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Mittwoch, 28. November 2012

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Vorschläge zur Neuordnung der kirchlichen Arbeit
Zukunftsausschuss benennt mögliche Einsparungen bis 2026

Hofgeismar (medio). Der im Jahr 2011 von der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck eingesetzte «Zukunftsausschuss» hat am Mittwoch auf der Herbsttagung 2012 seinen Zwischenbericht vorgelegt. Auf sieben sogenannten «Korridoren» schlägt der Ausschuss zum Teil tiefgreifende Veränderungen für die künftige Arbeit und Gestalt der Kirche bis 2026 vor, teilte die Pressestelle der Landeskirche mit.

«Unsere Leitfrage ist: Was für eine Kirche wollen wir in der Zukunft sein?», so der Vorsitzende des Ausschusses, Pfarrer Dr. Mantey. «Zur Zeit sind wir in der glücklichen Lage, inhaltliche und wirtschaftliche Überlegungen in ein angemessenes Verhältnis setzen zu können». Damit reagiere die Kirche nicht nur auf die Veränderungen in der Gesellschaft, sondern nehme sie gestaltend auf. Mantey betonte, dass die gesteckten Ziele nicht ohne tiefgreifende Einschnitte erreicht werden könnten. Ein Teil der eingesparten Gelder solle einem Innovationsfonds zugeführt werden. Angestrebt seien Kostensenkungen von 50 Mio. Euro. «Vor uns liegt keine Versagensgeschichte, sondern eine Umwandlungsgeschichte», sagte Ausschussmitglied Dieter Fritz, um deutlich zu machen, dass die benannte Entwicklung zum größten Teil auf Faktoren zurückgehe, für die die Kirche nicht allein verantwortlich zu machen sei.

2012-11-29

Zu den benannten «Korridoren» gehören: Die Gebäudenutzung unter dem Aspekt der Auslastung; die Anzahl der Pfarrstellen; die Residenzpflicht der Pfarrer und Pfarrerinnen und damit die Frage nach dem Bestand an Pfarrhäusern. Weiter sollen auch Gemeinderäume und Dienstwohnungen am künftigen Bedarf ausgerichtet werden, Sonderhaushalte und Diakoniezuweisungen gesichtet und Verwaltungen und Verfahrensabläufe überprüft werden.

Ein vorrangiges Ziel sei es, dass Pfarrerinnen und Pfarrer durch Entlastung von Organisationsaufgaben wieder verstärkt geistliche Leiterinnen und Leiter sein können und sich die Kirche stärker auf ihre Kernaufgaben konzentrieren könne. Zugleich sollen die Ehrenamtlichen gestärkt und unter anderem in der Gemeindeleitung stärker berücksichtigt werden. Ein wesentlicher Zug der Veränderung könne die Verlagerung von Kompetenzen und Budgets auf Kirchenkreise und Kirchengemeinden sein, die in sogenannten «Kooperationsräumen» möglichst eigenständig agieren können sollten, heißt es.

Als Zeitvorgabe für die Veränderungen empfahl der Ausschuss, das Jahr 2026 festzulegen. Dabei sollen die für 2017 schon vorgesehenen Reformprozesse vorangetrieben und mit eingearbeitet werden. Die Landessynode nahm sich den ganzen Mittwoch lang Zeit, in Arbeitsgruppen und im Plenum über die «Korridore» zu diskutieren und eigene Vorschläge einzubringen.

Die Synode erteilte nach einer engagierten Aussprache dem Zukunftsausschuss mit großer Mehrheit den Auftrag, «ausgehend von den benannten Korridoren konkrete Vorschläge für die Frühjahrssynode 2013 zu erarbeiten», so die Pressestelle.

Stichwort: Zukunftsausschuss

Die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck setzte auf ihrer Herbsttagung 2011 den so genannten Zukunftsausschuss ein. Ziel dieses Ausschusses soll sein, angesichts der zurückgehenden finanziellen Möglichkeiten der Landeskirche Prioritäten bzw. Posterioritäten festzulegen und strategische Rahmenbedingungen für die künftige Aufgabenwahrnehmung zu setzen. Dem elfköpfigen Ausschuss gehören acht Synodale und drei vom Rat der Landeskirche berufene Mitglieder an, die aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen kommen:

Holk Freytag, Intendant der Bad Hersfelder Festspiele
Dieter Fritz, Personalleiter bei der Evangelischen Kreditgenossenschaft
Alfred Hartenbach, Parlamentarischer Staatssekretär a. D.
Pfarrer Ralf Hartmann, Pfarrer an der Elisabethkirche in Marburg
Pfarrer Dr. Volker Mantey, Ev. Kirchengemeinde Spangenberg
Dieter Mehlich, Vorstandsvorsitzender der Kasseler Sparkasse i. R.
Pfarrerin Beate Rilke, Ev. Kirchengemeinde Wächtersbach
Pfarrer Ingo Schäfer, Ev. Kirchengemeinde Springstille
Dekan Fritz-Eckhard Schmidt, Ev. Kirchenkreis Schlüchtern
Dr. Isabel Schneider-Wölfinger, Dozentin am Ev. Fröbelseminar
Dipl.-Ökonom Günter Ungermann.

Geschäftsführer ist Pfarrer Wolfgang Kallies. (29.11.2012)

Im Wortlaut:

Lesen Sie hier den Bericht des Zukunftsausschusses für die Landessynode im Wortlaut:

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Im Wortlaut:

Lesen Sie hier die mündliche Einbringung des Berichts von Dr. Volker Mantey (Vorsitzender), Dieter Fritz (stv. Vorsitzender) und Dr. Isabell Schneider-Wölfinger im Wortlaut:

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