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Tagung für Pfarrfrauen
vom 25. – 27. März 2011
Grenzen setzen – Grenzen überwinden
oder der Mut zum Nein-Sagen
Pfarrfrauen und „Nein“ sagen – wie passt das denn zusammen?
Sind Pfarrfrauen nicht traditionell diejenigen, die immer dann, wenn ein Wunsch, eine Bitte, eine Anfrage an sie gerichtet wird, „Ja“ sagen sollten, zustimmen müssten, ins Handeln kommen sollten?
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„Wie ist das bei mir?“
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„Wie gehe ich mit dem Nein- Sagen um?“
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„Kenne ich meine Grenzen?“
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„Respektiere ich meine Grenzen?“
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„Überwinde ich Grenzen?
Diesen Fragen stellten sich die 20 Teilnehmerinnen des diesjährigen Pfarrfrauentreffens unter der Leitung von Regina Ibanek, Erwachsenenbildungsreferentin im Haus der Kirche, Kassel.
Nach einer Vorstellungsrunde und einem Suchspiel mit dem Titel „Die rasende Reporterin“ setzten sich die Teilnehmerinnen zusammen, um gemeinsam zu malen. „Die Grenzen meines Gartens“ waren das Thema. Dabei ging es darum, die Begrenztheit des Blattes zu überwinden und das Blatt der Nachbarin mit zu nutzen. Die Erfahrungen waren vielfältig. Manchen fiel es nicht leicht, in das Gemalte der Nachbarin einzugreifen, andere bezogen die Striche der Nachbarin in ihr Bild mit ein. Wieder andere zeichneten eine deutliche Grenze an den Rand ihres Bildes, um dessen Begrenzung noch deutlicher zu machen. Eine Teilnehmerin berichtete von den Aggressionen, die sie infolge der Grenzüberschreitungen wahrnahm, wie sie damit umging, und welche Folgen das für die Beziehung zu neben ihr Sitzenden hatte.
Die Übung der Grenzüberschreitung konnte schon als Beispiel für die Realität angesehen werden.
Am Samstagmorgen wurden von der Referentin Gedanken zum Thema „Grenzen vorgestellt, die dann in Einzel- und Kleingruppenarbeit weitergedacht wurden. Persönliche Grenzen und beglückende Erfahrungen von Grenzüberschreitungen wurden benannt, Vorsätze gefasst und das reale Fallen von Grenzen in Politik und Alltag erörtert.
Nach der Mittagspause fanden Übungen im Neinsagen statt. Dabei zeigte es sich, dass auch das Neinsagen gelernt sein will. Je klarer das Nein ist, umso weniger Angriffsfläche bietet sich dem Gegenüber für das Aushebeln der Entscheidung. Ein alleiniges Nein ohne Begründung oder die Möglichkeit zum Kompromiss befriedigt aber auch nicht, da bei der Neinsagenden der Wunsch auf Verständigung mit dem Gegenüber auch große Bedeutung hat.
Der Bunte Abend mit Darbietungen des Leitungsteams des Pfarrfrauenforums zum Thema Ehrenamtlichkeit erheiterte alle sehr. Die neue Berufsbezeichnung „Gratissima“ für eine ehrenamtlich Mitarbeitende wird in die Annalen der Pfarrfrauenarbeit eingehen.
Der Sonntagmorgen bot noch einmal die Möglichkeit, sich mit den Gefühlen beim Neinsagen in Form einer Standbilderarbeitung auseinander zu setzen. Es zeigte sich, wie schwer es ist, ein klares Nein auf Augenhöhe zu formulieren.
Der Gottesdienst zum Abschluss der Tagung zum Thema „Maria und Martha“ bot den Teilnehmerinnen die Möglichkeit sich mit assoziierenden Gedanken in die Situation von Maria, Jesus und Martha zu versetzen und dabei den Inhalt des Textes besser zu durchdringen und zu erspüren.
Während des gesamten Wochenendes gab es die Möglichkeit, an Kreistänzen teilzunehmen, die die Einheiten umrahmten. Viele der Tänze bilden Lebenssituationen metaphorische ab.
Das Wochenende für Pfarrfrauen war wieder einmal ein sehr hilfreiches und aufschlussreiches, das der persönlichen Stärkung jeder einzelnen Frau dienen konnte.
Ich freue mich schon auf das nächste Mal, bei dem sich die Pfarrfrauen auf den Weg nach Weimar machen wollen und auf den Spuren Herders die Stadt erschließen werden.
Vielen Dank an alle, die sich auf dem Gebiet der Pfarrfrauenarbeit so intensiv engagieren.
Marion Seitz, Langenselbold
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