |
Pfarrerin in neun kleinen Dörfern, das bedeutet eine ungeheure Vielfalt an
Strukturen und Tätigkeiten. Ich bin Bauherrin, Lehrerin, Chefin, Lernende,
Repräsentantin der Kirche, Vermittlerin, Diplomatin, Sekretärin usw.
- vor allem aber Predigerin, Liturgin und Seelsorgerin. Ich glaube, kein Beruf
bietet eine solche Vielfalt an Betätigungsfeldern (zugegeben, manchmal wächst
es mir über den Kopf).
Hier kann ich meine Stärken kennen lernen und Schwerpunkte in der Arbeit
setzen. Mitten im Dorfleben sehe und erlebe ich, wie gesellschaftliche Veränderungen
sich auswirken: Die Landwirtschaft verändert sich und das verändert
die Dörfer, die Mobilität (ohne Auto kommt man hier nicht einmal zum
nächsten Laden) verändert das Dorf- und Vereinsleben und die Dörfer
versuchen, ihre Stärken inmitten dieser Veränderungen zu erhalten.
Als Pfarrerin bin ich mit allen Facetten meines Berufs mitten im Dorf dabei, ich
begleite (auch mal kritisch) und bestärke und gehöre nie ganz dazu.
Genau das macht die Stärke und das Interessante meines Berufs aus: Ich bin
mittendrin und bewahre mir doch einen "anderen" Blick.
Ute Engel
|
|
 |
 |
|
| |
Gemeinsam leben und gemeinsam arbeiten: Was für viele ein kaum erfüllbarer
Wunsch ist, ist für uns der Alltag. Seit fünfzehn Jahren teilen wir
uns eine Pfarrstelle. Als Berufsanfänger waren wir froh, Erfahrungen im Gemeindeleben
gemeinsam sammeln und besprechen, manche Arbeiten aufteilen und uns im Bedarfsfall
gegenseitig entlasten zu können. Das hat uns und die Gemeinde bereichert.
Als später unsere beiden Kinder geboren wurden, musste keiner auf seinen
Beruf verzichten, und beide hatten auch Zeit für die Kinder. Bei den Gottesdiensten
und Amtshandlungen wechseln wir uns ab, den Schul- und Konfirmandenunterricht,
die Gemeindegruppen und die Verwaltung haben wir nach Neigung aufgeteilt. Für
uns ist das arbeitsökonomischer, und die Gemeinde profitiert von den jeweiligen
Stärken. Konkurrenzprobleme, die es durchaus geben kann, haben wir in unserer
Zusammenarbeit bisher nicht gehabt. Nicht einfach ist die Balance zwischen beruflichem
und privatem Leben. Absprachen und Gespräche über die Gemeindearbeit
begleiten uns oft vom Frühstück bis in die Abendstunden.
Die "permanente Dienstbesprechung" ist eine Versuchung, der es zu widerstehen
gilt. Gemeinsam leben und gemeinsam arbeiten: Die Teilung einer Pfarrstelle bietet
dafür viele gute Möglichkeiten.
Elisabeth und Christian Kawerau
|
|
|







|