„Ich bin eine Woche auf FEA!!!“ - FEA??? - "Ja, FEA!" Das ist eine ganz besondere Wellness-Insel, die in verlässlichen Abständen zwischen den Klippen und Wellen des Berufs-anfängeralltags auftaucht. Da kann man anlegen und zu-rückschauen auf Dinge, die man schon umschifft hat, man kann erfahren, welche Wege die Kolleginnen und Kollegen genommen haben. Eine Woche „auf FEA“ – das gibt einem die Gelegenheit, vom Aussichtsturm der Insel einen si-cheren Blick voraus zu wagen, die Leitung des Schiffs mal spielerisch auszuprobieren oder Fertigkeiten zu sichern.
Nun aber mal ernst und nicht so romantisiert. Schließlich hat die FEA („Fortbildung in den Ersten Amtsjahren“) auch eine ganz nüchterne Seite.
Die FEA-Pflicht läuft parallel zur Hilfspfarrzeit. Nur, wenn man die vorgeschriebene Anzahl an Studientagen, Kollegs und Supervisionseinheiten nachweisen kann, bekommt man nach zwei Jahren die Anstellungsfähigkeit und damit das Bewerbungsrecht zuerkannt. Wenn man sich dann auf eine Stelle bewirbt ist man mit der Einführung verbeamtete Pfarrerin (oder Pfarrer).
Wichtig ist, dass man sich rechtzeitig vor Ende der FEA – Zeit mit dem Dekan oder der Dekanin in Verbindung setzt. Der Dekan oder die Dekanin und der Propst bzw. die Pröpstin schreiben am Ende der FEA – Zeit eine Beurteilung und besuchen dazu einen Gottesdienst und eine KV-Sit-zung. Manchmal ist es gut, rechtzeitig daran zu erinnern.
Aber neben diesen nüchternen Abläufen von Hilfspfarrzeit und FEA – Pflicht gibt es tatsächlich diese netten Inseln: das sind die Kollegs, der Aufbaukurs „Leitung“, die Kollegialen Beratungen, die Studientage und die Supervision.
In den FEA - Kernveranstaltungen trifft man zum größten Teil auf die Gesichter aus dem eigenen Vikariatskurs. Aber auch neue Menschen tauchen auf, Kolleginnen und Kollegen, die aus anderen Landeskirchen zu uns nach Kurhessen - Waldeck kommen bzw. nach Elternzeit, besonderer Beauftragung oder abgeschlossener Promotion ihre Hilfspfarrzeit beenden wollen. Die Kollegialen Beratungen am Anfang und am Ende der FEA – Zeit habe ich als intensiven Austausch über Gemeindestrukturen und eigene Handlungskompetenz erlebt.
Auch die Supervision gehört zu den FEA - Pflichtver-anstaltungen. Eigentlich sollte dies keine Pflicht sein müssen. Aber vielleicht würde man in den Turbulenzen des Anfangs sonst keine Zeit darein investieren… Neben diesen FEA - Kernveranstaltungen kann man nach Lust und Laune, auf Grund von Defiziten oder Charismen Kollegs und Studientage besuchen.
Am Ende der zwei Jahre kann ich sagen: Für mich war diese Fortbildungspflicht eine willkommene Möglichkeit, für eine klar begrenzte Zeit „raus“ zu kommen aus dem normalen Berufs- und Familienalltag, anzuhalten und zu gucken, was ich brauche, damit es mir in und mit meinem Beruf als Pfarrerin "gut" geht ...
Also nicht vergessen: Schon mal den nächsten Tag oder sogar eine Woche „auf FEA“ buchen!!!
Übrigens: Bei der Planung und Auswahl von Veran-staltungen ist der zuständige Studienleiter gerne behilflich.
Christina Schnepel