a18002

Nachgefragt...

Foto: (Foto: medio.tv/ Schauderna) (Foto: medio.tv/ Schauderna)
Der neu gewählte Präses Dr. Thomas Dittmann stellte sich den Fragen von Pfarrer Christian Fischer, Leiter des Medienhauses der EKKW, und Pfarrer Dr. Siegfried Krückeberg, Leitender Redakteur Radio, am 26.04.2016 in Morschen.

Fischer: Herr Dr. Dittmann, Sie sind zum Präses der Synode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck gewählt worden. Sie kennen die Synode und die Landeskirche. Was mögen Sie an dieser Kirche besonders?

Präses Dr. Dittmann: Ich liebe an unserer Kirche, dass sie ein durchaus bodenständiges Element enthält. Sie macht auf mich keinen abgehobenen Eindruck und man kann mit ganz normalen menschlichen Fragen zu Wort kommen.

Fischer: Was interessiert Sie am Amt des Präses besonders?

Präses Dr. Dittmann: Ich finde es wichtig, dass man in der Synode ein Forum schaffen kann, in dem alle Meinungen, die in der Synode repräsentiert sind, zu Wort kommen und sich in das Gespräch einbringen können. Es geht darum, dass aus der Vielfalt der Meinungen und dem Diskurs, den wir da führen, letztlich gute Ergebnisse herauskommen.

Fischer: Was haben Sie sich konkret für die nächsten sechs Jahre vorgenommen? Wie wollen Sie denn das Amt ausführen?

Präses Dr. Dittmann: Das ist ja im Grunde schon ein bisschen dadurch vorgeprägt, was die 12. Landessynode erreicht hat, mit den grundsätzlichen Beschlüssen zur Priorität in unserer Landeskirche. Jetzt brauchen wir gute Verfahren und gute Prozesse, um diese Beschlüsse, die wir gefasst haben, in die Praxis und in kleine Münze umzusetzen. Und wir müssen auch darauf achten, dass dieser Beteiligungsprozess nicht nur in der Synode stecken bleibt, sondern auch auf die mittlere Ebene und insbesondere auf die Gemeindeebene so durchkommuniziert wird, dass alle Menschen das Gefühl haben, nicht von oben her bestimmt worden zu sein, sondern, dass sie selber in den Entscheidungsprozessen zu Wort kommen und ihre Argumente auch gehört werden.

Fischer: Was können Sie dazu beitragen, damit das auch gelingt?

Präses Dr. Dittmann: Also, ich denke als Präses hat man nicht so sehr die Aufgabe die Ergebnisse vorzuprägen, sondern mehr dafür zu sorgen, dass wir wirklich alle zu Wort kommen, dass eine gelassene Gesprächsatmosphäre entsteht und das denke ich, ist eine Möglichkeit, die mir gegeben ist.

Dr. Krückeberg: Sie haben in der letzten Synode bereits wesentliche Entwicklungen mitgestaltet, wie z.B. die Sparbeschlüsse. Worin sehen Sie die wichtigsten Aufgaben unserer Kirche in der Zukunft?

Präses Dr. Dittmann: Ich finde es besonders wichtig, dass wir zuversichtlich bleiben und dass bei allen Sparanstrengungen, denen wir ausgesetzt sind, der gute Mut nicht verloren geht und dass vor allem die Gemeinden als Basiseinheit unserer Kirche weiter lebendig bleiben und das bekommen, was sie brauchen.

Dr. Krückeberg: Also die Gemeinde ist für Sie ganz wichtig?

Präses Dr. Dittmann: Ich denke, das gesamte Leben der Landeskirche kann sich nur dadurch entwickeln, dass in der Gemeinde Basisarbeit geleistet wird. Deswegen war es für mich persönlich auch immer wichtig im örtlichen Kirchenvorstand zu bleiben und nicht zu sagen, ich bin jetzt in den übergeordneten Gremien, jetzt habe ich keine Zeit mehr für die Basis. Mir ist die Verankerung in der örtlichen Kirchengemeinde sehr wichtig.

Dr. Krückeberg: Wie haben Sie sich da engagiert? Wie engagieren Sie sich zurzeit?

Präses Dr. Dittmann: Ich bin seit vielen Jahren im Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Emmauskirche Brasselsberg aktiv und habe die verschiedensten Aufgaben in der Zeit bearbeitet. Ich war lange Jahre im Gottesdienstausschuss mit der Überlegung, was können wir tun, um den Gottesdienst gut und lebendig zu gestalten und dabei auch das Bewährte zu bewahren. Ich war lange Zeit im Ökumeneausschuss in Wilhelmshöhe, wo wir die partnerschaftliche Zusammenarbeit, auch mit der katholischen Kirchengemeinde pflegen. Ein besonderes Augenmerk im Augenblick liegt bei mir auf der Kirchenmusik, wo ich den kirchenmusikalischen Ausschuss unserer Kirchengemeinde leite und daneben bin ich auch Chorsänger bei uns in der Kantorei. 

Dr. Krückeberg: Sie machen sehr viel, Sie wirken sehr pflichtbewusst. Gibt es auch etwas, was Ihnen besonders viel Spaß macht?

Präses Dr. Dittmann: Ja, es gibt durchaus vieles, was mir Spaß macht. Also beispielsweise hat es mir immer Spaß gemacht mit meinen Kindern zusammen zu sein. Ich habe vier Kinder im Alter zwischen 37 und 27 Jahren und da haben sich inzwischen sieben Enkel eingestellt mit denen ich auch viel Unsinn machen kann.

Dr. Krückeberg: Sie müssen ja nun viel Zeit investieren. Als Präses warten viele Sitzungen auf Sie. Können Sie das denn alles mit Ihrem Beruf und ihrer Familie vereinbaren? Wie schaffen Sie das?

Präses Dr. Dittmann: Also das ist schwierig zu sagen. Ich glaube schon, dass ich es miteinander vereinbaren kann. Meine Kinder haben sich manchmal ein bisschen beklagt, dass ich doch in manchen Wochen in früheren Jahren viele Abende unterwegs war; aber ansonsten kann ich sagen, dass ich ein gutes Zeitmanagement habe, um da einfach zu Recht zu kommen. Deswegen denke ich, dass ich alles ganz gut unter einen Hut bringen kann.

Dr. Krückeberg: Gibt es noch andere Freizeitaktivitäten? Sie haben schon das Singen angesprochen …

Präses Dr. Dittmann: Ich mache gerne ausgedehnte Wanderungen. Und ja, damit endet es eigentlich auch schon.

Fischer: Zum Schluss noch eine persönliche Frage: Was wünschen Sie sich ganz persönlich für Ihre Amtszeit?

Präses Dr. Dittmann: Ich wünsche mir, dass wir in der 13. Landessynode ein ebenso gutes Miteinander im Entstehen haben, wie wir es in der 12. Landessynode hatten, wo man gemerkt hat, dass die Synodalen im Laufe der Jahre zu einer wirklichen Synodalgemeinschaft oder Synodalgemeinde zusammengewachsen sind und sich das Bewusstsein herauskristallisiert hat, an derselben Sache und im selben Sinne zu arbeiten. Das wünsche ich mir auch für die 13. Landessynode.

Fischer: Dann wünschen wir Ihnen, dass dieser Wunsch in Erfüllung geht und Gottes Segen Sie bei dieser Aufgabe begleitet.

2016-04-29

Übersicht

Hier gelangen Sie wieder zurück zur vorherigen Übersicht:

zurück