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Handwerk und Kirche

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Aktuelle Informationen rund um das Referat Wirtschaft-Arbeit-Soziales und die Handwerksarbeit finden Sie unter www.arbeitswelt-ekkw.de
2017-07-17
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Bericht von Dieter Lomb
Mein Kirchentag 2015

Wieder einmal konnte ich aktiv an einem Kirchentag teilnehmen. Beim Verband Kirche, Wirtschaft, Arbeitswelt stellten Stefan Helm aus München und ich auf dem Markt der Möglichkeiten die von der Ev. Arbeitsgemeinschaft Handwerk und Kirche initiierte Aktion „5000 Brote – Konfirmanden backen Brot für die Welt“ vor.
Der Tag begann für mich schon früh am Freitagmorgen. Die Bäckerei Schultheiss hatte 30 Brote gebacken, die ich früh abholte und mit der Straßenbahn zum Zelt auf den Cannstatter Wasen transportierte.
Fünf Konfirmandinnen und Konfirmanden aus Fuldatal in Nordhessen, die sich im Herbst 2014 an der Aktion beteiligt hatten, waren angereist und präsentierten die Aktion auf einem kleinen Podium. Musikalisch umrahmte Gemeindepfarrer Peter Leppin mit seiner Gruppe ZEITLOS und Auszügen aus deren Programm „Franz von Assisi“ die Ausführungen. Zum Glück war es noch nicht gar so heiß wie später am Tag, sodass doch etliche Kirchentags-besucher dem Auftritt folgten.
Auch am Stand im Zelt fand unsere Aktion reges Interesse. Das aufgeschnittene Brot wurde gerne angenommen und es ergaben sich angeregte Gespräche. Viele Besucher erinnerten sich, dass sich auch ihre Gemeinde 2014 beteiligt hatte. Andere versprachen, 2016 für die Wieder-holung der bundesweiten Aktion in ihrer Gemeinde zu werben. 2014 hatten sich ja über 15.000 Konfirmandinnen und Konfirmanden in fast 1.000 Kirchengemeinden an der Aktion beteiligt.
Mit einem Abendessen im Kollegenkreis auf Einladung des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt Württemberg klang der Tag gesellig aus.
Angefangen vom Eröffnungsgottesdienst auf dem Schlossplatz bis zum Handwerkergottes-dienst in der Handwerkskammer Stuttgart am Samstagnachmittag konnte ich interessante Kirchentagsveranstaltungen besuchen, die für mich immer wieder schöne Erlebnisse darstellen.
Auffallend, dass kaum eine von mir besuchte Veranstaltung versäumte, auf die Not der weltweiten Flüchtlinge hinzuweisen und weitergehende Anstrengungen zur Integration der bei uns lebenden Migranten zu fordern. Auch für unsere zukünftige Arbeit im Verband Kirche, Wirtschaft, Arbeitswelt habe ich eine hohe Motivation für dieses Thema mitgebracht.

Dieter Lomb

2015-07-20
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Evangelische Handwerkerarbeit verhilft sieben Rhöner Lehrlingen zum erfolgreichen Ausbil­dungsabschluss

Dieter Lomb (hintere Reihe, Mitte) mit den Lehrlingen des Ausbildungsverbundes Rhöner Lebensmittel e.V.
Der Ausbildungsverbund Rhöner Lebensmittel e.V., ein Gemeinschaftsprojekt der Evangelischen Handwerkerarbeit, des Kreisbauernverbandes und der Kreishandwerkerschaft Fulda, freut sich über den erfolgreichen Ausbildungsabschluss von vier Lehrlingen aus Rhöner Lebensmittelbetrieben. Ihre Ausbildung zur Hauswirtschafterin haben Jana Rausch aus Fulda-Steinau (Ausbildungs-betriebe Jugendherberge Fulda und Tanner Diakonie) und Sophia Menz aus Reulbach (Bischöfliches Priesterseminar Fulda) bestanden. Zum Koch wurden Christoph Bachmann aus Tann (Lothar-Mai-Haus, Hofbieber) und Florian Schwalbach aus Rasdorf (Handwerkerhof Hilders) ausgebildet.
Bei einer Feierstunde in der Hilderser Gaststätte „Zur Sonne“ resümierte Dieter Lomb, Bildungsreferent der Evangelischen Handwerkerarbeit und Vorstandsmitglied des Ausbildungsverbundes: „Das fachliche Wissen haben die Azubis in den Betrieben vermittelt bekommen, der Ausbildungsverbund hat ihnen die Wertschätzung der Rhöner Heimat und der regionalen Produkte mit auf den Weg gegeben.“
Der Ausbildungsverbund organisiert seit 2006 zusätzliche Ausbildungsplätze, bei denen sich jeweils zwei Betriebe einen Azubi „teilen.“ Ergänzt wird die Ausbildung durch Kurse und Seminare im Ausbildungszentrum Handwerkerhof Hilders. Insgesamt konnten dadurch 60 Ausbildungsplätze zum Teil auch für benachteiligte Jugendliche geschaffen werden. Fachlich und sozialpädagogisch wurden die Rhöner Lehrlinge durch den Fuldaer Bildungsträger Grümel gGmbH unterstützt. Finanziell gefördert wurde das Projekt durch das hessische Landesprogramm „Ausbildung in Partnerschaften“ und den Europäischen Sozialfonds.
Diese Förderung endete 2013. Im neuen Lehrjahr wird die Arbeit mit vier Lehrlingen hauptsächlich aus Erlösen des Ausbildungszentrums bestritten. Dort wird für sieben Kindergärten und fünf Schulen in der Rhön preiswertes Mittagessen aus vorwiegend regionalen Erzeugnissen zubereitet. Küchenchefin ist Frau Sandra Limpert aus Tann-Wendershausen.
Kontakt: Bildungsreferent Dieter Lomb, Telefon: 0561 – 92 00 12 65                 e-mail:dieter.lomb@ekkw.de
2014-08-07

Linktipp:

Der Ausbildungsverbund Rhöner Lebensmittel e.V. ist ein Verein, der zur Verbesserung der Ausbildungssituation in den Lebensmittelbetrieben der Rhön gegründet wurde. Partner im Ausbildungsverbund Rhöner Lebensmittel e.V. sind Betriebe aus Handwerk, Gastronomie und Landwirtschaft, die besonderen Wert auf die Qualität ihrer Produkte legen und jungen Menschen eine umfassende und fachübergreifende Ausbildung ermöglichen, sowie die Berufsfachklassen "Ernährung" der Konrad-Zuse-Schule in Hilders und der Eduard-Stieler-Schule in Fulda.
Die evangelische Handwerkerarbeit im Referat Wirtschaft, Arbeit, Soziales ist Gründungsmitglied des Vereins.

ausbildungsverbund-rhoen.de

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Evangelische Handwerkerarbeit

Der 18-jährige Andreas weiß seit seinem zehnten Lebensjahr: "Häuser bauen ist mein Beruf". Andreas hatte Glück, in einem Baubetrieb im Nachbardorf bekam er einen Ausbildungsplatz.

Keine Selbstverständlichkeit im ehemaligen Zonenrandgebiet der hessischen Rhön. Die Arbeit macht ihm Spaß, auch im  zweiten Lehrjahr bereut er die frühe Festlegung auf diesen Beruf nicht. Doch damit ist er in seiner Berufsschulklasse eher die Ausnahme. Nicht alle konnten ihren Berufswunsch realisieren, andere mussten den Betrieb wegen der Kirse in der Bauwirtschaft wechseln, haben Angst später arbeitslos zu werden. Klagen werden laut: "Niemand gibt sich Mühe, mir den Fachjargon zu erläutern." "Keiner traut uns etwas zu". Andreas bestätigt: "Ja, wir erleben unsere Lebenswelt oft wie einen Schrottplatz der Konsumgesellschaft. Aber wir lassen uns nicht unterkriegen."

Der Dialog mit Auszubildenden im Handwerk ist ein Schwerpunkt der Evangelischen Handwerkerarbeit. Im Betrieb, der Berufsschule oder auf Freizeiten und Bildungsurlauben kommen anfangs oft "coole" Jugendliche bald auf den Punkt: Eine gesicherte Lebensplanung wie bei ihren Vätern ist illusorisch, aber mit einer handwerklichen Ausbildung hat man etwas erreicht, worauf sich aufbauen lässt. In der Auseinandersetzung mit christlichen Werten lassen sich Vertrauen und Verantwortungsbereitschaft für eine Zukunft im Handwerk gewinnen.

Die Evangelische Handwerkerarbeit im Referat Wirtschaft, Arbeit, Soziales, organisiert Tagungen, Studienfahrten, beteiligt sich an Ausstellungen und Kirchentagen, trifft sich in regionalen Handwerkerkreisen und feiert gemeinsam Gottesdienste.

Mit Vertretern der Organisationen des Handwerks, Politikern, kirchlichen Beauftragten, gesellschaftlichen und berufsständischen Einrichtungen werden aktuelle Themen aus Handwerk und Gesellschaft besprochen. Dabei tritt die Handwerkerarbeit ein für christliche Verantwortung auch im Wirtschaftsleben, für die Erhaltung von Gottes guter Schöpfung, für eine bessere Kollegialität, Zusammenarbeit und gegenseitiges Verständnis, für die Anerkennung der gesellschaftlichen und sozialen Leistungen des Handwerks.

Neben der Arbeit mit Auszubildenen ist die Erhaltung der familiären Struktur der Handwerksbetriebe ein besonderer Schwerpunkt. Deshalb werden Familienfreizeiten angeboten.

2010-04-29

Linktipp:

Bundesarbeits- gemeinschaft Handwerk und Kirche:

handwerkund-kirche.de

Download:

Informationsflyer über den Ausbildungsverbund Rhöner Lebensmittel e.V.

PDF-Dokument

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Kirchenburgen in Siebenbürgen

Im Dialog mit evangelischen Christen in Siebenbürgen entsteht ein Projekt, das zum Erhalt der dortigen Kirchenburgen und zugleich zur Qualifizierung junger Menschen in den bau-handwerklichen Berufen beitragen möchte.

Hintergrund
Die Kirchenburgen in Siebenbürgen sind ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Erbes dieses früher von Deutschen geprägten Landesteils Rumäniens.
Die Kirche als Sakralgebäude und gleichzeitig als Schutz vor feindlichen Angriffen. Diese Doppelfunktion der Wehrkirchen fand in den mittelalterlichen Kirchenburgen Siebenbürgens ihren architektonisch beeindruckendsten Ausdruck. Über die Jahrhunderte hinweg bewahr-ten die Siebenbürger Sachsen die Kirchenburgen als Symbol ihrer über 800-jährigen Identi-tät. Erst die politisch unsicheren Jahre nach der Grenzöffnung führten zu einem Exodus. Nur wenige Gemeindeglieder, meist ältere Menschen, blieben zurück - zu wenige, um die Kir-chenburgen zu erhalten.
Doch die Evangelische Kirche in Rumänien steht nicht allein. Mit deutscher Hilfe wurden die entstandenen Schäden erfasst und erste Schritte zur Sicherung der Bausubstanz unter-nommen. Eine Leitstelle beim Konsistorium in Hermannstadt/Sibiu koordiniert die vielfältigen Initiativen. Durch Kontakte auf Gemeindeebene wurden auch hessische Handwerker auf die Situation aufmerksam.

Das Projekt
Konkret geht es um ein Projekt, das der Dechant Guib von der Protestantischen Kirche in Medias begonnen hat: Er „sammelt“ junge Menschen, die mit ihren Familien in die verlas-senen Dörfer der Siebenbürger Sachsen kommen, aber oft auch dort keine Berufsper-spektive finden, und lässt sie für eine kleine finanzielle Unterstützung unter Anleitung die Kirchenburgen ausbessern und sichern. Gleichzeitig wird damit ein integrativer Ansatz verfolgt, der Neubürger und die wenigen dagebliebenen Sachsen miteinander verbindet und in den Dörfern ein neues Zusammengehörigkeitsgefühl schaffen soll. Wo es möglich ist, so die Idee des Dechanten, sollen die Gebäude auch zur Unterbringung von Gastgruppen und Touristen genutzt werden, um so eine Wertschöpfung in die Dörfer zu bringen und nicht auf Dauer von auswärtiger Hilfe abhängig zu bleiben.

Anregungen unsererseits, nach einem konkreten Ausbildungsplan Qualifikationen zu erwerben, die in der rumänischen Bauwirtschaft akzeptiert werden, wurden sehr positiv aufgenommen - vielleicht könnte eine der Kirchenburgen sogar zu einem bauhandwerklichen Ausbildungszentrum umgebaut werden. „In Deutschland gibt es doch eine lange Erfahrung denkmalgerechter Sanierungen“, so die Reaktion, „könnt ihr uns dabei nicht mit Rat und Tat zur Seite stehen?“
Spontan bildete sich eine Projektgruppe kurhessischer Handwerker, die Anfang April 2008 für eine Woche den Kirchenbezirk Mediasch bereiste. Dank der guten Vorbereitung und Organisation durch den Kirchenbezirk war auch bald eine geeignete Kirchenburg gefunden: Das Dorf Pretai mit ca. 2.600 Einwohnern bietet eine gute Infrastruktur, geeignete Gebäude rund um die Kirchenburg und liegt 5 km auf der Hauptstraße von Mediasch entfernt.
Es wurde verabredet, in Deutschland einen Förderverein zu gründen, der um Spenden und Zuschüsse wirbt und ab Frühjahr 2009 im Stall des ehemaligen Pfarrhauses eine Werkstatt einrichten wird. Das Pfarrhaus selbst dient bereits als Gästehaus und könnte die Lehrlinge aufnehmen. Zunächst wird ab April/Mai 2009 ein dreimonatiger Berufsorientierungskurs Bauhandwerk angeboten. Der Kirchenbezirk wird dazu 10-12 Teilnehmer werben und einen geeigneten Projektleiter einstellen. Zusätzlich entsendet der Förderverein Fachleute, die die Grundmodule des Bauhandwerks vermitteln können.
 
Als nächster Schritt ist die gezielte Ansprache weiterer Interessenten und Multiplikatoren zur Gründung des Fördervereins „Ausbildungszentrum Kirchenburgen“ geplant. Das weitere Vorgehen wird auch mit der Bauabteilung unserer Landeskirche und der Handwerkskammer Kassel abgestimmt. Die Projektverantwortung liegt bei unseren Partnern: Dem Bezirkskonsistorium in Mediasch und (bis zur Gründung des Fördervereins) dem Beirat der Fachgruppe Handwerk im Referat Wirtschaft, Arbeit, Soziales der EKKW (Geschäftsführung: Dieter Lomb).

2010-04-29