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Neuer Zugang zum Gemeindepfarramt27 Männer und Frauen im neuen MasterstudiengangZwölf Frauen und fünfzehn Männer haben inzwischen den Masterstudiengang Evangelische Theologie aufgenommen. Die Studierenden, die aus ganz Deutschland zu Präsenzwochen und Studienwochenenden nach Hofgeismar kommen, bringen Erfahrungen aus völlig unterschiedlichen Berufsfeldern mit. So gehören zu dem neuen Kurs eine Fernsehjournalistin, zwei Ärzte, ein Rechtsanwalt, ein Ingenieur, ein Trainer aus der freien Wirtschaft, ein Pädagoge, eine studierte Landwirtin und ein Diakon. Die Vielfalt der Erfahrungen spiegelt sich auch in einem reichen spirituellen Leben wieder. Andachten und Gottesdienste werden von Studierenden und Lehrenden gemeinsam gestaltet und gefeiert. Das Pilotprojekt des Fachbereichs Evangelische Theologie der Universität Marburg ermöglicht Frauen und Männern, die bereits einen Hochschulabschluss haben und über eine mehrjährige Berufserfahrung verfügen, ein dreijähriges berufsbegleitendes Studium mit dem Masterabschluss (M.Th.). Auf Anregung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck wurde dieser neue Studiengang entwickelt, der bisher einzigartig in der EKD ist und es Studierenden dieser Landeskirche ermöglicht, nach anschließendem Vikariat pfarramtliche Dienste zu übernehmen. Nicht alle Studierenden können oder wollen Pfarrerin oder Pfarrer werden. Einige nutzen das Studium zur Erweiterung und Professionalisierung ihres Berufes, andere studieren aus purem Interesse an der Theologie. Die Teilnehmenden des Studienganges kommen aus dem ganzen Bundesgebiet und aus verschiedenen Berufen. Zu ihnen gehören ein Arzt, eine Juristin, eine Psychologin, ein Diakon, eine Lehrerin, eine Biologin, eine Pädagogin und ein Ingenieur. Viel gestellte Fragen (erschöpfende Auskunft unter http://www.uni-marburg.de/fb05/studium/studiengaenge/ma-theologie/) Wer kann sich für den Masterstudiengang bewerben? Nachzuweisen ist ein abgeschlossenes Studium an einer Hochschule oder Fachhochschule, außerdem mindestens fünf Jahre Berufserfahrung. Auf Antrag werden Familienarbeit und ehrenamtliche Tätigkeit anerkannt. Wie erreicht man die Zulassung? Die Studierenden haben sich einem Aufnahmegespräch und einer anspruchsvollen Prüfung zu unterziehen: Bibelkunde muss schon vorher erworben und anhand von Fragen aus einem Katalog (sehr spannend, wenn Sie Ihre Kenntnisse überprüfen und vor allem aktualisieren möchten!) nachgewiesen werden. Im zweiten Teil der Klausur ist ein Essay zu schreiben - zu Fragen, die in ausgewählter Vorbereitungslektüre angesprochen waren. Wie sieht das Studium aus? Organisatorisch Das Studium findet zum großen Teil in Eigenarbeit statt. Von Marburg aus werden Aufgaben und Texte zur Verfügung gestellt - über eine Lernplattform im Internet, die Diskussion und Nachfragen ermöglicht. Zwanzig Stunden Eigenarbeit in der Woche werden vorausgesetzt. Dazu kommen Präsenzzeiten in Hofgeismar, im ersten Jahr 23 Tage, im zweiten Jahr 33 Tage. Während dieser Präsenzzeiten sind meist mindestens zwei Lehrende anwesend. Das erworbene Wissen wird vertieft und diskutiert. Es werden in jedem Abschnitt Leistungsnachweise in Form von Prüfungen und/ oder Referaten erbracht. Am Ende steht eine große Masterarbeit. Betreut werden die Studierenden von Marburg aus von der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Frau Ruth Poser, die die Lernplattform betreut, den E-Mail-Kontakt herstellt, die Texte zugänglich macht und mit den Lehrenden die einzelnen Einheiten vorbereitet. Inhaltlich Das Studium ist auf die Chancen und Bedürfnisse der besonderen Lerngruppe abgestellt. Die Berufserfahrungen und das Wissen der Studierenden sollen aufgenommen werden in einer anwendungsorientierten Ausbildung. Die Disziplinen der Theologie arbeiten zu verschiedenen Themen zusammen (z.B. Ethik, Neues Testament und Systematik). Müssen die Studierenden Griechisch und Hebräisch lernen? Neutestamentliches Griechisch muss gelernt werden. Auch Hebräisch-Kenntnisse werden erworben, unterstützt durch einen Internet-Kurs. Was kostet das Studium? Insgesamt kostet das Studium etwa 10.500 Euro für Studiengebühren und Unterbringung in Hofgeismar. Bücher und Lernmaterialien (soweit zusätzlich nötig) und Internet-Zugang (unabdingbar) sind nicht darin enthalten. Eine Ermäßigung der Studiengebühren ist auf Antrag möglich. Warum finden die Präsenzzeiten in Hofgeismar statt? Die Unterbringung in Hofgeismar ermöglicht den Studierenden ein konzentriertes Arbeiten an den Präsenztagen, bei denen jeweils zehn Arbeitsstunden vorgesehen sind. Die gut ausgestattete Bibliothek bietet unkomplizierten Zugang zu vertiefender Literatur. Das Predigerseminar stellt einen geistlichen Rahmen. Die Studienleiterin, die am Predigerseminar die Begleitung der Studierenden übernimmt, kann vor Ort angesprochen werden in Berufs- und Glaubensfragen und für Seelsorge. Wofür qualifiziert der Abschluss? Das Studium wird von den kooperierenden Landeskirchen als Zugang zum Vikariat anerkannt. Es dient zur wissenschaftlich-theologischen Weiterqualifizierung für Berufe in Kirche, Diakonie, Publizistik, Sozialwesen oder Bildungsarbeit – und es ermöglicht die Verfolgung von persönlichem Interesses auf akademischem Niveau. Warum hat die Landeskirche ein Interesse an diesem Studiengang? Es gibt keinen Mangel an Bewerberinnen und Bewerbern für Vikariats- und Pfarrstellen, die en herkömmliches Theologiestudium abgeschlossen haben, im Gegenteil. Trotzdem ist Kurhessen-Waldeck interessiert, das besondere Profil von Menschen, die Berufserfahrung aus anderen Berufen mitbringen, für die Verkündigung und für die Diskussion innerhalb der Pfarrerschaft fruchtbar zu machen. Sie hat ein großes Interesse an der Zusammenarbeit mit der Universität Marburg. Die Fakultät hat durch die Entwicklung des Konzeptes und die Akkreditierung des Studienganges ein einzigartiges, innovatives Angebot in Deutschland.
Haben Sie noch weitere Fragen? Dann wenden Sie sich bitte an das Ausbildungsdezernat der Evangelischen Kirche oder an WM Ruth Poser |