Ein weiterer Durchgang der vom Predigerseminar angebotenen Langzeitfortbildung Spiritualität - "Geistlich leben - Geistlich leiten" ist erfolgreich beendet worden. Zwei Jahre lang hatten sich zwölf Pfarrerinnen und Pfarrer gemeinsam mit Studienleiterin Elvira Ohlwein-Dräger sowie Pfarrerin Inge Böhle und Pfarrer Frank Heine auf eine gemeinsame geistliche Entdeckungsreise begeben. Eine Kurswoche im Kloster Wülfinghausen schloss diese dritte Langzeitfortbildung im Bereich von Spiritualität ab. Ein neuer - nunmehr vierter - Durchgang beginnt am 1. November 2010.
Vor Tagesanbruch noch in der Dämmerung sitzt der Ortsfarrer in der Kirche seiner Gemeinde. Eine Kerze erhellt den Raum. In der Stille des Morgens bereitet er sich im Schweigen und Gebet auf den Tag vor. Die Frage „Wo finde ich in meinem Alltag als Pfarrer und Pfarrerin Räume zur inneren Einkehr und zum Gebet?“ beschäftigte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Langzeitfortbildung Spiritualität zwei Jahre lang. Um diese Räume als Kraftquellen zu entdecken, gingen sie unter der Gesamtleitung von Studienleiterin Elvira Ohlwein-Dräger verschiedene Wege: Ein Kollege schreibt früh am Morgen die Psalmen des Alten Testamentes ab, ein anderer meditiert im Gehen einen Bibeltext. Eine Kollegin singt für sich Lieder aus dem Evangelischen Gesangbuch. Eine andere vertieft sich in die Betrachtung einer Ikone. So verschieden die Wege auch sind, eine Erfahrung bleibt gleich: Für das geistliche Leben im Alltag ist es wichtig, feste Zeiten und Orte zu haben. Die geistliche Übung braucht im guten Sinne auch Disziplin, zum Beispiel an den Tagen, wo man glaubt angesichts der vielen Arbeit keine Zeit dafür zu haben…
Aus der eigenen Erfahrung neuer spiritueller Impulse, entwickelten die Pfarrerinnen und Pfarrer auch ein besonders Projekt für Ihre Gemeinden: Ein Pilgerweg, Angebote zu Zeiten der Stille in der Kirche in der Advents- und Passionszeit, ein Kreuzweg für Jugendliche in der Karwoche, ein Emmauskurs mit den liturgischen Elementen der Stundengebete, eine besondere Fastenaktion und das Projekt „Offene Kirche“ gehören dazu.
Nach der Kurswoche im Kloster Wülfinghausen, die unter dem Thema stand „Was heißt geistlich führen?“ folgt für die Teilnehmenden der Langzeitfortbildung Spiritualität, die von den Kasselern Pfarrern Frank Heine und Inge Böhle begleitet wurde, noch ein Treffen zur Auswertung der Fortbildung im August. Einige werden auf dem begonnen Weg weitergehen und sich weiterbilden lassen zum „Geistlichen Begleiter“.
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