Die Vikarinnen und Vikare werden mit der Aufnahme in den Ausbildungsdienst einem Mentor oder einer Mentorin zugewiesen. Die Zuordnung wird vom Ausbildungsdezernat vorgenommen, nachdem die Kandidatinnen und Kandidaten regionale und sachliche, nicht jedoch personelle Wünsche hinsichtlich des Mentorats äußern konnten. Es wird erwartet, daß für die Zeit des Vikariats der Wohnsitz in der Ausbildungsgemeinde genommen wird.
Die Ausbildung erfolgt zum einen in den Praxisfeldern von Schule und Gemeinde, zum anderen in den darauf bezogenen Kurswochen im Predigerseminar, wobei der Ausbildungsplan des Predigerseminars die jeweilige Schwerpunktsetzung in den Praxisvollzügen mitbestimmt. Theoretische Hinführung und vorbereitende Anleitung im Predigerseminar, beobachtende Teilnahme, angeleitete Praxis und Reflexion derselben mit dem Mentor sowie gemeinsame Auswertung der Erfahrungen in der Lerngruppe im Predigerseminar gehören wesentlich zur Struktur der Ausbildung.
Nach Abschluß der Ausbildung in der Vikariatsgemeinde und dem Verfassen des Erfahrungsberichtes folgt ein ca. dreimonatiger Aufenthalt im Predigerseminar bis zur Zweiten Theologischen Prüfung, der durch Urlaub unterbrochen ist. Vier weitere Kurswochen und die Ordinationstagung bereiten den Dienstbeginn für diejenigen vor, deren Antrag auf Übernahme in den Hilfspfarrdienst entsprochen wurde.
Die Verteilung der Kurswochen in den 26 Monaten des Vikariats erfolgt durch das Predigerseminar. Der Plan ist für alle Kursmitglieder verbindlich. Die Themen der Kurswochen sind an den pastoralen Grundaufgaben orientiert. Die Behandlung eines Themas erstreckt sich meistens über eine Woche, in einigen Fällen bis zu drei Wochen. Außerdem treffen sich regionale Kleingruppen zu vier religionspädagogischen und acht pastoralpsychologischen Studientagen.
Die einzelnen Kurswochen werden zu Kursblöcken im Predigerseminar zusammengefaßt. Nach dem gegenwärtigen Ausbildungsplan ergibt sich dabei eine Dauer der Kursblöcke von zwei bis zu vier Wochen.
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Pädagogische Handlungskompetenz |
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Handlungsfelder |
Kurswoche im Predigerseminar |
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Religionspädagogik Schule |
RU 1 Rel.-päd. Studientage RU 2 |
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Konfirmandenarbeit |
KU 1 KU 2 |
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Arbeit mit Gruppen (Kinder, Jugendliche, Erwachsene) |
Arbeit mit Gruppen |
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Gottesdienstliche Handlungskompetenz |
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Handlungsfelder |
Kurswoche im Predigerseminar |
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Liturgisches Verhalten und Gestalten |
Gottesdienst Liturgik |
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Inhalt und Gestalt der Predigt |
Homiletik |
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Mündlicher Vortrag etc. |
Sprecherziehung Rhetorik |
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Gesamtgestalt des Gottesdienstes |
Examensgottesdienst |
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Gottesdienstliches Feiern mit Kindern |
Gottesdienst mit Kindern |
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Gottesdienste im Lebenskreis und bei Gelegenheit |
Kasualien 1+2 |
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Seelsorgerliche Kompetenz |
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Handlungsfelder |
Kurswoche im Predigerseminar |
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Hinführung zu seelsorglichen Fragen |
Seelsorge I |
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Seelsorge und Supervision erfahren; Erfahrungen mit Seelsorge bedenken |
Seelsorge-Studientage |
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Seelsorgeerfahrungen reflektieren, zu einem eigenen Ansatz gelangen |
Seelsorge II |
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Seelsorge an der Schwelle zum Pfarramt erfahren,Stärkung der pastoralen Identität |
Seelsorge III |
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Seelsorge und Ritual |
Kasualien 1+2 |
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Leitungskompetenz |
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Handlungsfelder |
Kurswoche im Predigerseminar |
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Das Vikariat als eigene Aufgabe erkennen |
Einführung in das Vikariat |
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Strukturen der Kirchgemeinde wahrnehmen und kritisch überdenken |
Gemeindewahrnehmung |
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Historisches und seine Auswirkungen kennenlernen und an anderen Orten wahrnehmen |
Hessische Kirchengeschichte 1+2 |
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Rechtstexte kennen, verstehen und angemessen berücksichtigen |
Kirchenrecht |
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Diakonie-Strukturen kennenlernen und probeweise entwickeln |
Diakonie |
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Gemeindeerfahrungen qualifiziert bedenken |
Erfahrungsbericht |
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Wahrnehmen - Reflektieren - theoriegeleitet Handeln Ein eigenes Konzept entwickeln |
Theorie kirchlichen Handelns 1-3 |
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Leitung konkret |
Gemeindeleitung Beginn im Pfarramt Handlungsfähig werden in Konflikten |
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Rhetorik mit kirchlichen und anderen Informationsmedien zusammenarbeiten |
Öffentlichkeitsarbeit |
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Ökumenische Dimension |
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Handlungsfelder |
Kurswoche im Predigerseminar |
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Ökumenisches in der Region und der Gemeinde Partnerschaftsarbeit |
Ökumene / Kirchenkunde |
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Ökumene in der Welt |
Studienreise |
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Diakonische Dimension |
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Handlungsfelder |
Kurswoche im Predigerseminar |
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Diakonische Dimension und Aktivitäten der Gemeinde und des Kirchenkreises wahrnehmen |
Diakonie |
Gleichzeitig ist jeder Kurswoche eine kirchenmusikalische Einheit zugeordnet, die im unmittelbaren Bezug zu den pastoralen Handlungsfeldern steht oder über andere wichtige kirchenmusikalische Themen informiert. Schwerpunkte sind:
- Liturgik
- Hymnologie
- Lieder und Musik zu den Kasualien
- Singen mit Kindern und Jugendlichen
- Mehrstimmiges Singen
- Musiktheorie
- Ökumenisches Liedgut
- Taize - Gesänge
- Gregorianik (Stundengebete)
- Orgelbau
- Zusammenarbeit zwischen Pfarrerin/Pfarrer und Kirchenmusikerin/Kirchenmusiker
Stimmbildung und Liturgisches Singen bekommen jeweils durch Einzel- bzw. Kleingruppenunterricht besonderes Gewicht.
Außerdem wird Gitarrenunterricht angeboten.
In den Ausbildungskursen wird in festen Gruppen von gegenwärtig maximal 15 Personen gearbeitet. Die Zusammensetzung der Gruppe ergibt sich durch den Beginn des Ausbildungsdienstes. Die Teilnehmenden und das Predigerseminar haben darauf keinen Einfluß. Die Stabilität der Gruppen fördert häufig den Arbeitsprozess in Themenbereichen, die eine gewisse Vertrautheit miteinander voraussetzen. Sie bietet die Möglichkeit, daß sich die Kurse im Predigerseminar auf einen ähnlichen Erfahrungsstand der Teilnehmenden hinsichtlich der Praxis in Schule und Gemeinde beziehen können.
Die Möglichkeiten des gemeinsamen Lebens und Arbeitens können hilfreiche Rahmenbedingungen sein, um an der Entfaltung der grundlegenden Fähigkeiten zu arbeiten und die pfarramtlichen Handlungskompetenzen einzuüben oder zu vertiefen. Elemente von Kollegialität und kollegialer Beratung können erlebt und erprobt werden. Im gemeinsamen Leben und in den damit einhergehenden Konflikten, sei es in der thematischen Arbeit, sei es im geselligen Miteinander, geschieht Persönlichkeitsbildung, und es kann kollegiale Solidarität und Loyalität erfahren und eingeübt werden.
Die Reflexion von Theorie und Praxis geschieht während den einzelnen Kurswochen in unterschiedlichen Arbeitsformen, z.B.:
- Besprechung von Arbeitsergebnissen aus der gemeindlichen Praxis: z.B. Gottesdienste, Kasualgottesdienste, Unterrichtsentwürfe, seelsorgerliche Fallbeispiele und Verbatims
- Exkursionen (z.B. in Hessischer Kirchengeschichte) sowie Besuche und Gespräche vor Ort (Museum für Sepulkralkultur, Bestattungsunternehmer, diakonische Beratungsstellen)
- Liturgische Übungen in Kleingruppen
- Rollenspiele
- Konzeption, Durchführung und Auswertung eines Konfirmandentages
- Erarbeitung eigener Konzeptionen (z.B. Jahresplanung KU)
Der Wechsel zwischen Plenums-, Kleingruppen- und Einzelarbeit richtet sich nach inhaltlichen und thematischen Gesichtspunkten und trägt auch dem unterschiedlichen Beteiligungsverhalten der Kursmitglieder Rechnung. Durch die Lektüre wissenschaftlicher Literatur und Referate werden die Kursgespräche vorbereitet oder vertieft.
Fester Bestandteil am Ende jeder Kurswoche ist ein ausführliches Feedback, das der eigenen Ertragssicherung, der Einübung einer qualifizierten Rückmeldung (in Bezug auf das Thema, die Gruppe und die Leitung) und der Verzahnung mit den anderen Handlungskompetenzen dient.
Die persönlichen Gespräche mit der Studienleitung am Anfang, zur Mitte des Vikariats und am Beginn des Semesters sollen den Vikarinnen und Vikaren zur Auswertung und Standortbestimmung des bisherigen Lernweges dienen und die Gestaltung des eigenen Lernprozesses während des Vikariats fördern.