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Donnerstag, 29. November 2012

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Evangelische Kirchen in Hessen rücken enger zusammen
Landessynode beauftragt Kirchenleitung mit Abschluss eines Kooperationsvertrages

Hofgeismar (medio). Die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck hat am Donnerstag einstimmig dem Kooperationsvertrag mit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau zugestimmt.

Damit kann der Kooperationsvertrag von beiden Kirchen unterzeichnet werden. Bereits in der vorangegangenen Woche hatte die Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau auf ihrer Herbsttagung dem Kooperationsvertrag zugestimmt. Er kann zum 1. Januar 2013 in Kraft treten.

Laut Pressestelle der Landeskirche vereinbaren die beiden Kirchen in dem Vertrag eine verbindliche Zusammenarbeit in den Bereichen Mission und Ökumene, Religionspädagogik, Akademiearbeit und in der Theologische Aus- und Fortbildung. Ein gemeinsamer Kooperationsrat aus beiden Kirchen wird die Umsetzung der Zusammenarbeit koordinieren.

Dem neuen Vertrag gemäß werden für das Arbeitsfeld Mission und Ökumene ein gemeinsames Zentrum mit Sitz in Frankfurt am Main und eine Außenstelle in Kassel errichtet. Träger dieses Zentrums wird die EKHN sein. Für die religionspädagogische Arbeit wird ein gemeinsames Zentrum mit Sitz in Marburg errichtet, dessen Träger die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck sein wird, heißt es weiter. Die beiden Zentren sollen die Arbeit in den jeweiligen Gebieten fachlich begleiten.

Das Zentrum in Frankfurt soll u.a. ökumenische Partnerschaften weiter entwickeln und den interreligiösen Dialog pflegen. Für den Evangelischen Religionsunterricht wird das Zentrum in Marburg für alle Schulformen Begleitprogramme entwickeln und zum Beispiel Fragen der Schulseelsorge bearbeiten.

Die Akademien der beiden Kirchen werden künftig Rahmenbedingungen für eine gemeinsame Evangelische Akademie entwickeln und ihre jeweiligen Programme aufeinander abstimmen. Bei der theologischen Aus- und Fortbildung ist vorgesehen, gemeinsame Prüfungsordnungen für die theologischen Examina zu erarbeiten und gemeinsam Nachwuchs für den Pfarrberuf zu werben, so die Pressestelle.

Bischof Martin Hein zeigte sich erfreut über das klare Abstimmungsergebnis: «Es war ein langer und manchmal auch mühsamer Weg. Aber nun ist ein zukunftsweisendes Projekt auf den Weg gebracht. Es gilt Kräfte zu bündeln und die Aufgaben gemeinsam anzugehen, die sich uns in Hessen stellen. Ich bin mir sicher, dass von der beschlossenen Zusammenarbeit auch Impulse für andere Arbeitsgebiete ausgehen werden.» Der Präses der Synode, Kirchenrat Rudolf Schulze dankte allen, die am Zustandekommen der Kooperation beteiligt waren. (29.11.2012)

2012-11-29

Linktipp:

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau finden Sie im Internet unter:

ekhn.de

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Landessynode bezieht Stellung zu umweltpolitischen Fragen
Synode zu Fracking, Agrokraftstoffen und Lebensmitteln

Hofgeismar (medio). Auf ihrer Herbsttagung hat die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck Stellung zu drei umweltpolitischen Fragestellungen bezogen.

Fracking

Die Landessynode lehnt unter den gegenwärtigen Bedingungen «alle Bestrebungen ab, nach Ton-Schiefer-Gasvorkommen zu suchen und diese durch Fracking zu erschließen». Wie die Pressestelle mitteilte, stelle Fracking für die Synode einen «unvertretbaren Eingriff in die Natur und insbesondere eine extreme Gefährdung des Ressource Wasser» dar. Gleichzeitig wird die Bundesregierung zu einer grundlegenden Reform des Bundesberggesetzes aufgefordert. Die Landessynode begrüßt den Beschluss des Landes Hessen, vorerst keine Genehmigungen für unkonventionelle Erdgasförderung sowie Probebohrungen zu erteilen.

Agrokraftstoffe

Die Landessynode verabschiedete zudem einen Beschluss zum Thema «Agrokraftstoffe». Grundsätzlich begrüßt die Synode die Nutzung von erneuerbaren Energien, fordert aber für die Nutzung von Biokraftstoffen ethisch nachhaltigen Anbau und Verarbeitung. Da dies unter den jetzigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen kaum möglich sei, lehne sie den Einsatz und die Nutzung von hochwertigen Nahrungs- und Futterpflanzen für die Produktion von Biokraftstoffen ab und fordert Politik und Wirtschaft auf, diese Praxis einzustellen. Die Bundesregierung wird zudem aufgefordert, die Beimischung von Bioethanol aufzuheben. An die Konsumenten richtet sich der Appell, Energiesparpotentiale zu nutzen.

Resolution «Ehrfurcht vor den Lebensmitteln»

Als dritten Beitrag hat die Synode die Resolution «Ehrfurcht vor den Lebensmitteln» verabschiedet. In Anknüpfung an den Bericht von Bischof Dr. Martin Hein «Tägliches Brot» wirft sie darin die Frage nach der persönlichen Verantwortung für den eigenen und gesellschaftlichen Lebensstil auf. Eine ehrfürchtige Werthaltung im Umgang mit Lebensmitteln sei nur durch Bildung und Erziehung zu erreichen. So müsse bereits in Kindergärten und Schulen der verantwortungsvolle Umgang mit Lebensmitteln vermittelt werden. Gleiches gelte auch für den außerschulischen Bildungsbereich, etwa Konfirmandenunterricht oder Jugendarbeit, in denen das Thema fester Unterrichtsbestandteil werden solle.

Bildungsträger und Betreuungseinrichtungen müssten zudem zu sozial verträglichen Bedingungen Kinder und Jugendliche mit regional, ökologisch und fair produzierten Lebensmitteln versorgen. Die Synode regt außerdem eine enge Kooperation aller an, die «Bildung für nachhaltige Entwicklung» betreiben. (29.11.2012)

2012-11-29