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Kunstausstellung «Luther und die Avantgarde»
Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck präsentierte Ausstellung in Kassel zum Reformationsjubiläum

Foto: (Art-Design: von Mannstein nach einer Kunstaktion von Bazon Brock) (Art-Design: von Mannstein nach einer Kunstaktion von Bazon Brock)
Anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 verwandelte sich die Karlskirche vom 21. Mai bis zum 17. September unter dem Motto «Luther und die Avantgarde» in einen Raum des Dialogs mit zeitgenössischer Kunst. Dieser war  Teil der zentralen Ausstellung in der Lutherstadt Wittenberg, wo sich zeitgleich rund 60 internationale Künstler und Künstlerinnen in einem ehemaligen Gefängnis mit impulsgebenden Gedanken der Reformation auseinandersetzten.

In der Karlskirche in Kassel waren Einzelpräsentationen der indischen Künstlerin Shilpa Gupta und des Berliner Künstlers Thomas Kilpper zu sehen. Wir geben auf dieser Seite einen Rückblick auf die Ausstellung:

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2017-09-19

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Weitere Informationen zu den Ausstellungsorten in Wittenberg und Berlin finden Sie unter:

luther-avantgarde.de

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Laden Sie hier die Broschüre zur Ausstellung und Programm in Kassel herunter:

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35.000 Besucher seit Mai in Kasseler Karlskirche
Landeskirche zieht positive Bilanz für Kasseler Ausstellung «Luther und die Avantgarde»

Kassel (medio). Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) hat für die Ausstellung zeitgenössischer Kunst «Luther und die Avantgarde» in der Kasseler Karlskirche eine positive Bilanz gezogen. Die am Sonntag (17.9.) zu Ende gegangene Ausstellung sei ein großer Erfolg, sagte Pfarrerin Petra Schwermann, Reformationsdekadebeauftragte der EKKW. «Rund 35.000 Besucher haben die Ausstellung seit Mai besucht», teilte  Schwermann mit. Ein Gästebuch mit zahlreichen Einträgen in vielen Sprachen zeuge von der positiven Resonanz, die die Ausstellung gefunden habe, so die Beauftragte.

In Kassel waren Einzelpräsentationen der indischen Künstlerin Shilpa Gupta sowie der Künstler Thomas Kilpper (Berlin, Bergen) und Massimo Ricciardo (Turin) zu sehen gewesen. Weithin in der Stadt sichtbar war das Werk «Ein Leuchtturm für Lampedusa!», das Kilpper aus Material von Flüchtlingsbooten am Kirchturm der Karlskirche installiert hatet. Mit Verweis auf die Verantwortung Europas forderte Kilpper mit großen Lettern auf seinem Kunstwerk in englischer Sprache legale Fluchtrouten nach Europa. «Näher an Luther kann man nicht arbeiten, als eine These an eine Kirche zu schlagen», sagte Kilpper jüngst bei einem Besuch in der Karlskirche. Auf der Empore der Kirche zeigte Kilpper zusammen mit Ricciardo die Installation «Inventuren der Flucht», eine Sammlung von Gegenständen, die Flüchtlinge auf ihrer Überfahrt nach Europa in Booten zurückgelassen haben.

2017-09-19

Zentrales Objekt der Künstlerin Shilpa Gupta war das raumgreifende Werk «I Keep Falling at You». «Diese wie auch ihre anderen Arbeiten thematisieren die Macht des geschriebenen und gesprochenen Wortes. In der Kirche des Wortes stellte sich so in reformatorischer Tradition auf besondere Weise der Zusammenhang zwischen Wort und politischer Verantwortung dar», so Projektleiterin Pfarrerin Eveline Valtink.


Begleitprogramm mit 40 Veranstaltungen

Ein umfangreiches Begleitprogramm mit rund 40 Veranstaltungen, darunter Künstlergespräche, Vorträge, eine Gottesdienstreihe und mehrere Jugendprojekttage nahmen auf die Ausstellung Bezug. Hinzu kamen rund 30 Führungen, so Valtink. Besondere Höhepunkte waren eine Lesung des Kasseler Schauspielers Bernd Hölscher aus Briefen, Reden und Schriften Martin Luthers, ein musikalisch-kulinarischer Abend mit mehr als 150 Flüchtlingen und Einheimischen und die Jugendprojekttage zu den Themen Flucht und Migration, zu denen rund 450 Schüler und Konfirmanden aus Kassel und der Region in die CROSS jugendkulturkirche in Kassel kamen.

Aufsichten mit ehrenamtlichem Engagement

Besonders hervor hob Valtink das Engagement der 40 Gästebegleiterinnen und -begleiter, die die Ausstellung während der 120 Ausstellungstage größtenteils ehrenamtlichen begleitet hätten. «Dafür sind wir sehr dankbar. Ohne diese Dienste hätten wir die Ausstellung nicht über einen so langen Zeitraum zeigen können», so die Pfarrerin. Die Ausstellung «Luther und die Avantgarde» ist Teil des gleichnamigen Projektes im Alten Gefängnis in der Lutherstadt Wittenberg, bei dem 66 Künstler ihre Arbeiten bis zum 1. November präsentieren.

Die Gottesdienstreihe «Wort-Kunst – Wort-los» fand ebenfalls am Sonntag mit einer Predigt von Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein ihren Abschluss. (18.09.2017)

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Weitere Informationen zu den Veranstaltungen rund um «Luther und die Avantgarde» finden Sie unter:

luther-avantgarde-kassel.de

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«Kinder und Jugendliche sollten lernen, Fragen zu stellen»
Schüler- und Jugendprojekt zur Ausstellung «Luther und die Avantgarde»

Kassel (medio). Wie kann Kunst die Bildung von Kindern und Jugendlichen fördern? Welche Bedeutung haben die Anliegen Martin Luthers heute? Und wie können diese vermittelt werden? Mit einer Jugendprojektwoche und einem Schülerprojekt möchte die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck junge Menschen an Kunst heranführen. Die Projekte finden in Rahmen der Ausstellung «Luther und die Avantgarde» statt, die noch bis zum 17. September in der Kasseler Karlskirche zu sehen ist.
 
Die beiden Projekte wurden im Rahmen eines Besuchs der Ausstellung vorgestellt, an dem der hessische Kultusminister, Prof. Dr. R. Alexander Lorz, Prof. Dr. Martin Hein, Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, und Bildungsdezernentin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Gudrun Neebe, teilnahmen. Die Jugendprojekttage sollen Jugendliche aus unterschiedlichen Milieus ansprechen, erklärte Neebe. Die Jugendlichen sollen in Workshops einen Zugang zu Kunstwerken und deren unterschiedliche Wahrnehmung bekommen. Für Schulen stellt das Bildungsdezernat ein Kursbuch zur Verfügung. Das Projekt für Sekundarstufe 2 ist fächerübergreifend ausgerichtet und könne in Religion, Kunst und Geschichte eingebracht werden. Im Mittelpunkt stehen zwei Kunstwerke der Ausstellung.
 
2017-10-04

Der Kultusminister betonte, Kinder und Jugendliche sollten lernen, Fragen zu stellen: «Dazu gibt die Kunst eine ganz besondere Anregung». Von Luther könnten die jungen Menschen lernen, den Wert von Freiheit zu schätzen und für diese einzustehen. Die Bedeutung der Freiheit werde in der Ausstellung durch die Flüchtlingsthematik gut aufgegriffen, lobte Lorz.
 
Bischof Hein ergänzte: «Die Schüler können von Luther auch lernen 'ich' zu sagen. Das Zweite ist 'wir' zu sagen und somit Verantwortung zu übernehmen. Und das Dritte, was sie von Luther lernen können, ist grenzenloses Gottvertrauen.» Das könne jungen Menschen in schwierigen Zeiten helfen, einen festen Standpunkt zu haben. In Bezug auf die Kunst betonte Hein, dass eine gute Ausstellung nicht ideologisieren oder Antworten geben, sondern Fragen aufwerfen sollte.
 

Jugendprojekttage

Die Jugendprojekttage stehen unter dem Motto «Licht auf Lampedusa» und finden vom 21. bis 26. August in der «CROSS jugendkulturkirche kassel» statt. Inspiriert von den Kunstwerken «Ein Leuchtturm für Lampedusa» von Thomas Kilpper und den «Inventuren der Flucht» von Massimo Ricciardo und Thomas Kilpper auf und in der Karlskirche können die Jugendlichen in sieben Workshops das Thema Flucht aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und sich z.B. durch Musik und Tanz in die Situation Geflüchteter hineinversetzen. Die Projekttage richten sich an verschiedene Ziel- und Altersgruppen (siehe Flyer im Download). Zum Abschluss der Woche sind die Jugendlichen zu einem Fest mit Livemusik eingeladen.


Video-Dokumentation

Sehen Sie hier eine Video-Dokumentation vom Schülerprojekttag in der CROSS jugendkulturkirche zur Ausstellung.

Unterrichtseinheit «Die Bilder sind frei»

«Die Bilder sind frei» lautet das Motto einer Unterrichtseinheit, die zum Ausstellungsprojekt erschienen ist. Mit diesem  Arbeitsbuch können Lehrerinnen und Lehrer mit Schulklassen der Sekundarstufe 2 ein Projekt zur Ausstellung «Luther und die Avantgarde» in Kassel durchführen. Das Buch gibt religions- und kunstpädagogische Impulse und möchte zeigen wie sich die protestantische Haltung zu Bildern und zur Kunst entwickelt hat. Es macht deutlich, welche Bedeutung das für die Kunsterfahrung in der Gegenwart hat. 16 Module machen Kunstgeschichte und die Kunst der Gegenwart mit einem Ausstellungsbesuch in der Karlskirche erfahrbar. Das Arbeitsbuch «Luther und die Avantgarde - Religions- und kunstpädagogische Impulse» ist im Buchhandel für 15,99€ erhältlich (ISBN-13: 978-3-7448-4040-8), im Landeskirchenamt zum vergünstigten Preis von 10€ über projektmanagement@ekkw.de, und als E-Book für 5,99€ (ISBN-13: 978-3-7448-4534-2).
 

Hintergrund

Die Kasseler Ausstellung ist Teil der zentralen Ausstellung «Luther und die Avantgarde» in der Lutherstadt Wittenberg, wo sich zeitgleich 66 internationale Künstler und Künstlerinnen in einem ehemaligen Gefängnis mit  Gedanken der Reformation auseinandersetzen. In der Karlskirche in Kassel sind Einzelpräsentationen der indischen Künstlerin Shilpa Gupta und der Künstler Thomas Kilpper (Berlin, Bergen) und Massimo Ricciardo (Turin) zu sehen. Die Ausstellung ist noch bis zum 17. September 2017 geöffnet. (03.08.2017)

Download:

Hier können Sie den Flyer zu den Jugendprojektagen «Licht auf Lampedusa» herunterladen:

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Download:

Laden Sie hier einen Auszug aus dem Arbeitsbuch «Luther und die Avantgarde - Religions- und kunstpädagogische Impulse» herunter:

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Internetradio:

Pfarrerin Eveline Valtink vom Projektmanagement der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck erklärt, wie die Idee zu den Jugendprojekttagen entstanden ist. Ein Beitrag von ERFplus:

www.erf.de/erf-plus/archiv/(...)

Internetradio:

Flüchtlingen riskieren ihr Leben, um auf völlig seeuntauglichen Schlauchbooten nach Europa zu gelangen. Reinhard Schmitz ist Schiffsführer bei der Hilfsorganisation Seawatch, die Flüchtlingen in Seenot hilft. Er hat bei den Jugendprojekttagen in Kassel das Schicksal eines jungen Flüchtlings beschrieben, das ihm besonders im Gedächtnis geblieben ist. Ein Beitrag von ERFplus:

www.erf.de/erf-plus/archiv/(...)

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«Luther und die Avantgarde»
Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck präsentiert Ausstellung in Kassel zum Reformationsjubiläum

Kassel (medio). «Ein Leuchtturm für Lampedusa!» mitten in Kassel.  Mit Hilfe von Material von Flüchtlingsbooten hat der Künstler Thomas Kilpper den Kirchturm der Kasseler Karlskirche zum Leuchtturm umgestaltet. Der Kirchturm und die Ausstellung in der Kasseler Karlskirche sind Teil des Ausstellungsprojektes «Luther und die Avantgarde». Die Ausstellung in Kassel wurde am Sonntag (21.05.) mit einem feierlichen Gottesdienst mit Bischof Martin Hein eröffnet. Die Ausstellung läuft vom 19. Mai bis zum 17. September 2017. Zentraler Ausstellungsort des Projektes «Luther und die Avantgarde» ist das Alte Gefängnis in der Lutherstadt Wittenberg, in dem 66 Künstler ihre Arbeiten zeigen, teilte die Pressestelle der Evangelischne Kirche von Kurhessen-Waldeck mit. In der Karlskirche in Kassel sind Einzelpräsentationen der indischen Künstlerin Shilpa Gupta und der Künstler Thomas Kilpper (Berlin, Bergen) & Massimo Ricciardo (Turin) zu sehen.


Der Kirchturm der Karlskirche wird zum Leuchtturm für Flüchtlinge

2017-05-29

Thomas Kilpper widmet sich in seiner Arbeit «Ein Leuchtturm für Lampedusa!» der aktuellen Flüchtlingsthematik. Er verwandelt den Glockenturm unter Verwendung von Material von Flüchtlingsbooten in ein Symbol der Orientierung. Ergänzt wird die Installation durch die Arbeit «Inventuren der Flucht» von Thomas Kilpper & Massimo Ricciardo. Es handelt sich um eine Installation von Gegenständen, die Flüchtlinge auf ihrer Überfahrt nach Europa verloren haben. Von Shilpa Gupta sind vier Kunstwerke zu sehen, die sich mit dem gesprochenen Wort auseinandersetzen. Das Hauptwerk ist die Klangskulptur «I Keep Falling at You», die die Macht der Sprache im digitalen Zeitalter thematisiert. Wie ein riesiger Bienenschwarm hängen mehr als tausend Mikrofone von der Decke, aus denen Flüstern und Singen zu hören ist. Von Gupta sind mit «Heat Book», «Nothing Will Go on Record» und «24:00:01» drei weitere Arbeiten zu sehen, die sich mit der Macht des geschriebenen Wortes sowie Redefreiheit und Zensur auseinandersetzen.

Neben Ausstellung in Kassel gibt es ein umfassendes Begleitprogramm mit Andachten, einer Gottesdienstreihe, Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Künstlergesprächen, Musik, Führungen und vielem mehr geben. Eine Jugendprojektwoche und eine Unterrichtsreihe «Die Bilder sind frei» sind ebenfalls geplant.

Hein: Reformation hat die Künste in die Freiheit entlassen

Bischof Hein zeigt sich bei der Eröffnung der Ausstellung erfreut, dass es gelungen sei, für die Kasseler Karlskirche die international renommierten Künstler Shilpa Gupta und Thomas Kilpper zu gewinnen. Die Künstler hätten sich auf das weite Ideenspektrum der Reformation auf beeindruckende Weise eingelassen. Sie setzten sich in ihren Kunstwerken mit aktuellen gesellschaftspolitischen Fragestellungen auseinander. Dabei sei die künstlerische Freiheit von großer Bedeutung: «Denn nicht zuletzt war es die Reformation, die die Künste in die Freiheit entlassen hat.» Nur so könne Kirche wichtige Impulse von der Kunst erhalten. Die Künstler bewegten sich in der Tradition Luthers, der seinerzeit religiöse, soziale und politische Entwicklungen in Gang gesetzt habe, die bis heute Wirkung zeigten: «Luther war Avantgardist».
 

Smerling: Künstler sind Seismographen ihrer Zeit

Walter Smerling, Sprecher des Kuratoriums und Vorsitzender der Stiftung für Kunst und Kultur e.V., ergänzt, dass die Themen, die Luther bewegt hätten, heute so relevant wie damals seien. Dafür müssten immer wieder neue Antworten gefunden werden. Künstlern käme dabei eine besondere Rolle zu: «Künstler sind dafür prädestiniert. Sie sind Seismographen ihrer Zeit, die für ihre Antworten Gedanken zu bildlicher Wahrnehmung verdichten.» Smerling berichtet, er sei überrascht gewesen, in welchem Maße auch «eingefleischte Atheisten oder Künstler aus nicht-christlichem Umfeld auf unser Thema angesprungen» seien. Für die Künstler sei Luthers kritischer Geist und seine klare Haltung Anlass genug gewesen, die eigene künstlerische Position in Bezug auf gesellschaftliche Fragen zu artikulieren. Und die Tatsache, dass man nicht in einen typischen Ausstellungsraum gehe, sondern die Ausstellung im Gefängnis und in zwei Kirchen zeige, habe viele Künstler zusätzlich motiviert.
 

Kleine: Kunstwerke reflektieren notwendigen interkulturellen Dialog

Susanne Kleine, die Kuratorin des Standortes Kassel, erläutert, dass in der Ausstellung in der Karlskirche unterschiedliche künstlerische Positionen zusammenspielten und eine inhaltliche Brücke zueinander und zu den Besuchern bildeten. Das Konzept trage der Geschichte der Karlskirche als Zufluchtsort für französische Glaubensflüchtlinge auf aktuelle Weise Rechnung. Nach Ansicht von Kleine reflektierten die Kunstwerke einen notwendigen interkulturellen Dialog in der heutigen Gesellschaft. «Kunst existiert nicht im Elfenbeinturm, sondern im gesellschaftlichen und kulturellen Kontext.» Sie trüge zur Schärfung der Sinne, zu Toleranz und zur Akzeptanz von Andersartigkeit bei.
 

Böhle: Kunst bietet Anknüpfungspunkte für Gemeindearbeit

Die Gemeindepfarrerin der Kasseler Karlskirche, Ingeborg Böhle, sieht eine Vielzahl von Anknüpfungspunkten für Gottesdienste und Abendandachten während der Ausstellungszeit. Die von Kilpper und Ricciardo aufgeworfenen Fragen nach Verantwortung für Menschen, die aus Kriegsgebieten geflohen sind, und die von Gupta thematisierte Macht der Sprache beschäftigten auch die Kirchengemeinden.

Internationale Gegenwartskunst trifft auf das «geistige Modell» Luther: Das ist der Ausgangspunkt der Ausstellung «Luther und die Avantgarde», die die Stiftung für Kunst und Kultur e.V. gemeinsam mit dem Reformationsjubiläum 2017 e.V, der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der Berliner Stiftung St. Matthäus in Wittenberg, Berlin und Kassel präsentieren.
Weiterer Projektpartner ist die St. Matthäus-Kirche in Berlin, die Arbeiten der britischen Künstler Gilbert & George zeigt. Insgesamt setzen sich für «Luther und die Avantgarde» 70 internationale Künstlerinnen und Künstler mit impulsgebenden Gedanken der Reformation auseinander, die bis heute nicht an Aktualität verloren haben. (22.05.2017)

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Lesen Sie hier die Predigt von Bischof Martin Hein im Wortlaut:

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«Luther und die Avantgarde»
Ehrenamtliche für Kunstausstellung in Kasseler Karlskirche gesucht

Kassel (medio). Unter dem Motto «Luther und die Avantgarde» wird die Kasseler Karlskirche vom 19. Mai bis zum 17. September 2017 zu einem Raum des Dialogs mit zeitgenössischer Kunst. Zur Verwirklichung der Ausstellung suchen die Veranstalter kunstinteressierte Ehrenamtliche, die die Besucher und Besucherinnen begrüßen und informieren und bei der Vorbereitung und Durchführung von Veranstaltungen mithelfen, teilte das Projektmanagement der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck mit.

Die Ausstellung in der Karlskirche ist Teil der zentralen Ausstellung in der Lutherstadt Wittenberg, wo sich zeitgleich internationale Künstlerinnen und Künstler mit der Reformation auseinandersetzen. In der Karlskirche werden Einzelpräsentationen der indischen Künstlerin Shilpa Gupta und des Berliner Künstlers Thomas Kilpper gezeigt. Zusätzlich gibt es ein Begleitprogramm mit Andachten, einer Gottesdienstreihe, Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Künstlergesprächen, Musik, Führungen und vielem mehr.

Während der Ausstellungszeit werden an 120 Tagen Helferinnen und Helfer in jeweils drei Schichten gebraucht:  9.30 bis 13.00 Uhr, 12.30 bis 16.30 Uhr und 16.00 bis 20.00 Uhr. Die Ehrenamtlichen werden in Vorfeld in zwei Schulungen auf ihre Aufgabe vorbereitet. Interessierte können sich online als Helfer regestrieren (siehe Link). Informationen rund um die Ausstellung und das Begleitprogramm erhalten Sie unter der Telefon (0561) 9378-479. (03.04.2017)

2017-04-19

Linktipp:

Mehr Informationen zur Mitarbeit und Registrierung unter:

mitarbeiten.luther-avantgarde-kassel.de

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Weitere Informationen finden Sie in diesem Flyer:

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Erste Sichtung vor Ort
Künstlerin Shilpa Gupta besichtigt Kasseler Karlskirche

Kassel. Im Februar 2017 war Shilpa Gupta in der Kasseler Karlskirche zu einer ersten Sichtung des Ausstellungsraumes vor Ort. Sie wurde begleitet von ihrer italienischen Galeristin und der Kuratorin Susanne Kleine aus Bonn, die für die Einrichtung der Ausstellung in der Karlskirche zuständig ist. Ebenfalls zugegen war der Ausstellungsarchitekt Christian Axt aus Berlin, um die Vorstellungen der Künstlerin aus erster Hand zu erfahren.

Auch die Vertreterinnen der Landeskirche, Reformationsbeauftragte Pfarrerin Petra Schwermann und Pfarrerin Eveline Valtink waren gespannt auf die erste Begegenung mit Shilpa Gupta. Diese zeigte sich beeindruckt von der Größe und der Aura des Kirchenraumes, hatte sie doch bisher meist in viel kleineren Räumen ausgestellt und zuvor noch nie in einer Kirche!

Klangskulptur «I Keep Falling at You»

2017-02-23
Shilpa Gupta wird in der Karlskirche eine schwarm- oder traubenartige, von der Decke herabhängende Klangskulptur aus tausenden Mikrofonen einrichten. Diese Arbeit mit dem Titel «I Keep Falling at You», bei der die Mikrofone in einer Endlosschleife einen meditativen Text flüstern und singen, wirft nach Aussage von Künstlerin und Kuratorin Fragen nach der Macht des Wortes und menschlicher Wahrnehmungsfähigkeit auf.

Die Arbeit soll zentral im Oktogon der Karlskirche an einem Stahlseil aufgehängt werden. Damit sich die geheimnisvolle Kraft und die körperliche Präsenz der Stimmen, Worte und Töne der Mikrofone entfalten können, muss nach den Vorstellungen der Künstlerin die Kirche nahezu vollständig abgedunkelt werden.

Kunstwerk «Heat Book»

Diesen Eingriff verlangt auch ein weiteres Kunstwerk, das sie in der Kirche zeigen will, nämlich die Arbeit «Heat Book». Diese zeigt ein aufgeschlagenes Metallbuch, das von unten durch ein glühend rotes Licht beleuchtet wird – präsentiert auf einem Lesepult. Durch die Signalfarbe Rot erfährt das Buch, so die Künstlerin, größte Aufmerksamkeit und scheint so brisant und wichtig zu sein, dass es glüht. Gleichzeitig ist das Buch auch gefährdet, könnte es doch scheinbar verbrennen – der Anklang an die Bücherverbrennung ist impliziert, aber auch an die Kraft des Wortes besonders im Buch der Bücher – in der Kirche des Wortes noch einmal ganz besonders assoziationsreich.

  Die Künstlerin äußerte sehr genaue Vorstellungen über die jeweilige Anordnung ihrer Arbeiten – auch eine kleine Videoarbeit hat sie neben den beiden anderen so im Kirchenraum verortet, dass sie gut zusammenspielen.
Da die Karlskirche während der Austellung auch weiterhin für Gottesdienste und Veranstaltungen nutzbar sein muss, gab es einen längeren Diskussionsprozess mit der Künstlerin – insbesondere im Hinblick auf ein gutes, zu entwicklendes Lichtkonzept. Dass dies nicht ohne Kompromisse geht, war sowohl der Künstlerin und der Kuratorin als auch den Architekten und Veranstaltern klar. (Eveline Valtink, 22.02.2017)

Projektbeschreibung:

«Luther und die Avantgarde oder Die Kunst der Freiheit» – Die Projektbeschreibung zur Ausstellung, zum Begleitprogramm und zur Unterrichtseinheit:

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Kunstausstellung «Luther und die Avantgarde»
Landeskirche präsentiert Ausstellungskonzept in Kassel

Kassel (medio). Internationale Gegenwartskunst trifft auf das geistige «Modell» Luther: Das ist der Ausgangspunkt der Ausstellung «Luther und die Avantgarde», die die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck gemeinsam mit der Stiftung für Kunst und Kultur e.V. und dem Reformationsjubiläum 2017 e.V. im kommenden Jahr präsentiert. Neben dem zentralen Ausstellungsort in Wittenberg sollen vom 19. Mai bis 17. September 2017 Berlin und Kassel weitere Standorte der Ausstellung sein. Dabei will Kassel einen Brückenschlag zu dem zentralen Ausstellungsort in Wittenberg wagen, teilte die Pressestelle der Landeskirche am Freitag mit.
2017-02-23
Rund 60 internationale Künstlerinnen und Künstler setzten sich mit impulsgebenden Gedanken der Reformation auseinander, die bis heute nicht an Aktualität verloren hätten.

In der Karlskirche in Kassel werden Einzelpräsentationen der indischen Künstlerin Shilpa Gupta und des Berliner Künstlers Thomas Kilpper zu sehen sein.

Dazu werde es ein umfassendes Begleitprogramm mit Vorträgen, Konzerten, Führungen, Schülerprojekten und einer Gottesdienstreihe geben, heißt es weiter.

Bischof Hein: «Ich freue mich auf einen anregenden Dialog!»

Bischof Prof. Dr. Martin Hein zeigt sich erfreut, dass der Brückenschlag zur Weltausstellung der Reformation in Wittenberg gelinge, zwischen einem Gefängnis als Ort der Begrenzung und einer Kirche, die für diejenigen, die sie bauten, ein Ort und Symbol der Freiheit war. Hugenottische Flüchtlinge, die in Kassel eine neue Heimat fanden, hätten den Grund für diesen Ort der Begegnung gelegt. Er sei bis heute der Ort in Kassel, an dem internationale Gottesdienste stattfänden und zugleich ein bekannter Ausstellungsort für zeitgenössische Kunstprojekte. Die Künstlerin, die in Kassel präsentiert werde, arbeite mit der Kraft und Bedeutung des Wortes in unserer Zeit.

Der Bischof betont: «Dies ist eine Grundfrage, der wir uns als Kirche täglich stellen müssen: Welche Bedeutung hat das Wort, von dem wir sagen, dass es das Wort Gottes ist, in unserer Zeit. Wie erreichen wir die Menschen heute?» Er denke dabei besonders an die multimediale Gesellschaft und an die Gruppierungen und Parteien, die sich aus jedwedem kritischen Diskurs zu verabschieden scheinen, erläuterte Hein. Der Bischof äußerte die Hoffnung, dass es der Kunst gelingen könne, Menschen neue Zugänge zu den Fragen der Zeit zu eröffnen: «Ich freue mich daher auf einen anregenden Dialog», so Hein.


Kurator Smerling: «Shilpa Gupta und Thomas Kilpper stehen für eine Auseinandersetzung mit Wort und Tat!»

Der Kurator der Ausstellung, Dr. h.c. Walter Smerling, erklärte bei seinem Überblick über den Stand der Vorbereitungen, dass die Künstlerinnen und Künstler  derzeit intensiv an ihren künstlerischen Positionen arbeiten würden. In Kassel präsentiere die Inderin Shilpa Gupta eine Klangskulptur, die aus unzähligen Mikrofonen bestehe. Aus diesen Mikrofonen ertöne in einer Endlosschleife ein meditativer Text. Die zentrale Anordnung der Installation im Oktagon der Karlskirche unterstreiche die Spiritualität des Raumes, so Smerling. Als weiterer Künstler werde der Berliner Thomas Kilpper die aktuelle Flüchtlingsfrage aufgreifen und in einer Collage bearbeiten. So stehe die Auseinandersetzung mit dem Wort und damit der inneren Haltung dem Appell zum konkreten Handeln in den Herausforderungen der Zeit gegenüber, so der Kurator.


Ministerialdirigent Meyer-Scholten: «Wir ermuntern alle Schulen, sich mit der Ausstellung zu befassen!»

Ministerialdirigent Jörg Meyer-Scholten vom Hessischen Kultusministerium erläutert, dass das Land Hessen sich gern an den kirchlichen Feierlichkeiten zum Reformationsjubiläum beteilige. Schließlich sei Hessen ein Kernland der Reformation. Infolge der Reformation seien viele Impulse von Hessen ausgegangen, Meyer-Scholten. Für das Kultusministerium seien dabei besonders die Aspekte der Bildungsentwicklung von herausgehobener Bedeutung. Mit Blick auf das kirchliche Kunstprojekt betonte Meyer-Scholten: «Kunst ist ein wichtiges Instrument der Bildungsentwicklung. Wir ermuntern alle Schulen, sich mit der documenta und dem Projekt 'Luther und die Avantgarde' zu befassen.»


Pfarrerin Böhle: «Die Gemeinde der Karlskirche freut sich, Gastgeberin zu sein!»

Pfarrerin Inge Böhle von der Karlskirche Kassel hob hervor, dass die Karlskirche als Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst mittlerweile Tradition habe. Als relativ schmucklose Kirche mit einem hohen, fast runden Innenraum sei sie gut für Ausstellungen geeignet. Die in ihr beheimatete Gemeinde sei inzwischen damit vertraut, dass sich der Gottesdienstraum bisweilen zum Ausstellungsort verwandele, und sie entdecke dabei immer wieder neue Seiten und Wirkungen der Karlskirche. Pfarrerin Böhle zeigte sich davon überzeugt: «Durch die künstlerischen Interventionen entsteht eine Art Zwiesprache zwischen Kunst und Raum, Kunst und Mensch, Kunst und Glauben. Der Gottesdienst wird atmosphärisch und inhaltlich erweitert.»


Stichwort: Kunstausstellung «Luther und die Avantgarde»

Kuratorin der Ausstellung in Kassel ist Susanne Kleine (Bundeskunsthalle Bonn). Realisiert wird die Ausstellung mit einem internationalen kuratorischen Team, bestehend aus Kay Heymer (Leiter für Moderne Kunst, Stiftung Museum Kunstpalast, Düsseldorf), Dimitri Ozerkov (Leiter für Moderne Kunst, State Hermitage Museum, St. Petersburg), Walter Smerling (Direktor MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Duisburg), Peter Weibel (Direktor Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Karlsruhe), Dan Xu (Kunsthistorikerin, Stiftung für Kunst und Kultur e.V). «Luther und die Avantgarde» ist Teil der mehrteiligen «Weltausstellung Reformation – Tore der Freiheit», die vom Reformationsjubiläum 2017 e.V. in den Wallanlagen um die Altstadt von Wittenberg vom 20. Mai bis 10. September 2017 realisiert wird. (14.10.2016)

Linktipp:

Weitere Informationen zu den Ausstellungsorten in Wittenberg und Berlin finden Sie unter:

luther-avantgarde.de

Linktipp:

Informationen zur Kasseler Karlskirche finden Sie unter:

ekkw.de/kassel-mitte/(...)

Projektbeschreibung:

«Luther und die Avantgarde oder Die Kunst der Freiheit» – Die Projektbeschreibung zur Ausstellung, zum Begleitprogramm und zur Unterrichtseinheit:

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Vorgestellt: Shilpa Gupta und Thomas Kilpper

In der Karlskirche in Kassel werden Einzelpräsentationen der indischen Künstlerin Shilpa Gupta und des Berliner Künstlers Thomas Kilpper zu sehen sein. Hier stellen wir Ihnen die Künstler vor:
 
2017-02-23

Shilpa Gupta

Shilpa Gupta (*1976) lebt und arbeitet in Indien und zählt heute zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstlerinnen Indiens, deren Werke international präsentiert werden.

Sie arbeitet mit unterschiedlichen Medien wie Fotografie, Skulptur, Performance, Video und Sound.

Thomas Kilpper

Thomas Kilpper (* 1956 in Stuttgart) ist ein deutscher Installationskünstler, Zeichner und Holzschneider. Er ist bekannt für seine kritischen gesellschaftlichen und politischen Interventionen.

Seit 2014 unterrichtet er an der Kunst- und Designhochschule Bergen, Norwegen.

Linktipp:

Weitere Informationen zu den Künstlern unter:

shilpagupta.com
kilpper-projects.de

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Die Kasseler Karlskirche als Ausstellungsort

Kassel (medio). Die Kasseler Karlskirche (erbaut 1710) war für französische Protestanten (Hugenotten), die Ende des 17. Jahrhunderts aus Frankreich vertrieben wurden und in der Kasseler Oberneustadt eine neue Heimat gefunden hatten, Kristallisationspunkt des geistlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Lebens. Nach Angaben des Evangelischen Stadtkirchenkreises Kassel war die im Hugenottenbarock errichtete Kasseler Oberneustadt mit ihren 2.000 Neubürgerinnen und Neubürgern die bedeutendste Hugenottengemeinde Deutschlands nach Berlin. Bis zum Jahr 1867 sei in der Karlskirche der Gottesdienst in französischer Sprache gefeiert worden. (23.02.2017)


Impressionen aus der Karlskirche

2017-02-23
(Fotos: medio.tv/Schauderna, Simmen und Fischer)
(Fotos: medio.tv/Schauderna, Simmen und Fischer)

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Informationen zur Kasseler Karlskirche finden Sie unter:

ekkw.de/kassel-mitte/(...)

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Pressekontakt

Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck
Pfarrerin Petra Schwermann, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit / Sprecherin der Landeskirche

Wilhelmshöher Allee 330, 34131 Kassel
Telefon: (05 61) 93 78-2 72; Mitarbeiterin: Frau Bremer -3 96
Telefax: (05 61) 93 78-4 50
E-Mail: pressestelle.lka@ekkw.de

2017-02-23