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Mitteilungsblatt
 

PfF bewegt – Bewegung im PfF

Die EKD-Pfarrfrauentagung hat sich in diesem Jahr intensiv mit der „Pfarrmännerfrage“ beschäftigt. „In 20 Jahren ist die Kirche weiblich!“, so die Aussage eines EKD - Bischofs aus 2009 bei seinem ersten Gespräch mit der dortigen Pfarrfrauenvertretung. Braucht es also noch Pfarrfrauenarbeit? Dies war ein heiß diskutiertes Thema bei der diesjährigen EKD-Tagung in Braunschweig. So wie in mehreren Gliedkirchen ist die Einbindung der Männer – vor allem der Ehemänner von Pfarrerinnen – ein Thema für die nähere Zukunft auch in unserer Landeskirche. Motiviert, Neues zu wagen, erweiterten wir den schon geplanten Sprengelpfarrfrauentag zum Sprengelpfarrpartnertag in Bad Hersfeld. Pröpstin Kropf-Brandau und das Team des PfF hatten zu diesem Abend unter dem Motto: „Es gibt nichts, was es nicht gibt. - Leben im Spannungsfeld von Gemeinde und eigenen Ansprüchen“ eingeladen. Neben 15 Frauen nahmen auch zwei Männer teil. Nach einem kleinen, pfiffigen Anspiel („Wie sieht die neue Pfarrfrau, der neue Pfarrmann aus?“) kamen wir schnell ins Gespräch über Unterschiedlichkeiten und Gemeinsamkeiten in einem Pfarrhaushalt, wobei die ganze Bandbreite des Lebens beleuchtet wurde: Berufstätigkeit, Kinder, wie viel Zeit haben wir als Paar füreinander, wie gehen wir um mit unserer Lust und unserem Frust, welchen Herausforderungen müssen wir uns stellen, gibt es Raum für eigene „Spielwiesen“?
Fazit:

  • Pfarrfamilien haben immer noch mehr Kinder als der deutsche Durchschnitt

  • von den Männern wird in der Regel in der Gemeinde weniger erwartet als von den Frauen, (obwohl wir zwei ganz engagierte Männer unter uns hatten)

  • Pfarrfamilien müssen sich freie Zeit einplanen und für sich sorgen.  

Im Anschluss an den Vortrag von Pröpstin Kropf-Brandau zum Thema „Leben im Pfarrhaus“ diskutierten die Teilnehmenden weiter. In der Schlussrunde konnten wir im Gespräch mit der Pröpstin darüber hinaus Problemfelder ansprechen, die als Wünsche, Kritik und Anregungen an die Kirchenleitung formuliert wurden. Die positive Erfahrung in Bad Hersfeld bestärkt uns, eine solche Veranstaltung auf Sprengelebene zu wiederholen. Wir freuen uns über jede weitere Einladung von Pröpstinnen und Pröpsten zu einem Treffen in einem anderen Sprengel.

Uta Jammer hat sich nach über 10 Jahren entschieden in den „Ruhestand“ zu gehen. Am Begegnungstag in Bad Arolsen haben wir Uta mit einer Andacht verabschiedet. 10 Jahre hat sie sich in unserem Team eingesetzt. Besonders wichtig waren ihr dabei die Vorbereitung der Begegnungstage und die gewissenhafte Erstellung unseres Blättchens. Schön, dass wir dieses Blättchen noch gemeinsam erstellen konnten. Uta ist in unserem Team immer wieder die Frau für Ruhe und für kreative „Bekleidung“ am Festabend unserer Tagungen gewesen. Das ganze Team dankt ihr für die gute gemeinsame Zeit.
Sie wird uns fehlen!!!!

 
 

Tagung für Pfarrfrauen vom 25. – 27. März 2011
 

Grenzen setzen – Grenzen überwinden oder der Mut zum Nein-Sagen

Pfarrfrauen und „Nein“ sagen – wie passt das denn zusammen?
Sind Pfarrfrauen nicht traditionell diejenigen, die immer dann, wenn ein Wunsch, eine Bitte, eine Anfrage an sie gerichtet wird, „Ja“ sagen sollten, zustimmen müssten, ins Handeln kommen sollten?

  • „Wie ist das bei mir?“

  • „Wie gehe ich mit dem Nein- Sagen um?“

  • „Kenne ich meine Grenzen?“

  • „Respektiere ich meine Grenzen?“

  • „Überwinde ich Grenzen?

Diesen Fragen stellten sich die 20 Teilnehmerinnen des diesjährigen Pfarrfrauentreffens unter der Leitung von Regina Ibanek, Erwachsenenbildungsreferentin im Haus der Kirche, Kassel.
Nach einer Vorstellungsrunde und einem Suchspiel mit dem Titel „Die rasende Reporterin“ setzten sich die Teilnehmerinnen zusammen, um gemeinsam zu malen. „Die Grenzen meines Gartens“ waren das Thema. Dabei ging es darum, die Begrenztheit des Blattes zu überwinden und das Blatt der Nachbarin mit zu nutzen. Die Erfahrungen waren vielfältig. Manchen fiel es nicht leicht, in das Gemalte der Nachbarin einzugreifen, andere bezogen die Striche der Nachbarin in ihr Bild mit ein. Wieder andere zeichneten eine deutliche Grenze an den Rand ihres Bildes, um dessen Begrenzung noch deutlicher zu machen. Eine Teilnehmerin berichtete von den Aggressionen, die sie infolge der Grenzüberschreitungen wahrnahm, wie sie damit umging, und welche Folgen das für die Beziehung zu neben ihr Sitzenden hatte.
Die Übung der Grenzüberschreitung konnte schon als Beispiel für die Realität angesehen werden.

Am Samstagmorgen wurden von der Referentin Gedanken zum Thema „Grenzen vorgestellt, die dann in Einzel- und Kleingruppenarbeit weitergedacht wurden. Persönliche Grenzen und beglückende Erfahrungen von Grenzüberschreitungen wurden benannt, Vorsätze gefasst und das reale Fallen von Grenzen in Politik und Alltag erörtert.
Nach der Mittagspause fanden Übungen im Neinsagen statt. Dabei zeigte es sich, dass auch das Neinsagen gelernt sein will. Je klarer das Nein ist, umso weniger Angriffsfläche bietet sich dem Gegenüber für das Aushebeln der Entscheidung. Ein alleiniges Nein ohne Begründung oder die Möglichkeit zum Kompromiss befriedigt aber auch nicht, da bei der Neinsagenden der Wunsch auf Verständigung mit dem Gegenüber auch große Bedeutung hat.
Der Bunte Abend mit Darbietungen des Leitungsteams des Pfarrfrauenforums zum Thema Ehrenamtlichkeit erheiterte alle sehr. Die neue Berufsbezeichnung „Gratissima“ für eine ehrenamtlich Mitarbeitende wird in die Annalen der Pfarrfrauenarbeit eingehen.

Der Sonntagmorgen bot noch einmal die Möglichkeit, sich mit den Gefühlen beim Neinsagen in Form einer Standbilderarbeitung auseinander zu setzen. Es zeigte sich, wie schwer es ist, ein klares Nein auf Augenhöhe zu formulieren.
Der Gottesdienst zum Abschluss der Tagung zum Thema „Maria und Martha“ bot den Teilnehmerinnen die Möglichkeit sich mit assoziierenden Gedanken in die Situation von Maria, Jesus und Martha zu versetzen und dabei den Inhalt des Textes besser zu durchdringen und zu erspüren.
Während des gesamten Wochenendes gab es die Möglichkeit, an Kreistänzen teilzunehmen, die die Einheiten umrahmten. Viele der Tänze bilden Lebenssituationen metaphorische ab.
Das Wochenende für Pfarrfrauen war wieder einmal ein sehr hilfreiches und aufschlussreiches, das der persönlichen Stärkung jeder einzelnen Frau dienen konnte.
Ich freue mich schon auf das nächste Mal, bei dem sich die Pfarrfrauen auf den Weg nach Weimar machen wollen und auf den Spuren Herders die Stadt erschließen werden.
Vielen Dank an alle, die sich auf dem Gebiet der Pfarrfrauenarbeit so intensiv engagieren.

Marion Seitz, Langenselbold

 
 

Begegnungstag

Liebe Frauen vom Pfarrfrauen-Forum,
einmal mehr danke ich Euch für die Einladung zum diesjährigen Begegnungstag in Bad Arolsen. Allein die Tatsache, dass wir „pensionierten“ Euch „aktiven“ Amtsschwestern die Mühe und den Aufwand wert sind, solch einen abwechslungsreichen und anregenden Tag zu gestalten, finde ich überhaupt nicht selbstverständlich. Ich fühle mich weder berufen noch im Stande, eine Chronik dieses Tages zu erstellen. Aber ein paar persönliche Eindrücke gebe ich gern wieder. Als erstes: Die Atmosphäre im Waldeckschen Diakonissenhaus war so gar nicht heim-artig, sondern einladend und offen... Natürlich freute ich mich auf vertraute Gesichter. Eines habe ich nach 35 Jahren wieder entdeckt. Und ich machte viele Bekanntschaften. Solche Treffen sind Kommunikationsbörsen – und das ist vielleicht das Wichtigste an ihnen. Aber es gab noch viel mehr: Eine fundierte, von Frau Dekanin Ariane Vermeil und dem PfF-Team eindrücklich gestaltete Andacht – für die Seele. Etwas Leckeres zu essen auf wunderschön gedeckten Tischen – für Augen und Magen. Angemessene körperliche Ertüchtigung in Form eines Spazierganges durch eine prachtvolle Eichenallee – für den Leib, um anschließend Geist und Gefühl entsprechend / ansprechend zu haben: im kleinen aber feinen Schloss der Fürsten zu Waldeck. Wir hörten Neues und Wissenswertes aus der Pfarrfrauenarbeit unserer Landeskirche und der EKD. Für mich war es ein wunderschön gefüllter und erfüllter Tag – ich freue mich schon auf den nächsten! VIELEN Dank allen Frauen des Pfarrfrauen-Forums!

Karin Schäfer aus Gelnhausen